Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-07-25 · Heft 2665 (25.7.1926) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2665 (25.7.1926)
Date
1926-07-25
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981752--27136-3015037
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Dien, Sonntag Wiener Morstenzeitung 25. Juli 1926 Nr. 2668 •feetfe 8 ^IillllilllllllllllllllllllllillltlllllllllllllllllllllIlllli!lllll!llli!l!lllllll!tllilll!l!lill!lllii!llii!lillliiilHlilllllillilllllllllillllllllU!llllltll!llll!!!!~ s yiiiHiuiiiiiitiii!iiiiiii!ii;iif | lllll!ll!llll!l!llll!!llllllllll!illl!!l!lllllillllli!llllll!ll!l illlllllllillfllllllllHIilüni ^iimsiiiimiiiintiiiiiiMimuiifiiiiiiiiifiHiitniiiiitttiimnnnnMniu^?> ßmtl VernSard (Sofm: „fiescnoen". Verlag Georg Müller. München. Bühne und Kunst. Zem Dichter Nerimrv gtzaw. Au« «8. Geburtstag (36. Juli). D<m Denker und amüsanten Spötter, dein listreichen ErfiRder köstlicher Siknationen, dem (widerspruchsvollen) Gesellschafisreformator, dem aufgerälimten, naiv-selbstgefälligen Ausleger seiner Dramen, dem produktiven Kritiker »lnseren Grng znm Winzigsten — dem Dichter Bernard Shaw unseren heißen Dank! Edles Schamgefühl hat dem Ewigjnitgen zeitlebens anferlegt, den- Funken niederznhalten. Der Produktive, Rodselige, Stellnngnchmende will den Poeten nicht anskomme,t lassen. Aber wenn der Schriftsteller die Gewalt über den Dichter verliert, steigt ans dem knatternden Raketenfeuer S-Hawfcher Szenen die Flamme der Dichtkunst ans, ein Labsal für das Gemüt der Empfänglichen. Candida, die hohe Fran seines wundervollen Jngcndwerkes, das man nicht oft genug hören kann, ist nur Shaws Muse, und der Dichierjüngling dieses Mysteriums ist er selbst. In der Sterbeszene des brustkranken Malers („Der Arzt am Scheidewege"), Lei der Gestaltung jenes Menschenkindes ohne Harm, das durch Liebesdienst die wilde Kreatur bezwingt („Androklus und der Löwe") in den letzten Minuten vor der Verbrennung des französischen Bauernmädchens („Die heilige Johanna"), im Schlnßdialog des ersten Aktes von „Haus Hcrzcnstod", im Mittclakt von „Major Barbara", wenn der alternde Arbeiter seine Lebensnot berichtet, und in vielen anderen Werken, oft nur ein kurzes Zwiegespräch oder auch nur einen Satz lang, ums; der hochbegabte, ans brillant-komplizierte Antithesen, geistreiche Schlager, auf Wirkung und Amüsement sehr wohl bedachte Autor dem Dichter weichen. Still wird die Welt, unser Herz öffnet sich heiliger Melodie. Er selbst, der die Leier schlug, wird ergreifend nnfidjcr und beginnt mit rührender Hast rings um das Lied, welches er preisgab, das wildeste Gestrüpp seiner Paradoxe zu hänfen. Bis er es ttitsächlich erstickt. Nach solchen Entgleisungen in die Dichtkunst (nein, in den ihm ureigeirsten Bezirk der Poesie) wird der gefink-elte Techniker recht unbekümmert und keine Kapriole bleibt uns erspart. Beim NachlMsLgohen.aber vergißt du das bunte Amüsement, der unterhaltsame Stückeschreiber blieb im Theater, der Dichter bleibt bei dir. Er wird den Modeschriftsteller überdauern. Otto A b e l e s. E. M. Sillens SkabSenkiml. Vom Künstler selbst entworfen. — Die Feier der Einweihung. Braunschweig, 23. Juli. (I. T. A.) Am letzten Sonntag wurde — wie schon kurz mitgeteilt — über dem Grabe des großen' jüdischen Malers und Radierers Ephraim Mose Lilien, ein Jahr nach seinem Tode, auf dem jüdischen Friedhofe zu Braunschweig ein Gedenkstein eingeweiht. Der schlichte Stein — von Lilien selbst kurz vor seinem Tode entworfen — versinnbildlicht auf das ergreifendste sein Ringen nach Wahrheit und Licht. Es ist ein einfacher grauer Sandstein, und sein einziger bildlicher Schmuck ist im Mittelfeld in einem Kreise die Wiedergabe der strahlenden Sonne, zu der sich zwei Hände sehnend emporrecken. Ter Medenkstein trägt den Namen Lilicns in hebräischer und deutscher Schrift. Vor der Einweihung wurde in der Kapelle des israelitischen Friedhofes eine Gedächtnisfeier des Verbandes bildender Künstler, dessen Gründer und Führer Lilien war, abgchalten. Die Gedenkrede hielt der Vorsitzende der Braunschweiger Ortsgruppe des deutschen Schriftstellerverbandes, Robert Jordan: „Lilien, der getreuen Söhne Zions einer, fest in starker Mannheit, scharf im Streit geistiger Waffen, kunstreich nach dem Schriftwort, hochgewertet im Kreise der Schaffenden, barmherzig in Ansehung der Not, gab er seine Kunst der Welt, das Leben seinem Volke, bis er dahinfuhr wie die rastlose Welle." Der Redner schilderte dann Liliens Bedeutung als Künstler. Lilien war neben dem Bildgestalter ein Dichter und Philosoph. Trotz des jüdischen Sujets war seine Kunst nicht jüdische Kunst, sondern — wie es ja überhaupt nur eine Kunst gebe ----die Kunst. Vor dem Grabhügel des Meisters versammelten sich dann seine Freunde Nochmals zu einer schlichten Gedenkstunde. Doktor Heys er, der Syndikus des Verbandes bildender Künstler, hielt die Gedenkrede und legte einen Kranz nieder. Als Vertreter des Staatsministeriums legte Geheimrat Dr. A l b r e ch t einen Kranz nieder und sagte in seiner Ansprache, dem Lande werde das Wirken dieses reich begnadeten Künstlers und verdienstvollen Organisators unvergessen und das Andenken an ihn gesegnet sein. Negierungsrat Dr. Graetz sprach für die Leopold-Zuntz- Loge, Rechtsanwalt Dr. Regensburger sagte, daß die jüdische Gemeinde heute mit Stolz ihres großen Meisters gedenke. Lilien sei eine jüdische Persönlichkeit gewesen, die ihre Kunst aus den Kraftquellen der geistigen und ethischen Werte des Judentums schöpfte. Er sei der 5lünftfer des ganz unermeßlichen Leides der jüdischen Seele nnd des Schmerzes, der ihr durch iahrtarrsendelattgs Ktttekdrückuttg und Knechtung auferlegt worden sei. Seine jüdischen Volksgenossen danken es ihm, daß er dinch sein Wirken und Schaffen beigctragen habe zur Ehre des jüdischen Namens nnd damit zur Ehrung der ethischen Werke der gesamten Menschheit. Für die Zionistische Verein! g rr n g für Deutschland sprach Herr Jlberg- W o l f e n b tt t t e l, int Namen der Berliner Künstler Generalsekretär Marcus. Es wurden dann noch mehrere Kränze im Namen der Künstlerverbäude im Reiche niedergelegt. Apollothsater. Die Eröffnung des Apollotheaters als Varietebühne findet Samstag den 31, d. statt. Direktor Viktor Eckhardt, der von einer längeren Auslandsreise zurückgekehrt ist, hat für das Erösfnungsprogramm für Wien neue internationale Akte engagiert. Der Vorverkauf beginnt an den Kassen des Apollotheaters und im Basar am Montag den 26. d. Der Antor hat durch sein erfolgreich anfgeführtes Drama „Tie Jagd Gottes" dis Aufmerksamkeit ans sich gelenkt. (Das BühncNwerk wurde in diesen Blättern eingehend gewürdigt.) Seine früher erschienenen „Legenden", die man nicht recht beachtete, werden jetzt „entdeckt". Eine wichtige, für uns Juden sehr wertvolle Entdeckung! Ein gepflegter Geist, ein ganz hervorragender Stilist und überdies: ein Dichter hat diese hebräischen Legenden geformt. Sie zeichnen sich durch blntvolle, bewegte, mitunter dramatische Darstellung ans; durch klare Linienführung und durch reiche Phantasie, vor allem aber durch den seltenen Vorzug, daß Cohn tatsächlich erzählen kann (nicht auf Pointen losgehen muß, sich nicht in gewollten, erklügelten Dunkelheiten gefällt), überragt diese Sammlung die meisten zeitgenössischen Bearbeitungen der jüdischen Legende. Er ist berufen, er fahre fort! Nach der Lektüre des Buches weis; Matt nicht, welchem von den sieben Stücken mau den Vorzug geben soll. Sie sind alle von Wohlklang erfüllt, jede bereichert. Immerhin scheint uns die wunderschön berichtete Lebensgeschichte Rabbi Akibas die wertvollste und die balladeske Legende „Acher oder die Jeste der Tugend" die eigenartigste und für diesen Schriftsteller, auf den man Hoffnungen setzen darf, bezeichnendste zu sein. Als Kostprobe aus der „Legende von Rabbi Akiba" die Stelle, welche die Begegnung Akibas mit Simon Bar-Kochba berichtet: „Am sicbrnlen Morgen in der Dämmerung stieg Akiba von der Ostseite den Oelberg hinauf. Es war die Zeit der Lese, alle Bäume hingen voller Früchte. Die Sonne war noch nicht herauf, aber die Vögel in der Frühe schrien schon. Wie Akiba nun um eine Ecke bog, lärmte eine Rotte römischer Soldaten vor ihm her, die die Nacht gezecht hatten und nun heimwärts wollten. Plötzlich drängte ihnen zwischen den Mauern zweier Weinberge eine Rinderherde entgegen, nnd voran schritt ein mächtiger Stier, auf dessen Nacken der Arm des Hirten ruhte. Ta kam es Rabbi Akiba vor. als hätte er dies schon einmal erlebt, und er erkannte die Stelle. Noch staunte er, da riefen die Soldaten dem Hirten zu: „Aus deni Wege. Knecht!" Der Hirte ließ den Stier stehen und trat schweigend beiseite, während der Furchtbare wciterschritt. Ta erschraken die Soldaten und rannten, was sie konnten, den Hohlweg .zurück. Einige kletterten vor Schrecken auf die Mauer. Hinter ihnen her aber scholl ein gewaltiges Lachen, und cs war Akiba, als -käme dieses Lachen aus dem Innern des OelbergcS heraus. Wie er jedoch seine Augen auftat, sah er, daß es der Hirte war, der so lachte. Ter Hirte aber war so stark und groß, desgleichen Akiba nie einen Menschen gesehen. Ta fing er an, das Luchen des Hirten mitznlachen, und wie die beiden wohl lachten, ging dio Sonne auf nnd der Oelberg wurde'glühend rot. Sie verstummten beide und einen Augenblick später faßte Akiba des Hirten Hand: „Wie heißt du?" fragte er. Simon nannte sich der Hirte. Da sah ihn Rabbi Akiba mit seinem mächtigsten Blicke an und sagte zu ihm: „Tn bist der König Messias, sei still und warte, bis ich wiederkehre!" Eine Bemerkung,, die nichts mit dem Werke zu tun hat, kann ich, darf ich nicht unterdrücken. Warum hieß der Dichter dieses Buches noch richtig „Emil Bernhard Cohn" (er ist ein Theologe), warum heißt' der Schöpfer der „Jagd Gottes" nicht mehr so, sondern kürzer: „Emil Bernhard"? Es war gewiß nicht leicht, als „Cohn" anfgeführt zu werden. Aber von wem soll malt Unbedingtheit verlangen, wenn nicht von ihm, dem vornehmen, bewußt jüdischen Dichter, dem Rabbiner? O. A. - H Sllphys Sttsk „Dar große Geheimnis." (Otto-Wilhelm-Barüh-Berlag, MÜüchßn-PlansM) Unter dem hebräischen Pseudonym verbirgt sich der französische Abbe Constant, der in gewissen Kreisen als einer der bedeutendsten französischen Okkultisten des verflossenen Jahrhunderts in höchstem Ansehen steht. Wie es scheint, liegt hier zum ersten Male eines seiner Hauptwerke iu deutscher Ucbertragung vor. Es kann wohl hier nicht auf die inhaltliche Seite dös Buches, welche die „hohe Magie" zum Mittelpunkt hat, näher eingegangen werden, Eines der Grundthemen bildet der zweifache Magnetismus, der, symbolisiert durch die Doppelschlange am Merknrstab, das Mallen der guten und der bösen Mächte -in der Welt beherrsche. Ein gewisser Reiz, aber auch eine gewisse Dunkelheit der Darstellung liegt darin, daß sie mehr aphoristisch'belehrende als gedanklich entwickelnde Form trägt. Dabei schöpft sie aus einer Fülle von Erfahrungen, speziell auf kirchlichen, aber auch auf allgemein sozialen Gebieten n'ttd ist im französischen Sinne immer geistreich. Eine gewisse Zwiespältigkeit scheint darin gelegen, daß der Verfasser die Macht der durchleuchteten Vernunft als die eigentlich göttliche erkennt, aber von der Wirksamkeit alles Magischen anr stärksten beherrscht erscheint, und hieraus entspringt ein gewisser schwankender Ton in bezug ans die Berechtigung dessen, was im Leben der Religionen als magisch zu bezeichnen ist uttd dessen SUggestivMacht er im ganzen ztt verdammen, Manchmal abezwieder als Basis der Religionen zn empfehlen scheint. Den Grund alles Magischen erblickt er in den seelischen Kräften der konkret gemeinten Einbildung Und Faszination. Indem er die Kirche für. die Bewahrerin der okkulten Geheimnisse hält, die -in ihr aber auch den stärksten Mißbrauch erfahre, bekämpft er Klerikalismus und Atheismus in gleicher Weise. Der Verfasser operiert gerne tntt Begriffen der Kabbala, z. B. in bezug auf die Idee des dunklen Gegenlichtes. Hiebei ist aber die Einschränkung zu machen, baß er in der Kabbala die Schlüsselmacht zu den tiefsten Geheimnissen erblickt, daß übet die gemeinte Art von Kabbala vielfach nicht Mehr dem entspricht, was historischen Sinn und Tendenz der jüdischen Geheimlehre bildet. E. M, „Wer soll Träger der Verantwortung für das Ekztetzungswesett fein?" Protokoll der dritten Sitzring der Zwaltriaerko'.»- mission zur Regelung der Erziehnngsangelegenheiten. in Pa. lästina. HcranDgegeben von der Zentralstelle der palästirrensischeu Lehrerorganisatiön, Jerusalem. Air der Zwanziaerkominission zur Regelung der Erzichuiwsangelegcnheiten in Palästina, die auf Grundlage eines Beschlussee des 14. Zionistenkongresscs vom AttwnsrorNitee zusarninengestelli wurde, nehmen sechs Mitglieder von seiten der Zionistischen Organisation, sechs Mitglieder von seiten des Waad Lenrrrr, s.'che Mitglieder von seiten der hebräischen Lehrerorganisation, der Leiter der Erziehnngsabtei-lnng und der Finanzsekretär der Zionistischen Exekutive teil. Die Sitzung fand Unter dem Vorsitze Dr. Mohilewers statt. Der Vertreter der Finarrzabtcilrrng der Zionistischen Organisation, Herr Bawly, trat sehr eiitschieden sowohl aus prinzipiellen als auch aus praktischen Gründen für die Uebergabe der Verantwortung, rrnd Leitung des Erziehnngswescn-: von seiten der Zionistischen Exekutive an derr Waad Leuini ein. Die Zionistische Exekutive würde sich auch weiterhin verpflichten, einen bestimmten Betrag beiznsteuern. In der darauf solgenderr sachlicherr Diskussion,'an dvr sich fast olle Mitglieder der Zwanzigerkommission beteiligten, wurde das Problem der Vcrantwortlich^il für die Erziehung nach allen Richtungen hirr beleuchtet, wobei stch die meisten Mitglieder für die w e i t e r e B e raut w o r t l i chfeit d e r Zionistischen Exekutive ans sprachen. Nur die drei Arbeitervertreter forderten die Uebergabe der Er- Ziehnngsleitung an derr Waad Lenmi.' Schließlich wurde eine von Raw Fisch m a u n erngebrachte Resolution angenommen, die die volle Verantwortung der Zionistischen Organisation, für die Erziehungsarbeit in Palästina vorsieht. Diese Resolution ist mit, M gegen 1 Stimme (Bäwky) bei Stimmenenthaltling der drei Arbeitervertreter beschlossen worden. Dieses Protokoll ist jedem Zionisten, der sich ein deutliches Bild von der Problernatik des hebräischen Erziehnnasweseus in Palästina machen will, sehr zrr empfehlen. Hebräische Erziehung in Palästina bedeutet keineswegs nur Erziehung der Söhne und Töchter der palästmensischen Juden, sondern die. Krönung und Vollendung der Ansiedlunys- und Aufbauarbeit des ganzen jüdischen Volkes in Palästina. Aufgabe der hebräischen Erziel),rttg in Palästina ist es, ans dörr einwandernden Juden ein jüdisches B olk zu. machen. l. th. „Die Inden in Belgrad". Eine Monographie von Rabbiner Dr. Ignaz Sch l a n g, Belgrad. Auf Grund meist jüdischer Quellen stellt der Autor fest, das; schon im Altertum während des Bestehens des jüdischen Staates Juden in Belgrad seßhaft waren. Tatsächlich wird noch heute, nach der Tradition, In Belgrad an^ Snschan-Purim das Buch (Sftfjet gelesen, was nach der Mischnah für jene jüdischen Gemeinden vorgeschrieben war» welche außerhalb des jüdischen Staates siedelten. Der Autor behandelt dann die Zeit des Ehasarenreiches, schildert die Lüge der Juden im byzantinischen Reiche und bespricht die wichtigsten historischen Ereignisse, welche auf die Lage der Juden dieser Länder zurückwirktcn. Näher beleuchtet ist die Gründung einer Gemeinde der aus Spanien vertriebenen Juden im Jahre 1581, als Belgrad in turlischeu Besitz gelangte, sowie die Blüteperiode dieser neuen Gemeinde unter dem Schutze der Belgrader Vertreter des Sultans. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Dr. Schlang der geistigen Bewegung im 10. Jahrhundert, als in Belgrad berühmte Rabb'.nen religiöse Werke schrieben und sie in Venedig dr,rcken ließen. Lebensvoll ist die Schilderung der Ereigniste des 18. Jahrhunderts, als die Belgrader Jlldengemeinde unter Seuchen, Fene.rsbrünsten und unter den Kriegen mit Oesterreich schwer litt. Cs folgt die Geschichte der Jüdenaemeiude während der serbischen Befreiungskriege. Aus bcu letzten 'Kapiteln der Monographie entnimmt man den Fortschritt der Inden Serbiens, der mit dem kulturellen und Politischen Aufstieg des Landes Schritt gehalten hat. Von den bisher erschienenen F'or chnngsarbeiten zur Geschichte der Juden der Äalkanländer sei Moritz Lev is Werk „Die Scphardim iu Bosnien" und die Monographie von S. M 6 r a n über die „Juden in Bulgarien" erwähnt. Zü diesen Schriften gesellt sich »um das neue Buch Schlangs als eine sehr wertvolle Ergänzung zur Geschichte der Juden ans dem Balkan, H. S. „Derrtsche Kunst und Dekoration" Man kann dieser Darmstädter Kunstzeitschrift nachrtthmen, das; sie nicht nur das moderne Kunstschaffen mit ausgezeichneten Bildproben belegt, sondern auch tatsächlich die- Knnstliebü Uit.b Kunstfreude zu fördern weiß. Auch düs soeben erschienene Juli-Heft ist außerordentlich gelungen. Wir fittden zunächst eine Würdigung der Kunst Willi Geigers, die durch zahlreiche, ganz hervorragende Reproduktionen — darunter die farbige feines Bildes „Teneriffa", ein Selbstbildnis und ein Porträt Pfitztters illustriert ist. Eine kleine Stllöie von EUgelt Zak gilt den Arbeiten der Malerin Berthe Marti nie. deren ln das Heft anfgdnommene Pferdezeichnungen tatsächlich ganz hervorragelld sind. Die Plastik ist.in diesem Heft mit Arbeiten von Ladislaw Benes vertreten. Bo»» Mela Muter finden wir einige Männerbildnisse im Geiste eines späten Jmpressiottismlls. Wien ist durch eine Reihe von Keramiken der Ballt) Wieselthier und durch Abbildungen des Krematoriums von Holz- Meister vertreten. . „Stickerei Uttd EP1M", B! ä i t e r f ü r k u n st k i e b e n d e Frauen. Herausgeber Alexander Koch, Dürmstadt, Julihest 1920. Die neue, sehr reich und vortrefflich illustrierte Folge Dieser Zeitschrift enthält zunächst einen interessanten Aufsatz über ^Neuzeitliche Handspitzeit, reizende Abbildungen der Zurzeit sehr beliebten Nadelspitzen und wunderbarer Decken in Klöppelarbcit. Die Entwürfe zu delt letzteren stammen von Professor Emilie M i ld e öv a-P al i czko v a der PragerStaatsschlllanstalt für- Hausindustrie,. die Zeichnungen zu den Nadelspitzenarbeiten voiil Wiener Professor Franz R e n n e r. Das Heft enthält lioch eine kleitte Auswahl.von Jttllstratiouetl orttainentaler Spitzelt, ausgc- Mrt in Klöppel und Nadelspitze, weiters in. einem Aufsatz, „Das M ä r ch e n r e i ch der Spitz e", einige sehr hübsche Borlageit für Nühspitzenarbeit. Die?lbbilduNgeir der Hauvarbeiten wirke»' trotz sehr starker Verkleinerung der Originale vortrefflich. Dekeirte, ÄoNrüge «nv Versammlungen. M i 8 v ä ch, l. K U l l rt r g r » t) p e, 2. Bez., Prater» straßv 40. Morgen findtt »nn '/»8 llhr obLnds in unserem Lokal eine C h g m i s ch a A s a x d'A w * Feier statt, bei welcher Herr At. D- G r o s; über das Dheitla „D i e Ä e d e u t ü n g vottCha- Ul i s ch a h A s a r b'A w sprechen wird. ri- Ein in Nöt geratener jüdischer Schneidermeister, eilt anerkannt vorzüglicher Arbeiter auch für DaMetlkteiduitg (Kostüme, Müutelch bittet ödle Meitscheu lim Aufträge, damit er seine Familie (Fralt ttllid zwei Kinder) vor dem schwerstett Ellbbehrltugeit schützen kalllt. Der Betreffeitde, der.uns Alterkenllimgs.schreibrit mrd frühere Avbeilsallfträge von et[t$u Häusern Üorlegte, tft tatsächlich förderultgswürdig und seine Familie, ist dringlicher Hilfe bedürftig. Er geht auch ins Haus ltahen. Sölire Adresse ist bei uuferem Schalter zu erfragen, . KchtkeKvvchj. »M 30. Pezlrst Morgen, halb 9 .Uhr abends, im zionistischen Heim, 20. Bez., Jägerstraße B{1, Zusammenkunft aller Mitarbeiter für die Schekelwöche. Zttznifteil, die an der Mitarbeit teilttöhmen wollen, fmd aus diesem Wege eingölaven. 0102020100000201005302480201020000 93349209 C/.80.^^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.