Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2665 (25.7.1926)
- Date
- 1926-07-25
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2665 Men, Sonntag Wiener Morstenzettimg 25. Juli 1926 Zerkall der Ku-Klux-Kla«. Aus Ne w-Hort wird uns berichtet: Es kam noch schneller als sich evivarten ließ: der Kü - Klu x-Kl a n. zerfällt. Eine.nbernationalistische Welle hat ihn he wo rach rächt; der Begeisterung ist indessen im realpolitischen Amerika rasch die Ernüchterung gefolgt. Ter Ku-Klux-Klan bekämpfte die Juden, die Katholik c n, die Fremde n, er übte sich in Gebräuchen, die halb lächerlich, halb unheimlich waren; es kam zu blutigen Kämpfen, anderseits wurde in einigen Staaten die Bibel als einziges Schuilehrbuch zur Erziehung der Kinder burchgesetzt. Eine Reihe innerer W ir r»i n gen, Nnst i m m i g k e i t e n der einzel nen F >i Heer, Uneinigkeiten im Berfolizen der gesteckten Ziele, erschütterten den Zusammenhalt der Staateneinheit des Klan. Dazu kam, daß Stephen fon, der „Großdrache", wegen Mordes, begangen an einem jungen Mädchen, zu leb e n s l ä n gl i ch e m Hnchthaus verurteilt und namhafte Unterschleifuttgen bei der K.äiileitung des Staates Connecticut aufgedeckt wurden. ' . Die Unterführer respektierten den Kurs des neuen Großdrachen nicht mehr; zahlreiche Mitglieder ließen sich beim Maskenverbot ans >den Listen des Klans streichen und die übrigen spalteten sich in verschiedene Verbände und Verein i g u n g e n, wobei selbst um den Namen Ku-Klux-Klan ein Rechtsstreit vor den ordentlichen Gerichten entbrannte. Der bedeutendste unter den Nachfolgeorganisationen, wurde der „J n d cp e n d e n t-K l a tt, der nach wie vor im amerikanisch-faszistrschen Radikalismus wurzelt. In Kansas wenden sich nur mehr die „Mystischen Ritter vom Arkansas" gegen die Neger, in Georgia, den: Ausgang der Klanidee, sind es die „Ritter vom Feurigen Kreuz", aber zwischen ihnen allen -besteht heftige Fehde und offener, politischer Gegensatz. Seit einigen Monaten ist die ganze gwße Ku-Klux-Klan- Organisation in.Auflösung. Ihr Mitgliederbestand hat sich auf nur mehr ein- Fünftel des ursprünglichen Bestandes herabgemiipert. Selbst die konservativ-republikanischen Kreise rücken von den Klanleuten ab und die letzten Wahlen zu den Staatenparlamenten in Pennsylvani en, Missouri, Michigan und Connecticut haben die Stimmen der Republikaner auf den demokratischen Kandidaten bereinigt, nur weil der eigene — der republikanische — von der Klanprcpaganda getragen wurde. Es ist bezeichnend, daß im Staate Oklahoma, einst eine Hochburg des Klans und das Land der blutigen Exzesse des hektischen Klanfiebers von 1923, die Klanidee durchaus in Mißkredit gekommen ist. 1923 verzeichnete Oklahoma rund 100.000 eingeschriebene Klanleute. Heute sind es kaum noch 20.000. Wie in den anderen Landeshauptstädten dient auch in Oklahoma City nur noch ein einziger Raup: der Distriktsleitung. Die Mitgliederzahl von Massachussets ist von 100.000 sogar bis auf nur 7000 heruntcrgegangen,. und in Georgia ist der Klairpalast längst verkauft, hat der „Groß-Weise" Simmons schon längst den Schauplatz seiner Tätigkeit verlassen. Siimpsfiebererkrankungen i« Berlin, 24. Juli. Wie die Blätter Neiden, Haben die Sumpffiebererkranküngen im Gebiete von Ohle weiter um sich gegriffen. Es werden jetzt Sumpffieöererkrankungen aus dem Kreise N e i ch e n ba ch, aus dem Ueberschwemnmngsgebiete-der Peile, aus L i e g n i tz und aus den niederschlesischen Kreisen L ü b e n und G l o g a u gemeldet. In L a n g e n b i e l a u sind bisher 3 00 Erkrankungen au Sumpffieber zu verzeichnen Tod durch Leuchtgas. Gestern früh wurde der 21jährige Goldarbeiter Jakob Eck kn dem Jnweliergejchäfte seines Bruders Salomon Eck, Alserstraße 37^ mit Lr u ch t g a s v e r,g i ft u ng tot ansgesunden. Es wurde fest , gestellt, daß der Gasometerhahn des Geschäftes, sowie der Wandhahn beim Rohraustritt aus der Wand offen standen, so daß das Leuchtgas entweichen konn.e. Der Verbindungsschlcmch zum Gaskocher, der au der Anfatzstelle zum Gasrohr in der Wand derart schadhaft war. daß er bei der leisesten Berührung herabglitt, war abgelöst und hing zu Boden'. Jakob Eck lag entkleidet in dem Obergeschoß des. Juwelierg.'schäftes tot. Es handelt sich allem Anscheine nach um einen Unfall. Eck. der früher bei seinem Bruder in der Karl-Meißl-Straße Nr. 10 gewohnt hat, ya:te infolge der Wohnungsverhältnisse sein Nachtquartier) im Obergeschoß des Juwelierladens in der Alserstraße aufgeschkagen. Wie ein am Gaskocher stehendes kleines Gefäß zeigt, dürste er sich in der Nacht, ein Getränk zubereitet haben. Der 22jährige Schlossergehilfe Jaraslav B o c e k, Brüsselgasse Nr 22, wurde gestern Früh in. seiner Wohnung in der mit Leucht gas erfüllten Küche„ bei geöffnetem Wandgashahn, leblos aufge fanden. Allem Anschein nach liegt ein Unfall vor. * Selbstmord. Vorgestern -abends hat sich der 36jährige Sekretär Rudolf S ch a i ch der Kuranstalt „Aussee" in seiner Wohnung wegen häuslicher Zerwürfnisse und finanzieller Notläge durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet. * Verhaftung. Der 23jährige Privatbcamte Heinrich Eli bogen. 19. Bez., Vegagasse wohnhaft, wurde, wie di§ Korrespondenz Wilhelm meldet, verhaftet und dem Landesg-erichte eingelieferk. Er ist beschuldigt, im Jänner d- I. «der Firma Josef Borger in Mährisch-Ostrau einen Betrag von 6961 tschech. Kronen, den er einkassiert hat. veruntreut zu haben, und ist außerdem verdächtig, im Juni d I. aus der Wohnung des Filmschauspielers Günter Kern in Berlin .Juwelen und Kleider im Werte von etiva 3000 Goldmork gestohlen zu haben. Ellbogen stellt den Diebstähl in Abrede, gibt' aber zu, zwei Geldsendungen von je 600 tschech. Kronen für Kern übernommen und unterschlagen zu haben. * Der Vampirglaube. In der V e r ch o v i n a, dem ärinsten verbrannt. Seine Asche wurde in einem Säckchen wieder in das Grab versenkt. Mit denk Blut der Leiche benetzte Tücher werden ausgewaschen und das Waschwasser wird bei etwaigen Erkrankungen als Arznei verwendet. „Es prüfe ewig, wer sich bindet, Ob sich das Herz tum Herzen findet. Nimmt HUBER-ESSIG eine Maid, Die heirat' schnell, denn die ist g’scheit" Ueher all erhältlich! (Italien. System) auch gegen Hexenschuss und Armneuralgien. Genen Rheumatismus und Gicht, Schlamm- und Moorbäder, Packungen Diathermie, Heissluft, Höhensonne, Köhlensäurebäder, Kaltwasserkuren, täglich 8 bis 6 Uhr im ».Thermla1--» Institut, i. Bezirk, Franz Josefskai 1. Telephon Nr. 78*141. 155 * Zita und Zimmerman. Das „Prager Tagblatt" erzählt die folgende Geschichte: Ein österreichischer Großindustrieller unternahm kürzlich eine Reise nach dem Rheinland. Im Speisewagen des Eisenbahnzuges sah er zwei interessante Persönlichkeiten, Tisch an Tisch, die frühere österreichische Kaiserin Zita und den früheren, österreichischen Generalkommissär Z i m m e rm a n. Die beiden, die der Zufall so nahe znsämmengeführt hatte, nahmen von einander keine Notiz, wußten vielleicht nichts jene von diesem und dieser von jener, daß sie auf gleichem Schieneng so ziemlich dem gleichen Ziele entgegeneilten, sie, die I-Ungartr beherrscht Wien, 25. Juli. * Das Wetter. Gestern herrschte hundstagsmäßige Hitze, chne daß es zu einem Niederschlag gekommen ist. Die Voraussage lautet: Bewölkungszunahme, heiß. * Ein Kaufmann vermißt. Seit Montag ist der 44jährige Kaufmann Hermann Fr e u nd, Untere Weißgärberstraße 50 wohn kleidet mit grau gestreifter Hose, schwarzem Lüsterrock und Weste, dunkelgrünem Filzhut, und rotbraunen Schuhen. Sachdienliche Angaben sind an das Polizeikomnnss-ariat Landstraße oder an die Angehörigen erbeten. -. * Wieder ein tödlich verunglückter Wiener Tourist. Gestern wurde das Sicher-Heitsbureau von einem tödlichen Touristen-» Unfall in Kärnten in Kenntnis gesetzt. Zwei Gendarmeriebeamte reiche wurde mit großen Schwierigkeiten geborgen und nach Mauthen gebracht. Der Verunglückte wurde als der 28jährige Wiener Ingenieur Fritz Witt manu erkannt. alsnqtürliches h diätetisches Organe, desmgmuxlerBlQSB ärztlich mmmmbn. Witwe Karls, der einst das große Oesterreich-Ung hatte und die selbst nicht ganz ohne Einfluß aufdie Geschicke dieses Reiches blieb, und er, Zimmerman, der seit Genf bis vor zwei, drei Wochen in dem allerdings um so viel kleineren Lande der mächtigste Mann, ein ungekrönter, aber deshalb nicht weniger starker Regent war, wenigstens im Bereich der Staatsfinanzen und der ganzen Finanzwirtschaft. — Zita, die Mutter von acht Kindern, 'von denen zwei diesmal die Reise mitmachen durften, ist, wie jener Großindustrielle erzählt, ein wenig scheu, namentlich dort, wo der Zug ans kurzer Strecke österreichilches Gebiet durchkreuzte. Mit ihren Kindern sprach sie teils französisch, mit ihrer Begleiterin, einer jungen Dame, ungarisch. Auf ihre gegenwärtige materielle Lage kann man aus der Tatsache schließen, daß sie in eineni Coupe zweiter Klasse fuhr, wo sie es sich mit ihren Kindern — sie benützte keinen Schlafwagen —„auch zur Nachtzeit bequem machte. —■ Die Geschichte liest sich hübsch, muß aber nicht geglaubt werben. E Unschädliches Entfettungsmittel. Man laufe sich in der nächsten Apotheke vier Dekagramm Fuca b o h n c n, davon nimmt man zwei Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der Mahlzeit, hernach drei Wochen dreimal täglich je .zwei Bohnen nach der Mahlzeit, sodann wiederum zwei Wochen dreimal täglich eine Bohne nach der Mahlzeit, der Erfolg ist ein überraschender. * Triest—Palästina. Donnerstag den 29. d. um 18 Uhr Abfahrt von Triest mit dem Dampfer „Trento" des „Lloyd Trtestino" nach Jaffa, Haifa. Nächste Fahrt am Donnerstag den 6. August um 18 Uhr init denr Dampfer „Triest". * Shell-Wcekend-Broschiire. Die „Shell-Floridsdvrfer" Mineralölfabrik hat in sehr handlicher Form ein 80 Seiten starkes Büchlein zur Ausgabe gebracht, das in sehr übersichtlicher Form Ausflugstouren enthält, welche durch Ziffern mit der im v,intern des Büchleins vorhandenen Karte „Ausfahrten aus Wien" korrespondieren. Insbesondere fremden Automobilisten wird die Einnnd Ausfahrt ans Wien insofern erleichert, als die Hawst'lvcrschrs- Ä mit Nummern und auf denr nächsten Blatt urit den cntrden Straßenbezeichnungen versehen sind. Ucberdies findet man oin genaues Verzeichnis der Benzinstationen der „S-hell- Flöridsdorfcr" Mineralölfabrik in ganz Oesterreich,, welche noch besonders mit Karten der einzelnen Bundesländer ergänzt sind. Die „Shell-Floridsdorfer" Mineralölfabrik hat mit der.Ausgabe dieses Büchleins, welches durch die großen Frenrdenverkehrsbureans kostenlos an alle nach Oesterreich einreisenden Automobilisten zur Ausgabe gelangt, eine wertvolle. Beihilfe für den Automobilisten und Motorfahrer geschaffen. * Körperliche Ueberfülle. Die Zeitschrift „Für die Dame", Basel, schreibt in Heft 2 über Fettleibigkeit: Körperliche.-Ueherfülle widerspricht den Gesetzen der heutigen Mode und wirkt mehr oder weniger unästhetisch. Der Anblick einer übermäßig starken Person weckt ohne weiteres den Eindruck der Trägheit und der. Genußsucht. Es trifft aber nicht zu, daß korpulenten Leuten dieses Naturell eigen sein muß, wenngleich deren verlangsamtes Gebaren darauf schließen ließe. Im Gegenteil, die Ge>chichte und' auch unsere Zeit hat Beispiele genug aufzuweisen, wonach gewichtige Frauen und Männer über außerordentliche. Energie und Geistesgegenwart verfügen. Muß es dann nicht um so selbstver- . stündlicher erscheinen, wenn Korpulente keinen heißeren Wunsch hegen als den, nicht mehr durch ihre allz-urciiche Fülle behindert und das Gespött der anderen zu sein? Es-ist daher-nicht zu verwundern, daß den zahlreichen Angeboten von Ent^ettnngsmittelnregstes Interesse entgegengübracht wird. Unter diesen Mitteln. rangiert eine beträchtliche Zahl, deren Anwendung direkt gesttnidheitsschädlgend ist und des öfteren derart extreme Erfolge zeitigt, die keineswegs erstrebt wurden und ernstliche Erkrankungen nach sich zogen. Große Vorsicht ist daher solch unseriösen Anpreisungen gegenüber angebracht. Ein gut-beurteiltLs Entfettungsmittel find die bekannten Fucabohnen, welche in. jeder' Apotheke erhältlich sind. . iiiaiiifcdin illl=illi=iiii Lord Plumer ira Gymnasium zu Tel-Awiw. Jerusalem, 24. Juli. (I. T. A.) Feldmarschall Lord Plumer wohnte der Schuh'chlußfeier im Gymnasium zu Tel-Awiw bei und überveichte nach einer Ansprache, in der er die Notwendigkeit von Disziplin unter der Jugend betonte, den Absolventen, des Gymnasiums persönlich die Diplome. Unter den Diplomierten ist auch ein Araber. # 2er Schmelzer Bmiderprösident über den Anläßlich seines Aufenthaltes in Dt. Moritz nahm der Schweizer B u nde s p räs id en t Gelegenheit zu einer ein gehenden Aussprache mit dem dort weilenden Rabbiner K a tz aus Czernowitz über die die Juden'heit heute bewegenden Fragen. Ter Bundespräsivent ließ sich eingehend über die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern Europas und besonders über das Schicksal der jüdischen A! a s s e nA m O st e n ^orientieren. Kcbhaftes Verständnis brachte er den Bvstr-eibungen, jüdische Art und Kultur aus organisatorischem Wege in größtmöglichem Aus maß im Heiligen Lande wieder heimisch zu machen, ent gegen. Ohne zu den verschiedenen Strömungen Stellung zu nehmen, oder ein Urteil über diese auszusprechen, bezeugte er der Tatsache, daß Palästina wieder jüdisches Land zuwerden beginnt, eine il ne i n ge s ch r ä nk te Sympathie. Hiefür seine ganze Kraft einzusetzen, sprach er dem jüdischen Volke Recht und Verpflichtung zu und wünschte diesen Bemühungen baldigen und vollen Erfolg. (I. T. A.) Pros. Lr. Syrus Adler in Berlin. Berlin, 24. Juli. (I. T. A.) Der Leiter der Dropsie College in Philadelphia und Präsident des Räbbinerseminars in Nvw- Aork, Professor Dr. Cyrus Adler, ist zu kurzem Aufenthalt in Berlin eiugetroffen. Professor Dr. Cyrus - Adler -ist bekanntlich auch ein .führendes Mitglied des Joint Distributlon Committee und Leiter der Kulturabteilung des Joint. Im Hause des Herrn Dr. Ber-nhard Kahn hatte Herr Proessor Adler eine Besprechung mit den führenden jüdischeii Perfönlichkeiten Berlins, die der Kulturabteilung des^ Joint in Deutschland angehören, wie Dr. Paul Nathan, Professor Weil, Professor Mittwoch, Rabbiner Mayer Hildesheimer, Rabbiner Dr. Baeck, Professor Heller, tt. a. m. Von Berlin aus fährt Professor Adler nnch Paris uitd London, wo er au Sitzungen, die der Ausgestaltung der Uitiversität zu Jerusalem gewidtnet sein iverden, teilttehmen wird. Grabsteine, die zu ihren Toten znrsiÄkehren. In Mainz befindet sich ein uralter jüdischer Friedhof. Mittelalterliche Rabbiner berichten, er habe schon zur Römerzeit beständen. Dort wurden während des ganzen Mittelalters auch die Juden des ganzen damals kurfürstlichen Rheingaucs begraben^ Als.im fpi'then Mittelalter, zumal gegen Ende des 11. Jchrhnnderts, -die großen Judenverfolgungen durch die Kreuzfahrer am Rheitl einsetzten, war ihre Vertreibung aus Mainz eine solch gründliche, daß der große jüdische Friedhos - ohne Aufsicht blieb. Nach und nach wurden die dort ausgestellten zahlreichen Grabdenkmäler fortgeschafft, sie waren herrenloses Gut. Man. verwendete sie zum. Häuserbau, zumal zu Fundatnenten, zu Festuugs- und Schanzenbauten und allen möglichen Dingen. Erst im Laufe des vergangenen und zu Beginn dieses Jahrhunderts hat man iil verschicidenen Teilen der Sterdt, beim Bau des chemaligeu Lndwigs-Bahnhoses, bei Nied-erlegung alter Häuser, beim Schlsifen' von Fästungswerken viele solcher alten Steine wieder gesunden. Zeitweise sind sie dem Andenken mittelalterlicher R a b- ’ bin'er und Gelehrter geweiht. Man hat die Steine in dem städtischetr Museum, teilweüse an anderen Stellen, irotdürftig untergebvacht. - Nunmehr wurden sie -auf den alten jüdischen.Fricdhaf, wo sie vor nahezu 1000 Jahren gestanden haben, wiedeoüber-. führt. Es ist dort ein sogenannter Denkmals friedhos -im Entstehen begriffen. Die Be-schästigung mit' diesen ältesten Do-ktlmenten jüdischer Seßhaftigkeit auf deutschem Boden soll mit zum Aüfgabenkreis eiites hier neubegründeten Vereins zur Pflege jüdischer Altertümer gchören. Verlegung des Mecklenburger Rabbinatssitzes. Der Sitz des Landrabbinats . von M e ck l e n b u r g - S ch w e r i n, der seit vielen Jahrzehnten in Schwerin gewesen ist. wird im Herbst nach Rostock verlegt werden, da die Rostocker Gemeinde an Kopfzahl die stärkste Gemeinde geworden ist. Der jüdische Gesundheitskommissär New-Iorks. Aus New« N ork wird uns, geschrieben: Ein galizischer Jude aus Tulka, Dr..Louis Herris wurde vor Surz-em zum Gesimdheitskommissär New-?)orks ernannt. Dr. Herris steht im 44. Lebensjahre lind hal schon., seine glänzende Karriere von kleinen Anfängen als Sohn eines cingewandertetl Schneiders begonnen. Dr. Herris hat sich große Verdienste um die Eindämmung -der großen Jns'lnenzaepidemie in New-Pork im Jahre 1916 erwprbeil. Vor kurzenl. hat der sehr tüchtige jüdische Arzt und lltiiversitätslehrer d e n g r o ß e n M i l ch s k a n d a l e n td e ck t. Schließlich tritt Dr. Herris jetzt mit einem durchgreiseiiidetl sanitären Plan hervot. Die Avbeitszeit in den Industrien, der' Theater- und Schulbeginn, mit eittem Wort das ganze Leben und - der -Verkehr^ Älew-Aovks sollen so geregelt werden, daß es. nicht zu den gosundheitsschädlichen Z>tifytuntenpferchungen in den verschiedenen Unt-ergr-Utt-d- und Tvamwayvoagen kmnmt. Ferner soll eine strenge Kontrolle 'der Speisen und Getränke in den Restatlrants gurchgefiihrt werden. 1373