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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-24 · Heft 2664 (24.7.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2664 (24.7.1926)
Date
1926-07-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Äff« 4 Wien. GamStag Wiener Morgenzeltrmg werden» da sie voll ständig entkräftet war. Sofort nach Verlesung de- Urteils fand sich der Äeschwornensenat zu einer geheimen Sitzung zusammen» in welcher darüber beraten wurde» ob die Verurteilten der Gnade des Präsidenten der Republik empfohlen werden sollten. Kein Weißbrot in Velgiea. Brüssel, 83. Juli. Durch königlichen Erlaß wurde die Erzeugung und derVerkaufvonWeißbrol unteri a g t. . Irerschineki vergiftet? Berlin, 23. Juli. Ein Berliner Abendblatt meldet aus Warschau: Polnische Zeitungen berichten aus Minsk, daß der vor einigen Tagen verstorbene sowjetrussische Tschekaführer Dzerschinski vergiftet worden sei und daß im Zusammenhänge damit die Sotvjetreaierung eine Anzahl von Personen verhaftet habe, darunter den früheren Finanzkommissär Sokolnikow sowie ein Mitglied des revolutionären Kriegsrates und Offiziers der Roten Armee. Sie FrankenfSlschungen. London, 23. Juli. Der Finanzausschuß des Völkerbundes hat an die großen Zentralnmenbanken Fragebogen über die Bestrafung von Notenfälschung und die Mittel für ihre Bekämpfung gerichtet. Die Antworten sollen die Unterlagen bilden für em Abkommen aller Länder über die gleichmäßige Bestrafung von Fälichern eigener und frem. der Noten. _ Ser Bitdapeüer Leichenfund. Nicht die Leiche der ermordeten Frau Wimpassinger. Die Oberstadthauptmannschaft hat gestern ein Telegramm der Wiener Polizeidirektion erhalten, wonach die Leiche der ermordeten Frau Wimpassinger vor mehreren Tagen in W i e n aufgefunden, worden ist. Damit ist die Annahme der Budapester Behörden, daß die bei Sjaszhalom-Batta auS der Donau gefischte Leiche die Leiche der in Wien ermordeten Frau ist, hinfällig geworden und die Polizei fahndet nunmehr in anderer Richtung, um die Herkunft deS -«geschwemmten Leichnams aufzuklären. Betrügereien eines Budapester Juweliers. Budapest, 23. Jul. Die Polizei hat heute den Budapester Juwelier Selinger, Inhaber zweier Juwelenläden, wegen Betruges verhaftet. Selinger wurde schon vor Monaten beschuldigt, daß er übermäßig hohe Schätzungen von wertlosen Schmuckgegenständen abgegeben habe, auf Grund welcher es seinen Agenten möglich wurde, solche Schmuckgegenstände bei Banken mit sehr hohen Beträgen belehnen zu lassen. Selinger wurde damals verhaftet, aber in Ermanglung positiver Beweise für seine Schuld wieder freigelasien. Um den Juwelier zu überfuhren, verfiel vor kurzer Zeit ein Detektiv der Oberstvdlhauptmannschaft auf die Idee, in eine Budapester Zeitung ein Inserat einzurücken, wonach ein Intereffent 10 Millionen Kronen gegen gute Deckung placieren wolle. Am nächsten Tage erschien ein Agent Solingers bei dem Detektiv, bot für die zehn Millionen hohe Zinsen an und offerierte als Deckung ein Schmuckstück im angeblichen Werte von 20 Millionen. Tann führte der Agent den Detektiv in den Laden Seliugers, wo dieser das Juwel auf 26 Millionen schätzte. Der Detektiv erbat sich Bedenkzeit und ließ das Schmuckstück bei einem anderen Juwelier schätzen, wobei es sich herausstellte, daß das Stück eine Nachahmung im Werte von höchstens 300.000 Kronen sei. Darauf wurde Max Selinger mit vier seiner Agenten verhaftet. Selinger hat ein Geständnis abgelegt und wurde nachmittags in das Gefängnis der Staatsanwaltschaft eingeliefert. Ser Budapester Kommunistenprozeß. Budapest, 23. Juli. Im Prozeß gegen Matthias Rakosi and Genossen wurde heute das Zeugenverhör fortgesetzt. Der Sekretär der Holzarbeitergewerbschaft, Gabriel H o r o w i tz, sagte aus, daß seines Wissens die Bagi-Gruppe ebenso auf der Grundlage der zweiten Internationale stehe wie die sozialdemokratische Partei selbst. Vagi wurde aus der sozialdemokratischen Partei nur darum ausgeschlossen, weil er und seine engeren Parteifreunde die Leitung der Partei an sich reißen wollten. In der morgigen Verhandlung wird der sozialdemokratische Abgeordnete Eduard Hebelt als Zeuge einvernommen werden. Kommunistische Demonstrationen vor der Prager ungarischen Gesandtschaft. Prcy, 23. Juli. Heute abends sammelten sich vor dem Gebäude der ungarischen Gesandtschaft einige hundert Kommunisten au.und protestierten lärmend gegen den Rakosi-Prozeß. Polizei vertrieb nach halbstündigem K n ü p p e l k a m P f e die Demonstranten. Echwellhardt aus der Haft entlaste«. München, 23. Juli. Der des Mordes an dem sozialdemokratischen Abgeordneten G a r e i s (am 9. Juni 1.122) und an dem Dienstmädchen S a n d m e y e r (im Oktober 1920) dringen) verdächtige Leutnant a. D. S chw e i kh ard t ist am Montag in aller Stille aus der -Haft entlassen worden. Es wird jedoch offiziös bekanntgegeben, daß die Untersuchung gegen ihn ihren Fortgang nimmt. In der Oeffentlichkeit muß diese Freilassung einen sehr sonderbaren Eindruck machen un) trägt jedenfalls nicht dazu bei, das Vertrauen in den ehrlichen Willen der Münchener Behörden zu heben und die dunklen Hintergründe bayrischer Politischer Morraffären der letzten Jahre aufzuklären. Schon die Tatsache, daß der Polizeikommissär Glaser» der nach der Ermordung der Sandmeyer dem Schweikhardt einen falschen Paß nach Ungarn verschaffte, sich immer noch auf freiem Fuß in München befindet^ hat recht skeptisch gestmrmt» ' IRO1GER UNO FRAU Wien, XVI. Mafoltingerfrasse 61 geben hiemit die GEBURT EINES SOHNES bekennt und laden alle Freunde und Bekannten zu der morgen Sonntag den 25. Juli um 10 Uhr vormittags in der »I.ucina*, X.. Knöllgasse 22 bis 24, stattfindenden ein HOTEL CENTRAL Wltit, II« Taborstrass« 8 a Stadtzentrum * 150 neu eingerichtete Zimmer * Zentralheizung, kalt- und vvarmfllessendes Wasser, Telephone, Lift, Cafö-Restaurant » Preise von 8 5.— aufw., r aufleute 10°/o Rabatt. 665 Mische Anekdoten. . Nacherzählt von Jsachar Bursztyn. Die reinen Hände. Sabbatgottesdi-erist in der Klaus des berühmten Rabbi Mair von Przemyslany. Ein Rabbiner aus einer fremden Gemeinde, dessen fragwürdigen Charakter Rabbi Mair genau kennt, wird zur Thora gerufen. Der Aufgerufene ergreift beim Segensspruch die Holzfäulen der Thora. Nicht mit der bloßen Hand. Er hüllt seine Finger in be« Gebetmantel. Nachher wird ein einfacher Jude, ein Dorfwirt, aufgerufen. Diefer hatte seinen Vorgänger beobachtet und hüllt seine Hand ebenfalls in den Gebetmantel, bevor er die Säulen der Thora berührt. Da sagte Rabbi Mair: „Du, Rabbi, tatest gut daran, die Thora nicht mit bloßen Händen anzufassen, denn es steht geschrieben: „Du sollst kein Geld nehmen als Bestechung." Da du dich gegen dieses Gebot vergangen hast, sind deine Hände beschmutzt und dürfen die Thora nicht berühren. Du aber, Randar (Wirtshausbesitzer), du reichst mit deinen Händen den Armen Speisen und Almosen. Deine gütigen Hände sind rein — du darfst die Thora mit den bloßen Fingern anfassen!" — Der Vorfall sprach sich herum. Als später wiederum ein Rabbiner aus einem benachbarten Städtl in der Klaus Rabbi Mairs zur Thora aufgerufen wurde, berührte er die Thora schon mit bloßen Händen. Es war ein alter, schwerhöriger Mann. Rabbi Mair neigte sich zu ihm und sagte ihm so nachdrücklich, daß er es trotz der Schwerhörigkeit verstand: „Es steht geschrieben: „Ein Rabbi, der sich bestechen läßt, wird im Greisenalter mit Blindheit bestraft." Du siehst die Säulen der Thora, hast also dein Augenlicht behalten, weil du niemals Bestechungsgelder angenommen hast. Aber taub bist du geworden, Bruder, und ich weiß warum: Man hat dir in das willige Ohr Bestechungsgelder zugssagt — aber das Versprechen nicht gehalten." Mn salomonisches Urteil. Zu einem Wunderrabbi kam, ein Ehepaar, welches ständig vm Streit lebte. Wie aus einem Munde verlangten die beiden die Scheidung, damit sie voneinander erlöst werden. Vorschriftsgemäß hatte der Rabbi alle Versöhnungs- Versuche unternommen. Erfolglos. 'Nun fragt er: „Wieviel Kinder habt ihr?" — „Sieben." —,,,Da kann ich die Scheidung nicht durchführen. Ich müßte ja jedem von euch dreieinhalb Kinder zusprechen. Bleibt also noch ein Jahr beisammen, Gott wird euch mit einem weiteren Kinde segnen, es sind dann ihrer acht und ich kann euren Wunsch erfüllen. Möge euch der Herr noch ernstlicher helfen, als ich, armes Menschenkind, es vermöchte. Ich gebe euch meinen Sogen." — Gott schenkte dem Ehepaar Zwillinge. Die Scheidung war also nach Jahresfrist wiederum nicht durchführbar. Auch späterhin nicht. Und langsam haben sich die beiden versöhnt. Dir Geschichte eine» Schlaffer». — Bor dem Kriege lebte in der französischen Kriegshafenstadt Toulon ein Schlosser namens Josef Barrel, welcher von seinen Zunftgenossen in nichts abwich. Kam der Krieg. Höchstwahrscheinlich um die Daseinsberechtigung des Kriegshüfens Toulon zu beweisen. Josef Barrel hat dies gleich begriffen. Vermöge seines Handwerkes stand er in erster Linie (nicht etwa bei Verdun), um dem Vaterlande seine tatkräftige Unterstützung zu gewähren. Der Krieg dauerte lange und Monsieur Barrel wurde es immer weniger bange. Denn die Nbt war groß und Not bricht bekanntlich Eisen. Das Eisenbrechen war gerade Monsieur Barrels Element. Es stellte sich auch ziemlich teuer, die Rechnung wurde aber pünktlich bezahlt. Seine Brüder zahlten zwar mit ihrem Blute, Monsieur Barrel steckte aber viel lieber die blauen Scheine der Regierung ein, besonders da der Franken noch beträchtliches Ansehen besaß. Als der Kanonendonner verstummte, geriet Monsieur Barrel in keine Verlegenheit. Tapfer warf er sich auf den Schiffbau. Da lagerten einige unbrauchbare Schiffrümpfe im Hafen, welche ihm die Regierung für einen Pappenstiel überließ. Was einer Großmacht unwürdig, ist für Serbien oder Polen noch immer gut, dachte unser Schlosserlein. Die Schiffe wurden instand gesetzt und Monsieur Barrel kassierte nunmehr Millionen ein. Geld ist begehrenswert, ebenso aber der Ruhm. Als tüchtiger Industrieller ließ er sich in die Handelskammer wählen. Und seine ehrbaren Touloner Kollegen waren von seiner Tüchtigkeit so verblüfft, wahrscheinlich aber auch von feinen Millionen, daß sie ihn zum Präsidenten des Handelsgerichtes wählten. Um noch größere Ehrungen zu erlangen, dachte wieder Präsident Barrel, mutz man gewiß noch niehr Millionen besitzen. Der Franken sinkt zwar und seine Millionen werden immer mehr, doch ein vorsichtiger Kaufmann kalkuliert in Goldwährung, und Monsieur Barrel konstatierte bald, daß seine Millionenvermehrung nur eine optische Täuschung tvar. Wie aber am schnellsten neue richtige Millionen verdienen? Da ist^kn der Nähtz von Toulon das Städtchen La Sehne mit einer großen Schiffbaufabrik'. Monsieur Barrel hat sich schon seit langem das Monopol für sämtliche Abfälle gesichert. Eines Tages, kam 24. gvll 1926 Nk. 2664 der Herr Präsident in dar Werk und hatte mit dem Direktor eine lange Aussprache. Dann kam er täglich und sprach bald mit dem Unterdirektor, Werkmeister, Parttesührer, selbst den Portier übersah er nicht. Nach einiger Zeit konstatierte die Gesellschaft große Abgänge an Waren. Es wurden langwierige Untersuchungen, Beobachtungen usw. angestellt, bis man zu dem Schluffe kam, daß man es bestimmt mit keinen Dieben von außen zu tun hat. Nun wurde der Innendienst beobachtet. Drei Jahre lang suchte man vergebens eine Spur. Und der Schaden belief sich schon auf 80 Millionen Franken. Monsieur Darrel hatte seit Jahren eine Privatsekretärin. Und das war der größte Fehler, den er in seinem Leben begangen hat. Eines Tages traf es sich gerade, daß Chef und Angestellte sich gegenseitig unausstehlicher denn je fanden. Und die Sekretärin flog hinaus. Sie flog — bis zur Türe des Proeurenr de la Republique. Am nächsten Morgen fuhr Handelsgerichtsprästdent Joses Barrel ln seiner Limousine vor das Gebäude de la Correctionelle vor. Als er es einige Stunden später verließ, geschah dies durch eine Hintertür, begleitet von zwei Kriminalbeamten, und sein Weg führte ihn nicht zur Limousine, sondern zum „Pannier a salade", was zu gut Deutsch der „grüne Wagen" bedeutet. Josef Barrel hat das gesamte Personal des La Seyner Werkes vom Direktor bis Portier bestochen und statt Eisenabfälle wurden Stangen, Röhren und sonstige Schiffsbestandteile, alles natürlich funkelnagelneu, in die Waggons verpackt. Das hatte vier Jahre lang gedauert und man hätte noch lange untersuchen können, wenn der liebe Herrgott nicht eine Privatsekretärin geschaften hätte. Der Skandal ist groß in Frankreich und die Angelegenheit wird auch vors Parlament kommen. Wegen eines Hahnes und einer Henne ist die Stadt Detar vernichtet worden, erzählt der Talmud. Eine Privatsekretärin hätte es noch ärger gemacht, denkt gewiß jetzt das tapfer Schlosserlein. Alle Welt kauft Diamanten. Der Londoner Edelstsinmarkt. Aus London wird uns gemeldet: Die Lage.bestände iv Horborn-Biaduct, dem Londoner Markt für den Handel in rohen Diamanten, sind infolge der steigenden Nachfrage nach rohen Steinen vollständig vergriffen. Diese Nachfrage ist in der Hauptsache auf dir wachsende Beliebtheil der Diamanten in Amerika zurückguführcn: aber auch das Festland tritt in steigendem Maße als Käufer auf. Die Erfahrung, die man in Rußland gemacht hat, hat erneu! die Tatsache bestätig, daß in Z e i t e n e r n st e r Wirtschaftskrisen die Diamanten dis b e st e K a p i: a l s a n l a g e und Uneben die am leichtesten realisierbare Form des Vermögens darstellen. Das Londoner Diamantensyndikat, das als Millionärssyndikat bekannt ist, kontrolliert heule die Förderung in den hauptsächlich in Betracht kommenden Diamantenminen. Es vertreibt nur die rohen Steine an die Händler in Amsterdam und Antwerpen, wo die Diamanten geschliffen und poliert werden. Das Londoner Syndikat verkauft ausschließlich durch Vermittlung seiner vereidigten Makler, und die Zulassung zu dieser Maklerschaft gilt in Zeiten, wie der heutigen, denn auch als sichere Bürgschaft, in kurzer Zeit ein großes Vermögen zu machen. Die Zufuhr ist streng nach der Nachftage reguliert, so daß sie diese nie überschreite:. In den letzten Wochen hat man allerdings von diesem Prinzip abgehen müssen, da es unmöglich war, der Nachfrage zu genügen. Billiges Getreide. Verhaftung eines Betrügers. Seit mehr als fünf Vierteljahren beschäftigen die Machenschaften des 25jährigen Getreidehändlers Artur Weiner, zu Jvanka geboren, die Neutraer Behörden. Weiner steht im Verdacht, verschiedenen Personen Beträge von zusammen 870.000 tschech. K. entlockt und der Firma Samuel F l e i s ch l in Neutra 91.000 tschech. K. veruntreut zu haben. Weiner hat seinerzeit verschiedenen Leuten vorgegeben, daß er günstige Getreidecinkäufe für sie in Triest, wo gerade ein amerikanisches Schiff ankomme, tätigen könne und erhielt von ihneil Beträge in der angegebenen Höhe. Auf der Rückreise hielt er sich in Wien auf und erstattete die Anzeige, daß ihm auf der Bahn 20.000 Dollar, die er für die Geireideeinkältfe reserviert hatte, gestohlen wurden. Die Anzeige trug von allem Anfang an den Stempel der Unwahrscheinlichkeit, weil Weiner sich' bei der Erzählung verschiedener Details in Widersprüche verwickelte. Seine Geldgeber drängten auf Rückzahlung der Beträge und da Weiner ihrem Verlangen nicht Nachkommen konnte, erstatteten sie die Betrugsanzeige. Die 91.000 tschech. K. hat sich Weiner von der Firma Fleischl, bei der er als Einkäufer fungierte, auf Grund gefälschter Einkaufsbestätigungen ausfolgen lassen, ohne Waren zu liefern. Im April v. I. wurde Weiner itt Preßburg auf Anzeige eines Neutraer Rechtsanwaltes festgenomMen. Doch erfolgte bald darauf seine Freilassung. Nun hat die Staatsanwaltschaft in Neutra abermals seine Verfolgung eingeleitet, weil der Verdacht anftanchte, daß er die Absicht habe, über Marseilles nach Südafrika zu fliehen. Weiner wurde gestern hierin einem vornehmen Hotel verhaftet. Er stellte entschieden in Abrede, die Msicht gehabt zu haben, zu flüchten unb will sich nur zufällig bei der Schiffsstation nach den Abfahrtszeiten erkundigt haben. Int übrigen behauptete er seine Schuldlosigkeit und erklärte, im Mai v. I. das Ausgleichsverfahren mit 0 00.000 tschech. Kronen Passiven gegenüber 2 4 0.000 tschech. Kronen Aktiven angemeldet und. den Gläubigern einen 40prozentigen Ausgleich angeboteu zu haben. Weiner stellte in Abrede, jemals Beträge veruntreut zu-haben. In'seinem Notizbuch fand man Auszeichnungen über ausländische Banken und größere Geldbeträge, von denen man vernlntet, daß sie Weiner dort hinterlegt hat. Auch darüber gab Weiner die Erklärung, daß er diese Auszeichnungen nur ans Langweile gemacht habe. Die Neutraer Staatsanwaltschaft wurde von seiner Verhaftung verständigt«

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