Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2663 (23.7.1926)
- Date
- 1926-07-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wk, W8 W*»» fJWtWg . liirVni iiiir. *,;■ a,«i, liiti**« * TSdlicher MM beim MotürrMeaiuiug. Gssteru Mch« mittags gegen dreivittt^l ^WWIM^tG^xraining zum Mo Memr Movsmrzert««- 28. Kck im torvadrennen auf dem TkShkskHkaS Mt Fkchrer. der 21jährige Kaufmann Helmut 0 i € B i Q aus DLMsMälch und der 27lährige Elektriker Egon Kala sek. mit großer Wucht zusammen, so d ‘ berdr aus bvm Sattkl PskyleMrt W»d dis bstsen nmt schwer beschädigt wurden. Fiebig blieb Mit einem schweren Bruch des Schädelgrundes bewußtlos liegen; Kalckssk hat Me Wunde an . der rechten Sdirttlse-itt. Fikbia ist aüf ver Kktnik MtlMva seinen : Verletzungen erlegen. * In btt Lonau ertrunken. Aus Schonbühel an der Dona«! wird gemeldet, daß am 19. d. Herr RichaUd Da ewig aus Wien! beim Baden in der Lonau den Tod satt-S. * Die Tragödie in eine« Mariahilfer HM. Wie beachtet, hat der 34jährige Fabrikant Werner Kö t Lh ttIs aus Burschm bei Köln in einem Hoteil in Mariahilf seine Betzleitevitt, nie er als seine Güttin mevdvte, deren Paß jedoch auf den Namen Hantta Vogl lautete, durch einen Revotverschuß getötet und sich selbst dann durch einen zweiten Schuß in die rechte Schläfe. loböttSge^ jährlich verletzt. Er ist gsstern vormittags ssiner Verletzung erlegen. * Bei« Zugsverschieben get-teü Gestern nachmittags wurde am Bahnhof Hütieloorf der Wjährige Verschieber Johann Mischer bei der Arbeit von den PnMtt eines rangierenben Zuges, zwischen die er geraten mar, znsamMNgepretzt. m erlitt eine Zerquetschung des Brustkorbes und verschied noch vor Eintreffen der Rettungsgescllfchaft. * Im Arrest verbrannt. Aus Danzig wird gemeldet: Ein 26 Jahre alter Arbeiter aus Steegen geriet in der Nacht auf Mittwoch mit seiner Frau in Streit uuB wurde von einem Landjäger in Schutzhaft gensttlmen. In der Wachstube fing der Strohsack, auf dem der Verhaftete lag, Feuer, so daß er bei lebe n d i g e m L e i b e v e r b r a u n t e. * Dl« „ärztliche Untersuchung". Bon der Sicherheitsiwache der US mm§ =!1IIS!|!IsI!I!s!IIIsMII=I!!I= ^ünxjiiqnM nnmummiinm!ii!ifinig!!ii3iingi!ii~ dächtiger Weise an ein Mädchen vom ^ande, da« oben mit der Bahn angekommen er dem Mädchen vi Dieustplatz vermitteln, doch urüsie sich ihm, der Arzt sei, untersuchen lassen. Das Mädchen schenkte ihm Glauben und nur durch das Dazwischentreten der Wache wurde die Absicht des Burschen vereitelt. Beim Kommissariat' Alsergrund konnte dem W. ein zweiter ähnlicher Fall nachgewiesen werden. Im Jänner ö. I. hatte er mit ähnlichen Lügen.ein Mädchen voni Lande in ein Hotel auf dem Alsergrund gelockt. Das Zimmer hatte er mit dem Golde des Mädchens bezahlt?Während der „ärztlichen Untersuchung" verging er sich an dem Mädchen. Nachher hätte er bellt Mädchen ein mit ,.Dr. Heinrich Steiner" unterfertigtes ärztliches Zeugnis ausgestellt, das ihre Gasundyeit bestätigte. Unter dem Borwand, für das Mädchen Essen zu holen, halte er sich ans dem Hotel entfernt, nachdem er der Mißbrauchten me letzten 60 Groschen gestoben hatte, und ließ sich nicht wieder blicken. W., der schon im Jahre 1921 wegen Schändung mit sechs Monaten strengen Arrests bestraft ist, wurde gestern dent Landesgericht eingelicfcrt. n‘ Die Einbrecher mit dem Regenschirm. In der Nacht zum 2. d. ist in der Wohnung der Postbeanrtettswitwe Auguste P l e ck a, Feuzlgasse 47, ein Einvruch verübt worden. Die Täter hatten sich auf. das Dach geschlichen, die Ziegel au der betreffenden Stelle entfernt und die Decke dann mit einem Zetttralbohrer än mehreren Stellen durchbohrt. Durch die entstandene Oeffnung hatten sie einen Regenschirm geschoben, ihn aufgespaunt und mit ihm den bei der folgetiden Aroeit herabsallenden Mörtel aufgefangen. Dadurch hatten sie verhütet, daß das Geräusch des Mauerwerkes Hausbewohner aufmerksam mache. Die Einbrecher hatten auch das Loch genau oberhalb des Bsttes gebohrt und so alles vorgekehrt, daß kein Gerätlsch zum Verräter werde. In der Wohnung hatten sie Wäsche und Kleider im Werte von 1600 Schilling erbeutet. Als Täter wurden der Schuhmachergehilfe Michael K o m o r n i k, die Hilfsarbeiter Ludwig Kozwara und Alfred Mayr und der Taschnergehilfe Johann Hickersberger ausgeforscht und ver haftet. Der größte. Teil der Beute wurde in verschiedenen Versatz ämteru sichergestellt, ein Teil in den Wohnungen der Täter versteckt ausgesunden. * Eine Briefmarkensammlung gestohlen. Dem Oberrech nungsrat im Bundeskanzleramt Viktor Ha int sch wurde am 30. d. aus seiner Wohnung, Danhansergasse, eine aus drei Vom den bestehende Europascimmlun.a, bestehend aus 7500 Marken im Werte von 8000 Schilling, gestohlen. * Großer Eisenbahndiebstahl in Polen. Aus Kr »kan, 32. d., wird uns gemeldet: Der Polizeiposten inBierzamoW verständigte gestern die Krakauer Polizei, daß eine verwegene Eisenbahndiebsbande ans dem Lastzug Krakau—Klaj 400 Kilogramm Manufakturballett, die nach -dem Orient bestimmt waren, gestohlen hat. Die Einbrecher konnten entkommen. * Eine nette städtische DienstvermittkuNgssteÜe bei« Rasch- Markt. Mouiag wird die Nene DicnstdermittlNttg der Stabt Wien im Hause Rechte Wienzeile 1 eröffnet werden. Vermittelt werden Hausgehilfinnen und Hausgehilson, BodieNdrinnen, Wäscherinnen, Büglerinnen Nsw. Die Vermittlung ist für die Dienstsuchcnden unentgeltlich. Die DieNstgeber haben die VoM Gemeinderat festgesetzten Gebühren zu entrichten. - * Klassenlotterie. Bei der gestern übgehältöNen Ziehung des zweiten Tages der 2. Klasse gewannen: 20.000 S. das Los Nr. 5t90; je 3000 S. die Lose Nr. 43.002, 49.131, 49.786, 72.657; je 1000 S. die Lose Nr. 2730, 42.808, 67.418, 80.696. Außerdem Wurden 091 Gewinne zwischen 600 und 06 S. ausgelost. * Der Selbstmörder, an der Leine. In ver Nähe von Manchester fanden Spaziergänger am frühen. Morgen eine Wäscheleine, die mit einem Ettlde an der Lehne einer Bank befestigt ivar und von da aus in beit nahen Fluß hing. AnßevdeM 'war ün der gleichen Bank ein Zettet befestigt mit der Inschrift: „Verlieren Sie keine Zeit, ziehen Sie an der Leine, NNv Sie wöwett John Bcatt üus der Glädstonestraße finden." Män folgte der. Aufforderung und zog den SeWstmörder, der sich das andere Ende der Leine um den Leib befestigt hatte, -aus dem Fluß,. * Die amerikanische Einwanderunsskomtnissl-n ilt Warschau. Ans Warschau wird uns geschrieben: Vom Mottat September ab wird int hiesigen ameriknnis-chen Konsulat eine Kommission von amerikaN,chen Aerzten und Beamten unter dem Vorsitz des Konsuls tätig sein, deren Aufgabe es sein wird, dle Emigranten nach Amerika zu kontrollieren, ob sie den sänitären und den allgemeinen Bedutgungen des Einwanderungsgesetzes entsprechen. Die in Warschau kontrollierten Emigranten sind dann be: ' Landung in Amerika jeder wetteren Kontrolle enthoben. der Wieder ein »rohes Mam mit einem r Bei der mit 20. d. stattgefundenen Ziehung der zlvoiten Klasse der 15. Klassenlotterie wurde abermals der erste Haupttreffer mit einem vom Bankhaus Schelhammer u. Schattsra, Wien, 1. Bez., Stephansplatz 11, in acht Achtelanteilen verkauften Lose gewonnen, und zwar diesmal mit dex Nummer 39.636, während bei der Ziehung der Bovklasse es das ebenfalls vom Bank- Hause Schelhammer u. Schattera verkaufte Los Nr. 7166 war, welches mit dem Haupttreffer. gezogen wurde. Re Lase der Amte ta 8m Israel. . Bon Dr. A. Strsmwasier (Tsl-Awiw). Die „Gisntt Morgenzsitung" veröffentlichte ,.Lofe TagcSuMätter von einer Palaftinaretse" von Dr. Äl-stM L ü w v, darunter (in der Ausagve vom 13. Juni IM iftte Betrachtung über die AerKe in PakäMa. Der Autor ves nachstehenden Artikels ergänzt jette Ausführungen des Herrn Dr. Alfrsd LSwy, in der Befvkgnis, daß sie den weiteren Zuzug von Aerzten anregen könnten, weil Dr. Löwy von Seit bevorstehenden neuen großen Aufbauwerken spricht. Wir erinnern aber daran, vatz auch Doktor Mwy fsststellkS, Palästina sei gegenwärtig mit Aerzten saturiert. Die in Aussicht gestellten Arbeiten in der Umgegend von JerttsSkeNi, Jaffa, Haifa, im Akkogebiet u.fw. sind wohl Gegenstand eines großen BesteblnNgsptanes, werden aber in absehbarer Zeit käunt noch greifbare Formen annehmen können, da die bedöutenSen, hierzu Uotwettdigen Kapitalien zunächst noch ausstehen. Ochtzt den Fall, diese Pläne ließen sich in den nächsten Jahren verwirMchsn, dann würden die neuen Arbeiten eine große Zahl von jüdischen Arbeitern absorbieren, die aus den Städten, besonders Tel-Awiw, wo ArbeitÄostgkett besteht, in die-se Punkte abströmen könnten. Dadurch wstrden die Aerzte in Tel-Awiw, deren Zahl 170 bereits überschritten hat und ständig im Wachsen ist, emen nicht unbedsuteniden Teil' ihrer Klientel verlieren. Die Arbeiter in den neuen Sisvlungspunkten, die durchaus der Kupath- Lyölim angehören, würden entweder einer nahe gelegenen jüdischen Siedlung mit einem Kupath-Cholim- oder Hadassaarzt angeschtossen werden oder eventuell einen neuen Arzt bekommen, der aus dem reichlich versorgten Acrztereservoir in Tel-Awiw dorthin abgehen würde. Sind dann die Kolonien zur Besiedlung ferttMstellt, dürfte dort — wie in Herzlia und Afnle, die tm letzten Jahre entstanden sind — ein von der Hadassa oder Knpath- Eholim angestellter Arzt Beschäftigung finden, für einen frei praktizierenden jedoch noch lange kein Platz vorhanden sein. Bon den etwa 420 jüdischen Aerzten im Lande sind (nach dem Stande von 1, Jänner 1926) 70 in der Hadassa und 46 in der Kupath-Cholim beschäftigt. Die Aerzte der Kupath-Cholim ziehen 16.000 Mitglieder an sich, die mit den Familien etwa die doppelte Zahl ansmachen, d. i. etwa 32.000 bis 36.000. Eine ebenso große Zahl dürfte die Ha«dassa aufnehnten. Das macht beinahe die Halste der jüdischen Bevölkerung von Palästina aus. Eingeweihte behaupten, daß mehr als 60 Prozent der Juden in der Hadassa und Kupath-Cholim behandelt werden. Trotzdem kann man die* Zahl der Aerzte in diesen Jnstitutto-Nen infolge Mangels an Geldmitteln nicht erhöhen. (Es werden bloß vorübergehend einige Aerzte für die Eptdemien in den Sommermonaten zugezogen und nach drei bis vier Monaten entlassen.) F ü r -d i e übrigen 60.000 b i s 7O.O0Ö jüdischen Einwohner stehen somit etwa 300 j ü b ische A er z t e z u t B c rf ü g u n g, hiervon in Te-lAwiw allein ungefähr 125 frei Praktizierende, auf eine Bevölkevungszühl von 35.000 Einwohnern, von welchen 10.060 auf die KNPath- Cholim und beinahe ebensoviele auf die Hadassa entfällt; es kommt somit ein frei praktizierender Arzt auf e t w a 150 K ö p f e. Tatsache ist. daß fast die Hälfte der Aerzte in Ttl-Awiw durch ihre Praxis das Existenzminimum kaum auf bringen und die andere Hälfte, mit Ausnahme einer kleinen An zalll, NM ihre Existenz schwer kämpfen müssen. So oft ein Konkurs auf eine Stelle der Hadassa oder Kupath-Cholim ausgeschrieben wird, ist der Andrang der Gesuche gewaltig. Infolge des schweren Konkurrenzkampfes ist es den meisten Aerzten nicht möglich, das Honorar auf einer nur halbwegs annehmbaren Höhe zu halten, und die Unterbietung nitnmt oft sehr unangenehme Formen an. In den meisten Fällen kann keinem Arzt daraus ein Vorwurf gemacht werden, well die Zahlungs fähigksit des Publikums tatsächlich sehr stark herabgeMindevt ist und kein Hilfesuchender abgowiesen werden darf. Tatsächlich verlassen trotz dieser mißlichen Lage nur sehr wenig Aerzte daS Land, weil die allgemeitte HoffNüngsfreudigkeit, die tvnch in den schwersten Situationen den ganzen Jischuw im Bann Wt, sich auch auf die Aerzte erstreckt und ihren Mut nicht sinken läßt. „ Die in Wien beftehende Organisation jüdischer Aerzte müßte in einem engeren Kontakt mit der Histadrnth hazofaith haiwrit (Aerzteorganisation) in Erez Israel treten und sich vbn Zeit zü Zeit über die Situation informieren lässeu. Durch periodische Notizen in der Presse (Zum Beispiel in der wöchentlichen medizinischen Rubrik der „Wiener MorgsnzeituUg") könnte die OeffeNtlichkeit über die jeweilige Lage authentische Berichte erhalten. - Unbekannte Einrrlbeite» aus David Frischmanns Zum vierten Todestag de8 hebräischen Schriftstellers David F r i s ch m a tt tt veröffentlicht A. Alperin im Warschauer „Hajnt" einige bisher unbekannte interessante Daten ans dem Leben Frischmanus. Wir bringen zwei besonders bemerkenswerte Details: Als noch David F r i s ch ttt a tt n ein junger Knabe war, siedelte sich in Z g i e r z ein geivisser Abraham Jakob Weizenfeld an, der Führer der Krakauer Müskilim, ein Schüler Rabbi Salomon Leob Stappaports und ein Freund von Rabbi Jizchak Mieses. Sein Haus in Zgierz wurde bald zum Treffpunkt aller Ortsgelehrten. Sein Haus besuchten alle Bachnrim der Stadt und hoffmnt'gsvolle Kostgänger. Man las hier den „Magid" und führte lange Debatten. Weizenfeld Pflegte auch der Batcr Frischmanns, Saul, zn besuchen. Weizenfeld hat auch Saul Frischmann beeinflußt, daß er seinen Sohn im Geiste der HaSkalah erziehe und ihn in ^erster Linie hebräisch unterrichten lasse. In Zgierz war es aber nicht leicht, Hebräisch zu lernen. Es gab keine hebräischen Lehrer und keine hebräischen Schüler. Saul Frischmann übersiedekte daru« nach Lodz und engagierte als hebräischen Lehrer für skltten Sohn den akttzn Maskik Chaim G o l d st e i n aus P e t r >i ka u. Chaim Goldstein war ein zu jener Zeit bekannter hebräischer Schriftsteller, der u. a. eine NebersetzUNg einer polnischen Bomankeihe über Rittaldo RiNaldini herausgab. Unter dem Einfluß seiNsS Lthttrs hat. der acht- bis neunjährige David Frischmann selbst auch Lust zum Schreiben bekommen. Seine ersten Versuche zeigte Frischmann seinem Lehrer und dem Freund seines VatttS Weizenfeld in Zgierz. Beide lobten die ersten Arbeiten und ermunterten ihn, Mut zu weiteren Arbeiten zu haben. Auch Abraham Jakob Weizenfeld, neben seinem Lehrer Golvstetn Frischmanns Jugendführer, figuriert in Ver Geschichte unserer Literatur: Im Jahre 1900 erschien in Krakau ein Buch, ,-Briefwechsel zwischen Abraham Jakob. Weizenfeld und R a p p a p o r k, Mieses, Keller, Zweifel, M e n d e l s o h n u. v. <t., ein Kapitel zur Geschichte der Krakauer Haskalah". * Äks Frischmann schon zirka 18 Jahre alt war und sein ekstes hebräisches Lied „Cs gibt eine Hoffnung" in Gottlovers Zeitschrift abgedruckt wurde, beschäftigte er sich zusammen mit seitrem Vater mit Textilgeschästeß. Sein Vater besaß schon damals in Lodz eine Tuchfabrik. Der Geschäftsgang war aber sehr schlecht und Saul Frischmann wurde damals wie viele andere Lodger Kauflente bankrott. Cr liquidierte aber nicht fein Geschäft, sondern änderte nur die Firma. Jetzt hieß es: „David F r i s ch M a n n". Sv wurde Frischmann über Nacht ein Lodzer Fabrikant, stellte Wechsel aus, trug selbst Pakete, mit einem Wort — er war ein Kaufmann. Interessant ist folgende Einzelheit: Als Frischmann sich einmal in Geldnöten befand, sandte er einen Boten zu seitz^m Jugendfreund und angeschenen Bürger von Zgierz!?Äachar Schwarz mit der Bitte, der Freund möge ihm drei Wechsel auf 500 Olubel „aus Freundschaft" unterschreiben. Der Bote kam u.tvcrrtchteter Dinge zurück. .Jsachar Schwarz war zwar Frischmauns guter Freund, aber Wechsel auf 500 Rubel wollte er doch '.!cht unterschreiben, besonders da er Frifchmanns kaufmännisches Talent nicht gut kannte. Frischnwnn ließ sich aber nicht abschrccken. Als Literat schrieb er an seinen alten Freund gleich i' nen langen Brief, in dem er seiner Verwunderung Ausdruck gab, daß Jsachar Schwarz bft modernsten kaufmännischen Methoden gar nicht kenne, denn heute unterschreibt jeder Wechsel „aus Fretu'dschaft". Das sei hier in Lodzallgemeiner Gebrauch und er, Jsachar Schwarz, möge sich modernisieren. Obwohl also Frischmann ein so gewiegter Kaufmann war, wollten die Geschäfte doch nicht nach dem Schnür! gehen. Frischmann mußte schließlich doch sein Geschäft aufgeben und begann seine'häufigen Reisen nach Warschau, wo er eine anständige Profession suchte. Hier kam er aber schon in die Gesellschaft jüdischer Literaten, wie Selig Stvnimski, Jsachar Beer Horowitz, A. S. F r i e d b e r g und den Zensor der jüdischen Bücher und Verleger Sachs. Sein erstes literarisches Verdienst war eine hebräische Uebersetzung von Bern st eins naturwisienschaftlichen Werken. Der Verleger Sachs hatte sie bei Frischmann bestellt und gab sie auch später heraus. Damit endete Fvischmanns ,-Karriere" als Lodzer Textil« kaufmann... Sokolows Schwiegertochter — Dekegier-te der polnischen Regierung. Frau Janina S o k o l o w, die Schwiegertochter des Präsidenten der Zionistischen Exekutive, Rahum So ko low, Publizistin und Korrespondentin der -^International NMS", wurde' von dem pvittlscheu Cmigrativusdienst nach Ptilastinä als Aufseherin der polnischen Emigranten delegiert. Frar Sokolow begibt sich heute von Konstanza nach Palästina. 25jähriges Jubiläum des „Jewifh Moi/Nrng Journal". Eine der verbreitetsten und cinftußrcichsten jiddischen Tageszeitungen New-Aorks, das „Jewish Motning Journal", koMte in diesen Tagen auf ein 25jahriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß erschien eine Festnummer des Blattes, die darstellt, wie die Entwicklung der Zeitung mit dem Aufschwung des amerikanischen Judentums Hand in Hand ging. (I. T. A.) Einberufung des Kongresses der Judenschaft Südüfrikas. - Die Exekutive des Verbandes der südafrikanischen Juden hat den Kongreß der südafrikanischen Jndenschast für den 10. Oktober dieses Jahres einbertlsett. Auf dem Kongreß werden alle jüdischen Gemeinden des Landes vertreten sein. (I. T. A.) Zur Geschichte der jüdischen Presse^ In der von 1>er Universttätsbibliochek Jerusalem BiertetH''"''"'^^itL l bliogra Ziffern, isbibliothek Jerttsalem herausgegebenen bibliographischen jahrsschrift ,,K t r j a th. S e p h e r" veröffentlicht der BipH M. Prob st eine Geschichte der jüdischen Presse in umfassend deu Zeitraum von 1667 bis 1920. Im Jahre l)ie erste hebräische Zeitung erschien 1760 unter dem Rauten „Kehiltath mussar" (Sittliche Gemeinde) in Berlin unter der Redaktion von Moses' Mendelsohn. Bon dieser Zcitunig ist kein einziges Exemplar erhalten worden. Im ganzen erschienen in der Zeit von 1667 bis 1920 3477 jüdische Zeitschriften, unter ihuen 1199 in jüdischer, 547 in englischer, 518 in deutscher, 447 in ""cher, 220 in russischer, 107 in französischer, 105 itt spauiowiro im nächsten Jahre in der Realschule eine achte Klasse öffnet werden. — Bisher hatte die Haifaer Realschule, wie "sterreichischen, bloß sieben Jahrgänge. Zur Bertiefi anzung dos^ Lehrganges wurde nun an diese ule tut achter Jahrgang hmzugefügt. erttle, wie die nng und Erhebräischen Real-