Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2663 (23.7.1926)
- Date
- 1926-07-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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DM i - «», gettag. 9Hiw K d«M Me «Mgste Skvtzstatzt Turopstz. Ltt LageSMtttt ßims chübsch eingerichteten Zimmers in einem Hotel der Inneren Stadt beträgt 20 bis 30 Franken. AdgÄtzW und Bedienung inbegriffen. in den foWsnaVlen Hotels im Mertel der Avenue des Ehamps Elysees sind Zimmer für 60 bis 70 Franken täglich zu finden- Die Verköstigung ist in- Paris, wenn man die Luxus- -resmurants, deren Preise ans die Portefeuilles der Amerikaner und Engländer berechnet sind, vermeidet, geradezu erstaunlich billig. Wer die eleganten Restaurants, in denen ntan a la tarte speist, vorzieht, wird mit 15 Franken reichlich sein Auskommen finden. Im Cafe de la paix, diesem großen Luxuscafe gegenüber der Oper, werden 3 Franken für eine Tafte Kaffee verlangt. In den kleinen Kafeehäusern der Boulevards, den sogenanntenn Vars, zahlt man für dasselbe Vergnügen 1 Franken. Tine große Portion Eis kostet Pas Doppelte. Ein Besuch in den Warenhäusern überzeugt den Ausländer, daß Man nirgends so billig wie in Paris cinkaufen kann. Wohl sind die Preise seit der Frankenkatastrophe gestiegen, die Erhöhung steht jedoch in keinem Verhältnis zum ^tnrz der französischen Währung, zumal die täglichen Schwankungen auf den Warenmarkt überhaupt keinen Einfluß haben. Für 123 bis 150 Franken erhält Man Luxusschuhe. Ein fertiger Anzug aus gutem Stoff stellt sich auf 600 bis 700 Franken. Für die Bagatelle von 1000 Franken kann man bereits bei einem vorzüglichen Schneider arbeiten lassen. Ein Iilzhut guter Qualität kosrcr 60 Franken, ein Zephirhemd 15, eine schöne Seidenkrawatte 20 Frarrken. In den großen Revuebühnen sind für 25 bis 30 Franken gute Parterresitze zu erhalten. In den dramatischen Theatern wie Comedie Franoaise und Odeon sind die Sitze noch wohlfeiler. Die Untergrundbahn hat von dem Fraukensturz noch keine Kenntnis genommen. Man fährt erster Klaffe für?5 Centimes und zweiter für 80 Centimes. Hitlers SerlchlraffSktn. Der Hakenkreuzrummel fm Abflauen. Adolf Hitlers Stern ist im Erblassen und im Niedergang, die von ihm angezettelte und von seinem späteren erbitterten Widersacher Kahr grohgezogene und verhätschelte „Volksbewegung" erschrecklich im Rückgaug. Die Reihen um ihn lichten sich immer mehr und mehr, seine ehemaligen besten Freunde sind heute seine schärfsten Gegner, und es ist bereits so weit gekommen, daß sie -ihn vor den Kadi zitieren und gegen ihn Beleidigungsklagen anhängig machen! Er eckpfindet das natürlich als Undank und schwärzesten Verrat an seiner Sache, noch mehr aber an seiner Person, die für ihn noch immer der Mittelpunkt der Welt ist. ' Als sich nämlich seinerzeit im bayrischen Landtag der Völkische Block gebildet hatte, veröffentlichte Hitler in seinem „Völkischen Beobachter" einen Aufruf, in dem die Mitglieder des Völkischen Blocks als „Angehörige einer ganzen Schwätzerbude" bezeichnet wurden. Und es prasselten Beschimpfungen und Verdächtigungen über die Abtrünnigen nieder, wie sie eben Hitlers Art ist. „Stänkererklub und Verrätergesindel" waren noch die mildesten Ausdrücke. - Die Folge des Aufrufes war auch die am gleichen Lage veranlaß te Sprengung der von Rebentlow und Graese einberufenen Versammlung in München. ' Der Völkische Block hat nun gegen Hitler eine Klage wegen Ehrenbeleidigung angestrengt, die im Amtsgericht An unter Vorsitz des Amtsgerichtsdirektors Franck verhandelt wurde. Es ist da viel schmutzige Wasche gewaschen worden, und Hitler ist daraus ziemlich lädiert hervorgegangen. Eine Verurteilung ist freilich noch nicht erfolgt, denn die Verhandlung mußt« abgebrochen und vertagt werden. Hitler hatte nämlich dem Gericht einen mächtigen Schriftsatz überreicht und die Ladung von 50 Zeugen -beantragt. So viele braucht er, um der Welt zu beweisen, wie überaus wichtig ein Hitler ist. Aber e8 ist kaum anzunehmen, daß diese 60 Zeugen den argen Eindruck verwischen werden, den dieser eine nicht zu Ende geführte Berhandlungstag gemacht hat. In bombastischen Worten, schreiend Md heftig gestikulierend, erklärte Hitler, der Riß in der von ihm ins Leben gerufenen Partei sei während seiner Festungshaft in Landsberg entstanden. Als er dann aus der Haft entlassen worden war, habe er sich davon überzeugt, daß einige ehrgeizige Elemente daran waren, die Führerschaft, die doch ausschließlich mtr ihm gehörte und an seine Person gebunden war, an sich zu reißen, uüd so sei der Bruch, trotz der mit Handschlag besiegelten Versöhnung, unüberbrückbar geworden. Am Meisten mußte es ihn empören, daß die Abgeordneten. die auf seinen Namen gewählt worden sind, ihn dann schmählich verraten haben. Dberlandesgerichtsrat Doerfler, einer der Kläger, erwiderte trocken, er sei in der Lage, Hitler eine Unzahl Lügen nachzuweisen. Im übrigen sei es Nicht wahr, daß die Abgeordneten auf den Namen Hitler verpflichtet worden seien. Als Kuriosum erfuhr man auch, daß Esser, einst unter Hitlers Getreuen der Allergetreueste, sich der „Frankfurter Zeitung" angeboteu habe, „Enthüllungen aus der völkischen Hitler-Bewegung" zu liefern. Hitler hat ihn später ans der Partei hinausgeworfen. Doch Essers „Hitler-Treue" will gar nichts gegen Hitler selbst besagen, denn Doerfler teilte schließlich noch mit, Hitler habe sich dem Ministerpräsidenten Doktor Held für die bayrische Volkspartei angeboten. Das ist natürlich ein starkes Stück, denn bekanntlich ist die bayrische Volkspartei die cnragrerteste Gegnerin Hitlers, und gerade Dr. Held ist es zu danken, daß endlich Hitlers wüstem Treiben ein energische- Ziel gesetzt worden ist. Bei dieser Mitteilung Doerflers fuhr Hitler wie besessen auf und schlug mit der Faust in den Tisch, Doerfler der Lüge zeihend. Aber Doerfler blieb dabei und gab schließlich die Erklärung ab. er sei auSdrückltch vom Ministerpräsident e n D r. Held autorisiert, diese Tatsache dem Gerichte mitzuteilen. Damit ist der Bb^-ur Adolf HMer für alle Zeiten gerichtetm iftitfiftffltteft« Mtktdlwg Echt« bet Drechslet, b« wehmutsvoll eiititftdnb, daß Mt nächsten Wahlen bet Partei das Debakel bringen werden. Sie ist in rapider AuflSfung. Hitler beginnt fetttttft «ne komische Figur zu werden. ri« Magdeburg« MokdaffSre. K» Berlin, 82. Juli. Aus Magdeburg berichtsk der Korrespondent der „Deutschen Allgem. Zeitung": Heute n«W sind drei weitere Verhaftungen in der Magdeburger Mvrdangklegeicheit erfolgt. Namen sind noch nicht zu erfahren. FttNtt hören wir, daß der Angeklagte Schrofier eine sensä!iö- Nelle Aussage gemacht hat. Es sei vön vornherein vätau erinnert, daß Schröder als durchaus unzuverlässig itt seinen Aussagen zu gelten hat. Er hat auch st ine NüSsügen itt diesem Prozeß schon zu häufig gewechselt. Rur unter o l e* icm Vorbehalt geben wir wieder, was wir ud-r seine Neuen angeblichen Geständnisse hören. Schröder hat angegeben, daß in den Ko ttsula tsr äü m t\\ einet auswärtigen Macht fite Hauptplänc zur Ermordung des Helling ausgeheckt worden seien, und zwar in Gegenlvart der Hauptbeamten des Konsulats, ferner des Haas sowie eines anderen, noch nicht mit Ramen genannten Mannes. Der KorrespoMt des „Berliner Tageblattes" berichtet: Das Ergebnis der Konferenz beim Obeipräsidenten Hörsing hat festgestellt, daß der Untersuchungsrichter beim Landgericht Magdeburg, Dr. Kolling, seinen Widerstand gegen die Mitarbeit des Berliner Krimtnalkommissärs Butzdorf aufgcgcben hot. Kriminalkommissar Bußdorf wird von nun att gemeinsam mit dem Magdeburger Kriminalkommissar Tenholt die Angelegenheit leiten. Der Doppelgänger Haas' festgestellt. BeMn, 22. Juli. Nach einer Magdeburger Meldung soll es sich bei dem Doppelgänger, auf den Schröder vor einigen Tagen bei seiner Konfrontierung mit Ruwlf Haas hingewiesen hat, um den Magdeburger Direktionsvertreter der Berlin-Stuttgarter Versicherungsgesellschaft handeln, der am 23. Februar 1926 mit einem Auto in Groß-Rvttmerslebsn gewesen sei, und den dort wohnhaften Schröder, der sich bei dieser Gesellschaft um einen Posten beworben hatte, einen Besuch gemacht habe. Der Bersicherungsdirektor sehe Haas bis auf die Glatze, fiie aber bei Besuch durch eine Lederkappe verdeckt gewesen sei, sprechend ähnlich. Der VersicherungSdirektor fei bereit, seinen Besuch bei Schröder zu beeiden. -Wer «ad Khanffrnr. Warschau, 21. JuA. Bor dem hiesigen MMävgericht begann der Prozeß gegen Hwuptmann Powlikowski, der während etines nächtlichen Streikes aus der Polizei den Chauffeur Stroschka unvermittelt erschossen hat. Der Angeklagte ist Deru-fsofftzier, in Rußland im Jahre 1896 geboren. Am kultischen Tage war der Hauptmvnn bei seinem Vorgesetzten, Oberst K a r- Pinski, zu Mittag geladen, wo selbstverständlich Wein getrunken wurde. Beide Offi-iere bummelten noch bis zum Abend. Nach dem Nachtmahl im Hotel Empire verließ Haupmann Pawlikowski in Gesellschaft des Ehepaares. Konarski das Hotel. Pawttkowski unterhielt sich üben auf der Straße mit der Gattin des HauptmannS Konarski, als ein Auto dahergesaust kam und die beiden streifte. Es kam zu einer Kontwvevse zwischen dem Chauffeur und den Offizieren, KonarSkt versetzte dem Chauffeur eine Ohrfeige. Hevbeigerufene Polizisten führten die ganze Gesellschaft aufs Kommissariat.- Dort Um es zwischen dem Chalif» fenr und Pawlikowski zu einem neuerlichen Wortwechsel, bei dem der Chauffeur dem Hauptmann „Lausbub" zugerufen hak. Der Hauptmann zog den Revolver und erschoß den Chauffeur. Der Angeklagte bedauert die Tat, die er sich nur durch ein übertriebenes Ehrgefühl und durch seinen. leichten Rausch erklären Sann. In geheimer Sitzung kommt ein Vorfall zwischen dem Angeklagten und seinem gewesenen Vorgesetzten, General Zagorski, zur Sprache, den Pawlikowski „österreichischer Spion" genannt hat. Nach Wiederaufnahme der öffentlichen Verhandlung wird das Zeugenvechör ausgenommen. Die Gattin des Hauptmanncs Konarski sagt aus, daß Pawlikowski an jenem Abend angeheitert war. Sehr belastend sind die Aussagen des Ehepaares R eddinge r, der Insassen des Autos. Der Ingenieur und,seine Gattin fanden das Benehmen Pawlikowskis herausfordernd und „strolchartig". Rach der Tat zündete sich der Hauptmann eine Zigarette an und fragte nach seinem Hut. Die VevhaMung wird morgen beendet. Ruk'anv kätscht ein Interview für Amerika. K. New-Uork, 22. Juli. Eine Depesche von Dr. Rose n, dem Joint-B«rtreter in Ülußland. stellt lest, daß d i e a m t 1 t d) e Telegraphenagenturder Sowjetreaierung ein f a lsches Interview mit ihm veröffentlicht habe. In diesem Interview wurde Dr. Noten die Behauviuug zugelchrieben, die amerikanischen Juden hätten sich überzeugt, daß dieJNdöttf r a g e t tt R u ß l a n d g e l ö st sei und daß sie k e i n e r l t i I n t e r e s s e u n d S y m p a t h t e f ü r P a l ä st! n a empfänden. Das Interb ew ist gefälscht. Dr. Ro'en hat n i em a n d e m gegenüber Atu erungen vieles Inhalts gemacht. Der englische Bergarbetterstrelk. London, 22. Juli. Aus Warwickshire wird gemeldet, daß i655Bergarbtiter heute die Arbeit wieder ausgenommen haben. Von den 20.000 Arbeitern des Bergreviers von Warwickshire sind nunmehr 7049 wieder zur Arbeit erschienen. , Sieg einer Laboukadgeordnrten in England. London, 22. Juli. Bei der Nachwahl in Wall send wurde Miß, Margaret Bond s i e l d (Arbetteipartet) gewählt. Auf den konservativen Gegenkandidaten entfiel nur etwas mehr als die Hälfte ihrer Stimmeittmzabl. Durch die Wahl Bonbfielvs ist die Zahl der weiblichen Mitglieder im Unterhaununmehr ans f e ch s gestiegen M m IM M. MS «ne mftüittlte wich« bei «ndaprst an- «»schwemmt. Das Opfer WimpassingeM Aus Süfcöitfft, 22. v., kvick bedichtet: Bei vsr GöNreiude Szaszhalomhatta ,n der Nähe der Hauptstadt wurde eine gräßlich zerstückelte Frauenletche aus der Donau gezogen. Der FüNd befttttd sich in ANeM verschlossenen Korb und bestanv aus MM weiblichen Rumpf und beiden Obetsäirnkeln. Di« übrigen KSrpertMe fehlten. Die ZeMcklungsarbeiten zeigen nach Ansicht der Polizsiärzte eine gewisse Sachkenntnis. Möglicherweise handelt «8 sich um Rsstt der Leiche der Gattin Wimpassin^ gers, di« hier «ngsschweMNt wurden. Abends wird un« aus Budapest telephoniert: Ueber die aus der Donau gezogene Leiche steht dis jetzt noch immer nicht endgÜIttg fest, ob dieselbe eine Männer- oder Frauenleiche ist. Die Gutachten der Privatärzte, die die Leiche bisher untersucht haben, gehen auseinander. Die Oberftadthauptmannlschaft hat nun angeordnet, daß die Leiche nach Budapest gebracht und de'^ anatvMschen Institut zur Untersuchung übergeben werde. Leibrentemmswektnng nnd Keinrentnerkrage. Cin neues LeibrenteuMep. — Straße^eMonsttationen der Klein. rentner. Im Parlament tagte gestern der Kleinrentnerausschuh. Mtnifterialvat Skrobanek unterbreitete «inen Retzterungs. entwuvf für ein Leibrentengesetz. Dieser besagt unter arNwrem: Die M i nd«stg r e nz e für die Aufwertung von Leibrenten wird mit 300 Friedenskronen festgesetzt. Leibreütner, die bei kleinen Derstcherungsgeselbschaften versichert waren, verlieren jeden Anspruch auf eine Aufwertung ihrer Renten, wenn sie noch erhebliche und entbehrliche Vermögenswerte besitzen, wenn sie eine Pfründe oder eine Unfallsrente haben. Der Rentenbezug ist aber auch ausgeschlossen, wenn Rentner untechaltspfltchtige Kinder oder Eltern haben. Die bereits fälligen Renten werden gestrichen, sekbst wenn sie geoichtlicho Geltung haben. Bei Renten bis zu 1200 Friedenskronen ist das ZweitauiseUdfache des RemüvttteS auSzu-vlezahleii. Von den weiteren 600 FriedenSkronen ist dar EtntauftndfünshunSertfache und von den wetteren 800 Kwnen das Tausendfach« auSzuvezahlen. Bon dem Betrage, der 2400 Frisdenskronen übersteigt, ist das Fünfhundert-fache aussudszahlen. Die Gssellschaften haben das Zwethundertfünzigfache der in ihren Bilanzen ausgewiesenen Leibrentensnmmeu in den Fonds zu bezahle«, was einer MeinhalbproMtigen Valorisierung ihres Leibrentenstandes gleichkommt. Für alle anderen Berfich«' rungsarten, für Lebensversicherungen usiv., gilt der Grundsatz „Krone i st Krone". Die Abgeordneten nahmen diesen Entwurf zur Berichterstattung an ihre KlnbS entgegen. In einer gestern abends in der Volkshalle des Rathauses abgehaltenen Kleinrentnervevsammlung wurde dieser Regievungsentwurf abfällig kvitisiert, der nur den Interessen der Versicherung Sgösellschaften entspreche. Rach der Versammlung zogen di« Kletuventner beiderlei Geschlechtes über die Ringstraße ab. Beim Parlament staute sich die Menge. Es Um zu stürmischen Kundgebungen gegen die Regierung« Die erbitterten Leute wollten nicht vom Platze Weichen. Der gantze Verkehr stockte. Es wurden Rufe laut: „Nieder mit der Regierung! Nieder mit den Bankräubern! Heraus , mit den 600 Milliarden der Zentralbank! Nieder mit dem Schandgesetz!" Den Ordnern gelang es endlich, die erregt« Meng« dazu zu bringen, ihren Marsch, fortzusetzön. Auf dem Schillerplatz wiederholten sich dieselben Szenen. Schließlich zerstreuten sich die Kleinrentner, nachdem sie einige Ansprachen ihrer Führer angehört hatten. Kompromiß in der ArSeitslosenfrage. Gestern vormittags fanden zwischen Bundeskanzler Doktor R a m e k und den Ministern Dr. R e s ch und K o l l M a n n sinerseits und den Vertretern der sozialdemokratischen Partei andererseits VevhaNdbungeN über die Neuregelung der Arbeitslosenfürsorge statt. Die Regierung untevbrsitete einen neuen Vorschlag, über den man sich nach längeren Verhandlungen im wesentlichen einigte. Die Verhandlungen über die Frage der Deckung der Kosten der Avbeitslosenfüvsorge wurden ztveckS Neuformulierung der Bestimmungen auf beute vertagt. Da nicht anzunehmen ist, daß die Sozialdemokrüten ihr« Forderung, kein Arbeitsloser dürfe seine Unterstützung verlieren und die Unterstützung dürfe nicht eingsschränkt werden, fallen gelassen haben, so wird wohl die Regierung ttachgegeben haben. Di« Kostendeckung ist ein« ziemlich kompllz-ierte Sache und wird kaum rasch entschieden werden können. Aus diesem Grunde wird wahrscheinlich das geltende Gesetz zumindest über die Dauer der Parlamentferien verlängert werden müsseit. ' Wien, 23. Juli. * Das Wetter. Das Schlechtwetter hat auch gestern ange. Halter:. Die Temperatur war nrerklich abgekühlt und zeitweise regnet« es. Dle Voraussage lautet: Vorwiegend trüb, zeitweise Regen, kühl, später veränderliches Wetter. * Zum Tod unseres Kollegen Dr. Ma^ Rosrnberg schreibt uNsStadtrat Dr. T. Kahn er ans Ezeruowip: „Er war einer rrnserer Bosten. Bei seinem letzten Besuch in Czeruowitz eutrvickejre er noch Zukunftspläne unfo sprach auch mit großer Wärme von der „Wiener Morüenzeitnug". Nehrnen Oie zu dem schweren Verlust Uwin tiefgefühltes Beileid entgegen." * Selbstmorde. Borgestorn hat sich der -42jährige Bäckermeister Ltidwig Teichmann, Trenstraße 15, in seiner Wohnung durch zwei RevolverschÜsse in dort Kopf lebensgefährlich verletzr Und -ist npch in der Nacht seinen Berletziurgen erlegen. Krankheit ist das Motiv der Tat gewesen. Am 21. d. wurde Unterhalb der Schlachhausbrücko die Leiche eines Ma-dchenö aus dem Donankanal gezogen. Sie ist nunmehr als die der 31jährigen frtvaten Malt Maschek erkannt worden, die sich vor eluigen agen aus der Wohnung, Favoritenstraße 28, wegen Krankheit mit Selbstmordabsichterl entfernt hat. — Gestern hat sich die!8jähvigs Hilfsarbeilerin Emilie Kadlitz, Triesterstraße wohnhaft, in einen Zieaelteich bei » der Triesterstraße gestürzt und konitt« nur mchr als Leichs geborgen wevvew