Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2662 (22.7.1926)
- Date
- 1926-07-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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SeSe 2 Men, DsnnerSW ÜSHettt« Morsenzettuns SS. gat 1 m Nr. S88S Serweadm» der Spende Bernhard Sa»»». N.M Pstm- Pr Notstandsarbeiten. Wie «is Ienrsalem unter dem 14. d. gemeldet tvivd, soll Her größte Teil der ScherÄung des Herrn Bernard Baron aus Hove (England) an den Keren Hajessod — die Zustimmung des Gebers vorausgesetzt — fiit eine erweiterte Tätigkeit des Arbeitsdepartements der Zionistischen Palästinaexekutive Verwendung finden. Etwa 20.000 Pfund hat man für Anleihen an Genwindevertvaltungen und andere jüdische Organisationen bestimmt, die damit sofort öffentliche und Notstandsarbeiten beginnen urch eine größtmögliche Anzahl von Arbeitern beschäftigen werden. Sk Subvention für dar hebrRsche Schulwerk. Wir haben gestern eine Meldung der I. T. A. veröffentlicht, dcrzufolge die Palästinaregierung in diesem Schuljahre dem hebräischen Schulwesen eine Subvention von 125.000 Pfund zuwenden werde. Wie uns min hiekAi mitgeterlt wird, ist die Ziffer auf 12.500 Pfund zu reduzieren. Die Zionistische Organisation hat wiÄ>erholt wegen der Unzulänglichkeit der Staatsunterstützung für das hebräische Schulwesen Klage geführt. In dem Memorandum an die Mandatskommission wurde darauf hingewiefen, daß das Budget für die hebräischen Schulen 1925-26 136.976 Pfund betrug, zu welchen: der Keren Hajessod 70.000 Pfund beisteuerte, während der Regierungsbeitrag bloß 2664 Pfund ausmacht c. Große WechseWschungen i« Lodz. &>&3, 18. Juli. Hier ist eine große WeöMfälischerafsare entdeckt worden. Es wurden Wechsel der Firnra Karl T. B u l e gefälscht und die Unterschriften so täuschend ähnlich nachgeahnü, daß die Unterscheidung von den echten sehr schwer Mt. Eine ganze organisierte Bande beschäftigte sich mit dem Wechselfälschen. Die .Hauptanführer der Fälschergesellschaft, Kowalski lind Iakubowicz, sind verschwunden. Die Fälschungen sind schon im April begangen worden. Kowalski pflegte die Wechsel n:it zwei bis drei Monaten zu befristen. Die Bande hat auch Wechsel der Didzewer Manufaktur, der Firmen Adolf Taube, Edler nnd vieler anderer gefälscht und in Umlauf gefetzt. Die Wechsel wurden in den Bankhäusern Stern, Bornstein, Rosenberg, Grünbaum und anderen cskomptiert. Jeder Wechsel war mit sieben oder acht falschen Girounterschriften^ versehen. Kowalski hat geahnt, daß man ihn einmal entdecken wird und hat schon am 8. Mai sein ganzes Vermögen auf den Namen feiner Gattin überschrieben. Echreclensszenen bei einem Leichenbegängnis. Die scheu gewordenen Pferde rasen in die TmMrgvmeinde. Prag, 21. Juli. Ein Leichenbegängnis, das heute auf dem Prager FrieHof in Straßnitz stattfand, nahm ein tragisches Ende. Auf dem Wege zum Friedhof wurden die Pferde scheu und rannten in die Leute. In der entstandenen Panik wurden acht Personen niedergetreten und schwer v e r l e tz t. E i n e Person ist an > en erlittenen Verletzungen bereits g e sto r b e n. Bald nach dem Begräbnis traf ein Wachmann beim Weinöerger Friedhof eine alte Frau, die einen Knwerwagen schob. Tie Frau weinte und rief unaufhörlich: „Sie sind gelötet!" Als ein Automobil angefahren kam, wollte sie sich mit dem Kinderwagen unter das Auto werfen, konnte aber vom Wachmann rechtzeitig zurücktzerissen werden. Es wurde festgestellt, daß die alte Frau die Großmutter zweier beim Begräbnis verunglückter kleiner Kinder ist. Sie ivar vor Schreck irrsinnig geworden. Möbelfabrik JACQUES WALLIS Wien, L, Wollzeile 21 Wohnangseinrichtangen Bit tarn feinsten Genre, reichhaltiges Lager in fünf Stockwerken Der Herausgeber deS „Tag^ Herr Maximilian Schreier, ersucht im Wege der Korrespondenz Wilhelm um die Mitteilung, „daß er weder mit den ehemaligen noch mit den gegenwärtigen Majoritätsinhabern der „Kronos"-A.-G. auch nur in Fühlung gestanden ist, geschweige denn verhandelt hat". Um die Arbeitslosenunterstützung. Daß der Nationalrat kaum das von der Regierung in der Obmännerkonferenz am Dienstag vorgezeichnete Arbeitsprogramm noch vor den Ferien erledigen ttritb, ist nunmehr nach der gestrigen Parteiführerbesprechung klar geworden. Biel mehr als eine Teilnovellierung des Zolltarifs und einige minder wichtige Gesetze wird das Haus kaum mehr machen. In der gestrigen Besprechung der Parteiführer versteiften sich die Sozialdemokraten darauf, daß die mit Monatsende außer Geltung tretenden Bestimmungen über die Arbeitslosenunterstützung bis Jahresende verlängert werden müssen. Kein Arbeitsloser dürfe eine lleinere Unterstützung als bisher erhalten, niemand die Unterstützung verlieren. Ta die Opposition von der Erfüllung dieser Fordemng die Erledigung des übrigen Arbeitsprogrammes abhängig macht, wird eine Verlängerung des Arbeitsl ofenunter st ützungsgesetzes Lnim zu umgehen sein, wenn auch die Prolongierung vielleicht nur bis Ende Oktober erfolgen dürfte. Hinsichtlich der AufbrinArng der erhöhten Beiträge der Länder und Gemeinden zu den^ Kosten der außerordentlichen Notstandsunterstützung regten die Sozialdemokraten an, den Gebietskörper,schäften wieder das Zuschlagsrecht zu den direkten Bundessteuern zu gewähren, ein Vorschlag, der von den Majoritätsvertretern als indiskutabel bezeichnet wird. Tie Besprechungen werden unter Beiziehung des Finanzministers demnächst fortgesetzt. Das Arbeitslosenheer wächst. Mitte Juli wurden in Oesterreich 138.171 unterstützte Arbeitslose gezählt. Zu der angegebenen Zahl von 138.171 kommen noch g e g e rr 15.000 ausgesteuerte Arbeitslose, die im Genüsse einer Beihilfe stehen, und jene Arbeitslosen, die in den Arbeitsnachweisstellen zur Arbeitsvermittlung vorgrmerkt sind, aber keinerlei Unterstützung beziehen; diese sind mit etwa 20.000 Personen zu veranschlagen. Die Steigerung der Zahl der unterstützten Arbeitslosen gegenüber Ende Juni beträgt 2029. Teil der Demonstranten abzog. Di« übrigen blieben stehen. Att sie von der Polizeimannschaft zum AuSeinarckwrgehen anfgefordert wurden, kam es zll Zusammenstößen, in deren Verlauf 1! Verhaftungen vorgenommen wurden. Die Abgeordneten Sevei uitfb Bolkert, die von den Vorfällen verständigt wurden, er> schienen auf dem Schauplatz und erhoben Protest gegen das Vorgehen der Wache. Sie forderten Freilassung der Verhafteten Gegen 2 Uhr war die Ruhe wieder hergestellt. Gertrud Bell gestorben. Die Leiterin des englischen Spionagedienstes im Nahen Osten. In Bagdad starb im 60. Lebensjahr die Leiterin des englischen Sicherheitsdienstes im Nahen Osten Miß Gertrud Bell. Diese Frau, um die sich ein ganzer Legendenkreis gebildet hat, hat besonders während des Weltkrieges in dem diplomatischen und politischen Intrigenspiel des Nahen Ostens eine führende Nolle gespielt. Inhaberin des Doktorgrades der Universität Oxford, weit gereist und mit einer eingehenden Kenntnis der arabischen und persischen Sprache ausgerüstet, wurde Gertrud Bell bei Kriegsausbruch Leiterin des englischen Spionagebureaus in Aegypten, von wo sie dann wegen ihrer großen Fähigkeit nach Bagdad, an die exponierteste Stelle der englischen Politik im Nahen Osten, versetzt wurde. Seit jenen Tagen stand diese geheimnisvolle Frau an führender Stelle und hat noch in den Mossulverhandlungen eine wichtige Rolle gespielt. Die Leiche soll nach England überführt und dort mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Lie Borgänge bei der „Stunde". In der gestrigen Ausgabe der „Stunde" wird mitgeteilt: Die bisherige Majorität der Kronos-Berlag-Aktien ist aus dem Besitz des Chefredakteurs Emmerich B e k e s s y in den eines Konsortiums übergegangen, dem die Firmen Johann N. B e r n a y, Druckerei- und Berlags-A.-G., Wien, M. Dukes Nachfolger Max A u g e n f e l d und Emmerich L e tz n e r A.-G., Wien, und die H a a s e n st e i n und Bögler A.-G., Wien, angehören. Chefredakteur Emmerich B e k e s s Y hat gleichzeitig seine Stellung als Herausgeber der „Stunde", „Bühne" und „Borst" niedergelegt. Ter Verwaltnngsrat der Kronos-Berlags-A.-G. hat die Demission des Chefredakteurs Emmerich Bekessy zur Kenntnis genommen und gleichzeitig als Vertreter der neuen Majoritätsbesitzer die Herren Hofrat Anton S ch m i d, Generaldirektor Karl Gottstein, Dr. Gustav Rohn, Direktor Otto Augenfeld, Direktor Anton I. Fried. Direktor Erwin L e ß n e r kooptiert. Nach der „Arbeiter-Zeitung" erhält Bekessy für fünf Jahre lang monatlich 5000 Schilling. Kgarmnnisienttawalle auf der Ringstraße. Zusammenstöße mit der Wache. Ein Komitee der sogenannten Uhlfeldkolonie, das sind Auswanderer nach Rußland, hat für gestern vormittags 9 Uhr eine Versammlung vor den: Rathause und in der Volkshalle einberufen, um gegen die Rettungsaktion der Regierung für die Zentralbank und die Haltung der Negierung gegenüber den Forderungen der Arbeitslosen und Invaliden Stellung zu nehmen. Außer den Auswanderern waren Zu dieser Versammlung noch zahlreiche Arbeitslose und Neugierige gekommen. In der Volkshalle sprach der Kommunist K.etzlik, der heftige Anwürfe gegen die Regierung erhob und verlangte, daß diese veranlaßt-werden müsse, die Auswanderung nach Rußland zu fördern. Nach mehereren Referaten nahm die Versammlung eine Resolution an, worin in scharfen Worten von der Regierung die Förderung der Auswanderung nach Rußland, Erfüllung der Forderungen der Invaliden und der Jnnenkolonisation verlangt wird. Um viertel zwölf Uhr mittags waren beide Versammlungen zu Ende. Die Dcnionstranten formierten sich zu einem Zuge und marschierten im Sprechchor über die Ringstraße, wobei sie fortwährend riefen: „Hunger, Arbeit, Hunger, Arbeit!" Beim Parlament wurden auch Pfuirufe auf die Regt e r u n g ausgestoßen. Die Führer der Demonstranten hatten mit der Polizei vereinbart, den Demonstrationszug nur bis zur Bellaria zu leiten und dann anscinanderzugehen. Diese Vereinbarungen wurden aber von den Demonstranten nicht eingehalten. Bei der Bellaria durchbrachen sie den Wachekordon und liefen in Eile und unter lärnienden Rufen durch die Lasteustraße, von wo sie dann zum Parlament und zum Rathaus wollten. Beim Friedrich-Schmied-Platz wurden die Zugänge zum Parlament und zum Rathaus von großen Wachekordons abgeriegelt. Die Demonstranten nahmen deshalb gegen die Wache Stellung und warfen eine lange Fahnenstange auf die Wachleute. Die Polizei zog vom Leder und wollte die Demonstranten zurückdrängen. Einige Demonstranten wurden hiebei verletzt; eine Frau, die einen Ohnmachtsanfall erlitt, mußte von der Rettungsgestllschaft weggeführt werden. Daraufhin kamen berittene Wachleute, welche die Demonstranten in vier Teile zeruierten und abdrängten. Es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Um halb 1 Uhr mittags war es der Polizei gelungen, die Straßen vollkommen zu säubern, und um 1 Uhr mittags bot der Platz vor dem Rathaus und der Ring beim Burgtheator wieder sein gewohntes Bild. Das Parlament wurde jedoch bis spät in die Abendstunden von einem starken Polizeiaufgebot bewacht. Bei den Demonstrationen sind auch einige Wachleute verletzt worden. Die vom Ring versprengten Demonstranten zogen nach Ottakring und versuchten, sich vor den Fabriken Warchalowski und Vulkan zu sammeln. In der Menge hatte sich das Gerücht verbreitet, daß auf der Ringstraße eine Stratzenschlacht stattgefuttdeu habe, bei der sieben Persorren den Tod gefunden hätten, l Diese Gerüchte wurden aiber sofort richtiAgestellt, -vorauf ein Sitte Bluttat in der LeopoMavt. Mord an dem fünfjährigen Sohn und Selbstmord. Gestern um halb 9 Uhr früh hat sich in der Wohnung det Fahbindergehilfen Stephan Mauer im 2. Bezirk, Castelle;« gasse 8, eine Bluttat ereignet, der zwei Personen zum Opfer fielen. Der Faßbindergehilf«, der mit seiner Frau schon seit längerer Zeit in unglücklicher Ehe lebte, hat seinen fünfjährigen Sohn Oswald angefchoffen und dann sich selbst erschossen. Der kleine Oswald wurde lebensgefährlich ver« letzt in die Klinik Ciselsberg gebracht, wo er in den Nachmittags» stunden g e st o r b e n ist. Das Motiv der Tat find Familienzwistigkeiten. Di« Frau hat schon vor längerer Zeit die Scheidungsklage eingereicht und das Scheidungsverfahren war im Gang. Der Mann war aber nicht einverstanden und da er seine Frau nicht bewegen konnte, bei ihm zu bleiben, griff er zum Revolver. Auf einem mit Bleistift an seine Frau geschriebenen Zettel tollte er ihr mit, daß er sich wegen der bevorstehenden Scheidung das Leben nehnve. Er Unterzeichnete mit seinem Namen und auch für seinen „unglücklichen Sohn Oswald". Die Frau, die trotz des Scheidungsverfahrens mit ihrem Manne und dem Kind in gemeinsamem Haushalt wohnte, war zur Zeit der Tat auf dem Gang, um Wasser zu holen. Mauer lebte in ziemlich geordneten Verhältnissen; er war in einer Weinkellerei beim Nordbahnhof beschäftigt. Die Erhebungen ergaben, daß Mauer, der anfangs mit seiner Frau in Eintracht lebte, in der letzten Zeit dem Alkoholgenuß ergeben war und zahlreiche Verhältnisse unterhielt. Dies war auch der Grund, tvarum sich seine Frau von ihm scheiden lassen wollte. eine Tragödie in einem Mariahilfer Hotel. Doppelfelbstmord eines Paares aus Deutschland. Gestern gegen 1 Uhr mittags hat ein Schwämmesucher dem Polizeikommissariat Hernals mitgeteilt, Laß er am Heuberg bei Neuwaldegg in einem Gebüsch verborgen eine Reisedecke und zwei reichsdeutsche Reisepässe aufgefunden habe. Die Pässe lauteten auf Werner KotthauS, Fabrikant, 1892 in Burscheid geboren und nach Köln zuständig, und aus Hanna Vogel, 1905 zu Elberfeld geboren, nach Binscheid zuständig. Nachmittags wurde nun in einem Mariahikfer Hotel die Aufklärung zu diesem Fund gegeben. Die Inhaber der Passe wurden blutüberströmt in einem Zimmer deS Hotels vorgefunden.. Die Frau war infolge eines* Schädeldurchfchusses schon tot und der Begleiter lag neben ihr mit einem Steckschuß in der Schläfe bewußtlos in sterbendem Zustande. Das Paar war erst tags zuvor, aus Deutschland kommend, in dem Hotel abgestiegen. Die beiden scheinen zuerst den Weg auf den Heuberg unternommen zu haben, wo vielleicht der Dop p elfe löstmord ausgeführt werden sollte. Es fanden sich auch Abschiedsbriefe an Verwandte und Bekannte in Deutschland vor. Ob es sich um eine Liebestragödie oder um eine Tat aus finanzieller Not handelt, konnte noch nicht. festgestellt werden. Zer Mord in Meidling. Oliva plante auch eine zweite Bluttat. Der verhaftete Josef Oliva, der 18jährige Mörder btt Hausgehilfin Marie Fried! in Meidling, wird vom Bezirksgericht Weitra dem Wiener Landesgericht überstellt werden. Wie bereits berichtet, hat er bei seiner Einvernahme angegeben, er habe die Tat aus Zorn darüber begangen, daß die Friedl bei der gemeinsamen Arbeitgeberin, der Bäckermeisterin Meißner, gegen ihn gehetzt habe. Doch war er auch eifersüchtig auf die Friedl, da sie sich einem Flcischhauergehilfen namens Berger entgegenkommend zeigte. Die Ausführung der Tat hatte Oliva seinem Geständnis zufolge schon seit 11 Tagen geplant. Er hat sich auch mit dem Gedanken getragen, den Berger u mz u b r i n g e n, da er gegen diesen tvilden Haß empfand, weil er von der Friedl vorgezogen wurde. Oliva hatte bei seiner Verhaftung eine ziemlich große E i s e n st a n g e bei sich. Wozu er sie verwenden wollte, sagte der Bursche nicht. Auch einen großen Erdäpfelsack führte er mit. Er will ihn auf dem Wege gefunden haben. In dem Sack »rüg Oliva, der barfuß war, seine Schub" verwahrt. Der polnische Gesandte nach Gens abgrrelst. Der volnische Ge'andte in Wi«n Professor W i e r u s ß Kowalski ist gestern nach Genf abgereist, um an den Sitzungen der Völkerbundskommission für g e i st i g e Zusammenarbeit teilzuuehmen. In seiner Abwesenheit ttbernstnmt Legattonerat Graf R om e r die Leitung der Gesandtschaft. Wien. 22. Juli. ♦ DaS find Geschäfte! Die Pariser Geschäftsleute sind ver zweifelt. Die Bedauernswerter: machen jetzt nämlich glänzende Geschäfte. Sie haben alle Hände voll zu tun und kömrelr kaum Nachkommen. So schnell kann man die Preise gar nicht hinaufnumerieren, als der Franken fällt, und vom Warenlager bleiben nur die leeren Stellagen übrig. Dafür können sich die Kauflout« in Paris mit Papierfranken eindeckeu. Die Wiener Kollegen schnmnsvln verständnisvoll. Sie feinten dieses garstige Lied, daß einer hereinkommt, mit einem raschen Blick das Lokal mustert, mit der Hand einen Halbkreis in der Luft beschreibt und das harte Wort ausspricht: „Was kostet das'?" Da ist es deir Wiener Branchekollegen doch noch lieber, daß sie jetzt tagelang im Ge«