Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2658 (18.7.1926)
- Date
- 1926-07-18
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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38*5-8 GM. W«Mg SClTtCtter jUlüt^citfCtfung 18. A-r, 19» ^IIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlll|||||||||||||||||l!|l!l||||lill!llllllllll!!lllll!lllll!llllllllllllllllllllll!l!lllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllll!l!lllll!^ iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii |lp71TI21 WmmXllim liminmmmiimmmmi i llll!ll!ll!lllll!l!lll)lllllllll! - lllllllllllllllllllllllllllllllll ^lll!ll!llllllllllllil!lli!l!l!llilllllllillillllllllllllll!li!IHI!ni!llllll!lllllllllllllllil!!l!ll!lll!llll!H)llll!HI!ll!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU!llllllllllllll ». m Wege znm Sottesrelch. ,.Ti: Kreatur." Eine Zeitsckrif'. Biennal im Zähre erscheinend. HerausWgebrn non Martin Bu ber. Viktor v. We'izs ää«i und Joses Wir- ^tia. 1. Heft. B ia Stetcrif.i der P an mchauchtt, in christlichen Ä-ircken RÄchiner und in jüdischen Synrgogcii Priester predinen zu lassen, bemerkte mi! Recht ein unbeteilijper jovLiisti-scher Schviststellcr, das; dadurch die Kirchen sicherlich nicht werden südischerwerden, wogegen die Lyn.nennen schon genug ..gnisch" sind. Man muß aisn der Reti - gion im aUALmeinen nicht sehr positiv gcgc-rützcrsteü)en, u»r zu erkennen, baß eine allzu Miigehende Religionsverinischnng gerade im fetzigen Zeitpunkt für das Judentum nur eine potenzierte A ss i >u i! a>: ion >5mögli 6)>ke it bedeutet. Und deren haben wir sowohl im religiösen älS auch im natioMen Bereich wahrlich übergenug: es ist nicht unbedingt nollvendig, die Möglich leiten noch Zu vermehren, -indem man sie p-lu tosophrsch s u n d i e r t. Daraus laust ja sä^ießlich die neue Zeitschrift ..Die Kreatur", an deren Herausgabe ein Jude, sin Kck.holik und ein Protestant (Martin Bub er. Bilwr Freiherr v. Weizsäcker und Joscj W i: 1 i g) beteiligt sind, hinaus. Sie betrachte! die Wirklichkeit der Religionen als Exil, das cmnal ooch zum einenden Reich Gottes führen muß. „Wir dürfen nicht vovweqnchmsn, wir sollen bereiten." Nicht „Zusammen leben's nicht „Einung der Beter", sondern nur „Zuruf". Gespräch. Möge es angesichts einer solch hohen „Bereitung" d's Gotiesreiches ein wenig banal llingrn. es muß aber dringend gesagt werden, daß für uns, Juden, solche zarte „Zurufe" fahr gefährlich,;a — am gesährl: ch stc n sind. Wir lieben es, den z-arwn Rufen, den phantasma.prischsn Ideologien zu folgen. Beileibe, nicht fanatischer Chauvinismus or-er Enge des religiösen, beziehmtgsweise nationalen Horizontes besdimmt uns, aus diese Gefahr hinzuweisen, sir zu bannen. Nein, geradc um des vollkommenen Gottesreiches auf Erden sollte man aus solchen Eklektizismus verzichten. Tenn es ist ja doch nichts anderes und kann nichts anderes werden als Eki.-ktizrsmus. Und zwar beding: Lurch die Schwäche der philosophischen, religiösen — kurzunr, geistigen Energien des Zeiea-iers. Das große „E i n tk organische 'Synthese des- Disserenten, ist in Lee Geschuhte des menschlichen Geistes nie eigentlich „bereitet", nie absichtlich konstruiert, zusammengestellt worden. Die Epochen der Anthologien, Enzyklopädien, religiösen und philosophischen Polemiken und Diskussionen sind nicht die schopss-rrrischrsten, wicht die stärksten. Sir gehorche'.! der Not: es ist ein Krampf aus Mangel. Wenn keine ganzen Dichter da sind, druckt man Anthologien halber. Unsere Zeit' ist bekanntlich auch nicht allzu reich an großen schöpferischen Geistern, an originellen, lebe ns fördern den Ideen. Sie girrst darum — unter den verschiedensten Vorwänden und Masken — vielfach zum Tissur. zum Mt-oinander (was nicht oaL Geringste mn wahrer Gemeinschaft zu tun hat), zur sAebrischen Vernrittlung, Der Weg zum Reich Gottes— vorausgesetzt, daß es einen gibt und Laß es wünschenswert wäre, baß es einen gebe L — führt aber übet oie Vollkommenheit der einzelnen Teile, aus denen ros Reich dann durch eine N e u s ch ö p s u n g, und nur jo entstehen^ könnte. „Die Ärea:ur" ist aber ein krummer Weg, denn sie führt nur und höchstens zum halben, unerwünschten Kompromiß. Wenn La etwas herauskommen wird, dann nur eine Mißgeburt. So viel zum Prinzipiellen. Die einzelnen Aufsätze sind interessant und Lesenswert. Es verbindet sie auch das, was die drei Herausgeber als das Gemeinsame bezeichnen: närn'ich die Bejahung des Gegenständlichen, des Geschajsensn, oder genauer des „Gcschöpflichen", in dem Sinne, daß ein Schöpfer vorausgesetzt wird. (Es scheint nur, daß hier leider auch die Jugend, „das kommende Geschlecht", nur in bissem Zirme bejght wird. Sie tft nur jato«: wertvoll, als sie Objekt der Schöpfung, als sie b i l d u n g s fähiges (in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes«, „-Zommlendes Geschlecht" ist. Religiös^ Einstellung ist in jeder Hinsicht zunächst Setzung einer Abhängigkeit, in gewissem Sinne — die Versklavung der Welt.) Ahgeschen aber von dieser „V erbündun g", bestehen Zwischen den einzelnen Autoren und ihren Aussätzen solche schwerwiegende Unterschiede, daß ihre bewußt: Einreihung in eine, gemeinsame Zeitschrift kaum gerechtfertigt i st. Sie kann vielleicht irgendwie begründet werden, hot «wer keinen inneren Sinn. Nehmr» mit als Beispiel oen Begriss der Grmemschäst. Aus welch' tiefem, durchdringendem, j äd i s ch e m Gemeinschafts» dewußrscln ist Bubers wunbrrb-arr „Red: über das Erzieherische" entstanden, di: vas erzicherische Verhältnis als dialogisches faßt, als ein solches also, wo sich schon/ subtilste, innigste Gemeinschaft Kvischen Erziehec uns Zögling auftut'?! Für Josef Witttg ist dagegen Gemeinschaft etwas viel primitiver,es, ich würbe sagen: ertchäster, aber entschieden nnmichenseruer. Die Menschen in Neusorgr, die Willig ergreifend beäugt, schmisset zum Volk — sie Schmiere, lvo sie sich versammeln, der Raum, die Erde. Der Jüdische Gern eins chastsbegr ist kommy mehr aus arm Rein-Menschlichen, aus dem Geistigen. Er ist losgelöster (leider noch!!), aber tiefer, umfassender. Wobei noch außerdem für Willig Volkstum und katholische Kirche identisch sind und das Problem der Grstalmirg des Klerus in diesen Zusaniwenhana ihnl große Sorge bereit«:. Ich glaube, wir können uns Volks» rum ohne Klerus vorstellen. Und ohne Kirchenbeluch. Auch die Synagoge ist nichl dringend notwendig. Die Form werden und sollen bei uns die Menschen schaffen. Und nicht ein Klerus, als Werkzeug einer schon seftftcheriren, unverrückbaren Form. Ich möchte noch die interessante Deutung Franz Rosen- Zweigs von B über s neuer Bibelübersetzung, an der ja Rosen» zweig aulli miiarbllte;. erwähnen. Di: Schrillst soll wieder zum War;: werden.. Ncbers.'tzung und insbesondere Interpunktion solle"« fick dem lauten Gesainx, den Atem-Gesetzen anpassen. Die Prosu d:r Bckc. die Duelle oller großen Poesie war. soll wieder znn, nrsprüngLichen Ausbruch menschlichen Gefühls werden, zum Wort. Die Bibel soll :mn Menschen wieder sprechen: weil sie bisher schwieg, mußte |»c gelesen werden. Sie soll aber g'spr«scheu Norden, weil in ihr io m«"! verkündbrr ist. was dtz: Menillunseej: beiveat. Eine solche BibelÜbertragung ist für das Reich Gwtes viel eher eine Tat, als ein.? Zeitschrift, die die Götter zu überwinden hofft, Indern sie sie nÄ->:nemanb-:''stcllt. Gott, der Einzige, licht den direiktcn^ Weg... LeopoldThaler. Menet Amac: „Fm Zollhaus der Freude." (Allgemeine Verlagsanstalt München 1926.) Seit langem schon «ist auf dem Büchermarkt kein so urwüchsiges Buch erschienen. Starker Tabak, sehr starker. Aber die Liebes-, Sauf- und Freßgeschichten dieser drei Kumpane sind herrlich frisch erzälilt und von echtem Humor erfüllt. Streckenweise reicht dieses Buch an die Shakespeareschen Mpelszemn heran. Allen Zweideutigkeiten aus dem Wege gehend, sind diese Abenteuer höchst eindeutig berichtet. Aber — oft mit kargen Strichen — wird eine große Zahl von Gestalten so meisterhaft hingestellt, der Stil des Autors ist so kernig, urkrüftig und trotz seines nicht gewöhnlichen Mutes, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen, doch so liebenswürdig und anmutig, daß diesem heiteren Werk ganz besondere literarische Bedeutung zukommt. Man darf oas „Tollhaus der Freude" mit den schwülen, pornographisch ang«:yauchten Jndustrieerzeugnisseu nicht verwechseln, denn cs ist eine Dichtung. Als Probe des Stils setzen wir die einleitenden Zeilen des dritten Kapitels her: „Der Hügel ist wie ein schönes, hingekauertes Mädchen, das seine hinteren Rundungen der Sonne entgegenstreckt und dessen Haare ins Wasser hängen.- Um ihre Hüfte schlängelt sich ein Band — die Landstraße. Mit drei sidclen Gesellen darauf" — und schon begleitet man die drei Kormpane in ihr neues Abenteuer. Zu den ergötzliäasten Stellen hH Buches zählen jene, in welchen die Ehegatten der drei liederlichen Gesellen diese immer wieder stellig machen. Die Fülle der schmückenden Beiworte ist dann wirklich unerhört. Das unterhaltsame Werk ist auch vortrefflich illustriert. s. I. Babel: „Geschichten aus Odessa." (Malik-Verlag, Berlin.) Erzählungen jüdischen Inhalts in mchtjüdischen Sprachen entgehen in "den bänfigsten Fällen, namentlich wenn sie von Juden geschrieben werden,'nicht der stilistischen Verzuckerung. Es haftet ihnen gervöhnlich der Geruch einer mittelbaren, gehemmten Wiedergabe an, die man die „sentimentale" nennt. Babels Odessaer Geschickten, russisch geschrieben, im jüdischen Milieu spielend, haben den Vorzug, dem auf jedenfalls originelle Weise zu entgehen: Durch stoffuche und stilistische Robustheit. Im ersten Teil des Buckes geben periphere jüdische Gesellschaftsschichtcn und Räuberromantik den Grundton für die Schilderung, die hart, scharf, mitunter gewollt spitz ist. Starke, hsychologisrerende Einfühlungsgabe verrät dieser junge,' r'assisch-züdische Erzähler dort, wo er seine eigerrtümlichen. balladesken jüdischen Kraftthpenan die wesensverwandten nichtjüdischeir stoßen läßt. Die . Schilderungen eines Pogroms und der Erlebnisse des Knaben intzWeiten Teil sind jüdisch wesentlicher und auch stärker wirkend. A H. Tuseulumbücher. Ter Verlag Ernst H e i m e r a n An. München gibt in schmuckem Taschenformat eine Serie zweisPracht ger Autoren heraus, sür Freunde der Literatur dyr Alten, die in handlicher Form Original samt Uebersetzung vereint finden. Tie uns zur Probe vorliegende A r s a ma t o r i a des: v d i b, der vierte Band in der Serie, nach W. Hertzbergs Uebersetzung bearbeitet von Franz Burger, liest sich, leicht und flüssig, ohne dem Originaltext irgendwie Gewalt anzutun. Knappe Anmerkungen 'zum Schlüsse enthalten alles zum Verständnis Nötige .Mdder fortlaufende Paralleldruck von Original und Uebersetzung/bietet die.Möglichkeit raschesten, mühelosen Vergleichens. Kennersr nud Liebhabern der Antike werden die Tuseulumbücher sicherlich willjkommen sein. Pros. A. F. Dr. Jakob Pawlotzly: „Das Wesen und die Behandlung der K r e b s k r a n k h e i t". Verlag ' Friedrich Radler, Konstanz-Kreuzingen. — Der Autor, Arzt von Beruf, hat sich Jahrzehnte lang mit dem Krebsproblem beschästiät, MD Frucht dieser seiner Lebensarbeit und ausgedehnter Forschungen ist seine neue Krebstheorie entstanden, welche auf Grund der neuesten Ergebnisse der Medizin die Ursachen, das Wesen üNh di^ Behandlung der Krevskrankheiten erklärt und behandelt, und'auch die vorbeugenden Maßregeln, wie man die Krebskrankheit,:- verhüten kann. Auch die Frage, ob der Krebs vererblich ist öder Üicht, wird erörtert. Pawlotzky weist in seiner gemeinverständlichen Schrift auch ausführlich auf die ausgedehnte soziale Bhdehtung dieser Krankheit hin. Dann bringt er die Statrstrken dtt.MreHssterblichkeit aus allen Ländern; weiter die Merkmale, tvie die Krebskrankheit sich offenbart, ihren Beginn und weiteren Perlauf sowie die bisherigen Behandlungsmethoden. H,. Wladimir Koroienko: „Der Tscherkesse". (Renaissanrev-rlag, Berlin, Wien, Leipzig.) Die in dem Buch vrreiniäten «drri.WVellen „Die Kinder im Grustgewölbe", „Der Tscherkesse" unv:„VLMa" geben einen Begriff von der epischen Kunst des russische^' Volks« Dichters Äorolcnko. Es ist jene von den Russen mit MeWrFchast ge handhabte Schilderungsart, die vom Formalen des WHeus ausgeht und gradlinig zur Tiefe des Erlebens seiner Menschen vordringt. Mensch und Milieu stehen in innigem ZusartrrmlMNg» färben aus einander bis zur Äoloritgleichheit ab und sind zu guter Letzt nicht mehr auseinander zu halten.. Sie untevscheidet sich von der nichtrusjischen naturalistischen Schilderung dadurch, haß 'sie nicht vom Milieu als dem primär Wirkenden ausgeht. und dem Menschen als ihm rettungslos anheim gegeben, auch nicht durch uurgekehrtes Verfahren, sondern durch künstlerisch formende Vereinheitlichung. Deshalb hat diese Schilderung dre den Lesev er« areksende Dynamik des Natürlichen. So wirken auch Korolenkos Erzählungen vom vierjährigen Mädchen des Herrn Tiburtius, das rm Gruftgetvölbe lebt und stirbt, von dem die sibirischen Wälder beherrichenden Tscherkessen, vom Weib Oxana, das'den Männern in der Waldwildnis Erlebnis und Unheil wird. Begebnisse in der wilden Landschaft und in den Menschen sind -haS ein- ^.heitlich. üraujame und schone Miel Hi. EkUWtargchvallW. Oie mEDERÖSTERREICRISCHE HOLRERB Wie«« XX. HofhstädipSate S i?t die Zentralstelle von 136 Genossenschafter!, deceit Gt» bai ting unter der ständigen Kontrolle, der landwirtsclwftHihöl Kammer steht M/ IOO eigene Filialen / Täglicher Absatz; 110.000 Liter Feinste Tcebutter, Yoghurt, Schlagobers, Kindermilch Gerichtssaal. Sie BritSer RuSenstela vor SeckLt. Vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz des HoftssL- Dr. G o l d st c i « wurde gestern über den aufsehenerregenden Sckmuckdiebswhl im Hotel Panhans, Semmering, verhandelt. Als Beschuldigte wurden die ans Rumänien stammenden Brüder Bcmw uno David R u ck e n st c i n aus der Haft vorgeführt. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Nahrhaft, die Berteidigung führt Dr. Valentin Terrich. Benno Ruckensteiu ist 31 Jahre alt, nennt sich Kaufmann, sein um fünf Jahre jüngerer Bruder David gibt sich als Zahntechniker ans. Die Brüder sind vorbestraft, Benno, wegen eines Hoteldiebstahls in Rom, David weg'M verbotenen Waffentragens in Italien mit drei Monaten Gefällgnis. Nach Darstellung der Anklage kamen die Brüder anfangs Mörz nach Wien. Sic wurden gleich von Kriminalbeamten beobachtet, da ihnen der R-uf von internationalen Hoteldieben vorousgegairgen war. Als nun am Ostersonntag im Hotel Ponhans auf dem «Semmering aus den Wohnräumen der Gräfin Antoinette Esterhazy kostbare Pretiosen «im Milli a r d e n w e r t gestohlen wurden und die Nachricht darüber bei der Wiener Polizeidirektion eintangte, siel der Verdacht auch auf die beiden Brüder., Man fand in ihrer Wohnung Schmuckgegenstände, die von dem Diebstahl herrührten und außerdem konnten die beiden für die kr-itische Zeit kein Alibi Nachweisen. Den Brüdern werden noch andere Hoteldiebstähle zur Last gelegt. Am 27. März wurden der im Hotel Sacher wohnendeir Privaten Margit v. Kalmar aus ihrem Zimmer 800 S. har. Schmucksachen und andere Wertgegenstände gestohlen. Nun fand sich unter den bei David Ruckenstein entdeckten Sachen auch eine Zigarettendose vor, die Frau Kalmar als ihr Eigentum erkannte. Als man ihr den David Ruckenstein vorstellte, erkannte sie in ihm jenen Mann wieder, dem sie am Tage des Diebstahls vor der Tür ihres Zimmers im Hotel begegnet war. Seinen Bruder Benno, den Frau Kalmar im Jahre 1924 am Lido in Venedig kennen gelernt hatte, hatte sie an dem kritischen 27. März vor dem Hotel , auf der Straße auf- und abgehen gesehen. Noch ein dritter Diebstahl am 3. April im Hotel Metropole im Zimmer des Fabrrkanten Dr. Hans Lichtenstern Mt den Brüdern zur Last. Benno hat damals im Metropole ein Zimmer unter de» fglschm i Namen Markus Max gemietet und das Hotel knapp Ja* Evtdeckung des Diebstahls verlassen. Die Angeklagten versuchten auch vor Gericht ihre Sfö-to*»; schaft in Abrede zu steIlen. Sie schilderten denn ayZfiihrlich ihr abenteuerliches Leben, das sie durch die halbe Wält geführt hat. Gräfin Esterhazy hatte der Zeugenladmvg keine Folge geleistet und ihr. Ausbleiben begründet entschuldigt. Auf Grund des Beiweisverfohrens erkannte der Gerichtshof! beide .Angeklagte des B.erbrechens des Diebstahles) und der Uebertretung der F a.l s ch m e X b u it g. schuldig uitb verurteilte Benno Ruckenstein zn Ktvmüwhalb Jahren, David Ruckenstein zu eindreiviertel Jahvor schweren Kerkers. Außerdem wurde, gegen beide die Law» desverweisung ausgesprochen. Pom Faktum: Dr Hans: Lichtenstern wurden die ÄngeNägten freigesprochev^ Die Der-- ürteilten erklärte«, die Strafe anzunehmen. Tuberkulosemsettion durch einen Mt. Seit drei Jähreu beschälst ip sich das Wiener Zivillandesgericht und das LHerlanDeSgericht mit «der Schadenersatzklage,, welche' Frau LmHe Rögigl g<^en die SndbahngeßelllfHast angmrsntzÜ hat. Hans Rö'ggl, der Gatte der Klägerin, mußte im Jahre 1917 im Dienstauftrage die Akten eines an TuberLstose erkraiMn Kollegen zur Bearbeitung übernehmen,. wobei sein«» VeplaWÄ «auf. Desinfektion dieser durch Bluthusten'vemnrein'rgten Ukimvnicht eptsprochen wurde. Röggl war auch -gelungen, pepsÄiWh mit'dem kranken Kollegen zu aübe-rten. Röggl, der vrtzMcht'an.'eMSM latenten Lungenleiden M, erkrankte Ende 1917 uwh> starb''ein 'Whr daraus an einer rasch. fortschreitenden Tuberkulose. Die Mtwe hätte Weyen diesetz durch dys Verschulden der Bahn verprsachten s-Men Todes ihres Gatten Schadenersatzansprüche igsstellt. DaS :ZSvMaNd^- «richt hatte die Klage mangels eines ursächlichen Zusammerchanges der TodeZkrankheit des Gatten der Klägerin mit He« BsschästiMng «iit dem angeblich infizierten M avgewiesa«. (Das Overlandesgericht hatte dieses Urteil ausgehobenurch mne neuerliche Berhandlüna vor dem Zivillondesgerichte unter ZuüeHung Anderer Sach- Verständiger angeorZnet. Auch diese neuerliche Whandlung vor dem Zivillandesaerichte endete unter ZugrundeWung.des GnmchtpnS 'dLr Nsuen Sachverständigen Professor Löwe n st ein. und Professor Dr. Reichel mit der abermaläg-tzn Abweisüng der Klage. Ueber Berufung des Vertreters ' der KLy-aerin Dr. 'Ernst Loew beschloß das Obeplandesgericht, dte sachverswndigen Merzte neuerlich seW ergw^end zu vernehmen. Mit dem' mrmnchr herm>- gelangten Urteil wurde der Berufung Folge ,ge:tzeben-n«d das ckküveisliiche Urteil dahin abgeänderi. daß di'e;einMlagten Unsvrüche' aus Zahlung eines Betrages von 00.000 KwnsN und eimr monatlichen Rente von ISO Schilling vom Todeßtäge des Htzppn Rvggl bis zum Meben oder allfÄligen WiedervöMeKchyng der Klägerin dem Grunde nach zurecht bestehen. BezjMnh eines Anspmches ans Zahlung von 3000 j Krorten LeichenLost>k!n, ,dkr. gleichfalls abgewiesen. worden wgr, wurde die DMchHhvung emvr neuerlichen Berhandlunü beim Zivillandesbericht ^MÜ^ DaS Oderlandesgericht ist auf Gru>' - achtens zur Ansicht gekom kranHeit heröeigefuHrt hat. . . Skcmdal in einem Warschauer GerichtSsaÄ.. Mrs Warschau .«ie Richter Mrzen. Das HubliBum arrterstützts die 5ggge$oßten. dw erst nach einem Ringen einzeln von dm PolWvN ' WvMkklgv, werden konntmr.' VMM DersMen aus dem. BEWmt WliSchm