Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2658 (18.7.1926)
- Date
- 1926-07-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ms«, Wimver vntpiigitsttitB 18. Sali 1928 Äerte S Sb. SBB8 210.000 Zoch in der Barskn unter Baffer. Ae katastrophalen Ueberschwenmmaseu in gngoslawlen. Bekgrvd, 17. Juli. Dir Lomm Hai «achmtttags auch de« sHauptda^nm bei Apativ in einer Lauge von drei Meter durchbrochen. Jmwrhalb einer halben Stunde hatte sich die DmchbmchssMe auf dreißig Meter er-!wettert. Dadurch wurde« weitere 30.000 Joch überjßlutet, so dich mmmchr 280.000 Joch teS fruchibarfiar iMerWides itt der BaeÄa unter Wasser stehen. - König Alexander ist heute mittags von seinem! Dmmrornrlanb aus BÄdes dt - Neusatz , etugetroffen. Nachmittags bestieg der König in Gesellschaft der Minffter I Rtnei und Marsiurovie ein Motorboat und unternahm!«ina SvMahrt Ms! der unübersehbaren WassSkl flache, Ne das UeberschwevmumgSgebiLt darstellt. Betzrad, 17. Mi. Auf die Nachricht von der Katastrophe in der Bacska ist gestern ein MtzerordMtticher 'Mmistelvrat zuftamnengetrete«, der die Cinlettung aller notwendigen Matznchmen beschloß. Der Schaden ist geradezu ungeheuerlich und im AugeMick nicht zu berechnen. RiesengSbiete stehe« Wter Wasser, und es ist nicht nur die Ernte auf den Felder«, fottftem auch M schon eingeKrächt« Getreide vernichtet. Auch der zweite Echutzdamm durchbrochen. Neusatz, 17. Juli. Die Donau hat um 2 Uhr nachmittags bei OlMtboS den zweiten Schutzdamm durchbrochen. 148*000 Joch wurden unter Waffer gesetzt. Bon dem Hochl^waffer wurden «uter anderem überschwemmt: BajeSka,! Aogan, Aace-NMu, BnVn und Barlas. Einzelne Stadtteile Belgrads überschwemmt. Belgrad, 17. Juli. Die Save ist bei Belgrad ständig lim Steige» begriffen. ' Der Wasserstaubetragt bereits j615 Zentimeter. Die niedrig gelegenen StwdtteNe .find überflutet. Zahlreiche Wohnungen mußten geräumt werden. Fm Landtag von Thüringen. Diuter und der Werwolfführer mit dem Totschläger. Weimar, 17. Juli. (Wolfs.) Heute mittags kam es im sogenannten Klubsesselzimmer des thüringischen Landtages 'zwischen dem Abgeordneten Di n t e r und dem sozialdemo- Ikvatrschen Abgeordneter: Dr. K i e s zu einem Zufammenjsto-ß, indeffen Verlauf Dinier dem Abg. Kies mehrere chläge indenNacken versetzte. Als kurz darauf der ehemalige Chef der thüringischen jLand es Polizei und jetzige Werwolfführer iMüller- Brandenbürg das Landtagsgebände betrat,;mn Dr. Dinier aufzusuchen, wurde ihm im Wartezimmer von zwei kommunistischen Abgeordneten vorgehalten, daß ^einer „vo n s ein ern G e s ind el" den Abg. Kies verprügelt 'hätte. Daraufhin machte Müller eine Bewegung nach der Tasche. Die beiden Abgeordneten glaubten, er wolle sich mit einer Schußwaffe verteidigen, drängten ihn in eine Ecke und nahmen ihm einen Totschläger, eine schwere Bleikugel an einem Lede rr i em e n, ab. Der im Gebäude weilende Dezernent der thüringischen Landespolizei, Regierungsrat Dr. Löchning, nahm den Totschläger an sich und ließ sofort ein Protokoll über den Vorgang äufnehmen. Die Motive deß Vorgehens Dinters gegen Kies liegen in dem Verlauf der letzten Debatte im Landtag über die Hitler-Krawalle in Weimar. Dieser versuchte die Schuld den linksgerichteten Verbänden zuzuschieben und äußerte dabei, den Nationalsozialisten wären bis November 1923 aus allen möglichen Kreisen Geld zugeslyssen, da die Geldgeber glaubten, die Nationalsozialisten werden die M o u a r ch i e a u f r i ch t e n können. Nach dein 9. November 1923 habe dieser Geldstrom nachgelassen. Jetzt nehme er, Dinter, gern von allen Seiten Geld, da er die Pfennige unter den Nägeln vorkratzen müsse. Auf den Zuruf: „Auch von Inden?" antwortete er: „Ja". Auf diese Antwort Dinters antwortete Abg. Kies (Sozialist). Er fragte Dinter, ob er sich des Artur Dinter hon 1904 erinnere, der ein f r a n z o s e N f r e u ndI i ch antideutsches Stück „Die Schmuggler" auf das Mühlhausener Theater brachte. Da werden deutsche Beamte der Lächerlichfcit preisgegeben und der Held des Stückes, -der Deutsche für die französische Fremdenlegion anwirbt, brüllt: „Vive la France! A bas la Pruisse!" „De Schwobe nrüssen zum Ländle nüsi!" Dieses Stück wurde 70. Male auf erneut Pariser Theater, gespielt und brachte Dinter das Lob der französischen Nationalisten und einen starken Batzen französischen Geldes für seine Deutschfeindlichkeit ein. Dinter Erklärte trotze der Beweise alles für „jüdische Mach e". Ein Borkob im süchfischen Landtag. K. Dresden, 17.: Juli. Im sächsischen Landtag wurde Von den.Den t s ch n a t i o n a l e n eine gegen die Eisibürgeruug von Ostjuden gerichtete Anfrage eingebracht. Die Abgeordneten fragen, welche Vorkehrungen die Regierung getroffen hat, um die Einwanderung von Ostjuden in Sachsen zu verhindern. Die Erledigung des Faller Leffing. Hannover, 17. Juli. (Wolff.) Heute wurde das Urteil in der Disziplinarangelegenheit, das im Zusammen-;Hang mit dem FaIle Lessing gegen eine Reihe von Studenten eingeleitet worden war, verkündigt. Die Studierenden, Schwere Unwetterschüde« in Ungar«. Gestern nachmittagging über dem ganzen OedeuburgerBezirk ein schwerer Wolkenbruch nieder, welcher übereine Stunde andauerle und in der Stadt sowie in den Gemeinden große Elementarschäden anrichtete. Zn wenigen Minuten waren die Straßen O e d e nburgS Überflutet. so daß jederPersonen-und Wagenverkehrunmöglich war. Ziemlich schwer wurde die Gemeinde W a n d o r f von dem Unwetter betroffen. Die Höfe stände,t unter Waffer, Viehstallungen wurden wegges ch w e m m t und in manchen Wohnungen stand baS Waffer einen Meterhoch, so daß die EinrichtungSgegenstande in dev Zimmern herumschwammen. Der ganze Hauptplatz steht unter Waffer. In Pinny e. Holling und Ztnkendorf war daS Gewitter mit schweren Hagelschlagen verbunden, welcher an der Frucht Riesenschaben anrichtete. Hagelkatakrophe in MdMmen. Prag, 17. Juli. Gestern ging über Südböhmen ein Hagetuuwetter nieder, das Millionen schaden anrichtete. Die EisenLahnstreckeWinterberg-Wall e r n ist s e h r b e s ch ä d i g t. Der V e r k e h r auf derselben mußte eingestellt werden. Viele L a n d st r a ß e n und Brücken, die stark mitgenommen wurden, mußten gleichfalls für den Verkehr gesperrt werden. Außergewöhnliche Regenperiods in Palästina. Tel-Awrw. 11. Juli. Nach dem letzten Erbbeben ist jetzt eine außerordentliche Regen Periode eingetreten Zn allen Städten regnet es j e d e n T a g 5 bis 10 Minuten. In Palästina pflegt es zu dieser Zeit nie zu regnen. Der Juli ist der t r o ck e n st e M o n a t. Im September, zur Zeit des NilauStrittes. regnet es manchmal ein wenig, aber in den hei ßenSommer monaten kann man sich diese Erscheinung nicht erklären. deren Teilnahme an den Demonstrationen durch Abnahme der Ausweiskarten festgestelll worden war, erhielten einen Verweis von Rektor und Senat, dem Leiter der Bewegung wurde der Ausschluß von der Hochschule an gedroht. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, daß die von den relegierten Studenten an den Minister eingelegte Berufung von Rektor und Senat mit der Bitte um Strafmilderung lveitergegeben worden ist. Bon der antisemWche« Front. Die Angriffe auf den gewesenen französischen Münster Schramek. K. Paris, 17. Juli. Die Berufungsverhandlung in der Angelegenheit des Redakteurs Charles Maurras, der wegen Beleidigung des seinerzeitigen Innenministers Abraham Schrame k, den er als jüdischen Demokraten in der „Action francaise" beschimpft hatte, wird demnächst stattfinden. Maurras war zu zwei Monaten Gefängnis und 1000 Franken Strafe verurteilt worden.! Für den bevorstehenden Prozeß hat sich eine große Anzahl von Senatoren, Deputierten, Offizieren und. Schriftstellern, die sämtlich der royalistisiben Partei angehören, als Zeugen gemeldet. Nie Magdeburger MordaWre. . Ein dritter HÄenkrenzler als Mörder ernirrt. — Hans an der Leiche Hellings. a.. Berlin, 17. Juli. Die Bemühungen um die Aufklärung dernach rätselhaften Ma g d e b u r g e r M o.r d a f f ä r e, deren Opfer der Buchhalter Helling geworden ist, werden mit dem Aufgebot aller Kräfte fortgesetzt. Der Leiter der Berliner Kriminalpolizei, . /. j Regiernngsdirektor Weiß, nimmt an den Nachforschungen persönlich teil. Einem Berliner Kriminalkommissar ist' auch die gestern erfolgte Verhaftung eines dritten Teilnehmers' an der Pko'rdtat, nämlich des Chauffeurs Große, zu verdanken. Große 'hat in der letzten Zeit wiederholt den Aufenthalt ge- -wechselt und sich dadurch den Nachforschungen immer 'wieder entzogen. Nach mühseligen Nachforschungen konnte er endlich ent- ^deckt und verhaftet werden. Es besteht der Verdacht, daß Große es gei.vesen war, der nach der Entführung Hellings durch die beiden anderen bereits verhafteten Täter die zwei tödlichen Schüsse auf den Buchhalter abgegeben hat. Es ist die Vermutung aufgetaucht, .daß an dem Verbrechen noch weitere Personen unmittelbar beteiligt geiweftn sind. i Dem verhafteten Großindustriellen Haas konnte aber bisher feine Beteiligung an dem Morde nicht nachgewiesen werden. Bei der Konfrsntierrrrrg mit der Leiche des Opfers schwur er, daß er weder direkt noch indirekt etwas Mit dem Verbrechen zu tun habe. Der Chauffeur gehörte erfelben HakenkreuzverÄndung wie SchrAxr ach Helling ist von hinten erschossen worden. Die bei der Obduktion vorgchundenen Projektile stammen aus dem Revolver des Schröder. . KRUPNIK das durch einen grossen Umbau wesentlich erweitert wird, bietet im Augenblick eine zu MWM. steh oomelun Die Preise unserer gesamten Frühjahrs- und Sommerkonfektion sind gewaltig ermässigt Es werden durchwegs die allerletzten Modelle in Crepe-Georgette- Complets, Modellmäntel, Modellkostümen, Abendtoiletten, Seidenmäntel und Abendcapes um jeden annehmbaren Preis abgegeben Moden-Palais Julius Krupnik VS!„ Kaisers«!*. 111—115 BombenaUenrat gegen einen Jeitungsheransgeber. > Ein Racheakt von AlkohslschWUMlern. Rew-Zork, 17. Juli. Wie die Plätter aus Wheeliug in W e st v i r g i n i e n melden, wurde gegen das Haus des Zeitungsheransgebers O g d enein Bombe nattentat verübt Die Gattin Ogdens^ und z w ei Kinder wurden schwer verletzt, während der ZeitungsherauSgeber selbst im Augenblick der Explosion nichttmHause weilte. Von den Attentätern fehlt jede Spur. Die Polizei nimmt an,' daß der Bombenanschlag ein Racheakt von A l t o h o l s ch m u g g l e r n' sei, gegen die das Blatt Odgens einen schonungslosen Feldzug führte. RavWaqnellen in der Mantafie. Trl-2ttviw. 16. Juli. Wir haben schon über die neuentdeckten Naphthaquellen ber Jaffa berichret. Eine arabische Zeitung meldet, daß Ingenieure festgestestt haben, baß der ganze Erbst reifen von Jaffaüts Gaza Naphthaquellen enthält. Es ist aber wahrscheinlich, daß diese sensationelle Meldung aus die erhitzte orientaliiche Phantasie arabischerJournalisten zurückzuführen ist. z«m Schreiben dernrteitt. AmEmische Justiz. Aus N e w - Z o r k wird uns gemelder: Ueber einen aktzrr eifrigen Berichterstatter, der in Pueblo im Staate Colorado die Verkehrsgesetze durch zu schnelles Fahren übertreten hatte, hat das Gericht ein-e drastische Strafe verhängt. Anstatt ihn zu einer Gefängnis- oder Geldstrafe zu verurteilen, wurde dem Sünde: cmfgegeben, am nächsten Tage-mit einem Artikel übed^W. GesährlichLrit des zu schnellen Fahrens vor Gericht zu erscheinen. DaD Gericht prüfte den Artikel des Journalisten: war aber noch nicht zufrieden, sondern ha-te eine zweite Aufgabe für den Unglücklichen bereit, einen Aussatz, worin er die Berkrhrsvergehen mit anderen Verbrechen, wie Einbruch, Siraßenraub und AlkohÄschmuWl, zu vergleichen hatte. Kriegsbrot in Belgien. Brüffel, 17. JE. Die Kammer hat in zweiter Lesung die Vortage über die S ch a f s u n g. e i n e r nationalen Eisenbahngesell schaft genehmigt. Die Wiedereinführung des K r l e g S b r o teS wurde nunmchr von der R e g i e r u n g a n g e o r d u e t. 5808