Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2658 (18.7.1926)
- Date
- 1926-07-18
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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*4* 1 Men, Somckäg Wrenev iu. rm N". 2M; Od€, durch Sr. Hofffeauers Entfettungs -Tabletten Dieselben sind von bester Wirkung, angenehmem Oeschmack, vollständig umchidlich, Steilen eitle s.hlanke graziöse ri»ur her. ohne Diätzwang oder Aenderung de Lebensweise Prompte Gewichtsabnahme. Vom Volksgesundhettsamt bewilligt Nr. hll Kein Abführmittel Keine Schilddrüse 'Depot: Apotheke „Zum Römischen Kaiser«, Wien, i„ Woltzelie 13 gegen Mutter11 eh e e in ta ns che n. .l ätzt. Ich selbst bin jetzt jo weit von W-icn entfernt, und kann nicht zu ihm hin kommen. Euch, ihr üoben Vien,scheu, bitte ich, gebt mir mein Kind zurück! Jede jüdische Mrrtrer, weiche ein Gefühl für ihre Kinder hat, möge daran denken, wie es sie träfe, wenn ihr ein Ki::ö .veggetousi würde. Von mir, unendlichen Mutter, Schcwa Kletmnann." 8» ist kein Wunder, Koppczynczer habe ich genug Tränen vergossen. Uitd jetzt hat sich das Kind von seiner Mutter losaesaat. Wenn man mir einem un» glücklichen, kranken Kinde machen konnte, was man wollte, so kan» doch neck) Gott Helsen, daß mit Hilfe guter Men-!s ch e n m e i n S o h n; n mir und zu seinem Volke zu rück kehrt. Er ist ein Krüppel, bedarf eines Apparates, um sich bewegen zu können. Man ver'chasiihnt diesen Apparat und schicke ihn zu mir zurück! Wie traurig berührt es mich, zu hören, daß man es jo weit gebracht hat, daß mein Schn sagte, er habe keine Mutter und kein Judentum. Oh, könnte ich nur meinen Brief in seine Hände gelangen fassen, so würde er schon erkennen, daß er im Irrt u m besang c n t st, daß sich fremde Liebe nicht daß da8 glanzende Renommee des Warenhauses Brüder Schissmann. 2 Bezirk, Taborstraße 48, täglich neue Kunden anziclst. Reelle Billigkeit ist der Grund des ungewöhnlich starken Erfolges. Der Konsum machts Einer sagts dem. anderen, daß man nur bei Brüder Schiffmann verläßlich gute Qualitätswaren in mit.Schmutz und Liiger: bedecken und den Reinsten unserer Helden vor der ganzen Welt beschimpfen usw." Wenn wir in Betracht ziehen, daß die kommunistische Presse in Rußland und die Bolschewiken überhaupt sehr wenig über das Attentat und Petljura berichten, wenn wir uns erinnern, daß sogar die jüdische kommunistische Presse diese Angelegenheit verschwiegen hat, ist es ganz leicht zu verstehen, auf wen diese Anspielung^ zwlen, von dem Feind, der den Namen Petljuras beschmutzt und die Idee des Kampfes um eine freie Ukraine mit Lügen leschmackvoller reicher Auswahl zu konkurrenzlos billigen Preisen bedeckt! Es erübrigt sich, zu unterstreichen, daß niemals, Lchnnu. ^ank der amerikouischenÄesaMtsn^ weder vor noch nach dem Attentat, in einer jüdischen Leitung Um atz — klernner Nutzen hat sich du Kundenfrequenz des! . . ’ .. ’ t . ..r .. r , '/ rvv' Kaufhauses so gesteigert, daß Brüder Schiffmann im Laufe bön; ctn ^-^rt gegen die ukratnlscye nationale und Frerheitswenigen Monaten dreimal genötigt waren, ihre Verkaufsräume belvegung geschrieben worden ist. u vergrößern, tun den gesietgerteit Anforderungen entsprechen zu können. Dieser in Anbetracht der allgemeinen schlechten Geschäftslage besonders bemerkenswerte Aufschwung des führenden Leopoldstädtcr Warenhauses ist ein unwiderleglicher ' Beweis dafür, daß Geschäftserfolge nur durch stetig steigende Leistungsfähigkeit zu erzielen sind Gegenwärtig findet aus Anlaß der Vergrößerung und des Umbaues der Verkaufsräume ein. außerordent» sicher Sommerränmnnasverkauf statt Wir emvkehlen unseren Lesern die Besichtigung der reireud arrangierten Schaufenster und den unverbindlichen Besuch dm- Verkaufsräume. Ein Versuch überzeugt von der ungemein günstigen Kausgclegenheit. „Ser Treueste der Treuen, der chSnfte der Schönen.« Dre urrwrrrrifesten Vorbereitungen für den Schwarzbarth-Prozeh. — Eine ukrwinifMe Front. — Organisierung eines ResolutionsfturmeS auf die französiMe Oeffentlichkert. — Ein Aufruf der Generat-Na-du in Frankreich. — Schweigen der jüdischen Kommunisten in Rutztand. (Von unserem Berliner J.-K.-Korrespoudenten.) Wo ein Denkmal für Petljura errichtet werden wird, stützung zu bekommen, soll ihnen gar nicht schwer sein, sie ßavon ist noch nichts zu hören. Ob ein Preisausschreiben soll ihnen bereits erlassen ist und ob die Künstler bereits auf der Suche | aus bestimmten Quellen bereitgestellt nach Modellen sind, die die Gestalt des Haidamaken ves werden. Das Wesentliche aber ist, daß die Ukrainer öffentlich den. Ich habe die Liste der Organisationen durchgelesen, die 20. Jahrhunderts verewigen sollen, darüber läßt sich nichts--'— C1—1 rer,cva vm».& «iÄ» Genaues sagen. Eins aber habe ich erfahren, daß Auch die Bedeutung der Persönlichkeiten, die mit der ukrainischen Trauer sympathisieren, soll einen gewissen Einfluß auf den Prozeß haben. Fast jeden Tag werden Namen von Männern veröffentlicht, die sich an der ukrainischen Trauer beteiligen, und diese Namen sprechen für sich selbst. Man gibt zum Beispiel bekannt, daß ihr Beileid ausgedriickt haben: der Premierminister von Georgien, Gegetschkori, oder der ehemalige Außenminister Tschchenkeli, man operiert mit dem Namen eines polnischen Militärattaches, man erwähnt den Vorsitzenden der Delegation von Aserbeibf chan — das alles soll einen Eindruck machen. Man ist aber sehr vorsichtig bei der Erwähnung von Pogromanstiftern, obwohl sie offen in Europa herumgehen und sicher auch der Familie Petljura das Beileid ausgedrückt haben. Weder von dem Ataman S t r u k, der in Kopenhagen lebt, noch von Palien ko, der vor kurzem in Berlin lebte, wird man eine Erwähnung finden. Dafür sehen wir unter den ersten ukrainischen Namen, die sich Petljuras Ehre annehmen, den sozialrevolutionä« ren Schapowal oder den Sozialdemokraten B e s P a l k o . . . Die Aktivität der Ukrainer soll nicht unterschätzt wereine Geldsammlung für ein Petljura-Denkmal bereits vorgeschlagen worden ist. Ein Denkmal — der erste Schritt, von Petljura einen „Kodosch" (Heiligen) zu machen. Die Initiative kam diesmal aus Prag. Der Ausschuß der ukrainischen Organisationen in der Tschechoslowakei, der behauptet, nicht weniger als 103 Körperschaften und Vereinigungen zu repräsentieren, faßte unter anderem einen Beschluß, für ein Monument für Petljura zu sorgen. Es soll auch ein Fonds angelegt werden, um den Namen Petljuras in dem bevorstehenden Proeine finanzielle Aktion proklamiert haben. Und diese Aktion Blumenkränze auf Petljuras Sarg legten. Ich weiß nicht, soll auch in Polen, Rumänien und Deutschland durchgeführt und viele andere wissen es sicher auch nichl, ob solche Zu Werden. "Es ist natürlich auch ein Plan ausgearbeitet, der ganisattonen noch bestehen. Scheinbar existieren sie, obwohl nicht nur für Geld sorgt. Die Hauptsache ist, die öffentliche Meinung zu organisieren. Auf Vorschlag von Dm. Adriewsky, dem besten Freunde Petljuras und ehemaligen' Mitglied des Direktöriums, wird in Paris ein Zentralpunkt, eine Adresse geschaffen, an die sämtliche Resolutionen, Beileidssendungen und einschlägig.e Mitteilungen aus aller Welt geschickt werden sollen. Die Tätigkeit in dieser Richtung hat auch schon begonnen. Die Resolutionen sind nach ein und demselben Muster verfaßt. izesse und in der Presse zu verteidigen, um Sammel- „ - . .fi w... . M .... . , büch- - erscheinen zu -affen und der Familie Petljuras Rr Inhalt ist überall derselbe: P-tffura tst^der unvergeß. Hilft zu leisten. Sa lauten die Nachrichten aus Prag, das.,l'A nat,anale Held er hat k°m° Aschen Pagrame äuge, selbe wird auch in Berlin bekannt und in allen anderen Län. ‘T Ln, in denen nrlramische Organisationen bestehen. Es gibt f« der Balschew,^ ine das *,« S. «tab nur eine ukrainisch- Gruppe, nämlich dides Herrn Pros, -«Op'»«. h°b n. Man i« >««' l »ritt ,ra**ä Schiaarzbarch umzub?ingen, einsetzt Alle anderen, sei es in " "E-Hren w.rd, zur Ausübung zParis, Prag, Podiebrad, Berlitt, Kalisch, Warschau, Bukarest, .Lemberg, ohne Unterschied der Richtungen, Von den Sozialisten bis zum Komitee der Gutsbesitzermonarchisten, eines Druckes auf die französische. Justiz verwendet werden wird. Es ist doch keine Kleinigkeit, wenn eine Welt erschüttert und in Aufruhr versetzt wird um den Tod des unschuldigen nationalen Helden! Um daS Bild zu ergänzen, hat man sogar über ukrainische haben sich der Aktion angeschlossen, die aus die Reinwaschung 'Trauerdemonstrationen in Kiew und in des Mannes, der eine ganze jüdische Welt ruinierte, hin- Thar ko w berichtet! Solche Nachrichten zu verbreiten, zielt. Während wir noch über verschiedene Fragen diskuheißt wirklich auf die Unwissenheit der europäischen öffentlichen Meinung zu spekulieren, heißt glauben, daß im gegentieren, wird bei den Ukrainern ganze Arbeit geleistet. Als die wärtigen Sowjetrußland die Bolksmasien wegen des Todes unglücklichen Pogromopfer in New-York und Petljuras in solche Trauer gerieten, daß sie sich zu öffent- Buenos Aires ein inneres Bedürfnis empfanden, auf die pichen Demonstrationen entschließen und zu einem Zusammen- Dat Schwarzbarths zu reagieren, die Veröffentlichung der grauenvollen Einzelheiten dör Pogrome zu fördern, machten sich bei uns Stintmen laut, Gerechtigkeit und „Kaschruth" dieser Beweggründe zweifelten, das Attentat auf Petljura hervorgerufen hat, .vorgelegt wer stoß mit der Macht bereit sein werden. Das ist mindestens zu gewagt . .'. ' Die Bestrebungen sind klar. Dem Gericht soll Material es auffallend wirkt, wenn man diese lange Lifte der Angemeldeten unter die Augen bekommt: 1.. Die Regierung (die.ukrmnische). 2. Die Armee der ukrainischen Volksrepublik. 3. Die Mission der ukra'nischen Volkrepublik in Paris 4. Die erste Saporvschjer -Division. 5. Die zweite Wolhvncr Division. 6. die dritte eiserne Division. . 7. Die vierte Kiewer Division. 8. Die. fünfte Eherwner Division. ...... . 9.. Die sechste Sitschewer Kavalleriedivision. 10. Die besondere Kavalleriedtvision usw. 69 Organisationen, zivile und militärische, sind ttr dieser Liste enthalten Nach außen soll das heißen, daß die Regierung, das Milüär und das Volk auf der Wache für den guten Namen Petljurrs.sieben. Es ist nicht, unsere Aufgabe zn analysieren, ob alle di»se Organisation tatsächlich eristieren. Eines müssen wir aber von ihnen lernen: die Stellung der jüdischen Oeffentlichkeit zu dem Schwarzbarth-Prozeß -st eine zu lässige. Die Angelegenheit muß viel ernster genommen werden. Zwe'sel-- los wird die französische Justiz ihr Gewissensurteil zugunsten Schwarzbarths fällen. Die Luft muß aber recht zeitig gereinigt werden. Un.ere Aufkläkungstattgkelt müsien wir diel energischer führen. Zum Schluß noch ein paar Worte: - Wie es für cinen „Heiligen" paßt, wird auch von den Ukratnern ein Musenm auf den Namen Petljuras errichtet. Die Jnt.iative stammt aus der Redaktion der ukrainischen „T.risub". Jedermann, der etwas über die °n der über die Erschü.iernng der Ukrainer in der ganzen Welt, dieJe! °"ber die mindeste Einzelheit seines S„s L, w W..W L.r.1 Lebens, wird gebe,«», sich zu melden, und Material senden. Als ein paar jüdische Komitees gegründet wurden, um an den. Dabei werden alle Aeußerungen offiziell in'einem Stil der Verteidigung Schwarzbarths mitzuwirken, entstand in verfaßt, als ob sämtliche Ukrainer den Juden^ gegenüber Wohlunseren Reihen die Streitfrage, ob es angebracht wäre, daß wollend gestimmt wären. Man soll, heißt es, das jüdische die jüdische Gemeinschaft an dieser Angelegenheit teilnehme, Volk von Schwarzbarth abgrenzen; aber zwischen den Zeilen ob es uns nicht diskreditiere und der ganzen Sache Schaden sprüht deutlich der Haß und Zorn gegen die Juden. Abg> verursachen könnte — als ob Schwar.zbarth auf Petljura aus sehen von der berühmten Erklärung der Ukrainer im'polnipersönlichen Gründen geschossen hätte, als ob Petljura schen Sejm, die die Resolntion des jüdischen Kolo über,das wicht der tatsächliche Schuldige an dem jüdi- Schwarrbarth-Attentat nicht vertragen konnten, sagt doch schen Blutbad wäre! Die Ukrainer aber zögerten ausdrücklich die Erklärung des ukrainischen Klubs, unterkeinen Augenblick, vom Anfang an sich mit Petljura zu schrieben von Sergei Chrutzki und Boris Koziub.Ski, Vielleicht könnten wir als Grundstein für das künftige Museum Abschriften aus unserem historischen Pogromarchiv zur Verfügung stellen? Dort ist ziemlich viel Material über Petljura enthalten ... Das Museum könnte aus die Weise mit einem: Schlag eine reiche Abteilung zur Schilderung des Lebens und des „S ch a f f e n s" P e t l j u r a s erhalten . . . M Rpvnwernttpntnl mi* einen jüdischen flennen. K. Paris, 17. Juli. Auf einen der mutmaßlichen Zeugen im Prozeß Schwarzbarth wurde ein A t t e ü t a t veridentifizieren, es gab unter ihnen gar keine Streitigkeiten daß „die Aufregttng zwischen dem ukrainischen und jüdischen übt. Der 41jährige Schneider Perez Stein wurde auf ... ."""" w— ^..1.— »—/, offener Straße von zwei Personen angehalten, die auf ihn r , , . , . ... _ . , dreimal feuerten. Stein stürzte zu Boden, worauf einer der Angriff gegen Schwarzbarth zu der ukraintschen Organtsattonen m Frankreich, aus der rch Attentäter, die beide Masken trugen, noch einen darüber, sie verwandelten ihn in einen Heiligen, gründeten Volke wütender werden kann". offen überall Komitees und beschlossen, mit allen Mit-I Vor mir liegt die Proklamation der General-Rada t e l n den führen. Wer steht hinter den: Pro-Petljura-Ausschuß? In der ersten Reihe die ukrainischen Organisationen in der Tschechoslowakei: lükademische, militärische, genossenschaftliche, politische, agrarische, Frattengruppen, B ö l k e r b u n d g e s e l l s ch a f t e n, Sport- und konfessionelle Vereine. Die u k r a i n i sch e n Geistlichen vereinigten sich in dieser Stunde der Rache für Petljura sogar m i t d e n S o z i a l i st e n. Es läßt sich natürlich nicht Voraussagen, welche Mittel sie aufzubringen imstande seien. Es wird sogar behauptet, daß die Ukrainer Kaüutha*Ä uit* üialh »u WrNLo hztulthfiXL Gelduuler- 1 nur eine Stelle des Aufrttfes zitieren möchte, um zu. überzeugen, wie zweideutig .er geschrieben ist und. wie aufreizend er gegen die Juden wirken muß. Genau so sind ehemals die Aufrufe Petljuras „gegen" die Pogrome verfaßt worden. In diesem Aufruf der Pariser Nada heißt es: „Der verfluchte Feind hat mit der Hilfe von Verrätern unser eigenes Land besetzt, er hat unser Bott ausgeplündert, die Dörfer in Armut versetzt, Zehntausende treuer Verteidiger unserer lieben Ukraine hingeschlachtet und zum Schluß hat er einen Mörder gedungen und uns den Treuesten der Treue n. d e n S ch ö n st en der Schönen geraubt. Jetzt will er auck die beiliae Idee des Kampfes um die Ukrarue - Schutz auf ihn abgab und dazu kn russischer Sprache rief: „Da hast du, Iude! Du Verteidiger Schwarzbarths!" Stein ist leicht verwundet. Sein Zustand ist befriedigend. In den letzten Tagen hatte er, da er sich dem Untersuchungsrichter in der Schwarzbarth-Angelegenheit zur Verfügung gestellt hatte, mehrere Drohbriefe erhalten. Während des Attentates befanden sich in der Nähe sein Vater und sein achtjähriges Kind. Stein ist vor längerer Zeit ans Rnßland, wo während, der Pogrome seine Frau ermordet wurde, nach Argentinien ausgewandert. Da et dort jedoch keine Arbeit finden und seine fünfköpfige Familie nicht ernähren könnteist er nach Paris gekommen. Er stammt aus Roftow am Don.