Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2655 (15.7.1926)
- Date
- 1926-07-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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«r. 2688 Sten, Wi«n«r SffotflHMelfuftfl IS. FuN 1998 «ke» fflicn, 15. Jul«. * Dar Weiter. Die Hund-taarhitze ist hereingebrvchSN. Gestern war der heißeste Tag in diesem Gommer zu verzeichnen. Im Schatten zählte man fl Grad Celsius. Dis Hochwassergefahr erscheint beseitigt. Die Voraussage lautet: Wahrscheinlich noch heiter und sehr warm, lokale Gewttterbildung, später Eintrübung und Abkühlung. * Nach dem roten das schwarz-weiß,rote Turnfest. Gestern sind die ersten Teilnehmer am zweiten Turnfest des Deutschen Turnerbundes, einer auf streng rassenantisemitischem Standpunkt fußenden allstaatlichen Organisation» hier eingetrsffen. Dt« Bor« anstaltung wird von heute bis einschließlich Sonntag dauern Zwischen den roten Arbeitersportlern und den schwarz-äveitz-roten Turnern wurden Vereinbarungen wegen eines Burgfriedens getroffen. Die Leitungen beider Turnfeste haben gewisse Vorbereitungen gemeinsam getroffen, die für dar Arbeitersportftst auf dom Trabrennplatz errichteten Tribüne» wurden auf geteilte Kosten beider Organisationen hörgestellt und werden nunmehr bei dem Turnfest der Hakenkreuzler benützt wer den, die zur Unterscheidung von den Arbeitersportkern, die eins .viereckige Festplakette trugen, neben dem Hakenkreuzabzeichsn des Deutschen TurnerbundeS ein ovales Msfstngfestabzeichen aufgestsckt haben. * Wladimir JabstinSky ist in Paris angekommen. Er soll demnächst eine Reise nach Palästina antreten. * Selbstmord. Aus Budapest, 14. d., wird Uns gemeldet: In einem Zimmer des Grandhotels auf dem Schwabenbörg wurde heute morgens der 33 Jahre alte Wiener Richard Mandl tot aufgefunden. Mandl, Sohn eines bekannten Wiener Universitäteprofessors, hatte, angeblich aus Liebesgram, eine unbekannte Giftlyfung getrunken. * Autounfall. Der üWhrige Oberphyst ratsrat Dr, Friedrich Steuer, Wallensteinstraße 30, geriet gestern in der Klösterneuburgerftraße unter ein Privatauto, das der Bankbeamte Weinberg lenkte; er wurde niedergestoßen und erlitt erhsbliche Per», letzungen, so daß er durch die Rsttungsgesellschast in da« Krankenhaus gebracht werden mußte. Rach Zeugenaussagen trifft den Len, ker kerne Schuld an dem Unfälle. Infolge des jähen Bremsens ging eine Fensterscheibe des ÄutoS in Trümmer, durch welche die rm Wagen sitzende Gattin WeinbergerS eine leichte Schnittwunde erlitt. * Der Schuh in der Nacht -* anfgeklört. Wie berichtet, wurde m der letzten Sonntagnacht der Äinobilleteur Emil Hudecek auf der Straße erschossen anfgefunden. Sein Tod gab zu den verschiedenartigsten Gerüchten Anlaß, da der Mann sehr v;el Liebesaffären hatte. Nun wurde der Fast «astlys ausaekkärt. Hudöcek hat sich nach starkem Welstgemrß aus Gram über dre Abweisung seiner Anträge durch ein Mädchen vor dem Fenster seiner Liebe erschossen. -" Strafuntersuchung gegen David Rosonfeld. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mödlinger Pankier David Rosens e l d, der, wie bekannt, zwischen der Zentralbank der deutschen Sparkassen und dem „Abend" hatte, vormitte-ln wollen, die Untersuchung wegen des Verdachtes der Erpressung anfgenommen. * Grenzvorkehr zwischen Oesterreich und Ungarn. Gestern mittags wirrte im Bundeskanzleramt das GrsnzverkehrSabkommen mit Ungarn und das Abkommen über den Personenverkehr für Oesterreich unterzeichnet. Das Abkommen trägt den lokalen Be« dürfnissen Rechnung und bedeutet gegenüber dem bisher geltenden Grenzverköhrsabkommen einen starken Fortschritt auch in der Richtung, daß durch das neue Abkommen klare Rechtsver« h ä l t y i s sie geschaffen werden. * ^..Zusammenlegung der Fonds." Wir schalten zu der m unserer Nummer vom 8, dunter obigen Titel eWenenen Notiz folgende Zuschrift des Präsidiums des Keren Kajemeth Ocher« reichs: „Da von eiurgeu Seiten Ihre Notiz über die. „ZufgM« menlogung der Fondv'" in Ihrer Nummer vom jä. d, nicht richtig verstanden wurde, sehen wir uns zu der ErkkÄung veranlaßt; Dw ,r,rage der Zummmenlegnug der Fonds wurde zum erstenmal durch die Zionisten Amerikas, speziell durch Louis L i p s k h angeschnittm. lrs entspann sich hierher eine Pressedehatte, in der die Wokäentrale oos Keren Kajometh ihre negative Haltung zur Zusammestlsgung «um Ausdrucke brachte. Unseres Wissens hat der Keren Kaismech ferne negative Stellung bisher nicht aufgegeHen und es sind uns auch keine weiteren Verhandlungen zwischen der Weltzentrals Md den anderen Faktoren über diesen Gegenstand bekannt. Die Landeskammission des Keren Katemeth in Oesterreich, respektive dessen Präsidium. Hst zu dieser Frage seither ggr keine Stellung genommen: Im Klub der radikalen Zionisten wurde über diese rrrage debattiert, jedoch wurden seine Beschlüsse gefaßt, noch konnten solche, die den Keren Kajemeth binden, gefaßt werden, Für das Präsidium des Keren Kajemethr Dr. «eo Goldhammer/ Adolf Böhm" '» Wegen Uebersüvung fünf Minuten geschlossen war zeitwoise an den Eingangstüren der Dol-Ka-Ver?aufHaüser zu lesen. Der große Andrang beim diesjährigen GammerrsumungSüarkauf «'.'weist die Urteilsfähigkeit des Publikums gessnübex wirklich günstigen Angeboten. * Die Ehe eines türkischen Prinzen. Aus Budapest wird uns gemeldet.' Der türkische Prinz Abd el Kadir hat, skitdom er sich von seiner Frau scheiden lieh, beinahe wöchentlich mit den Behörden zu tun, da es zwischen den Eheleuten fortwährend Reibereien gibt. Gestern nachmittags erschien der Prinz wieder bsi der Polizei und hat. man möge chm Bxachialgewalt zur Vertilgung Ueften, da seine Frau aus seiner Billa widerrschmch die Dtöbel fortschaffen lassen wolle. Seiner Bitte wurde Folge ge« leistet und der Möbeltransport verhindert. Abd el Kadir scheint jedoch die vielen Scherereien satt bekommen zu haben, denn er teilte bei der Polizei mit. daß er Budapest demnächst endgültig verlassen wolle. . * Klmkrrrrtznzausschrcihrli Palast des Völkerbundes. er Völkerbund schreibt ein Prchest für den Bai; des VWechmid- Palastes i» Genf gns. Für die besten Projekte sind 133.000 Schweizer Franke» ausgefetzt. Beim tschechaslawafischsu Ächeits» Ministerium kan,; i» das Programm des WMaivwbes Einsicht ßenomnvüu werderl. Ein jüdischer, Leichenwagen für ein christliches Begräbnis. Die „Mecklenbnmsche Polkszeittmg" beiüchtet aus dem Städtchen Hageuow: Dort starb am IQ, Juni eine Frau G., welche Mit« glied der Advontgemeinde war und ans religiöser GewissenKschvr« Zeugung 1031 ans der evmWlisch-luthertschen Kirche aus trat. Die epa,lgelisch«lutherlsche Kircheubshörde verweigerte der Mr, slvrbenen den Leichenwagen, Die Verhandlungen mit dem Pastor und dom .Mchenge,minderst blichen erfolglos, Der Amts« hanptmann erteilte den Angehörigen den Rat; „Wenden Sie sich doch ein »tat an die jüdische Gemeinde, die ja auch einen Lsichsnwagen hat." Sie befolgten den Rat. De? jüdische. Vorsteher stellte ihnen den Leichenwagen samt Pferden unentgeltlich zur Berfü* gung und saaw chneu, daß auch ein Grahmsl auf dem jüdischen Friedhof zur Verfügung steht, für den Fall, daß die Klrchimbehörde weitere Schwierigkeiten wacht. Auch stellt« er für den der Not eine Geldunterstützuna in Aussicht. Die Zeitung stellt diese Handlungsweijs als ein Mst« rÄigwssr Hchnny hnv US der jüdischen Welt Halbjuden oder Renegaten? Zum „Konklave" btt Meralerr Rabbiner. Von Alfrch TWer (London). Am Ende der vergangenen Woche ist hier eine eigenartige Synode zufaniniengetreten. Mehr als fünfzig Rabbiner aus verschiedenen 'Staateu, hauptsächlich ans Amerika, England, Deutschland und Frankreich, durchwegs den reformierten Liberalen angehörig, sind zu einer Konferenz zusammengetreten. Diese liberalen Herren jüdischer Konfession sind nirgends so stark wie hier in England, wo sie unter der Führung des hochintelligenten Rabbi Matuck, unterstützt von Montefiore und Frau Montazu, Her Schwester des Lord Dvaythling, eine recht starke Gemeinde bilden. Sie besitzen einen großartigen Tempel in der St. Johns Wocd Road im Westen Londons mit einem anschließenden Konrplex von Gemciudesälen und Schulzimmern, haben reiche Gönner und begeisterte Anhänger. Mit ziemlich schwerer Besorgnis sicht ixcher die Londoner Judenschaft unter Ehiefrabbi Hertz ihre Anstrengungen, die darum eine Gefahr bilden, weil sic sich vorwiegend mit englisch-nationalen Argumenten an die stark assimilierte Mische Jugend Englands wenden. * Die Bestrebungen dex Liberal Synagogue sind Losreißen Von jeder Tradition, nüchterne rationalistische Anpassung des Gottesdienstes an moderne Erfordernisse, Aufräumen mit allen unbequemen Beschränkungen, hie der orthodoxe Jude — ihrer Ansicht nach heuchlerisch — auf sich nimmt. Die äußerlich- Form, in der diese Bestrebungen in die Erscheinung treten, ist der „reformierte" Gottesdienst. In englicher Sprache natürlich, mit der notwendigen Charbegleitung, die Gebete eigenartig modern und jenen der Kirche angeglichen. In ihren Predigte); und Lehren drücken die Liberalen Entsprechendes aus, sie anerkennen des ferneren Christus ass maßgebenden Lehrer, wenn auch nicht als Gottes Sohn... * Der dringenden Einladung des vom Liberalismus bo? geisterten Erst Norman*) folgend, ging ich kürzlich zu einem Sqmstagrnargenggttesdienst dev Liberalen. Noch niemals habe ich eine niederschmetterndere Stunde erlebt. Nicht das geschmacklose Aeußere und Innere der Synagoge, dst lächerliche Kombination einfqch weihen, doch amerikanisierten, griechischen Stils ntit schnitzeichener Innenausstattung, nicht hie Anwesenden, die für einen Tempel merkwürdig genug — Damen und Herren durcheinander sichen, die letzteren 8«m Großteil ohne Köpft hedeÄung. nW das kon-ertmäßige Bortragen von Arien und Nnsttstücken dchvimierten mich. Doch die Art, wie dies« ent- M'vzMn Menschen „beteten"! Es ist zu traurig, .um beschrieben zu wevden... Wie fe-rne, wie unbeschreiblich ferne sind diese Halbjuden ihrem BoKstum, den religiösen Inhalten jener Menschengruppe, 'der sie entstammen, der sie alles datrken, was sie bedeuten. Jenen Inhalten, die dst Basis ihres Wesens bilden nchßten, wenn sie je ihr Dasein rechtfertigen wollten! Wie ferne jenen Orthodoxen, dst sw nicht verstehen können, gegen die -sie wettern, weil sie Vielleicht nm die schwächsten Vertreter der Orthsdoxie, nur die schwäWe>n Rchräsentanten wirklichen Judentums kennengelernt haben. Nst den Versuch gemacht haben, üfe? diese hinaus zu sehen, nach anderen Brüdern zu suchen. Unwillkürlich sah ich im Geiste den Gottesdienst in eine? chqsiidischen Schul — den höchsten Triumph inbrünstiger Andacht und gottsuchendor Transzendenz. Und als ich Eric Norman auf dem Rückweg von einer „Klaus" und von den Juden erzählte, für deren Leben sie den Mittelpunkt bedeutet, da war er bewegt, aber er sagte: „Sie sind glücklich, sie sind ganz, wir ah«r können zu ihnen nicht mehr zurück. Wir sind und müssen mit unseren modernen Begriffen und unserer modernen Erzichilng Halbjuden bleiben." Und da war ich froh und stolz wie noch nie, dich ich ihm auch von jenell erzählen konnte, die in unserem Altneuland ihres^ Wesens Ganzheit wiedergsfunhen haben, die volle Juden sind, tief verbunden 'nnseror Bibel, in der unsere Stärke liegt, und dennoch von „modernen Begriffen und moderner Erzichung". Es ist richtig, wir können nicht zurück. Doch wir können vorwärts! Und nach dem realen, wie nach dem geistigen Zion weist unser Weg! Viele und immer wieder Neue gehen ihn, und darum wird die literale Rvformbecvegung scheitern, wie ihre pstlen Boriäitfer. Das Judentum ist zu stark für sie, denn jeher wirkliche IM wiegt tausend Msjqstn ans. AlaNk, Urteil über da« amerikanische Judentum. M. N. Bialik hat. wie schon berichtet,.am 8, d. an Bord der „Aauitania" die Rückreise nach Europa angstrrten. In einem Gespräch mit dem I, T. A."Bsricht?rstatter sagte Pialik: «Die Jschan sind die Erösir einer alten Knltur, die sie pfltzgm müssen, wsnn sie nicht untergeben wollen. In dieser Bszitzl)n»rg kann man die. Zukunft der Jndonschaft Amerikas keineswegs als eine.gesicherte ansehen. Die zur Schau getragene S e. l v st z n s r ie d e n h e i t verstimnlt. Die nach außen sich manisesiierende Lebensfreude ist nicht der Schaum des übersliehenden Bechers, sondern eine Seifenblase. Es ist das Ge« fühl der Ohnmacht, gepaart mit Unwissenheit und Zweifel über den eigenen inneren Menschen." «Die Borstellttttgswölt der amerikanischen Zionisten," schloß Bislik. ist begreiflich noch etwas eng. Sie betrachten die Arbeit für den Zionismus noch immer als eine Axt Philanthropie. Die Führer der anwrikanischen Ilkdenheit auf dem rechten und dem linken Flügel haben keine positive Ein« st e l l u n g zum Zionismus, doch habe ich bei ihnen ein „fair play" seslgeftellt. Ich muß aber sogen, daß ihre Ideologie eine st a r k c Gefahr für die Fortexistenz der Judenheit Amerika^ in sich birgt." *) Gin heworpogender Anig der RMkkM. Londoner Schar sipstler. Arrmer- Ler amerikanische B'«ai>B'rith>Lrden ffir PaiMina. AnS New - Aork wird uns berichiet: Der unabhängigtz Ovdeu B'uai B'rich in Amerika faßte dieser Tage den Beschluß, die Lamrnlung eines Zwcimiklioneirdollarfoiids ciuzuleiten, der für die kulturelle Eiktwicklnug der jüdischen Jugend in Amerika und für AusbauMecke in Palästina vcrioendet werden soll, vornehmlich sollen in Palästin-a moderne Musterhänser für Wchnz-wecke errichtet werden. Sollte sich diese Aktion bewähren, sollen sür Hör scrbantzveckc in Palästina weitere Geldmittel angebracht Werden. Ein Teil des gesanrmellen Betrages soll znr Stärkung der Mittel der schon vor längerer Zeit vom B'nai B'rich-Lirdtn ins Leben gerufenen ,,Anli Tcfai'.tation Leaguc", der Liga zur Bekämpfung der antisemitischen Berleumdnngen stegen das Jndenium in Wart und Schrift und ar s der Bühne, dienen. Bom Wettdun» »er Eephardtm. Die Consedcration universelle des juifs sepharadim. welche ihren Sitz in Jerusalem hat, versendet soeben einen geschichtlichen Rückblick, über Ursprung und Ziele dieses Weltbundes sowie seine Entwicklung seit dem Jahre 1917. Die Bewegung hat unter den sephardischen Juden nach dem Weltkriege durch dett Drang der orieritalischen Juden nach Palästina eine starke Belebung erhalten. Die zahlreichen Verfolgungen, unter denen die Juden in martchen Ländern dds Orients litten und die Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage hatten eine starke Auswanderung von orientalischerl Juden nach Palästina ^zur Fpsge, Sie erreichten das Land oft nach Ueberwindung unsäglicher Schwierigkeiten, tzstsahron und Entbehrungen. Ihre Zahl beträgt dreißig Prozent der gesamten Einwanderung. Da viele von ihnen in threm jlrsprungs-' lande Bauern waren und da sie Orientalen sind, bilden sie ein ausgezeichnetes Ferment für den neuen Jischnw. Viele dieser Einwanderer wandten sich an die sephardische Organisation und ft machte sich bereits im Jahre 1920 das Bedürfnis geltend, alle lebendigen Energien der sephardischen Judenheit zu einen) Weltbund zu organisieren. Nach der Karlsbader Konferenz im Aagnst IM wurde ein Organisationsausschuß mit den weiteren Arbeiten betritt, der seinen Sitz in Jerusalem hatte. * Anläßlich des Wiener Z i o n i st e n k o n g r e s s e 8 im August des Vorjahres fand dann der erste Kongreß der Sophardim statt an welchem 63 Delegierte aus fünfzehn Staaten teilnahmen. Diese Tagung beschloß die Gründung eines Weltbundes der SephaMm, welcher die geistige, nationale und religiöse Wiederauftichtung der sephardischen Judenheit und die nachdrückliche Verstärkung ihrer Mitarbeit am Aufbau Erez Israels bezweckt. Die Leitung des Weltbundes (Jerusalem) beschäftigt sich zurzeit mit der Gründung eines A u s k u n s t s h u r e a u s und eines E i n w a n d e r e r h u r e a U s, welches die Immigranten aus orientalischen Ländern ärrszunchnieu und ihnen die Ansicdlung zu erleichtern hat. Ferner soll eine K r e d i t k a s s e mit einem Kapital van 10,000 Pfund ins Lehen gerufen werden. Man will auch eine finanzielle Hilfe für jene Kolonistengruppen organisieren, welche sich mit ihren eigenen Mitteln haben und die einer Fächerung dringend bedürfen., . Ein LWhriger jüdischer Gelehrter nach Cambridge berufen. dem dortigen' physikalischen Institut Jeine wisseuschqftlichg Farschungsarbsit fartzusetzen. Pros. Rosoford schreibt. Eharitans Arbeiten auf dem Gebiet der chemischen Reaktion hätten auf ihn und seine Phhsikerkolleaen einen überwältigenden Eindruck gemacht und bei ihnen große Hoffnungen hinsichtlich der Zukunft des jungen Gelehrten geweckt. Chqritan ist 92 Jahre alt und der Sohn eines der Redakteurs der Rigaer russischen Zeitung „Sewodnja". Er reist dieser Tage nach London ab. Ban der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judsutnms. Am 24. Juni fand in der Aula der Hochschule für die Wissenschaft des JndentriMs zu Berlin die orderrtliche Grncralversainrnlung statt. Der Vorsitzende gedachte der drei Kliratoriumsnritglieder, der Herren Goheimrat Professor Dr. Albert Pt o s s e, Öberregierungsrat Paul M e v e v und Max W e i ß, durch deren Ablchsn die Hochschule in tiefe Trauer versetzt wurde. Im letzten Wiuterseuwster war die Hochschule von 46 ordentlichen Hörern und 39 Hospitanten besucht. Wie der Roch'.ningsbericht zeigt, haben die Ausgaben sich bedeutend erhöht mw den Betrag von mehr als 100.000 Mark erreicht. Die Emnabmerr hoben damit nicht gleichen Schritt gehalten. Die schwierige Wirtschaftslage, de» allgemeine ontgegeubringslt. nur noch vereinzelt in der Lage sind, inatenelle AufweudutWll zu uiacherc. Die ansichewenden Knratorinmsmitgliedex Jmtizrat Dr. Arnold Selig sühn, Jnstizrat Dr. Leo L i l i e n t y a l, Direktor Oskar Wasser in a n n ilgd Rechtsanwalt Dr. Eduard Baorwald winden wiedergewählt, neu geivähli wurde Herr Regieruugsdirektor Dr. Bernhard Weiß. ’igt allein «rüllch empfohtonl^ MMion«nfaK höR8hrt.'ti Packung S 1.86. Gegen Fubschweiß.. Drennenunü Wundlausen.aurrrvl-gubbLdm eMßuJk