Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2655 (15.7.1926)
- Date
- 1926-07-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Se«r 4 Wien, Donnerstag fBHtntt Moegen-ertirns 15. FuN 19S8 " «* «SSL P(T« fiwu Sie tzplofionskataftrophe in Amerika. FortwUrend nette Setonotionen. — Sie Gefahr noch nicht gebannt. — Gewaltige znschanermafsen. N«w-Dork, 14. Juli. An der Unglücksstätte von Dover wird nnansgefetzt Tag und Nacht gearbeitet, nm den Gefahrenherd abzngrenzen. Die in dem Munitionsdepot herrschende Fericrsbrniist hat infolge eines Wechsels der 'Windrichtung ein bisher verschont gebliebenes Sprengstofflager ergriffen. Vierzehn weitere Sprengstofflager sind stark gefährdet. Im ganzen sind etlva 900 Einwohner aus der Gefahrzone geflüchtet. Stündlich erfolgen noch 16 bis 30 Exp l o s i o tf c n. Sachverständige des Marinedepots erklären, daß die 14er-Flugzeugbomben und ein Lager mit 75-Millimeter- Granaten noch nicht explodiert seien und daß die Gefahr besteht, daß dieses Lager ebenfalls auffliegen UNd auf das Armeearsenal übergreifen werde. Zur Hilfeleistung herangezogene Truppen versuchen vorgeblich, an den Unglücksort heranzukommen. An der Stelle, wo sich das Hauptgebäude des Munitionsmagazins befand, ist jetzt ein Trichter von IVO Fuß Breite und 3V Fuß Tiefe. 200 Gebäude innerhalb des Arsenals sind zerstört, jedoch sind bisher 18 M a r i n e m a g a z i n e den Wirkungen der Explosion entgangen. Ans New-Aork und Philadelphia sind Hilfsmannschaften des amerikanischen Roten Kreuzes in größerer Zahl eingetroffen. Sie konnten mit Hilfe friwisiiger Spenden der Bevölkerung bisher über 1000 Flüchtlingen eine Unterkunft gewähren. Die Züge aus Ncw- Dork und Washington bringen unausgesetzt Znschanermafsen, die, mit Ferngläsern und Proviant für mehrere Tage ausgerüstet, ans reiner Sensationslust an der Grenze der Absperrungszone veriveilen. Freiwillige der Marine sind bis nahe an die Forts und Magazine vorgedrungen und haben bisher 16 schrecklich verstümmelte Tote bergen können. Die Truppen haben im Laufe der letzten Nacht acht P l ü n d e r e r, die in den zerstörten Ortschaften trotz der großen Gefahr sich eingeschlichen haben, um die verlassenen Wohnungen auszurauben, festgenommen. Ile guni-tzlngänge des Keren Hajeffov. Das Hauptbureau des Keren Hajessod teilt mit, daß cs im Juni einen Eingang von 43,655 Pfund Sterling 1 Schilling 4 Peuce zu verzeichnen hatte, wogegen die Einnahmen im Juni des Borjahres 66.070 Pfund betrugen, darunter allerdings die im vorigen Jahre für die Universität gewidmete Spende von Herrn Bernard Baron im Betrage von 10.000 Pfund. Die Gesainteingänge des Keren Hajessod betrugen am 30. Juni 1926 2,398.063 Pfund 17 Schilling 4 Pence. Den Hauptanteil an den Eingängen des Monats Juni lief»ten die Bereinigten Staaten von Amerika mit 23.016 Pfund 7 Schilling 7 Pence. An zweiter Stelle stand Kanada mit 4714 Pfund 5 Schilling 3 Pence, an dritter Stelle Großrumänien mit 3073 Pfund (davon Bukarest 2575 Pfund, Bukowina 394 Pfund, Beßarabien 103 Pfund). Aus Deutschland kamen 2677 Pfund, davon 1402 Pfund als Ergebnis des persönlichen Appells von Herrn Dr. Weizmann in Berlin fiir das Technikum in Haifa. Aegypten sandte 1427 Pfund und Polen 1225 Pfund (davon Warschau 617 Pfund, Krakau 257 Psnnd, Lwow 210 Pfund, Wilna 40 Pfund). Argentinien ist mit 1000 Pfund vertreten, während alle and-eren Länder der Liste die Tausendpfundgrcnze nicht erreicht haben. Die Tschechoslowakei sandte 868 Pfund, Jugoslawien 767 Pfund, England 750 Pfund, Palästina 599 Pfund, Litauen 597 Pfund, Tunis 555 Pfund, Finnland 514 Pfund, Oesterrrich 406 Pfund, Belgien 300 Pfund. Das Direktorium des Keren Hajessod benützt die Gelegenheit der Veröffentlichung dieses Ausweises zu dem Hinweis, daß in den nächsten Monaten die A u f r e ch t e r h a l tu n g und Erhöhung der. normalen Ueberweisungenentscheidend dafür sein wird, ob die Hoffnung aufrecht erhalten werden kann, das am 1. Oktober neubeginnende Arbeits- und Budgetjahr nicht mit einem erdrückenden Defizit zu belasten. Cs kann jetzt schon darauf hingewiesen werden, daß im Juni eine gewisse Erleichterung der außerordentlich ernsten Lage durch den neuen Beitrag des Herrn Bernard Baron von 25.000 Pfund eingetreten ist, und daß im Juli die regelmäßigen Monatsüberweisungen aus Südafrika beginnen, die das Resultat der erfolgreichen südafrikanischen Kampagne darstellen. Wenn im letzten Quartal des lausenden Jahres alle Länder ihr Augenmerk darauf konzentrieren, das Inkasso fälliger Verpflichtungen durchznfnhren, könnte die wirtschaftliche Lage in Palästina, soweit sie von erhöhten Ueberweisungen des Keren Hajessod beeinflußt werden kann, jedenfalls vor einer Verschlimmerung bewahrt werden. Der Ern st der Situation i st so groß, daß die energischesten Maßnahmen notwendig sind und alle Zentralkomitees des Keren Hajessod, alle Mitarbeiter und Zeichner ihre Verantwortung fühlen müssen. Darum richtet das Direktorium und Hauptbureau des Keren Hajessod an alle seine Komitees die dreifach dringende Aufforderung zu verstärkter Propaganda, schleunigsten und gewissenhaftesten Inkasso aller ausständigen Verpflichtungen und zu ungesäumter Ueberweisung jedes eingezogenen Betrages. Ein Schreiben des dänischen Expremiers über den Keren Hajessod. Aus Kopenhagen wird uns geschrieben: Der frühere dänische Premierminister I. C. C h r i st e n s e n hat an den Beauftragten des Keren Hajessod, Herrn Dr. Zwi W i l e n s! y, das folgende Schreiben gerichtet: „Im Anschluß an unsere kürzlrche interessante Unterhaltung über das Kolonisationswerk in Palästina, wo die heimlosen und flüchtigen Juden Zuflucht finden und für die kulturelle und materielle Wiedererrichtung des Landes arbeiten können, fühle ich mich gedrängt, Ihnen meine Sympathie mit Dieser Bewegurrg anszudrücken. Ich würde mich freuen, wenn diesem Werke die Unterst st tzn n g aller d ä n i s ch e n I u b c n zuteil würde. Ich glaube, es ist dies eine Aufgabe, die dringend ihre Mitwirkung braucht und zu deren Erfüllung sie der Billigung nicht nur ihrer Glaubensgenossen, sondern auch all ihrer Mitbürger in Dänemark sicher sein dürfen." 986 Plattfuß Beschwerden ach in hsn schwersten Fällen, sowie F»oftp«tile». Gewächs- und Lchwielrnbildung werden unter Gnran»e in der seit 3Q Z-hren mit den mydesnstfn »"Ifimitteln kingerich'ktt» orthopädischen Meß» und Lchuhanswlt Andreas Reich, <J Bezinf. Mariahtlferftraße i«{J, btfobtn. Dieser Spezialist arbeitet für gesunde Fähe nicht, ragore am Loettagslksch. Gestern abends sprach im überfüllten KonzerthauSsaiN Rabindranath T a g o r e zur Jugend. Der indische Dichter gab seiner Freude Ausdruck, daß die Jugend ihn, den Alten, noch immer als Jungen betrachtet unb liest. Die Jugend soll weniger Politik treiben und viel mehr sich den kulturellen und menschheitsfördernden Fragen widmen. Nachher trug Tagore Gedichte aus feinen Werken Einiges ans dem „Gärtner" und die wundervollen Kind*»» gedichte. Manches auch bengalisch. Die Rythmik und Melodik des exotischen Vortrages wirkte zündend auf die versammelte Jugend. SeWftellnng eines WechseMfchers. Sill« MMi-a« rchad«». Der frühere Cäfctier .Hugo Rahn, 19. Bez., Fried!- gaffe 49, hat sich im Oicheicheitsbrrreou mit der Selbstanzeige gestellt, seit einigen Jahren durch gefälschte Wechsel etliche zehntausend Schilling als Darlehen entlockt zu haben, ohne sie bisher zurückzuerstatten. Er gab an, daß er durch verfehlte Spekulationen in Geldverlegenheit gelomnwn sei. Seine Notlage habe ihn auf die Idee gebracht, Wechsel mit gefälschten Unterschriften bei ihm bekannten Gastwirten, Kaffeesiedern und anderen Leuten zu präsentieren, um so Darlehen zu erhallen. Da er dadurch immer mehr und mehr in Schulden geriet, pflegte er beim Fälligkeitstermin, wrch Darlehen, die er auf neue gefälscht« Wechsel ausgenommen hatte, die alten Wechsel einznlöfrn. ohne daß man auf die Fälschung kann In den setzten Tagen wußte er sich nicht mehr zu helfen, da er keine neuen Darlehen mehr erreichen konnte und nach einem mißlungenen Selbstmordversuch durch Erschießen, stellte er sich selbst hei der Behörde. Die Schadenssumme, die durch die Wechselfälschungen erreicht wurde, beziffert sich bisher auf etwa 70.000 S. und sonst sind noch Darlehen mit einer Gesamtsumme von 30.000 Schilling ausständig, die er nicht zu zahlen imstande ist. ■ Tod bei der Arretierung. Gestern gegen 1 Uhr mittags hielt der wchsitlüformiene Bahngendarm Anton Prinz, Leibnitzgafse 50 wohnhaft, die 23jährige. aus Wien abgeschaffte Kontoristin Marie Wappek aus dem Graben wegen Verdachtes des Taschendiebstahls an. Die Wappek widersetzte sich der Arretierung und gab dem Wachcbeamten mehrere Stöße gegen die Brüst und versuchte, das Publikum gegen ihn aufzureizen, indem sie. sagte, daß der Herr sie belästige. Inspektor Prinz zog einen uniformierten Wachmann bei. Das Mädchen wurde bis zur Opernschleife geführt, wo die Eskorte auf die vordere Plattform eines Straßenbahnwagens aufstieg. Auch auf der Plattform stieß die Wippe! gegen den Bahngendarm, der plötzlich znsammenstürzte. Sie sprang nun über den Leblosen hinweg, versetzte ihm noch einen Stoß und wollte vom Zuge abspringen, wurde jedoch von dem Wachebeamten daran gehindert und schließlich in das Wachzimmer Elisabethpromenade gebracht. Dar Tod des Prinz dürfte durch Herzschlag eingetreten sein. Die Wappek wird dem Landesgerichte eingeliefert werden. Die gerichtliche Obduktion der Leiche wurde beantragt. E Rsisebureau der Hamburg-Amerika-Lirne. Verkauf von Schiff-». Eisenbahn- und Schlcffwagenkatten für In- und Ausland. Flugscheine. Auskünfte üher Hotels, fachmännische Veranstaltungen von Gesellschafts* und Vereinrfahrten, Geldwechsel. Bureaustunden «nnnterbrochen von 9 hiS ö Uhr nachmittags (ScmrStag pon 9 bis Uhr). Wien, 1. Bez., Karntnerftraße 88. E Nachrichten der ,Mücksstelle Stein" an der ..Hohen Brücke". Die Ziehungen zur zweiten Klasse der Klassemo'.terie finden Dienstag den 20. d. und Donnerstag den 22. d., 3 Uhr nachmittags,' statt. Die Erneuerung der Lose ist raschestens bei den Schaltern der .Mücksstelle Stein" vyrzunehrnen, spätestens aber Montag den 19. d. Kauflose zweite Masse müssen, sofort besorgt werden. „Glücksstelle Stem", Wien, 1. Bez., Wipplingerstraße ZI, an der „Hohen Brücke". Haltung der Lehranstalt in schweren krisenhaften Zeiten zu verdanken, dieser Pslegestätte jüdischer Wissenschaft, an der einer der bedeutendsten Schüler des Rektors, Aptowi.tzer, nun seit vielen Jahren Professor ist. An diese reiht sich eine Zahl tüchtiger Schüler, von denen nur einige genannt sein mögen: Landau (Johannesburg), Gutmann, Freund (Lemberg), Bergmann (Berlin), Perles (Königsberg) und viele andere und nicht zuletzt die in Wien wirkenden Rabbiner A b e l e s, Bauer, M a n d l,' S ch w a r z. So hat er auch die Forderung erfüllt: „Stelle viele Schüler aus." Rektor Schwarz lebt nur seiner Wissenschaft. Die Gelehrtenstube ist seine Heimat, der Lehrstuhl seine Kanzel. Nie hat er eine einzige Stunde seine Lchrvorträge versäumt, nie ist er um eine Viertelstunde zu spat erschienen. Nur schwere Krankheit konnte ihn an der Ausübung seines Berufes verhindern. Auch darin ein leuchtendes Beispiel für seine Schüler. So wenig wichtig es manchen erscheinen mag, so ist es doch bezeichnend für ihn, daß er ebenso gewissenhaft morgens und abends beim Gemeindegohet in der Synagoge erscheint. Es ist durchaus nicht gleichgültig, wie die religiöse Führung des Rektors eines Rahbinevseminars beschaffen ist. Seine tiefe Religiosität hindert Schwarz nicht daran, sondern gebietet ihm, auch streng nationaljüdisch gesinnt zu sein. M't Heller Begeisterung steht er im Dienste des Wiederaufbaues Palästinas; natürlich geht es ihm in erster Reihe auch um Schaffung eines Kulturzentrums. Hier sind die Worte charakteristisch, welche sich in der Einleitung seines Werkes „Der Hermeneutische Kontext in der talmudischen Literatur" (1921) befinden: „Geläuterten Herzens kam das Volk aus Babylon nach Palästina zurück, um nach jahrhundertelangen Irrungen in den Vollbesitz jenes Vatererbes zu gelange«, aus dem kein noch so mächtiger Fernd, kein Affhrer und kein Baby- Ionier, kein Syrer und kein Römer es zu verdrängen vermochte. Mit begründetem Recht wird die Thora Moses genau so wie das den Patriarchen gelohte Land, Moraschah, Crbbesin genannt. Von diesem Erbe hat Israel tatsächlich erst nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil Besitz ergriffen, und diese Besitzergreifung hat Palästina zur Zeit de» zweiren Tcmpelbestandes trotz der ihm enger gezogenen Grenzen weit größer und mächtiger gemacht, als es in der Glanzzeit seiner ersten Geschichtsepoche gewesen. Palästina ist ein Land, in welchem Milch und Honig stießt, ein Land, dessen klare und reine Luft glerch Hem Gottesodem die Seele erfrischt und den Geist belebt. Wir Juden haben Bergbau im eigentlichen Sinne deS Wortes niemals betrieben; wir haben noch niemals nennenswerte Ausgrabungen vorgenommen. Nnd dennoch besitzen wir eine fast dritthalb Jahrtausende alte Perghaukunde, denn unsere Hermeneutik reicht mit ihren Anfängen bis in das fünfte vorchristliche Jahrhundert zurück. Die Hermeneutik hat uns vor allem schürfen, „Gänge" anlegen und Gold und Edelsteine ans Tageslicht zu fördern gelehrt; sie lehrt uns heute erst recht die „Lagerung" der übereinander liegenden Schichten verstehen und sie wird uns die denkbar größten Dienste leisten, wenn wir. wie wir mit Bestimmtheit hoffen, bald wieder im Lärche der Väter ein neues jüdisches Kulturzentrum besitzen, alte Trümmer fortschaffen und einen unseren religiösen und nationalen Bedürfnissen entsprechenden Löeubau anfführen werden. Die zu diesem Neubau nötigen Materialien werden wir mit Hilfe unserer Hermeneutik aus derselben Tiefe heraufholen, in welcher wir zur Zeit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil alles Nötige gefunden haben. Die Thora Moses ist unser großes Bergwerk nnd unsere von den Sopherim angebahnte Hermeneutik ist die Bergbcmkulide, welche lins darüber belehrt, wie wir die in den tiefen Schachten unseres Bergwerks ruhenden Schätze heben können. Das charakteristische Merkmal unseres Bergwerks besteht darin, daß in seinem Innern kein Dunkel herrscht, sondern helles Licht flutet, das, jo tiefer wir hinabsteigen, um so klarerer und reinerer Himmel sich über unsrem Haupte wölbt. Rektor Schwarz hat sich als solcher Tiefenforscher und Schatzgräber bewährt. Mit stets erneuter Kraft und Freude stieg und steigt er hinab in den Schacht des Talmuds und der Thora. An ihm bewährt sich der Spruch Jesaias: Die auf Gott harren, bekommen neue Kräfte, sie treiben Schwingen, gleich de» Adlern, sie lausen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt." Cs ist unmöglich, an dieser Stelle und bei dieser Gelegenheit alle Werke, Schriften, Aufsätze, Reden, Artikel unsres verehrten Jubilars aufzuzählen. Ausgehend von kritisch wichtigen Tosista-Bearheitung, wie Tosista Sabbat (1879), Tosistq Erubin (1882), Tosista Zeraim (1890), Tosista Chulin (1901), Tosista Nesikin, Baba Komma (1912), an die sich hoffentlich die im Manuskript fextiggestellte Edition eines neuen Traktats bald schließen wird, erweitert sich das Gebiet über „Die Kontroversen der Schammeiten und Hilleliten" (1893) nun in die große Reihe der Forschungen zur Hermeneutik und den sieben hillelitischen Grundgesetzen. Hier hat seine „Weisheit ein Haus gebaut und sieben Säulen ausgestellt". — Zur Erinnerung an den siebenhundertjährigen Todestag Maimunis erschien das Werk: „Der Mischneh Thorch, ein System der mosaisch-talnrudischen Gesetzeslehre" (1905). So reiht sich Werk an Werk in erdrückender Fülle. Vom frühen Mannesylter bis in das hohe Greisenalter ruhen seine Hände und sein Geist nicht. Die Gnade der Vorsehung ist unserem Jubilar in seltenem Maße zuteil geworden. Wir danken ihm in tiefer Verehrung für seine Gaben. Wir beglückwünschen unsere jüdische Gemeinde und Gemeinschaft, daß sie ihn^besitzt und in ihrer Mitte hat, beglückwünschen die jüdische Wissenschaft, welcher er sein Leben verschrieben und gewidmet hat; beglückwünschen ihn selbst und seine lvHrte Familie. Möge Gott ihn uns gesund und kräftig erhalten. In allerletzter Stunde wurde ich eingeladen, diesen Glückwunsch zu schreiben. Möge es mir Rektor Schwarz verzeihen, wenn ich ihm, seiner Bedeutung und seiner Würde sowie die Würde des Tages, an welchem wir den Achtzigjährigen feiern, nicht gerecht geworden bin. Die drängende Stunde ließ keine Sammlung zu; der für die Würdigung und Beglückwünschung ursprünglich erwartete und bestimmte Festartikel ist ausgeblieben. Ich für meinen Teil habe gesagt, was mir am Herzen lag. Mögen unsere innigen Wünsche sich erfüllen und uns Rektor Schwarz zur Freude, Ehre und zum Ruhme noch lange Jahve erhalten Lleibc