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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-14 · Heft 2654 (14.7.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2654 (14.7.1926)
Date
1926-07-14
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sit. 2664 »W, MiNWH 14. Mi 1926 S«m» Tagesbericht. J.U. Dr. MarRofenbem Zum erstenmal ist der Tod in unsere Genreinschaft getreten. Unser Freund und Mitarbeiter Dr. Max Rose rill erg, der Leiter des volkswirtschaftlichen Teiles unseres Blattes, ist gestern abends für immer von uns gegangen. Gs fällt unsäglich schwer, dieses „für immer" hinzuschreiben und sich mit dem Gedanken vertraut zu machen. Unser Freund saß am Freitag bis in die tiefe Nacht noch an seinem Schreibtisch. Am folgenden Tage entschuldigte er sich. Ein tückisches Halsleiden war plötzlich aufgetreten und er mußte sich in Spitalsbehandlung hieben. Tagelang wehrte sich der kräftige, in der Blüte des Lebens stehende Mann gegen das Uebel; gestern um halb 7 Uhr abends schloß er müde, erschöpft von dreimal wiederholten operativen Eingriffen, die Augen. Was er als Ressortleiter unserem Blatte geleistet hat, das «Zarin in diesem Augenblick, da wir, im tiefsten bewegt, von ihm Abschied nehmen, nur schwer gesagt werden. Er war ein mit reichem Wisien und reicher Erfahrung ausgestatteter Journalist, erfüllt von der jüdischen Idee und von der Freude, ihr sein Bestes, sein Können, sein Wesen geben zu dürfen. Dr. Max Rosenberg hat in unzähligen Aufsätzen in der „Wiener Morgenzeitung" die Wirtschaftsprobleme des Judentums in den Galuthländern und in Palästina erläutert; er hat mit umfassender Sachlichkeit und mit unbeirrbar sicherem Urteil alle Fragen des so vielgestaltigen Wirtschaftsgebietes den Lesern vorgeführt, und er hat auch, wie wenige, die Materie der Orientprobleme beherrscht. In der Redaktion unseres Blattes war er ein treuer Mitbevator und Mitkämpfer, ein aufopfernder Kamerad, ödesten Anhänglichkeit an unser Blatt uns immer Vorbild bleiben, wird. * * Am Freitag abends klagte er über plötzlich auftretende Halsschmevzeu und brachte den Samstag im Bette zu, in der Hoffnung, am nächsten Tage wieder einen seiner gewohnten Ausflüge in die Berge unternehmen zu können. Doch verschlimmerte sich sei» Befinden so sehr, daß sein Bruder, der ihn gärtRch betreuende Arzt Dr. Jakob Rosenberg, die Ueber- .führuug des Kranken auf die Klinik des Professors Hajek anordnen mußte. Der so kräftige, hochgewachsene Mann war von einem Mandelabszeß mit einer Phlegmone heimgesucht worden. Im Verlaufe der beiden letzten Tage mußten drei operative Eingriffe vorgenommen werden, die aber keine Rettung bringen konnten. Um halb 7 Uhr abends erhielten wir die Nachricht von dem Ableben unseres Kameraden, der als ein Muster strengster Pflichterfüllung und wärmster Freundschaft stets vor uns stehen wird. * I. U. Dr. Max R o s e n b e r g war am -22. Juli 1886 in Czernowitz Mboren, besuchte dort die jüdische Volksschule, das Gymnasium und die Universität. Nach seiner Promotion arbeitete er längere Zeit als Assistent am statistischen Bureau der Universität. Zu seiner weiteren Ausbildung in den nationalökonomischen Fächern unternahm er Studienreisen nach England. Im Kriege'war er als Adlatus dem Hauptquartier des Geuralmajors Fischer in der Bukowina zugeteilt. 1918 kam er nach Wien unb trat in die Redaktion der „Wiener Allgemeinen Zeitung" ein. 1923 schloß er sich der Redaktion der „Wiener Morgenzeitung" an und arbeitete später auch an der „Neuen Wirtschaft" mit. Große europäische Blätter, wie das „Hamburger Fremdenblatt", die „Frankfurter Zeitung", die „Baseler Natioual-Zeitung" und der „Pester Lloyd", zogen ihn gerne als ständigen, stets gut orientierten Berichterstatter heran. Der Zionistischen -Organisation hatte sich Dr. Max Rofenberg schon als junger Mittelschüler in Czernowitz angeschlossen und diente ihr mit treuem Herzen. Nichts stand ihm höher als die Sache des verfolgten Volkes, sein ganzes Leben hatte er dem Ideal der jüdischen Erneuerung gewidmet. Der Mut des Stephan Großmann. „Der deutsche Vorwärts", ein Berliner nationalsozialistisches Blatt, hatte vor kurzem in einem Aufsatz über den Linksradikalismus den Herausgeber des „Tagebuch" mtb des „Montag Morgen", den Schriftsteller Stephan Großmann, einen cingewandcrten Ostju^eu genannt. Großmann schickt nun dem Blatte die folgende Berichtigung: In Ihrer Nummer 25 vom 4. Juni d. I. schreiben Sie ans der ersten Seite Ihres Blattes: „Stephan Großmann, auch ein eingewanderter Ostjnde . . ." Auf Grund des 8 11 des Preßgesetzes bitte ich Sie festzustellen, daß ich: 1. in der deutschen Stadt Wien geboren bin, daß meine Eltern und Großeltern Bürger der Stadt Wien gewesen sind, ich also nicht als aus den: Osten zngcwandert bezeichnet werden kann, 2. daß ich nicht der j ü d i s ch e n K n ltusgemeinde angehöre, sondern evam g e l i s ch e r Konfession bin. Hochachtungsvoll gez. Stephan G r o ß m a n n. Um diese Berichtigung herum schreibt „Der deutsche Vorwärts" einen'langen, dicken, schönen Aufsatz mit dem Titel „Aufgcpaßt, es gibt Senge!" Der Zweck also, den Stephan Großmann mit feinem Brief erreichen wollte, nämlich sich vor den befürchteten oder angedrohten Folgen des Jude-Seins zu drücken, ist fürs erste nicht ereicht. „Der deutsche Vorwärts" sagt ihm, daß „. . . einmal Dinge geschehen könnten, die wir lieber nicht erleben möchten". Herr Großmann macht also die auch für Leute seiner Kcrtegorie nicht neue Erfahrung, daß das Ableugnen nichts nützt und daß das Opfer des Charakters vergeblich gebracht wird. Wozu hat er sich in seinem Brief zur Feigheit bekannt? * Der Typus Großmann ist eine sehr unerfreuliche Erscheinung, eine Konsequenz der Großstadt-Assimilation. Es sind halbe Menschen, die das nie sein können, lvas sie sein wollen, und das, ivas sie. sind, nicht sein »vollen. Ihr ganzes Leben ist nur Schein und in all ihrem Getue, in dem Beschwatzen der Dinge, in der Unerträglichkeit arrogierten Richtertums über Politik oder Kunst oder 'Wirtschaft ist die Nervosität der Aufdringlichkeit und die Angst vor dem Entdecktwerden deutlich zu verspüren. Das Traurige ist, daß das Judentum nach dieser Kategorie' beurteilt wird. Diese Skribenten sind in ihrer Bedenkenlosigkeit, die sich freilich aus mangelhafter Schulbildung erklären läßt, unübertrefflich. Sie wissen nichts Gewisses und steigern die hurtige Gewandtheit, mit der sie ihre Urteile ausfcrtigen, bis zur Takt- und Geschmacklosigkeit. Sie üben ihren Witz an allem, was da unterkommt und ihrer Skepsis kann sich nichts entziehen. A»lch nicht das Judentum. Dieser Großmann hat sich natürlich auch über jüdische Dinge eine geschwinde Ansicht gebildet und lagert sie bei jeder Gelegenheit ab. Die Verantwortung der Feder kennt er nicht und irgend ein Wortspiel, das dann einige gleichgestimmte Kaffeehäusler zu ähnlichen Leistungen ermuntert, geht ihm über die Pflicht der Wahrheit. RICHTER-UND PREDIGER- TALARE UND BARETTE von 8 65 aufwärts vorrätig und nach Maas beim Spezialisten 156 RUDOLF DOLDSTEIN, zivil- und tfnifornutlineider Gegründet >866 WlttR, II. TabOrstraSft« 94 Telephon 45-6-29 oiegante Herrenkleider nach Mas*, mässige Preise, Zdhfungserfelehterongen Natürlich ist Großmann kein Zionist. Er war es «ich nicht, noch bevor er evangelisch wurde. Ihm paßt Judentum und Zionismus nicht. Sein Snobismus hat sich ein eigenes Weltbild zurechtgeschustert und von der hohen Warte bet Kritik doziert er über diese Juden, die Juden sind und es sein wollen aus ihrem vielleicht unpraktischen, aber doch ethischen Empfinden heraus, das die Lüge unter allen Umständen oblehnt. Es geschieht Großmann und den Großmännern aller Riten bitter unrecht, wenn sie als LinkSradikale angegriffen werden. Sie sind es nicht und in dem, »vas sie sagen und schreiben, steckt nichts von Radikalismus der — Verleihung für das harte Wort — Gesinnung, die sich selbst immer treu bleibt. Sie waren, als man schwarz-weiß-rot trug, für den Seelenaufschwuug des Krieges, schwärmten für die Schönheit der nationalen Erregung; die Mode hat sich indischen gewandelt und so sind die Großmänncr auf die sozialistische Seite gegangen. Im Innersten aber haltlos und ohne Festigkeit, quabbelig un) qnatschig, zu Tode erschrocken vor jedem, der Jnd' zu ihnen sagt. In der atemlosen Angst schreibt dieser Großmann, er st.i gar kein Jude. Für den deutschen Vorwärts bleibt er es, genau so unsympathisch wie dieser deutsche Vorwärts, der sich den angesehenen Namen eines ernsten Organs beilegt, um'.amit ein Geschäft zu machen. Sie gehören zu einander. Petllma und die Pogrome. Aeußerungen. des gewesenen Ministers Rewuekr. Im New-Dorker ,,Morning-Journal" veröffend licht der gewesene Minister für jüdische Fragen in Ser Ukraine 21. R ewncki einen längeren Artikel über Petljura, in dem er die Persönlichkeit des Oberatamans einer Kritik unterzieht. Er führt unter anderem aus: Das jüdische Volk hat das volle moralische Recht, Petljura mit den berüchtigten Pogromführern Govta, Z e l i zn i a k und C h m i c l n i c k i zu vergleichen. Gerade dies belastet aber Petljura, denn während jene einen Teil ihrer pogromlustigen Banden bildeten und einen Unterschied zwischen den polnischen Herren und den Juden nicht zu machen verstanden, hat Petljura bewußt nichts gegen die Pogrome unternommen. Als die Reste der ukrainischen Armee die Juden hinschlachteten, saß Petljura irgendwo weit im Generalstaü und beschäftigte sich mit einer intelligenteren Arbeit. Als ihm aber seine kulturell hochstehenden galizischen Offiziere bittre Borwürfe machten und seine Aufmerksamkeit cmf die Schande der Pogrome lenkten, erklärte er: „Es ist zwar schade, daß es Pogrome gibt, aber sie unterstützen doch die Disziplin im Heere." Diese Tatsache hörte ich — führt Rewucki aus —im Oktober 1919 in Berlin vom gewesenen Kriegsminister des „Zentralrates", General Z u k o w s k : und auch Pros. Hrus-- z e w s k i, der jetzige Präsident der wissenschaftlichen Akademie in Kiew, war dabei und hat diesen Ausspruch bestätigt. Mit einem Wort: Petljura „badete" zwar nicht per-' sonlich im jüdischen Blut und die verzweiflungsvollen To-dcsschreie waren ihm sicherlich nicht angenehm, er hat auch vielleicht nie einen Befehl zum Pogrom gegeben und nicht gerne von dieser Sache gesprochen, seine Umgebung bedurfte aber keinerlei Weisung in dieser Hinsicht. Je schärfer der Kämpf mit den Bolschewiken sich gestaltete, desto zahlreicher scharten Künstler. — Publikum. — Kritik. Rückblick und Ausblick <utt Ende der Konzert saison. Es war einmal, und es ist noch gar nicht: so Sauge her, da konnte das Publikum des Konzerlhausts auf wochwertige Leistungen des Künstlers rechnen und der Künstler seinerseits auf die Anteilnahnw und den Kunstsinn seines zahlenden Publikums. Heutzutage ist die Regel zur Ausnahtne geworden: Der interessante, geistig und technisch auf der Höhe sichende Künstler hat Seltenheitswert — die „Quantität" des Betriebes ersetzt hier die „Qualität" der Leistung — und das Publikum ist nicht einmal mchr durch Fyäkar:en zu ködern. Die Auslagen für die Elektrische, für die Garderobe — lvavum kostet übrigens in Wien ein einziges Garderobestück 50 Groschen, während in der teuren Fremdenstadt Zürich beliebig niete Garderobestücke pro Person 30 Rapper:, etwa 40 Groschen, kosten! —, für das Programm sind Hm viel zu hoch; es sitz" zuhause beim Radio und erspart, sich um^lkteiden und sich dem schlechten We.ter auszusetzen. In aller Behaglichkeit und mit allen. Nebengeräuschen empfängt mau da die Dschaikowsky-Symphonie, den Vortrag über mobente Musik oder das Wiener G'stanzl. Wird der Vortrag zu gescheit oder dauert das Schlvelgen in Schönheit zu lange, so legmau den Hörer einfach beiseite. Das Radio hat elxn nsben allen Nachteilen eines seelenlosen Mechanismus auch manchen Vorteil. Mau genießt hier gewissermaßen d'-e Musik an sich — losgelöst von allen Synrpathien und Antipathien den Reproduzierenden gegenüber —, nian kann hier nicht den Erfolg eines Dilettanten oder eines Routiniers, mit welchen! mau etwa eine Woche vorher bei einem Tee zusammensaß, durch Applaussälven künstlich züchten, und man kann hier ebensowenig die Aufführung eines modernen Werkes, welches der Trägheit des PMikums nicht augenblicklich ciugegenkommt, durch Pfeifen und Zischen mnnWch machen. Die Raoag mit ihren Hnndw:tausenden vr«: Abonnenten, -von denen viele tausende Mittelständler Freunde ernster Musik sind, ist schon infolge ihrer Ka-pitalskrasl, die jene der privaten Konzertoirekwri; übertrifsh dagu berufen,, m der öisiemlichen MuWßetze«', in der Förderung von Kunst und Künstlern an ,'eitender Stelle mitzutun. Sie könnte in der Auswahl und Anordnung der Kouzertprogranmie allmählich eine Wendung zum Besseren hcrbeiführen und sie fönte neben der Wahrung der Wiener künstlerischen Tradition auch gelegentlich — in vorsichtig bemessenen Dosen — einen Vorstoß in musikalisches Neuland wagen, womit dem Publikum Abwechslung und den jungen Musiken: eine helfende Hand geboten wräe. Diesen im Rad>io liegenden Entwicklungenrögl-ichkeitsn gegenüber haben die ihn: noch anhaftenden Mängel rvohl Anspruch -auf müdere Beurteilung. So wie die Reproduktionen von Werke:: bildender Kunst trotz aller Unschär'en in Licht- und Formengebung gleichwohl eine ungefähre Eiusüh'ung in das lebendige Originalkunstwerk ermöglichen. jo wird sich eben das Radiotonbild, je weiter sich die Apparate technisch vervollkommne», immer nrchr den: originären Hören im Konzevtsaal nähern, und vielleicht sind die Zeiten gar nicht mehr so ferne, >vo das Radio durch die weitere Zlusgestalrnng der ,-FarnPhotographie" optische Hilft erfahren wird, indem: Licht- und Tonbilder int Radio Zusammenwirken. Neben dm: Radio sind auch die verschiedenen Kunst stellen dazu berufen, ernste Musik in immer weitere Kreise des Bottes zu tragen. Hingegen haben die privaten Konzer:direktir/nsn in bei: letzten Jahren arg -enttäuscht. Es fehlt ihnen an Initiative, immer seltener haben sie junge Künstler mild junge Kunst entdeckt und.gefördert, immer mchr haben sie nur ihre materiellen Interessen vertreten, jedes Risiko abgewAzt rurd als Dlanager eines jeden gewirkt, der die viel zu hohen Kosten eines Konzertes zu tragen vernwchte, unbekümmert darum, ob er die künstlerische Onalisikation besitzt oder auch nicht. Jede musikalische Dame, die großes Haus führt und in ihre:: Akußestnnden geläufig Klavier spivb:, singt oder geigt, jeder Musiklchrer, der einen großen SchülermW Bekanntenkreis besitzt, kann heute mit sichtbarem und hörbaren: äußerm Erfolge ein Konzert in Wien veranstalten, und der starke, jedoch w-eltsrenwe Künstler spielt oft unbeachtet vor leeren Bänken, softrue er überhaupt die Kosten eines Konzertes erschwingen kann. Darum meidet das kunstsinnige Publikum, welchem diese Nmpicht fremd sind, die «: grellen Plakaten angekündigteu Äug^ zerle des „beliebtesten amerikanischen Geigers" und der „neu entdeckten schwedischen Nachtigall" und beschränkt sich auf den Besuch der erprobten Chor-, Kaumrermusik- und Orchesterkoi^wte und anderer Eli:everanstattungen, die iimner noch einen Massenbesuch aufweiftn. Ein Rose-Quartett-Mend, ein Duhan- oder Hubenuann- Konzert ist eben kein Aufsitzer und darum stets gut verkauft. Der Kritiker fteiliich hat es auch hier nicht leicht: Immer wieder die gleichen wenigen Künstler, die gleiche Prcgra.Mnbildung! Man findet oft keine nouei: Worte des Lobes mchr für die so und so oste Wiedergabe des gleichen Werkes. Jtmncchin kann der Kritiker hier loben — und zu lieben, nicht zu hassen, ist er ja da —, während er gegenüber den übrigen hunderien Konzerten jeder 'Saison sich in einer schwierigen Lage befindet: Eine schöne Dame will mit ihrer sogenannten „Kunst" an Zugkraf: geüvinnen, ein junges Mädchen ihre seelische Mitgift, ein gesuchter Musiklchrer sein Dtundenhonorar erhöhen, ein 2lng:hörft/r irgend eines anderen Berufes will durch ein Korrzert au Älktualität gewinnen, ein Ainrerikaner braucht aus Wien — einer im Dollarland als altes Mu-sikzentrmn noch immer gut angeschrivbenen Stadt — eine freundliche Kritik, aus deren Zusammenhang er einzelne Phrasen willkürlich horausgre-i-f': und zu Reklamepvecken ausschrotet. Sie alle suchen Eintritt in die Wiener Knilstwelt und Beziehrvng e n zur Kritik. Und der Kritiker soll gute Miene zu diesen: geschäftstüchl-igen Spiel machen! Will er nicht zu einen: Registrierapparat he mb sinken und all diese uninteressanten Gäste des Konzerl« swdiunis mit der gleichen Gewissenhaftigkeit vennerken, mit lvolcher in den „Personalnachrichten" mancher Glätter eine Liste der reichen in den großen Riirgstraßeirhotels abgestiegenen Anslä»:der veröffentlicht wird, so wird er lvohl von der Würdigung dieser Pseudoküusller überhMpt absehrn. Die gehöre:: nicht in den Kunstteil einer .Zeitung, im Interesse der alten renommierten und der jungen au-fftrebenden Künstler, denen es um ihre Kunst ernst ist und die sich durch ihre schweren ideellen und nmtericllen Kämpfe ein Anrecht -darauf erworben haben, gegen die unlautere Konkurrenz derartiger Kvnjuukhntitset geschützt zu werden. Erwin Felder.

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