Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2651 (11.7.1926)
- Date
- 1926-07-11
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Ml Mett, Sonnlag Wkeaer Woene«zetta«s ii. Fun im Seite 11 sollte; sie sind nicht interessant, mindestens nicht so interessant, als man vorausgesetzt hatte. Die großen astronomischen Zahlen sind geschwunden und eingeschrumpft; hart und klotzig schreiten die kurzbeinigen Schillingwerte umher. Das Aktienkapital mit seinem Agio wie überhaupt das ganze Eigenverurvgen sind von ihrer Höhe herabgeglitten und lasten sich wieder mit gewöhnlichen Maßen umfangen. Seid umschlungen, Millionen, kann es bestenfalls wieder heißen; die Milliarden imd Billionen haben sich zurückgezogen und scheu verkrochen. Selbst das Nominale, das schon in seinem abgeschabten Krönenkleide sich dürftig und armselig genug ausuahm, veruiag in der neuen Schillingtracht nicht viel stärker zu inrponieren. Nur die Dividende, auch wenn sie nur in Groschen und, wenn es geht, in einem Schilling auf den Tisch geworfelt wird, kann sich sehen lassen, nicht etwa deshalb, weil seit der Stabilisierung das Kleingeld infolge seines metallischen Klanges einen stärkeren Widerhall weckt, sondern weil die Goldbilanz infolge ihres Kunstgriffes, die Aktien zusammenzu'schließen und zu ko inmassieren, den Ertrag auf einen kleineren Aktienumlauf projiziert und so die Dividende dehnt und streckt. Freilich darf der Rechensiift nicht hevvorgoholt werden; sonst zerrinnt alsbald auch dieser Zauber, um eine -dunstige Welt der Ernüchterung zurückzulassen, die in der Erkenntnis und in dem Bekenntnis in sich geht, daß die Aktien zwar weniger und die Dividende gleichwohl nicht mehr geworden ist. Und doch ist alles anders geworden, nichts ist beim alten geblieben; denn die Umstellung hat die Konstitution der Aktiengesellschaft von Grund auf geändert und sie in eine neue Fornl gebracht, welche den jetzigen Wesensvevhältnissen angemessen ist. Aber der Vorgang hat die natürliche irdische Bahn nicht verlassen; das Wunderkind ist ausgeblieben, die Phantasie, die so leicht erregt, so frei und ungehemmt in die Weite schweift, ist in Barrde geschlagen und muß sich — vielleicht zrmr Vorteil der Begebenheiten — dazu bequemen, mit dem Fallschirm der bedächtigen und verstandesgemäßen Ueberlegnng das Flugfeld zu räumen. Das Moratorium der genttalbank der deutschen Svarkassen. Das Kuratorium als Ausgleichsverwalter. Gestern mittags erhielt das Zentralbankgesetz, das Sonderbestimmungen für die Zentralbank der deutschen Sparkassen in Wien trifft, seine wohl nun endgültige Fassung durch den Budgetausschuß des Nationalrates. An der vom Subkomitee beschlossenen Form des Gesetzes ist manches geändert worden. Es wird ein siebengliedriger Untersuchungsausschuß des Nationalrates eingesetzt, der die Angelegenheit des 'Instituts und die Gebarung mit dem ihm vom Bunde beigestellten Mitteln zu prüfen hat. Mit der Ueberwachnng der Geschäftsführung der Zentralbank wird ein dreigliedriges Kuratorium betraut, das voraussichtlich aus dem Christlichsozialen Abg. S t r e e r u w i tz, einem Vertrauensmann der Deutschnalionalen und dein sozialdemokratischen Vizepräsidenten der Bankenkommission, Hofrat Stern, bestehen wird. Vom Tage der Wirksamkeit des Gesetzes, das ist der 1. Juli, finden aufdie Zentralbank die B e st i nt m u n g e n der Ausgleichso r d n u n g sinngemäße Anwendung. Das Kuratorium übt jetzt die Rechte eines Ausgleichsverwalters aus und ist mit den Pflichten eines solchen betraut und kann an Stelle des> Vorstandes der Zentralbank die Geschäftsführung ganz oder teilweise selbst übernehmen. Das Kuratorium ist weiters berechtigt, die im Bankhaftungsgcsetz vorgesehenen Haftungen ohne einen Beschluß der Generalversammlung geltend zn machen. Die Moratorinmscrklärnng, welche besagt, daß bis D Ins füdische Haus | as Jüdische Blatt , 31. Oktober d. I. gegen das Institut keine Forderungen gerichtlich geltend gemacht werden können, bleibt unverändert. Soweit Sparkassen und Kreditgenossenschaften die Auszahlung von Einlagen bei der Zentralbank infolge der Bestimmungen dieses Gesetzes nicht erreichen können, kann der Finanzminister ans einstimmigen Beschluß des Kuratoriums Darlehen bis zur Hohe ihrer unbe st ritte neu Forderung gegen die Zentralbank aus Dundesmitteln gewähren, soweit diese Darlehen zur Befriedigung ihrer Einleger benötigt werden. Solche Darlehen können unter denselben Umständen auch anderen gewährt werden. Für die Sozialdemokraten erklärte im Ausschuß Doktor Bauer, daß seine Partei, da nun der Gesetzentwurf alle ihre Forderungen erfülle, seinem Zustandekommen keine Schwierigkeiten mehr bereiten werde, aber nicht darauf verzichten werde, mit der Regierung Abrechnung zn halten. Das Gesetz wird am Montag vom Nationalrat und von» Bundesrat genehmigt werden. Die Frankendevisen gehen weiter zurück. Im Gegensatz zmtt Vortage waren die Frankendcvisen gestern wieder abgeschwächt, während der Rückgang der Devise Paris keinen größeren Umfang angenommen hatte, sie senkte sich nach stärkeren Schwankungen von 13,36 auf 13,35, war die Devise Brüssel sehr matt. Der Kurssturz betrug zirka vier Prozent. Die Devise Brüssel schloß mit 12,18.-Leicht a b g e sch w ä ch t lag auch die L i r a. Mailand senkte sich von 17,85 auf 17,76. — Etwas fester lag wieder Warschau. — New-Aork notierte gegen Warschau in Wien 9,15 bis 9,20 gegen 9,20 bis 9,30 vom Bortage. Die Kursänderungen der übrigen Devisen waren minimal. Schlechte Ernteaussichten in Ungarn. Aus Budapest, 10. d., meldet Tel.-Komp.: Der heute erschienene Saatenstandsbericht des Ackerbauministeriums stellte eine allgemeine Verschlechterung der Ernteaussichten gegenüber der Vorwoche fest. Das Erträgnis in Weizen wird nur noch auf 17,6, in Roggen, auf 7,6 Meter geschätzt. RADIO-PROGRAMM Sonntag den 11. Juki 1926 1O30Uhrr Chorvorträge der Wiener Sängerknaben. Ü Uhrr Orchesterkonzert des Wiener Symvhonieorchesters. Haydn : Symphonie Nr. 16 (Oxford) — Mozartr Klavierkonzert C-Dur — Tschaikowskyr Helle Nächte, Lieder ohne Worte, Lieder mit Orchester, Sängerin Amalie Löwe — Fuchst Andante gracioso und capriceio. 16 Uhrr Populäres Nachmittagskouzert des Orchesters Ganglberger. SuppS-C. Pausperttr Ouvertüre zu „Die große Unbekannte" — Ganglbergerr Wilde Rosen. Walzer — Halövy: Große Phantasie aus „Die Jüdin" — Lehärr Der Träne Silbertau — Trauner: Du heimliches Plätzerl im Wtenerwald — Lehärr Ballettszene — Irving-Berlin: Maria, mein Herz verlangt nach mir Ujj:G' mieden — Vergessen — Ascber: Wo die Liebe hinfällt — Benatzky-Herst: Adieu, Mtmi, — Ziehrer: Singen, Lachen. Tanzen. Walzer — KaKnanr Szenen ans „Gräfin Mariza" — Christine Valentine. , 18.10 Uhr: Sonaten-Abend. Mozart: Sonate B- Dur — Beethoven: Sonate D-Dnr. 20 Uhrr „Endlich allein". Operette in drei Aktenvon Franz Lehär. ausüesitzer wenden sich zwecks Ha u sr © p a r a tur en an die Kredit- und MerMsu-AiimemlM Wien. III., Ltfwengasse 45 Revaraturen werden.gegen Rückzahlung aus demJnstandhaltimgSzinS auSgesthrt. Auch bei belasteten Häusern ersokgt Ft. »anzieruug. Sprechzeit 4 bis 6 Uhr. Telephon 97080 xss II Steuottzpistiu Hotte jMaschJnschreiberin mit gründlicher Büropraxis, der deutschen und polnischen Sprache vollkommen mächtig, von großer Petroleumfirma für sofort gesucht Offerte mit Lebenslaufbeschreibung, Referenda und Gehaltsansprüchen unter „Stenotypistin Nr. 11386* an die Administration dieses Blattes ii fr TÜCHTIGE VERTRETER für den Verkauf von Baulosen gegen Monatsraten iiir hier und auswärts sucht zu günstigen Bedingungen Bankhaus SCHIEL & RAINER Wien, 9. Elisabethsfrasse 2 585 1 ANZUG >«r $ 2m— 1 glattes iKostüm . . . S 2.80 gebügelt / uno ’ereliiigt von St-iub und Schmutz durch „DANDY“ Kleider-Bilqelanstah nach arnerik. System Wien, IV.. Margarethenstrasse 30. Auf telephom- -clien Anruf Abholung u Zustellung SQ Oiosclien V£l. 4S-4-37 Sdet'JKa MegumWottiag IZJttU ’Mtohenkcft.davk anglaahluk klingt IRarkhhauS^n.'S' lamcte CRaiS&. , . 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