Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2651 (11.7.1926)
- Date
- 1926-07-11
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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25««, Gonnktz Wiener MvrOmzettuM 11. Juli 1926 ihr. mt "«rffc 10 ^liiiii!iii!iiiiiiiiiifliiit!fifii(iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiififini(f(niitttiiiiftiiiivit(fiiifi!itiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiK!iiiiiiiiiiiii!tfiiiiiiiiii!itfitiiiii^ Illlllllllllllllllllllllllllllllll itf* .*.***. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII i iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii Wumttlum >»»»»»»»»»»»»««»! § Iiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiii iiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii?riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Theodor Lefflugr Aerbuch. Lhesdor Lessing: Meine Tiere. Oefterheld u. Cr». Verlag. Berlin. Lhecoor Lcssing l>at an «die zwanzig anscheinend sehr leicht hingeworfcne, sehr leicht und angenehm lesbare Skizzen zur Tierpsychologie geschrieben. Sie sind über, näher besehen, mehr als bas. Sie ergeben in ihrer Gesamtheit mchts geringeres als ein Mlosophisches Bekenntnisbt.ch. In diesen witzigen und amüsanten Tierskizzen ist nicht nur Erkenntnis von Art -mit) Wesen des Tieres, sondern auch kraft dieser Erkenntnis die von Art mtiö Weiset: aller Kreatur niebergelecst. Sie ist eine Neuauflage des Glaubensbekenntnisses van der Welt als Wille und Vorstellung, die eben nur dies ist: Wille und Vorstellung der vegetativen Natur, des Tieres und des Menscheti. Die Skizzen wachset! zu cincln knfturkritijchcn und Problempsychologischen Buch, das von einer GrutNanstcht ausgchi, die sich mit der pessimistischen Zloecklosigkeitsphylosophie zu decken scheint. Die Menschheitswclt Svird als Prototyp genommen; an ihr bricht sich die Tierwelt. Die Wesensgleichen, nur im Tenrpo des unvermeiUich zurnckz!-.legen.de>r Weges Sich-Unterscheidenden, reaigieren auf diesem Platteten dis ius Nuanciert oste wesensgleich. Die Studien an den der Domestckaliotc verfallenen Tiere wurden zur analogen Deutung des der Kultur verfallenen Menscheu,' sie geben höchsten Ausschluß über die Parallelität des Seelenlebens der Haustiere und des gcmeinschastsbildenden Menscheu, der früher als jenes die Verfälschung seiner Naturinstinktc crCfebt hat und dann arn Tiere durch.zwangsweise Assimilation die Verfälschung bewirkte. Mensch tind Haustier find politische, soziale ZSveckmäßigkeitsriere, aber auch die vom Mensche» Wohl unbeeinftußten Tiere — die Ameisen etwa —, bei denen der ursprüngliche Naturtrieb bis zum Wahnsinn verfälscht ist. Die Racke der Naturtriebe ist — der Irrsinn. Das zahiuc Pferd ist irrsinnig; der Mensch ist es vielleicht im höchsten Maße. Die Folge 'ist der Tod. Zum Symbol: Das Pferd stirbt aus (tcchnsfche Errungenschaften machen cs überflüssig; das von der Natur zu herrlichem, trieblza fl »zweck los ein Leben beftimnote, von allen Tieren das Leben bejahendste Tier, zur Zweckleistung he räbg (Drückt, ist lebensunfähig). Eros und Logos, Iiidividuum und Masse, das Prinzip des Moralischen, Dkoralisierenden und dek jenserts v.'n gut und böse Stehenden ^nnd und Katze), der Einzelne und die Gemeiiischast. Staat und Anarchie, Trieb und Gewissen, Häßlich und Schön, Philistertum i-.iib unruhiger, vibrierender Geist b<§ Aufruhrs und der Neuschaffung. Augst uns Angriffslust. Büßtcrtum und Hpdomsmus — jede Polarität der Seele, ewige Probleme des Menschseins, an den kaum dreißig Tieren, die er liebevoll studiert hat, Erkennt sie Lessing. In diesem schon durch die Art der Schilderung äußerst anziehenden! Buche paart sich Liebe;utn Tier mit der phylesephischen Betrachtung des Menschen. Bewunderung und Mitleid hat ** geschaffen. P. H. Watther kidlitz: „Die Gewaltigen". Novellen aus drei Jahrtausenden. Paul-Zsolnay-VerLag, Men. Dreimal wiederholt sich dasselbe Schicksal: drei Mächtige (scil. Diener Des allauspanenden und allzerstörenden Machttriebes) jinden auf dem Umwege über die Sünde den Weg zu Gott. Datvid,' der große König von Israel und Juda und Moab und Edom und. Tamaskns (äußerlich die prächtigste Zeit in der Geschichte des jüdischen Slaatsw-osens) stolpert über Ehebruch und Mora des Nebenbuhlers .Urias, erst an zerbrochenem Vaterherzen genesend. Es ist vielleicht der schönste Gedanke in dieser dichterischen Neufassung der. oft gestalteten Bathiebu-Legende, daß erst das Sterben des Kindes rer Liebe dem Vater das Gebet entringt, das heißt, ihn in sich gehen läßt. Die Liede zum Weib wird erst durch 4>ic Vaterlie.be verklärt und nur so führt sie zu innerem und äußerem Sieg. Erdlitz gelang es, die biblische Legende jüdisch zu ge-' stallen. Mehr i'toch' als 'das physische hat er das geistige Milieus getroffen. An übermenschlichem Haß geht Philipp, der Makedonier,' zugrunde, während sich , der Machtwille seines jungen Sohnes. Alexander an hellenischer Weisheit läutert. Die stärkste ist die! dritte Novelle, in der Wladimir von Rußland, von der Massetotgeglaubi, seine Granfamkoit unerkannt sühnt. In seinem' eigenen i'<ameit läßt er sich von einenr wilden Muschik peitschen, und von einer Dirne ohrfeigen. „Wladimir ist die russische Erde,"': jagt ein Bauer, ,F>er man es anvertrauert kann, wie schwer es. ist." Am meisten spürt man in den drei Legenden Rußland: wildes Blut, wilde Schuld und wilde Sühne. l. th. > „Die Kreatur." Eine Zeitschrift, vierural im Jahr erscheinend, heraiisgegeben von Bkartin Buber.. Viktor von Weizsäcken und Joses Wittig. Erstes -Heft, 1926, Verlag Lamibert Schneider, Berlin. Aus Lern Vorwort: „. . Floreys Christian Rang war cs, der den Plan faßte, aber nicht mchr devlvtvBchen ronnie. ciät- -'»citschrift herallszugeben des Narnens „Ärüsse aus den Exiien". Ein Jude, ein Katholik und ein Protestant sollten sich dnztl Vereinen. So tun es nun die orei Herausgeber. Aber nicht die Personen nur. sondern die Aufgabe und ihr Zeichen wurden für sie. andere. Nicht ettva, weil ftc ihrer Arbeit überhaupt einen persörilichen Eigensinn einprägen wollten — dies gerade wünschen sie: zrl ,necken Vielmehr, lveil sie dem Gruß aü» den Exllen die Begegnung in dem Raum folgen lassen mußten, der einem jeden von ihnen angewiesen war. So heißt diese Zeitschrift nun nicht nrehr nach der gettieinsanlen Bedürftigkeit, sondern nach dem, was dieser Bedürftigkeit schon heute die endliche Stillung verbürgt. Was uns drei Herausgeber vebbiu-det, ist ein Ja zur Verbundenheit der geschopflichen Welt, her West al» Kreatur . . Auf den Inhalt dieses 134 Seiten starken ersten -Heftes kommen wir noch naher zurürr. „Mcnorah." (Jüdisches Familienblatt für Wissenschaft, Kunst u>i .-> Literatur, Wien Frankfurt a. M.) Das netteste Hast dieser Zeiljchrift ist als Doppelheft erschienen, aus Anlaß der Düsseldorfer Ausstellung der „Hygiene der Juden" gewidmet und umfaßt ICH Seilen mit 16 Kunslbeilagen. Ans dem Inhalt sind Es ch e lba che r s Studie „Religion und Gesundheit", Fe i st Z Aufsatz „Die Ethnographie der Inden" und Studie rs Bericht: „Palästina, die jüdische Erinnerung" (mit trefflichen Illustrationen! besonders bemerkenswert. Sehr interessant ist M u n t n e r s Anbeit. über „L c i b c süb n n ge n bei de n Iude n in der biblischen >,»d talmudischen Epoche, im Mittelalter, in der Renaissanccperiode ung itr der Neuzeit. Das vornehm ausgestattete, lesenswerte Heft enihält ferner schöngeistige Beiträge von Sttcrm a u tt, Ha Ipern, Karger und Sch-apiro. Sehr willkoimnen die Bilderseric „Tie Chebra-Kaddischa" und die Lichtbilder aus dem Pavillon „Die Hygiene der Juden" ans der Düsseldorfer Ansstellun-g. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Das neue Heft bringt an erster Stelle eine eingehende Aitseiuaudcrsetzniig von Pros. I. Elörgen mit Tubnorvs Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Bans 1 bis Z. Gerade weil sie Besprechung in streng sachlicher Waise gehalten ist und das Bcstrciben zeigt, der deöenlcn.den Leistung eines andersdenkenden Mitforschers voll gerecht zu tverden. treten die Unterschiede der Betrachtungsweise beider Historiker sehr deutlich hervor; die Be sprechun.g wird daher zu einer wichtigen und anregenden Erörternng der letzten Grundfragen jüdischer Geschichtsforschnng. Im gleichen Heft bringt Fritz Baer seine Untersuchungen über eine lüdische Messiashosfntlng und deren Einfluß auf christliche Kreise - ztltit Abschluß. Rudolf Eisler und Gerhard Schckle,n spinnen ihre — von Gelehrten aller Bekeninisse [tarff beachteten — Unter such»n,gett über den Einfluß der Käbbala ans die Alchcnrie lveUcr. Auch für den Laien von Interesse ist die ausftihrliche Besprechung von S ch e f l e 1 ow i tz' Buch über p a 1 ä ft inen,s i s ch e it Ba nernglaube n durch A. M a r m o rste i n. Man abonniert die Monatsschrift bekanntlich durch Einsendnni des Jahresbeitrages von tf) Rkavk an die Gcischäftsstclle der Gesellschaft, zur För-serung der Wissetrschaft des Judentums in Berlin Schöneberg. Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030. Neu hinzutrctcnden Mitgliedern werden die bereits erschienenen Hefte mit sehr wertvollen Beiträgen nachgeliefert. Das Wohnrecht in Oesterreich. (Mictengesetz, Wohnnngsiiächtveis. Hatts'o-esorgerordilutig.) illüt Ncol>ive»bcrich-ten und praktischen Beispielen. Bon Tr. Josef Res ch. 6. Aussage, 127 Seiten. Preis 2. 2.60..und Zusendung. Verlag der Typographischen Anstalt. Wien. 1. Bezirk, Ebeickorferstraßc 3. Daß von diesem tvirklich brauchbaren Büchlein schon die sechste Auflgac soeben crischiencn ist, beweist, daß das Büchlein ein notwendiger Behelf für Vermieter, Mieter und Hausbesorger ist. Neu ist in dieser sechsten Auslage das Gesetz über den Wohiiuitgsnachtveis für das Land Wien. Hickls Illustrierter Indischer Bolkskalender. Soeben ist der "20. Jahrgang dieses jüdischen Jahrbuches erschienen. Es ist auch heuer wieder von Hugo C8old redigiert und enthält u. a. solscknde Beiträge: Nahunt Sokolow: Ter letzte Kol Md'.c^ Doktor Bertold Feiwel: Eriiinernnae». Tr. Hugo Bergmann: ^ie Nakioital- und Unwersitätsbibliochek im letzten Jahre. Prof. Dr. Osikar Donath: Philipp Lang von Langenscis. Tr. I. Eisenberg: Das Ehelcbe» im Lichte Ser Kabbala. Dr. Heinrich F'lcsch: Pohr'itzer Fam'ilienverzeichitis. Dr. Bkax Grünseld: Verteidiger des Judentnms. Dr. Theodor Maas: Ar.s dem mährisch-slowakifchen Grenzgebiete. Pros. Dr. B-crthold Hüller: Ter Erom. Dr. Hermann Kadisch: Die Juden und die Nationalilätensrage. Dr. Felix Kantner: Wie ein Ritnalmordmärchen emstebt. A'örahmn K oha ne: In der Klaus. Tr. Bertold König: Ter Ball bei der Fürstin. Eisig König: Der Grünhorn. Tr. Ludwig Lcvy: Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Müller kochett. Albert Lötv: Simon Kaftan. Dr. Emil Marftulies: Die Rrchtsqnellen des Pälnstinamandates. Tr. Max Tchay: Die Entstehung der Judengemeittde am Schloßgrunde bei Prcßbnrg. Josef Schön: Die Geschichte eines Hanfes. Tr. Max Steif: Wie die Eselin des Bileam zur Büchcrfeindin wurde. Siegntund Nrabin: Das Qstjudenium als Kultnrfallor. Armin Wilkowitsch: Hakkoda lisch. Tr. Egon M. Zweig: Landsmanit,schäften in Ere; Israel. 7 „Der Querschnitt", 0. Jahrgang. Heft 6, Propyläcnvcrlag. Berlin. Ans denr Inhalt: Magnus B. Wedevkop: Kachiavelli. Kürt Freiherr von Reibnitz: Fritz von Holstein. Jean Plot: Aristide Briand. Maria Mavkawitsch: Bvülle, China! Grete Schert: Das Aeußere der Tchauspiel-erin. Mt vielen Abbildungen hit Text und auf Tafeln. „Innendekoration." Iuliheft 1920, Darmstaüi, Verlagsanstatt Alexander Koch. Ans dem Inhaft: Das freundliche Wolmhausl Die Stiftung-des Heims. Bon Handwerk und Bauknttst. Der-Zauber des Gartens. Harinonie ves Wohttens. Der bürgerliche Wohnraum. Das vornchnl ansgestattete Heft enthält eine große Zahl künstleriisch und technisch gan;; hervorragender Iblustrationeil. „Der Bücherwurm", 1920, 9. Heft, Einhorn-Verlag, Dachau bei München. Berbilligung der Seereisen von Trieft na-s Arftus und Konftantinopel. Vom Lloys Tciestino witS mitgeteilt, daß von nun an für Fahrten von Trtest noch Piräus und Konslautinvpel und zurück bcdeurctns erniäßigte Rückfahrkarten ausgegeben werden. Auskünfte or:cilt das Possogietbnreau. 1. Be.;., Kärntnerring 6, Tel. .70-0-53, welches in der Reisesaison an Wochentagen nnunter- .rochen dort orcivierlel 9 Uhr vormittags bis halb 6 Uhr abends geöffnet.ist. e Baulose km. 192b. 1. Juli Ziehuna- Den Haupttreffer von S. 30.000.-- gewmrn Los Serie i l>9>, Nr. 65. verkauft an einen Loskunden des Bankhauses Albert Lauer Ferner gewannen beim .Glücksbauer", Wien, über 40 Prozent aller gezogetlen Lose Treffer. Der Hauvttreffer von S. 100.000.- entfiel aur Bäulos Serie 2764/84. Vollständiges Ziehungseriiebttts im ^Glücksboten", Wien, 4. Bez.. Favoritenstraße Nr. 4; Gratiszusendung unter Berufung auf dieses Blatt, Schul nachvicht. L Handelsakademien und Handelsschulen des Gremimns der Wiener Kaufmannschaft, 2. Bezirk, Hollandstratze 4, Telephon 42»20ö. Handelsalademie und Handelsschule für Mädchen. — 3. Bezirk, lfchatiusgasse 9. Telephon 92-1-36. Handelsakademie für Knaben und Handelsschule für Knaben und Mädchen. — 8. Bezirk. Hamerliugplatz 5/6, Telephon 21-2-36. Handelsakademie und Handelsschule für Knaben und Mädchen. Ferner Ablturieuteukursv und einjährige Kurse; Einschreibu>,gen täglich von 8 bis 3 Uhr. Saß unstre Schuhe überaus billig find, ersehen Sie aus nnfeiem Inierat auf Seite 13. Bon der hervor ragenden Qualität wollen Sie sich durch einen Besuch unserer KaufhSu'er überzeugen. — A. Gerngroß Aktiengesellschaft. Hört! AohersewöhnUHe« wird im Mode'walais Julius Kr u v n i f, V. Be^., Kaiserst ratze 111-115, geboten, wo anläßlich des großen Erwei'crnngSbaues die Preise auf die Hälfte herabgesetzt wurden, um weilcücn Kreisen die Wiöglichkeit;u bteten. e r st k l a s s i g e O u a l i t ä r e n zu w i r k l t ch b i l l i g e n Preisen zu kaufen. Vereine. Bortröge und BeksiiMWinngeu. B e r e i ir i g n n g m i ü r a ch i st i s cli e r A k a b c »t i f? t totute Sonntag, präzise l/s2 Uhr. findet bei schönem LLelter ein gemeinsamer Ausflug nach Purkersdors statt. Treffpunkt: Stüdibahuhaltestelle Schwedenplatz. Gäste w!llkommen. q; Daö Präsidium der Organisation zionistischer F-rauen Oesterreichs und die Z i o n i st i s ch c F rauen- B c z i r k k"! e t t r o n L e o p o l d sr a d t drücken oer grau In ie :-e I a v- Holz und Frau Runja Stolz das ttefsie Beileid zum Ableben des Herrn Max Klapholz aus. GerWsf« kr rweiunddreißig, sie vierondsechziir Eine sonderbare Ehestörungsgcschichtc. Bor dem Strasvezirksgericht 1 (Qdcrlandcsgerichisrat Dckiur B e ncfch) statte sich gestern ein scüstmxö Paar wegen Verletzung der chclichen Treite, stezichungsweist wegen Miischtild au dieser Uepertreiung zu verantworten. Eine Straße,thahnersgailin halte ihren 32jährigcn Mann vor Gericht zitiert, tneil er mit einer 0 4 j o h r i g -e » F r a » zärtliche Beziehungen nnlechalten haben soll. Die beiden solle» öfter Küfse gelauscht haben und A r.m in Arm spazieren gegangen sein. Tie. 61jährige soll überdies den Mann öfters in seiner Wohinlug besucht haben. Beide Beschnld-igten stellten in Z'ibrcde, Bezi-chnugeu ziteinandcr unterstalten zn haben. Tie Frau crilärte, daß sic trohl öfter in die Wohnung des Mannes der K'läacriu gcfommeu fei, jedoch zum Besuche feiner Ädntckr, mit der sie befreundet war. Eitw als Zeugin verilvmiiwiw. gute Belanute der Klägerin bestätigte, daß die Beschuldigten fiel) in ihrer Gegenwart geküßt hätten. Die Zeugin erkläric in erregtem Tone: „Es ist eine Schande für das ganze werbliche Geschlecht, das; eine Frau mit 61 Jahren so etwas lut und sich mit einem Manne, dessen Großmutter sie sein körmte. soweit einläßt." Die 5dlä.gcriu .zog schließlich den Strafantrag gegen ihren Mann zurück, bestand jedoch a>rf Bcrnricilung der Mitbc schuldigten. Ter Richter beschloß nun, den E'h e m finit als Zitugen zu vcrnchnten und »rächte ihn, den Wastrsteits>vorhall, scdoch >uit der Eiuschränkung, daß er aus Fragen, die ihm Schaden oder Schande bringen könnten, nicht zu antworten braucht. Der Straßenbahner bestritt entschieden, mit der Mitbeschnldigten irgend ein Bechältnis unterhalten >;i> habe». Der Richter beschloß, die Verhandlung abzub rechen tnto den Lift wegen osfenkundigen Verdachtes der falschen Z e u g e n a u s s a g c seitens des Ehemannes der St a a t s a n w a I t s ch a s t ab zu treten. Sie gefeffelte Phantasie der Gsübllanze». Von Dr. Heinrich Schreiber. So nützlich und willkommen die Goldbilanzierung ist, so bietet sie doch in der bei uns beliebten Aufmachung und Verfassung zuviel auf dmital, man möchte beinahe sagen, zuviel des Guterl. So war es ja doch nicht gemeint, daß der Golderöffnilttgsbilattiz gleich die erste Goldjahresbilatlz auf beit Fersen folgen wird. Auf gut lvienerisch ausgedrückt macht es ganz den Eindruck, als ob sie sich beide gegenseitig erstoßen sollten, so eilig haben sie es, zugleich aus dein Ei zu kriechen trnd Arnr in Llrn, vor die Schrattken der Oeffentlichkeit zu Treten. Durch diese Gleichzeitigkeit iverden jedenfalls der spielerischett Phantasie die Flügel gestutzt, der Börse der Wind aus den Segeln gcnolnmen. Nichts bleibt verhüllt, alles wird sofort ansgedeckt. Mart hat gedacht, erst werde die Golderöffnnngsbilanz heransrücken, dann werde mall Zeit und Gelegenheit gewinttett, ihre Ziffern und Werte in sich aufzunehmen und zu verdauen, werde nran Schlüsse auf die neue Verzinsung ziehen, kurz raten und spekulieren könuett, was unzweifelhaft eilte Belebtlng des Marktes und der Effektenhandels nach sich zieht. So aber hat sich dies alles ganz prosaisch zrigetragelt; die iGolderöffrlnngsbilanz, welche das Verntögen und Kapital sucht, und die Jahresbilanz, lvelche den Ertrag und Dividctldc sucht, werdeit in einem Jahre aufgelegt; zur selbigen Stunde erfährt mau alles, was man nur wissen Null, für Hypothesen und Kornbltlatiorlerr, für Taxationen und Erratungen bleibt kein Spielraum. Das Ueberraschungsinonlent, das die gesunde Spekulation anfacht, fohlt, und so konmtt es, daß die Wirkung der Goldbilanzen, die nmn sich von ihnen ans das Geschäft versprochen hat, verpufft, daß die Entotion und somit die anspttlbernde Bewegung atlsbleibt. In einent Atent wird kursorisch berichtet, was die Aktiengesellschaft att Grundkapital und Kapitalsrücklage ausweist, in welchont Verhältnis die Aktien zusamntettgelegt werden, io elcheil Nenuwert sie tragerr und was sie au Nutzen abwerfeu. Jode Phase des Untstellungsvorganges ist greifbar, jedes Glied der Kette augereiht, die Gleichung ohtle llttbekannte ausgestellt und glatt aufgelöst. Die GolAbilanzert haben .jenes Merkmal verloren, was ihnen ihre Färbung leihen