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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-11 · Heft 2651 (11.7.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2651 (11.7.1926)
Date
1926-07-11
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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mm wmm mmm 0 o Me«, Sovstag Wiener Morsenzettmrg 11. Juli 1688 Nr. 2651 SM Plattfuß Selchwerde« auch in des schwrrstrn Fällen, sowie Frostb-nlen, GewächS» a«v Echwielrnbilvung werden unirr Garantie in der feil 30 Jahren mit den modernsten .vUfSmitleln einaerichtetrn orthopädischen Meß» und Schuhanstalt Andrea- Reich, 6. Bezirk, Maria- HUferstratze 1(13, behoben. Dieser Spezialist arbeitet sür gesunde Füße nicht. gemeinde und Cchewra Kadischah Kurbeiträge bezog. D i c Missionäre benützen noch manchen besitzlosen Juden, der sich bereits in ihren Kralle u befindct, um jüdische Kinder für das Heim aufzutreiben. Ein armer Jude M. M., dem auch sonst charakterlose Taten nachzuweisen sind, hat sich in der Kultusgemcinde um eine SamMelsteNe beworben, just zu der Zeit, als er regelmäßig Kinder nach Hadersfeld führte rmd hm Missionären sie zur Taufe anbot und ihnen sogar beweisen wollte, daß er geeignet sei, selbst Missionär zu werden. Wir nennen absichtlich nicht die Namen dieser Opfer, denn die Missionäre benützen das Elend, um die Leute charakterlos zu machen. Krankenbesuche, Spenden, HeldkrÄtit und vorzügliche Pflege in einem Heim, sind Dinge, honen nicht jeder arme Mensch tviderstebenkann. Achtung auf die.Seelenfänger! * D4e „SWvsMche Gesellschaft für Israel" in der Sevgasse. Jim 9. Bezirk in der Seegasse, just gegenüber dem jüdischen Vevsorgungshaus, ist an einem großen, neuen Gebäude die Tafel mit goldenen Letten: „Schwedische Gesellschaft für Israel (Aweigvevein der evangelischisraelitischen Mission in Stockholm, Schweden) angebracht. Daneben wieder eine Tafel: „Achtung! Volkstümliche Bibelkurse". Der Raum hat zwei Eingänge, nnen von der Straße und einen durch das Haustor. Ueber rem letzteren prangt eine Tafel mit folgender Anpreisung: ,2llle, die Wahrheit und Frieden liebelt, sind zu folgenden Versammlungen eingeladen: Predigt: Sonntag nachmittags halb 5 Ahr; Bibelstunde: Mittwoch und Samstag; Frauenltunde, Sprechstunde mit genauer Angabe der Zeit. In dem sogenannten Lesesaäl der schwedischen Mission empfängt ein zroßer, stattlicher Herr mit graumeliertem Vollbart. Ein rlter Bekannter: Johannes Günsburg, -en wir unseren Lesern schon wiederholt vorzustellen die Ehre hatten. Ein wertvolles Akquisitionsorgan für die Seelen- 'ängerei d.er^schwedischen Mission, die sich die Verbreitung 'hrer Heilskehre unter den ungläubigen Juden recht viel! osten läßt. Im komfortabel ausgcstattelen Lesesaal muß sich der laienhafte Besucher unwillkürlich in eine rein jüdische Institution versetzt fühlen. Hebräische Bücher und Zeitungen liegen auf. Auch die „Wiener Morgenzeitung" fehlt aus dem Vüchertisch uicht. Daneben ganz schüchtern und versteckt Missionszeitschr'.stcu, die die Heilslehre des evangelischen Glaubensbekenntnisses predigen. Auch sie oft t it hebrä i- Ichen Lettern geschrieben, so daß der Leser erst spät auf den Zweck der Schrift kommt, die er, wenn sie ihm nicht in so verkappter Weise vorgesetzt würde, gar. nicht zur Hand genommen hätte. Eine kleine Kostprobe ans einer solchen Missionsschrift: „Wer ist so blind wie mein Knecht Israel? Von den Tagen an, da das Licht des Messias über Israel aufging, bis zum heutigen Tag, klingt diese Klage fort und fort. Aber wie doch die erster!, die jubelnd sprechen konnten: Wir sahen seine Herrlichkeit!" (Joy. 1, 14), Juden waren, so wächst auch in unseren Tagen die Zahl der Juden, denen die Augen geöffnet werden für das Licht der Welt und denen es das Licht des Lebens wird. Sie sind eine lebendige Verheißung dafür, daß es zuletzt auch in^Israel tagen wird — „um den Abend wird es Licht sein!" (Sach. 14, 7) — und daß es einst sprechen wird: „In deinem Lichte sehen wir Licht." (Psalm 36, 10.) Ueber die Aufnahme von Kindern in das Missionsheim in Greifenstein-Hadersfeld kann Herr Günsburg keine Auskunft geben. Er verweist direkt an die dortige Anstalt, nicht ohne zu betonen, daß es den Kindern im Heime sehr gut geht und daß es draußen sehr hübsch ist. Einer unserer Mitarbeiter hat nun dieses Heim besucht und gibt darüber folgende Darstellung: Von dom schönen Donauort Greifenstein, der durch seine romantische Ruine bekannt ist, gelangt man nach einem dreiviertelstündigen Fußweg durch eine herrliche Waldlandschaft zu einem einstöckigen Haus mit schönem Garten, in dem sich das schwedische Missionsheim befindet. Keine Aufschrift, keine Tafel kündigt dem Besucher an, daß in diesen Mauern jüdischen Kindern systematisch all dps, was sie mit ihrem Judentum verbindet, aus ihrenl leicht knetbaren Herzen gepreßt wird. Drei liebenswürdige Silvestern empfangen den Ankömmling. In ihrem Wesen zeigen sie eine Zurückhaltung und Vorsicht, die daraus schließen läßt, daß das, tvas von ihnen getrieben wird, das Licht der Oeffentlichkeit einigermaßssn zu scheuen hat. Die Schwestern tragen, da sie evangelisch sind, weltliche Tracht, auf die Bluse haben sie einen großen Zionsstern mit hebräischer Inschrift geheftet. Etnigs Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren bewohnen das Heim und verraten Wohlergehen, wenn man aus ihrem Aeußern Schlüsse ziehen will. Die kleine Cvi, ein bildhübsches Kind in Spielhöschen, pausbackig, gut genährt, sorgsam gepflegt, ist die Tochter eines Direktors, dessest Frau zur Kur in Franzensbad wM; indes wird Kleiu-Evcheiz in die Helligkeit der Ehristuslehre eingeführt. Pie ist schön das zweit« Jahr im Hsim und es gefällt ihr bei de,r Schwestern sehr gut. Aehnlich haben wir die Lage der armen, krüppelhaften Kinder in Maria- Lanze n d o r f geftrnden. Auch sie mußten um den Preis des körperlichen Wohlergehens ihr idealstes Gut züm Opfer bringen. Nicht alle Kinder sind wie Klein-Evchän in der Auswahl ihrer Eltern so glücklich gewesen. Das Heim beherbergt auch Kinder armer Eltern, die natürlich für die Bestrebungen der schwedischen Mission weit zugänglicher sind. Für die Verpflegung ist ein Betrag von 80 Schilling im Monat zu entrichten, gewiß nicht viel, wenn inan bedenkt, daß die Kinder dort gut aufgehoben sind und außerdem noch aufopferungsvollen, gründlichen und deshalb erfolgreichen Religionsunterricht genießen können. Kinder aus ärmeren Häusern werden n o ch v i c l b i l l i g e r, in besonders berücksichtigenswerten, d h. anssichtreichen Fällen, ganz umsonst verpflegt. Jeder einzelne Fall muß jedoch einer gründliche!: Recherche unterzogen werden. Im Gegensatz zum Vorjahr erklären Heuer die Schwestern ganz offen, daß es sich um ein Missionsheim handle und daß die Kinder unwillkürlich unter christlichen Einfluß gelangen inüfscn. In .Hadersfeld-Greifenstein finden n u r j üd schc Kinder oder Kinder aus M i s ch e h e u Unterkunft, wiewohl die Schwestern erklären, daß sic auch christliche und evangelische Kinder beherbergen. Der Misstonsarüeit werden ausschließlich Mädchen zugefnhrt, weil Knaben zu viel Ungelegenheiten inachen könnten. Das Heim ist sehr einfach gehalten und weist als evangelische Anstalt nirgends ein Kruzifix auf, das den Intentionen seiner Erhalter und Förderer weit eher entsprechen würde als der Zionsstern, den die Schwestern tragen. Die Schwestern versichern, daß es in dem Heim keinen Antis emitcs m u s gib:. Jedes Kind müsse nach seiner Fasson selig werden. Im Heim herrsche jetzt großes Reinemachen. Dieser Tage soll ein neuer Trupp von zwanzig Kindern nach Hadersscld gebracht tverden. Die Fasson, nach der sie selig werden sollen, werden Wohl die drei schwedischen Missionsschwestern mit dem Zionsstern auf der Brust und mit dem Kruzifix im Herzen und im Sinn bestimmen. Im Herbst werden dann die Kinder Verhalten sein, die S o n ntagspredigten in derSsegasse zu besuchen. Nächstes Jahr werden sie vielleicht wieder ihre Ferien in Hadersscld verbringen dürfen und wenn sie das schulpflichtige Alter überschritten haben, dann werden sie eingesehen haben, so wie wir dies von den armen Krüppeln in Maria- Lanzcndorf hören konnten, daß „die christliche Religion der einzig wahre Glaube sei". Zer graue Koffer. Verwegener Gaunertrick eines Ladendiebes. Gestern nachmittags erschien in den: Ledergalonteriegeschäfte Leo Baken in der Rotenturmstraße 22 ein zirika 28-jähriger mittelgroßer Mann,. der mit ungarischem Akzent sprach, und erstand einen großen Koffer. Er bezahlte den Koffer, ließ ihn aber einstweilen hu GeschäftÄokal. Knapp vor Geschästsschluß kam der Mann nochmals in das Geschäft und bat, ob er einen im Auto verladenen großen grauen Koffer nicht über Nacht im Geschäfte taffen könnte. Seiner Bitte wurde willfahren. Gestern früh erschien der Mann Wieder mit etitem Antotay.t, ließ sich dann rasch die beiden Koffer cmfladen und fuhr fort. Einige Stunden später wurde von dem Geschälftsmhaber die Wahrnehmung gemacht, daß offenbar ein Dieb in dem Lolka-l gewütet hatte. Dcunenhandtchchen aus Krökodilleder, Brieftaschen, Bernsteinizigarettenspitzen und andere Gegenstände im Gesamtwerte von etwa 4000 Schilling waren verschwunden. Die Hüllen hatte der Dieb möglichst'sorgfältig .wieder so an Ort und Stelle gelegt, so daß der Diebstahl nicht gleich beim Oeffnen .des Geschäftes erkannt werden konnte. Nach dem ganzen Sachverhalt besteht wohl kein Zweifel, daß sich in dem grauen Koffer ein Kompilice des Mannes mit den Koffern verborgen gehalten hat, der über Nacht deril Koiffcr entstiegen ist und den Diebstahl ausgeführt hat. In. der Frühe hatte er sich unbemerkt in dem Koffer im Auto wegfahreu lassen. Die Uwersnchung ist im Zuge. W i c n, 11. Juli. * , - - . - . . . .; .. Im lauern Leopoldsladt teilt mit, daß das Leichenbegängnis ihres Vorstandsmitgliedes, Herr» Max Klapyolz, heute 'Sonntag um halb 11 Uhr vormittags vom Trauerhaufe, 2 Bez., Große Mohrengasse 35, statrfin-et. Die Beisetzung erfolgt um 12 Uhr mittags am Zemralfriedhof, 3. Tor. Mai vorigen Jahres hat" die Nachricht von dem Verschwinden des 17jährigen Kürschnerlehrlings Egon He i mann großes Aussehen erregt. Man vermutete, daß der Junge Homosexuellen zum Opfer gefallen sei. Die Nachforschungen blieben jedoch erfolglos. Nun yat die Budapester Polizei aus P o r t o r o s e die Verständigung erhalten, daß Egon Heimann in Gesellschaft Budapester Homosexuellen dor: aufegriffen wurde. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor. * Bille neinbruch i» Mödling. In der Nacht zum 8. d. wurde in der Billa der Privaten Susanna Löwenstein in Mödling, Goethestraße 20, von unbekannten Tälern ein Einbruch verübt, bei dem Kleider int Werte von zirka 12.000 S. entwendet wurden. * Bauliche BrLndevMgM im Häusern müssen angemewrt weckvn. Ter Wiener Magistrat macht darauf aufmerksam, daß 'Mauerdurchbrüche, Ausgestal.wng von Dachbodenräumeu für Wohnzwecke, Umwandlung von Souterrain- und .Kellerräumen 'in Werkstätten cder Geschäftslo-kale usw. nach dem Wohnbaugesetz bei der Magistratsableilunig 5 im Neuen Wiener Rathaus anzumeldei! sind. * Ksin Fuhrwortsvevkehr auf der Schwchenbrücke. Die Gemeindeverwaltung wird die Fahrbahn der Schwedenbrücke instandsetzen. Es muß deshalb vom Sonntag ab diese Brücke für 'den Fuhrwevksvcrkobr gesperrt werden. Die Uebevgänge für Fußjpher sind benützbar. Der Ttraßerwahnverkehr bleibt bis zum 18. d. aufrecht und wird vom 19. b. an über die Aßpernbrücke gelernt» ' Die NIEDERÖSTERREICH« MOLKEREI Wien, XX. HodtsMfidtplaft* 5 ist die Zentralstelle von 136 Genossenschaften, deren Gebarung unter der ständigen Kontrolle der landwirtschaftlichen Kammer stellt 2027 100 eigene Filialen / Täglicher Absatz: 110.000 Liter Feinste Teebutter, Yoghurt, Schlagobers, Kindermilch S8 * Das Rathaus wird heule beleuchtet. An. Anbttrachl d:r -großen Zahl von auswärtigen Besuchern des Sportfestes _ wirs »das Neue Wiener Rathaus auch heute gegen 0 Uhr^aoeiws festlich beleuchtet. Die Festbeleuchtung wird ungesähr eine Stunde dauern und findet auch bei ungünstiger Witterung statt. * Schanfliegen in Aspenu Zu dem heute . bei ousgejprow-n regnerischem Wetter am Sonn.ag den 18. 0. - - in der Z.ett zwischen halb 4 Uhr und Uhr nachmittags am Flugse'.de in. Aspern stattsindrnden Kunstflie.gen, dessen Neinerträgnis den Spitale tcr Barmherzigen B r ü der zujließt, stehen ab 1 Uhr nachmittags ab Praterstern -Auwbusse, Londerttsg.' ocr städtischen Dlraßenbahn zur Verfügung. Vom Wiener <?stochnhofe verkehren nach Bedarf, gleichsalis ab I Uhr^gtachmittags. Sondcrzüge bis zur Station Fiugsrld Aspern. Ermäßigter FW-r preis für die einfache Fahrt 1 S. * tzj,, jüdisches Städtchen cmKeäsch»erl. Fm Städt.h-n .S u ch a w 0 l n b.ci BiaIvst 0 k e»».stand eine Fcuersbrnnst, .die »18 Häuser ve'.nichlcte. Unter anderem ist auch >as h'0i! ar'bäuöc, das Magistrat una das Polizeiwmni.indo ei„g.'äsch:rt. Mehr als 30 indische Familie» müssen unter freiem Hr.nnwl hausen. * Eine Fcicr b-pim Rabbi von Nura Küwcrrya. Ans Warschau wird uns bericht.:: Bor enngeu Tage» saus bei o.m bekannten W u »der r »Mb i von G u r a K a l w a r y a eine große Feier statt, anläßlich dA- Brity milah bei seinen, neugeborenen Sohn. Aus allen Gegenden Polens waren Tausende von Ehassidim zu der Feier gekommen. Die Eisenbahnen mußten Souderzüge in .den Verkehr stellen. Aus Warschau wurden zahlreiche Ta;ns gemietet. . ' * OrgonisEt'wu zionistischer Frauen Oestevrsichs. Nconictg Een 12. d., halb 5 Uhr nachmittags, findet im Kliibheiw der Hakoah,' 1. Bez., Wipplingerstraße 24/20, eine Sitzung der Frauen- Bezirksvorstände statt. Frau Dr. Mamha Hofsmaun wird über die Berliner Tagung des A. C. der Weltorganisation zionistischer Frauen (W. J.'Z.' O.) berichten. Mit zuverläffgiem Erscheinen wird gerechnet. Es ist die letzte Sitzung vor den Ferien. Del-Ka schlägtalles mit seinen billigen S 0 in m e r - R ä u m u n g s - P r e i s e n. Beachten Sie Anlündigung Seite 11. Beginii morgen, den 12. Jnti. BW'sen Lornidatufenthalt verschaffen Sc sich, wenn Sie tot Ihrer Sommerrede durch fachgemäße Wohnungsreimgung ihre kostbare Wohuungseinrichtting konserviereu. Schutz vor Mottensraß nur 'durch „Gmerol". Radikalste Wanzenverüvgulig mit „Solforkose". Erstes Wiener Reiwigungsinstitut „La Generale", 1. Bez-, Hegelgaffe 9. Tel. 72-4-86-und 72-9-31. F Ein erstklassiges Falstikat. Es ist bereits allgemein bekannt und wird sowohl von der Kausmannschaft als auch vom konsumierniden Publikum anerkannt, daß die renommierten ,F!es"-Strümpse zu den voMglichstcn Erzeugnissen de.r Strumpswarvnfabrikatlou zählen. 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