Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2650 (10.7.1926)
- Date
- 1926-07-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981737--26998-3014884- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. S680 Mrn, SamsW IS. M 1SSS wuv W bei der er bedienstet war, die Anzeige wegen Verdachtes dtS Betruges und der Veruntreuung mit «mit TchSdenssumme von 25.0oo Schilling erstattet. * Keine neuen Verwüssstände im Prater. Das Handelsministerium hat mit Rücksicht auf die große Airzahl. der im Prater bereits bestehenden Verksufsstände schon vor langer Zeit die Erteilung neuer Bewilligungen für Verkaufsplätze und Ber» kaufshütten ein ge st e l l t. 'Es' ist daher zwecklos, derartige Ansuchen einzubringen. * Aenderungen im Stratzenbahnverkehr am Sonntag. Aus Anlaß des Fcstzuges im Rahmen des A r b e i t e r - T u r n- und Sportfest cs am Sonntag wird der Straßtnbahnvärkehr über den Ring zwischen Schottentor und Aspernplatz abgelenkt. Die Züge der Linie A, B, Ak und Bl Werder: vom Schottenring über die Lirüe 2 zum Praterstern geführt. Die gleiche Linienänoerung gilt auch für die entgegengesetzte Fahrtrichtung. Die Linien F, H und I werden nur bis zum Ring» die Linien N und Nk nur bks zum Kai geführt. Die Lmie O wird einerseits vonr Hochstädtplatz biß zur Schwedsnbrücke, andererseits von Favoriten bis zur Radetzkystraße geleitet. Die übrigen Straßenbahminien werden den Berkehrsverhältnissen entsprechend auf Gleisschleifen oder StoÜgleisen vor dem Ring umgekehrt. Tie Linie 18G wird ganz eingestellt. Als Ersatz für diese Linie wird auf der elektrischen Stadtbahn die Linie G zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt über den Gürtel verkehren. * 16. österreichische Klassenlotterie. Die Erneuerttngsfrist für die zweite Klasse eitbct am Abend des 32. Juli 1026. Die Ziehungen dieser Klasse finden Dienstag den 20. Juli und Donnerstag den 22. Juli im Ziehungssaale, Wien, 8. Bezirk, Marxergasse 1, ebenerdig, statt und beginnen um 8 Uhr nachmittags. * „Zid." Wir lesen in der Prager „Selbstwchr": „Sonntag morgens, am ersten Tage des Sokotkongresscs, klebten an den meisten jüdischen Geschäften PraigS größere gelbe Plakate mit dem Aufdrucke „Zid", die in der vorhergehenden Nacht angebracht w-ovden warctt. Da in der Nacht beikann blich alle Kühe schwarz sind, also auch jüdische Geschäfte sich von nichtjüdischen nicht sonderlich unterscheiden, prangten zur großen Überraschung etlicher uichtjüdischer. ja sogar auch antisemitischer Eigentümer an den Rolläden ihrer Geschähe jene schwarzgelben Kainsfetzen. Es wundert uns nur. daß die Prager Polizei i»lchc»n offenbar oraauisicrlcn Treiben so widerstaudKos gegenübersteht und es muß als ein ganz besonderes Kunststück gewertet werden, die „klebende" Organisation in'den Hauptstraßen der Hauptstadt nicht bemerkt zu haben." jMhCyKAftjMMfc Besonders Weiße Zähne bekommen Sie beim Gebrauche VS« W. TwsrdvS Denltflore-Zahnpasta. Erzeuger: Hirschenapo theke, Wien, 1. Bezirk, Koylmartt 11. Siehe Inserat'. WaS eilt das Voll, warum drängt alles in das HauS 0. Bezirk. Porzellangaffe 62? Die langersehnten Urlaubstage, die Badezeit sind gekommen und die Leute suchen das bestrenommierte Spezialhaus für Wirkwaren „Zum Löwen" auf, um dort ihren Bedarf in Badekostümen, Schwimmhosen, Sweaters, Westen, Badehauben und allerlei Wirkunb Wollwaren zu decken. Da man beim „Löwen" nur erstklassige Qualitätswaren zu fabelhaft billigen Preisen erhält, bleibt jeder, der dort einmal kauft, stand: Kunde. Vereinsmitglieder erhalten Sonderrabatt. Vereine, Bortrüee und Versammlungen. Z i o n i st i s ch e Kulturgruppe XX Karl-ll'eißl- Straße 8/1. Heule um 7*8 Uhr wichtige Mitgliederbesprechung. Morgen um 9 Uhr vormittags Büchserwufstellung (St. K. L.). Um Vi‘2 Uhr Ausflug, Führer Chawer S:lbe:busch. — JugendveretnErezZsrael. Morgen. 1 Uhr nachmittag', Ausflug Treffpunkt: Ferdinandsbrücke, Sradtbahnhaltestelle. Füy:er Herzberg. » Eine Kinderlefestnbe im Volksheim der sozialen Hilfögemeinschaft Anitta Müller. Die soziale Hilfsgemeiuschaft hat :m 2. Bezirk, Untere Anaartenstraße 85, eine Kinderlcscstnbe errichtet, in welcher Kinder jeden Alters unter bewährter Leitung und Aufsicht beschäftigt werden. Gute Bücher,( Bcschäftigimasunttel usw. stehen zur Verfügung, ebenso junge Hilfskräfte, welche sich bemühen, auch Freude und Unterhaltung zn geben. D:c Kinderlesestube ist unentgeltlich allen zugänglich. Einschreibungen im Sekretariat finden täglich von 3 bis 6 Uhr nachmittags statt. lieber erste Hilfe in der Kinderstube hielt kürzlich Frau Dr. Anne B e r n f e l d im Rahmen einer Veranstaltung der Gemeinschaft „Die Mutter" einen interessanten Vortrag. Sie führte in anschaulicher Weise vor, wie sich die Mutter bei leichteren oder schwereren Verletzungen des Kindes zu verhalten hat, um nicht durch unsachgemäße erste Hilfe die Situation noch zn verschlechtern. Die Behandlung von Wunden, von Knochenbrüchen erfordern nur eine gewisse Geschicklichkeit, die sich jede Frau aneignen kann, um nicht dem nachfolgenden Arzt die Arbeit noch zu erschweren. Nus der jüdischen Welt nag Genau so. wie bei uns. IlfelüÖlKölll llllMllfZNII Wegtaufen in England. Die judenmiffionärifche Seuche des Seelenfcmges unter der großen Zahl verlassener und verkrüppelter Judenkinder wütet nicht nur bei uns in Wien, sondern in allen Städten der Welt, wo es ein jüdisches Massenelend gibt und die in Betracht kommenden jüdischen Faktoren sich, wie bei uns in Wien, ihrer Pflicht diesen ihrer materiellen und seelischen Not hinwelkenden Juden« lindern gegenüber nicht bewußt werden wollen. In London liegen die Dinge nicht besser. So beklagt sich Mr. I. P o s n e r, Ehrensekretär, der zur Rettung solcher Kinder ins Leben gerufenen s.Children of Israel Evidence Guild", in der „Jewtsh Chronicle" bitter darüber, daß die jüdische Öffentlichkeit die erwähnte Organisation nicht in genügendem Mah§ unterstütze. Mr. PoStter schreibt unter anderem: „Wir beabsichtigen ein Heim für jüdiische Jugendliche und Kinder, deren Eltern sich um sie nicht kümmern können. Diese Kinder sind die Beute d e r I u h,e n t ä u f e r. Die Missionäre haben bereits mehrere Tausende solcher jüdischen Kinder in ihren Heimen in Brentwood und an anderen Orten. Die Seelenfänger locken unsere Glanbensbrüder durch ihre Aerzte und Heilanstalten heran. Besätze die jüdische Oeffentlichk e i t s o l ch e I n st i t u t i.o n e n, so wären sie sicherlich ein entscheidender Schlag gegen die Lockungen -ber ungebetenen Seelenretter." Tout comme chez nous! — Genau dasselbe Unglück wie bei unS! Wir besitzen keine entsprechenden Anstalten zur Rettung unserer, auf frctnbc Hilfe angewiesenen Armen und rhre kranken, hungrigen Kinder! Die Errichtung solcher Anstalten ist die dringlichste Pflicht der jüdischen Gesellschaft von Wien. Die Initiative l'iezu müßte sofort ergriffen werden! Ser erste Kongreß der Union der Wischen Fugend. Wie uns vont Zentralbureau der „Union Universelle de la seunesse jurve" in Paris mitgeteilt wird, wurde der erste Kongreß der Union der jüdischen Jugend für die Zeit vonr 1. bis 6. August nach Paris einberufen. Die Hauptfragen der Tagesordnung'.sind: A r b e i t f ü r P a l ä st i n a, Nationalfonds, hebräische Univetffität, AiiSwandernngsfragen, Numerus clausus, die Arbeit der jüdischen Jugend' für den B ö l k e r b u n d, Weltkongreß aller jüdischen Jugendorganisationen, S p o r t a n g e l e g e n h e i t e n, Jugendbildung und der Unterricht der hebräischen Sprache usw. Ein Reffe Nathan -trau»' Met eine Professur an der Sorbonne. AnS Paris wird uns berichtet: Der New-Uorker Privatier Lee Kohns widmete eine Stiftung, deren Erträgnisse zur dauernden Erhaltung einer vollwertigen, gleichberechtigten Lehrkanzel für die Geschichte der Vereinigter: Staaten von Amerika an der Pariser Sorbonne dienen sollen. Der Stifter will, wie er in seiner Zuschrift au den französischen Nnterrichtsminister betont, durch die Errichtung dieser Professur ein herzliches Verhältnis zwischen beiden Staaten herbeiführeu. „Ein solch inniges Band zwischen de» verschiedenen Völkern kann am besten durch die großen, einflußreichen Institutionen der Wissenschaft geschaffen und gefestigt werden," heißt es in dem erwähnten Schreiben deS Stifters. Die französische Regierung hat die Stiftung bereits genehmigt. Lee Kohns ist eine Nesse des bekannten jüdischen Philanthropen und Zionisten Nathan St ran 8, der ein Bruder der Mutter Lee Kohns' war Aussterbrude Fuvengemeinven in Deutschland. Schon seit langem ist ein allmähliches Aussterben ehemals blühender und in der Geschichte des Judentums rühmlichst erwähnter Judengemeinden in Deutschland zu verzeichnen. Abwanderung in die größeren Städte und ins überseeische Ausland, Abfall vom Judentum und künstliche Geburtenbeschränkung, die im deutschen Judentum immer mehr um sich greift, sind die Ursachen dieses Hinsiechens einst lebensstaAer jüdischer Gemeinschaften. Besonders rasch geht der Verfall der badischen Judengemeinden von statten. Während die christliche Bevölkerung sich seit der vorletzten Zählung im Jahre 1918 um 146.200 Seelen vermehrte, haben die Juden eine Abnahme von 1800 Seelen zu verzeichnen. Viele Gemeinden sind seither überhaupt judenrein geworden. Die früher blühende jüdische Gemeinde Nordräch hat von 42 Juden nur noch vier. Bloß einige Mittel¬ und Großgemeinden haben geringen Zuwachs zu verzeichnen. Uebertritte zum Judentum in Warschau. Aus Warschau wird uns berichtet: In der letzten Zeit melden sich zahlreiche Christen beim hiesigen Nabbinat, die zum Judentum überzutreten wünschen. Das Rabbinat verhält sich solchen Ansuchen gegenüber in der Regel ablehnend und geht sehr rigoros vor. In der vorvergangenen Woche hatten s:ch beim hiesigen Nabbinat nicht weniger als vierzehn christliche Personen, darunter fünf Frauen, gemeldet. Bon diesen wurden elf (sieben Männer und vier Frauen) sofort abgewiesen, während die übrigen ermahnt wurden, sich den Schritt noch reiflich zu überlegen und eventuell nach sechs Monaten ihr Ansuchen zu erneuern. Ein Jude Träger des Aronson-Pveises. Aus Berlin wird uns genrekdet: Der Aronfon-Preis, der für die besten Arbeiten auf dem Gebiete der Serologie verliehen wird, ist für das Jahr 1936 dem Professor Land st einer Mew-Aork) für seine Arbeiten über Antigene und Antikörper verliehen worden. Landsteiner, ein Jude, ist Wiener und hat seine wissenschaftliche Tätigkeit zunächst in Wien ausgeM. Nach dem Weltkrieg ging er nach Amerika, wo er jetzt wissenschaftliches Mitglied des Rockeseller -In st ituts ist. Landsteiner ist einer der originellsten und erfolgreichsten Forscher auf den: Gebiet der Mikrobiologie, im besonderen der I m m u n i t ä t s l e h r e. Seinen Untersuchungen ist es zu danken, daß die Blutübertragung von einem ,znm anderen Menschen, die in vielen Fällen Icbensvettend wirkt, aber vor seinen Unt echt chu rügen doch gewisse Gefahren enthielt, heute so gut wie gefahrlos durckMfnhren ist. Auch hat er die Kenntnis der Spinal- Kinderlähmung ivesentlich dadurch gefördert, daß es ihm gelang, diese Krankheit auf Affen zu übertragen und nachznweisen, daß sie auf einem unsichtbare:: Erreger beruht. Ein biographisches Lexikon der Inden in Amerika. Im jüdisch-biographischen Bureau in New-Dork wird an der Herausgabe eines biographischen Lexikons der Juden in Amerika gearbeitet. Das Werk, das den Titel „Who's who in American Jewry?" („Wer ist wer im amerikanischen Judentum?") führen wird, soll ein vollständiges biographisches Material über alle jüdischen Persönlichkeiten, die auf irgend einem Gebiete des öffentlichen Lebens von Bedeutung sind, bieten. Eine hebräische Wochenschrift für die baltischen Länder. Wie uns aus Kowno berichtet wird, beginnt demnächst in Kowno eine hebräische Wochenschrift zu erscheinen, die den Interessen des baltischen Judentums gewidmet sein wird. Der Gründung ist eine Aussprache zwischen den führenden jüdischen Persönlichkeiten in Litauen, Lettland und Estland vorangegangen. Das Blatt ist für längere Zeit finanziell gesichert und die bekanntesten hebräischen Publizisten und jüdischen Politiker haben ihre Unterstützung zuaeiagt. Bühne md Kunst Ein amüsanter Vorschlag Sternßeimr rar Hebung brr dramatischen Nun«. Karl Sternheim wird immer ausgeräumter. Der Regisseur Piscator hat ihn zur Mitarbeit anfgefordert und erhielt von dem Satiriker folgenden Antwortbrief: „Das Ideal (!) wäre, wie es henke die besten Derleger, die Kinos machen; auch das Theater bestelle auf Grünt ferner Gesamtmvglichkeiten bein: Antor ein Stück und garantiere ihm die Summe, die ihn:, wie die von den Verlegern bezahlte, erlaubt, sechs bis nenn Monate an dessen perfekte Vollendung mit Hinblick ans die gebotenen praktischen Möglichkeiten zn wenden. Doch glaube ich, das Wasser muß dev Theatern noch höher an den Hals steigen, bis da8 Publik n m und die Kritik sich an den Gedanken gewöhne n. Wenn man sich daran erinnert, daß Verdis „Aida" ans Bestellung entstanden ist, und — im gewissen Abstande — Franc Molnars „Märchen von: Wolf" ans Bestellung des Wiener Burgtheaters, so könnte bei Durchführung von Sternheims Vorschlag immerhin Theater und Publikum gewinnen. Vorausgesetzt, daß sich Genies a la Verdi und brillante Techniker a la Molnar in genügender Airzahl finden. Ilcbrigens wird in der nächsten Saison eine erkleckliche Zahl deutscher Bühnen Revuen spielen — i» Berlin allein neun Theater — und diese Bühnenschöpfnngen entstehen tatsächlich auf Bestellung. Au» de« Theatern. B >r r« t b t a 11 r. Morgen, 7*8 Uhr abends,. „I m >v e i ß e n R ö s; l". O h r ui ii e n t e t. Morgen, 7 Uhr abends, „D i < Hochzeit des Figaro". Theater rn der I o l e f stabt. Das Lustspiel „Zurück zur Schule" geht heule bis einschließlich Dienstag in Szene Münvoch Premiere deS Schwankes „D er Igel" von Tont Jmvekooen und Hans Retmann in der Bearbeitung von Hans Saßmann. __ Der neue Generaldirektor der Bundestheater. Am gestrigen Tage konnte keine Entscheidung in der Frage der Berufung Sch ne iderhans getroffen werden, weil Fmanzmimster Kollmann im Budgetansschuß nicht abkömmlich war. Die Entscheidung bleibt der nach st en Ministerratssitzung Vorbehalten. Gerichtssaal. Der Hausbesitzer al« Financier einer kinbrechervande. Im Prozeß gegen die Einbrechergesellschaft, die in Bludenz und in Innsbruck ihr Unwesen trieb, wurde gestern Anton Schif. t e r, der Angestellte des Mitangeklagten Realitätenbesitzers HanS Schwarzbart, einvernommen. Der Vorsitzende fragt' ihn zunächst, wen er von den Mitangeklagten zuerst kennengelernt habe und meint dann: Als Ihnen Dit:.:ann die zwölf Millionen in Wertpapieren übergab, mußten Sie doch jedenfalls schon alles wissen. Zwölf M i l l i o n e n, das ist ja ein s ch ö n e r B e s i tz für einen Arbeitslosen! Wie haben Sie sich denn gedacht, daß die Sache weitergehen wird? — An ge kl.: Ich habe mir gedacht, ich werde mich aus der Affaire herausziehen können. Die Verantwortung lastet schwer auf mir. Aber ich konnte mich nicht zu dem Entschluß aufraffen, die Anzeige zu erstatten. Ich dachte mir: Erstens, ich verliere den Posten. — Vors, (unterbrechend): Und zweitens, Sie verlieren die Kundschaft. (Heiterkeit.) — Vors.: Zu welchen: Zweck sind Sie nach Bludenz mitgefahren? — A ngekl. (leise): Ich habe ja'auf alles Ja und Amen gesagt. Ich wollte mich dann überzeugen, ob die Leute die Absicht haben, einen Einbruch zu begehen. Ich habe in St. Anton in ihrer Tasche nachgesehen. — Vors.: In St. Anton am Arlberg haben Sie erst nachgesehen? — Ange kl.: Ja, aber ich habe keine Werkzeuge entdeckt. Ich wollte dann sehen, ob die Leute wiirklich über die Grenze gehen. —Vor s.: Sie behaupten also, Sie haben nur die Eskorte übernommen. Um dreivicrtel ein Uhr mittags wurde die heutige Verhandlung abgebrochen. Sie wird morgen fortgesetzt werden. Der Prozeß dürste erst Montag beendet werdet:. „Schändung der nationalen Ehre." rozetz" gegen ungarische Verschwörer. Budapest, 9. Juli. Vor dem Budaposter Strasgerichtshof Haien sich heute neun junge Leute zu verantwort«:, die im April dieses Jahres den Phantastischen Plan ausgeheckt hatten, einen militärischen Einbruch in die tschechoslowakischen und rumänischen Grenzgebiete dnrchzuführen und gleichzeitig in Ungarn eine R e ch t s d i k t a t u r auszurnfen. Der Putschplan wurde dadurch enthüllt, daß zwei der an der Verschwörung beteiligten jungen Leute in die Tschechoslowakei flüchteten, wo sie den Putschplan verrieten. Die tschechoslowakischen Behörden schoben sie jedoch als unerwünschte Ausländer nach Ungarn ab. In Ungarn wurden sie'mitsamt ihren Komplicen festgenommen und die Staatsanwaltschaft erhob gegen alle neun die Anklage wegen „Schändung de nationalen Ehre". Die Angeklagten, darunter zwei Hörer der Medizin ein Gymnasiast, zwei P r i v a t b e a n: t c, ein h a u p rstädtischer A n g e st e l l t e r, ein E i s e n b a h n o b e r k o nduktenr und zwei Frisenrgehilfen, verantworteten sim heute vor den: Strafsenat nach berühmten Mustern damit, daß sie bei ihren: Plan ausschließlich von „patriotischen Beweggründen" geleitet worden seien. Sieben der nationalistischen Verschwörer wurden zu Staatsgefängnis von zwei bis drei Monaten vc«- urteilt. Die beiden Friseurgehilfe::, die das Komplott hen tschechoslowakischen Behörden angezeigt hatten, erhielten zwei Jahr» e f ä )* a it 18!