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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-09 · Heft 2649 (9.7.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2649 (9.7.1926)
Date
1926-07-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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- «eil, gMltttg «(CRM attMtflCflfttURRS «°Uk I Sie zionistische Adresse an Astenbtz. K. London, 8. Juli. Die Adresse, die dem Marschall A l l e n b y von den Londoner Zionisten überreicht wurde, ist vom Präsidenten D e i zmann, Sir Alfred Mond, Rüo. I. K. Goldbloom, Philipp Guedalla und Morris Myer gezeichnet. Die Adresse lautet: Im Namen der englischen zionistischen Föderation haben wir die Ehre, Ihnen den tiefsten Dank und die war mstcn Grüße auHtchwechen in Anbetracht Ihrer ohne Beispiel dastehenden Daten, im Interesse unseres Landes und Glaubens. Auf Ihre glorreichen Taten in Palästina sind wir stolz als Engländer und dankbar als Juden; Sie halben den Boden vorbereitet für die Verwirklichung unserer historischen Ideale durch di« Balfonr-Deklaration und das britische Mandat; Sie haben unserem Volke die Möglichkeit gegeben, im Wiederaufbau unsere- Nationalheims ein neues Leben zu beginnen... Es ist unser Gebet, daß sich Eure Lordschaft noch viele Jahre der Gesundheit, des Glücks und der Erinnerung an Worische Taten crfteuen mögen. Low Allenby dankte in einer Rede, in der er unter -nderem sagte: „Ich nehme mit Dankbarkeit und Rührung die in der schmucken Schatulle verborgene Adresse entgegen. 1917 wurde ich durch die Judenschaft Jerusalems geehrt, als mir in Gegenwart Dr. Weizmanns eine Thora rolle dargereicht wurde. Und nun diese zweite große Ehrung. Der Zionismus ist für den Nichtzionisten schwer zu begreifen. Zionismus ist Synthese von Nation und Religion; so können Juden in allen Ländern urcheschadet ihres zionistischen Ideals loyal Mitarbeiten an der Wohlfahrt ihres Heimatlandes. Nirgends in der Welt bin ich Menschen begegnet, die so viel Enthusiasmus und Glauben einer Sache dargebracht hatten wie die Zionisten, und insbesondere Dr. Meizmann, ihrem Ideal. Das Werk der zionistischen Politik in Palästina ist das tvunderbarste im gesamten Orient. Man warf den britischen Militärs in der Kriegszeit mangelnde Sympathie für die zionistische Sache vor. Das war ein I r rt u m. Geivisse Maßnahmen, die die Vorsicht gebot, wurden mißdeutet. Heute ist es erwiesen, daß es kein Mangel an Sympathie für -das jüdische Werk war und ist. 1918 stand ich aus einer S a n d d ü n e in T e l - A w i w, 1925 stand ich an derselben Stelle, sie hieß aber Allcnbystraße; ich überblickte von da Wohnstätten von ekva 30.000 Menschen. Die Fruchtbarkeit des Tales Jesrcel belveist, daß die Zukunft des jüdischen Werkes in Palästina i n d c r L a n d w i r t s ch a f t ruht. Palästina ist jetzt das einzige Orienten-), daS ein Bild der Ruhe und der Wohlfahrt bietet. Zwar äußern die Betvrhner eme Unzufriedenheit, ckber es ist eine göttliche U n z u s r i c d c n h e i t, die ein Streben nach Bcrvollkvmyrnung erzeugt. Das zionistische Werk braucht moralische und finanzielle Unterstützung, nicht Philanthropie. Ter Erfolg wird sicher cintresfen." General MakljewsN. L. Warschau, 8. Juli. Ter christlichnationals Klub wird in den nächsten Tagen beantragen, den gemefensn Kriegsminister des Kabinetts W i r o s, General M a l c z e w s k i, vor den Staatsgerichtchos zu stellen. Dies ist ein Demonstrativantrag, um zu bezwecken, daß General M a l c z e w s k i aus der Haft rntlassen und der Militärgerichtsbarkeit entzogen wird. Plötzliches Ableben einer riMch-Wilchen Kommuniftensöhrers. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist in S u ch u m der bekannte jüdische Kommunistenführer Weinberg als Leiche am Meeresufer aufgesunden worden. Man vermutet Selbstmord. Er war Mitglied des russischen Konfessionskomitees. Aus der Budavefter Gesellschas». Der Sohn eines Feldmarschalleulnarrts veruntreut 550 Millionen Kronen, um die Bank von Monte Carlo zu sprengen. : Budapest, 8. Juli. Der Oberkassier der Britisch-Ungarischen Zwirnsabrik, der 28jährige Johann He feie, Sohn etn'es Feldmarschalle ntnants und beliebtes Mitglied der B n d a p e st e r Gesellschaft, verschwand vor eineinhalb Monaten nach Veruntreuung von 550 Millionen Kronen spurlos aus der Hauptstadt. Die Polizei fahndete vergeblich nach dem Defrandanten. Heute vormittags stellte sich Johann Hefele gänzlich unvermutet selbst der Polizei. Er gab an, daß er mit den 550 Millionen Kronen, die er seiner Gesellschaft unterschlagen hatte, nach Monte Carlo gereift war in der Absicht, die Bank zu sprengen und die 550 Millionen der Britisch-Ungarischen Zwirnsabrik mit Zinse-zinsen Zurückzuzahlen. Leider war ihm aber in Monte Carlo das Spielglück nicht hold und statt mit reicher Beute aus Monte Carlo zurückzukehren, ist Johann Hefele nach Vildapest ohne einen .Heller Geld zurüügekommen. Ein Bankier veruntreut acht Milliarden Kronen. Budapest, 8. Juli. Der bekannte Budapester Bankier Alexander P a l f f y ist seit gestern spurlos aus Budapest verschwunden. Palffy war bereits vor Monaten eine Zeitlang eingesperrt, weil er Klientengelder nicht verrechnen konnte. Dü aber der Bankier damals den Schaden gntmachte, wurde er ans freien Fuß gesetzt. Nun hat gestern die Gräfin Karola Traskovich gegen Palffy die Strafanzeige erstattet, weil ihr Palffy eine Milliarde Kronen, die ihm dir Gräfin als Kostgeld gegeben hatte, nicht zurückzuzahlen vermochte. Seit dem Verschwinden Palssys lausen bei der Oberstadthauptmannschaft stündlich neue Strafanzeigen gegen den Bankier ein, Soweit sich bisher überblicken läßt, hat Palfsy irr-gßfamt acht Milliarden Kronen seiner Kommittenten veruntreut. Er befaßte sich vorwiegend mit Kostgeschäften und hatte großen Zulauf aus den Kreisen der vornehmsten Dudapester Gesellschaft, in der Palfsy persönlich viel verkehrte. Die Polizei hat gegen Alexander Palffy einen Steckbrief erlassen. Set Stein Der Seifen gefunden t At-s Paris wirb uns geschrieben: Ter Pariser Naturforscher Jollwet de C a st e >l l o t bchariptet, daß ihm auf chemischem Wege die Erzeugung künstlichen Goldes gelungen sei, wodurch das dreitausendjährige Problem, das schon die alten Alichimisten so in.ensiv beschäftigt hat, im Prinzip gelüst wäre. In der Praxis sei wohl die Sache, wie de Castellot selbst zugibt, vorerst noch bedeutungslos, da die Quantität des erzeugten Goldes, ebenso wie bei dem Verfahren M i e t h e s und N a g a o k a s, durch Atomzertrümmerun g von Quecksilber, verschwindend gering ist und der Wert des Goldes von den Herstellungskosten weit übertroffen wird. Jollive. de Castellot hat übrigens sein Verfahren bekanntgogeben und die Akademie der Wissenschaften zur Ueberprüfung aufgesotdert. Diese verhält sich vorerst prinzipiell ablehnend, hingegen wird de Castellot von den Akademikern und von einer großen Zahl von Gelehrten, die für ihn eintreten, verteidigt. Die wissenschaftlichen Körperschaften von Belgien und Portugal haben angeblich das Verfahren mit positivem Erfolg nachgeprüft. In Italien, Holland, China und Japan, wo man die Ueberprüfung zr sagte, sind die Versuche noch nicht abgeschlossen. Movekranlheittn. Es gibt zwei Arten von Moddkrankheiten; solche, die in Mode sind, und solche, die e-ine Folge der Mode sind. Don den letzteren soll hier die Rede sein auf Grund der Mitteilungen von Saniiätsrat Dr. O e st r e i ch e r in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Vor ungefähr zwanzig Jahren beobachtete Prof. V l a s ch k o oine Häufung von qualvoll juckenden, mit Rötung, Schwell: ng und Hitze verbundenen Hautentzündungen am Halse. Da diese Erkrankung ausschließlich bei Frauen vorkam, forschte er nach deren Bekleid: ng und stellte fest, daß alle Erkrankten schwarze Pelzkragen trugen. Durch chemische Untersuchung wurde dann weiter fcstgestcUr, daß alle diese Kragen mir „Ursol" gefärbt waren (Paraphenylendiamin). Diese Art der Färbung wurde daraufhin in vielen Ländern verbeten; die besondere. Art der Erkrankungen hörte auf. Eine ganz ähnliche Art der Erkrankung im Nacken von weiblichen Personen, die sich von der Haargrenze ans allmählich über den Kopf und. den Hals auaOreltetc, sie.! Ocstreicher seit längerer Zeit ans. Er stellte fest, daß sie eine Folge der modernen Hut tr acht sei. Mit einem kräftigen Ruck wird der Hut über den Kopf gestülpt, möglichst tief nach hinten und unten gezogen, so daß der hintere untere Rano e::g der Nackenhaui anliegt. Es handelt sich uin Fälle mir starken Haarknoten — nicht Bubikopf —, bei denen der Hutrand besonders eng an« liegt und bei denen der gefärbte scharfe Rand einen fortdauernden Hautretz ausüvt. Eine Hautentzündung an anderen Körperstellen wird ge« l-sgentlich bei weiblichen Personen gesunden, die ungefütterte schwarze Blusen, und auch bei Männern, die bunte Unterwäsche und Strümpfe, so wir sie aus dem Laden kommen, auf der Haut anzichen. Beim Schwitzen löst sich die Farbe aus den Stoffen, dringt in die Haut und bewirkt die Entzündung. Sind die Stoffs waschbar oder sogar kochbar, dann ist der überschüssige FarÄstoiff verhältnismäßig leicht zu entfernen. Ter Chemiker Colman hat seinerzeit den Rat gegeben, die schwarzen Pelzkragen tüchtig mir weißem Papier abzureiben. Das ist ein recht gutes Vorbcugungsmittel. Nimmt nämlich das Papier Farln: an, dann ist ein Überschuß davon in den betreffenden Stoffen, der unter Umständen Schädigungen Hervorrufen kann. Glücklicherweise erkrankt nicht jeder, der solche Stoffe trägt, sondern n^r derjenige, dessen Haut ihnen gegenüber empfindl-ich ist. Bei vielen anderen ist die Haut so widerstandsfähig, daß die stärksten Reize ihr nichts anhaben können. Aber es ist doch gut, zu wissen, woher ein Schaden kommen und wie man ihm Vorbeugen kann. Ser Mörder MnipWnscr. Der Fund im Keller. Ter Fall W i rn p a s s i n g e r ist. soweit es sich um die Ermordung und Zerstückelung der Frau handelt, durch das Geständnis de» Täters vollkommen geklärt. Tie Angelegenheit der im Vorjahre verschwundenen unehelich eu Tochter des Johann Wimpassinger, Marie Spießlcchner, wird noch weiter untersucht. Zwei Hausgehilfinnen, die bei dem Ehepaare Wimpassinger im Hause Pazmainteugassr l-i gewohnt haben, gaben an, daß sie in der Zeit nach dem Verschwinden der Spießlechner Kleider und Schuhe der Vermißten in der Wohnung gesehen hätcen. Diese Angaben scheinen Insbesondere bezüglich der Zeitangabe als sehr u n v e r l ä ß l i ch. Nun wurde vorgestern in einem Keller des Hauses ein Koffer gefunden, der schon sehr m o r s ch und zerfallen ist. Darin wurden verschiedene K l e i d u n g s st ü ck e festgcftellt. Bon fachmännischer Seite wurden S ch i m m e l! ä f e r und eine M o t t e n a 11, deren Nahrung ausschließlich aus Stoffen und Lederteilen zu bestehen pflegt, die aber auch Holz ansressen, festgestellt. Der Koffer dürste wohl schon eine Reihe von Jahr e n an der Fundstelle gelegen sein. Er dürfte nicht als Argument für eine Belastung des Wimpassinger in Betracht kommen. Wtmpassinger selbst erklärte entschieden, daß Koffer und Inhalt nicht von ihm herrühren. Die Untersuchung wird sortgeführt. ...!■»—«——»im in in ... I Werbet Abonnenten für die t I „Wiener Morgenmtung" I 9. Öutl 1928 ~ fit. KA Inland. Was geschieht mit der Zentralbank? Eine vertrauliche Sitzung »es Finanzausschusses. Im Parlament herrscht jetzt trotz der sommerltchen tzrtz« Hochbetrieb. In allen Klubzimmern gibt es Parteikonventikeln und Beratungen mit Vertretern von Banken und Sparkassen. Die Regierung will so rasch als möglich die Genehmigung de- Parlamentefür die durch den Finanzminister ausgesprochene HaftungSerklärung für die Büchel- und Kontökorrenteinleger der Zentralbank deutscher Sparkassen erhalten, doch stocken die Verhandlungen, weil die Sozialdemokraten» ehe sie die Uebernahme der Haftung zulasten, erfahren wollen, welche Geheimnisse in den Büchern des Instituts enthalten sind, dem unter anderem Beziehungen geldlicher Art zu deutschnationalen Parteiblattern nachgesagt werden. Uebrtgens scheinen die MajoritätSparteien selbst noch nicht einer Meinung über daS Schicksal der Zentralbank deutscher Sparkassen zu sein. Der Berichterstatter über daS Zentralbankgesetz Dr. G ü r tler verwies gestern im Finanzausschuß auf die in der Vorlage enthaltene MoratoriumSbesttmmung, von der nur verhältnismäßig wenig Einlagen betroffen wurden. DaS Moratorium sei aber dringlich, weil es, wenn ein Einleger etwa vor feinet Erlassung gerichtliche Schritte unternehme, schon zu spät kommen könnte. Dr. Bauer behauptete, niemand kenne den wirklichen Stand der Zentralbank. Die Regierung habe die Garantie nicht ans die Sparkassen und Kreditgenossenschaften eingeschränkt, sondern leichtfertig in allgemeiner Form ausgesprochen. Ein Moratorium wäre notwendig, damit die Auszahlungen aus Staatsmitteln anfhören und damit man Zeit gewinnt, abzuwägen, wa8 der Staat leisten kann und muß, um größere Wirtschaftliche Schäden zu vermeiden, Wie aber andererseits die Steuerträger davor beschützt werden können und müssen, daß diese staatliche Hilfsaktion nicht mißbraucht werde zu ganz anderen Zwecken, zu Priva tzwe cken und zu parteipolitis ch e n Z w e ck e n, die hinter dieser Sache stehen. Wenn Steuergelder geopfert werden sollen, dann ist weiter die rücksichtslose Feststellung der Schuldigen, sowohl der gegenwärtig Schuldigen als auch der Schuldigen in die Ahnenreihe dieser Bank hinauf unerläßlich, ohne Rücksicht auf die Immunität und ohne Rücksicht auf die Stellung dieser Herren als Volksvertreter oder V o l k s b e a n f t r a g t e. Wir müssen absolut verlangen, daß unS der Finanzminister und Abg. S t r e e r il w i tz als RegicrungSbeauftragtcr Mitteilen, was sie über den Stand der Bank wissen. Man kann nicht eine Haftung aussprechen, ohne zu wissen, ob es sich um eine Haftung für 300, 400, 600 oder 750 Milliarden handelt, für wen mau da eigentlich haftet, wieweit für Sparkassen, für Kreditgenossenschaften, für Schieber und wieweit für Parteifreunde der Macher dieser Bank. Finanzminister K o l l m a n n und Abg. S t r e e r u w i f> erklärten sich bereit, diese Auskünfte in einer vertraulichen Sitzung zu geben. In der geheimen Sitzung schlug Abg. Danneberg vor, zunächst ein Gesetz zu machen, welches bloß das in der Regierungsvorlage enthaltene Moratorium für die Zentralbank deutscher Sparkassen enthalten soll; indessen soll eine nähere Untersuchung des Standes der Zentralbank und der Ursachen ihrer Krise stattftnden. Auf Grund des Ergebnisses dieser Untersuchung, die binnen einer festzustellenden kurzen Frist abzuschließen sei, möge über die anderen Fragen entschieden werden. Bis zu-diesem Zeitpunkte soll dem von der Regierung bestellten Beauftragten Abg. Strecruwitz mit gleichen Unechten der Vizepräsident der Dankenkommission Hosrat Georg Ster n zur Seite gestellt werden. Namens der Mehrheitspärteien erklärten die Abg. Doktor O d e h n a l und Dr. H a m p e l, diesen Anträgen n : ch t z ustimmen zu können. Berichterstatter Tr. Gürtler machte der Regierung und den Parteien einen V e r m i t t l u n g s v o r s ch l a g, die Gestion der Zentralbank der deutschen Sparkassen und die Sicherung der ungestörten Auszahlung der Einlagen von Sparkassen und Kreditgenossenschaften einer zu diesem Zwecke besonders zu schassenden Einrichtung zu übertragen. Die Parteien werden zu diesem Vorschlag in der heutigen Sitzung des Ausschusses Stellung nehmen. Der rweite Schritt zur Mwkkrmur. Der. Vorstand des Verbandes der sozialdemokratischen Abgeordneten und Bundesräte beschäftigte sich gestern mit dem Briefe des Unterrichtsministers Dr. 9H nt eien und kam zu folgendem Beschluß: „Sowohl die sozialdemokratischen als auch die christlichsozialen Teilnehmer an den früheren Verhandlungen haben bezeugt, daß eine bindende Vereinbarung abgeschlossen wurde, wobei eine nachträgliche Zustimmung der Parteien oder des Ministerrates nicht Vorbehalten wurde. Sollen wieder normale parlamentarische Verhältnisse erzielt werden, so müssen daher entweder die Vereinbarungen restlos durchgeführt oder aber es muß der Erlaß des U n t e r r i ch t s m i n i st e r s, der der Grund dieser Vereinbarungen war, aus der Welt g e s ch a f s t w e r d e n. Der Berbandsvorstand hat das Präsidium ermächtigt, diese seine unverrückbare Stellung deiu ttuterrichtsminlster zur Kenntnis zu bringen." Das ist der erste Schritt, den die Sozialdemokraten ans dem Trotzwinkel machen, tn den sie sich nach Aufhebung der Schulvereinbarungen gestellt haben. Es ist anznnehmen, daß sie nunmehr der Einladung des Ministers zu Verhandlungen über die Wiederherstellung des normalen Verhältnisses Zischen Opposition und Regierung Folge leisten werden.

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