Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2648 (8.7.1926)
- Date
- 1926-07-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. «fe*, DöEWgH «steiler waPtgeiifeftitiKg 8. Jfitli ISA W' ORW V elt US Ehrung Skr Herbert SMuels. London, 4. Juli. (I. T. A.) Die Liste der Ausgezeichneten <m& Anlaß des Geburtstagesdes Königs enthält auch den Namen Sir Herbert Samuels, dem das Großkrevz des Ordens für öffentliche Dienste verliehen worden ist. Andere Orden und Auszeichnungen erhielten Sir Gilbert Clayton, der frühere Cheffekretär der Palästinaregierung, Kolonel Jacob Waley Cohen, Elly Svlas Kadoo rie, Moses Doukhan vom Landdepartement der Palästinaregierung, Mr. Afher Ben- David der Jnstruktionsoffizier der Polizeischule in Palästina und andere mehr, Wilhelm II. ««d Rothschild. Im Berlage für Kulturpolitik zu Berlin erscheinen demnächst „Die Notizbücher des Botschafters Georges L o u i s". Louis, der 1847 geboren und 1917 gestorben ist, war seit 1904 politischer Direktor im Pariser Ministerium des Aeußern und dann von 1909 bis 1913 französischer Botschafter in Petersburg. Er hinterließ persönliche Papiere, in der Hauptsache Notizblocks, auf denen er am Abend oder am Ende einer Unterhaltung sich Notizen über bemerkenswerte Mitteilungen gemacht hat. Sine dieser Notizen lautet: 9. Mai 1908. In Palermo kommt im letzten Monat einer der jungen Rothschilds, der leichteste, unbegabteste, per ein zige, der im Hause keine Bedeutung hat, in seiner Jacht an, als Kaiser Wilhelm sich dprt aufhalt. Er kannte den Oberere monienmeister, Fürsten Fürstenberg, der den Kaiser begleitete. Wilhelm der Zweite willigt sofort ein, daß er ihm vorgestellt wird, unterbricht einen Empfang, den man zur Vorstellung der feinsten Aristokratie Siziliens organisiert hatte, und unterhält Dch eine Stunde mit dem jungen Rothschild, übertreibt die Bedeutung der Familie des jungen Mannes, die von ihr geleisteten Dienste und bedauert, daß sie nicht gqnz deutsch geblieben ist. , . „Kommen Sie zu mir, Sie werden wie die Größten behandelt werden. Ich nrache kernen Unterschied zwischen Christen, Protestanten oder Katholiken, Juden oder Muselmännern. Die alle beten einen einzigen Gott an, denselben Gott, meinen Gott. Alle Monotheisten müssen sich gegen die Heiden des Ostens verbinden. Einst meinte ich die Chinesen, wenn ich von der Gelben Gefahr sprach, heute sind es die Japaner. Das sind unser aller Feinde, Durch sie werden die Chinesen organisiert und gegen Europa geworfen werden. Gegen diese Gefahr müßte sich die ganze übrige Welt einigen!" »Sr ln Bolen. Aus Posen, 5. Juli, wird uns geschrieben: Dank bei% Be, sirebungen der Sejmdeputierten Frau Rosa Melzer ist gestern das erste mit einem Internat verbundene Erziehungsinstitut für blinde jüdische Kinder Polens seiner Bestimmung zugesichrt und feierlich eröffnet worden. Es befindet sich in dem nahe der Stadt Posen gelegenen Städtchen Bojanowo und ist in dem Altersversorgungshause untergebracht. Hilflose Greste und unglückliche Kinder werden nunmehr in einem Hause friedlich beisammen wohnen, die einen, bescheiden in ihren Ansprüchen, west an des Lebens Ausgang stehend, die anderen an dessen Schwelle in der Hoffnung ans Erschließung eines neuen geistigen Gesichtskreises. Das sehr geschmackvoll nach den neuesten Erfahrungen der Blindenpädagogik errichtete, von einem geräumigen, schönen Gar» ten umgebene Blindenheim soll einem der dringendsten Bedürfnisse auf dem Gebiete der Kinderfürsorge Rechnung tragen, da eintzyseifs die einzige noch aus der Vorkriegszeit bestehende jüdische Anstalt dieser Art, das Blindeninstitut auf der H'phen Warte in Wien, mit schweren Sorgen kämpfj, andererseits hierzulandL nach sehr viele Kinder ihrer Betreuung harren. Unter den schwierigste Verhältnissen hat nun Frau Abgeordnete Welz er Wt HW weniger Menschen, teils währendihrer Dnerstareise, teils zuletzt in Warschau und Lodz, die für die gründliche Renovierung Md Einrichtung des Hauses notwendigsten Mittel ayfgchrgcht, die onch für die Beschaffung der Wäsche wie auch für Pen Ankauf der Mn? sikinstrunieute reichen mußten. Den Vorständen Her SyyagMw gemeinden in Posen, Brornbcrg und Leszno, ganz besonders aber dem Präses der letztgenannten Gemeinde, Gprichtßxat H o f f m a n n und dessen Gemahlin, ferner auch den dortigen B'nar-B'rith-Logcn soll die lebhafteste Anerkennung für ihre Mithilfe gezollt werden, Auch Rabbiner Dr. Freimann und dessen Gattin waren Helfer bei der Sache. * Die Feierlichkeit selbst vollzog sich in einfacher, würdiger Form im Speisesaal der Anstalt. Außer der Frau Abgeordneten Melzer und dem Anstaltsperssngl waren von auswärtigen Gästen erschienen: der Präses der Synagogengemeinde und der B'naisB'rith-Log« in Posen Rechtsanwalt Eohn mit mehreren ReprHsentanzmitgliedern, der dortige Rabbiner Dr. F r e i m a n n mit Gemahlin, di« Bovsteher der Synagogengemeinden in Bromberg und Leszno. Senator Bodek in Vertretung des jüdischparlamentarischen Klubs in Warschau wie auch der B'nai-B'rith- Loge in Lemberg, Sejmdeputierter Dr. F e l d m a n n im Namen des jüdischen Zentralwaisenkpmitees für Polen, Redakteur Doktor Fall in Vertretung der jüdischen Presse. Nanrens der Familie des ehemaligen Stifters »var Rittergutsbesitzer Rohr und Gemahlin, aus Bojanowü selbst der Bürgermeister und der Gerichts- Vorsteher anwesend. Bon vielen jüdischen Gemeinden und Institutionen waren telegraphische Beglückwünschungen eingelangt. Nach der religiösen Zeremonie hielt Rabbiner Dr. Freimann eine tiefempfunden« Festrede, worauf sich die Gäste zu einem Imbiß vereinigten. Bei diesem Anlaß wurden die Verdienste der Gründerin d«S Blindenheimes' in einer Reihe von TrinKsprsichen gefeiert; unter den Rednern befand sich auch der Bürgermeister des Orjes. Als letzte sprach Frau Melzer allen bisherigen Helfern den herzlichsten Danf aus unp appellierte an alle Anwesenden Wik auch ßN die ganze jüdische Oeffentlichkeit, dem Werke dauernde Förderung zuteil werden zu lassen. givdisch llnlerfchriebeue Jokmnente in RumSnien ärsemffatfon der italienischen fluqst. R p m, im Juli. Bor 25 Jahren wuchs in Mailand die jt 4 li,enischS A u t o r e u g e s e l l s ch a f t gegründet, dgr damals ua. Verdi, Cardueci und Rieoxdi angehpxteu. Die Gesellschaft hat eine» großen Aufschwung genommen, zählt hsnte 4MP Mit, g l i e d e r und hat ZwkiginsMte in llchssrseMndßrn. Nun wurde zu N o m der neue Sitz per GsMchsft in eirsM Palazzo der Pia del Gesn eröffn et. Alle GektWM der Gesellschaft (Theater, Musik, Buch, ferner auch Kino und staatliches Vermittluugsbureau) sind st» diesem Palazzo uutergebracht. Die Gesellschaft wird nach Inkrafttreten des italienischen Autorenschutzgesetzes noch größere Bedeutung haben als bisher. Es wird die Wiener interessieren, daß in Italien di? Bilettstener durch diese Autorengesellschcrft eingezogen wich. Dadurch wurde erzielt, daß der Extrag hex, Theatepsteuer ayf das Zehnfache gestiegen ist, der Ertrag an Tantiemen der Komponisten (beispielsweise) aber auf das Dreißigfache. Mascggyi acheiftt gegen- Auf Grund drS josefinischen Hofdekrets vom Jahr« 1822, Aus Czernywitz wich uns geschrieben: Aus Anlaß eines konkreten Streitfalles, in welchem ein hiesiger Kaufmann einen in jiddischer Spruche geschriebenen und mit hebräischen Lettern Unterzeichneten Garantiebrief vor Gericht geltend machte, berief sich der Beklagtenvertreter ans das österreichische Hosdekret vom Jahre 1822, welches jede Urkunde in jüdischer Sprache mit jüdid schen Lettern als null und nichtig erklärt. Demgegenüber erklärte der Vertreter des Klägers, daß dieses Hofdekret nicht mehr gültig sein könne. Durch die rumänische Konstitution vom Jahre 1923 sowie durch die sonstigen politischen Veränderungen wurde dieses Hof dekret, welches antikonstitutianell ist, außer Kraft gesetzt. Jedem Staatsbürger wird nach der Konstitution die Freiheit des Gebrauches seiner Sprache gewährleistet. Der Richter wies die Klage ab, indem er Paß erwähnte Hofdekret als Begründung hsranzog. Uebsrdies HM die erste Instanz nicht das Recht, die Konstitutionalityt einer gesetzlichen Bestimmung zu Prüfen. Gegen dieses Urteil hat dar Kläger Berufung schoben. Glsichzsitig hat der Klä-- ger im Ginn« -des neuen Gesetzes Mr den Kassationshos bei diesem obersten Gerichte in Bukarest den Antrag eingebracht, daß estgesteüt wird, dqß dieses Hosdekret antikonstitutionell sei. Aus I r r u s 4 l e m wird uns geschrieben: Wie schon der richtet, ist in innreren Siedlungen dos Emek der Typhus auf? getreten. Die Hianistische PEftinge^ekutipe hat sich an Herrn C- Qr Henriques mit dar Bitte' gewendet, die Leitung der Bskämtzfungsarheiten zu Mmchrmn- (Wir haben sein Gutachten Mer die Bewgsmungßfragtz bereits veröffentlicht. Die Red,) Das Gesundheitsamt der Exekutive hat die Angelegenheit untersucht und wird der bevorstehenden Aktiflnskymite?; itzuny Vorschlägen, Mittel für die Schaffung besserer sanitärer Bedingungen in den Siedlungen bereitzustellen. Henrignes wird in allen betroffenen Gebieten energische Maßnahmen zur Beseitigung der Epidemie treffen. Die medizinische Arbeit liegt in den Händen vyn Dr. P e l l e r, der mit Hilfe der Krankenkasse ein Feldlgzgrett in Ain Charoh eingerichtet hat, Me genügende von Betten für Typhuskranke und eine Station zur llnttzrsuchnng und Impfung der Siödlssr sind vorhanden. Das öffentliche Gesundheitsamt hat außerdem im Regissrungshospital in Hyifa 3Y Betten für Typhus? kranke zur Verfügung gestellt. Die Laboratorien der Hadassah und der Regierung helfen bereitwillig bei den Untersuchungen und Impfungen der Emekarbeiter. wärlig daran, eine große Natjanaloper in Rom zu gründen. Die Initiative dazu hat die Föderation der italicmschen Theater- und Kinoschriftfteller gegeben, welche sich der Autorengesellschaft angeglsedert hat. Allerdings muß auch erwähnt sein, daß die F a s z i st e n Hand auf diese Gesellschaft gelegt haben. Der faszistische Senator M o x e l l 9 leitet sie als b s st e l I t e r Regierungsk a m m i s s ä v. A«, den Meytexn. Burgtheater. Morgen, l/98 Uhr abends. „U nv e rh « fft«. . A-P rrp th sätek. Mrgess. r/,8Mr ftbKflds. „Hansel nlld Gr8j sT. HkWf „B ik PüS p enkeß". DkptschesHolkSihearex. Heute »ud DamS-gg. 8 Uhr. „D e r k v s h l i ch e W e i n b e r g^. Freitag und tag.B i e S r e y z e l s ch r e t h e r*. *8.1 «IM t» Sff ä9 I e f ft 0 fr t. ®« jsvfli««! So». >ö o u i o 11 mtt seines Gattin yejwohnxn. den 10 i;Nll « „Don Juan" wer Mtzx dex SÄW f»r Festanffuhrungen pon Mozarts Maire Born, Franz Markhoff, Maria Remeth, Richard Tauber, Richard Mich«, MaÄa Rastdk «O Viktor Madin besetzt. Bei den unter Aröllers LrltNW steliealben Vallettaufsührungen von Mozarts ,Ies petW rieaS" und GlrmS „Don Juan^ wirken die Prominenten des Otaatsoperuball^tS mit. Generalkonsul Schneidsrhqn ist gestern in Wien eingetroffen und konferierte den ganzen Bsrwittag mit dem Unterrichtsmimster R i n t e l e n Und Finanzminister Kolk m an« über die Richtlinien der weiteren FühnrW der Bundescheater. Die Entscheidung soll am Freitag im Ministerrat fassen, dem das Elaborat Schneiderhans vorliegen wird. Die deutsche Uraufführung von „Turandot", PueciniS nachgelassenem Opcruwerk, fand än der Dresdener Staatsopcr statt und fand begeisterte Zustimmung. Die Oper ist bekanntlich ein Torso geblieben und Franco Alfano hat sie vollendet. Sein Finale stört den Gcsamteindruck, es fasst aus dem Stil des Gesanitwerkes. Irr -aurbefitzer al« Fiaanzier einer Nvbrecher. bande. Gestern hat vor einem Schöffensenat unter Vorsitz des Hofrates Dr. W ü st in ger ein nicht alltäglicher Prozeß begonnen. Eine siebenköpsige Diebsbande hat vor längerer Zeit eine ganze Reihe von Einbrüchen verübt und ein Holzgroßhändler und Hausbesitzer, der 29jähvige Haus S ch w a r z b a r t, und sein Angestellter, der 26jährige Privatbeamte Anton Schifter, sind beschuldigt, mehrere dieser Einbrüche finanziert und gestohlene Gegenstände zur Weiterveräußerung übernommen zu haben. Angeklagt sind neben Schwarzbart und Schifter der 27jährige Metallschleifer Josef Lipscha, der 29jährige Elektrotechniker Franz Sevcik, der 41jährige Schlosser Johann Ditt-. mann, die Brüder Robert und Leopold K a t h o l n i g, der 36jährige Hilfsarbeiter Methodius Kafka und der 29jährige Hilfsarbeiter Josef P u d i l. Im November 1935 verlegten Lipscha, Sevcik und Dittmann den Schauplatz ihrer Tätigkeit nach Tirol und verübten i« der Nacht zum 3. Novenrher einen Einbruch im Tabak- Hauptverlag in Innsbruck, wobei ihnen Bargeld, Tabaksorten, Stempel und Briefmarken in die Hände fielen. Der Hauptverleger Roman Kleißl erlitt einen Schaden von 11.500 Schilling. Später teilte Sevcik dem Schwarzbart mit, daß sie einen Einbruch im Steueramt in Bludenz beabsichtigen. Sie hofften dort zwei Milliarden zu erbeutem Schwarzbart übergab Sevcik und Dittinann etwa 300 Schilling und vereinbarte, daß Schifter als Begleitperson Nach Bludenz mitfahre. Er felhst (Schivgrzharf) werde ihnen nach Salzburg entgegensahren und dort die Diebsbeute empfangen. Der geplante Einbruch konnte aber nicht durchgeführt werden, denn als die Gesellschaft in Bludenz eintraf, entdeckten sie, daß gerade neben dem Stenergmt ^die Polizoifaserne sich befinde, also ein Diebstahl beinahe sicher entdeckt worden wäre. . Die angeklggten Di«be waren in der Untersuchung znm Teil geständig, jetzt suchen sie ihr Vorgehen in jeder Heise abzuschwächen. Schwarzbart hatte eingestanden, daß er die gestMenen Sachen übernommen, Schifter leugnet, daß ihm die diebische Herkunft der Marken und der Wertpapiere bekannt gewesen sei. Der Prpzeß wird mehrere Tage dauern. Beleidigung einer wehrlosen Greisin durch eine Hausgahslsiu. Lautzesgerichtsrat Dr, Arie, Strafbezirksgericht 1, hatte gestern über, eine Wrenheleidigungsklqge zu jttdizieren, welche die 70ighrige Private st. gegen die bei ihrem Sohne bödienstete 'Hausgehilfin Marie B e r e s n i k angestrengt hatte. Wie in der Klag^ ausgesührt wird, hatte die Beschuldigte wieder^ hyst die Klägerin in unerhörter Weise beschinwst, ste förmlich drangsaliert und sie des Diebstahls beschuldigt. Die Klägerin betonte in ihrer Mage, daß sie den Beleidigungen der Angeklagten schutzlos ailsgeliefert sei, weil ihr eigener Sohn immer die Partei der Hausgehilfin ergreife und weil sie von ihrem Pfanne, dssr $1 Jahre alt sei, keinen Schutz erwarten, kynne. Pie angeklagte 'Hänsgehilfin lehnte die Abgabe jeder Ehrenerklärung' all und stellte in Abrede, die Klägerin mit Ausnahme der Beschuldigung des'Diebstahls beleidigt zu haben. Die Klägerin, als Zeugin vernommen, bestätigte den Inhalt der Klage und beschwerte sich in beweglichen Worten, daß ihr Srchn siegen sie Stellung nehche und sie vor den fortwährenden Beleidigungen der Hausgehilfin nicht in Schlitz nehmen wolle. Der Richter verurteilte die > Angeklagte zu der mit Rücksicht auf ihre Stellung empfindlichen Geldstrafe von 50 Schilling, eventuell zu siins 'Dagrn Arrest, "Nd hob hervor, daß ein derartiges Vorachen gegenüber einer wehrlosen alten Frau e i g e n 1l i ch in i t A r r e'st wätte geahndet werden müssen. Borwilrf das Kartenspielans — eine Ehrenbeleidigung. Dar Kaufmann P. St. trat gestern beim Strafbezirksgericht 1 als Prjvatkläger gegen sejne geschiedene Gattin auf, die ihn fälsch? li.ch und unter besonderen Uniständen des K a r t e n s p i e l e n s beschuldigt haben soll. Die Angeklagte ha^^ gegen ihren geschiedenen Gatten bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Berjyeigernng der Alimente erstattet und in der Anzeige herpoxaehobew daß diese Vesweigerung rlm so strafbarer sei, als ihr geschiedener Gatte ein Kartenspieler sei und auf einer Reise in einem Grazer Kaffeehaus an einem Abend zwei Milli p n e n Kragen verspielt habe. Dlrrch den Vorwurf des leichtsinnigen Karteilspielens im Zlssammenhange mit der ailgeblichen Verweigerung der Alimentenzahlung fühlte sich der geschiedene Gatte in seiner Ehre empfinoluh verletzt. In der gestern vor dem Obersandes^erichtsrat Dr. Sieber durchsie' von ihrem Vater erfahren habe, daß er' vor einiger Zeit m einem Kaffeehaus in Graz zwei Bfillianen im Kartenspiel verloren habe zu einer Zeit, da sie yyn ihm keine Alittlente bekommen konnte. Ays dem Veweisverfghren ging hervor, daß die' Behauptung, der Kläger habe in Graz an einem Abend im Kartenspiel zwei Millionen verloren, den Tatsachen nicht entsprach, Per Ritter verurteilte die Angeklagte wegen Ehrepbelewigung zu einer Geldstrafe von 50 Schilling, eventnell zu 48 Stunden Arrest. #*| «Skurfsche« häufiä furchtba»« Schmerzen. Dg« viermillionenfackiH flnsaMtA anw»