Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2644 (4.7.1926)
- Date
- 1926-07-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 4 Wien, gtfftnt# .,L Mle«er MorstenzeskuM 4. M 1090 Kr. SS44 durch Dr. Heffbaueri Entfettungs-Tabletten Dieselben sind von bester Wirkung. anfenehrtftn öe* schmack, vollständig untchSdlich, steilen eine schlanke, graziöse F«iur Her. ohne Diättwang oder ^enderung dei Lebensweise. Prompte Gewichtsabnahme. Vom Voiksgesundheitsamt bewilligt Nr. 'Jll Kein Abführmittel Keine Schilddrüse bpst- Apotheke „Zum Römischen Kaiser', Wien, i., Woiizelte 13 Srlvnerllngen?) ' Ben Dozent Dr. Siegmund Kornfeld. Aufschlußreich über die Umstände, welche die Löhne der jüdischen Achtm.dv'erzrger der jüdischen Rcuaissancebelvegung zufuprlen, sind die Mitteilungen Kornfelds eins scim:r Studienzeit. Der Gelehrte hat diese Ciudrücke und Erinnerungen so klar und plastisch bewahrt, daß ein Gespräch mit ihm fruchtbarer ist als umständliches Qutllenslndiuin. Wir geben heute wieder, was er über die Begegnung mit prominenten Juden während seiner Stildlenzcit zn berichten weis;, sowie über sein entscheidendes Erlebnis, nämlich seinen Frenndschafts bund mit Josef Popper-Lynkens Als Student der Nkediziu — in einer Zeit. als der Liberalismus sich entfaltete und die Inden wähnten, cs sei jedes Hindernis für ihr völliges Anfgehen im Deutschtum, Tschechen tum, Polentum beseitigt — sah und hörte ich manches, was mich -in meinen bewußt jüdischen Gefühlen bestärkte. Es kam mir damals eine Druckschrift in die Hände, ein „O ffe ne r-B r i c f a n Vircho w", versaßt von David Kassel, der mir die Äugen zu öffnen begann. (Ich mußte damals bereits, daß Birchcrv einige feiner jüdischen Assistenten zur Taufe bewogen hatte, darunter C o h n h e i in, den späteren Professor der Universität Leipzig.) Birchctv hatte die merkwürdige Behauptung aufge stellt, die Krankenpflege sei eine rein christliche Gepflogenheit. Kassel hat nun in seiner gründlichen und temperamentvollen Schrift nachgewiesen, daß die Betreuung und Pflege der Kranken ein uralter jüdischer Usus sei, und ich erfuhr aus dieser Schrift, wie wunderbar sich aus dem Boden der jüdischen Ethik das In stitut jüdischer Krankenfürsorge, jüdischen Beistandes bei der Totenbestattung und jüdischer Betreuung der Hinterbliebenen entwickelt haben. Entscheidenden Eindruck üble diese Schrift auf mich, den jungen Mediziner. Ich begann das Glück zu fühlen, der jüdischen Gemeinschaft anzugehören. Nicht minder ent scheidend war aber der Eindruck, den eine Aeußerung Professor Hyrtls auf mich machte. Dieser, Juden gegenüber sonst objektive Mann, scheute sich nicht, deutlich sein Brauern darüber zum Ausdruck zu bringen, daß das jüdische Element an der Wiener Universität Überwuchere, trotzdem ZuckerkaM sein erster Assistent war. Ja, als er für die Fakultät in Amsterdam einen Prosektor ^u empfehlen fytfte, bedauerte er. einem, meiner. Kollegen gegenüber kleir^rürig, Zuckerkandl als den Fähigsten nennen zu müssen; es wäre ihm willkommener, wenn er einen Nichtjuden nominieren könnte. Während ich so durch jenen „Offenen Briefs auf das Wesen des Judentums durch diese Aeußerungen Hyrtls auf die heimliche und offene Antipathie der freiesten Geister gegen die Juden hingelenkt wurde, erfuhr ich an einem krassen Beisipiel, wie es damals im westlichen Judentum aussah. Einer meiner 'Lehrer war Prof. Ba s ch, der Leibarzt dos Kaisers Maximilian von Mexiko. Basch war ein schr anständiger Mensch und hatte sich nicht taufen lassen, trotzdem er in Diensten eines katholischen 'Herrschers stand. Er. brachte es nicht über sich, die Taufe a-nzunehmen, trotzdem Maximilian bei einer kirchlichen Feier, an welcher Pros. Basch teilnehmen mußte, zu ihm sagte: „Meine Mutter tat' schauen, wenn sie bei einer christkatholischen Kirchenseier an meiner Seite einen Jud' seh'n tat'..Aber später, als der unglückliche Kaiser hingerichtet wovden und Professor Basch nach Wien z-urückgekehrt war, also zu einer Zeit, wo bestimmt kem äußerer Anlaß mehr dazu vorlag, ließ sich Basch doch taufen: seine Frau, die Nichte Ludwig August Frankls, hatte ihm keine Ruhe gegeben. Ludwig August Frankl selbst, der .Freiheitssänger und-Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde, hatte gegen die Taufe seines angeheirateten Neffen gewiß nichts inzuwenden, sie vielleicht sogar befürwortet. Er hat ja immer nur mit Spott von den Juden gesprochen. Dr. Rosenmaun hat in seiner Geschichte der Wiener Juden das Porträt L. A. Frankls gut gezeichnet. Er schildert ihn richtig als den Mann, der die reichen Juden ausnützte, um Spenden für seine Aktionen zu erlangen und durch sie seinen Ruhm als Wohltäter zu erhöhen, in arischen Kreisen hingegen unverblümt sagte, daß die Juden für ihn nur als Geldgeber in Betracht kommen. Jedenfalls kann ich bezeugen, daß Basch nur unter dem Einfluß der Frankl-Familie zum Taufbecken ging, in einer Zeit, als er nichts mehr zu erstreben hatte, und daß er in jüdischen Kreisen die erfolgte Taufe zu verheimlichen suchte. Bezeugen kann ich, daß mir Basch wiederholt und mit Unbehagen anvertraute, wie spöttisch und wegwerfend sich L. A. Frankl über die führenden Juden der Wiener Kultusgemelne äußerte, in deren Diensten er doch stand. Wie ich Ihnen schon bedeutete, war es Prof. Basch, der mir die anonym erschienene Broschüre „Fürst Bismarck und der Antisemitismus" überbrachte, deren Verfasser Josef Popper» Lynkeus war.*) Den Namen Poppers hatte ich schon in Prag aus dem Munde meines Lehrers Mach gehört, und eine in der „Neuen Freien Presse" erschienene Artikelserie: „Drei Briese des Naturforschers Julius Robert Mayer", die ich als junger Abiturient las, ging mir sehr nähe. Nun kam ich hier in Wien durch Prof. Basch mit Josef Popper-Lynkeus zu» sammen. Ich erinnere mich noch an seine Worte bei dieser ersten Zusammenkunft: „Sie sind aus Goltsch-Jenikau, ich bin aus Kol'.n. Stammen Sie aus jener Familie Kornfeld, tvelche die *) Siebe „Wiener Morgenzeitunü" vom 27. Juni. großen Talmudisten hervorbrachte'? In meiner Familie hat man von den Kornfelds mit größter Verehrung gesprochen. Mein Vater ist immer aufgestanden, wenn man den Namen Kornfeld nannte." Ich konnte mich als den Sprössling jenes Kornfelds vorstellan, welcher einer r-er hervorragendsten jüdischen Gelehr teil innerhalb der böhmischen Jndenschaft war und von dieser Stunde an kamen wir einander immer näher. Im Gespräch mit mir bediente sich Popper-Lynkeus mit Vorliebe des indischen Idioms. Bei den Zusammenkünften, d'.e allwöchentlich Samstag stattfanden, pflegte er mich jenen Teilnehmern, die ich noch nicht katt'Nte. mit K'k Bemerkung oorzustellcn: „Sein Großvater und Urgroßvater waren die größten Ta'müdisteu Böhmens." Ich ermähne dies, nni zu zeigen, wie innig verbunden der große Dichterphilosoph dem Judentum m.ir. Zur Voltaire-Feier im Jahre 1878 lwtte er seine Schrift „Das Recht,;u leben nnd die Pflicht zn sterben" verösfentlicht^- In dieser Broschüre ist bereits der Gedanke enthalten, daß niemand g e zw u n ge n werden darf, für eine Sache zu kämpfen und für sic zu sterben, wenn er nicht innerlich zu dieser Sache steht (womit die tiefste Begründung seines AntinrilitariSmirs gegeben ist). Es fand sich aber bereits in dieser Schrift auch der Keim zu seinem Stan-dardvxrk von der allgemeinen Nährpflicht, indem er bereits znm Ausdruck brachte, daß die Gesamtheit dem Einzelnen das Recht zum Leben garantieren müsse. Im Jahre 1862 überreichte Popper der Wiener Akademie der Wissenschaften eine Schrift über die elektrische Kraftübertragung, die ihn berühmt machte und die anläßlich der Wiener elektrischen Ausstellung in den Achtzigerjahren neuerdings aufgelegt wurde. Jahrelang beschäftigte sich dann Popper-Lynkeus mit dem Flugproblem. Einer seiner Mitarbeiter war der Inge nieur Jarolinek, den ich nach Poppers Tode in Senften'berg in Böhmen kennen lernte. Ich hatte auch die große Freude, seine „Phantasien eines Realisten" entstehen zu sehen und daß er mir stets ein Exemplar seines jüngsten Werkes mit eigenhändiger Widmung zukonimcn ließ, ist mein Stolz. In seinem letzten Buche hat Popper-Lynkeus heftigste Stellring gegen die allgenrcine Wehrpflicht genommen („Krieg, Wehrpflicht und Staats- Verfassung"). Bier Jahrzehnte stand ich mit dem teueren Manne in Fühlung. Ich hatte ihn nach -Gründung des Vereins Tikwath Jcihuda mit den führenden Menschen dieses jüdischen Kreises in Fühlung gebracht, und cs-war wirklich rührend,- wie Popper- Lynkeus an den Arbeiten des Tikwath Jehuda geradezu väterlichen Anteil nahm. Wie Sic wissen, hat er alles, was er besaßt nämlich feine Bibliothek, dem neuen Jischuw in Erez Israel vermacht und sie ist bereits in der jüdischen Nationatbibliojhek untergebracht. Er hat mich anderen gegenüber häufig einen seiner ältesten und bewährtesten Freunde genannt und nach seinem Hingang wurde mir das vielfach bestätigt Das Vertrauen, das mir der große Mensch und Forscher entgegenbrachte, verpflichtet mich. Ich beschäftige mich jetzt mit seinem Lebsnswerk. Ich will die tieferen Wurzeln seiner Ethik bloßlegen und zeigen, wie Joisef PoPPer-ZHnk.eus.. .hie'AWveNdu.ng feiltet Grundsätze auf. düs Leben die - Häupffache "toat. 'Ich bin tief durchdrungen davon, daß seine Ernte erst kommen wird. ' Ser internationale Bibliothekarkongreß In Prag. Die Jerusalemer Nationalbibliothek durch Dr. Hugo Bergmann vertreten. An der internationalen Tagung der Bibliothekare, welche dieser Tage in Prag stattfand und die von zahlreichen Delegierten aus Europa und Amerika beschickt war, war auch Palästina offiziell vertreten, und zwar durch den Leiter der Jerusalemer National- und Universitätsbibliothek, Dr. Hugo. Bergmann. Bei der feierlichen Eröffnungssitzung, die unter dem Vorsitz des Protektors, Schulministers Dr. K r c m a r, im Pantheon des Böhmischen Museums stattfand und in welcher bic, bibliothekarischen Vertreter der verschiedenen Nationen zii Worte kamen, hielt Dr. Bergmann eine hebräische Begrüßungsansprache an den Kongreß namens der Jerusalemer Universitätsbibliothek und wurde am Schlüsse seiner Rede, die er mit einem tschechischen Satze beendete, lebhaft a k k l a m i e r 1. In der Sektion für Katalogisation hielt Dr. Bergmann ein Referat über das Thema: Anwendung der Dewey-Dezimalklassifikation für eine judaistische Sammlung. In derselben Sektion hielt auch Dr. Felix W e l t s ch ein Referat über den Schlagwortkatalog Internationaler Phhfiterkongreß in Mich. Vom 22. bis 27. Juni fand in Zürich auf Einladung des Physikalischen Instituts der Eidgenössischen Technischen Hochschule rin -Kongreß über die Fragen des Magnetismusund der Quantentheorie statt, zu dem sich Vertreter aller Kulturnationen versammelt hatten. Es waren, unter anderen anwesend: Aus Deutschland die Professoren Sommerfeld, Gerlach, Stern, Lande, Joos, Westphal, Glaser; aus Frankreich, die Professoren .Langevin, Bauer und Pierre Weiß; aus England Professor Harris und Dr. Kapitza; aus Amerika die. Professoren Bridgeman, Dnane und Mendenhall; aus Spanien Professor Cabrera; aus Ungarn Professor Ortvay; aus der Schweiz die Professoren Debeye, Edgar Meyer, Schrödinger, Scherrer, Wehl, Henri, Tredwell; aus Belgien Professor Herrera. Die Borträge befaßten sich mit der Frage der Erklärung der magnetischen Erscheinungen auf dem Boden der heutigen Quatentheorie sowie mit verschiedenen neueren experimentellen Untersuchungen auf diesem Gebiet, insbesondere über die mag-, netischen Eigenschaften der Atome. Besonderes Aufsehen erregt die neue Hypothese, daß jedes Elektron stets ein mag-, netisches Moment besitzt. Der in jeder Beziehung vorzüglich verlaufene Kongreß bildet einen Markstein auf dem Wege zur Wiederherstellung freundschaftlicher wissenschaftlicher Beziehungen zwischen den Physikern aller Länder. granenranb durch Gorilla». Vor Jahresfrist hat eine wissenschaftliche 'Expedition unter der Leitung des Generals Nnnez de Prado Spanien verlassen. Nach längerem Aufenthalt auf der Insel C l l o b e y an der afrikanischen Westküste brach die Expedition auf, um nach Bata zu gelangen. H:er wurde eine Elefantenjagd veranstaltet, an der zwölf Mitglieder der Expedition teilnahmen. Auch diese Episode war reich an interessanten Einzelheiten. Die Jäger stießen nämlich auf einen weißen Elefanten, der bekanntlich als eine ttbercius seltene Tiergattnng gilt. ES wäre keine schwere Aufgabe gewesen, das riesenhafte Tier zu töten, der General wollte jedoch den weißen Elefanten lebend gefangen nehmen, um ihn nach Madrid zn bringen und der Menagerie zu schenken. Im Kampfe mit dem Elefanten wurden drei Einheimische und ein Expeditionsteilnehmer getötet. General Nnnez mußte nun sein Vorhaben aufgeben. Das Tier wurde erlegt. Ein Teil der spanischen Expedition nahm nun zu dem B e n i t o w a s s e r f a l l - den Weg. Zu dieser Reise gab die Erzählung der Eingeborenen Anlaß. Die Spanier hatten nämlich erfahren, daß in der Nähe des genannten Wasserfalles Tausende von Gorillas leben. Diese nngehenre Gorillaherde wird von den Eingeborenen sehr gefürchtet und die Farbigen vermeiden tunlichst die Gegend des Benitowasserfalles. Den Spaniern gelangte zur Kenntnis, daß vor einigen Monaten eiwe Negerin von eitlem Affen geraubt worden war. Die Unglückliche war seither in Gefangenschaft gehalten. Neger, die sich in die Nähe des „Affenreiches" vorwagten, behaupteten, sie hätten wiederholt Hilferufe vernommen, die nur von der Unglücklichen herrühren können. Die Spanier faßten nun den Entschluß, die Negerin zu befreien. Von zwei Schwarzen geführt, begaben sie sich in die den Bcnitowasserfall umgebenden WäÄer. Während ihrer Wanderung begegneten sie wiederholt Affen, die jedoch auf den Lärm des ersten Schusses die Flucht ergriffen. Einige prachtvolle Exemplare wurden erlegt. Nach-einer Wanderung von drei Tagen, als die Spanier, schon von der Jagd ermüdet, an Rückkehr dachten, fanden sie sichvor einer Lichtung. Im Grase lag eine Negerin, kaum mehr einem Menschen ähnlich. Sie war bis auf die Knochen a b g e m a g e r t. Als sie die Europäer gewahr wurde, wollte sie davonlaufen. Man mußte sie mit Gewalt festhalten. Die Eingeborenen konnten ihr nur schwer verständlich machen, daß die Europäer sie retten möchten. Die Frau war nämlich während der zweimonatigen Gefangenschaft irrsinnig geworden. Während zwei spanische Expeditionsteilnehmer sich benrühten, die Negerin aus der Lichtung wegzuschleppen, kamen drei Affen aus dem Walde und eines dieser überaus starken Tiere warf sich auf den mit der Negerin ringenden Spanier. Ein wohlgezielter Schuß streckte den Gesellen, bevor er dem Europäer eine schwere Verletzung hätte zufügen können, nieder. 'So wurde die von den Affen gercktrbt-e Negerin in das nächste Dorf gebracht. Mord an der Gattin. Mus G-r a-z Wird uns gemeldet: Freriäg früh ermordet« der 16jährige Besitzer Dkatthias Schnitt i-n St. Lorerizen ob Eibiswaild nach vorangegangenem Streite seine 49jährige Gattin Gertraud. Der Mörder stellte sich nach vollbrachter Tat selbst der Gendarmerie und wurde verhaftet. Er ist der Tat geständig. Ueber das Verbrechen teilte er mit, er sei, als er Freitag früh heimkchrle, mit seiner Gattin -in Streit geraten -und habe ihr mit einem Messer einen Stich in di« Niere versetzt. Diese wurde durchstochen, Wa8 -bald darauf -den Tod herbeiffchrte. Mat- SchuÄi handelte anscheinend im Affekt und zeigt Rene. Der Mann mit dem großen Hnt. - Der Chefredakteur der ,/Arbeiter-Zeitung" Friedrich Austerlitz fühlt sich durch eine Notiz der „Stunde" betroffen, in der über -das Treiben eines Mannes berichtet wird, der -feit längerer Zeit im fünften, achten und ersten Bezirk sich an kleine Mädchen -hevandränge und sie unter allerlei Versprechungen zu bewegen suche, ihm zu folgen. Das Signalement des Mannes, das als besoirderes Merkmal einen großen Hut und ebenolche Nase ansührt, bezieht Austerlitz aus sich under erklärt, daß die Notiz in der ,Munde" ein« Erfindung dieses Mattes sei, um an ihm Rache dafür zu. nehmen, daß er der ,-Stunde" schon oft unangenehm geworden ist. Das Blatt wolle von ihm Neutralität erpressen. Der Herausgeber der „Stunde" BeLessy steh« nämlich in s-chr umfassender Strafuntersuchung; es sollen, wie Austerlitz erfahren haben will, nicht weniger 28.Strafanzeigen wegen Erpressung zogen ihn vovlie-gen und beim Lanidesgericht jetzt untersucht worden. Die Redakteure der „A.-Z." haben sich in derselben Angelegenheit an die Organisation der Wiener Presse gewendet und von ihr eine Stellungnahme zu diöfem Fall verlangt. Die „Stunde" fragt mm, wieso Austerlitz dazu komme, die Notiz ans sich zu beziehen. Es sei auch nicht wahr, -daß 28 Strafanzeigen gegen die „Stunde" erhoben wurden, wahr fei viellmchr . . . usw., daß nicht einem der Redakteure der ,Munde" auch nur das Geringste zur Last gelegt werden konnte. Austerlitz sei in seinem hysterischen Haß gegen die ^Stunde" so befangen, daß er, was immer an Undeutbichkeffen im Matte stehen möge, aus sich beziehe. / Verbot einer sozkallftlschen Anfchlnßknndgrbnng an der Wiener UnwerfiM. Der sozialistische H o ch s ch u l a u S s chuß ick Wien hat um die Ueberlassung der Aula der Universität für eine Anschlußkundgebuug angesucht, an der die republikanischen Studenten Deutschlands tetlnehme» werden. Das Rektorat hat die Kundgebung auf akademischem Bode» nicht g e st a t t v t und trotz der Hinweises, daß mouarchlst i s ch e Veranstaltungen immer an der Universität stattfinden, die Aula verweigert. Die Kundgebung findet daher in der Volkshalle des neuen Rathauses Samstag den 16.d, »m %il Uhr vormittags statt.