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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-03 · Heft 2643 (3.7.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2643 (3.7.1926)
Date
1926-07-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Sfr. SM Men, SmnAng j O IO r,i r,-i n n rni I r,T | >JU I I fcV| v*> 1 w"^ | v"^ *"> Verein der Freunde der » „Wiener Morgenzeitung" Ueber Veranlassung von Anhängern der „Wiener Morgenzeitung" hat sieh ein Verein der Freunde der „Wiener Morgenzeitung" (gebildet. Die „Wiener Morgenzeitung" ist das einzige in deutscher Sprache erscheinende jüdische Tägbktt, hat eine sehr große interterritoriale Verbreitung und wird in der gesamten jüdischen Welt gelesen. Als Vorkämpferin für die Würde des Judentums und gegen die Unterdrückung des jüdischen Volkes hat sich die „Wiener Morgen2eituttg" große Verdienste erworben. Zweck des neuen Vereines ist es, dieses unent» hehrlich gewordene Organ nach jeder Richtung zu fördern, damit es auch weiterhin stark bleibt und seine Mission erfüllen kann. Aufgabe des Vereines wird es sein, die zum weiteren Ausbau der „Wiener Morgenzeitung" nötigen materiellen Mittel zu sichern sowie einen engeren Kontakt zwischen den Freunden der „Wiener Morgenzeitung" in der ganzen Welt zwecks gedeihlicher Zusammenarbeit zu schaffen und aufrecht zu halten. Jeder lüde, der sich Seines Zusammenhanges mit der jüdischen Genieinschaft noch bewußt ist, muß anerkennen, daß die „Wiener Morgenzeitung“ in den acht Jahren ihres Bestandes unerschrocken ihre Stimme erhoben hat, wenn dem jüdischen Volke durch Willkür und Gewalt ein Unrecht zugefügt wurde oder wenn es von einer Katastrophe bedroht war und daß sie So lange im Kampfe ausgeharrt hat, bis die Wahrheit gesiegt hatte. Und jeder Leser dieses Blattes weiß, was die „Wiener Morgenzeitung“ in der Arbeit für die LrueuerUng und Errettung des Judentums bedeutet. Alle jüdisch Fühlenden — ohne Unterschied der Partei — werden hiemit aufgefordert, dem Vereine der Freunde der „Wiener Morgenzeitung“ als Mitglieder beizutreten. Die Beitrittsanmeldungen sind zu richten: An den Verein der Freunde der,Wiener Morgenzeitung', Wien, I. Rathausstraße 8. Di e konstituierende Generalversammlung findet Donnerstag den 8. d. M. in den Klubräumen des €af& Atlashof statt. Für das vorbereitende Komitee: Gemein derat Dr. Plaschkes Dr. Israel Waldmaim * Entlassung von 200 Arbeitern in den Werken in Steyr. wurden in der Waffenfabrik in Steyr 2Ö0 Arbeiter entlassen. Es sind dies Hauptsächlich Arbeiter der Fahrradwerke, die bisher 630 Arbeiter beschäftigten. Die Entlassungen erfolgten wegen v orüb er g eh e nd er Absatzsto ckung. Die Vertreter des MetaÜarbeiterverbanhes haben in dieser Angelegenheit sowohl bei der Generaldirektivn der Steyrer Werke als auch beim Bnndesminister Dr. R e s ch s interveniert. * Besonders weihe Zähne bekommen Sie beim Gebrauche von W. Twerdys Dentislore-Zahnpasta. Erzeuger: Hirschenäpotheke, Wien, 1. Bezirk, ä^ohlmarkt 11. Siehe Inserat! Was eilt das Volk, -warum drängt alles in das Haus .9. Bezirk, Porzellangasse 52? Die langersehnten Urlaubstage, die Badezeit sind gekommen und die Leute suchen das bestrenommierte Spezmlhaus für Wirkwaren „Zum Löwen" auf, uni dort ihren Bedarf in Badekostümen, Schwimmhosen, Sweaters, Westen, Badehauben und allerlei Wirk- und Wollwaren zu decken. Da man beim „Löwen" nur erstklassige Qualitätswaren zu fabelhaft billigen Preisen erhält, bleibt jeder, der dort einmal kauft, ständig Kunde. Vereinsmitglieder erhalten Sonderrabatt. Vereine. BorlrKge und Versammlungen. Wiener B e t h H a m i d r a s ch, 2. Bez., Tempelgasse 3. 4 Uhr: Lektor Dr. S. Rubin: „Midians Anschlag gegen Israel". — Zionistische Kulturgruppe 20, Karl-Meißl-Sträße Nr. 6/1. Heilte Samstag, um halb 8 Uhr abends: Herzlseier mit reichhaltigem Programm. Morgen Sonntag um 8 Uhr früh Ausflug unter Führung des Chawer Silberbusch. Eingefnyrte Gäste herzlichst willkommen. * Der Verband der tschechoslowakischen Kriegsinvaliden in Oen.rreich erhielt vom Millisteriilm für Aeutzeres in Prag die Bewilligung, juv Besorgung von Sichtvermerken für ausländische -und österreichische Pässe. Die Snnimelstelle amtiert von halb 8 bis! 1 Uhr und von 2 bis. 7 Uhr, an Samstagen von halb 8 bis 2 Uhr in Wien, 4. Bez., Floragasse 7 (nächst dem Johann-Strautz- Theater), Telephon 58-0-87. Akademischer Verein jüdischer Mediziner. Morgen Exkursion in das israelitische Blindeninstitut, 19. Bez., Hohe Warte 32. Treffpunkt uni 9 Uhr bei der Aufaugsstalion des 37er-Wagens, Schottentor. Mediziner und Aerzte als Gäste willkommen! Misrachi. Samstag der« 26. Juni wurde in Wien eine Kulturgruppe gegründet, die von jüdischen Gelehrte» nyd Hochschülern geleltet wird. In den Ausschuß wurden folgende, Harren und Damen gewählt: Pros. Dr. Brauner, Rabbiner Dr. A. H. Teller, M., D. Grosz, M. Gerstl, P. Tauber, Sch. Lilienfeld, Rvsler, H, Frostig, ReligiouSlehrer Mütter uno die Damen K. Lilienfelo, E. Ginsberg, S. Ginsburg, Winter, Schapira, Weiler und Rosenblum. Den ersten Bortrag hält Herr Rabbiner Dr. Teller über „Der konstante jüdische Kalender". Dienstag den 6. d. uni 8 Uhr abends im PereiuSheim, 2. Bez., Praterstraße 13. Gäste willkommen. / ' Zionistische Gesellschaftsreise nach Bratislatpa Für die morgige Fahrt sind .sämtliche Karten vergriffen, Es ist. daher vollkommen ausgeschlosti'ah ohne Schiffskarte den Dampfer, zu betreten.. Die Abfahrt ersalgt (ohne Wartezeit) um vievtel ll Uhr früh ab Wien-Prgterlüi (SchifWativn), Morgettzettukrs_8. J»li 1826_' geftt % Die Ml «. Jiiftt evzeregte groß« Badefilm-Konkurrenz r dir Illustrierten Film- und Kinortlndsehati herausgegeben von Friedrieh Pdfges, fl&dei heute Samstag (im Falle ungünstiger Wit erung morgen Sonntag) im Schafbereb&d »toll Bel neuerlicher Absage an beiden Tagen wird die Veranstaltum» auf Samstag den 10. beziehungsweise Sonntag den 11. Juli verschoben. Te ephonische Anfragen Samstag und Sonntag ab 11 Uhr bei Klea, Telephon 35-10 30 Damen erhalten Preise! 30 Damen werden für einen Film engagiert! Die gesamte Badefilm-Konkurrenz wird kinemaiographisch ausgenommen Teilnehmerkupon und nähere Bestimmungen ln der soeben erschienenen Nr. 27 der Zeitschrift «Mein Film*. Die Nummer enthalt außerdem 30 reich illustrierte Beiträge und die Programme sämtlicher Wiener Kinotlieater Praia 40 Oraaehan <4Aonneftt«n «rhatton Bä<fterpräml6ti / Vorlag Wien, VI., Mariatiliferslr. «S, tal. 61-3t Kunst, »filme, Buch. „Stn weißen Rötzl." Burgtheater. Die Sowmevspielzeit im Burgtheater ist neu. Alt und abgespielt hingegen das Stück, mit dem man sie einleitet. Mit Rücksicht» auf das Prestige hatte es sich empfohlen, eine richtige Premiere anzusetzen, etwa das Zugstück „Mädel von heute" am 1. d. hier tzerauSzubriugen, statt es für die letzten Tage des Mademietheoters zu verpulvern. Der SchönthaN'Kadelburgsche Schwank tut gleichwohl seine Wirkung. Ein Kitsch zwar, doch ein liebenswerter Kitsck). Ein Schablonenstück, aber technisch ausgezeichnet gearbeitet. Mit bestrickender Anmut führt Frau Pinkösdy ihr rühmliches Röhlwirtshaus. Diese Vogelhirberitt ist ein echtes österreichisches Kind — nur hat es seine höhere Töchterschule gemacht, tut sich scheinbar wenig in der Küche um und spitzt bestimmt die Ohren, wenn die Kurmusik Mozart spielt. Statt sauber und riegelsam, ist sie schön und heiler. Die Ehe mit dem Zählkellner Brandmayer, dem HM Matzerhofer mchis schuldig bleibt, ivaS für eänerr tüchtigen und orvinären, braven und trinkgeldbeflissenen Wiener Kellner taugt, wird vermutlich itidjt glücklich sein. Aber die Röhlwirtin der Pinkösdy ist den berühmten Vorgängerinnen nicht abgeguckt, ist ihre eigene Gestaltung (etwa: eine entzückende Künstlerin hat eine Alpenwirtschaft mit Hotelbetrieb übernommen — es soll tim* mal vorgekommen sein, und man hat seine Freude dran. Zum Schreien lustig war das „fispelnde" Klärchen der Fran S e i d l e r, ausgezeichnet der gchaute Bettler des Herrn Huber. Um den Giesecke mühte sich .Herr Siebert redlich. Zu redlich. Die Figur des cholerischen Berliners gewinnt, wenn mack sic „chargiert". Limonadenmild, von Göldschnittlyrik sattst umflossen (wie sichs gehört), der Privatgclehrte des Herrn Haeusse r m a n n. Prächtig das Bühnenbild, prächtig echt das aufziehende Gewitter und in bester Simmung das Publikum. 011 o Abe l e 8. Was geschieht mit de« Bundestheatern? Unter der Künstlerschaft der beiden Bnndestheater herrscht große Nervosität. Nach der Wahl des Unterrichtsministers Doktor R i u t e l e n wurde erwartet, daß dieser nunmehr darangehen werde, die notwendigen Resormarbeiten einzuleiten und vor allem die Erneuerung der Verträge vorzunehmcii. Es ist aber bisher g a r n i ch t s g e s ch e h e n. Es mußten deshalb einige Verträge von Mitgliedern der Siaatsoper, die am 30. Juni abgelaufen sind, .-insiweilen provisorisch erneuert werden. Das Personal der beiden Bnndestheater entpfindct diesc^ Behandlung als eine Bagatellisierung. Schneidevh«rn zu einer: Besprechung nach Wien berufen. Bekanntlich Hai der Ministerrat am 2. Juni über Arttrag des Bundesministers Dr. Schneider beschlossen, mit dem österreichischen Generalkonsul in Breslau, Schneiderhan, wegen Uebcrnahme der administrativen Leitung der Bnndestheater in Verhandlungen einzutreten. In Durchführung dieses Beschlusses bat Unierrichtsminister Dr. Niutelen im Einvernchmen mit dem Finanzminister K o l l m.a n n den Generalkonsul Schneiiderhan zu einer Besprechnug Hch Wien eingeladen. us drr jüdifchrn Wrü jMMWWW lillWilll -»»MI» UUM lUMWMmZll lii Die Weltorganisation der zionistischen Frauen. Aus Berlin wird uns genieldet: Am Mittwoch ging die Berliner Tagung des Aktionskomitees der Mdllorgauisntivn zionistischer Frauen zu Ende. Ueber die mitgeteilten drei Hauptprogramchpunkte entwickelte sich eine lebhafte und äußerst fruchtbar verlaufene Debatte, die geeignet war, über alle Gegensätze hinweg Kur Einigung in den wichtigsten Fragen zu führen. Die Debatte ergab, daß wohl unter keinen Umständen die Aufbringung des Paläst i nab udg e t s an zweite Stelle gedrängt werdey dürfe, nanienilich da die Wizo zur Erweiterung ihrer praktisc^N Aufgaben in Palästina durch die Unterstützung zweier M ä d ch e n - K w u; o t h schreitet, daß aber die weitgehende Verpflichtung der kontinenlalen Landesverbände zu h r a k t i s ch e r n a t i o n a l e r G a l u t h a r b e i t anerkannt werden müsse. Es wurde beschlossen, ein Subkomitee zum Studium des Umfanges dieser Aufgabengebiete einzusetzen. Ferner wurde die Errichtung einer Zentralstelle für kulturelle Arbeit unter den jüdischen Frauen und Mädchen mit dem vorläufigen Sitz in Wien beschlossen. Diese Zentralstelle soll namentlich zu näherer Zusammenarbeit mit den Mädchengruppen (Juniorengruppen) führen, da zweifelsohne zwischen Mädchen- und Frauenarbeit engste Interessengemeinschaft besteht und die Mädchen die Arbeit der älteren Generation übernehmen werden. Nach eingehender Besprechung des Arbeits- Programms für 1926-27 und Annahme wesentlicher Resolutionen schloß die erste Sitzung des Aktionskonntees der Wizo. Re Veketzeskrast des tzhekontrnttes. Die Ketubah in Amerika rechtsverbindlich. „Die hebräische Ketubah, der Ehekontrakt, der beim jüdischen syuagogalen Trauungsakt zur Verlesung kommt, ist ein Ehekontrakt mit der gleichen bindenden Kraft wie jeder andere Kontrakt." So lautet, wie uns aus New-Uork berichtet wird, die jüngste Entscheidung des New-Aorker Obersten Gerichtshofes. Es hatte sich in einem Rechtsstreit zwischen einer Witwe und den Verwandten ihres verftorbeneu Mannes darum gehandelt, das; die Frau allst Grund ihrer Ketubah auf ein Haus des Erblassers Anspruch erhob, während die Verwandten geltend machten, daß der Berblichene in dem hebräischen Ehekontrakt der Gattin für den Fall seines früheren Ablebens wohl das Haus zusicherte, die Ketubah aher ein nach einem „f r e m d e n, a u s I ä n d i s ch e n G es e tz" errichtetes Dokument und dayer für die anlerikauischen Gesetze nicht mahgebend sei. Der Oberste Gerichtshof lehnte diese Argumentation ab und gab der Klage der Witwe Folge. Interessant ist die Begründung des Urteils: „Die Gesetze der Thora können nicht wie die „Gesetze einer fremden und ausländischen Regierung" auf die die Beklagten anspielen, beurteilt und behandelt werden.-Unter „Gesetzen eines fremden Volkes" versteht die amerikanische Rechtsprechung Gesetze solcher Völker, die auf einem bestimmten, abgegrenzten Territorium loben, eine organisierte Regierung besitzen, in der Lage sind, mit anderen Völkern Krieg zu führen und Verträge abzuschliehen. Die Thora jedoch gehört nicht einem Volke allein, noch ist sie blvh auf einem bestimmten Territorium Gesetz. Doshalh kann die Ketubah nicht als „ausländisches" Dokument angesehen werden. und muh, wie jeder andere rechtsverbindliche Vertrag r-jpettM Mcken? 8tne tnsoslawische khalurfiedluns in Palästina. Vor 3 bis 4 Jahren, als die ersten jugofla-wischen Chaluzrm (12 Personen) nach Palästina gingen, wurde vom Ziwisüfchen Landesverband in Jngoslawien die Parole ausgegeben, eine jugoslawische. Chaln zfarm in Palästina zu gründen, um eine Verl>ie>chung zwischen den Juden JugivslMvieus uwd dem Ausbauleben in Palästina herzufteNen. Man Mg sogleich an die Arbeit. Es wurde ein Vertrag mit dem Indischen Nativnalsouds abgesckjlosssn und man begann, die nötigen Gelder für den Kauf des Bodens und Inventars zu sammeln. Die jugoslawischen Chaluzim hatten vor ihrer Abreise in besonderen Formen. in Jugoslawien eine gute Ausbildung genossen und ihre Quaiifikationen wurden öfters von den maßgebenden Stellen in Palästina anerkannt. Alle Juden Jugoslawiens halsen Mit. Es wurde Bargeld, landwirtschaftliche Geräte wie auch Holz gefanvnelt. In der Sammelarbeit hat sich unter an^deren Städten besonders Z a g r e b ausgezeichnet. Größere Schwierigkeiten waren aber bei der Befchaßrmg des geeigneten Bodens entstanden. Es kam zuerst der Tira-Boden in Betracht, dann Djeda und Kuskustabun. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Nationalfonds scheint es,, daß es dieser Tage endlich gelungen ist, einen geeignetem Boden zu finden: Djeda. Wie soeben aus Jerusalem gemeldet wird, hat der Natiottalfonds in Djeda 1000 Dunam gekauft und den jugoslawischen Chaluzim zur Verfügung gestellt. Djeda liegt im Emek und ist ungefähr 15 Kilometer von Haifa entfernt. Der Bl^en der Farm wird dem Nationalfonds ins Eigenttnn übergeben und die Farnl selbst nach der Art der Moschwe Orobim organisiert. Die Führer der jugoslawischen Ehalnzim, die für die Errichtung der Farm Enormes geleistet haben, waren Ing. agr. Hugo Z a l o s z e r und Juda A l t m a n n. Jetzt hat die Führung der Gruppe Ing. agr. Goldstein übernommen. Hofseutlich werden die Pioniere noch in diesem Monat mit der Arbeit beginnen können. Die jugoslawischen Chaluzim wollen aber nicht nur eine Brücke zwischen dem jugoslawischen Judeutunl und Erez Israeli bauen, sondern auch eine ges n n d e Wirts chaf t auf gu tew ökonomischer Basis orrichjen. Fi Ajnal. Die Jubiläumsfeier des Lodzer jüdischen Meistervereines der Lohnweber. Ans Lodz wird uns berichtet: In Anwesenheit von niehr als tausend Personen wurde letzten Sonntag im Englischen das zehnjäyriae Jubiläum des jüdischen Meistervereines oer Lohnweber gefeiert, das sich zu einer Feier des jüdischen Gewerbelebens von Lodz überhaupt gestaltete. Nach der Eröffnungsrede des Vorsitzenden Moskowitsch, der einen Ueberblick über die zehnjährige Tätigkeit des Vereines gab, folgten die Begrüßungsauiprachen der Delegierten der verschiedenen jüdischen Meistervereinc. Es sprachen ftir die Schuhmacher Mauo-elinann, die Schneider Scher manu, die Bäcker Goldberg, die Kleinhändler Bo rüste in, die Fischer Leibowitsch, die Lohnfilhriverker I n f e l d, die Lasttvagenkutscher G r o ß m a n n, dje Obsthändler Grund mann. Es sprachen daun die Vertreter der politischen und Kultusverein-e und ein Abgesandter der deutschen Webermeistevzeche. Die Handwerkerzentrale von Polen sandte ein Begriißungstelegramm. Während der Feier erschien Sejmdeputierter Noah P r i l u z k i, der in einer längeren Rede die Lage des jüdischen Mittelstandes und die allgemeine politische Lage in Polen im gegenwärtigen Augenblick beleuchtete. Mit der feierlichen Enthüllung der neuen V e r e i n s f a-kwe: und einem stark besuchten Festbankett schloß die JuHelfeier.

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