Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-07-03 · Heft 2643 (3.7.1926) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2643 (3.7.1926)
Date
1926-07-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981730--26935-3014814
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 2643 Dien, Samstag «Mener Moi'genzertutts- 3. 3ruti 107.' sene o Lagesberlcht. Sie khriftenverfolgimg. Wuttes Rettungsgefellschaft. In Steiermark hat wahrendes Krieges ein gewisser Dr. W n t t e sich auf die Lebensmittelversorgung geworfen. Später versuchte er es mit dem Kohlenhandel, bemächtigte sich der Graz-Köflacher Bahn und war an den vielfältigsten Geschäften beteiligt, bis er, ein ans dem Nichts emporgestiegener Nachkriegsgewinner, auch seine Hand auf die Zentralbank der deutschen Sparkassen legte. Bon da ab datieren die Schwierigkeiten dieses Instituts. Daneben machte Dr. Wutte auch in Politik. Da er als großdentscher Abgeordneter seine Geschäfte doch nicht so recht betreiben konnte, ohne seine Partei in ein schrofes Licht zu bringen, erhielt er schließlich im Nationrrlrat kei n M a ndat mehr und agierte dafür um so geschäftiger hinter den Knüsten. Dr. Wutte wußte zwar immer seine Anonymität zn wahren, galt aber doch immer als der Souteneur des Wiener täglichenHakenkreuzblättchens und anderer Pressecrzeugnisse ähnlichen Genres, die auf Befehl ihrer Hintermänner wüsteste Pogromstimmnng hier erzeugen, um die Oeffentlichkeit von den diversen Bankskandälchen ihrer Geldgeber abzulenken. Dank der Intervention der Regierung wird es einen Fall „Zentralbank der deutschen Sparkasien" bald nicht mehr geben. Aber der Fall Wirkte — Wutte ist der Hauptschuldner dieses Instituts, für dessen Berschitldung sich eben nur schwer ein Abloser findet — bleibt. Dieser steirische Nachkriegsgewinner will, koste es, was es wolle (für die Einlagen der Sparer nrögen der Staat und die Steirerzahler sorgen), das während der Inflation Erraffte in Sicherheit bringen. Bon Wutte soll nicht gesprochen werden. Darum läßt er das von ihm ausgehaltene Blättchen gegen die Juden los, das unter der Marke „Christenverfolgung" kühnlich behauptet, die Juden oder irgend welche Juden Heien an den Schwierigkeiten der Zentralbank schuld. Einige Lügen über „den palästinensischen S t a a t", die so mit unterlaufen, seien nicht weiter vermerkt. Und nun geht es lustig weiter: Die Regierung sei nicht imstande gewesen, die Christen gegen die Juden zu schützen. Sie würde auch die Juden nicht schützen können, wenn die bodenständige Bevölkerung in Verzweiflung sich zur Wehr setzt. „Wir warnen deshalb." Von der Komik abgesehen, daß Leute das Wort „bodenständig" immer int Munde führen, deren einer knapp vor dem Kriege aus Hantburg eingewandert ist, während die übrige Schristleiterei aus tschechischen und slowenischen Renegatell besteht, die nach dem Kriege hier Unterkunft gefunden haben, muß die Unverfrorenheit als geradezu beispiellos befunden werdet:, mit der sich diese Soldschreiberei demaskiert. Das hat noch gerade gefehlt, daß ein Dr. W u 11 c, um seine Geschäfte zu fördern, zum Pogrom hetzen läßt! Wenn er für diese die nationale Opferwilligkeit und Begeisterung des deutschen Volkes in Oesterreich aufbieten will, so wird ihn niemand daran hindern. Ob ihm aber gerade die Einleger der Zentralbank deutscher Sparkassen, die zwei bittere Tage hinter sich haben, dafür Dank wissen werden, mag dahingestellt sein. Wenn sie heute noch ihre Einlagen in dem Institut belassen, so doch gewiß nicht, weil ihm Dr. Wutte Geld schuldet, sondern weil sie Vertrauen in das Versprechen der Regierung setzen, die Einlagen ans Stenergeldern zu. garantieren, von denen ein sehr ansehnlicher Teil durch die Geschäftstnchtigkeit ttnd die Betriebsamkeit der österreichischen Inden aufgebracht wird. Nicht Juden oder die Juden sind daran schuld, daß in in den .letzten Tagen von der Zentralbank deutscher Sparkassen viel gesprochen werden mußte, sondern der Umstand, daß dieses Zentralsparinstitut durch Herrn Wutte und andere waschechte Antisemiten sich zur Beteiligung an Geschäften verleiten ließ, die es mm loswerden muß. Zn diesem Zwecke klopfte man bei Christ und Jud an. Das ist schließlich bekannt geworden. Ein Schweigegebot bestand absolut nicht. Noch der Logik des Wnttc-Blättchens wäre in Hinkunft an dem Verbrechen des Diebstahls nicht der vor Gericht stehende Dieb, sondern der Reporter schuldig, der über das Verbrechen berichtet. Die Drohungen, die das Hakenkrenzblatt ziemlich unverblümt ausstößt, finden sich im A b e n d b l a t t d e r „R e i ch s p o st" in einer etwas verwischten Variante. Mag sein, daß den beiden antisemitischen Parteien des Nationalrates die politische Ausschrotung des Falles Wutte durch die Sozialdemokraten unangenehm ist. Das mögen sie mit Dr. Bauer und Konsorten ausmachen, aber die Inden sollen sie gefälligst aus dem Spiele lassen! Nnr Aufforderung zum Mord. Unter den Augen des Prcsiestaatsanwaltes. Man könnte auch von der Förderung des Fremdenverkehrs sprechen, die in Oesterreich mit heißem Bemühen betrieben wird, um die Schönheiten der alten Kulturstätten der erstaunten Mitwelt 5U zeigen und ihr zn Gemüte ztl führen, wie sündhaft es wäre, sich hier fernznhalten. Für Vergnügungen ist bestctks gesorgt, Abwechslung ist vorgesehen. Wie znm Beispiel die folgende Ankündigung, die wir in der „Folge" 6—6 des in Wien erscheinenden „Spiegel" finden: „Die größte Sensation bereitet die „Deutsche Kunstgemeinschaft" vor. Nach den Richtlinien der völkischen Knltnrbewegung wird in Wien eine Straßenausführnng des „Gotz" geplant. Die Titelrolle spielt der Deutsche.Mich!. Die große Szene, da Götz mit dem Schwerte in der Hand die Masse'der Bauern zurücktreibt, wird sehr realistisch in eine Austreibung der räuberischen Juden aus den deutschen Landen umgewandelt. Die Spielleitung haben der Vaterländische Schutzbund und die Frontkämpfervereinigung übernommen." Das Blatt, dem diese Sensation entnommen ist, nennt sich Hakbmonatschrift für Kultur und Leben. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Redakteur ist Franz Göttinger, Wien, 1. Bez., Hofburg, Alexanderstiege. Gedruckt wird das Zeug bei Dom. Habernal u. Co., Wien, 18. Bez., Gerfthoferstraße 14. Dem Namen Göttinger sind wir bereits begegnet. Der Redakteur Göttinger hat im Vorjahre die Hakenkreuzkolportettre vor dem Cafe Siller befehligt und bei einem Straßenkrawall dieser Sorte hat er einen Tritt' in die Sitzgelegenheit abgekriegt. Er ging darauf in die Schriftleitung der „Deutschösterreichischen Tageszeitung", der er angehörte, und schrieb einen flammenden, arisch-völkischen Aufsatz, in dem er erzählte, daß im Kampfe gegen den Zionistenkongreß zwei brave Deutsche ermordet worden seien. Der eine war er, der andere hat sich noch nicht gefunden. Göttinger aber war von mm ab in die erste Reihe der Hüter detltschen Wesens getreten, und er rückt jetzt-än seinem Spiegel mit Anregungen aus, wie unser obiges Zitat zeigt. Es ist interessant, weil daraus sichtbar wird, was besagter Göttinger als Kenner der Volksseele sich erhofft, welche Roste er der Detltschen Knnstgemeinschaft znwcist und daß er allch den VciteÄändischen Schutzbund und die Frontkämpfer in sein Spiel nimmt. Am interessantesten aber ist der Herr Pressestaatsanwalt, der berufene Hüter der Moral und der journalistischen Tugend . . . («nwitMoftt Mpft). IN Ollsen» S 2£0 und f JfcgPVBRHF Müff ft Tuben a 2.4Ö, Probetube mm r jm v \ J L J l s —.90, »elehnet sich vor anderen Zahnpasten dadurch aus, daß sie die ZShne In kurt er Zeit blendend weiß reu nlel und garantiert unschSdtch Mt. Dabei hat Twerdys DentHTore einen Apotheke „sunt goldenen Hirschen11 des dt di W. Twerdy, Wien, I. Kohlmarkt Nr. 11 MüMmenbrilÄ einer antisemitischen Wirt» schnstsgenoffenschaft. Die Aiisgleichstagsatzung der Grazer Mgc Wie uns ans Graz berichtet wird, fand dort gestern die Ausgleichstagsatzimg der Wige G. nt. b. H. (Christ!-cste Wirtschaftsgemeinschaft) statt. Das Unternehmen ist insolvent. Es wurden dabei viele Tausende Einleger um ittre letzten Spargroschen gebracht. Als Schuldtrageitder an dem Zusammenbruch gilt der Leiter des Unternehmens, Doktor Metzger, gegen den anch die Strafanzetgc erstattet worden ist. Die Wige wurde im Jahre 1920 gegründet. In den letzten. Jahren ging es mit ihr reißend abwärts. Sie handelte mit Stoffe n, K u r z-, W i r k- und G a laut er i e w n rf n und machte auch Sparkassen- und Darlehensgeschäfte. Bon 700 Mitgliedern wird mail auf Grund von Hc-ftittigsver-- psljchtnngen etwa 14.00!) Schilling erhaltest. Es bleibt aber noch tmnter ein Verlust von 00.600 Schillinge den die .">00 Einlegerinnen, meist arme Teufel, tu tragen hnbetl. Als Nr fache an dem Zusammenbruch wurde n. a. die Ausschüttung v o n nicht vo rh a n d cot g e w c s e n e n Gewinnen ermittelt. Auch die Goldbilanzen dieses Unternehmens waren gefälscht. Nach einer überaus bewegten Debatte wurde e i n sehr dürfti ges AuLgleichsanbot angenommen. Fünf Personen tot. Prag, 2. Juli. An der bayrisch-böhmischen Grenze hat sich heute ein schweres Flugzeugunglück ereignet, dem fünf Personen zum Opfer sielen. Das Paris Prager Passagierflugzeug stürzte nächst Rotzhaupt ab und wurde zertrümmert. Zwischen 12 und 1 Uhr mittags überflog das Flugzeug in beträchtlicher Höhe die Grenze. Plötzlich ging es in rasender Schnelligkeit nieder und stürzte auf ein Feld. Unter den Trümmern des Flugzeuges fand man die Leich.n des Piloten und bon vier Passagieren. Ein fünfter Passagier ist schwer verletzt. Unter den Verunglückten ist auch ein junges amerikanisches Ehepaar, welches' sich auf der H o chz e i t sreise befand. __ Streik In den Warschauer Druckereien. Ans Warschau wird telegraphiert: In brr gestrigen Sitzung der Typogvaphenvrgamsation wurde beschlossen, in allen Warschauer Druckereien am 5. d. Ün den Aus st and zu treten. Die Ursache des Streiks ist die Nichteinhaltung des im Jänner geschlossenen L o h n r e g elungsvertrages seitens der Druckereibesitzer. HM. Von Hans Anrbor. Ost nn) gern gehe ich durch die Straßen von Haifa, durch Haifa überhaupt. Nicht mit Unrecht wird es ob feiner einzigartigen Lage die schönste Stadt Palästinas genannt; denn es vereinigt in sich die Nalutschönheilen von Jerusalem und Jaffa, besitzt wie jenes Gebirge, den weiten Zug des Karmel, und liegt wie dieses am Ufer des Mittelmeeres. Am stärksten prägt sich dies in Bath-Galim aus. dem westlichsten Ausläufer der Stadt, einem herrlich gelegenen Villenviertel. Tiefer noch nicht drei Jahre alte Vorort liegt nämlich nicht nur direkt am Fuß des Karmels, sondern zieht sich auch ganz an der Küste hin, auf dem schmalen Landstreifen, der von dem Berge und dem Meer begrenzt wird. Diesem dankt er auch seinen schönen Namen (Bath-Galim sTochter der Welle)). Eine Sanddüne war's vor drei Jahren noch, heute sind hier bereits M Villen, und auch diese Zahl nimmt ständig zu. Auffallend ist für dieses Eottageviertel das Fehlen einer mittleren Jugend. Größtenteils sind es jungverheiratete Ehepaare, die hier herausgezogen sind, und so kann'mau die Burschen und Mädchen zwischen 15 und 25 Jahren an den Fingern abzählen. Hiervon sind selbstverständlich die sich nur vorübergehend aufhaltenden Chaluzim ausgenommen, die in dem Chaluzheim (Belh Olim) spr die erste Zeit nach ihrer Einwanderung Unterkunft finden. Um so zahlreicher ist dafür die jüngste Jugend vertreten, in den Nachmittagsstunde» — denn vormittags sind die Kinder im Gau — kann mau die Kleinen überall sehen, auf den wartenden Autobussen sitzend, in den Gärten oder im Sand ans den Straßen spielend, und jetzt, im Sommer, am Strand und im Meere. Eine halbe Gehstunde ist dieser idyllische Vorort von der ^tadl entfernt, weniger ivyllisch ist aber die Landstraße, die dorthin führt und die Autobusverbindung mit Haifa. Der Verkehr ist kein regelmäßiger, die Autos fahren nur, wenn sie „voll" sind. So muß man oft über die zur Regenzeit in ein Kot-, im Sommer in ein Staubmeer verwandelte Landstraße zu Fuß zur Stadt gehen. Kurz vor der deutschen Kolonie kommt man an einem, hinter der Eisenbahnstation Karmel liegenden schattigen Kriegssriethof vorbei. Tann noch zur linken Hand einige arabische Häuser und zur rechten die Fußballplätze non Mokka bi- ^Hagibor und bem Happel — und wir sind in der deutschen Kolonie. Mit den beiden jüdischen Vierteln Bath-Galim und Hadar Hacarmel ist sie'der schönste mt) vor allem der reinste und gepflegteste Teil Haifas. Erst von hier aus gelangt man, die Jaffastraße weitergehend, in das eigentliche alte Haifa. Es beginnt am Khamarasqnave (Eselsplatz, ein früherer Eselmarkt), dem Platz, von welchem die drei Hauptverkehrsadern der Stadt ihren Ansgang nehmen: Die Jaffa straße nach Bath-Galim, die Allenbystraße in die deutsche Kolonie und in entgegengesetzter Richtung die Marktgasse, in das eigentliche Haifa führend. Von hier aus nimmt die Stadt bereits orientalischen Charakter an. Rechts und links Geschäfte, kleine Buden, Straßenverkäufer, bis zum. Rathausplatz. Von hier aus geht's durch kleine» winkelige Gassen in die Basare und in das Herz Alt-.Haifas. Typisch orientalischer Lärm und Getriebe herrscht auf dem Fischmarkt, bei den Obst- und Gemüsestäuden, den offenen Restaurants (kleine Buden, vor denen die Araber sichend ihr Mittagmahl verzehren), den Schuster- und Schneiderläden und eenen -der übrigen Gewerbetreibenden. Von den frühesten Morgen- bis in die späten Abendstunden hört man hier laut ttnd kreischend Waren ausrufen, anpreisen, feilschen — es ist ein elviges, unsagbares Durcheinander. Aber schon in den Seitengäßchen wird's stiller, typisch blau und rot angestrichene Häuser drängen sich aneinander und geben kaum zwei Menschen Raum zum Durchlaß. Diese Gassen und Gäßcheu führen alle mehr oder minder steil, teilweise über Stufen nach auswärts, in die zweite jüdische Siedlung Haifas, zum Hadar Hacarmel. Dieses Viertel dehnt sich am Fuße des Karmels aus, in einzigartiger Lage, mit einem wunderbaren Ausblick auf das Mittelländische Meer und das ganze Akkogebiet, bis nach Akko selbst, dessen Spitzen und Türme im Sonnenglanz herüberleuchte». Hier wird gebaut und stets neu gebaut, es ist das z.u k ü n f t i g e jüdische Hais a, das sich hier entwickelt und immer weiter ansdehnt. Gau; am Bergesabhange liegt der herrliche Bau des Technikums und der Realschule, beide in einem weiten, schönen Park mit Spiel- und Fußballplätzen, ans denen sich die jü)ifche Jugend Haifas fröhlich tummelt. Oft gehe ich aus dem Hadar Hacarmel spazieren, jedesmal entdecke ich neue Häuser, Straßen, neue schöne Plätze mit herrlicher Aussicht. Die erst vor zirka anderthalb Jahren gegründete neue Siedlung N a ch l a h, die an den Hadar .Hacarmel anschließt, hat außer zahlreichen Holzbauten und Blockhäusern schon prächtige Billen und kleine Einfamilienhäuser. Von hier aus, dem südöstlichsten Ausläufer des Hadar Hacarmel, der schon. in einer Linie mit der Küste der .Haifaer Bucht liegt, hat man die schönste Aussicht ans das Emek-Akko-Gebiet und die Straße nach Nazareth. Meißglänzend ragt die Ruthenbergsche Elektrizitätszentrale aus ihr hervor, nnd,weit rückwärts, in eine Rauchwolke eingehülll, sieht man die Zementfabrik Nescher. Das Nescher-Entek-Akko-Gebiet selbst macht heute wohl noch den Eindruck eines Oedlandes, aber wie lange wird's dauern, und auch hier wird Leben beginnen, landwirtschaftliches, industrielles, int Anschluß an den für hier geplanten Hafenbau, der Hoffnung für ein zukünftiges Groß-Haifa! Ich gehe heute meinen Weg westwärts, immer am Hadar Hacarmel, zurück in der Richtung der deutschen Kolonie. Wie viele neue .Häuser und Villen sind hier seit meinem letzten Besuch entstanden, respektive im Bau begriffen? Kein Wunder ist's, denn viele der neuen Einwanderer ziehen nun, anstatt nach Tel-Awiw, hieher nach dem jüdischen Teile Neu-Haifas. Ich schlage diesmal einen einsamen, aufwärtsstrebenden Pfad ein ttnd stche plötzlich vor einer wundervollen Parkanlage. Zu meinen Füßen liegt die deutsche Kolonie und kerzengerade zieht ihre .Hauptverkehrsader, die Karmelallee, vom Bergesfuße Men das Meer. Ich trete In den ruhigen Garten ein, es ist der Park des bekannten, wohltätigen Sektensührers Abbas Efendi, desien Vater der Erbauer der berühmten, herrlichen Moschee in Akko ist. Es ist ein europäisch angelegter, orientalischer Garten, mit den herrlichsten Blumen mtb Bäumen — jetzt alle blühend und zarten Geruch ausströmend —, in nicht zu schildernder idyllischer Lage. Ztt Füßen Haifa, das Meer mit Mo als Begrenzung, und weit, weit rückwärts leuchtet der schneebedeckte Gipfel des .Hormon, alle Berge überragend. Die Sonne ist im Untergehen und rötet diese Spitzen der fernen Berge, ähnlich dent Alpenglühen, es ist ein wundervoller Kontrast zu dem dunkelblauen Meer ttnd dein ellvas heller blatten, strahlenden Himmel. Ich gehe durch den herrlichen Park, über seine muschelbestrenten schmalen Wege ttnd atme den Duft der herrlichen Blumen und Bäitme tief ein. Ms ich wieder vor das Gartentor trete, ist die Sonne bereits ttntergegangen und die kurze Dämmerzeit bereits vorüber. Die ersten Lichter flammen in Haifa auf — und am Himmel. Silbern spiegelt sich der Mond im Wasier und erzählt den Wellen des Meeres von Haifa, dem Karmel und dem schönen Garpn am Fuße des Berges, den er jetzt mit seinem milden weißen Lichte erfüllt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.