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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-02 · Heft 2642 (2.7.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2642 (2.7.1926)
Date
1926-07-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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LNenee MvesMzettwL« Men, Frettag Nr. 4842 HgWji'g# US der^ Mischen Welt iWsllH: \mm jllllÜ'lll. HIHIHI tsiiiiimilü!; 1111=11)11!HI=IIH=IHIsl HI)sllllgllll§IHIsHII=llll Sie WeUorganisatlon IWscher Frauen. Sitzung des AktionsWWiteeS. Am Sonntag den 26. Juni wurde in Berlin die erste Mtionskomiteesitzmig der Womens International Zionist Orga- Mzation (Wizo) eröffnet. Es waren neben den Mitgliedern der Exekutive Vertreterinnen zahlreicher Länder, namentlich aus Mitteleuropa und dem Balkan sowie aus Holland, erschienen. Frau W r o n s k i, Leiterin des Bundes zionistischer Frauen in Deittschland, begrüßte die Exekutive und die ausländischen Gäste namens der von ihr repräsentierten Organisation. Hierauf erstattete Mß. Goodman den Bericht der Exekutive, an den sich eine rege Debatte schloß, in der die Vertreterinnen fast aller Länder zu Worte kamen. Im Vordergründe der Verhandlungen standen folgende Probleme: 1. Die Frage der Organisation, beziehungsweise Zentralisation oder Dezentralisation der Arbeit. 2. Die Ausbringung des Palästinabudgets gemäß den Verpflichtungen der zionistischen Frauen zur Beteiligung an der Galutharbeit. 3. Erweiterung der zionistischen Propagandaarbeit unter den Frauen. Eine Biographie Max Rordaur von seiner Die Witwe des verstorbenen zionistischen Führers Max Nordau arbeitet gegenwärtig an einer Biographie Nordans, die sich hauptsächlich auf seine Briefe stützen wird. Das Werk wird gleichzeitig in französischer, englischer und hebräischer Sprache erscheinen. Hyamson in Berlin. Seit einigen Tagen weilt der Ehes des EinwanderungSdepartements der Palästinaregierung Herr Hyamson in Berlin, wo er Besprechungen mit dem britischen Konsulat und dem Palästinaamt abhält. $ Zas Wische Viertel in Rom verschwindet. Aus Rom wird uns geschrieben: Im Rahmen der Rettungsarbeit für die historischen Denkmäler und der Verschönerung des Stadtbildes von Rom wird auch das Trastevere-Viertel „reguliert", hauptsächlich, um das in diesem Viertel befindliche historische „Marcellustheater" von seiner „unpassenden" Umgebung zu befreien und das alte Thcatergebäude in ein ansprechenderes Licht zu setzen. Die „unpassende" Umgebung, die jetzt abgeschleift wird, besteht aus alten, kleinen Häuschen in engen, winkeligen Gass.cn mit ihren seit Jahrzehnten bestehenden Trödler- und Krämerlöden, die zum großen Teile von kleinen jüdischen Existenzen bewohnt und geführt werden. Diese kleinen Judenexistenzen wurden jetzt mit einem Male subsistenz- und obdachlos. Jeder Spatenstich, der ein solches Häuschen angeht,»trifft eine Anzahl jüdischer Familien in ihrer wirtschaftlichen Existenz. Zwanzig solcher Familien sind bereits aus ihren Hütten evakuiert. Und die übrigen warten bangen Herzens, wie zum Tode Verurteilte, bis die Exekution an ihrer armseligen Behausung und ihrer Erwerbsquelle an die Reihe kommt. Inzwischen bestürmen sie den Rabbiner Maggiore und den greifen, stets hilfsbereiten Staatsmann Luigi L u z z a t t i um Intervention und Hilfe. Diese tun auch alles mögliche, finden aber bei den hochmögenden Herren im Quirinal kein Gehör. Das Marcellustheater muß gehoben, weithin, selbst vonr Kapitol aus, sichtbar gemacht werden. Und die Häuschen mit den Trödler- und Krämerläden des Trastevcre müssen für die Schönheit der Hauptstadt Mussoliniens ihr kleines, dürftiges Leben hingeben. Die neue Svnagoge In Saralewo. Ein Bortrag des OberrabbinerS Ovadia. Dienstag den 29. Juni hielt der Oberrabbiner der Wiener sephardisch-jüdifchen Gemeinde. Herr Nissim Ovadia, einen Vortrag in spaniolischer Sprache über seine Eindrücke anläßlich der von uns bereits kurz berichteten Feier der Grnndsteinlegung für den Bau der neuen Synagoge in Sarajevo. Die scphardische Kolonie Wiens war im Saale des Klubs „Union Espanola" vollzählig erschienen. Oberrabbiner Ovadia gab ein ausführliches Bild der Veranstaltungen bei dieser historischen Feier in Sarajevo und berichtete eingehend über das Pulsierende jüdische Leben in Sarajewo. Die jugoslawische Regierung hatte zur Grundsteinlegung drei Mini st er entsendet, ein Zeichen der Achtung, welche die Juden Sarajevos seitens der Negierung genießen. Daß das nicht bloß eine Formalität war, beweist die bemerkenswerte Ansprache des Eisenbahn- und Verkehrsministers Dr. Vasa Jovan o v i c, die er bei dem von der sephardischen Gemeinde veranstalteten Bankett im Sarajevoer Rathaus hielt. Der Minister gedachte des Patriotischen Verhaltens der jüdischen Staatsbürger Jugoslawiens mtd erinnerte an den Opfermut jüdischer Soldaten in der serbischen Armee während des Balkan- und Weltkrieges. „Die jugoslawische Regierung," sagte er, „ist stolz darauf, so treue Inden als Staatsbürger zu haben. Die jugoslawische Regierung ist unter den demokratischen Regierungen Europas die erste, welche alle Fragen und Forderungen jeder Minderheit, also auch der jüdischen, mit vollem Verständnis behandelt." ■urmw>anr»«n ne, „Sie Mischpuche." Freie Jüdische BolksbÜhne. In diesem Stück ist Nomberg ein besserer Novellist als Dramatiker. Eine Novelle in Dialogform, breitspurig und langgezogen. Manche Szene mit zartem Griff gebaut (die Wechselszene zum Beispiel, in.der der Vater den mit der Taufe -drohenden Sohn zunächst Psychologisch „reinigt" und ihm nachher erst die verlangten 500t) Rubel gibt); der dritte Mt sogar lebendig, mit tragischer Hintergrundmalerei (insbesondere dieser Akt verlangt aber ein Ensemble. Das Zusammenspiel war aber leider nur sehr lose und mäßig: wiederum an der Oberflächlichkeit des Rollenstudiums gescheitert.) Dem Ganzen fehlt der dramatische Schwung und — ein interessanter Inhalt. Die Art von „Misch- Puche"-Konflikten (Geld — oder die Taufe! — mit gutem Ausgang noch dazu . . .) war nie besonders aktuell und ist heute längst überholt und langweilig. Ich höre, die wiedererstandene Freie Jüdische Volksbühne will die jüdische Theaterkunst aufs neue Pflegen und fördern: dazu gehören entschieden bessere und zeitgemäßere Stücke und auch sorgfältigere Vorbereitung. Es kann nicht genug oft betont werden, daß man dem jüdischen Theater mit Dilettantismus heute nur schadet. Die Zeit der Kinderversuche, der unsteten Spielereien, muß endgültig vorbei sein, soll es in der Galuth ein jiddisches Theater geben! Die Tatsache der „Wilnaer" verpflichtet; zumindest zu ernster Durchbildung, vorsichtiger Stückewahl und künstlerischer Bemühung.' Eine abgerundete Leistung bot Herr Streng als strenger, kluger Vater. Er stellte sich zwar nicht auf das Tragische eines gebrochenen Paterherzens ein, die Oberflächlichkeit einer Durchschnittsnatur führte er aber in Sprachhetonung und Gebärde konsequent durch. Frau Dreiblatt bewies, daß ihr Rollenfach unglückliche jüdische Mütter sind: verzweifelte Eifersucht liegt ihr aber auch. Biel langsamer muß Herr Mittler sprechen: JngcndrevolnLion bedeutet nicht immer Eile. Herrn Breitmanns melancholisch-philostwhische Reserviertheit kann man mit Steift heit verwechseln und auch bei Fräulein Aberbach, die es wie alle andere» nötig hätte, spürst du von Spielleitung kaum einen Hauch ... Leopold T Haler. See erüe Kmigketz der Makler 8m Israels. Tie feierliche Eröffnung. — Die Referate. — Orgarnsstiops, frage». — Das 25jährige Jubiläum Engels. — Das Programm des Abeutzkonzertes. (Eigeubericht der „Wiener Morgeuzeitung".) T e l - A w i w, 31. Juni. Die erste Tagung der- Musikgesellschafteu von Tel-Awiw, Jerusalem und Haifa, die Mitte Juni in Tel-Awiw stattsarrd Md zahlreich beschickt war, gab uns Gelegenheit, Leistungen zu hören, die in Anbetracht der kleinen Verhältnisse ganz besonders zu schätzen sind. Das Musikleben in Palästina — aus schlichten Versuchen einzelner entstanden, die in den drei Städten unabhängig voneinander in ihrer Kunstbegeisterung Jahrzehnte hindurch schwere Opfer brachten — ist im Aufstieg begriffen. Trotz der enormen Schwierigkeiten, dem Mangol au Sälen, an Instrumenten, an Notenmaterial und an den notwendigsten Geldmitteln. Die Musikgesellschaften, denen es gelungen ist, durch das Zusammenfassen aller vorhandenen Kräfte einen festgefügten Körper zu schaffen, haben durch planmäßige Pflege der Musik, die a u ch d i e K o l o n i e n, n m f a ß t, ein ernstes Stück Arbeit geleistet. Der Kongreß selbst bot ein buntes und lebendiges Bild. Er wurde nut der Begrüßungsrede des Ehrenvorsitzenden Professor Schor und der Verlesung zahlreicher Telegramme, die von weither eingelaufen sind, eingcleitet. Es folgten das Foretten- Quintett und ein Streichquartett von Schubert. Professor Weinberg berichtete über den Stand der Sammlungen für das geplante Konservatorium, einer höheren Musikschule, für die im Anslande bereits Beträge aufgebracht worden sind. Professor R a s o w s k h referierte über die Notwendigkeit einer umfassenden Forschung auf dem Gebiete der orientalischen Musik. Charlomow forderte in seinem Vortrag die Schaffung eines hebräischen Musik-Wörterbuches und einer hebräischen Terminologie fiir Musik. * , In den Beratungen, die daraufhin folgten, tonr-de der weitere Ausbau der Organisation, die Ausgestaltung des Musikschulwesens, Errichtung einer Konzertagentnr, eines Arbeitsvermittlungsbureaus, einer Bibliothek, Schaffung von Hilfskassen in das Programm der Arbeit ausgenommen. G o d o w s k y und Chejfiz wurden zu Ehrenmitgliedern der Gesellschaften ernannt, Professor Schor in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste um die Gesellschaften' und überhaupt um das Musikleben im Lande neuerdings zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Gleichzeitig wurde das 35jährige Jubiläum des Professors Engel gefeiert. Man beschloß aus diesem Anlaß die Gründung eines Musikheimes.Engel, in welchem sich das gesamte Musikleben Palästinas konzentrieren soll. Die für den Ban erforderlichen Mittel sind bereits vorhanden, den Bauplatz hiefür hat die Gemeinde der Stadt Tel-Awiw bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Man übereichte Professor Engel sein Porträt, in Elfenbein geschnitzt (ansgeführt von der Bezalel-Schnle in Jerusalem). * Am Abend fand ein Konzert statt, dessen Programm lautete: Beethoven: Trio B-Dur, Op. 2, für Klavier, Klarinette und Bioloneello. Schumann: Variationen für zwei Klaviers in B-Dur. Brahms: Sonate in G-Dur, Op. 78, für Z, JMk 1JJW) SEWp'M * .Klavier und Violine. Sairr»-SüenS: Sche^o für Mit Klaviere. Engel: Fragmente zu Perez' Bearbeitungen Dr die Bühne: „Mondfahrt", „Nach dem Begräbnis", „Die KeAbalisten" für zwei Violinen, zwei Altos, zwei Cellos und Klavier. Weinberg: Jemenitische Rhapsodie aus „Hechaluz" für Streichquartett, Klarinette und Klavier. R o w 8 ky: Trauerode für zwei Klaviere und Singstimmc, gewidmet dem 'Andenken des Dichters L. Perez. Engel: „lieber alle Gipfeln" (Goethc-Tschernichowsky). Weinberg: „Sei gegrüßt, Land Israels". Bokalquintett der Opernsänger. Prokofi eff: Onvertürtz nach jüdischen Bolksthemen für Sextett. Beethoven und M e n d c l s o h n: Chorgesänge (Beth- Am-Chor). Ein Bankett beschloß die Tagung, welche für die Entwicklung der Tonkunst in Ercz Israel von Bedeutung war. C. S i r k e s. Aus den Meutern. Burqtheater. Morgen, */a8 Uhr abends. „Lady Minder meresFä che r". Operntheater. Morgen, 798 Uhr abends, „R ig o l e t t o". Deutsches Volkstheater. Leovoldine 5k o nü a n t i u spielt beute zum letzten Male in ..D r. I u c i S z a b o"; sie verabschiedet siw morgen in ..Die T ä n z e r t n". Montag wird Karl Z u ck m a y e r s Lustspiel „Der fröhliche Weinberg" gegeben. Theater an der Wien. Heute, V-8 Uhr abends, zum 100. Male „Die Zirkusprtnzessi n". Deutsches Volkstheater. Lengyels „Tänzerin" ist älter, Lcopoldine K o n st a n t i u nicht jünger geworden. Die Künstlerin hat seit jenem großen Starerfolg ihr Rollenfach erweitert nnd an vielen Abenden, die mehr auf Charaktergestaltuug als auf Bravour gestellt waren, solche Triumphe gefeiert, daß sie es nicht nötig hat, ans jene Budapester Tänzerin zurückzukommen, der sie ja doch schon — entwachsen ist. Unter den Mitwirkenden taten sich insbesondere Herr Breuer und Frau Fässer hervor. Wiederwahl Max Liebermanns zum Akademieprästdenten. Wie I. T. A. aus B e r l i n meldet, hat der Kultusminister die Wiederwahl Prof. Max Liebermanns zuin Präsidenten der Akademie der Künste für die Zeit vom 1. Oktober dieses Jahres bis 30. September 1027 bestätigt. Der Minister hat dabei abermals von der Anwendung des Paragraphen der Akademiestatuten, der nach dreijähriger Amtsdauer eine Unterbrechung fordert, abgesehen. „Das Sprungbett der Liebe" erweist sich als Zugstück. Es feierte an der R e n a i s s a n c e b ü h n e bereits die 60. Ausführung. Die tveibliche Hauptrolle spielt jetzt das ganz entzückende Fräulein E n g l t f ch. Neben ihr und Meister Jarno haben Fräulein Schilling sowie die Herren K a m m a u f, Riedel und Trebits ch an dem großen Erfolg des französischen Lustspieles Anteil. ♦ Sine freigesprochene KindesmSrderin. Bor einem Schwurgericht unter Vorsitz des Hofrates Doktor Czerny hatte sich gestern die 29jährige Hausgehilfin Anna Schindl wegen Kindesmordes und wegen Diebstahls eines Mantels ihrer Dienstgeberin zu verantworten. Die Angeklagte ist wegen Diebst^s und gewerbsmäßiger Unzucht bereits vorbestraft. Seit ansangsrlpril 1926 war die Schindl bei der Privaten Viktoria Wilczek bedienstet. Tagsüber verrichtete sie ihre Arbeit zur Zufriedenheit ihrer Dienstgeberin, doch die Abende benützte sie zumeist zum Besuch von Tanzlokalen. Beim „Marokkaner" lernte sie einen Mann kennen, mit dem sie sofort ein Verhältnis anknüpfte, ohne seinen Namen zu kennen. Bald darauf trat Anna Schindl bei dem Ehepaar Friedberg in Dienst. Dort stahl sie den Mantel, dessentwegen sie ebenfalls angeklagt ist. In der Nacht zum 30. Jänner 1926 brachte die Angeklagte ein Mädchen zur Welt, das sie gleich nach der Geburt erwürgte. Dann wickelte sie die Leiche in ein Tuch und legte sie unter einen Kasten. Gegen 4 Uhr morgens wollte sie das tote Kind im Herd verbrennen, mußte jedoch von ihrer Absicht abstehen, da Holz und Kohle ihr nicht zur Verfügung standen, und die Flammen des Papieres, welches sie entzündete, nur Verbrennungen, aber keine gänzliche Einäscherung herbeiführen konnten. Sie trug deshalb den Leichnam in den Keller und verscharrte ihn dort. Am Abend ging sie wieder dem Tanzvergnügen nach. Zu ihrer Verantwortung gab die Angeklagte an, daß sie von der Geburt Plötzlich überrascht worden sei nnd nicht gewußt habe, was sie tue. Der Staatsanwalt bezeichnet diese Verantwortung als unglaubwürdig, weil die Beschuldigte stets darauf bedacht war,- ihre Schwangerschaft zu verheimlichen und von der Geburt keineswegs überrascht worden feilt; könne. Vielmehr dürfte in ihr der Entschluß schon lange gereift sein, das zu erwartende Kind als lästiges Hindernis ihrer Vergnügungssucht aus dem Wege zu räumen. Den Geschwornen wurden zwei Hauptfragen, lautend ans K i n d e s m o r d und Diebstahl vorgelegt. Die von dem Verteidiger Dr. F l a n d r a k beantragten Zusatzfragen ans Sinnesverwirrnng zur Zeit der Tat nnd unwiderstehlichen Zwang wurden abgelehnt. Nach eineinhalbstündiger Beratung erbaten sich die Geschwornen eine neuerliche'Rechtsbelehrung und verlangten die Zulassung der vom Verteidiger beantragten Zusahfrage ans Sinnesverwirrung. Die Verhandlung wurde hieraus wieder eröffnet. Staatsanwalt Dr. Fnrler wandte sich gegen die Zulassung der Jusatzfrage. Der Gerichtshof schloß sich dieser Ansicht an und lehnte die Zulassung der Zusatzfrage mit der Begründung ab, das; das Beweisverfahren keinen Anlaß hiefür geboten hätte. Die Geschworenen beantworteten nach neuerlicher Beratung die Hauptfrage auf Totschlag mit sechs Stimmen Ja, jedoch mit dem Zusatz „im Zustand der Sinnesverwirrung", und sechs Nein. Die. Frage auf Diebstahl wurde e i n st i m m i g bejaht, jedoch mit der Einschränkung der Schadensziffer unter 16 Schilling. Der Vorsitzende verkündete hierauf den Freispruch der Angeklagten vom Verbrechen des KindeSmordes nnd verurteilte sie lediglich wegen Uebertretung des Diebstahls zu sechs Wochen Arrest. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. Tränenüberströmt dankte die Schindl für den Freispruch. Von den Zuhörern wurde sie mit Geld. beschenkt,

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