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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-02 · Heft 2642 (2.7.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2642 (2.7.1926)
Date
1926-07-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Wien, Freitag Wrener MorMnzeitun^ 2. $un 102b Jtt. ÄtW» 1 B V l, Ul V« n. Hr tu 51 u 3* Ü'h 5t it: V br m «ji bi! ' 2l! di a, m A toj oii 33f'; W. ' ft* fd lg Ts -' ai B G vc! dH wj ' irrt W. dc K w : iS: ul ■ & Ä» D : be S ut tu au M au r<5 fl«? Z zu et-, ei Lk r>:.« u gr <$! h< W M - 6* . Lr 50 Schilling Geldstrafe wegen 5 Groschen Ueberpreis. Im bades, Anton O § krkau y, zwei «Anzeigen ein, die eure dahingehend, daß sich eine Frau im Tamcndainpfbad erster Klasse an dem Rohr einer heißen Brause am 5lrm leicht verbrannt habe, die andere, daß er einein Badegast ein ganz kleines Stück Seife n m 10 G r o s ch e n verkauft habe, das nach dem Gutachten der Preisprüfungsstelle kaum mehr als fünf Groschen wert war. Bei der ersten Verhandlung vor dem Bezirksgericht Margareten verantwortete sich der Leiter des Bades, daß hier zweifellos ein Selbstverschuldei' der Verletzten vorliegen müsse, da seine Einrichtungen vollständig in Ordnung seien. Die auf Beschluß des Gerichtes gewerbebehördliche Inspizierung ergab, daß sich die Einrichtungen'des Bades tatsächlich nicht vor'»den allgemein üblichen nnrerscksi'iden. Tie Staatsanwaltschaft zog hierauf die Anklage bezüglich dieses Faktums zurück, während der Strafantrag wegen Preistreiberei aufrecht blieb. Bei der neuerlichen Verhandlung gab der Angeklagte cm, er habe eine OOprozentige Regie und wolle außerdem die Badegäste nicht mit der Groschenrechnerei behelligen, weshalb er lieber den runden Betrag von 10 Groschen verlangt habe. Ihm selbst habe die Seife ungefähr 4,5 Groschen gekostet. Landesgcrichtsrat Tr. Hcrklotz verurteilte den Angeklagten zu 50 2 ch i l l i g Geld st r a f e. olkswirt. Jie Siemrlvst der Müschen Bevölkerung in Polen. Senator Rottrnstrcich gegen Grabski. — Die Bilanz der Bank Polslr. — Geschäftslose Börsen. — Neue Anleiheverhandlungen. (Bor unserem Warschauer Korrespondenten.) Das letzhin im Sejm beschlossene Budgetprovisorium hat nur eine bedeutsame Neuerung gezeitigt: eine Steuerer- Höhung tl m 10 Prozent. Mit der ganzen Kraft der Ueberzengung haben die jüdischen Abgeordneten und Senatoren siir die Streichung der Stcuererhöhung gekämpft. In grotzangelegten Reden haben im Sejm der Abgeordnete W i s l i c k i und im Senat Senator Körner gegen die neue Belastung der städtischen Bevölkerung und insbesondere der Juden gesprochen. Körner wies auf die ungeheure Belastung der städtischen Bevölker u n g hin, die in Lodz und CHenstochau bis zu 72 Zloty pro Kopf und in Posen gar 180 Zloty pro Kopf ausmachr. Die Umsatzsteuer beträgt in einigen Städten über 50 Prozent aller Staatssteuern und erreicht manchmal 62,1 Prozent aller Staats- und 32 Prozent aller Kommunalsteueru. Klar ist, daß die Erhöhung der Steuern eine Erhöhung der Produktionskosten nach ziehen muß, was wiederum eine Teuerung unmittelbar zur Folge hat. Die Teuerung verkleinert den Absatz der Waren und verringert die Produktion. Die Regierung scheint augenblicklich keine einschneidenderen Aenderungen auf wirtschaftlichem Gebiete vornehmen zu wollen und 'erlvartet die Ankunft der Sachverständigen mit Prof. Kemme rer an der Spitze. In einem längeren Aufsatz in den jüdisch-polnischen Blättern warnt Senator Rottenstreich vor einer voreiligen Ablehnung der Studienresultate der Sachverständigenkommission. Dr. Rotten st reich polemisiert gegen Grabski, der sich wieder mit einem Artikel im „ Kurier Warszawski" gemeldet hat, in dem er dagegen auftritt, daß man Aoung, der an der Spitze der ersten Fachleutedelegation stand, zu. einer Autorität erhebt und seine Weisungen als bindend betrachtet. Insbesondere findet Grabski. daß die Ansicht Aoungs, daß die Landesverwaltungen die Ausgaben für Polizei und Schulwesen übernehmen sollen, irrig sei. Grabski wollte eben die Polizei und das Schulwesen nicht aus der Hand geben, weil er eine eventuelle Entnationalisierung befürchtete, und so hat die damalige Regierung wichtige wirtschaftliche Vorteile dem polnischen Fanatismus geopfert. Der Präsident der Bank of England, Norman, macht noch bis jetzt der polnischen Regierung Vorwürfe, daß sie ine Ratschläge Aoungs nicht beherzigt habe, und das ist auch eine der Ursachen für die Reserve des englischen Kapitals gegenüber Polen. Mit Recht sagt Senator Rottenstreich, daß, wenn die polnische Regierung nicht imstande sei, selbst ein wirtschaftlich-finanzielles Programm aufzustellen, es ihr keine Schande machen werde, wenn sie die Ratschläge eines so erfahrenen Finanzmannes wie Kemmerer beherzigen wird, insbesondere da die Annahme seines Programms das Vertrauen des Auslandes heben kann. Alles hängt jetzt also von den Ergebnissen der Sachverständigenkommission ab, aus die alle wirtschaftlich ernst zu nehmenden Kreise und insbesondere die jüdische Bevölkerung große Hoffnungen setzt. Hier winkt nämlich die einzige Aussicht auf eine Ausländsanleihe und damit vielleicht eine Perspektive auf Rettung. Die B i l a n z d e r Bank Polskä für die zweite Junidekade zeigt keine ernste Aenderung. Der Goldvorrat erhöhte sich um eine Kleinigkeit, und zwar um 76.000 Zloty und beträgt 1316 Millionen Zloty. Der Devisenvorrat erhöhte sich um 1,2 Millionen Brutto und nach Abzug der erhöhten Währungs- und Reportverpflichtungen unr 100.000 Zloty zeigt die Erhöhung ein Saldo von 800.000 Zloty und beträgt 72,2 Millionen, was den Beweis erbringt, daß die Balttten aus dem Export befriedigend einfließen ttnd daß die Bank Polski imstande ist, die Bedürfnisse der Börse zu decken. Das Wechselportefeuille erhöhte sich um 21 Millionen uub wird durch die Zahl 305,3 Millionen ausgedrückt, und die Erhöhung der Girorechnungen beträgt 12,3 Millionen. Der Umlauf an Banknoten verringerte sich um 8 Millionen Zloty und beträgt 415,5 Millionen Zloty. An der Effektenbörse sind feit der Vorwoche fast gar keine Aenderimgen eingetreten, die Tendenz und das Interesse sind andauernd schwach, nur einige Vorkriogspapiere zeigten eine stärkere Notierung. Die wichtigsten Kurse lauten: oprozentige Konversionsanleihe 32.— bis 32.76, Bank Polski 19.— bis 49.76, Chodorow 3.60, Warschauer Zucker 1.17 bis 1.50, Kohle 39.—, Nobel 1.50, Zirardow 6.60, Zeleniowsti 9.—, Haberbusch 4.05, Starachowice 0.80. Derzeit verhandelt die polnische Negierung mit der amerikanischen Firma Ulen u. Co. über neue Kredite von einigen Millionen Dollar für einzelne polnische Städte. Sie hofft, bei den neuen Beerhandlungen bessere Bedingungen zu erzielen als bei der ersten Anleihe, die Ulen u. Co. an die Städte gegeben hat und deren Bedingungen für die Städte außerordentlich ungünstig waren. Die Staatshilfe für die zeattaibank. Keine KttvosttSt der kialeger. Die Angelegenheit der Zentralbank der deutschen Sparkassen wurde gestern in sämtlichen Finanzkrdsen sehr intensiv besprochen. Mit Beruhigung wurde die Tatsache konstatiert, daß die Zentralbank sämtliche rückgeforderten Einlagen anstandslos ansbezahlt hat. Die Erklärung der Regierung, daß sie für die Sicherung der Einlagen Vorsorge getroffen habe, hatte zur Folge, daß der erwartete Run garH ausgeblieben war. Für einen stärkeren Kassenverkehr war Vorsorge getroffen worden. Diee Bank hatte sogar verlcmtbart, daß sie, ltm allen Anforderungen der Einleger Genüge leisten zu können, die Kassazeit um zwei Stunden, verlängert habe. Nicht nur sofort kündbare, sondern auch gebltndene Einlagen wurden ausbezahlt. Die Regierung hat für diese Zwecke zirka 400 Milliarden zur Verfügung gestellt. Es sind infolgedesien in dieser Hinsicht auch weiterhin keine Komplikationen zu erwarten. Eine neue Erklärung der Regierung. Amtlich wird verlautbarr: Der heutige Miuisterrat hat sich neuerlich mit den Maßnahmen betreffend die Zentralbank deutscher Sparkassen besaßt. Bundeskanzler Dr. R a m e k und Mg. Streeruwitz erstatteten eingehende Berichte, die vom Ministerrat genehmigend zur Kenntilis genommen wurden. Es wurde festgestellt, daß smntliche im Laufe des 1. Juli bei der Zentralbank deutscher Sparkassen gestellten Anforderungen ausnahmslos und restlos befriedigt wurden. Die Negierung hält unverrückbar an deern Standpunkt dr vollen staatlichen Garantie für sämtliche bei der Zentralbank deutscher Sparkassen befindlichen Spar¬ und Kontokorrenteinlagen fest. Feststellungen der Zentralbank. In einem heute erschienenen Artikel des „Abend" werden neuerliche Airwürse gegen die Zentralbank erhoben. Die Bank versendet folgende Entgegnung: „Der heutige zweite Artikel des „Abend" über unser Institut enthält eine derartige Menge bewußter, das Publikum und unsere Kundschaft schwer irreführender Unwahrheiten, daß wir uns genötigt sehen, sie zu bitten, den nachfolgenden Feststellungen freundlichst Raum gewähren zu wollen. Die vom „Abend" erwähnte Tatsache, daß keine große Bank an uns nennenswerte Forderungen zu stellen hat, daß wir weder Taggelder von diesen hereinbekommen noch Wechsel bei diesen placieren konnten, ist ausschließlich darauf zurückzuführen, daß wir es infolge unserer konstanten und allseits bekannten Geldflüssigkeit nicht nötig hatten,. Mittel auf diesen Wegen zu beschaffen. Wir haben niemals eigene oder Wechsel unserer Kundschaft irgendwie anders als im Wege unseres normalen Eskomptekredits bei der Nationalbank begeben; wir haben im Gegenteil durch viele Monate Wechsel-anderer Banken zu uns genommen; wir haben Taggelder mit oder ohne Deckung nicht nur nicht selbst in Anspruch genommen, sondern bis Ende voriger Woche solche an Wiener Banken abgegeben. Die Behauptung, daß die steiermärkische Landesanlevhe, welche teilweise bei uns zum Erlag kommen soll, von Dr. Rintelen oder der steirischen Landesregierung anders disponiert worden, ist unrichtig, die erste, sehr bedeutende Rate ist erst vor einigen Tagen in New-Iork zu unseren Gunsten erlegt worden. Ebenso unrichtig ist die Behauptung, daß der dem Jndustriekonzern des Dr. Wutte eingeräumte Kredit durch die gegebenen Sichevheitseffekten nicht gedeckt ist, wobei übrigens lediglich der Umstand, daß es sich gleichzeitig um die Interessen eines namhaften Aktionärs der Bank handelt, uns dazu Anlaß bot, überhaupt Deckungen zu verlangen. Daß der „Abend" behauptet, daß der Präsident der Nationalbank irgend welchen Dritten gegenüber Erklärungen darüber abgegeben hätte, ob die Nationalbank den Eskomprekredit einer Bank kürze und warum, erweist sich an sich als Unwahrheit, die wohl niemand diesem an der Spitze unseres Noteninstituts stehenden Funktionär eine derartige schwere Verletzung des Geschäftsgeheimnisses zunmten wird. Die Meldung, daß die deutsche Girozentrale die Verhandlungen unterbrochen hat, ist schon deshalb unwahr, weil nicht wir augenblicklich auf einen SchrMMHrcrseits, sondern sie auf die Einsendung gewisser Unterlaßen für den Vertragsabschluß unsererseits wartet, worum sie uns mit einem gestern bei uns eingelangten Schreiben ersucht hat. Was schl-eßlich die vom „Abend" gebrachte Nachricht anlangt, daß geschädigte Einleger sich an den Verband der Sparer und Rentner um Schutz gewendet haben sollen, können wir nur feststellen, daß es überhaupt geschädigte Einleger unseres Instituts nicht gibt, da jeder Einleger au unseren Kassen jederzeit den vollen verlangten Betrag erhalten hat und erhält." Nationalbankpräsident Dr. Reisch befürwortet die Regierungsaktion. Der Präsident der Oesterreichischen Nationalbank Dr. Reisch hat sich einem Vertreter der Politischen Korrespondenz u. a. geäußert: „Die Schwierigkeiten, mit welchen die Zentralbank der deutschen Sparkassen zu kämpseü hat, sind der Oesterreichischen Nationalbauk natürlich schon seit längerer Zeit bekannt und waren die Ursache dafür, daß die Geschaftsleitung der Oesterreichischen Nationalbank in der letzten Generalratssitzung vom 24. Juni von einem Anträge auf Herabsetzung des Zinsfußes abgesehen hat. Denn eine Zins-fußherabsetzung wird üblicherweise als Beweis einer nach dem Ermessen der Notenbank allgemein befriedigenden Lage des Kreditmarktes gedeutet, welche Deutung angesichts dieser Schwierigkeiten der Zentralbank, die als Sammelbecken der überschüssigen Sparkassen- und Genossenschaftseiulagen zu dienen bestimmt ist, nicht gerechtfertigt ist. Ich habe pflichtgemäß die Regierung auf die großen Gefahren,- welche .Hne Beunruhigung der Einleger aller dieser Institute für unser gesamtes Wirtschaftsleben nach sich ziehen könnte, nachdrücklichst aufmerksam gemacht und betont, daß eine Erschütterung des Vertrauens in die Sparkassen und Genossenschaften Kreditkündigungen und -ernschränkungen veranlassen müßte, die zahlreiche Unternehmungen zur Verminderung oder gar Einstellung ihrer Betriebe nötigen könnte. Es kann von einer präjudizierlichen Bedeutung dieser Cntscheidmig nach der Richtung hin, daß vielleicht auch andere Geldinstitute, welche künftighin in Schwierigkeiten geraten sollten, an eine ähnliche Hilfe der Regierung appellieren werden^ meines Erachtens nicht die Rede sein, da die ganz besondere. Stellung der Zentralbank deutscher Sparkassen, auf. die schon vorstehend hingewiesen wurde,, nicht verkannt werden kann. Auch die finanzielle Tragweite der Entschließung sollte nicht überschätzt werden, da bei einer ruhigen Abliquidierung der sestgerannten Aktiva der drohende Verlust sich in mäßigen Grenzen bewegen und gegenüber den Gefahren, die aus einer plötzlichen Zahlungseinstellung der Zentralbank und ihren Folgen für andere Kreditorganisationen entsprungen, wären, ein ganz unvergleichlich geringeres Uebel darstellen wird. Die Schwierigkeiten der Zentralbank sind nur wegen der Möglichkeiten ihrer mittelbaren Ausstrahlungen, welchen durch die Aktion der Regierung bereits wirksam vorgobengt worden ist, nicht aber wegen ihrer unmittelbaren finanziellen Tragweite von Bedeutung; sie entspringen auch nicht einer aktuellen Verschlechterung der allgemeinen geschäftlichen Lage, sondern gehen ans die Inflationszeit, auf eine ver u nglückte Aktienkapitalsvermehrung und wohl auch aus eine allzu optimistische Beurteilung der wirtschaftlichen Chancen nachkriegszcitlicher Gründungen seitens der bisherigen Geschäftsleitung zurück. Rcnrrlrcher Kurssturz der Frankendevisen. Warschau und Bukarest sehr fest. Jrifolge der ungeklärten Sanierungsaktion C a i l l a u x' setzte die Spekulation neuerlich nüt größeren Abgaben der Devise Paris ein. Sie sah sich zu dieser Tätigkeit unc so mehr angeregt, als die Kammer einer Llnleihe Frankreichs in 5lmerika gegenüber sich ziemlich ablehnend verhält, da sie befiirchtet, aus einer solchen Kreditbeschaffung sich vollständig in die Abhängigkeit Englands und Amerikas zu begebeu. Das englische Pfund stieg bei, der allflemctuen Flucht vor dem Franken in Paris auf 179,5. Die Devise Paris feuftc sich in Zürich von 14,62 auf 14,20. Rückgängig war auch der belgische Franken, doch schloß er höher als Paris. Brüssel notierte in Zürich 14,35 gegen 14,48 vom Vortage. — Die Abbröckelung der italienischen Lira war minnnal. — Sehr fest hielten sich weiter die Devisen Warschau und Bukarest. Bukar.'it erhöhte sich gegen Zürich aus 2,42 bis 2,44. New-Uork senkte sich gegen Warschau auf 9,70 bis 9,80. Die Verwendung des Notenbankgoldes für die Stabilisierung. — Der Ausweis des Noteniustitutes. — Zunahme der Staatsvorschiiffe. 5lns Paris wird telegraphiert: Das Finanzministerium hat heilte der Presse eine Mitteilllng über die beabsichtigte Berweudnng des Goldbestandes der Bank von Frankreich bei der Stabilisierungsaktion für beu Franken zugehen lassen. Diese Stabrüsterung setze, wie die Mitteilung ausfiihrt, die Rückkehr zu normalen Zuständen voraus, bei welchen die Banknoten gegen Gold eililösbar sein niüsseu, allerdings in einem noch festzutelleirdcn Verhältnis. Würde der Goldbestand ungenützt in den Kellern der Bank von Frankrelch tiegen, dann müßte dies gefährliche Rückwirkungen aus den Frankenkurs Hub eine ungehinderte Baissespekulation zur Folge haben. Vor dem Kriege sei die Einlösbarkeit die Ursache der Stabilität des Franken gewesen. Man wolle jedoch den Gcidbistand der Bank nicht als einziges Mittel zur Währungsstabilisierimg einsetzen, da in diesem Falle der Erfolg nicht sicher wäre. Das Gold soll nur im äilßersten Notfall lnrd als Ergänzung zu einer Reihe anderer Maßnahmen herangezogen werden, deren wichtigste die Eröffnung ausländisch e r K r e d i t e fei. Der heutige Wochenausweis der Bank von Frankreich zeigt eine Zunahme der Vorschüsse an den Staat um 750 Miltiouc*:* und des Banknotenumlaufes um rund 810 Millionen Frankeri. Merrurbank. E Unter dem Vorsitze des Präsidenteir Dr. Engen B r e ttauer hat am 80. Juni 1926 in Anwesenheit von 33 Aktionären, welche 1,882.203 Aktien mit 75.284 Stimnterr repräsentieren, die 38. ordentliche Generalversammlung der Merkurbank stattgefunden. Als Staatskonnnissär ftngierte Ministerialrat Dr. Franz Wolf, der vom Borsitzeilden des Vorstandes Ernst Sch w a r z erstattete Bericht über die G o l d e r ö f f n rr n g sbilanz, die Umstellung des Aktienkapitals und die damit zusanrmenhängenderl Statutenänderungen sowie über die Ergebnisse des Geschäftsjahres 1925 und die Anträge über die Verwendrrng des Reinerträgnisses wurden einstimmig genehnrigt und den: Berwaltungsrate das Absolutorinm erteilt. Der Dividendencoupon pro 1925 gelangt mit 4500 K., für eine alte Attie zu 8000 K. Nominale, b. s. 2 Schilling 50 Groschen für jede neue Aktie zu 30 Schilling Nominale, ab 14. d. zur Einlösung.

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