Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-07-02 · Heft 2642 (2.7.1926) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2642 (2.7.1926)
Date
1926-07-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981729--26927-3014805
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

4 M DkLÜAA fPItfftt «r. SSS PmMrrtt Ser zroMtschev SrgaulWon In SfttlrLÄolen. S«Gers, 88. Juni. A« Gonstag war bis 4 Nhr früh der "Partei rat der Monistischen Organisation für das Mi che Kleinpolen bei zahlreicher Beteiligung der Mitglieder versammelt. In der Frage der Spaltung im Obersten zwnistischen Rat in Warfchm; «.die Mitglieder des Obersten Rates aus Ostgalizien sind aus der Leitung ausgetreten) wurde mit großer Mehrheit folgende Resolution angenonmwn: „Der Parteirat stellt fest, daß der Oberste Rat der zionistischen Organisation in Warschau durch seine letzten Beschlüsse sein statutenmäßig umschriebenes Tätigkeitsgebiet überschritten habe unfc bestätigt den Standpunkt der Delegierten der Zionistischen Organisation in Kleinpolen in dem Obersten Rat. Der Parteirat erklärt sich solidarisch mit dem Standpunkt der Exekutive in dieser Frage und gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß eine weitere Mitarbeit mit dem Obersten Rat in Warschau erst dann möglich sein wird, wenn der Oberste Rat jene Ursachen behoben haben wird, die zum Austritt sowohl rnrserer Vertreter als auch der Vertreter unserer Bruderorganisation ans Westkleinpolen geführt haben. ,Ms dahin empfiehlt der Parteirat den Abgeordneten und Senatoren ans Ostkleinpolen, ihre politische Tätigkeit auf Grund der politischen Richtlinien und der Beschlüsse der Parteibehörden der Zionistischen Landesorganisation in Lemberg zu gestalte«. In dringlichen Fällen sollen die Beschlüsse der zionistischen Abgeordneten und Senatoren aus Ostkleinpolen, die mit Stimmenmehrheit gefaßt wurden, entscheiden. Die Abgeordneten und Senatoren aus Ostkleinpolen sollen auch an den Sitzungen der zionistischen Partei teiluohmen und sich dort aus Grund der Beschlüsse der Delegiertenkonferenz für Ostkleinpolen verhalten. Der Parteirat empfiehlt der Exekutive, mit den drei anderen Teilorganisatioucn der zionistischen Partei in Polen in Verbindung zu treten, um eine Einheitsfront bei d en W ahl e n in den Sejm und den Senat zu bilden." In der Palästinafrage beschloß der Parteirat folgende Resolution: „Der Parteirat verlangt von der Exekutive und von den galizischen Mitgliedern des Aktionskomitees, daß sie Schritte unternehmen: 1. damit die gerechten Forderungen des Mittelstandes in Palästina bei der Bestimmung des Budgets für das nächste Jahr nicht übergangen werden; 2. daß Bedingungen für eine starke landwirtschaftliche Kolonisation des Mittelstandes in Palästina geschaffen werden, mir besonderer Berücksichtigung jener jüdischen landwirtschastlicken Gruppen in Polen und in anderen Ländern, die nach Palästina emigrieren wollen, ohne Beeinträchtigung der berechtigten Arbeiterforderungen des Jischuw." Vor Schluß des Parteirates erklärte Senator Ringel im eigenen Namen , und im Namen der Abgeordneten Jnsler, Frostig und des Senators Dr. R o t te n st r ei ch, daß die angenommenen Resolutionen das Werk des Friedens innerhalb der zionistischen Partei gefährden und daß sich diese Abgeordneten an eine außerordentliche Landeskonferenz wenden wollen. Nach Verlesung dieser Erklärung verwahrte sich Abg. R e i ch dagegen, daß man die Beschlüsse des Parteirates nicht beachte, und forderte, daß bis zur Einberufung einer außerordentlichen Landeskonferenz die vom Parteirat gefaßten Beschlüsse für alle bindend sein sollen. Es dürfe nichts geschehen, was die Bedeutung dieser Beschlüsse oder die Autorität der Parteibohörden berühren könnte. Ein Denkmal für PAsrrdsEi. Lodz, 29. Juni. Sonntag um 1 Uhr mittags wurde im Saale des Kino „Splendid" ein Bronzedenkmal des Marschalls Pilsudski, das die Bildhauerin Olga N e w s k a modelliert hat, enthüllt. Das Denkmal soll beim Vylkshcim arrfgeftellt werden. WiedereinSrrngung des vSMsche« Snteignunsrantrages im Reichstag. Berlin, 1. Juli. (I. T. A.) Bekanntlich hat der Reichstag den "Antrag der völkischen Fraktion über Enteignung der Ostjuden und der jüdischen Großunternehmen in Deutschland bei der ersten Lesung a d g e l eh n t. Nunmehr hat die völkische Reichstagssraktion zur zweiten Beratung des Fürstenabfinduugsaesetzes eine Entschließung eingebracht, die Reichsregierung zu ersuchen, alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach 1. das Vermögen der seit 1. August 1614 zugezogenen Ostjuden und sonstigen Fremdstämmigen sowie der öffentlichen Einfluß ausübenden jüdischen Großunternehmen (z. B. Mosse, Ullstein) ohne Entschädigung enteignet wird; 8. der seit 1. August 1914 durch Kriegs--, Nevolntions-, Jnflations- und Deflationsgewinue erworbene Bermögenszuwachs eingezogen wird und 3. die Kreditbanken in die öffentliche Hand übergeführt werden. Dar Hakenkreuz in der Schulaula. Berlin, 30. Juni. (I. T. A.) Deutschvölkische Landtagsabgeordnete halten in einer kleinen Anfrage den preußischen .Kultusminister um Auskunft gebeten, ob er billige, daß der D e u t s ch b u n d g e m e i n d e Nordhausen von dein Leiter des dortigen staatlichen Gymnasiums die Benützung der Aula für eine Feier verweigert worden sei, weil die Deulschbundgemeinde aus die Anbringtmg von Hakenkreuzen in 'der Aula nicht verzichten wollte. Der Preußische Kultusminister beantwortet die Anfrage jetzt folgendermaßen: „Das Staatsministerium billigst das Vorgehen des Studiendirektors des Staatlichen Gymnasiums in Nordhausen. Wenn die Aula einer staatlichen höheren Schule an eine Vereinigung vergehen wird, die durch Führen des Hakenkreuzes sich dem Verdacht ausü'tzi, staatssei n d l i che 'B e st r e b n n g e n ZN verfolgen, so ist es R e ch t und Pflicht des Schulleiters, falls er dieser Vereinigung die An la üh erhqupt ü ber läßt, für Sicherungen zu sorgeu, die Kundgebungen gegen die deutsche Republik in staatlichen Häusern verhindern." ' Bethlen revidiert Den Numerus ctatfast Budapest. 1. Juli. „MMarorSzag" will Wiste«, daß im Kultusministerium an einem Gesetzentwurf gearbeitet wird, durch den der Numerus clausus an den ungarischen Universitäten fast zur Gänze aufgehaben toütbc. Abstraktion gegen Die Rovelllernng Der Arbeit«, lofenunterstötzung. Da der ungeschmälerte Fortbezug der ArbeitSlosenunterstützung durch den letzten Beschluß des Nationalratcs fiir einen iveiteren Monat gesichert ist, können cs die Sozialdemokraten riskieren, die von der Regierung ausgearbeitels Novelle zrtm Arbeitslosenversichcrungsgesctz zu o b st r u i e r e n. Gestern wurde auch in der Sitzung des Ausschusses für soziale Verivaltung, der in der Spezialdebatte über die Novelle beim Artikel 1 der Regierungsvorlage hält, von zwei sozialdemokratischen Rednew, M u ch i t s ch und Schlesinger, fast alle zur LZevsttgurig stehende Bcrhandlnngszeit nt 11 Ob st ruk t i o n sr c d e n oit 3 flc füllt, obwohl der Minister für soziale Verwaltung, Dr. Resch, sich bereit erklärte, fiir Arbeitslose, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, und für bestimmte Orte und Gebiete w e i t e r c n Begünstigungen zuzu stimmen. Auch die Erklärung des Abg. S ch m i tz, der die Bereitwilligkeit der Mehrheit aussprach, jeden sachlich begründeten Vorschlag der Opposition sachlich zu prüfen und genaucstens zu erwägen, ob einzelne Artikel in der gegenwärtigen Situation aufrecht bleiben und Gesetzeskraft echalten sollen, war nicht imstande, die Obstrnktionisten zu einer sachlichen Beratung zn gewinnen. Zum Artikel 1 werden voraussichtlich noch die übrigen acht sozialdemokratischen A u s s ch u tz m i t g l i c d e r das Wort ergreift«, so daß seine Beratungen noch mehrere Sitzungen konsunneren werden. Die gesprengte vinigungsversammtmg. Aus der nationalsozialistischen Häuslichkeit. Wie berichtet, hatte für Mittwoch der Dentschsoziale Verein ms Etablissement „Zum Auge Gottes" in der Nnßdorferstraße eine Versammlung einberufeu, in welcher Walter Riehl über „Werdegang und Zukunft des Nationalsozialismus" referieren sollte. In dieser Versammlung, die von etwa tausend Personen besucht war, kamen auch Mitglieder anderer nationalftzialistischer Gruppen, so besonders von der nationalsozialistischen Arbeiterpartei und vom nationalsozialistischen deutschen Arbcitrrverctn. Unter Beifall und Widerspruch, der mehrmals in Tumult ausartcte, sprachen Walter Riehl und Suchenwirth. Nach der Rede Suchenwirths kam es zu lauten Kundgebungen. Da sich die folgenden Redner nicht verständlich machen konnten, wurde die Versammlung vorzeitig geschlossen. Dabei kam es im Saale zu Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen, weshalb Wache einschritt und das Lokal räumt". Ser. polnische Gesandte nach Vorschau abserrist. Wie die Politische Korrespondenz erfährt, ist der polnische Gesandte in Wien, Herr Wierusz Kowalski, in diplomatischer Angelegenheit nach Warschau aögereist. Während seiner Abwesenheit ist.Legationsrat Graf Römer mit der Leitung der Gesandtschaft betraut. Eine Abordmmg der Wiener SrchnrSI« beim türkischen Gesandten. Wie man uns mitteilt, erschien ani 26. Juni bei dem türkischen Gesandten in Wien, Ham di B.c i, eine Abordnung der Wiener türkisch-israelitischen Gemeinde unter Führung des Präsidenten S u s s i n. Der Rabbiner der Gemeinde, Herr Ovadia, übermittelte dem Gesandten die Glückwünsche der Gemeinde anläßlich der Errettung des Präsidenten der türkischen Republik, Vt u st a p h a K e m a l P a s ch a. . Am 28. Juni erschien der Gesandte H a m d i B c i in Begleitung des Konsuls Marco in >der Synagoge der türkischjüdischen Gemeinde und wohnte dem Gottesdienst bei, in> dessen Verlaus ein Tankgebet für die Errettung des Präsidenten gesprochen wurde. Der Gesandte begrüßte in der herzlichsten Weise die Mitglieder der-» Gemeinde und dankte ihnen für ihre Loyalität. Unglaublich Hingt’« und hoch überzeugen sich täglich viele Hunderte von der Tatsache, daß das Warenhaus B r ü d e r S ch i f f in ci » n tu der Taborstraße 48 trotz der unerhört billigen Preise nur beste Qualitätswaren führt. Nachstehend einige Preisbetiviele: Rohseide, glatt und gemustert, vro Meter S. 8.80. Crepe de Chine, in allen erdenklichen Farben, S. 6.50, Faille de claire, dgs Lehtnwdernste für Kleiber und Mäntel, S. 6.50, Seidenfoulcuds für Kleider S. 7.50, farbige Robetde tu allen Farben S. 7.50, Wasclikrepp S. —.75, Walchvoile S. 1.—. Marocains S. 1.25. Crepe umrocain S. 1.50, Bolletaiuiue S. 1.50. Evonge S. 1.90, Scha'wallrips in allen Farben (auch in Weiß) S. (‘>.50 Wollrips für Mäntel und Kostüme S 7.90, Seideucloty, 140 bre't, in allen Farben S. 3 50. — - Damenwäsche: Garnituren, Hemd und Ho e S. 9.90, Gard uituv, Hcmdajonr gestickt S. 7.50, Dament emdeu S. 3.80, 3.50 uno 1 68, Seideujumver S. 7.50, 5.90. — Leinenwa r e n (pr, Meter) r 1» Webe S- 1.10 und —.85, Ia Chifso» S. 1.20. - ,95 --.88. Ferner: Herreustoffe, Wäsche. Modeartikel, Sirick- und Wirkwaren upv. rn ungemein reicher Auswahl zu unerreicht btlltgen Preisen. _ W i e n, 2. Juli. * Mäzene in her Kuppelhalle. Da der verarmte österreichische Staat denk Natiirhijtorischen Museum in Wien nicht die erforderliche Dotation geben kann, hat sich vor einiger Zeit ein Verein der Freunde des Natnrhistorischen Museums gegründet, der dem Museum fördernd zur Seite stehen will. Er hebt u. a. einen Mindestbeitrag von zwei Schilling pro Jahr von seinen Mitgliedern ein, wofür die Mnseumsverwaltttttg ihnen sechsmal jährlich freien Eintritt in die Samnllungen gewährleistet. Abg. Lcuthner .spricht nun in einer im Nationalrat jüngst eingebrachten Altfrage . die Bejürchtsng m, daß dtefeS BeWel Nachahmung finde« Mmrte. ES bestehe gar kein Zweifel, daß ein Verein von Freunden der Staatsoper gewaltigen Zulauf hätte, wenn ftine Mitglieder freie« E4ntrft44 ft« dfte Oper bekämen. Die Interpellation verulkt dann weiters die Mnseumsfreunde, die imlängst in der großen Kuppelhalle des Natnrhistorischen Museums einen Empfang mit Jause und Konzert veranstalteten. Der Schlager der Veranstaltung war die Vorführung fremder Volkstrachten. Die Vereinsleitung wußte nämlich einige Männer und Frauen dazu zu bewegen, sich in Kostümen meist exotischer Völkerschaften den Versammelten zu zeigen. Die Kostüme waren den Glaskästen der ^chausammlung entnommen. Die von Jause, Musik und Foxtrott animierten Freunde des Naturhistorischen Museums begnügten sich auch nicht damit, ihre anstrengende Mäzenatentätigkcit in der geräumigen Kuppelhalle des Museums zu üben. Sie erstreckte sich auch in die Säle, in denen die Schauobjekte stehen. Zum Abschluß der Betrachtung dieses Festes erwähnt die Interpellation, daß wie üblicher Weise bei Veranstaltungen solcher Art natürlich die Spesen die Einnahmen fast verschlingen, so daß für den vorgeschützten Zweck kaum etwas übrig bleiben wird. * Ter Geist des Regens. Mit dem düsteren Wetter kam wie immer die düstere Stimnmng. Nicht nur diejenigen, denen der Urlaub gestört wurde, gehen mit hängenden Nasen herum und quälen sich und andere mit sinnlosen Bortvürfen und Pedanterien, auch alle von Urlaubsaussichten gar nicht beschwerten Zeitgenossen brummen . . . Die Unzufriedenheit geht um . . . Mit den Wolken verdüstert sich der Weltanschauungshorizont, der Pessimismus wächst, aber nicht der große, tief im Lobensbewußtscin verankerte, sondern der kleinliche, alttantenhafte. In der Elektrischen drängen sich die Leute zwecklos mehr als je, die Worte sind spitz, kampflustig, bald entsteht ein Streit. Die Galten kommen verärgert nach Hause und die „schöneren" Ehehälften empfinden, doppelt schwer die Hausfrauenpflichten: beinr Einkäufen ist der Schirm gebrochen und der Mantel ist ganz hin. Für den neuen ist das Geld nicht immer da . . . Unbewußt schleicht die Mißstimmung in und unter den Menschen umher. Sic lauert in den nassen Baumkronen und befällt die Leute wie eine Influenza. Ein peinlicher Katarrh des Geistes. Leider gibt es nicht immer hiefür ein Taschentuch. * Das Wetter. Das Regenwetter hat auch gestern ungemindert angehalten. Die Hochwassergefahr ist wieder sehr bo-, drohlich geworden. Die Voraussage läßt keine VerändE-» ru n g des herrschenden rednerischen, kühlen Wetters erwarten. * Der Badener Säuglingstod. Im hygienischen Institut hielt gestern Pros. Dr. Graßberger, der bekanntlich als Gerichtssachverständiger im Falle des Dozenten Dr. B n s s o n sein; Gutachten dahin abgegeben hatte, daß der Tod der sechs Säuglinge im Badener Kinderheim die Folge der Verwendung eines reinen, Toxin statt eines Toxin-Antitoxingeyrisches gewesen sei, einen. Vertrag. Prof. Graßberger hält an den Schlußfolgerungen seines" Gutachtens fest. Heute wird Dr. Busson in der Gesellschaft der' Aerzte sich Fiber die Angriffe Graßbergers äußern. 1 * Verhaftete Taschendiebe. Am 7. Juni, nachts, wurde dem Leiter der Garnisenssleischhauerei, Gottfried Ebert, in einem Auto, das er mit zlvei unbekannten Männern benützte, die goldene Uhr gestohlen. Die Burschen wurden nunmehr in der Person des Hilfsarbeiters Josef N iemetz und seines Komplicen Franz Schubert verhaftet. Beide sind vorbestraft und wurden gestern dem Landesgericht eingeliefert. * Unfall im Betriebe. In'der Schokoladefaibrik Küsserle in der Eichenstraße 60 ist gestern die Hilfsarbeiter in Pauline 5r o st e c z k y bei der Arbeit in die Tenrperiermaschme geraten underlitt Abtrennungen zlveier Endglieder der Hand. Die Rettungsgesellschaft brachte sie in das Sprtal. * Um 1815 Arbeitslose weniger. In der zweiten Hälfte des Monateß Juni ist die Zahl der unterstützten Arbeitslosen um 1815 auf 75.484 zurückgegangen. Der Stand ist um 12.328 höher als Ende Juni des Vorjahres, jedoch ist durch den Rückgang in der zweiten Junihälte die Steigerung unr 1023 in der ersten Hälfte lfts Monats kompensiert. In dieser Ziffer nicht eingeschlossen ist die Zahl der im Bezüge der außerordentlichen Beihilfe Stehenden, welche um 177 auf 7357 gestiegen ist. * Warnung vor unbefugten Sammlern. Der Landesverband Wien der Kriegsinvaliden, 7. Bez., Äerchenselderstraße 1, warnt vor Schwindlern, die vorgeben, für Invalide zu sammeln. Der Bund der Kriegsopfer Oesterreichs, 5. Bez., Schönbrunnerstraße 106, versucht durch Bettelbriefe für die unschuldigen Opfer oes Weltkrieges Verschleißmarken zu einem Schilling zu vertreiben, legt Erlagscheine des Wiener Bankvereins bei mit km Ersuchen, für die Verbände der Kriegsinvaliden zu spenden. Die Oesfentlichkeit wird aufgeklärt, daß ein derartiger Bund nicht besteht. * Eine neue Visastelle bei den tschechoslowakischen Kriegsinvaliden in Wien. Der Verband der tschechoslowakischen Kriegstnvaliden in Oesterreich erhielt vom tschechoslowakischen Ministerium für Aeußeres in Prag die Bewilligung zur Besorgung von Sichtvermerken für ausländische und österreichische Pässe. Die Sammelstelle amtiert voll halb 8 bis 1 Uhr und voll 2 bis 7 Uhr nachmittags, an Samstageil voll halb 8 ins 2 Uhr nachillittags in Wien, 4. Bez., Floragasse 7, nächst dem Johairn-Strauß-Tl-eater. Tel. 53-0-87. * Ein historisches VläserkoNzert im Schönbrttnner Schloß- Hof. Samstag den 3. Juli finbet in der Zeit von 5 bis halb 7 Uhr abends im Schöllbrunncx Schlvßhvs ein Konzert des Trompeterkorps der Bundestheater llnter Mltwirkuna des Solotrompeters der Staatsoper Franz Den gl er statt, bei dem ausschließlich Tonwerke aus bent 15. bis 17. Jahrhundert zur Aussührimg kommen. Es werden alte Festirnd Reiterfanfaren, die m der Art seit dem Makart-Festzllg m Wien nicht gebracht wilrden, ausgeführt. Die Bläser ziehen in historischer Tracht im Schloßhof ein und nehmen ani Balkon Anfstellung. Eintrittspreis 30 Groschen. * Der Gehalt des VAkerbundkommissärs. Smith. Alls Budapest wird gemeldet: Der Generalkonunissär des Völkerbundes Smitu hat während seiner Budapester Tätigkeit deil seitens des Vötkerblllldrate« für ihn sestgesetzten Gehalt nicht behobelt und war auch nicht gcrieigt, die ihül seiteils der ungarischen Regieruilg anläßlich der Beendigung seines Aultcs neuerlich angebotelie Summe anzunehmen. Generalkomnlissür Smith hat vielmehr dom Wunsche Ausdruck gegeben, die garrze Summe zur Hebung des Blldgetüberschusses des Landes zrl verwenden. Die Regierung hat beschlossen, l>l Würdigung der Selbstlosigkeit» des Gelleralkommissärs ans der erwähnt.'il Smilnre an oer techllischen Hochschlile eine ntf den Namen des Ceneralkvmmlssävs lauteube Stiftung zp gründen, aus deren Zinsen jährlich zwei Stnde»»ten dieser Hochschule im Studium dugroßen technischen Errliligeuschaften unterstützt werderr. * Der Budapester Oberrabbiner operiert. Wie aus Budapest berichtet wird, ist vor einigell Tagest Oberrabbnler H e v e s i all einem schweren Ohrenleiden erkrankt. JK dem äußeren Gehörgang 'hatten sich Geschwülste der Geyörk>löchelch'.'ll gebildet, sie in kurzer Zeit vereiterten und zu Fistelbildnng führten, so daß ltnverzüglich eine Trepanation vorgenomm.'ll werden nliißte. Die Operation wurde vorgestern im Spital der Budapester israelitischen Gemeinde durchgesuhrt. Der Erfolg war ein sehr guter,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.