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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-01 · Heft 2641 (1.7.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2641 (1.7.1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. Ml Me«, Donn'eMckg Wiener Morgenzeltung 1. ftuTi 192(5 VeS^r US der Mischen H® ilSlU£ Sie Fnternattonale der Frkdhofschönder. Man erzähle uns nicht vorn Gesetz der Serie, wenn es sich um planmäßig vorbereitete Lumpereien antisemitischer Vandalen handelt. Da wird das Gesetz der Serie nicht durch gleichuüißigc Zufälle, sondern durch irgend eine mehr oder minder geheime Zentrale einer über die ganze Welt verbreiteten internationalen Antisemitenbande diktiert. Jnnner klarer aber tritt es zutage, daß diese Zentrale bei den Völkischen im Deutschen Reich ihren Sitz hat und in hohem Maße mit amerikanischen Dollars geheizt wird. Als in Deutschland die Acre der „Weisen von Zwu" ausbrach, trieben fast zur selben Zeit diese falschen „Weisen" auch in Amerika und Kanada und bald darauf auch in Aegypten und Palästina ihr Unwesen. In der letzten Zeit hat der deutschvöllischeHnliganismus eine Internationale der Fricdhofschändcr etabliert. Sie begannen in Deutschland zu Hausen und bald daraus folgten die Huligans anderer Länder der von den Trägern der neueren deutschvölkischen Kultur ausgegebenen Parole; Iu d e n gra b e r in Polen, Litauen, Ungarn lind anderen Ländern wurden im Zeichen dieses neuesten KrenzzugeS geschändet, jüdische Grabsteine zertrümmert und jiidische Leichenhallen demoliert. „Vom Belt bis zur Donau . . nein, updj weiter, vom Belt bis zu den Niagarafällen tobt sich jetzt die Internationale der Fricdhofschänder in ekelerregender Weise aus. Bor uns liegt das in Toronto (Kanada) erscheinende Tagblatl „The Tailh Hebrew Journal" vom 10. Juni. Da findet sich ms folgende Telegramm aus der Stadt Niagara Falls: „Eine Bande von Huligans schändete in den letzten Tagen wiederholt den auf der Military Road befindlichen Friedhof der Be t h - I s r a c l - G e m e i n d e. Sic schändeten nicht nur Gräber und Grüfte, sondern sprengten auch die Schlösser der auf dem Friedhof befindlichen Zeremonienhalle und Gebäude und richteten arge Verwüstungen an. Die Banditen waren bewaffnet. G«bäudc und Fenster weisen Schußlöcher auf. Der Sheriff der Stadt vcraulaßte eine stärkere Bewachung des Friedhofes, um die Gräber und Grabsteine vor weiteren Schändungen zu bewahren." Die Nummer des Blattes trägt das Datum vom 10. Juni.; Wurden nicht um dieselbe Zeit auch in Memelsburg und anderen > deutschen Städten ähnliche Heldentaten gegen tote Juden und ihre letzte Ruhestätte ausgeführt? eine Wivmung von 3006 Pfund für den Keren Kajemeth. Wie man uns aus Cz er nowitz berichtet, ha: .'in jüdischer ggrundbesitzer namens Markus Inster dem Keren Kdjemcth einen großen Teil seines Vermögens mgewendet, mit rer Bestimmung, aus den Mitteln dieser Stiftung den Baben für eine lanawirts ch a s i l i ch c E l c m e n t a r s ch n l e zur Verfügung zu stellen. Ter Stifter, der im Alter von 70 Jahren steht, will mit seiner Stiftung an dem grandivscn Werk der Umschichtung der Juden im) Erziehung für die Landwirtschaft mithttsen. Nach seinem Plane sollen Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren als Zöglinge in Ke Schule ausgenommen und zu wirkliche» Bauern erzogen werden. Als erste Rate hat Herr Inster iin Wege der Bulowiuaer Sainmelstellc des Keren Kajemeih 1 00 0 Pfund bereits überwiesen und einen Teil seines B.sitz.'s verkaiift. Tic Rrstkanspreise ini Betrag von zirka 2000 Pfund werden m een nächsten Monaten der Zentrale nach Jerusalem überwiesen werden können. Es ist zu wünschen, daß dieses schöne Beispiel Nachahmung finde' Botschafter Elius für die zionistische Ausbmo'«rheit. Ans New- Bork wirs uns berichtet: Hon. Abrahcim I. E l k n s, ehemaliger Botschafter der Bereinigten Staaten in der Türkei, üb.'rsandte dem Präsidenten der Bereinigten zionistischen Sammelaktion, Dr. Stephan Wise, einen Beirag von 250 Dollar als seinen ZionÄb'ciirag für das Jahr 1020. Zwei Juden in den rumänischen Baccolgureatskömmissionen. Wie man uns ans Czernowitz berichtet, hat die rumänische Regierung in die Prüf u n gsk omni iss i onen für das Banalen', eat lMittclschuImalnra) nunmehr auch zwo Juden, und zwar Pw'Zjoren Dr. H e rhst und Dr. Sternberg in Czernowitz ernannt. Mi: dieser Ernennung bat die Remernng ihre der jüdischen Minorität vor den Wahlen gemachte Zusage erfüllt. Der Eid morc judaico. Aus Bukarest wird berichte!: Bekanntlich standen früher in Rumänien gesetzliche Vorschüßen iu Geltung, die besondere Modalitäten bei der Beeidigung von Inden anoröneten. So mußte einer solchen Beeidigung ein Rabbiner assistieren und die ganze Zeremonie mußte in besonders feierlicher Form vorgenonnnen werden. Dies bedeutete eine Herabwürdigung der Juden, für die es nicht genügte, sie in einfacher Form wie die Richljuden >, beeiden. Seither sind diele Gesctzesstellen aufgehoben worden, aber eS ereignete sich trotzdem hin »ad wieder, daß antisemitische Advokaten und Parteien die E'desrvleaung morc jnda'co verlangten und die Richter in llnkennmis der Gesetzesbeslimmungen diesem Verlangen stattgaben. Nun ist vom Koßmionshaf, der obersten oumäntzcheu Gerichtsbehörde, eine Entscheidung herabaelangt, die unzweideutig fcststellt, daß lein Gesetz die 'Ablegung des Eides morc juDaico Vorsicht. ein großes Gehe imlager der verschiedensten, schweren Wfte, darunter verschiedene K v k a i n g a t tu n ge n, beschlagnahmt wurde. Zur Entdeckung hatte die Aussage des wegen Kokuinhandelü verhafteten und inzwischen bereits' verurteilten Vertreters Siegmnnd Groß geführt, der Mikschik als seine ständige Bezugsquelle bezeichnet Halle. Bei dem am 25. Juni in dem Gesch'äst des Mikschik vorifeuominenen gerichtlicheu Lokalaugeuschciit tvurde außerdem eine cm hohen Grade seuer- und explosionsgefährliche Bctriebssührung des Geschäftes konstatiert, weswegen gleichfalls die "Anklage erhoben wurde. Auch seine Frau Hedwig Mikschik tvurde wegen Mitschuld angeklagt. Zur Verhandlung wurde Mikschik ans der Hast vorgesührt. Ans dem Gerichtstisco tvar ein ganzer Berg aus den im Lokale des Angeklagten beschlas iiahmte» G i f t e n önsgebaut, von denen schon Ileine Quantitäten genügen, um den Tod von Menschen herbeizuführen. Mikschik, der wegen Verbrechens des Betruges und tvegen Kolainhandel bereits vorbestraft ist, stellte jede Schuld iu Abrede. Er behauptet, seit seiner im Juni vorigen Jahres erfolgten Be strasung sich mit Kokainhaudcl befaßt zu haben. Sämtliche bei ihm Vorgefundenen Gifte will er von einem ehemaligen Magister oft Pfand für ein ihm gewährtes Darlehen von 50 Millionen Kronen bekommen haben. Hedwig Mikschik, die stark schwerhörig ist, stellte gleichfalls jede Schuld in Abrede. Sie habe sich um die Geschäft ihres Mannes nicht gekümmert. Ihren Mann bezeichnet sie al geistig nicht normal. Er hat einen geradezu tramhasiei Trieb, allen erdenklichen Kram, mit dem mau nichts jmfcutcu'i fauu, zusammenznkauseu. Hierauf wurde der Agent Siegmnr' Groß einvernommen. Er gab an, daß er Monate lang vm Mikschik Kokain bezogen Hai. Diese Quantitäten, die Groß in Mengen von zehn Dekagramm ein- bis zweimal in der Woche G zog, lieferte Mikschik insgesamt zu einem Preise von SO bis lin Millionen Kronen. — Staatsanwalt: War Frau ".Mikschik dabei — Zeuge: Sic tvar wohl hie und da dabei, da sie aber sehr schied', hört, kann ich nicht sage», ob sie wußte, um was es sich handelte. — Staatsanwalt: Haben Sie bei ihm jemals Beronal gekauft? — Zeuge: Nein, aber während der Zeit hat er mir Beronal, Mor phinm und Qpium angeboten. Ich hatte aber dafür kein Inte: ehe. — Hierauf tvurde Hvfrat W e i ß vom Gesundheitsamt welcher beim gerichtlichen Loknlangenscheiu zugegen war, als Sac! verständiger vernommen. Er gab an, daß allein an Veroin ' 270 Gramm bei Mikschik Vvrgefundcu wurden, toovon schon füi ' Gramm einen Menschen töten können. Das Quantum hätte zur- Vergiften von sechzig Menschen ausgcrcicht. — Richter, Tr. A r l t, verurteilte Johann Mikschik wegen unbe fugten Gifthandels und feucrgcsährlichcr Velricbsfübrung;n drei Monaten strengen Arrests, verschärft durch eiue: Fasttag und hartes Lager wöchentlich, Hedwig Mi lisch il wnr frcigcsproch eu. , Bühne, „Worüber die Alien lochten." Lust sp iel chea^r. vlüechand Hochachtung vor den Schauspielern des Lustspieltheotcrs, welche diesen historischen Abend hcrausbrachten. Drei Einakter des längst vergessenen Anton Langer, eines Wiener Journalisten mi: Charakter und Bolksstückeschreibers nichi ohne Talent. („Salon Pitzelberaer" ist von ihm und der Roman „Der letzte Fiaker." Und er war ein Freigeist.) Daß diese TheatcriBst aus der Milte des vorigen Jahrhunderts für den Geschmack von heute zu primitiv ist, hat die Jarnw Bühne selbst crkann: und den Possen und Genrebildchen üas cnlschul-diaende "Motto vorangesetzi: „Worüber die Alten lachten". Aber auch das Praterpnblitmn der Gegenwart lach,. Es häl: sich an den Altwiencr Humor, der immer wieder aufblitzt und die veraltete Mache der Stücke aufwiegl. Der erste Einakter „Ein Wort an den Minister" ist I aus eine gar nichi üble Pointe gestellt. Man erfährt, wie die Inden ' Oesterreichs zum Toleranopatent kamen. Fürst Kaunitz, kein Jndensrennd, gewähri Salomo» Oppenheimer eine Wdienz. die des allmächtigen 'Ministers Sticjeipntzer vermittelte. Bedingung: Der Fürsprecher der Juden darf nur ein einziges Wort vorbingeu. Kaunitz weidet sich an Oppenheimers Aufregung, bedeutet ihm, daß es im Krön rat ans so. in Votum ankomme und daß er fest entschlossen sei, gegen das Toleranzpatent zu sprechen. „Nun sage er, Oppenheimer, um eine m Wort, was zu tun ist, um das Unheil von den Juden abznweuden." — „Schweigen", stammelt Oppenheimer. „Bravo!" erwidert Kaunitz, höchst amüsiert. „Er hat sich als israelitischer Diplomat bewähre." Kaunitz schwieg und ja kriegte» die Wiener Juden das Toleranzpaten!. — Viktor F r a nspielt den Oppenheimer mit starker innerer Anteilnahme. Hier und in den folgenden Schwänken „Eine v e r s o l g <i c Uni cf) u l d" (mit mqnchen an Reslrov gemahnenden Dialogstellen). „Der Gcvgtter flog der Straße" (ein Kaiser-Jasef-Stück mit der zart verwobenen Parvse „Los von Ront") sowie in der allen Posse „Der Mord in der Kohlmessergassc" von Alexander Bergen waren alle Milwirkenden vortrefiiich, der urwüchsige Paul Mahr aber und die wienerischkecmge Boldi Rnsitzka kparen ganz hervorragend. O. A. .stiniDrn nach London gstlüchtet ist, aus die Straßen Beim Verlassen des Hauses überfährt den Alten ein 'Auen. Vor dem Tode verzeiht er Km rcheu Schwiegersohn. ävä'hrend die Tochter nur von Haß- und Rachegesichleu gcaeniilver dem Gatten erfüllt ist. Dazwischen eine Reche komischer und lyrischer Episoden. Für jüdische Milieumaierei hwe.tz diese Künstler zweifelsah,ic Talent. Herr W i»t l e r als alter Vater bewies bemerkengweuc "Venvan-dlungssäbigkeii und stimmliche Begabung, kcstlsck, Herr Streu a als. nach London verschlagener Bocher aus Rußland Die ganze Skala ihres lachend'» Zornes ließ Frau Dreiblatt als komische 2l!:c ipielen, in der Ucbcrtrumpsnng des Ermessen von Heirn Rosncr wobl ieiundiert. l. rb. Df: Pühne der Jrn'grn. ihre diessäh-ri.t'e Tätigke.! am 1. Bez.. Riuiwrgasse kl. besä Juli, ln ft S Ihr aoends. m'i Uraufführung von Lien Fcuch.wangers Schauspiel d i s ck, c K a u f m a n n". v l i mtzs um ein Wiener Finanz Flisiv.'isvcrhandlungen brr Zentralbank der deutschen TparWeu mit der deutschen Girozentrale unter staatlicher Beteiligung. Die Zcnlra'birnk deutscher ^Sparkassen ist in den letzten Tagen zum Gegenstand heftiger Angriffe von seiten der sozialdemokratischen Parte: geworden. Dies konnte gestern aus 'Aenßerunaeu, welche iu der Hitze des Kampfes um die Arbeitslosenoersichcrnng im Raliolialrat von sozialdemokratischen Führern gemacht 'witteu waren, entnommen werden. Andererjcits bat gestern auch ein der sozialdemokratischen Partei nahestehendes Organ längere Ltussührungen über Säpvlerlgkciten der Zentralbank derrlscher Sparkassen gebracht, die ihren ÄuSgangssunkt ebenfalls in der sozialistischen Partei haben dursten. Die Ursache dieses Kampfes ist folgende: Die Zentralbank deutscher Sparkassen sieht seit längerer Z.eit in Berbaudlunaen mit der Berliner Girozentrale, welche ein Zeiuralorgan der ,deutschen Sparkassen ist. In Pem Bestreben, den Zgiisammenhang zwischen den österreichischen und deutschen Wir't'chastsorganisa'.ioncn enger zu gestalten, wurden, auch bau ossiziöser Stelle diese Verhandlungen gefördert. Durch die Bereinigung dieser deuisclM Girozentrale würden der Zentralbank deutscher Sparkassen größere Mittel .zufließen, die ihr die Möglichkeit geben würden, nicht nur das lanfende Geschäft zu besorgen, sondern auch ziemlich aktiv in Oesterreich aufzuiretcn. 'An der neuen Verbindung ist auch eine staatliche Bcteilignng, ähnlich wie dies in Denischland der Fall ist, geplant. Den der soziaidemolratiftben Partei nahestehenden Finanzinstitziien wäre ein solches Gebilde nicht sehr willkommen, zumal es sich als eine starke Konlurrtnz für diese Sparkassen erweisen wmrde. Es wird mm der Umstand, daß die Zenkralsparkasse in der steirischen Industrie stärker engagiert ist und ihre Mittel angespannt hat, weil sie auf Wunsch der Regierung eine ganze Anzahl kleinerer Institute ausgenommen hat, dazu benützt, um gegen sie eine stärkere Agitation einzuleiten. Gestern abends fand im Nationalrak eine Konferenz Jer UnterAütznnksdeltrag drr Aschtshr«MrAü?n. 8iye Kiage wegen fünfzehn Groschen gegen den Pnudesschqtz. Gestern fand vor dem Bezirksgericht Innere Stadt vor dem Hofral Dr. Nedelkovitz die Peryaud-tung über die Klage statt, welche der Verein der Rechlsprarrikanten gegen den österreichischen Bnndcsschatz aus Zahlung vorr 15 Groschen samt Rebeuge bühren angestrengt hat. Der Klage lieg! folgender Sachverhalt zugrunde: Bekanntlich wrrrde durch den LRinisterratsbeschlnß vom 12. März dieses Jahres für die Rechtsprakrikauteu riutcr gewissen Borgussetzuugeu ein „U u t e rst ü tz u n g s h e i t r a g" eingeführt. Zunr ersten Üllale sollte dieser Betrag am 31. März ansbezahlt > von Vertretern des Finanzntt'.ttslcrnrms und der Zeutraidank An» den Theatern. Morgen, Nbr abends. Morgen, V,8 Uhr abends. m D e x Burgth e a t e r. Weißen N ö ß l". Cd e tut l) e a t n. s C o r r e g i d o r". : Raimund-Theater. Ab heute beginnen die Vori ßtellungen des Schwankes mit Gesang .D i e A b e n t e n e r des 'Herrn M e i e r m a x" um 8 Uhr. I Jona Reißmann, der hervorragende siidischc Eharacktcrkomrker, ist nach längerer Kra,tcheft genesen und tritt heute, Donnersrag, wiever iu der I ü d i s ch e n B ü h n e (Taüorstraße) auf. ' , „Raches fyn Kmher", ein greiqkfiars Lebensbild im Jüdi- : sch c u Ä ü u st l er k ab a r e: t. Beinhaltet einvu Geueratigneu- : konflikt primitivste- Art. Er rcin-t-t und wirst gelegentsich schucn gtteu Schwiegervater, der vor den Pogromen aus Rußland zu seinen werden. Nun wurde dieser in der Mehrzahl der Fälle überhaupt nicht oder nur zum Teile an diesem Tage ausbczahli, sondern meist ein LRaual später. Um de» Standpunkt der Rechtspraktikantcn zu präzisieren, daß es sich hier um eine klagbare Entlohnnug und nicht um eine bloße Gpadeugabe handle, hak sich der Rechtspraktikgutcuvereiu de» Anspruch eines Rechtspraktikanten auf "Verzugszinsen zedieren lassen und hau diesen Betrag ciugeklagt. Der Prozeß wird als präjudiziell für das Dienstverhältnis aller Rechtspraktikanten angesehen. Der "Verein war bei der gestrigen Verhandlung durch seinen Obmann, Doktor Gaston Kraus, vertreten, welcher gegenüber de» Einwendungen des Bertresers der Finanzprokuratur, daß der Rechtsweg in diesen: Falle ausgeschlossen sei, ausführte, daß die Zulässigkeit des Rechtsweges nach dem Hofdekret vom Jahre 18-18 bloß jenen Forderungen aberkannt würde, welche den Staatsdieneru ans dem stgatsdienstlichen Verhältnis erwachsen. Der "Verein der Rechtspraktifaiftkn stehe aber nicht ist einem solchen staallichen Dienstverhältnis. Der Vertreter der Finanzprokuratur wendete ferner ein, daß die verspätete Bezahlung nur wegen der Kompliziertheit der Kassagebarnng erfolgt sei. Der Richter gab der Einwendung der Finanzprokuratur auf Unzulässigkeit des Rechtsweges gegenüber dem Klagebegehren keine Folge und vertagte die Bcrhgpdlung zum Zwecke der Beschaffung der Kassenvorschriften auf unbestimmte Zeit. in Anwesenheil des Bvndeskcmz'ers Dr. R a m c k, der Minister Dr. R i n t c l e n, K o! l m a u n, des No.1ionaldv.nkpräsidenten Dr. Reisch und des steirischen Industriellen Wulle statt. Um halb 10 Uhr waren die Beratungen zu Ende, welche damit endeten, daß die Regiernug Rkaßnachueu znm Schutze der Einleger beschloß. Die Grotzzcntrale des Giftschleichhandels. Bor dem Bezirksgericht Margareten hatte sich gestern der Parfümeriehändler Julius Mikschik Ki verantworten, in dessen Geschöst kürzlich 68 Generalversammlungen wurden gestern abgehalten. Für gestern, dem letzten gesetzlich vorgesehenen Termin jüi die Bilauzveröffeittlichiing, Iva reu nicht weniger als 68 General Versammlungen einbernfeu worden. Unter anderen haben drei Wiener Banken, die Credit- A n fl a l t, M e r k n r b a n k und "Verkehrs b a n k, ihre Generalversammlungen abgehalten. Oesterreichische Credit-Austalt. Gestern nachmittags fand unter dem Vorsitze des Präsidenten Louis Rothschild die 70. ordemtliche Generalvecsamm- Hornsjant, Schwiele» u»d Warzen besnl!,U jchnt!ss," sicher, füinirr?,* M. » » U'kk 8 und ijetr’^iiua LUL cO.e-Z-v. DNINoneusach bewnhrt. Ärztlich ciiipsahlen. Packunq 8 1.25. Dearu Fukschwei^. Brennen und Wundlauscn ÄutirK-Fußbad^Packung L 7-.rzk

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