Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2639 (29.6.1926)
- Date
- 1926-06-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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mm, msm«; Wiener MU»rUe<»Mr«m ' '"^■**fTr**; rt ** Sammftmtionen fltfltn 8w Votemki»Rim Zehn Hakcnkrenzler im Burg-Kino verhaftet Wahrend der gestrigen Abenddvrsnhrirng im Burg-Kino;kam es zu erregten Zwischenfällen. Man gab den ^.Panzerkreuzer Potemkin". Die Vorstellungen waren sämtliche iauSverkauft. Während der letzten Vorführung zeigte sich ^vo» Beginn an eine gewisse Unruhe im Auditorium. Es;uxtten viele junge Burschen erschienen, die alle m i -Stöcken ausgerüstet und offenbar nach einem bestimmten fPlan über den ganzen Zuschouerranm verteilt wareu. Gegen das Erck>e des Films erschollen plötzlich einige Pfiffe und ffemand schrie: „3> t e Inden haben Mc Revolution gemocht!" Im Nu entstand in der Gegend des Rufers eine arge Schlägerei. Die Aufführung wurde abgebrochen und die Beleuchtung in Kraft gesetzt. Ein Teil des Publikums stimmte die Internationale an, während andere das „Gott erhalte" sangen. Dem wüsten Wirbel in der Mitte des Saales machte erst die Polizei ein Ende, die in zienilicher Stärke unter dem Kommando eines höheren Offiziers in der Nähe des Kinos Aufstellung genommen hatte. Es wurden zehn der Stänkerer verHaftet. Die Ruhe war dann baD wiederhergestellt. »er Sank an Slmwmmm. BundeSprästdeut Dr. Harnisch hm gestern dem Generalkommisjär des Völkerbundes Dr. Zimmer nt a n, dessen Ftmktion in Oesterreich mit 30. Juni cidbct, das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Rcp-MA aut Bande verliehen und ihm gleichzeitig ein mit eigenhättdiger Widmung bevschenes Bild überreicht. Im Anschluß hieran fand ein vom Bundespräsiidenten Dr. Hämisch und Gemahlin zu Ehren des schcDeuden GeneralLvmmisiärs gegebenes Frühstück statt. Abends gab BundeÄkauylier Dr. Ramek anläßlich des Sche8>enS des GenevaÄommisiärs om Abendessen. Im Laufe des Abends hielt Dr. Ramek einen Trinkispruch aus den scheLer^en GencraÄmmniffär, den dieser mit Wovten des Danikcs .evwkderte. kimmmatige BerlSngemug der ArbeltslosennnlerftStznng. N» Jdmkttm mit dem ZolltaM? Im Ausschuß für soziale Verwatturvg gab es gestern nach AttehnMyg des sotzialdemoikratischen Antrages auf uübeffrkstele Derlangevurrg deS geltenden Arbeitslasenversichevungsgesetzes eine sehr ausführliche GeneraDebatte über die von der Regierung vorgefchlagene Novellierung dieses Gesetzes. Der Berichterstatter Sleiuegger »ab zu, daß die Beratung der Reyi-erungsomilege einig« Zett erfordern werde und beantragte daher die bn s h e r i g e ArlbeilSlofanLUte'rf'tützung bis 31. Juli d. I. zu erstrecken. Die Sozialdemokraten ließen an der RsgiemngÄrovlagc Lem grweS Ha« und ließsn durch den Abg. Elderfch erAären, daß sie bereit Ware« über den Zolltarif zu sprechen, aber außerstande seien, an Maßnahmen zttr Derhessevuwg der Wirtschaft tvÄgunehmen, wenn di« Arbeitslosen einem ungewissen Schicksal preisgogeben werden sollen. Schließlich wurde ein Antrag Bauer auf Verlängerung des ArbeilÄosenverficherunigsgvsetzes bis 31. Dezember abgetehnt und gemäß dem Antrag des Berichterstatters die Erstreckung bis 31. Jmlli be- Zchlossen. Ja« Ergebnis der ArbetterkanMerwahleu. Nach der bisherigen Zusammenstellung der Ergebnisse der Arbeiterkammerwahlen in Wien und N i e d erbst e r r e i ch (es sind noch fünf kleinere Kommissionen in Wien und Niederösterreich ausständig, die da» Gelamiergebnis ebensowenig ändern werden, wie die Wohnsttzwähler), entfallen inderArbetter-- s e k t i o n auf die Freien Gewerkschaften ...... 172.635 Stimmen Christlichen Gewerkschaften. 13.436 m Die deutschen Gewerkschaften...» 2.948 ' „ Kommunisten. 8.160 „ Nach diesem Ergebnis verlieren die Freien Gewerkschaften drei Mandate, die Kommunisten ein Mandat, während die christlichen Gewerkschaften, die einen Stimmenzuwachs von über 6000 Stimmen aufzuweileu haben, dreiMandate und der deutsche GewerkfchaftSbund einMandatgewinnen. In der Angestelltensektion wurde folgendes, Ergebnis erzielt: Freie Gewerkschaften. 45.881 Stimmen Christliche Gewerkschaften ..... 8.567 „ Deutscher Gewerkschaftsbund .... 9.518 „ Neutrale Gewerkschaften. 1.024 , Kommunisten.. . . . 319 „ Die vrutschnationalen Gewerkschaften g e W i n n e-n 0« n & a t auf Kosten der freien Gewerkschaften.! Ae »nda-efter Polizei «acht sich schon wieder wichtig. Budapest, 28. Juni. Me ,Mgge!" meldet, hat die Bnda pester Polizei sestgesteüt, daß der auf Grund eines Steckbriefes der Wiener Polizei hier verhaftete Bela Klemens Mitglied einer anarchistisch-kommunistischen Gesellschaft war. Zu dieser Gesellschaft gehörte auch der aus Budapest geflüchtete Ibrahim Köder, der seinerzeit ein Attentat gegen den damaligen Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses, Stephan Rakovszky, verübt hat. Die Ber Haftung des Klemens in Budapest erfolgte wegen seiner i n Wien veri'ibten Unterschlagungen. Doch glaubt die iMizei, daß Klemens auch hier eine kommunistische Propaganda einleiten wollte, zttmal unter seinen Gfckten das Ausgaberezepisse eines an Bela Kun in MoÄau gerichteten Schreibens gefunden tvorden ist. _ Sie Geister. Me et tief... Prozeß gegen einen GelegenheitLhhpnotiseur. Budapest, 28. Juni. Vor einem Senat des Budapester Strafgerichtshofes hatte sich heute ein Mann namens Eugen Nagy wegen Vergehens gegen die körperliche Sicherheit unter nicht gewöhnlichen Umständen zu verantworten. Eugen Nagy ist Angestellter einer Schaubude im Vergnügungspark im Stadt Wäldchen. In dieser Schaubude Pflegte sich ein Telepath zu prodttzieren. Eines Tages erkrankte der Telepath und Eugen Nagy, der bis dahin nie in seinem Leben etwas mit Telepathie oder Hypnose zu tun hatte, mußte für ihn einspringen. Nagy gelang es zu seinem Unglück, einen Eisenbahnavbeiter mit solchem Erfolg in ntagnetischen Schlaf zu versenken, daß er aus der Hypnose nicht mehr zu erwecken war. Er mußte in tiefem Traum zustand in ein Spital eingeliefert werden, wo die Aerzte vier Tage lang zu tun halten, den Ohnmächtigen wieder zum Bewußtsein zu bringen. In der heutigen Verhandlung verantwortete sich der an geklagte Gelegenheitshypnottsour unter großer Heiterkeit des Auditoriums damit, daß er es für selbstverständlich gehalten hatte, daß alle Kunststücke in den Schaubuden des Vergnügungsparkes auf Hokuspokus und Irreführung des Publikums beruhten. Wieso es ihm gelungen war, den Eisenbahner in magnetischen Schlaf zu versenken, sei ihm selbst vollkommen imorklärlich. Der Strassenat schenkte der Verantwortung des Budapester Zauberlehrlings, der die Geister, die er gerufen hatte, nicht mehr bannen konnte, keinen Glauben und verurteilte Eugen Nagy wegen schwerer körperlicher Beschädigung zu zwei Wochen Gefängnis. Wieder eine Autofalle bei St. Sgtzden. Ein Unfall durch Zufall verhütet. Aus Wiener-Neustadt wird uns gemeldet: Vorgestern abends gegen 16 Uhr fuhr der Fabrikant Julius Lindner, Wien, 7. Bez., Argenttniersttaße wohnhaft, in Begleitung des Ingenieurs Bernhard Erber in seinem Personenauto auf der Reichsstraße von Neunkirchen gegen Wiener-Neustadt. Zwei Kilometer südlich von der Station St. Egyden war von unbeännten Tätern quer über die Straße eine Telegraphenlange gelegt. Der Autolenker bemerkte erst im letzten Augenblick das Hindernis, so daß er nicht mehr anhalten konnte und fuhr mit voller Wucht an die Telegrapihenstanye, welche in drei Stücke zerbrach. Glücklicherweise wurden toefoer die Insassen verletzt, noch das Auto beschädigt. Die Telegraphenstange, welche an dieser Stelle vor einigen Tagen gegen eine neue austzewechselt wurihe, war von morschem Holze, und nur dem Umstand ist es zu verdanken, daß kein Uttglück passiert ist. Die Gendarmerie nahm sofort umfassende Streifungen nach den Tätern vor, doch blieben dieselben bis nun ohne Erfolg.' Wien, 29. Juni. * HrytS Trab. HerztS Grickt ist jetzt, wie sich die Gräber mn Sonntag überzeugen konnten, mit einer Tafel ausein Dar Budavefter Schachturnier. Die jugoslawischen Meister nicht zugelasseu. Tie jugoslawischen Schachmeister Prof. Dr. Vidmar, V r k o v: c ö und K o st i e s wurden, da ihre Visa angeblich nicht in Ordnung waren, von den ungarischen Behörden nicht über die Grenze gelassen. Sie richteten hierauf an die Turnierleitung ein Telegramm, worin sie erklären, auf die Teilnahme zu verzichten. Der Stand des Turniers. Am dritten Tag des Internationalen Schachturniers gewann Aares gegen Tarta- :iower. Die Partie T ak ac s—Gr ünfe ld wurde remis. Stand nach dem dritten Spieltag: Takaes 2,5, Dr. Tartakower «und CoÜe je 1,5, Nagy, Rubinstein, Steiner, Rcti. Dates je 1, Wrünfeld 0,5. Re Berhaftnng des Hoteldiebes Sproga. Ein Kompliee der Brüder Rmkenstem? Seinerzeit hat «in kühn angelegter Hoteldiebftcchl in der Inneren Stad: großes Aussehen hervorgerusen. In der Nacht zum 17. November 1934 waren aus dem Zimmer eines StadHotels, das das Ehepaar Harald Sinclair aus New-Tork bewohnte, aus einem versperrten Handkoffer des Nachts durch einen unbekannten Täter zjwei Traveller-Schecks auf 146 0 Dollar, 1000 französische Franken und 32 Millionen österreichische Kronen entwendet worden. Der Dieb hatte, um die Nachforschung zu erschweren, vom Balkon, des Hotels einen Strick aus die Straße -herab-gelasser^ war jedoch, wie sich später herausstellte, durch die Zünmertür geflüchtet. Er harte auch ein Perlenkollier und eine Platinbroche en-wendet. Es wurde ermittelt, daß der Mann om gewisser Charles Sproga war, der als internationaler Hoteldieb bekannt ist. Nunmehr ist aus Stuttgart die Nachricht von seiner dort erfolgten Verhaftung eingetrossen. Gleichzeitig wtttde auch bekannt gegeben, daß Sproga auch unter dem falschen Namen Moische Malkus Betrügereien und Diebstähle begangen har. Da nun auch einer der vor nicht langer Zeit weg-ru des aufschen' erregenden Diebstahls am Semmering verhafteten Hoteldiebe, der Brüder Benno und David R u ck e n st e i n, und zwar Benno Ruckenstein, sich wiederholt des Namens MalLus bedient hat, besteht die Wahrscheinlichkeit, das; Sproga m-it den Brüdern Ruckenstem gemeinsam große Hoteldirbstähle verübt hat. Ueberdies wird dem Sproga auch zur Last gelegt, in Baden einm großen Hoteldiebstahl ausgeführt zu haben. 8in Aerztedenkmal in Leutfchlan». Eisenach, 28. Juni. (Wolfs.) Als Ausklang des vierzigstem deutschen Aerztetages fand gestern die Einweihung des von Professor Lederer (Berlin) geschaffenen Aerztedenknmls für die im Weltkrieg gefallenen Aerzte unter riesiger Beteiligung statt. (Prof. Hugo Lederer, ein Jude aus Znaim, ist unter anderem der Schöpfer des Bismarck-Denftnals in Hamburg. — m.) ge tattet, welch« daran gemahnt, man möge das Grabmal nicht beschädigen. AIS Beschädigung" werden die vielen.Inschriften angesehen, welche im Laufe der Jahre mn Grabstein gchanst würden und wer den alten jüdischen Brauch kennt, werß, daß diese meist hebräischen Grüße di« Volksseele geschrieben hat. Wer aus weiter Ferne kam. aus dem Osten Europas oder aus der Dependance des europäischen Mischen Ostens, aus Amerika oder aus anderen Richtungen der Windrose, auS Südafrika etwa oder Australien, Holland oder Argentinien — alle hielten durch das Mittel der hingeschriebenen Worte Zwiesprache mit dem Gerste des teuren Führers. Nun es dem hochzivilisierten Wien verboten ist, nach der Väter Sitte mit dem geliebten Toten Verbindung zu suchen — gar ans diesem Nobelfriedhof mit den überaus kunstvollen, überaus kostbaren Grabdenkmälern, die Herzls schlichte Gruft umringen — haben die vielen Pilger zu Herzls Grabstein, die das ganze Jahr über aus aller Welt zum Döblinger Friedhof kommen, einen Ausweg gesucht und gefunden: SieMreiben ihren Erinneruttgsgruß auf der rauhen rückwärtigen Fläche des Grabmonuments, die kein Hüter der Ordnung vrsitiert. Und als diese rückwärtige Fläche über und über mit Inschriften versehen war, mußten sich die Grabbesucher mit der Bretterwand des Fviedhofs begnügen, indem sie je,ren Teil der Friedhofsumzäunung, die sich hinter Herzls Grabstatt befindet, zu seinem heiligen Grab hinzurechnen. Man vertrieb sie vom Grabstein: sie kapttvterten vre Fviedhofswaud — sie erweiterten Herzls Gruft. Verschandelung der Grabstatt? Als wenn der ttaive Ausdruck der Bolksliobe ein Grab verschandeln könnte! Das Leben, welches sein Ruf in aller Herren Lärrder, wo Juden wohnen, erzellgte — an dieser Rückwand des Marmorstelnes und an dieser wettevgebrä unten hölzernen Friedhofswand läßt es sich ablesen. Das Wetter. Gestern herrschte den ganzen Tag über heiteres, warmes Sommertvetter. Die Voraussage lautet: Wechselnd tvolkig, ohne wesentliche sriederschläge, starke Temperaturzunahrue. * Heute normaler Werktag. Heute gelten für Handels- und Gewerbebetriebe die gesetzlichen Arbeits- und Verkaufsstunden für Werktage. Auch bezüglich der Verwendurrg der Diensttrehmer besteht keine gesetzliche Beschränkung. * Die Erhöhung d«S Semmelpreises. Amtlich wird nnweteilt: Für die Tauer des gegenwärtigen Hochstandes der Mehlpreise muß vorübergehend auch eine Preiserhöhung der Semmeln zugelassen werden. Auf Gvund eines eingehotten Sachver- 'tändigengutachtenL hat jedoch das Bundeskanzlerarnt zum Schutz )er Konsumenten verfügt, daß eine Preiserhöhung nur dann nicht beanständet werden soll, wenn gleichzeitig mit der Erhöhung des Stückpreises auf 7 Groschen das A n s b a ck g"e w i ch t (ofenwarm) über das Normalgewicht auf mi ndestens 4,25 Dekagramm erhöht wird. * Fronttampfer verprügeln Kinder.. Die sozialdemokratische Schul- und Erzreymrgsvereinigung veranstaltete Sonntag vormittags im KonzerthaüS eine ^Jngendtveihe, nach deren BeeMgung sich ein Zug von etwa hundert Zkindern und hinter ihnen ein Zug Erwachsener zum Schwarzenbergplatz bewegte. Bor der Karlskirche hielten die Frontkämpfer eine Felvmesse ab. Zwischen Zuschauern und den Begleitpersonen der Kinder kam es zu einer Schlägerei, in die auch die Frontkämpfer einariffen. Polizei mußte den Szenen ein Ende bereiten. Einige Kinder sind arg verprügelt worden. * Berhaftung deS Hochstaplers Tschernikoff. Im Jahre 1924 haben zahlreiche Wiener Geschäftsleute gegen den angeblichen Ingenieur Wladimir Tschernikoff, der zuletzt in der Oclweingasse 9 gewohnt hat, wegen Veruntreuung und Betruges mit erner in viele Tausende von Schilling gehenden Schadenssumme Anzeigen erstattet. Im Dezember 1925 st Tschernikoff, als er dem Gericht übergeben werden sollte, gelüchtet und seither spurlos verschwunden. Gestern ist nun aus Paris ein Telegramm eingetroffen, wonach Tschernikoff in Paris estgenommen wurde. Das Äuslieferungsverfahron wurde eingeleitet. * Nnter dem Verdachte der betrügerischen Krida. Der Inhaber der Kattundruckerei R. Margossian, Floßgasse 8, Danilo Asriel aus Belgrad, wurde gestern unter dem Verdachte des Verbrechens der betrügerischen Krida dem Landesgericht eingeliefert. Seine liebevschuldung beträgt mehr als 40.000 Schilling. * Widerrechtlich «ms dem Steinhof interniert? Der langte Direktor einer Mtiengesellschaft für Maschinenbau in _ring, August Valbert, rst am 26. Februar aus einem Gaschans in der Nähe seiner Villa von zwei Privatdetektivs wegen angeblicher Geisteskrankheit auf den Steinyof gebracht worden. Von dort wurde er in eine Schwerer Heilanstalt überführt, wo er sich derzeit befindet. Die Jntermernng des Direktors auf dem Steinhof erfolgte über Ersuchen seiner Gatttn wegen TrunkenHeit und Verschwenommssucht. In der Oeffentlichkeit wurde vielfach die Sicht, laut, daß Valbert widerrechmch in der Heilanstalt ftstge- ^en würde, doch scheint dies durch ein Zeugnis der Klinik gner-Jaurcgg widerlegt. * Rückkoppler werden bestraft! Das Ministerium für Handel und Verkehr vevlautbart: Die Klagen der Nundspruchteilnehmer über Störungen durch die sogenannten Rückkoppler haben in der letzten Zeit wieder bedeutend zugenommen. Die Besitzer von Röhrenempfängern werden daher aufgesordert, ihre Apparate so zu gebrauchen, daß eine Störung anderer Rtlndspruchempsänger durch übermäßiges Nückkoppelu zuverlässig vermieden wird. Gegen Personell, sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden die Telegraphenbehörden einschreiten. * Ermäßigte Sonnnvd Feiertagsrückfahrkarten. Airs den Bundesbahnen gelangen probeweise bezonders ernläßtgle Sonn- und Feiertagsrückfahrkarten zur Fahrt von Linz und Graz nach Wien zur Ausgabe. Der Fahrpreis betragt für den Personenzug Linz—Wieu und zurück in der ersten Klasse 27 S„ in der zweiten Klaffe 17.70 S. und in der drittelt Klaffe 11.80 S., für den Schnellzug 41.40. 29.80. bezw. 16.60 S., für den Personenzug G r a z—W i e n und zurück 84.20, 22.50, 15.0 ©., für den Schnellzug 54.30, 39.40, 21.80 S. Sie geltem zur Hinfahrt an Sonn- und Feiertagen und an den vorangehenden Werktagen. Zur Rückfahrt gelten sie an Sonn- und Feiertagen imd an dem nächsffolgenden Werktag bis 13 Uhr. * Der verschwundene Gesandte. Der Bevichterstatter der „Chicago Tribrme" in Riga meldet, daß der estläudische Gesandte in Ntoskau, Birk, spurlos vevkchwnnden ist. Er soll mit ctttcr jungen, schonen Spionin der Tfcheka durchgebrannt sein. Die estlärwische Regierung hat nach dem Verschwinden 'ihres Gesandten das gesamte Archiv der Gesandtschaft in Moskau nach Reval brin-!icn lassen. Dort wurde festgesteltt, daß viele wichtige Urkultden ehlten, so daß man jetzt in Reval den Verdacht hegt, daß Birk urch ferne schöne Freuitd-in veranlaßt worden ist, den Bolschewiken Material in die Hände zu spielen. Jedenfalls soll das gesamte Personal der esttändifchen Gesandtschaft in Moskau erneuert werden. * Telephon Wien—Stratzbnra. Die bisherige Beschränkung des Teleschonverkehres Wien—Straßburg im Elsaß ist aufgehoben lvovden. Der Verkehr ist numnehr ohne zeitliche Beschränkung zugelassen. deS LiouiSyM^ statt. s