Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2637 (27.6.1926)
- Date
- 1926-06-27
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981724--26888-3014761- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6H* rZ Wie», Sonntag Mener MviMnzeltit«« 27. Jmn 1926 Nr. 3887 Quer durch Wen laufen — sämtliche Schuhauslagen ansclMren! Tie kommen ooch zrrr Uckerzeaygung, daß Sie in der Schuhfabrik Brüder Lissmnsky. 7. Bez., Kaifferstraße 44-46, 2. Stock, am vorteilhaftesten kaufen. Die enorme?luswM der apartesten Schuhnwdellc von der einfachsten bis zur luxuriösesten Ansfiihvuug, sowie die mäßig gehaltenen Preise machen Tie zu mrserer ständigen und dankbaren Kunde. Brüder Lissiansky, Schuhscchrik, 7. Bez., Kaiserstraße 41-40, 2. Stock. Personalnachricht. Die Trauung des Fck. Elly Gültsberger, Tochter des Herrn Sio.nnnno Günsberger, mit Herrn Julius Singer finde: heute um halb 2 Uhr nachmittags im Scilcustctteittcmpcl statt. Sic ersparen viel Geld, wenn Sic den Räunmngsv>erkauf im Seide ne ngroshaus Duldner u. Deutsch, 7. Bez., üleubaugassc 10, zur Deckung Ihres Bedarfes in Leidenüvaren ausnützcit. Nur noch fünf Tage großer RestcrMerkanf zu Spottpreisen. Besotidere Okkafton: Ponais" nnpr. in neuesten Dessins, per Meter S. 0.—. Für den Sommerausenthalt und die Reise findet - man beim Lchuh-„Tvru" die feschesten Schuhe in sämtlichen Farben vom edelsten Material sowie auch von cchtctl Eidechsen und Krokodil in solider Ausführung zu staunenv billigeu Preise«. Schrchhaus „Dorn", 2. Bez., Taborstraße 8 a. Air empfehlen den nach Wien kommenden Ausandslcftrn uirseres Blattes, im Hotel National, 2. Bez., Taborstraße 18, Quartier zu nehtncn. Erstklassiges Etablissenteru. Mäßige Preise. Cafe und Restaurant im Hause. Ein erstklassiges Fabrikat. Es ist bereits allgemein bekannt und ivird soivohl von der Kaufmannschaft als auch vorn konsninicrendeu Publikum anerkannt, daß die renommierten „Les"-Strümpse zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der Srrumpftvarenfabrikativu zcchlen. Der großen Nachrage wegen mußte auch in Wien eine eigene Bertriebsstelle errichtet lverden. ,^es"-Strmnpfe sind aus einem erstklassigen, vierfach gedrchtell amerikanischen Seisenflorgarn hergestellt, daher unverwüstlich, elegant und trotz der Prinraqualität staunend billig. Man verlangt bereits überall nur „Les"-Strümpfe. Zentralvertrieb: Leo Sußmann, Wien. 1. Bez., Schwertgassc 2. Reisebureau der Hamburg-Amerika-Lime. Verkauf von Schiffs-, Eisenbahn- und»Schlafmagenkarten fiir In- und Auslarw, Flugscheine, Auskünfte über Hotels, fachmännische Veranstaltungen von Gesellschafts- und Vereinsfahr:eu, Geldwechsel. Bureaustunden ununterbrochen von 9 bis 5 Uhr nachmittags (Samstag von 9 bis 2 Uhr) Wien, 1. Bez., Kärntnerstraße 38. Schiulnachvrchten. £ Oeffentliche Handelsschule Allina. Prospekte und Aufnahme in die zrvei- und einjährigen Tageskurse des 79. Schuljathres 1926-27 in der' SchrÄaitzlei, 1. Bez., Rauhensteingasse 5. Unterricht für Schüler nur vormittags, für Schülerinnen nach Wahl vor- oder nachmittags. Tel. 77-0-77. Kunst, Bühne, Buch. Ae Abenteuer des Herr« Meiermar Von Jacobson und Oestcrreicher für Berlin ersonnen und als Smmmwamüs.ement für das Raimnndeheater adaptiert, sind tatsächlich eirie ,dolle Dache", also keincsivegs vergnüglich. Tor Wirbel wirbelt nicht, trotze heftigster Anfachung; die Witze kitzeln das Zwerchfell nicht, trotz aller angestrengter Attacken. -Hervorragende Schauspieler — schtvcr sind die Zeiten — ntühen sich >Mt das Tanzconplet und den Opereliengchang; es glückt mchr lder Ulinder, meist minder. Der göttliche Kirschner, der im erstell Akt einen Wiener Polizeimaun gibt, sollte gegen manche Nmimier cinschreiteil, nicht tveil sie unsittlich, sondern noch ärger, nämlich fad ist mrd hölzern gebracht wird. Aber er ist so nachsichtig, der gute liebe Kirschner, und so wird leider nichts gestrichen. Herr Lessen kreiert den Meiermax aus Olnrütz llnd die neueste Hose ans Oxford für den Wiener Platz nnd er bietet der Huinorloschkeit seiner Rolle erfolgreich die Stirn. Frau Carlseu mit ihren nicht immer melodischen Brusttöiren und Frau Lvovski mit ihrem filigrandünnen Stimm* chcn könne>l uns durch ihre rhythmisch beschwingten Gesaugsuummcni die vielen Abende nicht verleiüeu, die wir bisher ihrer Kmrst zil dailkcn haben. Ungetrübtes Schtvaukoergnügen bereitet Herr Lackner durch seinen eifersüchtigen Eizegattcn. Bei den anderen ist das Vergnügen getrübt. Nicht zuletzt durch den Mangel an Eignung uuo Schulung für das Genre, in das sie diesmal verschlagen wurden. O. A. Zwei Theaterabende. „Ich, Lydia TusteridowAka>. Bühne der Jungen. — Umusführnng. Innig ist das Problem nicht. Die Tragödie «der Häßlichen und ihr Kampf gegen die Hübsche ist eilt -altes Motiv. Und iu dieser Form sogar schon ein wenig überholt. Tie russischcir Mädchen, die irigen'dwo in der Emigration studieren, sind honi-e gar nicht die häßlichsten. Und Häßlichkeit ist keine Voraussetzung der Intellektualität. Tie Häßlichkeit selbst schließlich feilte so tragische Angelegenheit mchr. Mail nimmt sie hin, und in letzter Zeit ist ill-an auf sie sogar stolz. HandÄsscWle Deutsch, 9. Bez., Hörlpasse 12, Tel. 17-2-36. Zweijährige und einjährige Tageshandelsknrse, Abiturientiiruenkursc -Dreimonatig), Stenographie- und Maschinschreibkuvse. Austritte aus dem Zndeutum. Aw erb ach Gerschorr, geb. 22. Mai 1902, Ktschenew, 7. Bez., Schottmfeldgaffe 61. Fried! Wilhelm, geb. 15. November 1889, Wien,Kaufmann, 9 Bez, Seegasse 5. Fried! Martha ■ geb. Großmann, geb. 26. Juli 1890, Wen, 9. Bez., Seegasse ö. Fried! Trude, geb. 24. September 1920. Wien, 9. Bez., Seegasse 5. Rittberg Josef, geb. 12. Mai 1906, Wien, 20. Bez., Klosterneuburgerstraße 121. M a r w a l Rosa geb. Lanner, geb. 14. November 1897, Wien, 9. Bez., Lazarettgaffe 5. Leitersd o r f Josef, geb. 25. Jänner 1910, Wien, 18. Bez., Türkenschanz straße 25. Turteltaub Adolf, geb. 1. Februar 1904, Wien, Lemberg. Gottlieb Jffdor, geb. 16. Februar 1910, Wien, 2. Bez., Sterneckplatz 13. Stwertka Ernst, geb. 30. August -1898, Wien, 2. Bez., Am Tabor 22. K ü n f Helene geb. Fischer, geb. 2. Juli 1835, Wien, 2. Bez.. Heinestraße 30. R o s e n z w e i g Rinwa, geb. 1. April 1901, Chotin. 2. Bez.. Vorgartenstraße 154. Glaser Leo. geb. 12. April 1904, Neutra. 20. Bez., Bäuerlegaffe 21. Steiner Margit, geb. 14. Juni 1898, Budapest, Hilfsarbeiterin, 9. Bez., Alserstraße 4. Heinsheimer Hildegarde geb. Rosenthal. geb. 10. August 1881, Wien, 3. Bez., Jauregaffe 10. Heinsheimer Annemarie, geb. 4. April 1904. Wien, 3. Bez-, Jauresgaffe 10. Etsenstadt Hertz, geb. 14. März 1878, Witebeck. 13. Bez., Zehetnergaffe 14. Löwy Paul. geb. 28. Jänner 1893, Wien, 19. Bez., Lannerstraße 20. Blau Margarete, geb. 4. September 1898, Wien, 19. Bez., Sieveringerstraße 130. Nebenzahl Helene, geb. 7. Februar 1900, Wie», 7. Bez-, Ktrchengaffe 18. S e l j a m Jaroslav, geb, 1885, Koprowina. 12. Bez., Hetzendorserstraße 34. Linder Karl. geb. 6. Marz 1904, Wien, Oberteilherrichter, 15. Bez., Zwölfergaffe 17. Stern Leopoldine, geb. 2. Juni 1919. Koste!, 2. Bez., Venedigtrau 4. L a s z l o Oskar, geb. 30. April 1872, Hradok, Generaldirettor. , 3. Bez., Marokkanergaffe 13. Bohensky Valerie, geb. 4. Mai 1902, Wien, 2. Bez., Wehlistraß 174. Brun Theodor, geb. 14. Juli 1898, Lemberg, Schriftsteller, 9. Bez., Hahugaffe 26. Röder Marie geb. Herz, geb. 7. April 1899, Wien, 9. Bez., Glasergasse 10. Wessely Rndolfiue, geb. 10. Mai 1865, Wien. 9. Bez., Rußdorferstraße 2. Kisch Ferdinand, geb. 21. Marz 1886. Wien, 7. Bez.. Halbgaffe 16. Rapavort Wilma, geb. 24. September 1894. Wien, 9. Bez., Roteulöwengasie 5. G ö tz l Leut geb. Holländer, geb. 21. Oktober 1875, Nikolsburg, 2. Bez., Obermüllnerstraße 1. Karlberger Elsa geb. Götzl, geb. 2. Juli 1906, Wien, 2. Bez., Obermüllnerstraße 1. G o l d j ch m i d t Salomon, geb. 25. Juli 1893, Delalyn, 2. Bez., Heinestraße 9. Dr. S ch i m e t s ch e k Richard, geb. 21. Dezember 1892, Wien, Rechtsavwaltswärter, 3. Bez., Boervavegasse 27. Weißmann Pauline, geb. IS. Juli 1891, Wien, 2. Bez., Rembrandtstraße 35. Eichberg Elsa, geb. 31. März 188t, Wien. 19. Döblinger Hauptstraße 134. Pollak Samuel, geb. 9. Juni 1871, Güsftng, 14. Bez., Johnstraße 34. Willen; Daisy Bell geb. Abboth, geb. 7. Jänner 1894 London. 2. Bez., Czerniugaffe 8. Messing er Adele, geb. 17. Marz 1900, Krakau, 6. Bez., Magdalenenstraße 8. G o l d s ch m i d Esther geb. Steiner, geb. 3. Mai 1898, Altenau, 7. Bez., Zieglergaffe 12. Dr. Wahl Elemer, geb. 25. November 1901, LuSeuc, Arzt, 9. Bez., Währiugerstraße 15. Weinberger Elsa, geb. 15. Mai 1895, Wien, 2 Bez.. Große Sperlgaffe 21. Dr H i t s ch m a n n HcmS (Joan) Rudolf, geb. 10. Februar 1681. Böhmi'ch-Leipa, 4. Reffelgaffe 5. Dörfler Emil, geb. 3. Juni 1866, Wien, 9. Bez.. Nußdorferstraße 23. Berger Margarete geh. Schindler, geb. 16. Juni I960, Wien, Bankbeamtin, 9. Bez., Alserbachstraße 33. Wimmer Friederike, geb. 21. März 1902, Wim, 21. Bez.. Schweigergaffe 12. H i r s ch l e r Hermine Gabriele geb. Anringer, geb. 29. Februar 1893. Wien, 7. Bez.. Weinberaergaffe 42. Seiler Ilona geb. Kux, geb. 20. März 1895, Lipto Szt. Miklos, 3. Bez-, Baumgasse 28. Dr. O r t o n y Hedwig, geb. 6. Oktober 1894, Wien, Apothekerin, 1. Bez, Zeltnkaaaffe 5. Z e b n g u t Jda geb. Markbreit, Wien, 2. Bez., Rote Kreuzgaffe 8. Hochwald Oskar, geb. 31. Mai 1899, Wien, 16. Bez., Herbststraße 48. Weiner Betta (Berta), geb. 30. Augvst 1895, Wtznttz, Hausgehilfin, 10. Bez, Kudlicligaffe 46. W eisselberg Rosalie, geb. 9. November 1902. Bawad, 3. Bez., Fasangaffe 20. Pomeranz Zsabellq, geb. 4. Oktober 1904, Zamdor. Verkäuferin, S. Bez.. Gruudlgaffe 3, JMMb «b. 2. WÜ1W, Rwßrultt. ». B-», WLW»««. Trotzdem aber würde das Leid der -klugen, -empf-iudlichen Lydia, als Bild gaschilSert, rühren. Sv lange cs Situ-atiou -ttl-e-ibt: im ersten Akt ist mau zufrieden uns freut sich au der SeltencheitS- Roa'listik. Dann führt aber ver Dichter Franz Winter stein den Herrn Kaufmann ein, der um die Liebe der schönen Herta ,mit Banknoten wirbt. Lydia verknppett, um ihren Freund Robert von der -„Diruenhafiigkeit" der schönen Konkurrentin zu überzeugen, Herta — niit. dem reichen Handelsinantl, den dann ver verhetzte Robert ersticht, Der dritte Wt .ist unnatürlich: Rodert kommt igobrochen zurück. Zu Herta, die er lieht, sehnsüchtig erwartet von Lydia, die er Haßt. Herta gelingt es, ihn dazu zu 'brmgen, mit' ihr fortzugeh'en, tvÄhreÄ> Lydia die Tat auf sich nimmt - ««d: Selbstmord. verübt.Wie ldeuM- .ihn: zumiiindest ach). Nein, Herr Wintevsteiu, das ist entschieden zu stark, so wie das zweijährige freundischafÄrche Znfammenlelben Roderts und Lydias iu Askese eine unmögliche Udbevspcmnung war. Weder die Moderne noch die Jugend ist so, nur die Phantajsie der halben Dichter. Paula Peters -macht..die Lydia mehr als glaubhaft. Sie schafft erst den seltenen Typ. Ihre Sprache, ihre Sehnsucht, ihre Tränen find so natürlich, so sehr nur Ausdruck -inneren Gebrochenfeins, wühlenden Schnurzes, daß man vor der Erscheirmug dieser „nackten Scale" erzittern nmß. Sie hat keine „schöne", gute Seele — diese Lydia, aber — sie hat eine und enMoßt sie fo keusch wie einen heiß-geliebten, geheimnisvollen Leib. Für diese Schauflpieilerin müssen nette Ausgaben gesucht werden: ein ausgehender Stern! Gcurorkensitvert .auch Friedrich L i n ck s. Starker in der Wucht s-enier unglücklichen Liöbe als irr seinem Schmerz. Der S chausp-ie le r dosiegt in chnt manchmal den Menschendarsteller. Verdienstvoll Josef A l bi rr und Martirl Miller, obwohl der Letztere bei seinem Licibeshandel gar nicht jüdeln mußte: es gibt auch -arische und reinrassige Liebesischinarotzer. L-illy P a.t e r- Sk raup ist der Sünde wert: reizend tlnd wo sie nur das ilnd noch Harmlos sein soll — auch darstellerisch gut. Die großen Momente wird sie noch leriren zu spielen. Die Spielleitung Karl Sternbergs. geschrnackvoll auss Tragische eingestellt. Ein eindrucksre-icher Abend, aber noch kein „neuer." „Totenta-ng." ReMissauce-Bühne. Man kennt schon dieses Strindbergsche -Hohelied des Haffes. Was bringt uns diese Ehchölle des Awilleriekapitäns und der geüoeseneu Schauspiolerin menschlich so nahe? Die EinzigartiKoit einer Turmabsperruitg auf einer Insel, die Seltetchert, daß ztvei Menschen, die sich von vornherein hassen, zusammenLomruen, die Steigerung von Dillgen, die nicht alltäglich sind, all das gibt der Dichtung ihren düstereil Charakter, aber nicht ihren unheimlichen Oden: der Lebensnahe. In dieser Unheinckichkeft liegt ihr Elvigkeitswer:. Sie konmit aus Dem Sich-Dwinsügen nrchr als aus dem Kampf; das Schicksalhafte des Jvchtvagens ist unheimlicher als der Versuch einer AuslehlMltg. Nur die stete Wiederholuirg dieser Allslehmmgsvevsuche hübt sich aus denr einmalig Drauratischell ins ewiglich Epische. Das Drama ist nicht nur zum Epos der Ehe, sondern des ganzen menschlichen Lebens gewowen: wir sind nur unglückselige, aufgezogene Marionetten im Totentanz unseres Schicksals. Ein Stück voll sich selbst oder von seiner Lebenssitlmdion fann jeder darin finden. Ketterlbsschwert schreiten Edgar und Moe durch das Leben. Krankheit, Schwäche, Lüge, Betrug und Langeweile siird um Abavten ihres Gofänigmsses, aus dem es nur eine Befreiuilg, dgn eigenen oder noch besser beu Tod — des aMren gibt. Dieses allmerftchliche Konglourevat von Eigenschaften, die zusonmierl fallweise mrstr fllenb «zvsbfM, Jtüv-Lo tmvemkeicküich. Jlü älaübk. das' Größte an dieser Leitung ist die stmsequcnte Durchführung der philosophischelt Verbisstlcheit, Lübensphosen, Gemeinheiten, schLMiche Ge-» fühle, Leid — zu ,-durchstreicheu", zu vergcsse«r. Bei diesem Mann ist nicht zll llllterschüiden, wo Verauagu-ug endet und bewußte Schllld ansäng:; Schmerz urw Bosheit sind sogar eirts gÄvorden. Me Rioral insarrity des hllndeartigclr Alltagslicherrs donnert wie Keulenschlag. Jvhanua S a n n lebt dagegeil mir voll Haß. Sie Mckt und spricht, sitzt zusammellgekailert und lickt und küßt — nur -Haß. Ihr Leib ist zu -Haß gelvorden. Uno es ist recht so, glaubwürdiger: das Weib gch: zugrunde an einem bestimmten GesW, während der Mann .in sich selbst und an der Welt scheilert. .Kurt Guimiilo Triembachers war nilsrecht, väterlich, rücksichtsvoll — mit cincul Wort: wie es sich ziemt für eineit Menschen unter Dälnoncn ... Leopold Thal er der englische Schnitzler. Bon Guita Dale (London). Wir bringen durch Bernüttlnng der B. C. P. ilachstehend die Ausführungen der englischen Kunstkritikerin über den jungen Dramatiker Noel Colo a r d, dessen Erfolge m Britaunien und Amerika den Rlchm Shalvs, Galsworthys und LonSdales zu verdunkeln beginnen. , Noel Cowards Dramen sind tu London große Mode geworden. Keiner, der sich zu der [ocjcuauHtcu Jntelligeuzklassc zählt, darf cs versäiunen — will er sein Ansehen in dieser Schichte der Auserwählteu nicht verlieren — ein neues Stück dieses Drauratikers innerhalb der vierzehn Tage, die der Erstanfführung folgen, zu sehen. Dies bedeutet für London, wo Aufführungen des gleichen Stückes allabendlich durch einige Jahre laufen, die allerhöchste Eile. Die Gründe für die Beliebtheit von Cowards „Korltnrskizzelr lnodernen Lebens" sind mannigfaltig. Zunächst gewinnt seine herablassend-spöttische und doch fein charakterisierende Art. Eine Art, die uns lebhaft an ben Wiener Artur Schnitzler -erinnert, von dein wir einige, leider schlecht übersetzte Werke, hier Härten. ■ Dann aber hat es das Publikttin überall, mrd in England ganz besorrders gerne, von der Bühne herab beleidigt zu werden. Zumal danrl, wenn die Beleidigungen geistreich gefaßt sind ulrd das Schwergewicht des spöttischen Tadels auf das Gebiet der eleganten „oberen" Kaste fällt. Eoward schreibt aus Prinzip stets nur im Milieu dieser eleganten und begüterten Gesellschaft, nach der jeder Durchschnittsmensch sich so tiefmnerst sehnt. Des weiteren ist Coward auch in vollständiger Uebereinstiurnlung mit der jetzt grassierenden Terrdenz zur psychologischen Charakterzersetzung. Seine Gestalten und Typen sind geschickt mit ihren entsprechenden Komplexen ausgestattet und tragen sie mit Anstand und Würde durch die Auffi'chrung. Erotik, ihr Ausdruck oder ihre Unterdrückung sind die bevorzugten Themata seiner Zwiegespräche und dies ist ein weiterer gewichtiger Grund dafür, daß die englische Zuhörerschaft Cowards Schöpfungen im wahrsten Sinne des Wortes genieß t. Es ist eine Erlösmrg, ein un< beschreibliches Vergnügen für einen Engländerderartigen Konversationen zuhören zu können, ohne zu einer Antwort verpflichtet zu sein. Und schließlich und endlich gibt Coward Leuten, die während des ganzen Tages nrit Arbeit überlastet sind, jenes leichte, gerade noch verdauliche Minimmn von -Gedanken, die für das vollendete Amüsement am Abend notwendig find. Und er gibt den Zuhörern auch noch die Genugtuung, daß sie nach Schluß der Aufführung mit dem höchst befriedigenden Gefühl davonziehen können, daß keine der Gestalten aus der „Gesellschaft", die sie agieren sahen, besser wären, als sie selbst —, wirklich beruhigendster Trost! Die letzte Schöpfung Cowards, die jetzt im Savoy-Thcatcr herausgebracht wurde, „Easy Virtue" zeigt wieder, daß dieser junge, erfolgreiche und dennoch begabte Schriftsteller, seine Schauspiele wahr nach denc Leben zeichnet, unglücklicherweise jedoch nur von seiner furchtbarsten Seite aus. Er findet keine Inspiration in den besseren menschlichen Regungen, ja er scheint sie fast als Störungen im menschlichen Qrganislnus zn betrachten. Diese Mißachtung jedes Idealismus ist nicht nur Eoward eigen. Sic ist das Spiegelbild unserer modernen Gedankenwelt, ein Produkt unser»':. materialistischen Zeit. Obwohl cs schwer ist, das Werk eines zeitgenössischen Dramatikers in seiner Bedeutung für die Zukunft zu beurteilen, kann man in Cowards Fall doch beruhigt aussprechen, daß in etwa hundert Jahren seine Stücke höchstens das Interesse des Historikers für ein gutes, eircseitiges Bild unserer Zeit haben werden. 8i» Geschenk für die hebräische Universität d, Jerusalem. Wir erhalten den nachstehenden Ausrufe Das Interesse am ikuiltuvellen Auisbcvu. Palästinas hat das gesamte Judentum ergriffen. In der ganzen Weilt sind Kräfte am Wenk, um die Widergeburt des jüdischen Volles aus -eigenem Goden zu fördern. Die Errichtung der hckbräischen Uwvevsität in Jerusalem bildet einen Merikstein auf diesem Wege. Sie ist das Symbol einer geistigen ä'driställ-tfatimr, die mm ihren Anfang getrommen ha-t und durch die Mttiwivkung aller jüdischen Geistesheroen der Welt urächtig fortschreiter. Im Zl.'sa'mnrelchange urÄ dieser Entüvicklung haben Freunde der Aufbauidee Bücher rud Knnftüverke für die Jerusalemer Universität gespendet. Der . Wiener Bildhauer Paul Äön-igSberWr hat eure Grousebüste des großen Gelehrten Professor Siegmund Freud geschaffen, an dessen Ehrung anläßlich seines siebzigste« Geburtstages sich alle Repräsentanten der WÄtkultur beteiligt habe». Die Wüste soll erwovibe« und der h-ebvLLq is-cheu Nrr-lvers-iitLit zarm Gteischewr den. Die Unterzeichneten treten an die Freunde der Jerusalemer Universität uud Vevchrer des Gelehrte« Pros. Sie^ «ai» am Sit Ser Sitte gmn & BMW m felnaftm