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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-27 · Heft 2637 (27.6.1926) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2637 (27.6.1926)
Date
1926-06-27
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Me», SvnsW Wiener MsrWmzemms ÜMMMüIMMU ,„!Z„„Z„„Z„I,Z,N,WI,„Ws, I1MÜE3IU üiMUSiiMtWiMü US der jüdischen INWNIIMN Re Breslauer RltualmorÄlrechheit. Wir haben wiederholt über die lmnpenhafte Hetze berichtet, die von einem Teile der Breslauer Presse gegen das Judentum angestistet wurde, als man die Leichen der beiden Kinder aufgefunden hatte. Es wurde ein jüdischer Hausdiener Haase mit der Sache in Verbindung gebracht und ihm der Ritualmord angedichtet. Haase, der sich zur kritischen Zeit gar nicht in Breslau befunden hatte, nahm sich dann, wahrscheinlich in geistiger Storung das Leben. Flugs redete die Kanaillenpresse von einem mysteriösen Todesfall. Der inzwischen wegen der Fememorde ansgelieferte völkische Abgeornete Wulle schrieb in seinem Blatte: „Es macht doch einen mehr als merkwürdigen Eindruck, wenn die Polizei in einer solchen Mordsachc eine beinahe passive Haltung einnimmt, wenn ein jüdscher Schlächtersohn verdächtigt wird. Auffallend ist vor allem der plötzliche Selbstinord Haases. Hat er sich wirklich selber entleibt oder ist er auch gewaltsam ums Leben gekommen, damit ihm der Mund auf ewig verschlossen sei und (wie es im Talmud heißt) durch Entdeckung der Tat „dem jüdischen Namen keine Unehre" geschieht? — Bei allen Verbrechen, bei denen der begründete Verdacht eines Ritualmordes vorlag (Könitz, Tanten, Skurz, Tisza- Esler) ist der Täter nie entdeckt worden, weil die Polizei immer .Hemmungen" verspürte, werm sich der Verdacht gegen die Juden verdichtete. Soll es nun auch in Breslau so gehen?" Selbstverständlich ist der so schwer verdächtigte Haase gar nicht der Sohn eines Schlächters. Die jüdische Gemeinde von Breslau hat in einer öffentlichen Versammlung diese Affäre besprochen und eine Resolution gefaßt, die „mit Empörung und Entrüstung die Ausführungen der antisemitischen Presse zurückweist". Was soll diese Entschließung und auf wen soll sie wirken? Es entspricht sehr wenig der jüdischen Würde, die Lügen auch nur einen Augenblick seriös gU behandeln. Es wäre eher nötig gewesen, zu untersuchen, wieso mit einem Male am 13. Juni die „Schlesische Zeitung" vom Ritualmord zu sprechen begann und welche beamtete Hintermänner dieses >Äichwort ausgegeben haben. In der Versammlung der Breslauer jüdischen Gemeinde hat sich ein Mann, Rogierungsrat I. Marcus, gefunden, den die Protestlerei anwiderte. Er gab denn auch eine mannhafte Erklärung gegen dieses Vorgehen ab. Die Breslauer „Jüdische Zeitung" veröffentlicht den folgenden Brief, in welchem Regierungsrat M a r c u s in vorbildlicher Weffe seine Haltung gegen die lächerliche und unsinnige Abwehrtätigkeit begründet: . . . eine große Demonstration mit ganz vorzüglichen Reden über die Grundlosigkeit der Ritualmordlegende, die für mein Gefühl, nennen Sie es politischen Takt, nennen Sie es Molz, nennen Sie es nationale Ehre, zu weit ging. Bei dem damaligen Stande der Artgelegenheit ist den böswilligen Hetzern zu viel Ehre angetan worden. Ganz die gleichen Gefühle der Beschämung, sich wegen der lächerlichen Legende verteidigen zu müssen, sind bei allen Rednern irgendwie zum 'Ausdruck gekommen. Aber unter der breiten Verteidigung selbst, ging das unter. Zudem hatte sich niemand gegen die Art der behördlich en Berichter st attung gewendet, die gemeldet hatte (und die Zeitungen, die sie nachdruckten), daß ein Ritualmord nicht vorliegen könne, „weil der Junge nicht ausgeblutet worden sei." Und wenn er gar ausgeblutet worden wäre? Hätte da ein Ritualmord Vorgelegen? Kann etwas auf sein Vorhandensein geprüft werden, was es überhaupt nicht gibt? Und warum die dauernde Verteidigung, daß Haase üicht der Mörder war? Haben denn die Nichtjuden ein Privileg auf Morden? Warum soll nicht ein jüdischer Verrückter dasselbe Recht auf Verbrechen und Wahnsinnstaten haben wie jeher andere? Was habe ich zu protestieren, wenn Haase wirklich gär der Mörder gewesen wäre? Den Hetzern, die jede Gelegenheit benützen, um gegen Juden zu wühlen, die mittelalterliche Blutbeschuldigungen aufwärmen wollen, um ein Pogrömchen zu veranstalten, werden die glücklicherweise in der heutigen Zeit lebenden Polizeibehörden auf die Finger zu gucken haben. Wir selbst werden aufpassen. Mer glauben wir doch nicht, daß wir an dem Gang der Dinge durch Demonstrationen und Aufklärungen, wie sie vom C.-B. so sehr geliebt werden, viel ändern werden. Gewiß, die Verrninftigen werden auf unserer Seite sein. Aber die Reschoim werden bleiben, was sie sind, bis die „Zeit" sie vernichtet, der Fortschritt der Zeit, der für uns arbeitet, wie er von Jahrhundert zu Jahrhundert für uns ohne C.-B. gearbeitet hat. Natürlich muffen wir das Unsrige durch anständige Leitung und beste Erziehung beitragen. Wenn mir aber jemand entgegengehalten hat: Wir haben beim Beilis-Prozeß auch protestiert, so kann ich, ohne bei der Kürze des mir zur Verfügung gestellten Platzes darauf einzugehen, sagen: ,Lehowdil". Ich hoffe übrigens immer noch, daß wir in einer Republik leben (nicht im zaristischen Rußland), in der sich trotz der Gegner die Weimarer Verfassung durchsetzen wird. Mer Geduld ist nötig. Und Ruhe! Nicht nervös werden, Wenns mal um uns herum kracht. Das Judentum ist das gewöhnt. Fast scheint es, als ob es hier nur wieder eines Gewitters bedürfte, mu die Reche« fester zusammen zu schließen." Dieser energische Brief bestätigt es, daß der Beginn öer ganzen Hetze in der behördlichen Berichterstattung lag, die dem lamxäm Pogrom Vorarbeiten wollte. An dieser Stelle kannte man den Wahnsinn der Ritualnwrdannahme, leitete aber bewußt die Oeffentlichkeit irre, um die Aufmerksamkeit davon abzulenken, daß die Untersuchung überhaupt zu keinem Resultat geführt hat. Es sei denn die Schürze mit den Anfangsbuchstaben des Hausdieners Haase, die nach der Entdeckung des Mordes auf den Tatort praktiziert wurde. Und obzwar amtlich festgestellt ist, daß kein Ritualmord vorliegt — welche Erniedrigung für das Judentum! — haben inzwischen .Hunderte von Zeitungen den Wink verstanden und beherzigt. Die WeltanschauunirftrSmungen im modernen Judentum. In den „Philosophischen Monatsheften" (34, 1926) schreibt Ernst Simon über die weltanschauliche Lage des modernen Judentums. Die drei darin herrschenden Richtungen: Reform, Orthodoxie und Zionismus, sind alle nicht ckgcngesetzlich, sondern Reflexbewegungen gegenüber den äußeren Einflüssen. Aber der Zionismus blieb dabei nicht stehen, während Reform und Orthodoxie auf ihrer Position beharrten. Durch ihn fand die Weltjudenheit wieder ein einigendes Problem: die Palästirmfrage. Simon fiihrt weiter aus, daß in allen drei Lagern im letzten Jahrzehnt die geistige Konstellation eine Aenderung erfuhr, hauptsächlich durch bestimmte Persönlichkeiten. Int Liberalismus durch Cohen und Franz Rosenzweig. Letzterer will die alten jüdischen Formen durch Ausübung, nicht durch Spekulation auf ihrer Gegenwärtigkeit hin erproben. In der Orthodoxie nennt er Birnbaum und K-u-k. Es ist aber fraglich, ob diese beiden Persönlichkeiten mit ihrer scharf nationalen Einstellung wirklich als die geistigen Repräsentanten nitb Führer der Orthodoxie angesehen worden können. Im Zionismus nennt er Bialik und Buber. Bialik riß die Kluft auf, die zwischen Lehre ilnd Leben der gesetzestreucn Massen besieht, nicht um sie durch die Vernichtung der Lehre zu einem beodcnlosen Abgrund 51t machen, sondern um sie durch Umgestaltung des Lebens allmählich zu verkleinern." Buber sah am schärfsten diese Kluft, und sein Ringen galt der religiösen Wirklichkeit. Der Zionismus wird, nach Simon, immer stärker aus einer politischen eine sozialreligiöse Bewegung und wirkt so seinerseits an der neuen Synthese zwischen naturaler Basis und Mistig-sittlicher Zielsetzung mit. b. Die Naturalisierung von Juden in Belgien. In letzter Zeit bildet -die Bürgerschasts-fvage und im Zusammenhang damit die Frage der Naturalisierung von Ausländern wiederholt oen Gegenstand parlamentarischer Debatten. Es handelt sich hiebei hauptsächlich -un^.dje Patuxalfsiernng mehrerer tausend „fremder" Juden, von d«nen viele seit einer Reche van Jahrzehnten in Belgien, .zum größten Teile in Antwerpen, leben, und sich um den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes allgemein unerkannte Verdienste erworben haben und trotzdem noch immer russische, österreichische ober polnische Staatsangehörige sind, weil die überaus strengen Einbürgerungsgesetze ihre Naturalisierung fast unmöglich machen. In der Abgeordnetenkammer zeigte sich die Geneigtheit, wenigstens die Naturalisieruitg der seit längerer Zeit im Lande wohnenden Juden zu erleichtern und ei» Beschluß in diesem Sinne wurde schon vor längerer Zeit fast einstimmig Maßt. Der Widerstand liegt im Senat, wo bis jetzt eilte Mehrheit für eine Zustimmung zum Parlamentsbeschluß nicht zu haben ->var. Vorige Woche wurde diese „Judensrage" im belgischen -Senat abermals bchandelt. Großen Eindruck machte auf die Senatoren die eineinhalbstündige Rede -des Präsidenten des 15.000 Mitglicoer zähl enden Verbandes der Diamantenarbeiter, Senators van Berkel or, der unter anderem ausjiührte: ,Mährend des Krieges mußten alle diese „Fremden" nach .Holland urfb England flüchte» und mit ihnen war auch der Diamantenhandel aus Belgien abgewanderl. Nach Abschluß des Krieges, als Antwerpen die Gefahr drohte, zu einem Dorf ohne Leben h-rrabzusinken, wurde ich von der Regierung mit der Mission betraut, mit den aus Belgien geflüchteten Juden in Holland und England offiziell wegen ihrer Rückkehr und damit der Wiederbelebung des Diantantenhandels in Antwerpen zu verhanveln. Ich habe die Reisen unternommen, unö meinen Bitten gelang es, sic zur Rückkehr zu bewegen. Und diese „Fremden" haben im Verein mit einer kleinen Gruppe belgischer Kaufleute binnen kurzem wahre Wunder vollbracht. Die Stadt lebte rasch wieder auf, die 13.000 Diamantenarbeite-r uttd mit ihlten die ganze Stadt fanden wieder ihre Existenz-Möglichkeit. Diese ,Fvemden" Hecken für unser Land viel mehr und Verdienstvolleres geleistet, als viele sogenannte belgische „Patrioten". Die Juden sind unschätzbare nützliche Bürger unseres Lan'des und es ist ein unerhörtes Unrecht, wenn man ihnen bei ihrent Wunsche, das Staatsbürgerrecht zu erlangen, auch nur die gciiitgfte Schwierigkeit in den Weg legt." Es ist anzunchmeu, daß die'Frage der Naturalisirvung der Inden in Belgien nunmehr bald jn günstigem Sinne erledigt werden wird. Antifemitenmoral. Aus Budapest wird uns berichtet: Antisemitennroral urtd die Moral einer gewissen Sorte würdeloser Assimilanten wurden in einem am letzten Donnerstag vor einem hiesigen Gerichte a-bgeführten Berleumdungsprozeß ins rechte Licht gesetzt. Am 27. Oktober vorigen Jahres kam es in: Budapests Gemeinderat zwischen dem antisemitischen Block und seinen demokratischen und sozialdemokratischen Gegnern zn einem heftigen Wortwechsel. Von den antisemitischen Bänken wurde den Sozialisten -«gerufen: ,Juden!" — worauf von dieser Seite zurückgernsen würde: „Aber das Geld der Juden habt Ihr eingesteckt!" Hierauf rief der Stadtrepräsentant Josef Szabo: „Sie lügen!" Stadtrepräsentant Josef Büchler mischte sich in den Streit und erklärte: »Nein, er lügt nicht! Sie, Herr Josef Stzabo, haben von er'.;{ymrr xtrmr einem Juden 50 Millionen Kwnen i'ttenuwancn, um ihm den Titel eines Oberregierungsrates zu verschaffen." Infolge ftiefa* Erklärung telongte Abgeordneter Josef Szabo den Stabtwpräsentanten Josef Büchler wegen Verleumdung. In der Verhandlung gab der Angeklagte zu, die ihm zur Last gelegte Aenßernng getan zu haben und bat unt Zulassung -des W a h r h e i t ö b e w e i s e s. Verteidiger Dr. Bela Lukacs bat um Zulassung des Wahckheitslbewciscs i»l öffentlichen Interesse. Es sei unstatthaft, daß ein Mann wie Jusos Szabo noch weiter als Gesetzgeber wirken dürfe, der ununterbrochen gegen -das- I u d e n t u m golvettort habe und zum Schlüsse eurem Rassejuden 50 Millionen Kronen unter dem Titel abnehme, -daß er ihn dafür zum Ober reg ie ru ngs r a t ernennen lasse. Es sei Pflicht des Gerichtes, eine solche Moral zn stigmatisieren und -solche Politiker üt die Versenkung zuvückznvevsetzen, aus der sie in den Tagen des Umsturzes aus ihrer Nichtigkeit hervorgekrochen wannt. Jn dieser Angelegenheit sei übrigens das Strafverfahren wegen Betruges im Zuge, und es fei der Tatbestand feftgestcllt »vorder,. Dentnach war der Abgeordnete der Nationalversaimnlung Josef Szabo anläßlich der jüngsten Nachwahl im Gyvrer Bezirk in Gesellschaft seines Part-eisÄretärs bei dem Direktor des dortigen Lagerhausunternehmens Ernst Rajnak erschienen und hatte diesem Herrn, einem Juden, den Vorschlag gemacht, er verschaffe ihn: den Titel eines Oberregierungsrates, wenn Rajnak ihm — Szabo— für die Wahlagitation der chvisMchspzwlen Partei 50 Millionett Kranen -geibe. Rajnak übergab diesen Betrag dem Arzt Dr. Josos Kömminger und erhielt eine vom Wgeordneten Szabo unterfertigte Empfangsbestätigung. — Da der Berhaivdlungsrichter Dr. Czukor offenbar in dem Bestreben, die antisemitische Moral nicht weiter anprangern zu lassen, die Verteidigung -unmöglich macht, legt Dr. Lukacs die Verteidigung nieder und der-, läßt den Saal, während der Angeklagte an-s das Schlußwort verzichtet, da ihnt die Verantwortung unmöglich gemacht wovden sei. Der Richter zog sich schließlich dadurch ms der Affaire, daß' er GememdeDat- Büchler wegen Verjährung sreisprach. Gaon Eliezer Don-Jachja gestorben. J-m Alter von 88 Jahren stavb vor einigen Tagen Gaon Rabbi Eliezer Don- Jachja in Lj uz in (Lettland). Der Verstorbene, der Wege« seiner großen Gelehrsamkeit und WeltKugheit mit dem Ehren* Prädikat „Chacham" ausgezeichnet wurde, entstammte der berühmten spanisch-jüdischen Fanrille Jbn Don-Jachja, die ihre« Stammbaum direkt von König David ableitete. Nach dieser Familientradition gehörte Gaon Rabbi Eliezer der 104. Genera* tion der Nachkommen des Königs der Juden an. Der Ljuziner Gaon genoß einen Weltruf. Zahlreiche angesehene Mische Gelehrte, so auch Oberrabbiner K u k in Jerusalem, waren seine! SchAer. Jn Ljuzin wirkte er ein halbes Jahrhundert lang Äs Oberrabbiner, wahrend welcher Zeit er zahlretM Berufungen iw die größten Judengemeinden aiblehntc. Seine Eittscheümngen in allen jüdischen Rechtsfragen genossen in der ganzen 2Mt rnt* bedingte Autorität, weshalb wiederholt, wenn irgend ein Beth- Din über eine schwierige Rechtsfrage zu entscheiden hatte, er den, Ljuziner Gaon ernlud, dem Kollegium ad hoc seine Mrtwirkmrg zu leihen. Aussehen erregte es seinerzeit, daß der -rffte Großrabbiner von* England, Nathan A d l e r, in einem jchwierrgät Falle gleichfalls Rabbi Eliezer Don-Jachja dem Beth-Din zuzog Jnteressant ist, daß nicht nur Uber die geistige,, sondern auch über lote fast unlvahrscheinliche Physische Kraft des Gaons zahlreiche Legenden erzählt werden. Rabbi Eliezer nahm auch an den Ar- Leiten für den Aufbau von Erez Israel regen Anteil. Der erste! Aufruf für den Keren Hajessod in Lettland rat Jahre 1921 wurde von ihm als ersten unterzeichnet. Während des Leichenbegängnisses, an dem viele Tausends Menschen teilnahmen,,'waren sämtliche Geschäfts-Iäden,- auch die christlichen, geschlossen.'Zu seinem Machfolger wurde fein .Sohn, B e nz-i o.n Dw n I a.ch j a, ein •'bekannter hebräischer Schriftsteller besonders auf taltkludisch-sitri-füschem Gebiete, oerüfe'n. Er ist der Autor mehrerer großer Beiträge in Eisensteins 'hebräischer' Enzyklopädie' „OZar Israel" sowie wertvoller - Arbeiten' in der rnssvsch-Ltidischen wissenschaftlichen Zeitschrift „Nasza Starina". Ein jüdisches Kriegerdenkmal. Airs. Prag wird uns geschrieben: Aus dem Mischen Friedhöfe wurde -der Grmrdsteiu firr em-Deuk-mal für die im Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten gelegt. Der imposanten Feier wichntcn staatliche und städtische Würdetrträger bei. Die- Mllitärbehörde. war durch Offiziere des Jnsanterieregiments T. G. M a f a r y k vertreten, welches eine Ehrenkompagrne und. die Megistrentskapelle gestellt.hatte. (Singe* leitet wurde der weihevolle Ak5 mit „El urole Rachaninn", das der Oberkantor Strauß stimmungsvoll vortrug. Dann hielt Rabbiner Dr. Kraus eine Ansprache,- in welcher er die Hoffnung aussprach, daß -nach diesem schrecklichen Krieg die Menschen sich besser verstehen und für lange Zeit' überall Frieden Herrscher möge. Gesänge des- Woinberger Tempelchors beschlossen die eindrucksvolle Feier. Beinahe jeder jüdische Verein hatte eine Abordnung entsandt. Unter den Awvesercken befanden sich die Herren Oberrabbiner Dr. B r 0 d y, Präsident Dr. S t e i n, Stadtrat Dr.- Max Popper und vom Jüdischen Nationalrat Artur Kanders, Veranstaltet wurde diese Feier vom Verein der jüdischen Invaliden. Landesversammlung der, jüdische»» Landwirte und Gärtner in Litauen. Aus K 0 w n 0 wird uns 'berichtet: Älm '20. d. fand hier eine 'Vollvers-cmtmlnng des Verbandes jüdischer Landwirte und Gärtner in Litauen statt, an welcher auch die Mitglied-er der ökonomisch-agronomischen Sektion, Ingenieur Bergholz,?l-grouom Friedma-itn, Dr. Goldberg und -der Rechtskortsulent des Verbandes, Dr. N. Maköwski^ teiluahnten. Voll den durch die BersMnmlung gefaßten Beschlüssen seien heworgehoben: .Behufs Ero-berung «des englischen Marktes -für. die Produkte der Bevbandsurisgllsder wird Agronom Fried mann zum Studium der Lage nach England entsendet. Deut neuen Landwirtschastsnrinister wird durch eine Abordnung chtc Deifkschrist überreicht, in welcher für den Verband «ine Vertretung in der Kammer der Landwirte gefordert uiD tvegerr der Zurücksetzung zahlreicher Mischer Fantil-ien bei Durchft'chrmtg der Bodenveif-orm Beschlverde geführt wird. Eiuent in der Bevsantmlung gewählten Komitee wuchs die Einleitung von Verhandlungeu wegen Hebung des Exports rrach Finnlalck übertragen. Warnung vor Schiffsagenten. Das Bereinigte Komitee für jüdische Auswanderung (Emigdirekt), Berlin W. 62, Kktziststraße 9, warnt alle jüdischen Auswanderer, die nach Südamer-tka reffen wollen/ vor den Agenten eitliger den Dienst nach Südarttertka versehendett Schiffsgesellschasten. da die Emigranten in vielen Fällen ü-bevvorterlt wurden und die Schiffe dieser Gesellschaften in keiner Weise für die sich ihnert anvertrauenden Reisenden zweckentsprechend eingerichtet sind. Alle Emigranten lverden anfgefordert, sich durch den Cnngdirekt und dessen Filialen in den einzelnen Länderrt vor dem Ankauf von Schiffskarten beraten Dk Iflflftlj

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