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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-27 · Heft 2637 (27.6.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2637 (27.6.1926)
Date
1926-06-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Men, Sonntag Mener 27. Juni 1986 We.««r »p. Hofffeaiieri Entfettungs -Tabletten «daß sie Dieselbe« sind von bester Wirkung, «ngenehmetrt Geschmack, vollständig ttnschftdllch, steilen eine schlanke, graziöse Figur her, ohne Dlättwditg oder Aenderung der Lebensweise. Prompte Oewkhtssbnahme. Vom Voiksgesundhettsamt bewilligt Nr. Sil Kelit Abführmittel Keine Schilddrüse Depot: Apotheke „Zum nsmleoksn Kaiser*, Wien, I., Wollielle 13 'bet über Herz! hinausgeht. Wo hinaus? Höchstens ins Blaue» Phantastische, Absurde. Wer niehr verlangt als die Wiederherstellung des Judenvolkes in Palästina, mit eigenem Land, eigener Kultur, eigener Sprache, eigenen politischen Geschicken, -der -ist nicht niehr ein zionistischer Idealist, sondern, wenn ausrichtig, ein Narr und wenn unaufrichtig, ein verächtlich demagogischer Phrasendrescher. Diejenigen, die sich rühmen, Herzl überwunden zu haben, sind meist solche Zionisten, deren Zionismus sich mit dem Ausbau der bestehenden, begonnenen oder geplanten palästinensischen Einrichtungen, der Schulen, Lehrfarmen, Pflanzungen, Arbeitergenossenschaften usw. begnügt. In Wahrhe't gehen sie nicht über Herzl hinaus, sondern bleiben weit hinter ihm zurück, einfach um die ganze Ausdehnung seiner Idee. Was sie wollen, wollte Herzl auch, aber er wollte uoch viel mehr, was zu erfassen ihr enger und kleiner Geist nicht ausreicht. Denn sein Streben ging ans das Ganze. Er träumte die Erlösung des ganzen jüdischen Volkes und seine Wieder« rstchung zu Ruhm und Ehre, nicht die Niederlasiung einiger hunderttausend Juden in einem arabischen Palästina, in das sie vorsichtig, auf den Fußspitzen, ängstlich um sich lugend hineinfchlcichen. „Der Judenstaat" ist ein idealistischer .Höhenflug, er ist Sein politisch-nationales Programm. Er ist die literarische Kristallisat'on der Stimmung, aus der der Zionismus erwachsen sollte, ct ist nicht die Darstellung des Zionismus. Im ,^Juden ftaat" f>at Herzl sich seine glühende Sehnsucht nach einem neuen schönen, selten großen Dasein des Judenv-olkes von der Seele geschrieben. Er hat ein Ideal definiert, ohne sich bei der Bahnung des Weges aufzuhalten, auf dem dieses Ideal zu erreichen wäre. Der judenstaat" ist eine Dichtung, die im Aether schwebt, nicht auf prosaischem, doch festem Boden steht, Im „Judenstaat" träumt Herzl einen malerischen Auszug aller Juden aus den Ländern des Galuth, in soldatisch geordneten Scharen, womöglich mit fliegenden Fahnen und mit Musik, eine kurzfristige Abwicklung aller jüdischen wirtschaftlichen Existenze?., eine bankmäßige Uebertragung aller Vermögen in die neue Heimat unter Mitwirkung der Rogierungen und Völker, von denen wir uns brüderlich und gerührt verabschieden; mit schwärmendem Blick steht er uns in die Schiffe steigen, an deren Masten die Flagge des Judentums im WiMe -flattert, und nach einer epischen Meefahrt an einem fernen Gestade, auf einer nicht genannten, geographisch nicht lokalisierten Insel, auf einem überseeischen Kontinent, in einem Draümland „Irgendwo" landen, an der Küste mit blumenumwundenen Triumphbogen, mit jauchzenden Hymnen, mir weihevollen Feiern empfangen. Schließen wir die Augen und schwelgen wir in diesen Prophetengesichten. Sie wollen keine Wirklichkeit sein Md sind es nicht. ..Im ,J-üdenstaet" war Herzl nur Dichter. Er blieb in der hohen Sphäre außerhalb «des Realen, wo die Phantasie die Schwingen frei ausbreiten kann, ohne zufürchten, irgendwo anstößt. „Leicht beieinander wohnen die Gedanken, Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen." An dieses Schillevwort hot man zu denken, wenn man den ,/JudeistaE kritisch beurteilen will. In diesem Buch ,,Wohnen die Gedanken leicht beieinander. Aber damit begnügte sich Herzl nicht. Er wollte sich seine Aufgabe nicht be gueni, nicht leicht machen. Als er sein Lied der Sehnsucht auSgesungen hatte, senkte er sich aus dem Aecher cuf die Erde herab, in den Raum, wo die ,/Sachen sich hart stoßen". Nachdem er trunken an der von ihn: selbst Heraufbeschworenen zauberschönen Fata Morgana gehangen hatte, richtete er den Blick auf das Gelände, dos sich vor ihm ausbreitete, und suchte es als geduldiger, geschickter und energischer Straßen- und Brücker lauer wegsam zu machen. Aus der Fabelinsel, dem Treumkontinent Irgendwo" wurde ,^Zion", die genau begrenzte ottomabische Provinz Palästina, und aus dem -mythischen Auszug der Juden-kolonne, die langsame Bor lbereituny der Besiedlung von Erez Israel mit Hilfe -der zionistischen Weltorganisation, ihrer Finanz- und Kulturinstitute. Judenstaat und Zionismus sind also nicht identisch und dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Ist aber ein -derartiges Mißverständnis, vor dem gewarnt «sei, vermieden, dann erbangt und behält „Der Judenstaat seinen vollen Wert, Hi-er finden sich He^ls Grundgedanken, ungehemmt durch praktische Rücksichten, voll ausgedrückt. Dieser Grundgedanke ist: Erlösung des Judenvolkes, feine Verjüngung, seine Erhöhung, kurz: die ,Meulah". An die Verwirklichung des Gedankens hat er später gedacht. Das war die eigentliche zionistische Phase ferner Entwicklung. Aber diese Phase wird erst durch die frühere, rein ideale, ganz verständlich. Um den eigentlichen Willen Herzls zu erfassen, muH man den ,^udenstaat" kennen. Dieses Märchen .durchleuchtet den Zionismus. Es klärt auf, was in diesem dunkel scheinen konnte. „Der Judenstaat" ist der Schlüssel der zionistischen .Organisation, der Kongresse, der Kolönialbank, des National-sonds, der Palästinaarbeit. Er verhält sich zum Zionismus wie die platonischen .Ideen" zu ihren -Verkörperungen in der Welt des Stoffes. Man kann aus..ihm keine Richtlinien fiir die praktische Tätigkeit im Zionismus gewinnen, wohl aber di-e Gesinnung, die aus gleichgültigen, zukunftlosen, dem Abfall Antreibenden Juden hoffnungssreudige, sel-bstver trauende Zionisten macht. - E der fit diesem Jahre bis dato duräi den „Glücksbauei' qezogenen Lose wird uachstebend anSzugSweis» dekanntgegeben. Die Ziffern sprechen für sich! Allein heuer hat der „GlückSbäuer* «BaiNhauS Albert Baüer Wien, 4, Bez., ^avoritenstraße 4) viele Milliarden an Treffem seineü LoßkNNden der Klassenlo terie- und der Losratenabteilung ausbezahlt... ,lfd ist,auf Grund dieser Ziffern begreiflich, warum sich jeder gerade um «Glücksbauerlose* reißt. Es gewonnen «wischen l. Jänner.und 30. April r ' 100.000 Serster Mtllia:dtnhaupttreffer BauloS Serie 9094 Ar. 33 : 70.000 S. erster Hau-.'I treffe-- Baülös Serie 1287 Nr. 42 : 15.000 S. Klaffenlos 61.80S; 10.000 S Klassenlos 50.048 ' 7000 S. Klaffenlo? 58 037;- 6000 S. Baulos Serie 858 Nr. 67 r 5000.©. Baulos Serie 848 Nr. 44; 2000 S. BauloS Serie 988 Nr. 68; 1200'S. Baulös Serie 316lNr.75; 1000 S. BauloS Serie.87Nr. 58usw. Die Äestellintgen auf Klassenlos zur Nächsten l. Klaffe, laufen bereits jetzt Ichon io zahireich ein, daß sämtliche Lose voraurfichtlich^.-ald. vergriffen sein werden Es ist daher ratsam, sich.beim „Glücksbauer" Wien raschest vormerken zu lassen. Preise: V- Los 4 S., V. LoS 8 S., '/, Los 16 S., '/. Los 32 S. Ratenbaulote von 9 S. monatlich aufwärts. Stimmung«!. Don Dozent Dr. Siegmund KvrvM. Herr Dozent Dr. Sisgmund Kornfeld einer der ersten Bekenner unv Vorkämpfer des politischen Zionismus nach denr Erscheinen vor Herzls „Judenstaat" pflegt in seinem reichen, der Wissenschaft und dem Judentum gewidmet«! Leben Beziehungen der Freundschaft und geistigen Verbundenheit zu hervorragenden Zeitgenossen. Es ist einem unserer Mitarbeiter gegönnt, durch Gespräche mit dem Gelehrten de« Schatz seiner Erinnerungen den Lesern der „Wiener Morgenzeitung" zu übermitteln. — «t äußert sich Dozent Dr. Kornfeld über egeanungen mit Herzl. als der ,Judenstaat" erschienen war und über Hie damalige Bekämpfung des Zionismus im Judentum. Für Herzls Idee vom „Judenstaat" war ich durch Josef Popper-Lynkeus vorbereitet. In seiner Broschüre „Fürst Bismarck und der Antisemitismus", welche er anonym erscheinen ließ, und welche mir Professor Doktor Basch, der Leibarzt des unglücklichen Kaisers Maximilian von Mexiko, einhändigte, war bereits der Gedanke der Notwendigkeit eines Judenstaates enthalten. Popper-LynkeuS trat dort für ein jüdisches Zentrum in Palästina ein, das als Stützpunkt für das Judentum errichtet werden müsse und die einzige Möglichkeit böte, die Fortbildung der jüdischen Kultur zu gewährleisten und damit den Judenhaß abzubauen. Als Theodor Herzl nach feiner Rückkehr von Paris zum ersten Male in das Cafe Louvre kam, wo die Sitzungen des Ahawath Zion statfanden, war ich zugegen. (Ich hielt mich damals allerdings nur vorübergehend in Wien auf, da ich zu jener Zeit in Brünn domizilierte.) Herzl erzählte damals mit großer Befriedigung, er habe sich an Oberrabbiner Güdemann mit dem Ersuchen gewendet, seinen „Judenstaat" als jüdischer Gelehrter zu prüfen und G-üdemanns Antwort sei nunmehr eingetroffen. Sie laute: ,^Jch habe nichts zu monieren." Wenn man die damalige freudige Genugtuung Herzls über Güdemanns „Zensur" der Tatsache gegenüberhält, daß sich der nämliche Oberrabbiner Güdemann kurze Zeit später an die Spitze der Protestrabbiner teilte, gewinnt man eine Ahnung von der geradezu empörten Gegnerschaft, auf die Herzl im Judentum stieß. Ich elbst, als einer seiner ersten Anhänger, bekam sie in Brünn zu spüren, wohin ich als Primararzt an die dortige Irrenanstalt berufen worden war. Die einflußreichen jüdischen Kreise Brünns nahmen an meiner zionistischen Gesinnung Anstoß und scheuten nicht davor zurück, meine wirtschaftliche Existenz zu untergraben. Der Brunner Rabbiner Placzek — der übrigens nachweislich genreinsam mit dem Budapester Rabbiner Dr. Kohn die offiziellen Kreise gegen den Zionismus aufzustacheln suchte — sagte in einer seiner Predigten, der Zionismus sei genügend dadurch charakterirert,.daß sich in Brünn an die Spitze der Bewegung ein Irren- . qrzt. gestellt habe und daß alle seine Anhänger in der Ah» ng für Geisteskranke, die er leite, interniert werden sollten. Als ich gar Theodor Herzl veranlaßt«, nach Brünn, zu kommen und im Rahmen eines öffentlichen Abends zu sprechen — die offiziellen jüdischen Kreise glänzten natürlich durch Abwesenheit — war es in Brünn um mich geschehen. Die Herren wußten beim Landesausschuß, der mir erst kurz vorher eine lobende Anerkennung für meine selbständige Leitung der Anstalt erteilt hatte, meine Stellung zu erschüttern; ich zog es vor, Brünn den Rücken zu kehren und übersiedelte nach Wien. Als Herzl kam. (Aus meinem Notizbuche.) Von David Silberbusch. Verein Admath Jeschurun zu Wien. Eine kleine Gruppe. Alte Herren der Kadimah unter Führung von Dr. Schnierer und Dr. Kokesch, eine Handvoll nach Wien zugewanderter Ostjuden, darunter Kremenetzkh und Seidener, ferner einige, die man nicht mehr als Ostjuden, aber auch noch Nicht als Westjuden ansprechen konnte, wie der auS Zemlin stammende Börsensensal Löbl. Sie waren dem Rufe der Birnbaumschen „Selbstemanzipalion" gefolgt, der einzigen zionistischn Zeitschrift in Oesterreich. Löbl, eine intensive Natur, ein Mann von beinahe kindlich-naiver Hingabe an die nationale- Befreiungsidee, wurde Präsident. Die Staffage des Vereines bildeten die diversen akademischen schlagenden und nichtschlagenden jüdischnationalen Verbindungen. Reife Männer und grüne Studentenjugend. Sie ergänzten einander nur insoferne, daß die Jungen summten wie die Alten brummten. Der Verein Admath Jeschurun in Men war nicht viel mehr als eine Paradefiliale der russischen Chowewe-Zion-Zentrale. Für die eigentliche Kolonisation in Erez Israel hatten sie zu wenig Geld und noch weniger Menschen, welche sich für den Piomerdienst geopfert hätten. Einige Mitglieder kauften Bodenparzellen an. Sonst geschah.so ziemlich nichts. Auch die akademischen Verbindungen mit und ohne Mensurbude, so löblich ihr Anrennen an die festgefügte Assimilationsburg war, ragten durch keine produktive- Leistung hervor, welche den Säumigen hätte Beispiel geben können. Auch nicht die Eifrigsten unter ihnen rafften sich zur Erlernung des .Hebräischen auf. Und in der Chowewe-Zion-Zentrale selbst war in der letzten Zeit eine „Ben-Haschmaschoth" in Erscheinung getreten eine „Abenddämmerstimmung". Kaum hatte sich die Chowewe-Zion nach dem Ableben Leo Pinslers von den Keulenschlägen erholt, die ihr Achad Haam in seinem „Gmeth m'Erez Israel" versetzte, häuften sich Störungen auf Störungen seitens der türkischen Regierung, welche geradezu lähmend wirkten. Die Bezeichnung „Abenddäminerstimmuna" ist vielleicht nicht ganz zutreffend, denn sie taugt eher für einen Zustand Mystischer Schwärmerei. Aber ich weiß keinen besseren für die.düstere Lage von damals, die von so erdrückender Schwüle erfüllt war, daß alles unr Atem rang, jede Brust nach einem erfrischenden Luftzug lechzte. Die stickige Schwüle hatte sich auch den Zusammenkünften mitgeterit, welche der Verein Admath Jeschurun zu Wien jeden Dienstag abends im Cafe Louvre abhielt. Eine dicke Afchenschichte drohte die flammende Begeisterung zu ersticken. Die großen Worte, die man immer gebraucht hatte, wollten nicht mehr recht über die Lippen. Alles sehnte sich nach einem neuen, beglückenden und erlösenden Wort. * Und plötzlich, fast auf die Art von „nafa-l pitka min schmaja", ist dieses Wort tatsächlich gefallen. Es heißt „Judenstaat". Nicht mehr Baschisch-Kolonisation, nicht mehr Einfchleichen durch Hintertüren, sondern Charter, Einzug mit offenem Visier soll erstrebt werden. Für die Wiener Zionisten hat ^das Erscheinen des Buches und sein Autor besondere Bedeutung. In der Ässimilationsmauer, gegen die man bisher mit dem Kopf angerannt hatte, war ein klaffender Sprung entständen. Einer der stärksten Pfeiler der Assimilation, ihr verhätschelter Liebling, ein junger deutscher Schriftsteller, welcher in der Attrappe einer feinen Conserie philosophische Gedanken zu servierenverstand, ein leibhaftiger Mitredakteur der „Neuen Freien Presse", hat sich auf sein Volk besonnen und das neue Wort »^Judenstaat" in die Welt geschleudert. * Alles brennt vor Neugierde, diesen bemerkenswerten Mann, Theodor Herzl, persönlich kennen zu lernen, aber er hält sich zurzeit al- Korrespondent seines Blattes in Paris auf. Schon bilden sich Legenden um ihn. So wird erzählt, daß d»r Wiener Oberrabbiner Güdemann, welchem der.Verfasset fein Manuskript des „Judenstaates" zur Approbation zügeschickt hatte, -Herzl bei einer, zufälligen Begegnurrg <p Münchener Bahnhof umarmt habe und in den jauchzenden Ruf ausgebrochen sei: „Wohl mir, daß ich wert war, den größeren Sohrr des Judentums in meine Arme zu schließen . . .!" Dann erfährt man, Herzl weile in Wien bei seiner Familx (9.' Bez,, Berggasse 6). Löbl, ein naher BerwaMer Herzls mü-tterlichevseits, weiß sogar zu berichten, wie Theodor Herzl, als er in seinem Hause zu Besuch weilte und bei ihm palästinensischen Wein und Kognak aus den NothschM- Kellereien genoß, ganz -berauscht war: mchr von -der Tatsche, daß es solche Produkte jüdischer Arbeit ir Erez Israel gibt, als von den Getränken selbst. Aber er erzählte zugleich, Herzl sei fest entschlossen, seine Arbeitsstube nicht zu verlassen, sondern als stiller Beobachter die Ausführung seines Planes durch andere cvbzuwarten. Der Verein Admath Jeschurun aber ist neu belebt. Er nützt das neu erschienene Buch „Judenstaat" zu Propagandazwecken aus, beruft in den großen Saal -des koscheren Restaurants Uczik (in der Wipplingerstraße) Volksversammlung auf Volksversammlung ein und fordert Anhänger und Gegner zrir freien Diskussion auf. Selbstverständlich wird vor allem Herzl selbst eingvladen, aber der Verein erhält stereotyp als Antwort Herzls Ausdruck des tiossten Dankes für die Einladung, zugleich mit seinem tiefen Bedauern, der Versammlung leider nicht beiwohnen zu können. Man erfährt aber, daß er sich über Verlauf und Inhalt dieser Versannnlungm und Distussionsabende berichten läßt. Es kam dann doch dazu, daß er in unserer Mitte erschien. Man hatte ihnr eines Tages erzählt, daß ihn ein alter Religionslehrer mit Sabatöi Zwi verglichen hätte. Herzl antwortete diesem GowährsMMn: „Für mein Auftreten in einer Volksversammlung ist die Zeit noch nicht reif. Aber zu einem nächsten Dienstagabend-Konventikel Ihres Vereines komme ich. Ich will den Freunden und Gesinnungsgenossen die Hand drücken." * Welchen Eindruck das erste Erscheinen Herzls, seine imposante Persönlichkeit im Seitenzimmer des Cafe Louvre gemacht haben, läßt sich nicht wiedergeben. Alle HerM jubolten ihm zu. Alle fühlten: ,Das ist d e r Mann!" Aber ihm war diese Stube zu eng und sein erster Entschluß war: „Fort aus dem Kaffeohauslokal in ein eigenes Zionistenheim!" Johann Kremenetzky erbot sich Veremsräunvlichkoite« in der Rerubrandtstraße 11 zu mieten', und Herzl selbst regte an, man inöge die kleine Gruppe im Cafe Louvre zum An-' denken photographieren. Das Bild hat historische Ädeutuntz erlangp

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