Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2635 (25.6.1926)
- Date
- 1926-06-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«r. 2S88 20. T&ffi 4Mfardpffll «PcBn ^jTCuQ^ fffHüittfiti flWUtfrtiatü jüif fit itii wICRfC iUiDEQCIlsCuUilg lSommerurlauber! Verlanget überall blau-weiße Zünder! Versichert eure Wohnungen gegen Feuer und Einbruchsdiebstahl itor fatal der Vemleherungsabteilung des Keren Kajemeih für Oesterreich T«tepfl0« 77.4-«, 77-4-88 Wie fl, l., Kärntnerstraße 28 Telephon 77-4-85,77-4-86 Kmift, Bühne. Auch. .Die Gefangene" w Bubavek verboten Wie U. T. K. B. unter dem 24. d. meDet, hat tzke Nnda« ,'cster Polizei die weiteren Aufführungen von Bvttrdets Schauspiel „Die Gesungene" das vorgestern durch das Wiener Reinhardt-EnsenMe zmn erstenmal hier anfgeführt wurde, mit der Begründung verboten, daß das Stück gegen die öffentliche Moral verstoße. Gegen die Entscheidung wird beim Ministerium des Innern Berufung eingelegt werden. * Das Verbot ist für diejenigen, welche es ausgesprochen haben, wahrhaft blamabel. Taktvoll wird in diesem Stück die lesbische Disposition eines Mädchens behandelt, welches in erotische Abhängigkeit einer Verführerin geriet. Wie die traurige Heldin des Schauspiels, ihr Bräutigam und spätere Genrahl sowie der Gatte der Verführerin unter der Verirrung furchtbar zu leiden und wie das Glück von zwei Familien zerstört wird, ist in diesem Bühnenwerk geschildert, das sich durch vornehmen, gepflegten Dialog anszeichnet und niemals anstößig ist. Der Dannstrahl des Budapefter Zensors hätte schon längst Wagners „Walküre" treffen nn'lssen. Denn in diesem Musikdrama vereinigen sich Brrrder und Schwester auf offener Szerte, sowie die Winterstürme dem Wonnemond weichen. Bourdets „Gefangene", kein Werk von l Überragender Bedeutung, aber bestimmt wertvoller als viele Budapefter Repemsiroftücke, stcht sittlich um einige Etagen höher als etwa „Antonia" oder „Die Tänzerin". Ser Sntecvatfamole Schaahiielerrimgrch tu Serif«. Unter f«lhr starker Beteiligung ans zahlreichen Ländern, darunter Belgßen, Dänemark, England, Frankreich, Oesterreich, Rußland, Schweden, Ungärn und die Bereinigten Staaten, fand am 23. Juni die feierliche Eröffnung des Internationalen Schauspielerkangrefses zu Berlin statt. In seiner bemerkenswerten Rede erklärte Innenminister Dr. Külz, die Konferenz stehe dem W»eltthea tergedan ke n .Gem i e rs nahe. Es müsse eine inLernationale Union der Bühuenangehörigen entstehen, um die Bühuengesetzgebnngen in den einzelnen Ländern zeitgemäß zu beernflnffen. Der dramatischen Kunst käme eine Völkerv e r b i n d em d e und völkervereinigende Aufgabe zu. Es sprcvchen ferner der Präsident der Bühnengenosfenschaft Rrckelt, öac Kultusminister Dr. Becker, Oberbürgermeister Wöß u. a. nn., ferner in französischer Sprache Baur, worauf das Kongreßprckfidium gewählt wurde. Die Eröffnungsfeier wurde mit der Äwnoren-Ouvcrtüre eingeleitet und mit dem MeistersingLr-Vorlfpicl geschlvsien. — In der gestrigen Sitzung sprach Stärk Aber die österreichischen Th e a 1 e rverhält- Hm mMm1 Ni EMilMiMlÜMlIlMlI US der jüdischen Welt NIl-NIIZNll Herzls „Fudeuftaat" In Wdifcher Sprache. Herzls „Judenstaat" ist seltsamerweise bisher noch nicht in fiddischer Sprache erschienen. Das Organ der Zionistischen Organisation in Amerika „Das jüdische Volk" bringt jetzt fortsctzungsweise eine solche Uebersetzung. Das überaus große Interesse, das der „Jndenstaat" beim jiddisch lesenden Publikum gefunden hat, vemnlaßte nun die Zionistische Organisation in Amerika, die' Uaberstchnng in Buchform herauszugeben und zu populären Dreien zugänglich zu machen. Bom Frwlfh Board of Depitties. In der letzten Sitzung des Jewish Board Deputies (Jüdischer Depntiertenr-at) in London erstattete Lucien Wolf den Bericht des Joint Foreign Committee (Komitee für auswärtige Angelegenheiten) und führte aus, daß die Dinge in P 01. c n und. SRumanuit augenblicklich keinen Anlaß zu Besorgnis geben, wenn sich auch hie und da störende Shnrptome bemerkbar machen. WaL die S ch e ch i t a s r a g e in Norwegen betrifft, so glaubt das Joint Foreign Committee an eine zufriedenstellende- Lösung. Bezüglich des Numerus-clausus-Gesetzes in Ungarn dürfen die Anstrengungen nicht erlahmen, um endlich die Annullierung dieses Gesetzes zu erreichen. Den jüdischen Gemeinden in Westeuropa obliegt es ja, den Hunderten jüdifchev S t ndenten aus Ungarn zu Helsen, die infolge des Numerusclansns-Gesetzes fremde Universitäten aufsuchen müssen. Es war notwendig, daraus zu bestehen, daß der Völkerbund Ungarn zwingt, das Numerus-ola usus-Gesetz spätestens im September b. I. abzuäwdern. Ein besonderes Problem ist die Staatenlosigkeit der Flüchtlinge aus Rußlanid und den ehemaligen russischen' Provinzen. Das Joint Foreign Committee beobachtet diese Frage, sowie alle anderen die jüdischen Interessen berührenden Fragen, die gegenwärtig vom Völkerbund behandelt werden. Ein ausführlicher Bericht wird der nächsten Sitzung vorliegen. Die Zurückziehung des Aitti-Schechita-Gesetzes durch die norwegische Re-«f gierung hat die Unzufriedenheit mancher Kreise des Storthing, erregt und auch zu einer Art Bolks-boivegung gegen die Inder- Anlaß gegeben, deren Ziele über die Grenzen der Schechitaifrage hinausgehen. An das Joint Foreign Committee wurise appelliert, den norwegischen Inden beiznstehen. Es wurde beschlossen, Schritte zu unternehmen, um auf die öffentliche Meinung Norwegens aufklärend zu wirken und eine ruhige und gerechte Lösung der Frage herbeizuführen. , In Beantwortung einer Frage Mr. Lessers, wie '(weit sich das Joint Foreign Committee des britischen Auswilärt i g e n Amtes bedient habe, um ans ausländische Regierungen einznwirken, stellte Mr. Lncien Wolf fest, das Joint Foreign Committee habe sich entschlossen, selbst nach Genß zu gehe n, um gegen die Rechtsnnsicherheit, unter der die Ahlden in gewissen Ländern leben, anzukämpfen. Dieser EutschlnH war erfreulich. Die Versuche, solche Probleme mit Hilfe deH Auswärtigen Amtes zu lösen, haben fehlgeschlagen. Die Regierung selbst gab offiziell zur Antwort, daß jetzt der Bökkevbnr-d direkt Appellationen entgegennimmt, man brauche nicht den W«g durch die britische Regierung zu wählen. Man könne, wo es notwendig erscheint, die britische Regierung bitten, gewisse Maßnahmen zu unterstützen. Die britische Regierung zeige sich unioerärcherlich bestrebt. den Beschwerden des Joint Foreign Committee Nachdruck zu verleihen. Die Frage van Mr. Land«, ob das Joimt Foreign Committee Gelegenheit genommen hat, mit den einflußreichen Mitgliedern des polnische» Seim, die vor kmßem j'iu London weilten, in Kontakt zu kommen, beantwortete Mr. Lncien Wolf dahin, tic polnischen Juden verfügen über eine starke Vertretung im Sestii, so daß sich niemand e i n z u m i s ch e n brauche. ■Snben in wichtigen Ausschüssen des litauischen Sejms. Aus Kwwno wird uns berichtet: Der neue demokratische Kurs in Libamen kommt auch in der Zusammensetzung der einzelnen Seflnaonsschüsse zum Ausdruck. So wurde der jüdische Abgeordnete Fr »kielst ein, der, wie seinerzeit berichtet wurde, in der Eröffnurvgssitzung des neuen Sejms als Alterspräsident fungierte, znm Vorsitzenden des Rechtsausschusses und des Redaktionskomttc-es und der auf sozialistischem Programm gewählte MgeordncÄe zum Vorsitzenden des Ausschusses stir sozialen Schutz gewählt. Der Zerfall des französischen Judentums. Ans Paris wird uns geschrieben:^ Vor emigen Tagen wurde hier die Generalversammlung des jüdischen Zentralkonsistoriums für Frankreich und Mgi en abgehalten. Nach Verlesung der üblichen Berichte ergriff der omwesende Grandrabbin Israel Levy das Wort, um für die ihm anläßlich seines siebzigsten Geburtstages erwiesenen Ehrungen zu danken und dann ein geradezu niederschmetterndes Bild des Zerfalles des sogenannten autochtonen französischen Judentmrös zu entwerfen. Die eingewanderten jüdischen Elemente —- sagIe der Grandrabbin — füllen allmählich die Lücken aus, die in .‘ben stark gelichteten Reihen der französischen Juden entstanden sind und täglich von neuem entstehen. Die Ursachen dieser Erscheinung seien eine Lockerung der Religiosität, eine unverzeihliche Cmnvencmce anderen Religionen gegenüber, persönliches Jnierefffe und ab und zu auch innere Ueberzeugung. Dazu kommt noch eitle unerhörte Taufpropaganda von Seite der christlichen Konfcffsionen. Die Taufen und Mischehen nehmen in erschreckender Bo eise überhand. Besonders stark ist der Abfall junger jüdischer Mädchen. Grandrabbin Levy versprach, durch intensivere Aufklärungsarbeit dem Ucbcl steuern zu wollen. Hebräische Unterrichtssprache in den estländischen jüdischen 'Schulen. Aus Reval wird uns berichtet: Der jüdische Knltnrn:at für Estland beschloß nach längerer, stürmischer Debatte mit 716 gegen fünf Stimmen, daß die Unterrichtssprache in den est- ,'ländischen Schulen die hebräische zu sein habe, wobei auch 'der jiddischen Sprache ein entsprechender Raum im Lehrplan eingeräumt wurde. Die Jiddischisten erklären ihre Niederlage mit dem Fernbleiben mehrerer ihrer Anhänger von der entscheidenden Sitzung und kündigen eine scharfe Opposition im Kulturrat an. Bon der aus sechs Mitgliedern bestehenden Leitung des Kulturratcs sind zwei Hebraisten, zwei Jiddischisten und zwei Unparteiische. Zum Sekretär wurde der Jiddischist Rochlin ernannt. Der Großrabbiner von Monastir kehrt nach Palästina zurück. Eine kleine Gruppe jüdischer Gemeindearbeiter aus Monastir und Nordserbien machte kürzlich unter der Führung des Großrabbiners Sabetay I. Djaen eine■ Reise durch Palästina, in deren Verlauf sie mit Führern der sephardischen und aschkenasischen Gemeinden zusammentrafen. Einige Mitglieder der Gruppe haben beschlossen, nach Palästina zurückzukehren, um sich dauernd hier im Lande niederzulassen und zu seiner ökononnschen Entwicklung beizutragen. Ihre Reise wurde mit Hilfe des jüdischen Jnformationsbureaus arrangiert. Jahresversammlung des Rabbinerverbandes von Jugoslawien. Aus Belgrad wird uns berichtet: Vorige Woche fand tu Zemun (Semlnr) die diesjährige Jahresversammlung des Rabbinerverbandes von Jugoslawien unter großer Beteiligung der Berbandsmitglieder statt. Den Vorsitz führte der Präsident des Verbandes, Großrabbiner Dr. Haak Alkalay. Die Taagng befaßte sich mit der Notwendigkeit der ' Schaffung zweckmäßiger Lehrbücher für die jüdische Jugend, Errichtung einer Rabbinerbibliothek zur Erleichterung der wissenschaftlichen Arbeit der aktiven Rabbiner. Großen Raum nahm die Diskussion über das bestehende Kultusstatut ein, wobei der Standpunkt zum Durchbruch kam, daß ein einheitliches Gemeindestatut geschaffen werden müsse, welches den religiösen Ueberzeugungen aller Richtungen entspricht. Der Verbandstag sandte an den König ein Huldigungsielegramm, worauf eine sehr warm gehaltene Antwortdevesche einlangte. Zmn Präsidenten des Rabbiicerverbandes wurde Orotzrabbiner Dr. Alkalay wiedergewähltnisse. Der Kollektivvertrag sei eine Errungenschaft, die soziale Arbeit der Organisation an dem wirtschaftlichen Niedergang der Theater nicht schuld. Ueber die russischen Theaterverhällrüste referierte W l a d 7 m i r 0 w. In Rußland sind die Crnkänste der Schauspieler gesetzlich geregelt. Montag ist Ruhetag. Di« 9t* beitet, deren Lage sich fc* letzten Jahre wasentlich gsbestert unterstützen alle Bühnen. Aa« Urft rheattm. '/-» Uhr fint dH eat tt. Morgen, aüeralsMilltonar". abends, '/,8 Uhr abends, Morgen, ‘/j8 Uhr abends, neuein» Akademtetheater. .Mäbelvonheute*. Overnlveater Morgen, studiert: »C 0 r r e g t d 0 r". Berel««. BorttSae «ad Bersammlunsen. Verein zionistischerStndenten Hechawet. Heute, 8 Uhr abends, im Lokale, 9. Bez., Türkenstraße 9, letzte Semestralversammlimg. * Jüdisches Realgymnasium. Aufnahmsprüfungen indie l. Klasse werden Montag den 28. d. um 4 Uhr nachmittags abgehniten Federstiel und Feder sind mitzubrlngen. Eine jüdische Familie Wiens befindet sich in größter Not. Eine 38 Jahre alte, Herzkranke jüdische Frau mit zwei Kindern und einem seit längerem arbeitslosen Gatten sind aus Gründen ihrer Nichtzustänidigkeit zu Wien delogiert wovden. Diese bedauernswerte Familie lauft Gefahr, buchstäblich zugrunde zu gehen. Eine Zuweisung einer Wohnung von seiten des Wohnungsamtes steht wegen der ^tichtzuständiakeit außer Frage. Die Mittel, sich eine Privatwohnung zu verschaffen, sind nicht vorhanden. Es ist dringende Pflicht der jüdischen Oefsentlichkett, sich der bedauernswerten Familie anzunehmen, sei es in Form der Beschaffung einer Wohngelegenheit oder sei es durch, andere Hilfe« leistmrg. Man möge sich diesbezüglich an die „Wiener Morgenzeitung", 2. Bez., Taborstraße 1—3, wenden. Namen und Adresse sind der Redaktion bekannt. Gerichtssaal. Die Mißstände in Laxenburg. Der Prozeß gegen den et maligen Direktor von Laxenburg, Robert Bauer, wegen B truges währt nun schon zehn Tage und ist reich an Zwischckrfällen. Die Einvernahme der Brüder Hilfreich und des ehemaligen Fürsten Colloredo-Mansfeld, die durch das Vorgeyim Bauers geschädigt wurden, ist bereits erfolgt. Colloredo-Mansfeld hat in Laxenburg zwei Milliarden eingebüßt. Auf eine Frage dos Verteidigers Dr. S ch n e p p erklärte er, daß Bauer berechtigt war, über eine Summe von 60.000 tschech. K. verrechnnngsfrei zu verfügen. Dr. S ch n e p P verlangte die Protokollierung dieser Antwort, damit diese Tatsache ein für allemal sestgestellt werbe. Der Vorsitzende Hofrat Härdtl erblickte darin eine Beleidigung und verhängte über den Anwalt eine Ordnungsstrafe von 6 0 S ch i l I i n g. Daraufhin legte Dr. Schnepp die Berte i digung nieder, weil diese abermalige Disziplinierung für ihn einen neuen Beweis für die Befangenheit des Vorsitzenden bilde. Zwei Menschen in einer Nacht erstochen. Der 21jähvige, wiederholt vorbestrafte Markthelser Karl Kost rar zechte am 5. Dezember v. I. in einein. Gasthause in der Lerchenfelderstraße. An seinen Tisch setzte sich der Maurerlehrling Leopold B D m, wobei er ihn unbeabsichtigt anstieß. Daraufhin entstand ent Streit zwischen beiden. Plötzlich sahen Gäste, daß Böhm mit dem Oberkörper auf den Tisch siel und sich nicht mehr regte. Der Arzt konnte nur mehr seinen Tod feststellen, der durch einen Stich in das Herz erfolgt war. Koprax flüchtete nach der Tat und wurde von mehreren Gästen verfolgt. Bald darauf fand ein Wachmann an der Ecke der Josefstädterstraße und Albertgasse einen Mann mit Siner Stichwunde toi am Boden liegen. Der Tote wurde als der Hilfsarbeiter Franz Beneschek agnosziert, der sich in Begleitung des Böhm im Gasthause befunden und dann den Koprax verfolgt hatte. Er wurde von dem Gewalttäter, als. er ihm nahekam, nievergestochen. Der Angeklagte bchauptete, in beiden Fällen in Notwehr gehandelt zu haben. In der gestrigen Verhandlung gegen Koprax wegen Totschlages erklärte der Angeklagte^ daß er. sich an die Vorfälle nicht erinnern könne. Die Psychiater Verhandlung wird heute zu Ende geführt. Der Polizist mit der „Arbeiterpresse". Der Leichenverein der Markthelser war'mit 300. Mtglieder zu einem Leichertbegänzms ausgerückt. Der Zug konnte sich aber nicht recht fortbewegen,' da an dem Tage, dem 23. März, heftiges Regenwetter herrschte. Ein Wagerl kam in die Qnere und der diensthabende Rayonsinspektor Johann Haas rief dem Kutscher zu: fahren S' nur zu, das ist ch' nur ein Hakenkreuzlergesindel!" Durch diese Aeußcrung fühlte sich der Obmann des Leichenvereines Johann Dworak verletzt und klagte den Wachmann beim Bezirksgericht Favoriten mcf Ehrenbeleidigung. Zur Verhandlung erschien der angeklagte Wachmann mit einer ütummer der „Arbeiterpresse" in der Rocktasche, so daß man das Hakenkreuz am Titelblatt sehen konnte. Er bestritt, die inkriminierte Aeußerung getan zu haben, schon deshalb, weil er als M i 1 g l i e d der ristkich'en Gewerkschaft und des Veteranenvereines in Schwechat sich mit den Hakenkrenzlern ge ist es- und seelenverwandt fühle. Um ja keinen Zweifel in seiner Ge* sinung aufkonimen zu lassen, zog der Hüter der Ordnung,da» Hakenrreuzschnlierblärtchen aus der Tasche, das m jeder seiner Nu,nmer zu Mord und Pogrom hetzt. Im übrigen legitimierte er sich dadurch, daß er sich als L^er der „Deutschösterreichrschen Tageszeitung" und ähnlicher Blätter deklarierte. Klagevertreter. Dr. Mieses: .Aie Zeitung haben Sie sich wahrschemlW draußen getauft? Meinetwegen können Sie sich noch den „Michel^ „„>> Nr>spn" hru.ii fmifcu! Die Zeuaen haben aenua Dr. Mieses ließ diese Aeußerung protokollieren und erklärte, es ist traurig, wenn ein Wacheheamter nicht weiß, wie, weit ^er in seinen Aeußerungen gehen darf. Der Richter vertagte schkießlich hie Verhandlung zwecks Eiuvernayme des Obmannes der chrdstjiche» Gewerkschaft über ihre tzolAWe Umstellung, § ir