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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-23 · Heft 2633 (23.6.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2633 (23.6.1926)
Date
1926-06-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ar. 2638 ftuni i WrvMvky UMf,_... illt ii',in, i I. ■ itfli m a «viciKC sVwi^cn.£rintng s. KM MS 9lltt|nIf6f|Ctl88 |lf |hI pMf m^lSI ™II* Der Haupttreffer der letzte« StaatSwohltättgkeitS lotterte im Betrage von 100.000 S., das ist eine Mil l i a r d e Kronen, ist auf ein Loentfallen, das in einer kleinen Tabak-Trafik in Ischl von einem Arbeiter erworben worden war. Diesem Lauerte das Warten au die Ziehung zu lang und, als er eines Tages Durst au ein Paar Krügel Bier bekam, begab er sich in das Gasthaus der Frau Anna Hörmandinger in Laufe« löschte dort seinen Durst und bezahlte mit dem StaatswohltätigkeitSlose seine Zechschuld So kam das Haupttreffexlos in den Besitz der Wirtin Hörmandinger, die jedenfalls mit dem LoSkauf ein gutes Geschäft gemacht hat. Ser Schmuck Ser Italienerin. Wie berichtet, wurde am 21. v. M. eine Frau in einer Wiener Pfandleihanstalt festgenommen, die zwei unecht Perlenschnur«, zwei prachtvolle BrillantenboutoNS und andere Schmuckstücke versetzt und ein Darlehen von 5000 S. erhalten hatte. Die gab zuerst an, Anna Friede! zu heißen und seit einiger Zeit in Wien zu wohnen. Ihren Mihnsitz verweigerte sie jedoch anzugeben. Die Frau wurde in Schubhaft genommen und auf Grund der mit den internatio »allen Behörden eingeleiteten Korrespondenz wurde feftgestellt, daß sie mit der bereits mit zwei Jahren schweren Kerkers wegen Diebstahls vorbestraften Hedwig Brun, einer dreißigjährigen HauSgehilfin aus Italien, identisch ist. Bei Durchsicht der auswärtigen Fahndungsblätter kam man nun darauf, daß in einem italienischen Fahndungsblatt von der Quästur in Mailand zwei Brillantsnboutons abgebildet wäre« die den hier von der Brun versetzten fast gleich zu sein scheinen. Diese Schmuckstücke waren mit einer Bruche am 27. April b. I. von dem italienischen Großindustriellen Romeo als gestohlen angezeigt worden. Ta nun die Bv«n die Schmucksachen zwei Tage später, affo am 29. April, in Wien in der Pfa-ndleihanstalt unter den ersten Sachen, die sie verpfändete, mitgeführt hat, ist wohl kein Zweifel mehr, daß sie die Diebin ist, die den Schmuckdiehstahl bei dem Industriellen Romeo begangen hat. Hedwig Brun, die bisher hartnäckig alles leugnete, bequemte sich nun zu einem teilweise«, Geständnis. Sie wurde dem Landesgericht eingekiefert. Der Schutz de« Hochquellengebiete«. Die Quellenschutzkommiffion der Gemeinde Wien hat sich in ihrer letzten Sitzung sehr eingehend mit den bisher vom Wiener Magistrat durchgeführten Quellenschutzmaßnahmen (Wegabsperrungen und Einfriedungen) befaßt und sämtliche ^Por kehrungen gutgeheißen. Im Interesse der Reinheit und Kemtfreiheit des Wiener. Tvinkwassers wurde die Notwendigkeit betont, di« Abwästereinvichtungen in den größeren im Quellenschutzgebiet gelegenen Objekten, insbesondere der Bergstation der neuen Raxseilbahn, ständig unter Kontvolle zu halten. Die Kommission hat weiters die Notwendigkeit anerkannt» daß bei säm tI i che n .S chutzhüti c jt bet Rax bezüglich der Fäkalienabfuhr und der unzureichenden Abortanlageu entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Es sollen zunächst an' Ort und Stelle Erhebungen gepflogen werden und dann unverzüglich nach einem von Technikern und Aerzteu verfaßten Entwurf an die Durchführung der erforderlichen sanitäre« Ausgestaltungen einvenrohmlich «nt den Hü-ttenbesitzern geschulten werden. ' Wien, 23. * Offizieller Sommerbeginn. Gestern hat der Sommer sein offizielles Diesjahrdasein angetreten. Unter allen Auspizien seines Charakters: Es war schön und heiß und der Himmel blau. Schwül war es sogar und Rdgensiimmung lag in der erhitztsn Luft. Ganz programmgemäß. Wie war er aber einige Tage früher? Und wie wird es später sein? Wird er konsequent bleiben, der Sommer, und sein Gelübde vom 32. Juni halten? Oder wird er es sich überlegen und in den kühlen Bovfrühllng oder mürrischen Herbst Umschlagen? Die Natur schert sich nämlich nur sehr wenig um offizielle Termine; sie macht ihre Sprünge ganz willkürlich und befolgt irgend ein geheimes romantisches Gesetz. Konsequenz heißt bei ihr: Wie's mir eben paßt . . . Eigentlich tun es ja auch so die Menschen, außer den Rechnungs« raten, Steuevbeamten und ähnlichen Seelen. Für diese letzteren gibt es offizielle Beförderungen, Tage, Befehle, mit einem Wort: das Leben ist in jeder Hinsicht für sie eine Karriere. Auch in der Liebe z. B. machen sie Karriere: vom ersten Kuß bis zur Hochzeit gibt es eine innere Rangsklassenordnung. Ihre Seele hat sich in einen offiziellen Zennonienkodex verwandelt und darum lieben sie insgeheim meistens das gefürchtete, verbotene Inoffizielle. Anders die ungebundenen Menschen: Für den Charaktertypus ist das Offizielle meist eine schwere Last? und Pflicht. Ihr Leben revoltiert jeden Augenblick gegen das v'Wsisbestimmte, streng umrisfene Prinzip. Der Tag der Geburt hat sie zum Leben gezwungen, der Hochzeitstag zwingt sie, Gälte zu sein, und der Tag, an dom sie akademischer Maler oder Zimmeranstreicher wurden, bedeutet für st« die Qual eines offiziellen Berufes . . . Sie sind mehr insgeheim, als sie offiziell zeigen, tun, jein wollen. Verschieden« Menschen i« verschiedener Hinsicht. Sie haben ihre Neigungen, sie haben neben ihrem Hauptmeistens noch einige Nebenberufe, sie lasten sich nur sehr schwer Äafstfizieren. Die Jahreszeiten und die Statur find die großen Vorbilder dieser Menfchengattung. Da ist auf offizielle Deriüme nicht viel zu geben. l. th. * Siegfried LoewyS Bardenfabrt. Der nationalen Rhe'-nfahrt des Wiener MmmergosangveretneS Hai sich auch der betriebsame Siegfried Loewy angeschlossen, und seinen Bericht zu lesen, ist ein großes Ergötzen. Siegfried Loewh, bekanntlich em lOOprozentiger Germane, zWt sich zu den Sendlinaeu, welche „den umgekehrten Weg der Nibelungen" machten. „Gar lieblich war's in Heidelberg." Dort waren zu seinem Empfang „mit den Studenten" (die zum Hakenkreuz schwören) „kernfrische Mädchen erschienen, die uns" (auch SiegffHed Koowy) ^Wichen Necharwem kredenzten. Die Mna mater hat sich's nicht lasse« uns * ln fl&ten Mauern zu begrüßen, imv so marschierte denn auch manches bemooste Haupt in den Viererreihen der Sänger zum allen UNibersitätSgoböuve. Marschiert« taktfester, als nachdem der Trunk beendet war, der uns im Schloßkeuer angesichts des berühmten Monsterfasses geboten wurde. Das war ein Trinkfest, das die Trinkfestigkeit auch der Erpichteste« unter den Sangesleaten aus eine, harte Probe stellte . . . Aber wie im Singen so stellte auch im Trinken jedweder seinen Mann . . Aber in seiner völkischen Begeisterung vergißt der tüchtige Siegsried Loewy nicht, fölaeiwes zu notieren: „Ein unvergeßlicher Ausflug in das Schillerstadtchen Marbach folgte, wobei ich die besondere Freltde hatte, in dem Dixi-Wagen des Stuttgarter Kaufmannes Hermann Btaun zu fahren, mfa dem er bereits viermal den Semmeringpreis errungen. Es waren weihevolle Augenblicke . . ." * Das Wetter. Gestern herrschte heiteres, klares Sommer- Wetter. Die Voraussage lautet: Gewitter mit Westwindeinbruch, vorwiegend trüb, kühl, regnerisch, windig. * Plötzlicher Tob. Am 21. d. nachmittags wurde die Private Frieda Schwarz, Pvaterstraße 49, in ihrer Wohnung tot aufgesunden. Zur Feststellung der Todesursache wurde die sanitatspolizeMchc Oeffnung der Leiche beantragt. * Beim Bootfahren ertrunken. Am 21. d. ruderte der Maureraehilfe Josef Salomon mit der 18jährigen Hilfsarbeiters MaKalena Kraushofer auf der Alten Donau. Beim Sitzwechfeln kenierte das Boot und die Insassen fielen ins Wasser. Die Kraushofer wurde gerettet, Salomon wurde als Leiche geborgen. Fremdes Verschulden dürfte nicht vorliegen. * Die Lebensmüden. Gestern nachts hat sich der 00jährige Schuhmacher Wenzel Jägermann wegen Krankheit erhängt. — Die Hilfsarbeiterin Leopoldiue Kratky hat sich gestern nachts aus Furcht vor dem bevorstehenden Abbau erhängt. — Der Obewfleger Johann Bauer, am Steinhof wohnhaft, hat sich im Keller seines Wohnhauses erhängt. Dienstliche Auseinandersetzungen sind die Ursache der Tat. — Bestem nachmittags wurde der 40jährige Chauffeur A«aust Slama in seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Das Motiv der Tat ist unbekannt. * Die Autoraserei. Am 21. d. wurde in der Brettenfuvterstraße der Oberwachmann Josef Fuchs von einem vom Schuhfabrikanten Otto Lang seid gelenkten Auto medergestoßen und erLitt eine schwere Gehirnerschütterung und eine Rißquetschwunde am Hinterhaupt.' Stach Zeugenaussagen sst der ^abrirant an dem Unfälle schuldtragend, da er mit übergroßer Geschwindigkeit gefahren ist. Die Strafamtshandlung ist eingeleitet. — Am 30. d. wurde in der Mariahilferstraße die 66jährige Private Marie Eberl von dem Motorradfahrer Doktor Wockter Schmied niodevaestoßeN. Die Frau ist am 20. d. ihren Verletzungen erlegen. — Am 13. d. vormittags ist der Reisende Josef Deich mann infolge Pneumatikdefektes aus der Laugenzersdorferstraße von seinem Motorrad gestürzt und wurde chwer verletzt auf die 1. Unfallstation gebracht, wo er am 20. d. gestorben ist. Der Unfall dürste auf die schlechten Sttaßenverhältuisse zurückzusühven sein. — Das von einem gewisftn Rudolf G r ü n b a u m gelenkte Auto, in dem der 7jährige Dolksschüler Karl Haas nach einer Lcistenbruchopevation aus dem Sophien- 'pital nach Hause transportiert wurde, geriet gestern an der Ecke aaste beim Einbiegen cnrf den GeWM täherin Olga Klein passierte. Äss der Linien- und den eben die 32jährige 9? Klein wurde an die Wand des .Hauses gedrückt und erlitt mehrfache Quetschungen. Der Knabe wurde von de« Rücksitz gsgtt den Fichrersitz geschleudert, wobei die Overationsnarbe aufspromy Beide Verletzten mußten ins Spital gebracht werden. Die AmK- Handlung winde eingeleitet. — Gesten: gegen halb 3 Uhr wachs mittags fuhr der Chauffeur .Heinrich Leichin mit einem Laste« auto samt Anhängewagen vorn Zentralviehmarkt über die goriN straße. Infolge Versagens der Bremse lief das Auto zirka 2 Mete» nach rückwärts. Der Chauffeur irnd der Mitfahrer retteten M dadurch, daß sie auf die Straße sprangen. Auf dem Auto wurde» acht lebende Rinder geführt, die mehrfach beschädigt wurden mä nur mit großer Mühe wieder eiugefangeu werden konnten. * Das Tonristennnglück am Scheiblingftein. Im Laufe des gestrigen Vormittags wurde mit der Westbahn Franz Prag-eic, der, wie berichtet, von einer Rettimgsexpedition an der Südwartt des Scheiblingstcins vollständig erschöpft aufgefunden tvordev war, nur Erfrierungen an beiden Unterschenkeln nach Wien gebracht und durch die Rettungsgosellschaft aus die Klinik Riehl uberfiihrt. * Die Verkehrsschutzavsstellung. Das Programm für Heu« lautet: Filmvorführungen: 9, 10.40, 3, 4.40 Uhr: „Hamburg hat's eilig". 9.60, 11.30, 3.60, 6.30 Uhr: Film der Wiener Straßenbahn. ,,In den Straßen Prags". 6.10 Uhr: Der große Film des Berliner Polizeipräsidiilms: „Im Strudel des Verkehrs." * Festbeleuchtung des Hochstrahlbrunnens. Anläßlich des Besuches der schwedischen Pftegeeltern in Wien wird heute um halb 10 Uhr abends der Hochstrahlbrunnen festlich beleuchtet werden. , * Erweiterung des österreichisch-polnischen Telephonverkehrs. Seit dem 20. d. ist der Telephonverkehr zwischen Wien einerseits. GoleSzow (Gollefchau), Konczycze-Wielkie (Groß-Kunschttz). Zebrzydowice (Seibersdorf). Svrechgebühr für die Einhe« des gewöhnlichen Geipräches je 310 cts G.. derzeit — 3.03 S.. Czechowice (Czechowitz), Pszechna (Pleß). Wilamowice (Wilamowitz) je 210 cts G., derzeit — 3.46 S.. Rydultowy Do.üe nebst Czernica Czernitz), Bierun Nowv (Neubemn). Rybnik, Zory (Sorau). je 270 cts (55., derzeit — 3.89 S.. Swietochlowice (Schwientochlowrtz), 300 cts G., derzeit ----- 4.32 S.. KrzeSzowice, Skawtüa je 320 d§ G., derzeit 4.61 S., tmb Kalwarja Zebrzvdowska, 360 cts G., derzeit — 5.04 S., andererseits zeitlich unbeschränkt zugelassen. Der auf die verkehrsschwache Zeit beschrankt gewesene Telephonverkehr zwischen Wien einerseits und Krhniea, Szczawlnca, Kroszienko a. D„ Chabowka, Nowy Targ und Rabka andererseits ist von n«n an unbeschränkt zugelaffen. * Verein Jüdisches Realgymnasium. Allorgen Donnerstag den 24. d., Punkt 8 Uhr abends, wichtige Versammlung im Festsacck. Tagesordnung: Beschlußfassung über de.n p I fl tt. Alle, die zum Baufonds der Schule Beiträge geleistet haben, werden auf diesem Wege eingeladen. Jüdische Volksbibliothek Zion. Die Fortsetzung d-ew Generalversammlung findet Donnerstag den 24. d. um 8 Uhr abends im Vereinslokal, 3. Bez., Glockengaffe 30, statt. Zutritt haben nur Mitglieder. Lus der jüdischen Welt Me Stelluna der 8so ffit Meuschemechte um Prozeß Schwarzbarth. Ein Mitarbeiter des pariser Haiut" hatte tvtefer Tage eine Unterredung mit dem Generalsekretär de« Liga ür Menschenrechte, welcher sich über die Stellung -der Liga zur Affäre Schwarzibartih äußerte. Die Liga steh^ auf dem Standpunk der Heiligkeit der Person und verwirft den Gedanken, daß jemand sich in Aufgaben der gesetzlich maßgebendeu Gerichte viMziere und selbst Urteile erlasse und Vollstrecke. Die Liga ista«ch dagegen, daß ein Volk das Recht haben soll, seWherrlrch über ein anderes zu richten. Wir kennen wohl die Ursachen, dta den Racheakt Schwarzbarths herbeigeführt haben; wir ha'be« auch Kenntnis von den schaurigen Pogromen, die sich in der Ikraine zugetragen haben, und begreifen auch, daß die Verantwortlichkeit für diese Gründe auf di «militärischen Führer fällt, und da Petljura zumindest nichts zur Verhinderung und Eindämmung des unmenschlichen Bültvergießens getan hat, so ist er auch für sie verantwortlich. Es ist nun verständlich, daß ein Mensch, -der diese wilden Szenen selbst gesehen hat, von dem Gedanken besessen ist, für - seine unschmdig hingemovdeten Brüder und Schwestern Rache zu nehnteu. Noch verständlicher wird dies, wenn man weiß, daß alle, die an den Pogromen persönlich Schuld tragen, noch immer frauck nd frei herumspazieren. Aber, wie gesagt, darüber haben die ordentlichen Gerichte, nicht aber Einzelindividuen zu rteilen. Das schrecklichste Ullrecht jedoch ist, und das ist wohl auch daS HauPtarguinent für Schwarzbarch, daß diese Schuldigen bis heute von den Gerichten noch nicht zur Verantwortung göA?grn wurtan. Das müßte noch heut« geschehen. Biele Haupstührer in den Pogromen, und zwar ni.cht nur lr^inis che, befinden sich gegenwärtig in Frankre-ch, viele von ihnen sind h o ch g e st e l l t e P e r s ö n l i ch k -e i t e n. Diese Personen müssen vcr Gericht gestellt und sie müssen a b g?■-- rterlt weiden. Ob die französischen Gerichte das tun können? Es scheint, i ch t. Hingegen kann es die russische Regierung tun,!>ie sogar das Recht hat, d i e A u s l i e f e r u n g der S ch u ligen zu verlangen, und da es sich um lauter kriminelle Verbrecher hartdelt, wird memmtö gegen ihre Auslieferung sein können. Allerdings wäre es in einem solchen Falle bester, wenn in internationales Gericht urteilen tvürde. Fm übrigen sind wir überzeugt, daß das französische Gericht in dem öeoorstehenden Schwarzbarth- Prozeß alle dieic Umstände in Betracht ziehen und sich beruhen wird, in dt« Psychologischen Gründe einzudringen, die diesen individuellen Akt herbeigeführt haben. Ebenso sind wir überzeugt, daß das französische Gericht ein gerechtes Urteil allen wird. __ Sir Herbert Samuel spendrt eine Thoraroll« für orne Jerzrsalemer Synagoge. Sir Herbert Samuel, der früher«. Ober?, kommtssär für Palästina, hat der Adath-Jeschurun-Synago.qe in einem Schreiben mitgeteilt, daß Lady Samuel und er -der Synagoge m Aepher Kovah <GosetzeSrolle) spende«. Plan eines SniverfitAshospitals in PalSMna. In Amerika hat sich e i n ' I o i u t H o f p i t a l C o -mm i t t e e gebildet, das sich aus der gleichen Anzahl von Vertretern der Hadaffah, der zionistischen Frauenorgantsation mrd des amerikanisch-jüdischen Aerztekomitees zusammensetzt und dessen Vorsitzender der Präsident des ameriLanssch-jüdischerr Aerztekomttees, Herr Doktor Nathan R a t n o f f, ist. Dieses neue ' Joint Hospital Committee, das als PalästincchospitalfondSkomitee sich zur Aufgabe gesetzt hat, einen Fondsvon einerMt Ht onDollar aufzubringen, zählt folgende Mitglieder: Fräulein Hemietta S z o l d, Bizepräfidentür; Dr. Israel S. W e ch s H r, Sekretär; aM Vertreter der Hadaffah r Fvan A. H. F r o m e-m s o n. Frau Edward J nc o b s, Frau Dorochy E. L e fck>o w i tz, FrÄrlein AKce L. S-el i g s b e r g rmd Frau Robert S z old.; aK Mttglieder d-eS amerikanisch-jüdischen Aerztekomitees r Dr. David I. K a l i &H, Dr. Harry E. I s a a e>S, Dr. Mcher R. Rw b i u f o-u und Dr. Samuel I. K o p e t H k y. Ueber die Plane des neuen Komitees hot der Präsident, Herr Dr. R a t « o f f, im letzten uns vorliegenden „New Palestiue" einen Artikel veröffentlicht, dem wir folgendes entnehmen: Die bereits bestehenden Hospitäler sollen renoviert und ausgebaut werden oder, falls nötig, durch vollkommen neue Gebäude ersetzt werden; in Gemeinschaften, wo Hospitäler überhaupt noch nicht vorhanden sind, sind solche zu errichten. Diese Hospitäler sollen in jedem Sinne des Wortes modern ansgebaut werden und mtt besten amerikanischen Einrichtllngen ausgerüstet sein und nicht mir für die gegenwärtigen, sondern auch firr die ferneren Erfordernisse der Zukunft reichen. Das zu diesem Zweck gebildete Komitee, das einen großen Pakästina-Hofpitäler-Baufonds in Amerika aufbringen will, hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, als seine erste Ansgabe die Errichtung eines Universitäts-Hospitals in Jerusalem zu betrachten. Das Joint Hospttal Committee hegt sowohl die Hoffnung wie auch den Plan, das Universitäts-Hospital zu einem hervorragenden medizinischen Zentrum nicht nur Pakästinas, sondern auch der Nachbarländer werden zu lasten, zu^einem Zentrum, besten sich inrmer mehr ausbreitender Einfluß auf die gesundheitlichen Bedingungen und den Gesundheitsstandard dieses Teiles der Welt tvirken soll. Nach Bollendurrg der Gebäude des Universitäts-Hofpitals beabfichtigt das Amerikanisch-jüdische Aerztekomitee, Einladungen an bedeutende Männer der Medizin aus aller Welt, cm einzelne Fachkapctzitäten, ergehen zu lasten, fdch der Fakultät anzuschließen, um die' Krankenbehandluug zu überwachen, eine Fortbildungsschule für Aerzte aus dem Orient, aus Europa und selbst aus Anrevika, ins Leben zu rufen und Wetter' zu entwickeln, und schließlich, um späterhin auch eine Fortbildungsschule für die palästinensische Jugend zu errichten, die dort ihre Ausbildung durch die bedeutendsten Vertreter der Medrzttl erhalten sollen. Dieses Projekt hat die BMguug bet Zionistischen Organisation, der Nniversttätsverwalttmg in Palästina sowie der zionistischen Organisation Amerikas. Das Aerztekomttoe hat bereits auf dem Skopusberg ein-genügend g-rossoL Stünck Land erworben, auf dem die Medical School rmd das Urnverfi- MHoffütal werdW ßollen. 1!) :■ i.

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