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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-23 · Heft 2633 (23.6.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2633 (23.6.1926)
Date
1926-06-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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m% MMöoch Mener Mor«e«Hettuns 28. JAM Id»V IfCt. HWW Hqnetztr Zanfen an Der BnDapefter UniversttSt Aus Budapest wird uns berichtet: Demnächst ivird hier Ern interessanter EhretHeleidignngsprtMß zur gerichtlichen Ans tragung gelangen, durch den fest-gestellt werden -soll, daß an der medizinischen Fakultät der Budopester Unwersttät zu gun-sten der .kcrcholischen Kirche eine regelrechte erpresserische Tauspropaganda be trieben wird. Das mvwüMge Treiben winde anläßlich der Ge neralversammklng der Budaposter evangelischen Kirche auHgedeckt indem einer der Redner sich Aber die Berfolguugen der s>rotestantifchen Kirche beklagte und erklärte: ,Lkch habe sichere Kenntnis davon, daß an der Budapester Univcvsität unter anderem ein wegen seiner klerikalen Gesinnung bekannter Professor der Dermatologie, seine Hörer zwingt, zur katholischen Religion nberzutreten, indem er jene, die seinen Werbungen nicht Folge leisten, bei den Prüfungen ohne Rücksicht auf ihre Kenntnisse durchfallen läßt." Diese Erklärung hat begreiflicherweise amtier den Prot« stantcn große Entrüstung heworgerusen. Daß solche moralische Er ..Sölf XH.h.i D-lum rat Modernen Theater sechs Einakter zur Aufführung, Prellungen selbst an den infolge des Numerus clausus nur ^nett der „Seelenstürme" beutelte ernstere schau spreftrtsche wenigen jüdischen Hochschülern unausgesetzt begangen werden, blicb bisher unbeachtet. Jetzt erst, da auch Protestanten von der Missionstätigkeit katholisch-klerikaler Professoren betroffen werden, gelangt die Angelegenheit zur öffentlichen Diskussion. Professor der Dermatologie, Dr. Ludwig Nekam, bezog die Enthüllungen auf sich und klagte den Journalisten Emevich Köszegi, der den Bericht über die aufsehenerregende Rede veröffentlicht hatte, wogen Verleumdung. Köszegi wurde zu zwei Wochen Gefängnis und 15 Millionen Kronen Geldstrafe verurteilt. Nun soll sich ein Berufungssenat mit dieser sauberen Angelegerchert befassen. Prof. Aschlcnasi. Mitglied der Internationalen Iipio.-iatifchen Akademie. Aus Warschau wird uns gemeldet: Prof. As ch k e nasi wurde von der Internationalen Diplomatischen Akademie in Paris, der die prominentesten Diplomaten angehören, als Re Präsentant Polens zum Mitglied -der Wademie gewählt. Er hat nach Rücksprache mit dem Außenminister die Wahl angenommen. Sie lettliindische Regierung bekämpft das Hnliganunwesen. In einer Beratung der Vorsitzenden der Fraktionen des lettischen Sejms mit der Regierung kamen auch die Ueberfälle auf jüdische Passanten in den Straßen von Riga zur Sprache. Ter Innenminister La -iminsch gab der Genugtuung Ausdruck, daß es gelungen sei, eine Anzahl -der Unruhestifter -festzunehmen. Cs -werden sich nun wohl die beklagenswerten Vorfälle nicht wiederholen. Sollte dies aber Wider Erwarten geschehen, so werde die Regierung nicht zögern, mit den schärfsten Mitteln gegen die Schuldigen vorzugehen. Der neue Oberrabbiner von Florenz. Wie aus Florenz berichtet wird, wurde der Oberräbbi-uer von Padua, Dr. Gustavs C a st e l b o l o g n e f i, zum Oberrabbiner von Florenz gewählt. Damit , ist die Krife^ die feit Jahren wegen der Besetzung dieses wichtigen Rabbinevpostensin derjüdischen Gemeinde von.'Florenz bestanden -hat, endlich gelöst. Oberrabbiner Dr. Casteilbologmsi hat die Berufung angenommen. Kunst, Bühne. Buch. „Sr. Fnri Szabo." Deutsches Bolkstheater. Ein süffiges Stück. Es ist typischer Jung-Budapester Provenienz, hinterläßt aber keinen üblen Nachgeschmack. Der junge Autor, Ladislaus F o d o r, ist ein brillanter Techniker, verstcht sich darauf, Pointen geschickt zu placieren und Akte amüsant zu schließen. Steht er auch in der Werttabelle der Budapester Literatur tief unter Molnar (der vor dieser garten von ihm heraufbeschworenen Dramatikergeneratiou voraus hat, ein Dichter zu sein), so läßt er doch andere schr erfolgreiche, zum Exempel. Herrn Lengyel, weit hinter sich. Man bedauert nur seine Gerissenheit. Ein solcher Pflegt sich nicht hinauf zu entwickeln. Es ist ein Rollenstück und das Deutsche Bolkstheater hatte für jede Figur eine ausgezeichnete Besetzung Parat. Frau Konstantin spielt eine forsche praktische Aerztin, wissenschaftlich durchgebildet, tipp-topp gekleidet, in der Ordinationsstunde für nichts anderes zu haben als für ärztliche Diagnosen. Wenn sie sich aber endlich entscheidet, anschließend an die ärztliche Visite, mit dem Patienten eine Nacht beisammen zu bleiben, dann kriegt sie 41 Grad Fieber uttd es ist kein Symptom einer Erkrankung, sondern ihres gesunden Temperaments. Frau Konstantin gibt diese Dr. med. Juci Szabo mit geistiger Amnut und mit entzückender Verve. Es war ein Vergnügen. Ihr Partner leidet an der Liebe zu diesem Fräulein Doktor und an einer ihn bemutternden Tante, die den schon recht ausgewachsenen Mann noch als Baby behandelt. Wer Herrn E d t h o f e r auch nur in der jüngsten Spielzeit verfolgt hat, mag ermessen, wie scharmant er der zudringlichen Tante begegnet, wie erfolgreich er die spröde Hansärztin besiegt. Frl. Wessely stattet ein kleines Dirnchen mit allerlei parodistischem Humor aus, Herr Ziegler ein sogenanntes „Pferd" mit einer überaus ergötzlichen Jammermine und Frau Förster gibt der alten Tante mehr, als sie vom Autor auf die Bühne nritbekam, nämlich ein Herz. Eine prachwolle Aufführung und ein voller Publikumsccfolg _ O. A. Aus Den Theatern. B u r g t h e a t e r. Morgen, V,8 Uhr abends, „Peer 6) y u t\ In den Vorstellungen von ,DonCarlos* am Sonnlag veu 27. und Dienstag den 29. d. wird Frau Erika Wagner mit Bewilligung des Deutschen Voktstheaters die Rolle der Königin spielen. Overntbeater. Morgen. 7 Uhr abends, „Sganai e f X" — «Das höllisch Gold'. BolkSoper. Morgen beendet die Arbeitsgemeinschaft ihre, diesjährige Spielzeit mit einer Aufführung von ,D t e ist e i st e rstnger von Nürnberg" mit Kammersängerin Berta K i u r i n a als Gast. R a t m u n v - T h e a t e t. Freitag beit 25. d. Erstaufführung des Schwankes mit Gesang „Die Abenteuer des Herrn Meierm ar" von Leopold Jacobson und Rudolf Oesterreicher, Musik von Hugo Hirsch. Moderne« Theater. Sonntag den 27. d., V»8 Uhr abends, findet ein Gastspiel des Cäeilte-Cerri-Ball e t t S statt. Jüdisches Künstlerkabarett, 2. Bezirk, Praterstraße 60. Heute um halb 9 Uhr abends Erstaufführung: „Das Ende eines Schriftsteller 8." Ferner reichhaltiger Soloteil. Das Margaretener Orpheum wieder eröffnet. Dem Personal des MaMretener Orpheums ist es gelungen, eine vor läufige Spielbowilligung bis 30. d. zu erhalten. Ab heute gelangt täglich um 8 Uhr abends die Operette Hoheit tanzt Walzer" zur Aufführung. Neues Wiener Konservatorium. Samstag nachmittags brachten die Schüler der Schatrsvielschule Neues Wiener Konservatorium unter der szenischen Leitung des Burgschausvielers Fritz Leistungen erhei/cht. Die Schüler Goldini, Hannes, Berg, Stand und Stein fielen als besonders entwicklungsfähig aus. Hunderte Samen uad Herren überzeugen sich täglich, daß das Warenhaus Brüder Schiff m a n n in der Taborstraße 48 seine Popularität dem Motto: Bet niedrigstem Preis beste Qualität! zu verdanken hat. Nachstehend einige Beifvieler Waschwaren (vro Meter): Blaudruck —.98 Schilling, Cotton de Lene —.85 S., Waschkreton —.98 S., Jacken futter 2.10 S., Etamins, 115 cm breit, 2.20 S., Etamins, in allen Farben, 1.98 S., Setdenelot, 140 em breit, in allen Farben. 3.50 S. Damenwäsche: Garnituren, Hemd und Hose. 3.90S., Garnituren, Handajour gestickt, 7.50. Dameuhemden 3.80, 2.50, 1.68 S.. Damengarnituren (Hemd, Hose und Nachthemd) 9.80 S., Miederleibchen —.98 S., Seidenjumper 12.50, 7.60, 5,90 S., Schafwolljacken 9.80 S. Leinenwaren (pro Meter)r I» Webe 1.10. —.85 S.. Ia Chiffon 1.20, -.95. —.88©., Hosenköper 1.10 S.. la Stretfgradl 1.40 S., Ia Damastgradl 1.70 S., Bettücher, 140 cm breit, 2.40, 1.98 S., Glasettücher pro Stück —.56 S., Handtücher pro Stück —.88 S., Frottierhandtücher pro Stück —.65 S., Tischtücher pro Stück 3.90 S., Kaffeegarnitur 9.80 S., la Jnlet 1.18 S., la Molino —.89 S.. Bettzeugs 1.20, —.93 S., Hemdenkretone .98 S., Batistchiffon 1.48 S., Matratzengradl 3.80 S., Vorhänge. Teppiche, Bettgarnituren ulw. sehr preiswett. Damen- und Herren st offe: Covercoats 6.50, 3.90 S., Englische Schafwollstoffe 4.60 S., Kammgarne und Cheviots 5.50. 2.90 S., Mode- Schotten und -Streifen 4.80 S, Regenmäntel 17.60, 14.80,12 40 S. Herrenwäsche und Modeartikel: Modehemden mit zwei Kragen 4.98 S., Kretonhemden 2.98 S., Unterhosen 3.50, 2.50, 180 S.. PyjamaS 7.80 S., Seidenbinder 1.50'S., Gestttckte Binder —.75 S., Socken —.48 S.. Strümpfe —.90 S. In allen Abtetlungen — enorme Auswahl — beispiellos billige Preise. Eerichtssaal. Revarnturloslen dürfen SberwSlzt ««Den. Im Februar 1925 hatten die Eigentümer des Hauses Tabor st raße 4 8 bei der Schlichtungsstelle das Ansu^n gesellt, die Kosten für eine an dem Hause vorzunehmende Generalreparatur im Betrage von mehr als 100 Millionen Kronen auf die Pavteien überwälzen zu dürfen. Diesem Ansuchen wurde Folge gegeben, aber zur Ueberprü-fung der Höhe der Forderung die Vorlage eines Kostenvoranschlages angeordnet. Inzwischen wurde das Haus an die Inhaber des. bekannten Warenhauses Brüder Schiffmann um einen Betrag von 70.000 S. verkauft. Die neuen Eigentümer. legten die detaillierte Kostenausslellung vor und suchten bei der Schlichtungsstelle um die Ueberwälzung der Reparaturkosten auf die Mietpavteien an. Das Ansuchen wurde jedoch mit der Begründung abgewiesen, daß es sich um einen erst in jüngster Zeit erfolgten Hauskarrf um einen verhältnismäßig niedrigen Preis handle. Gegen diesen Becheid erhoben die Brüder Schiffmann durch Dr. Leo Lampl Einspruch an die Mietkommission Leopoldstadt, die in einer darüber abgesührten Verhandlung dem Einspruch Folge g ab und zu Recht erkannte, daß die Reparaturkosten von den Mietern zu tragen seien. Diese von der üblichen Praxis abweichende Entscheidung wurde mit der Begründung geällt, daß in diesem individuellen Fall ein durchaus nicht zu niedriger. Kaufpreis gezahlt wurde, weshalb die gerechtfertigt war. Volkswirt. Marsen SiskontekmWgnns Der RMvnMnnl. Generalkat der Oefterreichifche» Rationalbank ist für morgen Donnerstag nachmittags zu einer Sitzung einbernfe«. Bei dieser wird von der GeschäftSleitnng der Nationalbank der von uns bereits gemeldete Antrag auf Ermäßigung der Diskontrate von Ph auf 7 Prozent eiugebracht werden. Auch Geschäftslokale können nach dem Tode deS Mieters nicht gekündigt werden. Die Kinder des verstorbenen Direktors des Apollo-Theaters, Ben Tiber, wurden als Universalerben von den Eigentümern des Hauses, 15. Bez., Vogelweidplatz 10, Johann und Franziska Deri, gekündigt, weil durch den Tod Eres Vaters der Mietvertrag über die Magazinsräume des Apollo-Theaters erloschen sei. Alle drei Instanzen erklärten die Kun-drgung für unwirksam. In der Begründung wurde ausgesührt, daß die Kündigung bei Todesfall, wenn die nahen Angehörigen das Objekt weiter benützen^ nach dem Mietengosetz wohl nur für Wohnräume ungesetzlich sei. Dennoch müsse diese Bestimmung auch auf Geschäftsräumlichkeiten ausgedehnt werden, weil hierin ebenfalls ein empfindlicher Mangel herrscht. Riehls Konzipient. Der Hausbesitzer Ferdinand Walln e r brachte gemn seine»: Hausbesorger Anton Gasser eine Klage aus Wirksamkeitserklärung der gegen den Hallsbesorger erlassenen Kündigung ein, weil der Hausbesorger sich öfter vom Hans entfernte, ohne einen geeigneten Stellvertreter zu bestellen. Das Bezirksgericht Döbling erklärte die Kündigung ftir unwirksam, weil keine beharrliche gröbliche Verletzung der Hausbesorgerpflichten vottag. Bei der gestern vor dem Zivillandesgericht über die Berufung des Klägers stattgehabten Verhandlung intervenierte für den klägerischen Hausherrn ein Konzipient des Hakenkreuzlergenerals Dr. Riehl, namens Dr. Alexius Welzl, der sich bemüßigt sah, in die Fußstapfen seines Lehrers und Meisters zu treten und den gegnerischen Anwalt Dr. Leopold Metzger mit antisemitischen Hetzereien anzuflegeln. Auf ein Vorbringen des Dr. Metzger reagierte der schneidige Rechtsanwaltsanwärter mit der Sleußerung: „Das ist ein jüdischer Witz!" Dr. Metzger erwiderte, er sei sich nicht bewlltzt, einen Witz und insbesondere einen jüdischen Witz gemacht zu haben. Dagegen könne man es als Witz bezeichnen, wenn der Klagevertreter behauptet, der Hausbesorger habe keinen geeigneten Stellvertreter während seiner Abwesenheit bestellt. Das Urteil wivd in schriftlichem Wege erfolgen. — Vielleicht nimmt dieser Welzl die Stellvettretung des Hausmeisters aus sich. Er hat eine gewisse Eignung für diesen.Posten. Sie Soldbilam Der StreDttanftalt. DaS höchste Eigenkapltal. Gestern hat die Oesterreichischc Kreditanstalt ihre Goldbilanz veröffentlicht. Das Eigenkapltal wurde mit 70 MiMonen Schilling festgesetzt, wovon 50 Millionen auf das Aktienkapital und 20 Millionen auf die Reserven entfallen. Bor dem Kriege betrug das Eigenkapital 360 Millionen Schilling. Es ist also auf den fttnften Teil reduziert worden. Trotzdout steht die Kreditanstalt nach ihrem Eigenkapital an erster Stelle unter den Mener Großbanken. Nach ihr rangiert die Niederösterreichische Eskomptegesellschast mit 60 Millionen Schilling. AveMngS hat man den Eindruck, als ob es die Kreditanstalt einige Bennchungen gekostet hätte, gerade diese Position einzunehmen. Während die Eskonrptegesellschaft ihre Immobilien mit Null eingestellt hat, die infolgedessen eine sttlle Reserve von zirka 5 Millionen Schilling darstellen, hat die Kreditanstalt ihre JmmobMen mit 7 Millionen Schilling bemesien, so daß schon der Verzicht ans die Taxierung der JmmobMen nach dem Muster der Mederösterreichischen Eskomptegesellschaft diese der Kreditanstalt zur Erreichung ihres höheren Eigenkapitals verholsen hat. Es scheint, daß auch zu diesem Zwecke im Effektenkonto, das unt 38 Millionen Schilling gegenüber 66 Mllionen Schilling im Fneden beziffett wurde, und nn Konsortialkonto, das 24 Millionen Schilling gegenüber 122 Mllionen Schilling beträgt, Mttel zur Erreichung dieser Hohe des Eigenkapitaks hevangezogen wurden. Unter diesen Umstanden dürfte gerade in den beiden letzterwähnten Posten etwas larger in der Einsetzung Vovgegangen worden sein. Bei den Effekten darf nicht übersehen werden, daß die Kreditanstalt einen sehr wertvollen Teil ihres Borkriegsbesttzes namentlich in der Tschechoslowakei an ihre böhmische Tochtergesellschaft übertragen hat und daß infolgedessen eine erhebliche Minderung eingetreten ist. Es ist ftaglich, ob gerade bei dem Effekten« und Konsottialbesitz in..Polen und Ungarn die entsprechende Minderbewertung nrit Rücksicht ans die dortigen Wirtschaftsverhältnisse vorgenommen wurde. Das WechselpovtefeuÄle beträgt 41 Millionen Schilling gegenüber 291 Millionen Schilling in der letzten FttedensbÄanz. bedeutet dies eine Berringevuwg auf ein Fünftel, was in Oesterreich darauf zurückzusühreu ist, daß eine ganze Reihe von frU)eren Konzernrmternehmnngen nunmehr nach dem Kriege von den betreffenden Tochterunternchmungen versorgt werden. Trotzdem muß die Debitorenziffer von 484 Mllionen Schilling, welche niehr als ein Dttttel der Debitorenziffer im Jahre 1913 darstellt, als relativ hoch angesehen werden. Das Prinzip - des Direktors der Kreditanstalt beruhte daraus, die KrMte möglichst aiifrechtzrterhalteu. ' Dieses Prinzip, das volkswirtschaftlich und menschlich voll zu würdigen ist, dürfte zweifellos bewirkt haben, daß die Debitoren nicht voll zu nehmen find. Von der letzterwähnten Summe stich 71 Millionen Schilling als Guthaben bei Banken angelegt. Die Kreditorerrstranne beträgt ebenfalls 484 Millionen Schilling; sie ist also sIo hoch wie die Debitorenumme,- Bei Berücksichtigung der Kaffenbestände, des Portefeuilles und der' Effekten von zusammen 80 Millionen Schilling bilden diese liquiden Mittel zirkg 20 Prozent an sofort liqmdievbaren Mtteln. Die Bilanzstrwme von 608 MNoneu Schilling bildet ein Drittel der Fviedensbilanzfuntu« von 1700 Millionen Schilling. Die Aktien werden im BerhAtmis 5:1 zusammengelegt. Die Dividende beträgt 80 00 K. Das Nominale der Schillingaktien soll 35 S. betrage». Rg. Seneraiversannnlung Des Mener BmckDereins. Vorgestern vormittags fand unter dem Vorsitze des Präsidenten des Administrattonsrates, Herrn Katt Stögermayer, die 56. ordentliche Generalversammlung des Wiener Bank-Vereines statt, in tvelcher 108 Aktionäre 3,145.142 Aktien Mit 125.789 Stimmen vertraten. Als Staatskommisfär fungierte Herr Ministerialrat Dr. Otto Juch. Bor Eintntt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende in ungewöhnlich herzlicher Weift der Person und der überaus verdienstvollen Tätigkeit des nunmehr mit den Funktionen eines Ehrenpräsidenten des Adnrinistrationsrates betrauten Herrn Bernhard Popper-Artberg, welcher sich nach 61jähriger Tättgkeit aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand zurückgezogen hat. Sodann erstattete .Herr Alfred Heinsheim er als Vorsitzender der. Direktion den Bericht des Vorstandes über die Aufstellung der Golderöffnungsbilanz. In der Debatte sprachen die Aktionäre Dr. Popper, Pendl, Tometschka »md Schönfeld, wormts der Vorsitzende per Direkttmt, Alfred Heinsheimer, anttvortete. Er wie^darauf hm, daß es keinen Grrmd gebe, darüber zu staunen, daß'die Wiener Finanzinstitute starke Einbußen an ihrem Eigenvermögen erlitten haben, wenn man berücksichtige, daß inzwischen die österreichische Währung ans ein Bierzehntansendstel ihres Vorkttegswertes gefallen sei, weshalb naturgemäß auch das im Aktivgeschäft arbeitende Eigenvermögen eine entsprechende Wertverntinderung habe erfahren müssen. Nur die im Effekten- und Konsortialbesitz liegenden stillen Reserven haben es den Banken ermöglicht, einen inrmerhin wesentlich höheren Teil ihres Vermögens zu erhalten. Die Bewertung der Immobilien mit einem übrigens sehr bescheidenen Ansätze entspreche dem Muster aller großen ausländischen, speziell der englischen Banken. Direktor von der Lippe gab ziffernmäßige Erläuterungen zu dem seit bem Jahre 1923 durchgeführten Beamtenabbäu, der sich ungefähr Int Rahmen des Vorgehens der anderen Mener Jnstttute gehalten und beim Bank-Verein den Leilungsapparat gleichermaßen wie die übrige Angestelltenschaft betroffen habe, Hieraus wurden die Gold-

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