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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-21 · Heft 2631 (21.6.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2631 (21.6.1926)
Date
1926-06-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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GM"? ftfttt, MsnW Sas ßflnö ohne WirtschaftspoM. Bon Rafael Benfitssan (Haifal. Las Problem der Wirtschaftskrise Palästinas tritt wieder an die Tagesordnung und diesmal viel schärfer als früher. Die Arbeitslosigkeit hat sich in den letzten Wochen verstärkt, die Bautätigkeit in Tcl-Awiw nimmt mehr und mehr ab, der Magel an flüssigem Geld am Markte wird immer stärker verftrürt. Mit anderen Worten, alle Merkmale einer Wirtschaftskrise sind in krasser Form zu konstatieren und nur eine ernste und offene Aussprache kann die Mittel zu ihrer lleberwindnng ergeben. Eine ehrliche Wertung der Ursachen und Folgen aber muß notwendigerweise auch ju der erfreulichen Erkenntnis führen, daß unsere nationalen Fonds, der Keren Hajessvd und der Keren Kajenieth, viel wichtiger sind, als bei uns gelvöhnlich geglaubt wird. Würde der Keren Hajessvd über beträchtliche Lummen verfügen, so konnte er zweifellos der Not der Stunde in vielem abhelfen. In einer kürzlich stattgefundenen Besprechung der Lage zwischen Vertretern der Exekutive und der Arbeiterorganisation wurde berechnet, daß man mit einer Summe von 100.000 bis 150.000 äghpt. Pfund für die Arbeitslose» Arbeit für einige Monate schaffen könnte. Es ist aber auch noch eine andere Erkenntnis, die immer mehr und mehr in die dreien Kreise des Iischuw eindringt, die Erkenntnis, daß obre eine ernste Staatswirlschaftspolitik die Gefahr besteht, daß die Krise eine permanente oder im besten Falle als chronische Krise forkwirken wird. Zn dieser Erkenntnis führen uns die nackten Ziffern der Handelsbilanzen der letzten zwei Jahre. ImIahre 1924 wurden in Palästina ausländ ischeWareneingesührt: A'gbvt. Pümd im Werte von.5,453.571 Im selben Jahre wrrrden von Palästina exportiert: Waren im Werte von... . 1,917.980 Der Import übersteigt also den Export ' bloß mit. 3.535 585 Im Iahre 1925: Gesamtimport . 7.532.148 „ „ 1925: Gesamtexporl. . .1.399,704 Mehrimport.6,132.444 Relativ lehren uns die Ziffern von 1925, daß obwohl auch im Jahre 1924 der Mehrimport rund 3l/5 Millionen beträgt, die Kriseunvermeidlich war. Wenn wir uns fragen, worin die Ursache liegt, daß trotz der passiven HancelSbilanz von 1924 man im Jahre 1925 einen Wirtschafts nufschwung verzeichnenkonnte, so ist die Antwort sehr klar: DasGeld, das die ne u> en Einwanderer rm Jahre 193^ instand brachten, war die einzige Quelle, aus der man die Passivität der Handelsbilanz decken Was lehren uns aber absolut genommen die Ziffern der Handelsbilanz vom Jahre 1925? Bevor wir diese Frage beantworten, wollen wir noch kurz die E n t w i ck l u n g d e r H a n° delsbilanzimJahre 1925 verfolgen: Im Jänner 1925 betrug der Import 493.083, der Export 217 371 Mär- 1925 „ , „ 590.979, „ „ 219.064 Juni 1925 „ „ „ 569.873, „ „ 65.068 Sept. 1925 „ „ * SOI 038, „ 63 398 Rov. 1925 ., „ „ 710.062, 37.650 . Dez. 1925 , 580.954. „ 84.532 Diese Tadel': spricht deutlicher als alle anderen Erörterungen über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes im letztenJahre. Der Import ausländncher Ware st e i g t v o n M o n a t z u Monat (abgesehen von den kleinen Schwankungen, die in den letzten Monaten des Jabres zu verzeichnen sind, Schwankungen, die darauf zurückzujühren sind, daß in den Winterwonaten wie üblich, das ganze Geschäftsleben ütller ist), wogegen der Export von Monat zu Monat abntmmt. Tie Schwankungen der Exportziffer, die sonst sukzessive abnehmen, sind auf die Saison d e 8 Orangenexportes zurückzuführen. Nun zeigen die Ziffern der Handelsbilanz des Jahres 1925 ein Paffivität von 6,132.444 ägypt. Pfund. Die Passivität ist also ungefähr doppelt so groß wie im Jahre 1925. Aus welchen Quellen wird diese Passivität gedeckt? Die Jnrmigration in den letzten Monaten des Jahres 1925 und des Jahres 1926 bis jetzt brachte in erster Linie unbemittelte Menschen ins Land, so daß die Quelle, die die Passivität des Borjahres deckte, fast gänzlich versiegt ist. Aber auch wenn dies nicht der Fall wäre oder wenn die nächsten Monate uns mit einem reichen Einwandererstrom beglücken werden, so ist auch damit die Gefahr einer chronischen Krise nicht am wenigsten beseitigt. Auch Palästina, wie jedes andere Land, ist den eisernen Gesetzen der Oekonomik unterworfen, und nur wenn die Entwicklung sich diesen Gesetzen fügt, kann und wird die drohende Krise beseitigt werden. Eines dieser Gesetze verlangt eine normale, wenn nicht eine aktive Handelsbilanz. Vorbedingung ist aber, daß die aktiven Posten dieser Bilanz nicht durch Zufallsquellen gedeckt werden. Die Ermöglichung eines Exports, ob nun Transit oder direkter Export, mrr das kann die Normalität einer Handelsbilanz herbeiführen. Die Steigerung des Exports aber ist nicht möglich ohne eine ernste und breitangelegre Staatswirtschaftspolitik. Selbstverständlich sind die Natnrreichbümer des Landes die Vorbedingung dazu. Aber auch mit unseren wenigen Naturreichtümern könnten wir mit der Hilfe des Staates einen stärkeren Export ermöglichen. Es fehlt nicht an klaren Beispielen, die diese Behauptung bestätigen könnten. Ich brauche nur den Exportversuch der großen Zementfabrik „Nesher" zu erwähnen, der nur weswegen nicht Klingt, weil die unglaublich hohen Schiffahrts¬ und Bahntarife den Absatz Palästinensischen Zements, der in Qualität mit dem ausländischen stark konkurriert, im nahen Crieiu fast unmöglich macht. __Whmt MöEiMkVlMS__ Demselben Mangel an (Tiner ernsten Swatswirkschaft kst auch die paradoxale Auswirkung des Wirtschaftsvertrages zwischen Syrien »nd Palästina zuzuschrciben. Tie diesbezüglichen Ziffern der Handelsbilanz sprechen sehr deutlich von dem Mangel an Ernst und Verantwortungsgefühl seitens der palästinensischen Behörden. Was besagen sie? Im Jahre 1925 wurde von Syrien nach Palästina Ware im Werte von 1,091.782 ägypt Pfund, das ist ungefähr 10 Prozent des Gesamtimports, cingeführt: demgegenüber steht ein Export von Palästina nach Syrien von 158.102 ägypt. Pfund, das heißt 9,5 Prozent des palästinensischen Gesamtexports. Wenn man sich nun fragt, wie ist das möglich, daß Syrien die erste Stelle in der Jmportstatistik einnimmt, dann kommt man zu der paradoxale'n Auswirkung der im Jahre 1922 mit Syrien abgeschlossenen Zollkonvention. Der syrische Export nach Palästina besteht meist ans Waren, die nach Palästina r e c x p orti c r t werden. Das interessanteste bei diesem Reexport ist, daß sehr oft eine und dieselbe europäische Ware, falls sie durch Syrien rrach Palästina kommt, sich billiger stellt, als wenn sie direkt von Europa nach Palästina importiert wird. Dies ist nur ans die günstigen Zollbedingnnge» in Syrien znrückznführcn. Durch diese günstigen Zoll-, Landungs-, Bahnnnd Navigationsbedingungen in unseren Nachbarländern können aber selbstverständlich palästinensische Erzeugnisse überhaupt nicht oder nur sehr schwer in letzteren Absatz finden. Daß bei verbefferten Bedingungen palästinensische Artikel in nuferem Nachbar-Wirtschaftsgebiet günstigeren Absatz finden könnten, braucht nicht erst bewiesen zu wenden. Wir haben bereits die Exportmöglichkeiten des palästinensffchen Zements kurz erwähnt. Wir wollen diesen Fall mit einigen Ziffern illustrieren: Der Zementbedarf in Svrien steigt pon Jahr zu Jahr mit rapiden Schritten. Im Jahre 1923 wurden nach Syrien rund 20.000 Tonnen Zement importiert, Im Jahre 1924 33.000, im Jahre 1925 bereits über -10.000 Tonnen. Die diesbezüglichen Ziffern aus den ersten Monaten des Jahres 1926 zeigen, daß der Zementbedarf Syriens noch immer stark int Steigen begriffen ist. Könnte nicht Palästina diesen Zementbedarf decken? Rach Aeußernngerr führender Männer der Zenientindustric in Palästina wäre dies nicht schwer, falls die Regierung ein. ernstes Augenmerk den Bedingungen, unter denen sich die palästinensische Jndirstrie entwickelt, zuwenden würde. Dies gilt nicht nur für die Zementindustrie, dies gilt vor allem für jene zahlreichen Industrien, die die R o h m a t e 11 a i i e n o o m A u s l and importieren. Eine Industrie ist so lange aussichtslos, als Ke Zölle für das Rohmat. l^al und für das entsprechende Fertigsabeikat die gleich:» si.'.v Unter dieser Bedingung entwickelt sich heilte die junge palästiirensilche Inanstrie. Bisher haben wir nur über die Anormalität des Außenhandels gesprochen und haben ver>ncht, ttue Ursachen zn beleuchten. Wir würden einen großen Fehler begehen, falls wir uns nicht auch mit der anderen Seite der Medaille beschäftigen würden. Wir meinen hier den Mangel einer Wirtschaftspolitik in bezug ans einen anderen Komplex von Bedingtlngen, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes stark hemmen. Steuerpolitik, in diesem Worte ist der ganze Komplex von Bedingungen inbegriffen. Sowohl die Bodenals auch die Bau- und Jndnstriesteuern Palästinas widersprechen grundsätzlich allen Gesetzen wirtschaftlicher Entwicklung. Zur Zeit, wo in allen Ländern die Einkommensteuer progressiv steigt, haben wir in Palästina ein Bodensteuersystem, das direkt als regressiv bezeichnet werden kann. Sowohl der Oscher als auch die Verghosteuer steigen regressiv, das heißt je größer das Einkommen des Bodens ist (bei Oscher) und je weniger auf städtischem Boden gebaut wird (bei Bcrgho), desto höher ist die entsprechende Steuer. Damit wird aber weder die Landwirtschaft noch die Städteentwicklung gefördert. In den Memoranden, die bereits seitens der Exekutive und des Waad Haleumi der Mandatskommission des Völkerbundes vorgelegt wurden, sind diese Fragen mit größter Aufmerksamkeit geprüft und behandelt worden. Es ist nicht hier der Platz, dies eingehen-der zu tun, wir wollen nur einen Grundsatz hier erwähnen, der sonnenklar zeigt, wie schwer bei diesen Bedingungen die Landwirtschaft und vor allem der Orangenbau, wo größere Ameliorationseiulagen notwendig sind, sich entwickeln kann. Wir wollen nur eine Stelle aus dem bereits erwähnten Memorandum zitieren, die sehr klar diese Hemmung darstellt: „Der Oscher ist auch fortschrittsfeindlich", wird in bem Memorandum ausgeführt, „weil er dorr Landwirt davoir abhält, Geld für Bodenameliorationen auszugeben, durch welche die Produktionskraft des Bodens vermehrt würde. Wenn der obenerwähnte Besitzer von 100 Dunam schlechten Bodeirs durch Düngung mit eirrem Mehraufwand von 30 Pfund seinen Bruttoertrag von 60 ans 100 Pfund steigern kann, so bleibt ihnr nicht die volle Differenz von 10 Pfund (30 Pfund bleiben ihm auch von dem Ertrag des nicht amcliorierten BodenS), die ihn vielleicht allreizen wird, das Gold für die Düngung cmszübringeil. Es bleibt ihm nur eine Differenz von 6 Pfund, oa der Oscher nach der Düngung von 6 auf 10 Pfund steigen lvird. Es ist klar, daß dies den Landwirt zögern läßt, Geld in Ameliorationen einznlegen, besonders, da er ja im Voralls nie mir Sicherheit Iveiß, ob die Steigerung der Eruteerträge wirklich tu dem erhofften Maße eintreten wird. Steigt zttm Beispiel der Bruttoertrag irr dem angeführten Beispiel nicht aus 100 Pfund, sondern nur auf 94 Pfund, so hat der Landwirt für die Regierung gearbeitet, für ihn selbst bleibt kein Mehrerlrag übrig." Dins jüdische Haus | as jüdische Blatt! _ft. FM KS6_SfcV AM Ar solchen MstrrdkMen führt tote heute von der dtegfe« rung praktizierte Bvdensteiberpolitik. Zur selben AbsnrdAat führt auch die Sterlevpcckflk in bezug auf die Stödteentwtckkmg. Abgesehen davon, daß der städtische Bodett, auf den: bereits gebaut wllvde, mehr Steirer zahlt als brachliegende Parzellen, werden noch dazu die Bauten mit hohen Stenern belästigt, so daß, falls die Mietvevhältniffe ungünftig find, der Mnlkbesitzer gezwungen ist, mehr dem Staate zu zahlen, als in seine eigene Tasche fließt. Daß bei normalen Bedingungen eine solche Steuerpolitik städtischen Bau am welligsten fördert, ist ja sonnenklar. Ich Iviederhole, bei „notmalen Bedingllngen", weil es falsch wäre, die rapide Entwicklung Tel-Awilos kt den letzten Jahren, die nur der in dieser Stadt konzentrierten Einwanderung zlMschoeiben ist, als Beispiel heranzuzieheii. Wir halben hier in großen Umrissen alich die andere Seite der Medaille ins Kare Licht zn stellen versucht. Jetzt kommen wir wieder auf die für längere Zeit „nerträglichc HandelsbiwtH des vergangenen Jahres. * Die wenigen Ziffern über die Entwicklung des Außenhandels im Jahre 1026 sind sehr wenig imstande, Beruhigung zn schaffen. Angesichts dliefor Sachlage einerseits und der Jnteresselosicfkert der Bchövden andererseits mnß man daran Zweifel«, ob überhaupt die Regierung sich mit wirtschaftlichen Fragen zu beschäftigen beabsichtigt. Wenn ein Mehrimport von über 6,000.000 Pfund nicht imstande war, eine ernste tmd heilbringende Wirtschaftspolitik herbeizusühren, so wissen wir nicht, ob es überhaupt andere stärkere Argumente gibt, die die maßgebenden Organe dazu bewegen würden. Das ist nicht mehr eine Frage nur der jüdischen Heimstätte. Es ist vielmehr eine Frage, di^ Me Adeg« des Landes in gleichem Maße interessiert. Und wenn die extremen Araber, die sonst bei jeder Gelegenheit die Regierung angrerfen, heute über diese blendenden Ziffern schweigen, so ist dies mrr durch die Konjunktur zu . erklären, die diese Lage für die arabischen Großgrundbesitzer geschaffen hat. Doch ist iir dieser Stunde dieses Schweigen ebenso wenig heilbringend wie ine großmütigen Bemühungen unserer Fonds, die Krise zu überwinden. Wir haben anfangs erwähnt, daß bei besserer finanzieller Lage unserer Fonds der Not der Stunde sehr viel abgeholfen werden könnte. Die Frage ist aber jetzt nicht allein, der Not der Stunde zu helfen, sondern best Mangel einer Wirtschaftspolitik in Palästina anfzuhebeu. Gerne heilbringende Wirtschaftspolitik kann nur vom Staate ansgehen. Das sind die Lchren der rohen Ziffern der Handelsbilanz 1925. . RMndrrmM Tagore Ar« das Weck in PÄWina. Nom, 18. Juni. (I. T. A.) Der berühmte mdifchs Dichterphilosoph Rabiudranath Tagor e, der gegenwärtig als Gast der italienischen Regierung in Rom WM und von hier nach Palästina reisen wird, empfing de« vömi-- schen Vertreter der I. T. A. mrd äußerte sich chm. gegenüber in ausführlicher Weife darüber, wie er Mer die j'üd'ische.Renaissance in Palästina deM. Schon seit langer Zeit, sagte Rcckindranath Tago-re, verfolge ich mit dem größten Interesse, ja sogar mit einer gewissen Spannung die einzelnen Phasen der Entwicklung des jüdischen Kolonifationswerkes in Palästina. Meine palästinensischen Freunde senden mir regelmäßig z ionistischeLiteraturzu, aus der ich ersehe, welche gewaltigen Probleme die jüdischen Pioniere in Palästina zu lösen und lvelche Hindenisfe sie zu überwinden haben, bis sie so weit sind, sich das Wohlwollen der ganzen Welt zu erringen. Ich hoffe, am 15. September in Palästina einzutreffen und dort einige Zeit zubringen zu können. Ich werde an der jüdischen U n i v e -r f t t ät, die hinsichtlich der Entwicklung der Zivilisation des Orients große Aufgaben zn erMen hat, eine Anzahl Vorlesungen halten. Ich schätze an jeder menschlichen und kulturellen Erscheinung nur den originalen Ausdruck des innersten Wesens. So sehe ich auch in de r zionistischen Bewegung den Ausdruck jüdischer Volk s ■& i g enar t. Die unter allen Völkern zerstreut lebenden Inden zeigen sich oft beflissen, m einem gewissen H y p e r p a t r i o t i s m u s auch die Vorurteile ihrer Umgebung in sich aufznsaugen. Dadurch vertieren sie an Aufrichtigkeit, ihre wertvollste Eigenart wird verkrüppelt. Ich habe persönlich Gelegenheit gehabt, solche traurige Evscheinrnrgen zu beobachten. Bor kurzem besuchte mich in Kalkutta einer der größten franzöf-ifchen Jndologen jüdischer dlbstammung; sein übertriebener Chanvinismns machte auf mich einen geradezu unheimlichen Eindruck. .Hatte es zum Beispiel Anatole Frame nötig, so sehr fein Franzosenjnm zu betonen, und doch war er die Verkörperung französischer Eigenart. Auch der jüdische Geist hat seine hohe Art: eine Universalität, die. an geographischen Grenzen nicht hattmacht. Während meines Aufenthaltes in Palästina, setzte Rabindranach Tagore fort, werde ich diese nveine tiefe Ueberzeugung eingehend begründen und nreinen palästinensischen Freunden beweisen, welche hohen Aufgaben der jüdischen Kultur im Orient vovgezeichnet sind, in jenem Stück Wett, wo alle Glaubensprinzipien der Menschheit geboren wurden. Rabmdranath Tagore kündigte an, daß er demllächst einen Aufruf an das jüdische Volk durch die Presse veröffentlichen werde. In diesem Aufruf wird er seine Ansichten und Wünsche über die jüdischen Smanz-ipationsstrymMgen M8 NM-M

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