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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-12 · Heft 2622 (12.6.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2622 (12.6.1926)
Date
1926-06-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Me«, SaniStag Wiener MorgenzeUung 12. Ami 1936 M. §M 4fe hat sich herwrSgeftellt, daß diese Briefe im EinvcrkstÄMdnts mit Sybille Klingrr hergestellt worden sind, um \sie HtW) Klniget zu unterschieben und so einen 'ZWdiungsgnlnd aus dem Verschulden des Ehemannes her- - stellen M können. Die Polizei ftnd nämlich in der Wohnung Qrlows die Entwürfe M diesen Brief,.. Bemerkenswert ist es, daß man noch nicht weiß, wer Orlow eigentlich ist. Es werden Nachforschungen im Ausland angestrengt. Wegen der gefundenen Briese wurde Sybille Klinger am Tage nach der Tat von der Gendarmerie verhört. Da sie sich in Widersprüche verwickelte, sollte sie gleichfalls vc>rhaftet werden. Sie entzog sich der i Verhaftung durch Selbstmord. Der Fall Lesskag. Guinbel tritt für Lessing ein. Bertt«, 11. Juni. Die „B. Z." meldet, daß Prosesior Lessing den Vortrag, den er heute abends im ehemaligen .Herrenhaus halten sollte, abgesagt hat. Die Versammlung wird aber doch stattfinden. In Lessings Abwesenheit mr-vb der Heidelberger Universitätslehrer Gumbel sprechen, der auch eine schriftliche Erklärung Lessings verlesen wird. — Lessing D in Berlin eingetrofsen. AuSNmn'derung Hannoveraner Techniker nach Wien. Eine Lokalkorrespondenz meldet: Hiesige dcutschnationale Studenten haben gestern aus Hannover einen Bericht über die Vorgänge an der dortigen Technik erhalten, in welchem es u. a. heißt, die Studenten hätten beschlossen, an andere technische Hochschulen, vor allem nach Wien, a bwandern. ®fo Shaluz. Hermann Dalaban gestorben. In Meran ist Hermann Balaban seinem Lungenkoiden erlegen. Dieser edle jüdische Jüngling siihrte das Opferleben eines Ehaluz. Nach dem Umsturz ging er aus Lemberg, seiner Heimatstadt, nach Erez Israel, arbeitete unter den schwersten Bedingungen im Malariagcbiet und hat sich insbesondere als Mitglied der jüdischen Selbsßwehr während der blutigen Unruhen in Tel-Aiwiw ausgezeichnet. Vom Malariafieber stark angegriffen, mußte er über Veranlassüng seiner Freunde nach Europa zurückkehrcn und widmete sich unverzüglich in Wien der zionistischen Arbeit. Mit einer Hingabe, die ihresgleichen sucht, war Balaban für den Keren Hajcssod tätig und während der beiden Karlsbader sowie des jüngsten Wiener Zionrstenkongresses mit wichtigen, technischen Aufgaben betraut. Ein ausgezeichneter Schachspieler, der wiederholt bei Schachwettkäwpsen erste Preise erzielt hatte, widmete er lange Stunden nach seiner anstrengenden Tagesarbcit dem geliebten Schach. Das Malariaifieber ließ sichheilen, nicht aber seine schwere Tuberkulose, die er Wohl schon nach Erez Israel mitgebracht hatte. Vergeblich kämpfte seine Lebensfreude gegen die furchtbare Krankheit. Jetzt ist er ihr erlegen. Wer diesen jungen Menschen kannte, seine ideale Gesinnung, seine heiße Licbe zum jüdischen Voll, seine herrliche Arbeitsfreude und seine Schnsucht, genesen nach Crez Israel zurückkehren zu dürfen, ist erschüttert. Er war ein Ehalu eines Stadtarztes in Ragusa in Aussicht stellte, lehnte Amatus diese Berufung o.b, gab aber auch sein Lehramt in Ferrara auf und übersiedelte im Mar 1547 nach Ancona, um hier die Entscheidung des Ragusaner Senats abzuwarten. Die Hoffnung Amatus erwies sich als illusorisch, doch die nächsten Jahre seines Aufenthaltes in dem neuen Wohnsitz entschädigten ihn für diese Enttäuschung. Die Zahl seiner Patienten, zu denen außer den Notabeln auch die Schwester des Papstes Julius des Dritten, ja der Papst selbst zählte, war sehr groß und sicherte ihm eine unabhängige materielle Position. Der vielbeschäftigte Arzt fand aber auch Zeit für seine 'Lieblingsbeschäftigung, die medizinische Schriftstellerei; er arbeitete an seinen Centurien und komplettierte den bereits erwähnten Kommentar zum Dioskorides. Die sonnigen Tage in Amatus' Leben sollten indessen bald durch schwarze Gewitterwolken am Himmel der geschichtlichen Ereignisse verfinstert werden. Durch Verfügungen des im Greisenalter erwähnten Papstes Paul des Vierten wurden die Juden wieder ins Ghetto eingoschlossen (1555) und die Scheinchristen auf das grausamste verfolgt. Amatus, der wahrscheinlich durch die Intrigen seines allerdings mehr persönlichen als wissenschaftlichen Gegners, des rachsüchtigen Botanikers Pier Andrea Mattioli, in den Verdacht des heimlichett Judentums geriet, rettete sich durch die Flucht nach Pesaro und von da nach Ragusa vor der Einkerkerung, doch sein ganzes Vermögen, darunter auch die reichhaltige Bibliothek, wurde beschlagnahmt. ‘ Der im besten Sinne populäre Name des portugiesischen Gelehrten verfehlte auch in Ragusa seine Wirkung nicht; der Exilierte hatte die Genugtuung, daß die Vornehmsten der Stadt unb der Umgebung, sogar Selin, der Sohn des Sultans Solinlan, seinen ärztlichen Rat begehrten. Doch all die Ehrungen vermochten nicht das wunde Herz des wegen feiner Anhänglichkeit zum jüdischen Volk Gehetzten heilen. Der inneren Stimme folgend, ging Amatus i'm Jahre 5320 der jüdischen Zeitrechnung (1560) nach Saloniki, wo eine große israelitische Gemeinde bestand, um sich dort offen als Jude zu bekennen. Die letzten Nachrichten über ihn datieren vom Jahre 1501; um diese Zeit dürfte er den in Saloniki wütenden Seuchen zum Opfer gefallen sein. Die Neuordnung de« Wiener Mittelschuiwesenr. In den letzten Tagen fanden Beratungen im Nnterrichtsmiüisterium über die fernere G c st a l t u n g d e s Schulwesens in W i e n statt. Es wurde vereinbart, neben dem am 19. Mai verordneten Lehrplart einen zweiten Lehrplan erlassen, welcher der Eigenart und den besonderen Bedürfnisseil der Stadt Wien sowie anderer gleichartiger Schulorte Rechnung trägt. Hinsichtlich der Regelung der Verhältnisse des Wiener Mittelschulwesens wurde vereinbart: Alle h u m a n i st i s ch e n Gymnasien verbleiben von der 1. Klasse an bei dem bisherig^ Lehrplan. In allen anderen Mittelschulen wird in der untersten Klasse ein einheitlicher Lehrplan cingeführt, der denr jetzt in Erprobung stehenden Lohrplan der Deutschen Mittelschule entspricht. Die bereits bcgormcnen Klassen der Deutschen Mittelschule in Wien werden nach dem bisherigen Lehrplan wcitergeführt, den Abgällgern der vierten Deutschen Mittelschulklasse wird Gelegenheit geboten werden, ihr Studillm in der für sie geeiglreten Form fortsetzen zu können. Ueber das Berechtigrrngswesen für die Abgänger der Allgenreinen Mittelschule wurde ein Einvernehmen erzielt. Bezüglich der L e h r e r b i l d ll n g wird vereinbart, im kommeilden Schuljahre den c r st e n Jahrgang nicht zu eröffnen. Den Schillern, die bisher das Recht hatten, nach Ablegung einer Aufnahmsprüfung in den ersten Jahrgang einer Lehrerbildungsanstalt einzutreten, wird die Möglichkeit geboten wcrdelt, unter den gleichen Umständen die an den Lehrerbildungsanstalten zu schaffenden Oberschulen besuchen zu können. LLnderweise Regelung der Mietenfrage? Der niederösterreichische Landtag beschloß gestern, den Landeshauptmann aufznfordern, mit der Bundesregierung über ein Rahmengesetz zu verhandeln, nach welchem das Land Niederösterreich das M i e t e n g e s e tz im eigenen Wirkungsbereich novellieren könnte. Sollten diese Verhandlungen i'ffultaflcS verlaufen, so möge der Landeshauptmann mit den übrigen Landeshauptleuten darüber verhandeln, wie die Länder der Obstruktion im .Nationalrat ein Ende bereiten konnten. Die Sozialdemokraten ließen die Erklärung abgeben, daß der Antrag der Mehrheit verfassungswidrig sei, denn Gesetzgebung und -Vollziehung in-Sachen des Mietrechtes sei Bundcssache. Ter sozialdemokratische R ü ck v erweis u n g s a n t r a g wurde in namentlicher Abstirmnung mit 33 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Mn zeitgemäßer Kompromißler. Der arische Konzipient sucht die nichtarische Kanzlei. Die „Gerichtshalle", Organ für Rechtspflege und Volkswirtschaft, enthält im 5. Heft (Mainummer 1926) die folgende Anzeige: Konzipientenposten (auch in u i chtari'scher Kauzlcii sucht Rcchtsanwaltsauwärter, I. U. Dr., ein Jahr Gerichtspraxis, vier Jahre sozialpolitische Praxis, ein Jahr kaufmännische Praxis, Bankprüfung, Dolmetsch der englischen Sprache, gute Kenntnisse in der französischen und' italienischen Sprache, 33 Jahre alt, Arier. Gefällige Anträge unter „Dolmetsch". Der Arier würde sich also so weit herablassen, auch bei einem Nichtarier unterztikommett. Diese Bereitwilligkeit ist sehr gütig, aber vielleicht doch nicht erfolgversprechend. Der Herr Konzipient möge denn doch sein Glück weiterhin bei arischen Tienstgebern suchen. Vermerkt sei noch: Als Herausgeber nub verantwortlicher Redakteur der „Gerichtshalle" zeichnet Herr I. U. Dr. Max B r e i t e n st c i n, 9. Bez., Währingerstrahe 5 (Buchhandlung). Der gute Ruf. welchen sich das bcstbckannte Warenhaus Brüder Schiffin a u n, I. Bez., Taborstras; e 18, im Laufe seines langjährigen Bestandes erworben hat, ist darin begründet, daß die zahlreichen Kunden sich von der Konkurrenzlosigkeit der' Warenangebote in Qualität, Haltbarkeit und Preis icherzeugt haben. Das stete Anwachsen des Kundenkreises ist der beste Beweis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit des Uuteruehmens, das von dem allgemein geschätzten Fachmann, Herrn Max Schisfmann, mustergültig geleitet wird. Insbesondere die minderbenrittelten Kreise des konsumierenden Publikums, welche sich in den Ausgaben für Garderobe und Ausstattung ihres Heimes notgedrungen beschränken nüissen, kommen bet Einkänferr int Warenhaus Brüder Schifimann in jeder Beziehung ans ihre Rechnung. Für Frühjahrs- und Sommerbedarf findet sich eine Überalls reichhaltige Auswahl in alleructieffen Modestoffen für Damen itttb Herren. Vorzüglich assortiert ist auch das Lager in Chiffon, Weben, Gradl, Leinen, fertige Leibwäsche und Modeartikeln aller Art. Vom einfachsten bis zum feinsten Genre fiub alle Strumpf- und Wirkwaren vertreten. Teppiche, Vorhänge, Bettdecken in atteit Preislagen. Besuch für jedermann lohnend. Wien, 12. Juni. * Weltreisende der Neuzeit. Gestern mittags haben Herr I. V. Lind e n und Herr Karl K o k o t t ihr Heim, bestehend aus einenl Motorrad, anr Stephcmsplatz „anfgeschlagen". Die zwei jungen Herren, schöne Männer mit illtettigenten Gesichtern, sind nämlich am Stephansplatz nach einer 38.000 Kilometer langen Weltreise angelangt. Das liest man schon ans der Tafel am Motorrad. Aus der Ansichtskarte, die sie verkaufen, um aus bcm Erlös ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, erfährt nran noch, das; sie diese lange Strecke zrc Fuß, im Auto, auf Pferden, Kamelen, Eseln und mit ihrem Fahrrad zu rückgelegt haben. Die Reise hat die kühlten Sportler vont Juni des Jahres 1920 bis heute durch Belgien, Frankreich, die Schweiz, Italien, Spaniel», Portugal, Marokko, Algerien, Tunis, Tripolis, durch die Sahara bis Belgisch-Kongo, Kapstadt, Transvaal, Deutsch-Ost Afrika, Aegypten, Palästina, Damaskus, Türkei, Griechenland, Bulgarien, Ruvlänien, Jugoslawien, Ungarn, die Tschechoslowakei. Deutschland, Holland und Oesterreich geführt. Sie haben in allen Ländern sehr schone photographische Aufnahmen gemacht und sich jeweils den Aufenthalt in den betreffenden Sprachen bestätigen lasten. Ganz merkwürdig sehen die Bücher mit den Aufnahmen und verschiedenartigen Inschriften aus. Und die Erklärungen dazu aus dem Munde der durchaus sympathischer» Globetrotter lassen den Hauch weiter Ferne spüren. Schwer haben sie cs auf der Reise gehabt, ihr Freund, der mit ihnen reiste, Karl S a a l f c l d, ist sogar am Wege der Malaria erlegen. Und doch sind sie leicht und unbeschwert. Sie fahren dahin, nur mit der einen Sorge: viel zu sehen, viel zir erfahren, darüber Bücher zn schreiben nnd schöne Filmaufnahmen zn machen. Sonst kümmern sie sich um nichts: man lebt schon auf dieser Welt. Bon Wien ans geht es erst weiter: über Ungarn, weit, weit — nach Indien. Für Sonntag sind sie zun: Badener Motorradrennen eingcladen worden. Nicht immer aber nimnlt der „bodenständige" Wiener ihnen gegenüber eilte solche freundliche Stellung ein. Da pflanzte sich — während ich mit ihnen sprach — ein Provillz-Wiener vor der Tafel an ihrem Motorrad ans und ließ einige Zeit niemanden lesen. Es kam zu einer Kontroverse, die der Bodenständige beiläufig mit folgenden Worten schloß: „Der Stephansplatz g'hert do iltts, ziagt's o — nach China". Diese Philosophie genügt dieser Sorte Wiener, die in jedem Fremden einen Eindringling und in jedem Ausländer — einen „Fremden" sieht, für die die Welt eine Bagatelle und Wien der wichtigste — Krähwinkel ist. Merkwürdig, daß es den Weltreisenden einfallcir konnte, in Wien längeren Aufenthalt zu nehmen», wo doch Wien bald außerhalb der Welt und nur noch in Oesterreich liegen wird. * Das Wetter. Gestern herrschte wärmeres, heiteres Wetter. Die Voraussage lautet: Wechselnd wolk,ig, Neigung zr» G e w i t t e r b i l d u n g, etwas war m e r. * Todesfall. Ji» Straßnitz ist Frau Franziska K o h n, geb. Herrling, im 78. Lebensjahre gestorben. In der Verblichenen beklagt Herr Redakteur Theodor M o n t e s e r seine Mutter. * Tödliches Unglück bei einem Autorennen. Aus Berlin, 11. d., wird gemeldet: Bei dem Autorennen Riga—Libau— Riga überrannte das zuerst durchs Ziel fahrende Auto beit Vorsitzenden des Automobilklubs von Riga, den Zeitungsverleger M e l d e r, und tötete ihn auf der Stelle. Ein neben ihn» stehender Fabrikant und dessen Frau wurde schwer verletzt, während die Insassen des Wagens unversehrt blieben. * Halbvcrkohlt bei lebendigem Leibe. Im städtischen Elektrizitätswerk Floridsdorf ist gestern vormittags der 25jährige Schlosser Antön K u d e r n a t s ch in den Starkstrom geraten. Um ihn zu befreien, tmtrde der Strom augenblicklich abgeschaltet, so daß auf kurze Zeit ans einigen Linien der Straßenbahnvcrkehr stockte. Der Unglückliche war entsetzlich zugerichtet. Bis über die Hüfte reichten die Berk oh l u u g c n an seinem Körper. Trotzdem lebte er noch. Kudernatsch war bei vollem Bewußtsein und seine Sorge galt nur dem Schicksal seiner Frau. Er wurde auf die Klinik Riehl gebracht. * Besuch aus München. Wie die Innsbrucker Blätter melden, sind die beiden kotnmtlnistiscbcn Abgeordneten des bayrischen Landtages Schlaffer und G ö tz, welche wegen Hochverrates zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt worden waren, nach Innsbruck geflüchtet. * Einbruch in Preßburg. Donnerstag nachts sind unbekannte Täter in Preßburg in das Modistengeschäft der Sari Mährer gedrungen und haben eine Mauer durchbrochen; durch die Oeffnung gelangten sie in das anstoßende Geschäft der Firma Alex» u. Komp, und stahlen dort 14 verschiedenfarbige Herrenstöffe, zusammen 70 Meter, im Werte von 11.000 tschech. K. * Herausgelockte Teppiche. Der 23jährige Kaufmanlt Jenö K a n i tz aus Budapest hat vor geraumer Zeit bei der hiesigen Teppichfirma S. P. Jssakides, Fleischmarkt 13, Teppiche im Werte von 8000 S. bezogen. Sie wurden ihm als Kommissionsware übergeben. Er hatte behauptet, daß er in Budapest ein offenes Geschäft besitze. Bald darauf verschwand der Mann aus Wien, ohne die Teppiche zurückzustellen oder den Kaufpreis zu bezahlen. Cs stellte sich auch heraus, daß Kanitz in Budapest keil» Geschäft besitzt. Er wurde jetzt in Budüpest verhaftet. * Warnung für Tierfreunde. In Wien treibt sich seit einigen Wochen eine junge Frau herum, die Tierfremrden unter Berufung auf den Dierschntzverein wertlose Bilder um 10 Schilling aufdrängt. Der Wiener Tierschutzveretn macht aufmerksam, daß er mit einem solchen Bilderverkauf nichts zu tun hat unnd daß seine Organe mit entsprechenden Legitimationen versehen sind. * Erez Israels Kinder im Film. Ein netter Palästinafihn, dessen Herstellung der Keren H a j e s s o d veranlaßt hat, tritt in den nächstelt Wochen seine Reise mit die Welt an. Er zeigt das teuerste Gut des neuen Jischuw, das jüdische Kind, und die herrlichen Darstellungen werden gewiß die Herzen der Juden aller Länder für den Aufbau Palästinas erobern. Der erste Akt zeigt die Kleinen in Stadt und Land: im Kinderheim vott Jerusalem, im Jemenitendorf, in der Milchstation der Hadassah, titt Kindergarten von Beth-Alpha usw. Dann begleitet man das lernende P n l ä st i n a, von der Volksschule bis zur Universität, unb der größte Teil des Films führt natürlich die landwirtschaftliche Ausbildung der Juden sowie die spielende und sporttreibende junge Welt Erez Israels vor. Die österreichische Kereu-Hajessvd-Kommission wird allen Sektionen, Sonderverbänden uno Provinzgruppen diesen neuen ausgezeichneten Propagandafilm zur Verfügung stellen. Man möge sich mit dem Keren-Hajessod-Bureau, Wien, 1. Bez.. Kärntnerstraße 28, in Verbindung setzen. Vereine, BorNiige und Versammlungen. Z i o n i st i s ch e K n l t u r g r n p p e, 20. Bez., 5! a r l- Meißlstraße 6-1. Heute Samstag, Präzise halb 8 Uhr, Heimabend. Morgen Sonntag, 9 Uhr früh, Büchstnleerung. Erscheiueu sämtlicher Mitglieder Pflicht. Diejeingen Mitglieder, welche ihren Fragebogen noch llicht abgegeben .haben, werden ersucht, diesen bis längstens Dienstag den 16. S. dem Schriftführer Eh. Botlkitecht übergeben zu wollen. — M a im o n i d e s - I u st i t u t. Heute, -1 Uhr, Rabbiner Doktor A Kantinka: Pirke Abolh. * Museumsausstellung. Die aus Anlaß der Tagung deutscher Bibliothskare von der Wiener Arideiterkannner m den Räumen der Gartenbaugesellschaft, 1. Be-;., Parkring 12, abachältene Atlsstellnng von Erstdruckelt wurde am Dienstag geschlosteit. Die dort von dem Gesellschafts-- und Wirtschastsmusennl in Wien eingerichtete J'ayresatlsstellniig kann nun ab gestern Freitag wieder jeden Montag nnd Mittwoch von 5 bis 7 Uhr abends besichtigt werden. Die Urania veranstaltet in diesem Monat drei Vorträge, welche die Auswauderiuig uns Answauderuiigsgebiete bchandeln. Ten ersten Vortrag wird Herr Dr- Otto W i t t mahe r Dienstag mit halb 8 Uhr abends int kleinen Uraniasaal über „Die Auslvanderungsbe'wegmtg" halten. Am 22. d. wird Hosrat Dr. Erich Pi stör über Kanada und am 29. d Ander L u g e r über Brasilien sprechen.

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