Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2619 (9.6.1926)
- Date
- 1926-06-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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mt I Dkm, MNKiEH Ar englisch« Bergbankrise. Lrmdon, 8. Jmti. Der Vollzugsausschuß der B e r garbeiten beschloß heute, die Einladung der Grubenbesitzer zn gemeinsamen Besprechungen der Lage im Bergarbetterstreik anzunehmen. Die Grubenbesitzer sollen vorgeschlagen haben, die wöchentliche Arbeitszeit wie folgt festzusetzenr fünfTage znachtStundenund einen Tag z« sechsStunden, also insgesamt 4 6 S t n nd e«. DK erste gemeinsame Beratung fand b e-« t e a ib e n d s statt. Die heutige Sitzung ist ergebnislos Verla « f e n. In einem Comnnmique der Grubenbesitzer wild erklärt, daß die Arbeiter ihrer bisherigen schroffen Haltung bestehen, so daß gegenwärtig jedeBerständigunganSsichtSl o s sei. Die Gmbenacheiter wieder weisen darauf hin, daß sie entschlossen sind, solange im Aus st and zu verharren, bis die A r b e i t S b e d i u g u n g e n wie ste vor der AuS- 'perrnng bestärken, wiederhergestellt sind. One Niederlage de? Regierung. London, 8. Juni. Die Regierung hat heute in der parlamentarischen Kommiffton. die über den Gesetzentwurf über dte Verteilung des elektrischen Stromes in England verhandelte, eine Niederlage erlitten. Die Kommission lehnte nämlich mit 2 7 gegen 24Stimmen den Regierungsantrag ab. M e hrereKonservattve haben mit denSozialisten gestimmt. Lloyd George bleibt Führer der Liberalen. London, 8. Jimi. Die parlamentarische Fraktion der liberalen Partei hat heute nachmittags mtt 2 0 g e g e n 1 2 Stimmen eine Entschließung angenommen, in der sie sich zugunsten Lloyd Georges als Führer der liberalen Fraktion des UntechauseS ausspricht. Schimpswortstatiftik im Unterhaus. Auch im englischen Unterhaus wird, wie uns aus London gemeldet wird, nicht mit Engelszungen geredet. Der. Schatzkanzler Winston Churchill hat sich ein Vergnügen daraus gemacht, während der Reden der Mitglieder des Hauses alle Schimvfworte zu notieren und darüber eine Statistik anzulegen. So wurden bei der Beratung eines einzigen Gesetzentwurfs folgende Liedenswürdigkeiten mrwandt r „Brigant" siebzigmal, „Dieb" fünfundvierziamal „Gauner" dreizrhnmal. „H al u n k e" zwölfmal. „Bandit" zehnmal und ,1 8 r b c r" dreimal. (Alle diese Freundlichkeiten bezogen sich auf die Mttqlieder des Unterhauses selbst.) 8iu Kindesmörver. Wie aus M i s k o l c z gemeldet wird, erregt dort oie Ermordung des dreijährigen Töchterchens Margit des Staatsbahninspektors Wilhelm T a r j a n großes Aussehen. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen L n st m o r d. Der Komitatsphhsikus stellte fest, daß das unglückliche Opfer durch Messer st iche in den Hals getötet worden sei. Der Mörder hat sodann das Blut aus der Wunde gesogen und die Leiche zerstückelt. Die Erhebungen ergaben, daß in Eperjes, K a s ch a u und L o s o n c z gleichfalls in der letzten Zeit Kindermorde unter ähnlichen Begleitumständen vorgekommen seien. In Eperjes wurde die Leiche des vierjährigen Töchterchens eines dortigen Finanzbeamten bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt in einer Felshöhle aufgefunden. Auch in diesem Falle wurde festgestellt, daß der Kindesmörder dem Opfer das Blut ausgesogen hatte. In Kaschau wurde unter ähnlichen Umständen ein Kindesmord an dem fünfjährigen Töchterchcn eines dortigen Kaufmannes festgestellt. An der Kindesleiche in Losoncz wurden gleichfalls Spuren der Zähne des Mörders festgestellt. Schleppender Berkaul der Aogbrraiung. Die geltenden Bestimmungen über die Arbeitslosenversicherung laufen am 30. Juni ab. Jnsolange die Opposition nicht die Gewißheit hat, daß der bisherige Zustand durch ein Gesetz verlängert wird, zeigt sie auch kein Interesse an den gesetzgeberischen Arbeiten des Parlaments. Das kam gestern deutlich in der Sitzung des Zollausschusses zum Ausdruck. Wohl wurde die Generaldebatte über die Zolltarifnovelle abgeschlossen, doch sind noch zahlreiche Redner zum Worte vorgemerkt. Heute sollen wieder Parteivcrhandlungen über die Arbeitslosenversicherung stattfinden. In der gestrigen Generaldebatte über die Zollnooelle urgiene Dr. Bauer die Verlängerung des Arbeitslosenversicheruugsgesetzes, ferner sie Angestelltenve.rsicherungsnovelle und das Arbeiterversicherungsgesetz. Die Mehrheit zeige, so erklärte er, weil der neue Zolltarif nicht binnen vierzehn Tagen erledigt ist. Ungeduld. Wenn sie für eine schnellere Arbeitsweise des Parlaments sei, so müsse sie das auch bei anderen Dingen beweisen als in diesem Ausschuß. Morgen wird die Generaldebatte fortgesetzt werden. Ser gute Ruf, welchen sich das bestbekannte Warenhaus Brüder Schiffmann, 2. Bez., T a b o r st r a ß e 48, im Laufe seines langjährigen Bestandes erworben hat, ist darin begründet, daß dre zahlreichen Kunden sich von der Konkurrenzlosigkeit der Warenangebote in Qualität, Haltbarkeit und Preis überzeugt haben. Das stete Anwachsen des Kundenkreises ist der beste Beweis für dre außerordentliche Leistungsfähigkeit deö Unternehmens, das von dem allgemein geschätzten Fachmann, Herrn Max Schiffmann, mustergültig geleitet wrrd. Insbesondere die minderbemütelten Kreise oes konsumierenden Publikums, welche sich in den Ausgaben für Garderobe und Ausstattung ihres Heimes notgedrungen beschränken müssen, kommen bei Einkäufen im Warenhaus Brüder Schiffmann in jeder Beziehung aus ihre Rechnrmg. Für Frühjahrs- und Sommerbedarf findet sich eine überaus reichhaltige Austvahl in allerneuesten Modestoffen für Damen und Herren. Vorzüglich assortiert ist auch das Lager in Chiffon, Weben, Gradl, Leinen, fertige Leibwäsche und Modeartikeln aller Art. Vom einfachsten bis zum feinsten Genre sind alle Strumpf- und Wirkwaren vertreten. Teppiche, Vorhänge, Bettdecken in allen Preislagen. Besuch für jedermann lohnend. Wiener Morgenzeskuifg 9. Juni 1886 Nr. 2619 RICHTER* UND PREDIGER¬ TAL ARE UND BARETTE von 8 65 aufwärts vorrätig und nach Muss beim Spezialisten 135 RUDOLF «TEIN, ZIoil- und Unfformscitneider Gegründet 1866 Wien, II. TabGrstraSSQ 54 Telephon -15-6-29 Elegante Herrenkleider nach Mass, mässige Preise, Zahlungserleichteningen Matinee des Hechaluz für die Hadima. One Feier der hebräischen Jugend. Wie sehen im allgemeinen solche Begrüßmigsmatiliem ans? Wieviel Konvention und offizielle Form liegt meist in ihnen und wie wenig Gefühl? Wie ganz anders war nun diese Begrüßung der Pioniere der Kunst durch die Pioniere der Arbeit? Bis auf das letzte Plätzchen — wo man nur sitzen und sichen konnte — war der große Olympiasaal gefüllt. Lachende, begeisterte Jugend und Erwachsene, die — noch jung sein können. In diesem Sinn ein außerordentliches, gewähltes Publikum. Die Künstler der Habima waren vollzählig erschienen und nahmen in den ersten Parkettreihen Platz. Auf der Buhlte, um einen Tisch das Präsidium des Hechaluz mit Jehoschuah Vierer an der Spitze, Oberrabbiner Doktor Chajes und Dr. Chaim Tartakower. Die offizielle Begrüßung krtrz und sehr würdig. Jehoschuah Vierer begrüßte die Künstler der Habima im Namen des Hechaluz und betonte in seiner Ansprache die Gemeinsamkeit des Schicksals zwischen den Pionieren -der Kunst und den Pionieren der Arbeit. Beide wollen das jüdische Leben revolutionieren und tun das auf kollektivistischer Grundlage. Ihre Arbeit soll einem Palästina mit neuen G e m e i n s ch a f t s f o r m e n dienen. Herr Obc-rrabbiner Dr. C h a j e s sagte, er besitze zwar keine besondere Bevollmächtigung von den Wiener Inden, er begrüßt aber die hebräischen Künstler im Namen der j ü d is ch e n G c s ch i ch t c, die die Bemühungen und die Kunst der Habima. als nationale Tat werten wird. Die hebräische Sprache kennen alle Teile des zerstreuten Volkes, während die jüdische zwar große Teile sprechen, andere dagegen sie überhaupt nicht verstehen. Das hebräische Theater ist darum das nationale Theater. Herr Dr. Chaim Tartakower sagte, die Künstler der Habima seien denjenigen glcichzustellcn, welche die hebräische Sprache und Kultur in Palästina aufbauen. Diese Arbeit ist ebenso wichtig und bedeutend wie der materielle Aufbau des Landes. Der Redner wünscht den Künstlern der Habinia, die uns hier in Wien unvergeßliche Stunden bereitet haben, auch in der Zukunft vollen Erfolg. Den Begrüßungsansprachen folgte eine Akademie palästinensischer Künstler, in der sich der Geiger Israel Brahdmann, die Sängerin Chana Spcktor und der Pianist Nachum Nardi auszeichneten. Nach der Pause, in der die jungen Chaluzim und Ehaluzoth die Künstlerinnen und Künstler der .Habima umringten und von ihnen Autogramme sammelten, bewies die Habima, daß sie auch eine Akademie prachtvoll zu gestalten vermag und daß sie auf jedem Gebiete über ausgezeichnete Kunstkräfte verfügt. Sie bildet den Kern eines hebräischen Univcrsaltheaters. Benjamin Z c m a ch verriet in zwei Grotesktänzen vollendete Korverbeherrschung, große plastische und mimische Kunst und innige Einfühlung in das Tanzchema, Mirjam G o l d i n a deklamierte wunderschön Tschernichowski und Herr Gotland erntete stürmischen Beifall für einige jüdische Volksweisen und Arien aus „Figaros Hochzeit" sowie aus dem „Barbier von Sevilla". Besonders bemerkenswert war hier die vollkommene Einheit des hebräischem Wortes und des musikalischen und schauspielerischen Ausdruckes. Ten Höhepunkt der künstlerischen Darbietungen bildete aber unzweifelhaft die erschütternde Deklamation, besser der erschütternde Gesang der großen Nomina. Sic brachte wieder das Klagelied aus ' dem „Ewigen Juden" von Pinski. In dieser Leistung der Rvwina offenbart sich das ewige Mysteriunl der Kunst und ihrer Wirkung auf das Publikum, das unnachahmlich, einzig dastehend und geheimnisvoll ist. Was ist es, daß dieses zarte, bescheidene Mädchen auf der Bühne zr monumentalen Trägerin des ganzen Volksleides und unserer großen Schmerzen macht? Das Geheimnis wird wie der erste Ursprung der Welt und die Wurzel aller Kunst ewig verborgen bleiben. Erholen kann sich der Zuhörer von diesem Klagelied nicht so leicht. Der Saal zitterte vor Erregung und Beifall. ' In seiner Dankansprache sagte Direktor N-ahurn Z e m a ch, d a ß n u x derjenig e c i n c n wirkliche n A «teil an der H a b i m a haben k a n n, der an dem Au f b a u P a l ä st i n as u n d der jüdische n Kult u r in i t a r b e i t c t. Z e m a ch erin n e -r t e an Trumpeldor und an sein H e l d e n t u m i m Namen der Idee der Wiedergeburt und an die ersten Versuche und Bemühungen der Habima, die sic vor dreizehn Jahren auch nach W i e n gebracht haben. Die große Epoche dos Aufbaues durch Arbeit und durch die Kunst bedarf Menschen, die der Idee ergeben und bereit sind, mitzukämpfen. Die eindrucksvolle Begrüßungsmatinee des Hechaluz schloß mit der Absingung des Bialik-Liedes „Birkath am". l. th. ß Werbet Abormenteusür die ß . „Wiener Morgenzeituug"; Wien, 9. Juni. * Das Za-uberlicht als Schutzengel. Mitten mir 2aae leuchtet cs auf: rot, grün oder gelb. An Ser berühmten Opcrnkrenzung, nn-weit der noch berühmteren Sivk-Erkc. Es dient aber keineswegs der Romantik, die sich damit, wie man glaube" könnte, im nüchternen Wirbel der Großstadt ein sichtbares Denkmal geschaffen h-ätte; nein, es soll im Gegenteil der Rout-antik der Technik Einhalt tun. Die Technik muß hier für einen Augenblick auf einen ihrer Fortschritte verzichten, i.m einent anderen Platz zu niochen. Die Autos und die Trams müssen stehen bleiben, obwohl sie unentwegt rasen könnten, weil die Menschen eingesehen haben, daß sie sich nicht unbedingt ans boit Altar des technischen Fortschrittes sinnlos opfern lassen müssen. Es -ist wirklich ein Zeichen gesünderer Entwicklung, wenn der „Fortschritt" ein ivenig in vernünftige Bahnen gelenkt wird. Das Paradoxe und Interessante daran ist, daß er immer wieder aus sich selbst heraus sich hemmen und regulieren muß. Die verkehrsordnende und lebensrettende Lampe bei der Oper ist ja auch eine Erfindung der Technik. Sie ist auch unmittelbar lebensfördernd. Leider wird man die Opfer, die sie retten wird, die sie verhindern wird, nicht zählen können. In New-Aovk hat man an einem der verkehrsreichsten Plätze ein Denkmal für die Hunderte der Verkehrsopfer auf dtestm Platz als Warnung ausgestellt; in Wien gibt es sicherlich weniger Unglücksfälle als in Nelv-Aork; das Zauberlicht, das Vorsichtsmaßregel und Warnung zugleich ist, ist aber trotzdem eine begrüßenswerte Verschönerung der Sir?-Ecke. Eine hochmoralisch« ... Eine Seltenheit m dieser Gegend. I. th. * „Die Erben." Schalom Aljechems zehnter Todestag soll nicht so bald aus dem Gedächtnis schwinden. Seinem im Testament niedergelegten Wunsch Rechnung tragend, man möge seine Schriften auch jenen zugänglich machen, die die Originalsprache nicht beherrschen, bringen wir von morgen an in einigen Fortsetzungen eine von den köstlichen Kaßrilewker Geschichten: Die Geschichte von den Ztvillingsbrüdern, die einen Platz in der Schul erben und um ihn kämpfen. * Das Wetter. Gestern herrschte wieder kühles, wechselt wolkiges Wetter. Abends regnete es. Die Voraussage lautet Veränderlich, herrschender Wettercharakter anhaltend. * Frau Berta Berger, die Vizepräsidentin der Zionistischen Sektion für die westlichen Bezirke, die in Zurückgezogenheit dieser Tage ihren fünszigsten Geburtstag feierte, gehört zu den verdientesten Piomeren zionistischer Arbeit. In dem Hause in der Rembrandtstraße, wo ihre Eltern wohnten, befand sich Hcrzls erste zionistische Wirkungsstätte. Dort sah sie den Führer bei rastloser Arbeit und dieses Beispiel befähigte sie, ihre ganze Kraft dem Zionismus zu widmen. 'Sin der Verbreitung des Keren Kajenteth in Oesterreich, an der Gründung der Tvyubeehalle, an den Hilssaktiönen für die Pogrom- Waisen und an der Entwicklung des Mädchenvereins Moriah hätte sie hervorragenden Anteil. Gegenwärtig in der Zionistischen Organisation für die westlichen Bezirke wirkend, ist die allseits verehrte Frau unermüdlich tätig und widmet insbesondere dem Chaluzheim ihre Fürsorge. — Die Zionistische Sektion 0—8 hält heute um dreiviertel 9 Uhr abends ans Anlaß des Geburtstages ihrer Vizepräsideirtin im Vortragssaal (8. Bez., Bennoplatz 1 a) eirri Festsitzung ab. * Rosa Friedmann gestorben. Gestern wurde am Wiener Zentralfriedhof eine verehrungswürdige jüdische Frau zu Grabe getragen. Frau Rosa Friedmann entstammt einer alten ostjüdischen Rabbinerfamilte und war eine Dame von ungewöhnlicher Bildung und Herzensgüte. Während der Ruffenmvasion in Kolomea hat sie ihr ganzes Vermögen für jüdische Flüchtlinge geopfert. In den letzten Jahren hat sie das moderne Hebräisch erlernt und trotz schwerer körperlicher Leidell an allen Fragen des Judentums den regsten Anteil genommen. Sie starb mit einem Buche von Schalont Aljechem in den Händen. Wer die edle, schlichte Frau gekannt hat — sie war die Mutter unseres zionistischen Freundes Dr. Arnold Friedmann — wird ihr ein ehrendes Andenken bewahre»!. * Tödlicher Unfall. Der 60jährige Hilfsarbeiter Georg Sadlo überschritt am 7. d. früh, obwohl er gewarnt worden war, im Jnundationsgebiet in der Nähe des Schutzdammes eine Traverse in einem Donauarm. Da sie vom Wasser uberflutet war, verlor er das Gleichgewicht und stürzte in das ziemlich tiefe und reißende Wasser. Er ertrank und seine Lerche, konnte nicht geborgen werden. .. " * Jubilare der Ehe. In Vertretung des Bürgermeisters überreichte aintsführender Stadtrat Richter dem Ehepaar Chaim und Chaje Schwarz anläßlich ihrer goldenen HochzeitSfeier die Ehrengabe der Stadt Wien. * Große Unterschlagungen eines Buchhalters. Der 30jährige Buchhalter Eduard PosPischil hat in den Jahren 1925 und 1926 bei einem hiesigen Kreditinstitut,, bei dem er angestellt war, Unterschlagungen begangen, die nach vorläufiger Feststellung eine Summe von 36.600 Schilling ansmachen. Er wurde verhaftet und dem Landesgericht eingeliefert. Pospischil hat das Geld zum Teile zu privaten Börsenspekulationen verwendet, zum Teile durch übermäßigen Aufwand aufgebracht. « Der totgoglaubte Defraudant. Der im städtischen Versorgnngsheim Banmgarten beschäftigte 26jährige Franz Salawa ist nach Unterschlagung von 5000 Schilling fluchtig geworden. Bald daraus wurde bei Maunswörth aus der Donau die Leiche eines Mannes gezogen, der offenbar Selbstmord begangen hatte und den die Mutter des Salawa als ihren Sohn erkannte. Die Verfolgung wurde deshalb eingestellt. Nun wurde ermittelt, daß bei der Agnoszierung der Leiche ein Irrtum Vorgefällen sei und daß Salawa sich in Graz aufhalt, wo er das defraudierte Geld durchbringt. Seine Verfolgung wurde neuerlich eingeleitet. * Das Ergebnis der StraßensÄnimlung für die Rettungsgesellschast. Während rüder das Ergebnis der Hünsersammluitg lür oie Rellungögesellschmt noch 1cm abschlie-enoes Urteil voiliegen kann, konnte doch eine vorlänsige Schätzung der in oer Straßensannnlung etngegangenen Summen gewonnen werden. Das Erträgnis rer Straßensamnuung hat die Höhe einer Milliarde überschr tten. Rund wurden gesammelt: im 1. Bezirk 10.600 S, im 2. Bezirk 5200 S., im 3. Besitk 6200 S. im 4, Be .irk 2000 S.. im 5. Bezirk 5500 S. im 6. Bezirk 4800 S.. im 7. Bezirk 5500 S.. im 8. Bezirk 2000 S.. im 9. Bezirk 13 000 S., im 10. Bezirk 2600 ©., tut 11 Bezirk 940 S.. im 12. Bezirk 10.000 S.. im 13. Bezirk 3200 S.. im 14. Bezitk 1800 S., im 15. Bezirk 1800 S., im 16. Bezirk 5800 S., im 17. Bezirk 7000 S.. im 18. Beürk 2300 S.. im 1V. Bezirk 3100 S.. im 20. Bezirk 3900 S. und int 21. Bezirk 2206 S. Das Erträgnis der Slraßensammlungeu wird sich noch durch den Ertrag der Musikumstige und Platztvn-erte der Heeresmusikm und Ztviltapellen erhöhe«.