Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2616 (6.6.1926)
- Date
- 1926-06-06
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Geste 8 Wien, Gonntckg Mlener MoiM«zeli«ißü 6. Juni 1926 Ar. m Rchneialavs. f l u A-, berauSgeaeben von der Wiener Urania. Heft 6 Juni 1926. Krystall-Verlag Wien. Alexander Kuprtnr »Dte sieben Liebes nä chte der S n l a m i t h. Renaissance-Verlag. Wien. Wladimir Korolenko:,Der T s ch e r k es s e." Renatsance-Verlag. Men. Paul P. Ltndenberzr »D a S P a ft w e s e n P a l äft i n a s vor der britischen Besetzung.- Verlag ,Die Postmarke*, Wien IX .Der Bücherwurm-. Heft 8, 1926. Einhorn-Verlag. Dachau bet München. __ Alfred Iftrnrtiict: „Kmcrifa unb seine Einw ander er". Mit fünf Bildern und einer Uebcrsichts- - karte. . (Wilhelin Bramnijller Verlag, Wien und Leipzig.) Trotz der vielen Reiscschilderungen, wirtschaftlichen und .uNurpolitischen Untersuchungen über Amerika in der letzten ocit bleibt dieses Land dem Europäer immer ein Rätsel und Mgleich — eine ..unbegrenzte Möglichkeit" . . . Schon darum ist die gediegene und durchaus sachliche Arbeit Tyrnauers zu begrüßen. Er hat iu seinem Büchlein gleichsam ein Repcti- Jnteressanteste amerikanische Städte und Farmen, die Wolkenkratzer und den riesigen, komfortablen Verkehr kennen.. Das Wichtigste aber in diesen: Buch und mit einer seiner Vorzüge, der Autor beobachtet vorurteilslos und beugt sich nicht vor althergebrachten Märchen über Amerika; er weiß alles auf das richtige Maß zu bringen. Zum Beispiel besteht noch lange nicht ganz New- Wrk ans Wolkenkratzern, cs gibt deren bis letzt nur hundert im ganzen, dagegen noch immer mehr als 300.000 Ein- bis Zweifamilienhäuser aus Holz. Das Kapitel über Amerikas Wirtschaft ist überhaupt sehr aufschlußreich. Gerne liest man aber auch die zum Teil schau bekannten Ausführungen über die amerikanische Kultur, über den Mann, dre Frau, nein, pardon, zuerst die Frau, dann den Mann und das Kind tu Amerika und über das politische Leben und die Schmach Amerikas: die Rassenfragc. Der zweite Teil, der statistische Datcu über Amerika, seine Geographie, Bevölkerung, Staaten und Städte bringt, ferner das Einwanderungsgesetz, die Zollbcstimmuitgen und das Naturalifierungsgesetz erklärt, macht das Buch besonders für Ei nwanderungslnst igc sehr wertvoll. Aber auch jeder, der über Amerika ohne Zeitvergeudung das Wichtigste erfahren will, wird nach diesem lcicbtfaßlich und klar geschriebenen Buch gerne greifend l. ch. 8m Milliardenprozetz der Lumen A. S. (£iu Senat des Zivillandesgcrichtes beschäftigte sich in fortgesetzter Berhandlung mit der Klage, welche die „Lüne c n" Petrolenmbergban-A.-G. gegen die Gesellschafter der Naphthamlternehmung Witold Lozinski in Boryslaw, die Großindustriellen Joses Dreß l e r, Alois L i e b e r m a n n, Dr. B er ko wie und Karl Klier, angestrengt hatte. Die Klage behauptet, daß die Lumen A.-G., beim Erwerb der Grube, für welche sie 2 Millionen Schweizer Franken zu bezahlen hatte, aus da.s g rö b l i ch st e i n I r r t u m gef uh r t worden sei, das Geschäft daher ungültig erklärt werden müsse und. der Klägerin die bereits geleisteten Zahlungen zurückzuerstatten seien. Die Klage führte ails, daß bei den.Kaufverhandlilngeii seitens der'Berlänfer versichert winde, die Grube lverse einen R c i n* e r t rag von mindestens 5000 Dollar monatlich ab. In Wirklichkeit habe aber nicht einmal der Erlog des ganzen Jahres diese Summe erreicht. Die borgelegten Berechnungen und Er-' tragsausweise seiest unri cht i g gewesen. Die klägevische Firma habe bereits über eine Million Schweizer Franken bar erlegt, überdies zwei Akzepte über jo 50.000 Franken ausgestellt,. ohn' daß bisher auch nur die Geschäftsteile der Grubenunternehwnng übertragen worden wären. Die beiden Wechsel, welche - erst nach erfolgter Uebcrtragung fällig werden sollten, seien wider r e ch t l i ch einer Bank .übergeben luoVbcn, so daß die Lumen A.-G. für die Wechselsumme haftbar, gemacht und die Aechselklagc eingebracht wurde. Die Beklagten werteten ein, daß ein Notariatsakt, in welchem sie ihre Rechte an der W'.iold- Lozinski-Grübe der Klägerin übertragen, von ihnen ausgestellt wurde; -die.'Lumen'. A.-G. habe sich aber geweigert, die llevertragung anzunehmen. Schließlich kam ein B c r g l.e i ch zustande. Die Betl t.sien . verpflichteten sich, die Hälfte des ihnen übergebenen Betrages; u r ück^uer st alten. . » Der Krakauer Mordvrozeß. .Efgxndienst der ..Wiener-Morgenzeitung".) Krakau, 1. Juni. Obwohl der Prozeß gegen Dr. Bade):, tuseinen Kollegen M a rgnlies ermordet hat (wir haben über den Beginn des Prozesses seinerzeit berichtet. Red.) jetzt schon neun Tage dauert, sind sowohl die Motivs der Tat alsauch ihr Verlauf vollkommen ungeklärt. Die ganze Reihe feer; einander vielfach widersprechenden Zeugen hat in dieses DÜntel kein Licht bringen können. Auch am heu di gen Berhandlungstage wurden mehrere Zeugen eirrvernommen, die aber nichts Wesentliches aussagen konnten. . . . . Der Universitätsprofessor Dr. Ta üben sch lag, der als Zeuge emvernommen wurde, hat mit dem Angeklagten feit zwei: Jahren an einem wichtigen Werk aus dem mittelalterlichen Recht gearbeitet und stellt ihm das. beste Zeugnis in moralischer und intellektueller Hinsicht aus. - Die (Serichtspjychiater erklärten den Angettagten für geistig gesund mw für sein« Tat Vera n tworllich. . Das Urteil wird erst Ende nächster Woche erwartet. Unverfälschte deutsch« Worte. Wer die Wiener Volkssprache studieren will, der hat im Bezirksgericht Favoriten hiezu die beste Gelegenheit. Von der Sprachgewalt der int Schwarzen Viertel. Bodenständigen zeigt eine. Ehrenbeleidigungsverhandlyn-g, die gestern vor dem Favoritener Bezirksvichter Dr. M Liter stattfaüd. Der Maurer Moserth, der seine Nachbarin Marie St. wiederholt gröblich beschimpft hatte, war erst Ende März wegen eines solchen Schimpfexzesses zn Ist Schilling Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil nahm er mit einer Flut neuer Beschimpfungen auf. für die er gestern nenerlich vor Gericht zitiert wurde. Der Richter Dr. Müller verlas mit sichtlicher Ueberwindnng die Kraslansdrückc, die damals Moserth gebraucht hatte. Dieser hörte mit Gemütsruhe zu, dann sagt er: So arg war's nicht, ich Hab' bloß g'sagt, dem böhmischen Miestvieh werd' i doch noch was anschau'n lassen. Der Katt a i l l c s ch m i c r i a n c, daß sie sich einwickeln kann, sonst Hab' i ka Wort g'sagt, Herr Richter. Denn wissen S', i bin a friedfertiger Mensch, i 'will mei Rnah Ham. Nix als mei Rnah. Richter: Und Schlampen und Rabcnvkeh und noch eine Menge schöner Ausdrücke haben Sie gebraucht. — Angekl.: Herr Richter, sie hat zu der Tant von der Nachbarin gesagt, i bin a G a n n e r. Das brauch' i mir net g'fallen lassen. —Klägerin: Hohes Gericht, ein solches Wort kommt nicht über meine Lippen. — A n g e k l. Na net, Sic böhmische ... — R i ch t e r: Schweigen Sie, Sie begehen eine neuerliche Beleidigung. — A ngck l. Ka Wort derf ma rod'n! Natürlich, die Gnädige hat sich an Advokaten genommen, aber i verteidig' mi selber. — Der Richter verurteilte den.schimpfgewaltigen Maurer zu 80 S ch i l l i n g G e l d st r a f e. — Angekl.: Also 80 Schilling, dö zahl' i, aber himnrelkrnzitürken noamal, jetzt will i mei Rnah Ham, sonst verlebt'« no was, dö . . . Anitta Rosener Max Kornmehl Verlobte Wien, im Juni 1926 Rosa Fischer Arnold Becker Verlobte Wien, im Juni 1926 Der Z. A. V. „B a r - K o c h b a“ gratuliert herzlichst seinem A. H. Abraham Teifer anlässlich seiner heute stattfindenden Vermählung mit Fräulein Ing. Menia Preminger Möbelfabrik J, Spira Feine ' Wlßfl. VH. " 1”^“2 Woluiungxeinrichturtgert tEckeKarl-Schweigholer-Ciasse) KUNSTMÖBELFABRItf ™ JOH. GRÜN WALDES W= I., Fleischmarkt 17 I., Weihburggaue 11 Wohnunteo, Gcachättslokale. 'icofes,' Kino», Theater,' nach -eigenen Entwürfen. Stet* grosses, assortiertes- Lager fielen au »läbig> » Prrtse» Nl tadtlloler Autsührunft (auck aui Ti-illaklilUg . " Rudolf Gosdftefn. Zioil- und^Uniformschneider..- Gegr. 1866 Wien. 2 Bez.. Taborstratze 54 Tel. 45-6.29 .Kultus* und 8«W-Ta'are sowie Barett? .; , .mb nBO BLAIMSCHEINS Pffanzen> s?V a nne Uuei reicht in Qualität und Preis I Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürdeji des Herrn Obeirabbinera S. F ü rs l;5PWfww vOlliL wtr n 'iN2,-> am nn:^n;nnn) Ueberaii erhältlich 11286 KARl, BLA1MSCHE1NS vereinigteMargarineüml tlnttertabriken. Wie», 14 Bezirk. Diefenbachgasse 29 SIC GM. KORNM GROSSFLEISCHHAUEREI Zpti tralc: IX., lief au us se Nr. 19, Tel. 17-3*99 u. 16-9-3-1 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für Fleisch ' untei Autsicht des Ehrwürdigen Rabbinats . ’ dei Isr. 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Zu diesem Behufs werden für Montag die Unterhändler der Kreditanstalt und der Anglobank in London erwartet, um die letzten Schwierigkeiten zu bereinigen. Eine der wichtigsten Fragen lvar die der Regelung des B e a m t e n p r o b l'e m s. Die österreichische Regierung hat, Ivie in Kreisen der Londoner Anglobmtk verlautet, tatsächlich lvegen der Behandlung der Beamten ihren Einfluß geltend gemacht. Nunmehr ist in diesem Punkte eine völlige Einigung erzielt worden. Bon den 800 Beamten der östtrreichischen Anglobank werden von der Kreditanstalt 150 definitiv übernommen. Die übrigen Beamten werden abgefertigt oder pensioniert. Die Pension wird von der Kreditanstalt ausbezaiPt, so daß die Pensionisten eigentlich Pensionisten der Kreditanstalt sein werden. Die Beamten mit einer Dienstzeit unter zehn Jahren tvcrden abgeseriigt. Bon 680 nicht übernommenen Beamten werden aber weitere 150 Beamte ohne Rücksicht darauf, ob sie pensioniert oder abgefertigt werden, von der Kreditanstalt provisorisch übernommen. In dieser Hinsicht übernimmt die Kreditanstalt aber keine Dauerb i n d u n g. Damit.sind die Berhandlmtgep bezüglich fco* Beamten endgültig abgeschlossen Bezüglich der U eher nahmeder. Geschäfte sind noch einige Punkte Üarzustellen. I« Londoner Kreisen ist man der Ansicht, daß die Berhandltwgen in London in dieser Hinsicht völlige Klarheit bringen werden. Bisher hat die Kreditanstalt bereits die Verpflichtung übernommen, den Unternehmungen und den Klienten der Anglobank bis aus weiteres die Kredite in derselben -Höhe zu belassen. Nur bei denjenigen Klienten, welchedie Kreditanstalt nicht für würdig halten sollte, soll der Kredit vo« der Londpner Anglobank aus einen Zeitraum von zwei Jahre» garantiert werden, so daß also tatsächlich die Kreditnehmer durch die Fusion in ihren Krediten für die nächsten Jahre nicht tangiert werden. Nach zwei Jahren soll die Kreditanstalt für diese Kredite selbständig mlfkommen. Sollte aber, was bei dem Bestreben der Londoner Zentrale, sich von Wien vollkvmmen loszulösen, diese dennoch darauf Darren, daß einzelnen Unternehmungen ein höherer Kredit prolongiert werde, , so .innß die Londoner Zentrale auch für einen weiteren Zeitpunkt die Haftung übernehmen. Die leitenden Funktionäre werden in der nächsten Zeit sofort nach Abschluß des Vertrages ihre Demission geben.?r»r zur Durchführung der Liquidation werden einige Direktoren weiter verbleiben, so der Chef des Rechtsbureaus, des Personalbureaus und des Kreditbureaus. Trotz der Dementis ist es doch in London bekannt, daß die Bank von England einen Kredit von einige» Millionen Pstrnd der Kreditanstalt für die Zwecke der Uebernahme der Geschäfte der Anglobank für längere Zeit zur Verfügung stellen wird. , Hiezu erfahren wir: Die Kreditanstalt wird fntzeffive den Betrieb aus den Gebäuden der Anglobank in ihr t8ebäude überleiten. Das Bankpalais der Anglobank chird anderweitige Verwendung finden. Die maschinellen Einrichtungen, die im Vorjahre unter großem Kostenaufwand in der Anglobank eingeführt wurden, solle» in die Kreditanstalt übertragen werden. Es handelt sich um die vereinfachte Buchfiihmng mit Hilfe dieser Maschinen, dir eine starke PersomckeMtmis mH sich bringt. . Ile Goldbilanz Der fiönberimtrt. Die Wiener Niederlassung bilanziert gesondert. Gestern wurde die Bilanz der Länderbank veröffentlicht. Die Bank hat zwei Bilanzen: die eine bildet den Rechnungsabschluß in Franken für die gesamte Bank^ Eine zweite Bilanz behandelt gesondert die Niederlassung Wien. Für. sie. ist. auch eine Goldbilanz in Schilling aufgestellt. In der Goldbilanz der Wiener Niederlassung betragen-die Aktiven in Schilling: Barbestände 6,910.710, Guthaben bei Banken 23,922:250, Wech.* selportefeuitle 39,670.899, Effekten 1,231.519, Beteiligungen an Konsortialgeschäfteu 13,959.118, Debitoren 101,255.419, Coupons 21.911. Summe der Aktiven 186,971.862. — Passiva: Tratten 406.032, verzinsliche Einlagen 41,246.390,. Kreditoren' 144,806.947, Pensionsfonds 213.323, Gewinn 300,168.'-Summe-' der Passiven 186,971.862 Schilling. In dieser Bilanz muß das große Mtzverhältnis zwischen Debitoren und Kreditoren auffallen, das sich in den Goldbilanzen der übrigen Bänken fast auf derselben Höhe bewegt. In der abnorm hohen Summe der Kreditoren dürsten äNch die Guthaben der Zentrale eingestellt sein. Dieser Post mit den. Einlagen in der Höhe von 186 Millionen Schilling sörhen außer den Debitoren anc^. noch das Wechselportefeuille- und Guthaben bei Banken gegenüber. Das Wechselportefeuille istrelativ.niedrig. Die hohpir Guthaben bei den Banken müssen besonders auffallen. Es sind Gelder, die als Taggeld oder iu Balutenkrediten zu einem relativ niedren Zinssätze gegeben wurden. Dies spricht nicht von allzu starker Ausdehnung der. VoMndig heu renoviert, Prachtvolle Lege -y4 Stunden ven Wien. 120 Ammer, M>nla mit Peneion von 8 13.60 aufwärts. Vorzüglich? Küche. Speisen a 1a Carte zu zivilen Preises« D---8C