Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2616 (6.6.1926)
- Date
- 1926-06-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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M. AUS Mm. Lmniätz flHettct MorssßMttrm« 6. Atni IM Zette t tk Wchrrsackmluug Smühiers über Vülüübbüd In Genf fft Mettwärkiy rtnc von bet Genfer llwtoev» fttat veranstaltete AussteLmg einer Büchersc»mnlmi>t über Pala< ktnia D sehe», die wegen ihres ItchpvriWes und ihrer Reich' Halligkeit -l dvn interessantesten und ivcrtvollskn Lnnnüungen diesse Art gaMIt werden kann. Die stmnsnt an-Z dein Besitze des christlichen Dheologieprostssors Lou-iS Gauthisr, -der sic im Jahre NM der Genfer Universität junt Geschenke gemacht hatte. s^cmihrer, dessen spezielles ImschmtMedirt Palästina war, fyif rrn Saufe der Jahre mit fanatischer LmwnlerzcihiKeit ein überreiches und vielgestaltiges Bücher- und Handschriftenmaterial über die christlichen, jüdischen und arabischen Probleme tu Palä« stina «mit» Wer die Sittengeschichte des Landes in den ver^ ichiedmcn Zeitaltern zusarnmen-getragen. In öür Sanmllung sind Autoren aller Länder, Religionen .tut» Gsdankenrichtungen vertreten. Man findet hier Reiseveschreibungen aus der Zeit der Kreuzzügc, wissenschaftliche?lblMdlungen ans allen Wissensgebieten. josveit sie int Zusammenhang mi-t Palästina stehen. Die Ausstellung erfreut sich ragen Zuspruches. Ae angebliche „Berjadnug" der preußischen Lehrerschaft. Eine recht interessante Tatsache über die ,Perjudurtg" der preußischen Lehrechhajt erfahrt man aus einem Artikel der „Gennmia", der de-utschnatiottale Vorwürfe wegen angeblicher Parttmsverlctzuttg zugunsten der Katholiken zurückweist. Das Blatt weist darauf hin, baft ttach U'nierjnchttttgen eines paritäti- 'cheit AnSschnsses des preußischen Philologenverbandes int Verhältnis zu, beit unlerrichieton Schülern 404 jüdische Lehrkräfte zu wenig amtieren, in bereit Stellen sich Ml Voangelischc und 76 Katholiken teilen. Nur ist einem einzigen Bezirk „Schleswig-- Holstein" amtiert eine jüidvsche Lchrkrast zuviel mib in einem "veiten, „Grenzmark",, ist die Parität Zwischen Christen und Znden, gewahrt, dagegen zählt Niederschilesien 27, Hessen-Nassau N, Rheinprovinz 109 und Berlin sogar 188 jüdische Lehrkräfte weniger als die Parität erforderte. Mische Friedensgesellschaft in London. In London Wirkt schon seit längerer Zeit sine jüdische Friedensgej.ellschaft, die sich zur cmchchlretzlichen Msgabe die Bechrottu-ng -des Wel tfriedensgsdankons unter Juden, ga>n; besonders aber unter der jüdischen Schui- Mgend gestellt hat, Bor einiger Zeit schrieb Sie Gesellschaft mehrere-Preise für den. besten A-uGatz Wer ,Ms Friedensildeal" aus. An der Pretskonkirrreng konnten nur SchAer der jüdischen Schu-lvn und Religionsklassen teilnehmen. Dieser Tage fand die Preisverteälung statt. Wo Preisträger sind fünf Mädchen und zwei Knabe« im Wer, von-LI-bis- 14 Jahren. Die PreÄe bestehen Ws wer-tvollen Büchern ,md Diplomen. Benzion Ostrower gestorben. In Warschau starb dieser Tage eine der markantesten Gestalten des chafsidifchen Lebens in Polen, Ben-iou. O st r 0 w c r, im Alter von 90 Jahren. Er war in chassidischcn Kreiselt äußerst pqmlär und -als Gelehrter s-chr geachtet An dem Äeichenbogängms nahmen mehrere tausend Personen teil, so daß in den Gassen, die der Trauer^, passierte, der Wagenverikchr cängostellt werden mußte. - SMft.NiihM.Mtz. Habima. „Skt ewige JttLe." Nicht der Kritiker ,-grorft zu-r Feder". Der -BchchMie dartkt der Habnna für dissen ihren größten Abend und weiß, daß er für alle dankt, Welche gestern .Zeugen der Geburt -unserer Gäluth-Tragodie waren. Als sich der Saal erhellte, sahen die Menschen verändert aus. Die heroische Mage füllte die Seelen his zum Rand. Mart war beglückt, nicht niedergedrückt. .Mn Wort mchr. O. A. Die zweite Aufsührnug des „Golem". Nur. mit Bewunderung kann ich die zweite Aufführung dvn Leiwils: „Golem" anzeigen und mit Verehrung für eine Künstlergenroinschaft, Welche ihren Mitgliedern so reiche Möglichkeiten schöpferischer Betätigung gibt. Drei tragende Rollen waren mit anderen Künstlern besetzt alle drei führten sie durchaus unabhängig von den hervorragenden Darstellern des Vorabends durch, ihrer eigenen Auffassung mit einer Konsequenz folgend, zu der nebst starkem Talent ein starker Charakter gehört. Der Tattchum des Ben Chaiut war ein Narr von Shakespeareschem Humor, der Tanchum des Reikin Ben- Art ist . ein Prophet, beladen mit dem Wissen um die Zukunft und unfähig, sich Gehör zu verschaffet; auserwählt, aber nicht berufen, von der Stumpfheit der Menschen in den Wahnsinn gejagt —eine typische Figur größten Forrnats. Der Maharal des S. Prudkin, Patriarch von unendlicher Güte, ist nicht bloß Schöpfer, auch Vater des Golem, und in der Gestaltung der Deborah durch T. R ob ins wird ein Frauenschicksal erkenntlich: Dieses Mädchen ist dem Goleut verfallen .Als schauspielerische Leistung war diese Aufsührurtg herrlich und das Publikum hingerissÄt. A. Die Havtmo verläriaert the GasHYiel. Vorstellungen dis zum 15. Juni. Infolge des andauernden Erfolges hat sich die Direktion bes MoSkatlet- Theaters Habima entschlossen, ihr Gastspiel bis inklnssive. Dieutag den .18. d. W veMtrgern. Das Ärapevtoire lautet: «, d.: „Dybuk"; 9. d.: „Ja akobs Traum"; 10. d.: „Der .ewige Jude"; N. d.: ..DYbuk";1L d.: „Sintflut"!, 18. d.: „Golem"; 14. und 18. d. (Absäsiedsvorstellung): „Dybuk". Um den breiten Schichten des Publikums den Besuch dieser Vorstellungen zu erleichtern, wurden für die Dauer der Verlängerung populäre Preise in allen Kategorien festgesetzt. Ermäßigte Karten werden nicht ausgcgebcn. Der Kartenvorverkauf begiitnt Montag beit 7. d. an den Kassen des Carl-Theaters. * Int Carl-Theater gelangt durch das Moskauer Theater Habima Montag den 7. d. um halb 8 Uhr abends „Sintflut" von Berger zum erstenmal zur Aufführung. A«r Aesorm der Bnndestheaterverwaltnng. Zur Ernennung Schneider Hans znnr Generaldirektor der Bundestheater lvird von informierter Seite unter anderem mitgeteilt: Generaldirektor Schneiderhan ist der tüchtige Kaufmann, den sich Finanzminister K 0 l l m a n tt und attdere maßgebende Stellen an die Spitze der Bundeschoaterverwaltung gewünscht habett. Ob er auch Theaterfachmann ist, muß sich erst erweisen. Ihm geht der Ruf voraus, daß er das Breslauer Stadttheatcr saniert hat. Bei unseren Bundestheatern harren seiner allerdings weit schwierigere Aufgabett. Mas die Reform der Bundestheaterverwalttmg anbelangt, so ist beabsichtigt, dieselbe ähnlich umzugestalten wie die Verwaltung der Btmdcsforste, die ein selbständiger Wirtschaftskörper gewordeit sind. Die Bundestheatervcrwaltung ist als G c n e r a l d i r e k t i 0 n gedacht mit Schneiderhan an der Spitze, dem je ein fachlicher, ein kattfmännischer und ein juridischer Direktor beigegeben werden sollen. Der fachliche Direktor soll Professor T u r n a u werden, der sich gegenwärtig in Bresla.it befindet, wohin Schneiderhan abgereist ist, tun ihn für diesen Posten zu gowinneu. Die kommerzielle Direktovstelle wird Generaldirektor Schneiderhan gleichfalls übernehmen und zum juridischen Direktor soll ein hoher Beamter der Finanzprokuvatttr ernannt werden, der zugleich die Funktion als Vertreter des Bundes übernehmen wird. Man hofft, daß schon die allernächste Zeit eine Klärung der Verhältnisse an der Oper bringen wird. Direktor Schalk hofft man als Gastdirigenten zu erhalten, wobei ihm ein hohes Honorar garantiert werden soll. Sein Nachfolger soll tatsächlich Klemens Kreutz werden. Am den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7a8 lHr oMtt, »Wer TraumeinLeberi." Akademtetbe a t e r. Morgeu, Viß Uhr abends, „2> er 3tait& bet S ab i n e r in n e Operntheater. Morgeu, 7 Uhr äbeads, „D i e Z a u b e r f l ö t e." V 0 lks 0 pe r. Morgen, lft8 Uhr abercks, „D a s ° DreimäderlhauS." D e tt t f ch e 8 Volk s^t-he-a-t^r. Wvraeu, llß Uhr abends, spielt Elisabeth Ber g n e r me TttekrE i« „D i e heiligeJohattua." . Neues Wiener S b a'-d t 'b' h e cr t e--r. Ab morgen täglich, 8 Uhr abends, „Er w i'll H-# c »ÄMtft.w' von Hans Naderer. Bolksoper. .Mit der Einstudiievung der „S-chütz-ettliefe I" dürfte die Bolksoper eilten Volltreffer gemacht haben. Die gemütvolle Musik von Edmund- E y s l e r, einem unserer liebertswürdigston Operettenkomponisten, dessen Hauptfehler seine übergroße Bescheidenheit ist, hat Humor, Schwung und vor allem Einfälle. Sie ist eben ein fnsches Jugendtverk, Ln welchem der Tondichter noch nicht durch Bielschrotberet abgenützt ist. Die Aufführung war dank der Mitwirkung einiger Gäste vorzüglich: Glänzeno bei Stimmung war der unverwüstliche Gustav Wer nt r, mit quecksilberner Lebendigkeit tollte me übermütige Soubrette Mimi B e s e l h als Schützenliefel hemm, ettt Förster mit vornehmer Gesangskultur war Doktor K r o e g l e r. Frau M a ch a und Herr M a t u n a schüfen lustige Episodengestalten und Herr Rolle war ebenso -unterneymeüd als weibstoller Bierbrauer wie als Regisseur der ab-- gerundeten Aufführung, welche bott Walter Hayn mit richtigem Opcrettenschmiß dirigiert wurde. " flb. . 2ymal „Sprungbette der Liebe". Gestern ging dieses pikante Lustspiel in der Renaissancebühne zum 25. Male mit großem Erfolg über die Bretter. Die weibltche Hauptrolle, das resolute Sportgirl, spielt jetzt Lucie Englisch ebenso kapriziös wie früher Charlotte Ander, wenn auch um eine Nuance bürgerlicher. Bedauerlicherweise ließ aber trotz des ausgezeichneten Spieles aller Mitwirrenden (Josef Jarno, Else Schilling, Hugo Riedl und Willy Tr0bitsch) der Besuch zu wünschen übrig. Rainmttd-Theater. Die Operette ,^Jch Hab' dich lieb" bereitet Abend für Abend der Wiener Theaterplene eine Niederlage. Die ohne viel Applomb aufgemachtc,--mit wenig Darstellern uftd ohne halbnackte Girls auskommende Operette von Leo Ascher, Buch von Willi Sterk, konnte Freitag vor einem Publikuni, das gerne auf die melodiöse Musik und die anspruchslosen Scherze einging, zum 50. Male in Szene gehen. Die Darsteller, Luise K a r t 0 u s ch, Ernst T a u t e n h a h.n mit seiner unverwüstlichen Bis comica, Karl Forest und Oskar Sima wurden reich mit Beifall und Blumen bedacht. die Sorge für Sen Sommereiiüanf steht vor der Tür. Jetzt heißt cs, die richtige Quelle zu finden und sich an diejenigen Firmen zu wenden, welche in der Lage sind, die Dame und den Herrn von der Konkurrenzlosigkeit der Warenangebote in Qualität, Preis und moderner Musterung zu überzeugen. Ein Weg durch die Taborstraße führt uns an dein populären Wareithaus Brüder S ch i s f nt a n n vorbei, das sich int Laufe seines langjährigen Bestandes als ein Unternehmen ersten Ranges unter der Führung des allgemein ge« schätzten Fachmannes Max Schiffmann bewährt hat. Im Warenhaus Schiffmann, 2. Bez., Taborstraße 48, kann auch derjenige, dem nicht allzu große Mittel zur Verfügung steheu, seinen Bedarf in Garderobe und Ausstattung deckert. Für das leichte S 0 tu m e r f I c i b finden die Kunden teichhalttgste Auswahl in den bekannten Modestoffen wie Crepe de Chine, Crepe marocain und den anderen leichten Sotmrtergewchcn, die für den Aufenthalt auf dem Lande und im Kurorr in Betracht kontmett. 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