Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2616 (6.6.1926)
- Date
- 1926-06-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981703--26697-3014487- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Men, Sonnkag Mienek Msraenzettuns durch Df. MeffDaiiert Entfettungs-Tabletten Dieselben »'ad von bester Wirkung, angenehmem Oe schmeck, vollständig amehadllch, stellen eilte schlanke, graziöse Figur her, ohne Diätzwang oder Aenderung de, Lebensweise. Prompte Gewichtsabnahme. Vom Voiksgesundheitsamt bewilligt Nr. ölt Kein Abführmittel Kein« Schilddrüse ■Depot: Apotheke „Zum Römischen Kaiser", Wien, t., Wail*ell6 13 meinem Wort sich in Schmerz und Hoffnung sangen, mit meinem Wort vor Gott traten, um aus tiefer Seele zu beten. Und schon schien es mir, als wäre es nicht mehr mein Wort und nicht das Wort derer da droben — sondern Wort vieler, die vor uns lvaren." So sind Sie zufrieden? „Ich bin jenseits von zufrieden oder unzufrieden. Ich bin dankbar, datz-so Seltenes mir einmal gegeben wurde." Tulo Nüsse nb lat t. Historischer Kaleavrr. Solch' ein historischer Wochenkalendcr Hai seine Rci^. Man blättert sozusagen in einer ungeordnetcit Geschichte, die man erst beliebig pragmatPeren kann. Der einzige Gesichtspunkt, nach dem hier die Geschichte geordnet ist, ist der der zufälligen Wiederkehr der Daren an bestimmten Monaistagen. Tie Geburtstage der Geschichte werden gefeiert. Da kommen ganz merkwürdige Dinge heraus: Manchmal sinnvoll und manchmal nur paradox oder grotesk. Der Zufall ist bekanntlich der uneheliche Vater der meisten Entdeckungen, denn obwohl er ligitim von der keuschen Wssenschast nichl anerkannt wird, zeugt « doch mit ihr in .zärtlichsten Liebesumarmungen die schönsten Kinder. So kann auch der Zufall der Zusammenstellungen in einem historischen Kalender oft blitzartig neue Einsichten und Zusammenhänge eröffnen, öle man bisher kaum geahnt hatte. Einsichten, die die Bergangcnhei: neu beleuchten können, aber auch solche, die einen Teil der unzähligen Rätsel der Gegenwart zu lösen vermögen. Das Gesicht eines Menschen und einer Zock kann aus zwei Arten gedeutet Im* den: Durch die unbeachteten Details, die Kleinigkeiten des Lebens (Psychopathologie des Alltagslebens) und durch die Vergangenheit. In manchen Fällen findet man das Auslangen mit der einen Erklärung, am sichersten ist aber die Methode, 'beide Deutungen zu berücksichtigen. Was Die Zeit in unbewachten Augenblicken tu: und was sie in der Vergangenheit getan, ist für ihren Wert »rwßgM^D'-'' Lin Äljck in den historischen Kalender kann daher nicht ohne Nutzen sein. So gedenkt man z. B, am 29. Mai der Eroberung Konstantinopels durch Sultan Möhammed den Zweiten und der Zertrümmerung , htzzant.ineschen RÄchesim Jahre 1458 und am 30. Mai liest man 'von Lein Thronverzicht des Sultans Äbd ul Asis im Jahre 1875,^ der schon fünf Tagespäter, am 4. Juni, ermordet ausgefunden "wilvde?Die Herrlichkeit der Türkei hat also 423 Jahre, -fast genau auf den Tag, gedauert. Wenn, der ganze Erfolg dieser glanzvollen vier Jahrhunderte die gleichzeitige Notiz im Kalender und nebenbei — die heurige Türkei ist, so. war es vielleicht der großen Mühe nicht wert und Kcmal Pascha sollte es sich gut überlegen, bevor er sich «'«strengt... Vielleicht ist aber gerade das aus dieser Welt am schönsten, wenn auch am trostlosesten, daß ntan ntanchmal nicht historisch Werlegt und trotz des ,,Panta rer", trotz der Vergänglichkeit der Dinge — 'schafft und hofft und strebt. Was ändert sich in der Geschichte? Ein klein wenig die Form, der Inhalt nie. Die Inquisition bestand und besteht immer noch, die Werkzeuge werden nur gewechselt. Ter Kampf der Massen gegen einzelne und. andererseits die brutale Tyrannei einzelner über die/Masfe hat seit Jahrhunderten fast nicht die geringsten Aenderungen erfahren; man kamt sogar sagen, daß dieser. Kampf zu den „.Hauptbestandteilen" der Geschichte gehört, daß ohne ihn bald auch der letzte Schein der Vielfältigkeit und des Ereignisreichtums der Geschichte verloren ginge. Der 29. Mai erinnert an die Niederwerfung der Kommune in Paris im Jahre 1871, der 30. Mai an die Hinrichtung des kommunistischen Bauernführers Thomas 'Münzer im Jahre 1520. Bon 1530 bis 1871 hat sich also nicht viel geändert: Die Autoritär steht „treu auf der Wacht": alles wird ausgemerzt, was sich gegen ihren ewigen Bestand auflchnt. Auch die letzten Roste der französischen Revolution müssen unter Gallifets starker Hand für den Skn-geM-ick zugrunde gehen; die wahren Folgen solcher Ereignisse bleiben ja nicht aus; auch dte französische Revolution hat viel später ihre Früchte getragen. Ein ähnliches Opfer wie die Pariser Kommune tvaren Thomas Münzer und seine Anhänger 360 Jahre früher. Der faszistische Innenminister Federzoni hat im Auftrag Mussolinis am Brenner ein«. Tafel angebracht, di« ein Denkmal und ein Zeichen dieser „ewigen Grenze" Italiens fein soll. Die Grenze war wahrlich nicht ewig und -in der Zu-, kunst — wer kann das sagen?! Die Schlacht bei Magenta im Jahre 1869, deren Gedenktag ans den 4. Juni fällt, kann man eigentlich als den Beginn des italienischen Vormarsches nach Norden ansehen. Damals allerdings noch mit französischer Hilfe; man beginnt eben in den seltensten Fällen aus eigene Faust. Der Sieg Napoleons des Dritten über das österreichische Heer unter Gyulai hat die Anbringung der faszistischen Tafel am Brenner nach 67 Jahren erst ermöglicht. Der Jntperialismus entwickelt sich; auch wenn er im Kampf gegen einen anderen Imperialismus entstanden ijt Nur das allein ändert sich in der Geschichte: Der Name des Imperialismus. Welcher Unterschied ist es aber schon, wenn man statt von einem österreichischen von einem italienischen Imperialismus spricht? Ein Spiel der Kräfte, damit wir nicht einschlummern ... lind damit die TräuM nicht Lcherwnchern. Sonst nichts; immer dasselbe. Ter Revolver als Schluß Die Tragödie einer Ehe. Der in Kärnten ansässige Großgrundbesitzer (Baron) Hugo Klinger und seine Frau Sibylle lerüten vor einem Jahre in Meran den in Wien wohnenden, angeblichen russischen Großfürsten Konstantin v. Orlow kennen'. Orlow hatte schon damals der Frau Klingcrs den Hof gemacht. Im Einvernehmen mit ihrem Manne hoffte die Frau, den jungen Menschen zur Vernunft zu bringen. Am 31. Mai und Dienstag kam nun Orlow mit dem Hochschüler Emmerich Somogyi der ebenfalls in Wien wohnt, nach Raabs an der Thaya, .wo Klinger ein Schloß besitzt. Auf listige Weise erfuhr er von Frau Klinge?, daß ihr Mann sich im Walde auf der Jagd befinde. Orlow suchte nun Klinger auf und geriet mit ihm über familiäre Angelegenheiten in Streit. Orlow, der hinter Klinger ging, schoß nun plötzlich mit einer Repetierpistole von hinten auf Klinger. Das Geschoß blieb zwischen Schnlterblatt und Wirbelsäule stecken, so daß Klinger eine schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzung erhielt. Klinger, der mit einem Jagdstntzen versehen tvar, drehte sich um und gab auf Orlow, der neuerlich schießen wollte, einen Schuß ab, der Orlow im rechten Oberarm traf. Klinger wurde nach Raabs gebracht. Orlow und Somogyi wurden von der Gendarmerie aus Raabs verhaftet. Orlow mußte in das Spital Waidhofen an der Thaya übcrgeführt tverden. Frau Klinger hätte nun Donnerstag beim Bezirksgericht in Raabs wegen dieser Angelegenheit als Zeugin erscheinen sollen. Sie benützte aber einen unbewachten Augenblick und tötete sich durch einen Revolverschuß. Baron Klinger entstammt einer jüdischen Familie. Sein Vater, Ignaz K l i n ge r, einer .der Begründer der Text.ilindustrie in Nordböhmcn, erhielt im Jahre 1908 die Baronie. Baron Hugo Klinger ließ sich natürlich in jungen Jahren' taufen und wie alle jungen Leute seiner Art suchte er Umgang und Verkehr in den aristokratischen Kreisen, die sich dem Geld gerne öffneten. Er heiratete arisch und gräflich, die Tochter eines Tiroler Statthalters. Als er in den letzten Jahren durch die wirtschaftliche Depression Verluste erlitt, trat auch die Disharmonie in die Ehe. Auf einer Reise lernte die geborene Gräfin, dann Baronin und durch die Ungunist der Revolution einfache Iran Sibylle Klin g e r den russischen Fürsten kennen, der sein Geschlecht nicht auf einen durch eigene Arbeit zu Reichtum gelangten Juden, sondern, aus einen Geliebten der. Zarin Katharina dex Großen zurückführt. Das 'weitere kam dann so, wie es . eben kam. Die Gattin sägt dem fürstlichen Fteuchd, wo er W- Gatten finden kann. Der Fürst schießt von hinteir-'- aüf ven- Gastfreund... . Dj^Hastt-e, die Am Gericht Auskunft geben soll, macht in de? Verzweiflung ihrem LebeNein Ende. AnsnahmsMand in Pomereüru. . Wärfch-U- -5. Jnn^iüriMster vWachtigh' Wr P' >§,s e N sind O o / len den Atisnahwszüftatid zu berhyngey. Ueber PomerÄS. ' len ist nun tatsächlich der Ausnahmszustand angeblich auf Grund von Vorstellungen des T h o r n e k woben verhängt wordeir. o t- Selbstmordversuch der Srststn Bolhmer. Berlin, 5. Juni. Gräfin Eleonore Bothmer, die Heldin des bekannten Diebstahlprozesses, hat honte einen Selbstmordversuch mit Beronal unternommen. Sie würde sofort in ein Spital überführt. Ihr Zustand tvar abends so weit gebessert, daß jede Lebensgefahr ausgeschlossen ist. Ueber die Motive ihres Selbstmordversuches befragt, gab Gräfin Bothmer an, sie habe aus Verzweiflung darüber sich das Leben nchmen wollen, daß ihr Gatte Schritte unternommen hatte, ihr das weitere A u f t r e t e n a l s Vortragsk ü n st l e r i n unmöglich zu machen. Graf Bothmer wollte ihr Auftreten durch Gerichtsbeschluß verbieten lassen und ihr auch seinen N a m c n e n t z i e h e n. Damit wäre ihr, die Existenzgrundlage, die sie sich schaffen wollte, entzogen gewesen. Wir gehetzt wird. .* Eine erfundene Äreüeltal. Aus Innsbruck wird gemeldet: Zn den in mehreren Blättern veröffentlichten Gerüchten über die angeblich während des Aufenthaltes des Ministers Federzoni in Bozen erfolgte Mißhandlung zweier B a u e r n k n e ch t e, deretl eines von Faszisten getötet worden sei, erklärt der „Tiroler Anzeiger" auf Grund von in Bozen eingeholten Erkundigungen, daß an diesen Gerüchten kein wahres Wort soi und daß es sich vielmehr um Halluzinationen einer hysterischen Frau handle. e Das Zichn-igsrrgebnis der in diesem Jahre b'S bato .Mtvdi den Mücksbaue * gezogenen Lose wird nachüedend anSzuäs'veist bekanntgegeben. Die Ziffern sprechen für sich! Allein heuer bat der „Glücktbaüer" 'Bankhaus Albert Bauer Wien, 4. Beu, Favoritenltraßv 4) viele Milliarden an Treffern seinen LoSkunden »'er Klasieulo terie- und der Lobratenabteilung cmsbezahlt ^s ist aut Grund dieser Ziffern begreiflich, warum sich jeder gerade inn «Glücksbauerlose* reißt. Es gewonnen zwilchen 1. Jänner ni d 30. April r 100.000 ©. erster Milliardenhaupttreffe' Baulos Serie 8094 Nr. 93 : 70.000 S. erster Hanottreffe BauloS Serie 1237 Nr. 42 r 15.000 S. Klassen!'S 01.80V; 10.090 S Klassenlos 50048: 7000 S. Klassenlos 58 037; i.000 S. Bcmlos Serie 858 Nr. 57: 5000 S. BauloS Serie 848 Nr. 44; 20(,0 S. BauloS Serie 988 Nr. 86; 1200 S. Banlos Serie!.16l Nr. 75; 1000 S. BauloS Serie 87 Nr. 58 ulw. Die Bestellungen auf AassenloH zur nächsten 1. Klasse lausen bereits jetzt 'Äon io zahlreich ein, daß sämtliche Lote voraussichtlich bald vergriffen lein werden Es ist daher ratsam, sich denn „Glücksbauer" Wien raschest vormerken zu laffen. Preise: V» Los 4 S, % Los 8 S., '/, LoS lS S.. s/t Ly« 32 S. Natenbcmlo>e von zirka 3 S. monatlich rmpoirtj. 6. Füllt tm Sk. SM —- — nimm mmm >, > ■ ■ -rmmmmm v 3ie werden ges u ri <1 Slmmermons 40. Bericht. Fast zwei Monate nach Ablauf der Berichtsperiode 'wird Ser ll). Monatsbericht des Generalkommiffärs Zimmerman veröffentlicht. Er umfaßt die Zeit vom 15. März :bis 16. April. Hchott in der Einleitung gibt der Generalkommissär dev ständigen Besorgnis aller politischen und Regierungskreise. Ausdruck: Der Frage der B e a m t« nb e s öl d u.n g. .Wie.zu Ende des Vorjahres hat diü Regierung bekanntlich im Herbst den Beamten eine anßerv r d e n t l i ch e Z u w e n d u n g von 22 Prozent eines Monatsgehaltes gelpähtt. Die Regierung bemüht ,sich» diese neuen Ansgaben durch anderweitige Ersparungen zu decken. Die Verwirklichung dieses Versprechens scheine aber, so heißt es im Bericht, um so. s ch w i e r i g e r zu.sein, als die Sachausgaben,., bei denen die Ersparungen , gemacht werden sollen, schon auf das äußerste, Minimum eingeschränkt worden sind. Jnr Berichtsmonat lvnrdeu beden Staatsbetrieben 746 und in der HoheitSverwallnng 18 Angestellte abgebaut, Die Gesamt ab b a uz i ss e r seit Beginn des Sanierungswerkcs beträgt 84.900. : , Im erstell Quartal des laufcnöcit Jahres hat det Gcneralkommissär für p r o d u k t i v e I n v e st i t i v n e il insgesamt 29,466.236 Schilling aus dem Bölkerbundkrodit freigegeben. Das ist weit lnehr als citt Viertel der Höchstsumme der für das laufende Jahr geplanten Jnvestitimlsaüfwendungen. Die Höhe dieser Vorschüsse erklärt sich aus, dem Wunsche der Regierung, mit Rücksicht aus dii große Arbeitslosigkeit die Juvestitionsarheiten zu beschleunigen. Für die Elektrif izi erun g d o r Bund e sbah u en sind bis nun insgesamt 12,193.950 Schilling aus 'der Böl- ' kerbundanleihe aufgewendet worden. Der Landwirtschaft wurden an DüNgemittelkrediten im ersten Jahresviovtc! 2,786.400 Schilling geliehen. Die Rückzahlung muß noch .vor Jahresschluß erfolgen. Von der Völkerbü'ndanlelho wurden auf dem freien Markt tm Bevichtsmonat Stücke int Werte von 28,5 Millionen Schilling zurückgekauft. Im März waren vofn Völkevbündkredit noch 284,535.200 'iSchilling vorharchen/davvtr '224,482.20t) in ausländischett WhltmgsMteln<:^M^ 1? . - Hinsichtlich der^wlietschastlichen Lage stellt der Bericht 'fest,)daß die Zahl'der Arbeitslosen viel höher ist.all/ . :iit.Ml 'elrt.sprechtzltdy.n,Mvnäten desMorjahres. Das D e f i?/ ^iz:i.t7d.er-HFA^,1^.l^^AM-.jM.öiniger Zeit beni^ ^illch eiNd st e i g-e n d e D e N d e n z. , ^'it Ausfuhr ist im . Jahre 1926 sehö'zÄüWgänM, während die Einfuhr zngenommen hat. So betrug das Defizit der .Handelsbilanz -im Jänner 11'6 Millionen Schilling gegenüber einekn .Monatsdurchschnitt von 78 Millionen Schilling im Vvrjahr>?. ' Man sieht, daß 8$ vsterwtzrchische Ausfuhr in diesem Monat nicht einmal die H ä l f t e der Einfuhr erreicht. Bethlen in Genf. Mn neuer Betrug. Der mlgüniche Miniskerprästdent Graf Bethlen er» schien gestern in lHenf vor der ungarischen Kommission des Völkerbundes, um nach dem Bericht des Generalkommissärs Smith Aüsklärungetl über die bttdgetäre Lage Ungarns zu geben. Bekanntlich verlangt Ungarn die Aufhebung der Kontrolle. Doch zeigt sich bereits, daß Fra n kreich gegen diese Forderung energischen Widerstand leistet. Die Situatiotl Ungarns ist dltrch die Frankenaffäre belastet und in letzter Stunde ist noch eine neuerliche skandalöse Affäre hinzugetreten, die nach Andeutungen des „Matin" möglicherweise auch auf die innere Politik Ungarns zuriickwirkcn wird. Die ungarische Regierung wird beschuldigt, mit Hilfe einer gefälschten Buchführung mehrere.tausend Eisenbahnwagen, die sie entsprechend dem Friedentzvertrag an die Alliierten abzuliefern hatte, hinterzogen ztt haben. Eine Kommission der Botschafwrkonferenz hat acht Monate lang an der Aufdeckung der Fälschüngen gearbeitet und festgestellt, daß Ungarn »unt 11.000 Wagen mehr besitzt als es in feen amtlichen Listen ausweist. Der Bericht der Kontrolle der Botschafterkonferenz schließt mit der Erklärung, daß die ungarische Regierung des bösenWillens und des Doppelspieles beschuldigt werden müffe. Ungarn hat sich nach Aufdeckung der Angelegenheit auf das Handeln verlegt und sich verpflichtet, 4500 Wagen bis zum 16. Oktober zu liefern. Diese Verpflichtung ist aber nicht ein geh alten worden. Im Matin" saßt Sauerwein seine Mitteilungen über diese Affäre in folgender Weise züsamnten: „Äas Gepäck, mit dem Graf Bethlen in Genf erscheint, läßt nichts zu wünschen übrig: Fälschung tschechoflovakischer Banknoten; Wlschung französischer Banknoten; Schutz geheimer Organisationen, die dazu bestimmt sini>, den. Krieg in Europn wieder an zu fachen; mtgeheuerlicher Petrug zum Schaden der Alliierten; Entdeckung des Betruges erst nach mühsamer sechsmonatiger Arbeit. Wenn das ungarische Volk sich dieser schädlichen Regierung nicht entledigen kann, dann muß man es beklagen. Auf jeden Fall Haben weder Frankreich noch die Alliierten Grund, diese Regierung zu festigen, was man in einigen Tagen werde erkennen können."