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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-05 · Heft 2615 (5.6.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2615 (5.6.1926)
Date
1926-06-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Set» 4 Dkn, GamSklg . ' I ' ■Tlllllf '1-lllMlMltrnilll'nBllfMWIIIIMllliBIMimillllW» nnnmir .1 III ■1.11 III ■lll.ll BJHfBftnLfiflll tm Zoo, Berlin, Hardenbergatr. DUflCnCi dHK Nr.27. Direktion: N. V. Benedito Treffpunkt der Fremdenwelt Berlins 5-Uhr-Tee » Souper pri* fix * Exqutriie Küthe Kapelle: Scala-Stme-Btuad, Milano, ferner der Wiener Hum» rlst Cliarlle Woeber 111? Das etrettnlfmatom der ftövUschen Angestellten. Eine Vermittlimgsaktion der Gewerkschaftskommission. Wie bekannt, wollen die städtischen Angestellten, nachdem sie der Gemeindeverwaltung ein bis zum 11. d. befristetes Ultimatum gestellt haben, eine Urabstimmung über einen allgemeinen Streik der Wiener Kvmmunalangestellten veranstalten. Die Gemeinderatsmehrheit, welche dieser Lohnbewegung die Antriebe ihrer politischen Gegner anmerkt, verschanzt sich nun hinter der Gewerkschaftskommission. Diese hat sich gestern bereit erklärt, ein Komitee mit der Aufgabe zu betrauen, zwischen der Gemeinde und dem Verbände der Angestellten der Stadt Wien zu vermitteln. Die Gewerkschastskommission stellt jedoch ausdrücklich fest, daß das Ultimatum ohne vorherige Anmeldung bei der Gewerkschaftskommission gestellt wurde. Sie erklärt weiters die Vermittlung nur unter der Bedingung zu übernehmen, daß während dieser Verhandlungen von beiden Seiten alle Kampfhandlungen unterlassen werden; daher hat während dieser Zeit sowohl jede Pressepolemik als auch die in Aussicht genommene Urabstimmung über den Streik zu unterbleiben. Der sozialdemokratische Gemeinderatsklub beauftragte daraufhin die zuständigen Stadträte, unter den von der Gewerkschaftskommission beschlossenen Voraussetzungen an den Verhandlungen teilzunehmc. Ae Berkehrsschutzausstellung. Zur Verhütung von Berkehrsunfallen. Heute um 11 Uhr vormittags sindet im Museum für Kunst und Industrie in der Wollzeile die feierliche Eröffnung der Berkehrsschutzausstellung durch den Bundespräsidenten Dr. Harnisch statt. Die Ausstellung, die die Verhütung von Verkehrsunfällen bezweckt, zeigt in anschaulicher Weise, welche Gefahren ein großstädtischer Verkehr für die Passanten mit sich bringt und wie sich die Fußgänger vor ihnen schützen können. Zahlreiche Modelle, Diagramme, Bilder und Einrichtungen der modernen Verkehrsregelung sind in dieser äußerst interessanten Ausstellung zu sehen. Verschiedene Städte des Auslandes, wie Berlin, Hamburg, Prag, New-Aork, Amsterdam und andere mehr, haben ihre verkehrstechnischen Apparate ausgestellt. Besonders bemerkenswert ist eine Erfindung der Firma Kremenetzky. Es ist.dies ein neuartiges System der Verhinderung von Eisenbahnunfällen bei Geleiseüberschroitungen unter völliger Ausschaltung der Eisenbahnschranken Ein automatisches Läutewerk und Lichtsignal dient dazu, auch in der Nacht herankommende Fahrzeuge und Fußgänger vor einem Zusammenstoß mit einem Eiscnbahnzug zu loarnen. Zahlreiche Vorträge und Filmvorführungen sollen den Wiener Wiener Moraenzettrms mit den modernen Einrichtungen des Verkehrs, der auch in dieser Stadt immer umfangreicher zu werden beginnt, vertraut machen. In Wien hat es im Vorjahre 65 Tote, 3190 Derkehrsunfälle mit Verletzungen und 2665 Fälle mit bedeutendem'Sachschaden gegeben. Diese Ziffern sprechen deutlich dafür, daß diese Ausstellung auch in Wien ihre Berechtigung hat Siraßenbuhnzusammenftvß in der Lastenftraste. Gestern um dreiviertel 11 Uhr vormittags stand ein Straßenbahnzug der Linie 65 auf der Fahrt gegen die Stadt an der Straßenbahnhaltestelle Ecke der verlängerten Kärntnerstraße und Lothringerstraße. Da kam ein Straßenbahnzug der Linie 6, der von der Wiedner Hauptstraße gegen die Stadt stchr, daher, verlangsamte aber das Tempo nicht und fuhr mit voller Wucht von hinten an den stehenden Zug an. Dadurch wurde die Rückwand des Beiwagens eingedrückt. Auf dem Triebwagen des Zuges der Lime 62 Kurden die Puffer verbogen und die vordere Verschalungstafel eingedrückt. Der Fahrer schreibt die Ursache an dem Unfall dem Versagen der Bremse zu. Bei dem Zusammenstoß witrden mehrere Personen verletzt. _______ Ae Erhöhung des Biervreiser. Die hinsichtlich der Erzielung eines Einvernehmens zwischen Brauereien und Gastwirten in der Frage des Bierpreises eingesetzte paritätische Kommission ist gestern zusammengetreten. Die Vertreter der Brauereien haben hiebei bekanntgegeben, daß sie — wie auch die Ueberprüfung der Kalkulation durch den von der Regierung bestellten Sachverständigen erwiesen habe — n i ch 1 in der Lage seien, das Bier zu einem geringeren als dem von ihnen vorgeschlagenen Preise abzugeben, ohne Schaden zu erleiden. Die Vertreter der Gastwirte nahmen diese Erklärung mit Bedauern zur Kenntnis und behielten sich ihre endgültige Stellungnahme in einer Ausschußfitzung der Wiener Gastwirtegenossenschaft vor, welche voraussichtlich am Dienstag den 8. d. stattfinden wird. Wien, 5. Juni. * Das Wetter. Die Voraussage lautet: Unbeständiges Wetter andauernd. * Vom Starkstrom getötet. In der Garage, 3. Bez., Blütengasse 14, arbeitete gestern niittags der 52jährige Monteur Josef R a p p a p o r 1, 15. Bez., Rosinagasse 2wohnhaft. Er ist auf bisher unaufgeklärte Weise mit der Starkstromleitung in Berührung gekommen und tot zu Boden gestürzt. * Verhaftung eines Kassiers. Der Kassier Franz My sl i v e c der Blumauer Sprengstoffwerke wurde wegen Scheckschwindeleien in der Hoho von 14.000 Schilling verhaftet und dem Wiener-Neustädter Kreisgericht eingeliefert. * 15 Prozent der Wiener Milch verfälscht. Auf der Tagung der vereinigten städtischen Milchgroßbetriebe teilte Hofrat'Winkler unter anderem mit, daß der Muchbedarf Wiens durch die Anlieferungen uni etwa 15 Prozent übertroffen werde. Er ist weit größer, als der Berlins, der bei doppelter Einwohnerzahl nur 900.000 Liter betrage. Wien, zeige viel größeren Milchhunger als Berlin. Der Verbrauch sei hier viel günstiger und stelle sich auf ungefähr 0.3 8 Liter pro Kopf der Bevölkerung, während er in vielen Städten Deutschlands nur 0,20 Liter erreicht.'Leider sei Wien von Leuten nicht ver> schont geblieben, die die Milch zu ihrem Vorteil korrigieren. Es dürften noch immer 15 bis 20 Prozent der gesamten M i l ch a n I i e f e r n n g gefälscht sein. Ein Abend mit den Scheweninger Zionisten. Man vergißt vollständig, daß man im größten Weltbade Hollands ist, so einheitlich ostjüdisch ist der Kreis. Nur ein kleiner Ueberrest ist geblieben von den etwa 20.000 Fu-den, die nach Kriegsausbruchs von Belgien über die Grenze nach Holland fliehen mußten und sich zumeist in Scheweningen niederließen. Holland nahm sie mit großmütiger Gastsrcundschrft auf; aber sie lohnten diese Großmut, denn während des Krieges haben sie den holländischen Diamantenmarkt zuni ersten der Welt gemacht. Inzwischen sind die meisten wieder nach Belgien zurück und die Lage "des Diamantenhandels hat sich dementsprechend verschoben. Im Kreise der Jn>den von Schemeningen gibt es nur ein Gesprächsthema: Erez Israel! Sie können nicht genug davon hören und nicht genug erzählen. Sie sind gut informiert, denn alle palästinensischen und sonstigen zionistischen Blätter werden gelesen und manche alten Freunde waren oder sind in Palästina. Auch unser lieber, alter Freund F i s ch e r ist erst vor einigen Tagen von dort zurückgekehrt und dieser ewig kritische Geist schrieb Briese voll Begeisterung über das Gesehene. * Zwischen zwei Besprechungen für eine Stunde ins Mauritshuis. Ein kleines, einstöckiges Museum von nur wenigen Räumen, aber wieviel Kostbares, Ewiges enthält es! Von den 30 Rembrandts, die Holland besitzt — von etwa 600, die es gibt — sind in zwei Zimmern des Mauritshuises allein 16 und darunter zwei der. berühmtesten, die „Anatomie" und „Saul und David". Beim Anblick dieser Schöpfung gehen einem viele Gedanken durch den Kopf. Erinnerungen aus Geschichte und Gegeürvart erwachen, die palästinensische Landschaft taucht »uf mit dem Gilboagebirge, wo in grauer Vorzeit das Schicksal der beiden ersten jüdischen Königs sich entschied und wo am Fuße desselben Gebirges nicht mehr durch das Schwert, sondern durch den Pflug sich das Geschick unseres Volkes erneuert. Gin unvergeßlicher Sommerabend — in Europa war es schon Spätherbst — taucht in der Erinnerung aus, wo man mit Freunden aus Beth-Alsa über Vergangenes und Künftiges sprach, während, der Mond über den Gilboa schien. Ein brüderlicher Gruß all den Freunden in Erez Israel, mit denen man Jahre der Arbeit, der Sorgen, aber auch der Hoffnung im lieblichen Holland verlebt hat. Amsterdam, im Jjar 2686. 8. M. von Weber. Zum hundertsten Todestage. Als Weber im Februar 1826 mit bereits geschwollenen Füßen in Dresden in den Reijewagen stieg, um zur Uraufführung seines „Oberon" nach London zu reisen, da klagte seine Gattin: „Ich habe seinen Sarg zuschlagen hören." Und wenige Monate später, am 5. Juni 1826, lag er, kaum 40 Jahre alt, mit Tuberkeln in der Lunge und einem nußgroßen Geschwür im Halse in London auf dem Totenbette. Der Dank an seine Freunde: „Gott lohn' euch allen eure Liebe", und die Bitte: „Nun laßt mich schlafen" am Abend vorher, waren seine letzten Worte gewesen. 18 Jahre später nahm Richard Wagner die von London nach Dresden überführten sterblichen Ueberreste Webers in Empfang und sprach die denkwürdigen Worte: „Nie hat ein deutscherer Musiker gelebt als du!" Schon im Jahre 1841, da Wagner kümmerlich in Paris lebte, hatte er in seine Heimat geschrieben: „O mein herrliches deutsches Vaterland, wie nmß ich dich lieben, wie muß ich für dich schwärmen, wäre es nur, weil auf dei? ncm Boden der „Freischütz" entstand!" Wagner, der Undankbare, wußte wohl, was er Weber zu danken hatte. Von Weber über Spohr und Marschner führt die Brücke zu Wagner, all das Dämonische, all das schicksalshafte Leid, welches in.Webers „Euryanthe" noch im Keime ruht, gelangt in Marschners „Hans Helling" zur Entwicklung, in Wagners „Holländer", „Lohengrin" usw. zur dramatischen Vollendung. Und am Anfänge dieses romantischen Höhenfluges steht der „Freischütz", der für uns Nachgeborene eine empfindsame Reise in die deutsche Vergangenheit bedeutet. Die Zeitgenossen freilich fühlten in ihm den unmittelbaren Ausdruck des Nationalgefühls in der Musik: Der deutsche häusliche Herd, der deutsche Wald, das Träumen und Schwärnten einer Zeit, in der Deutschland noch das Volt.der Dichter und Denker war, wiiH hier lebendig, und von den Schrecken der Wolfsschlucht führt die romantische Entwicklung weiter zu den Düsternissen der „Euryanthe" wie zu der exotischen Märchenpracht des „Oberon". Bei Weber löst sich die strenge Tonalität und die strenge klassische Form. Die freie, mehrdeutige Harmonik und der romantische Klang setzen ein, zugleich das romantische Melodram, ja auch das Wagnersche Leitmotiv ist hier vorausgeahnt. Während der strenge Kritiker Sektor Berlioz den 6. Arni IM Nr. 2616 * Das Altersheim ln Baden vor der Eröffnung. Es wird nicht den Charakter eines Asyls oder Armenhauses haben, fomwrn ein konfortabtcs Heim mit Speifesacll, Gesellschaft^ räumen, Bädern, Zentralheizung, einem herrlichen Park usw. ein. Auf vielfachen Wunsch hat sich die Vereinsleitnng entchloren, eine kleine Anzahl von S t i f t u n g s z i m m e r n zu chaffen, deren Besetzung Vereinen und auch Einzelpersonen gegen ein entsprechendes Aequivalent gesichert werden kann. Nähere Auskünfte 9. Bez., Lazarettgasse 22, Tel. 26408. Sprechstunden Montag, Mittwoch und Freitag von 3 bis 5 Uhr. * Die Eröffnuna der Raxbahn. Die Generaldirektion der Oesterreichischen Bundesbahnen teilt mit: Anläßlich der am Montag den 9. d. stattfindenden Eröffnung der Drahtseilbahn auf die Rax werden in der Strecke Wien-Südbahnhof— Payerbach-Reichenan die Schnellzüge Nr. 183 (Abfahrt Wien- Südbahnhof 7 Uhr 30 Min., Ankunft Payerbach-Reichenan 9 Uhr 4 Min.) und Nr. 184 (Abfahrt Payerbach-Reichenan 19 Uhr 45 Min., Ankunft Wien-Südbahnhof 21 Uhr 10 Min.) außerfahrplanmäßig in Verkehr gesetzt werden. Ferner werden an dem genannten Tage die Schnellzüge Nr. 231 (Payerbach-Reichenan an 9 Uhr 27 Min.) und Nr. 282 (Payerbach-Reichenau ab 20 Uhr 40 Min.) ausnahmsweise in Payerbach-Reichenau anhalten. * Richtigstellung. Durch ein technisches Versehen ist beim Abdruck der Ankündigung der Eröffnung der Raxbahn (in Nr. 2614 der „Wiener Morgenzeitung") unterlassen worden, sie durch Beifügung eines „E#/ als entgeltlich zu bezeichnen. * Bom Wiener Palästinaamt wird uns mitgeteilt: Nachstehende Personen, welchen laut Verfügung des Jmmigrationsoevartements der Palästinaer Zionistischen Exekutive (Jerusalem) Zertifikate zugewiesen werden können, werden hierniit auch auf diesem Wege ersucht, während des Parteienverkehrs (täglich mit Ausnahme von Samstag und Sonntag von 10 bis halb 1 Uhr vormittags) unter Mitnahme ihrer Personal- und Reisedokumente, drei Paßbildern sowie des erforderlichen Reisegeldes im Palästinaamt, 1. Bez., Bauernmarkt 24. vorzusprechen: Jawrower Otto Vernarb, Lifshitz Josef, Lrfshiz Israel Arie, Lerner Jakob, Rieger Süsman und Winograd Herman. Vereine. Bortröge «ad Bersammlnnge». Maimonid eS-Justitut. Hetzgaffe 40. Heut», 4 Uhr nachmittags, Rabbiner Dr. A. Kamnka, Pirke Abotu. Montag, 6 Uhr abends, Rabbiner Dr. A. Kmninka. Hiob. 7 Ubr abends, Rabbiner Dr. A. Kaminka.. More Nebuchim. — I üdiscber Frauenbund. Dienstag, V,8 Unr abends, im Ve'.einslolale, Wien, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11/13 (wegen Renovierung des Temvels, 9. Bez., Müllnergasse 21). Esther MieleS: Bibelvortrag (Wochenabschnitt) und Mtschna-Vortrag „Sprüche de8 Väter.' L e o p o l d st ä d t e r V o l k 8 h e t m. 2. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Uhr abends, Dr. Josef Deutsch: „Die Veränderungen des menschlichen Körpers von der Geburt bis zum Tode." Eintritt frei. * Jüdische Volksbibliothek Zion. Die Generalversammlung »ruß wegen technischer Schwierigkeiten abermals verschoben werden. Sie findet im Laufe der nächsten Woche statt, wovon die Mitglieder rechtzeitig verständigt werden. Mchereinlaus. Vernarb Sh a w: „Mensch und Uebermenich." S. Fischer, Verlag. Berlin. „, Karl Julius Weber: Ausgewählte Werke. (Aus den historrscheu Schristett und dem Demokritos.) Der Tempel-Verlag, Berlin und Lewzig. „Vt onatsschrift für die Geschichte und W i s i e n , ch a f t d e 8 I u d e n t ü m S." (Herausgegeben von I. Hnnemann.) Heft 3/4. Verlag I. Kaufmann. Frankfurt am Main. „Oberon" als „echtes, reines, strahlendes, vollkommenes Meisterwerk" schätzt und von dessen „20 musikalischen Stücken kein einziges schwach" sindet, stand das deutsche Publikum seit jeher dem „Oberon" wegen seiner dramatischen Unzulänglichkeiten ebenso kühl gegenüber wie der „Euryanthe". Das übrige reiche Lebenswerk Webers ist den Musikfreunden kaum bekannt. Man schätzt eben noch seine „Jübelouvertüre", seine „Aufforderung znm Tanz" — eines der frühesten Gebilde, in welchem der Walzer zur gegliederten Knnstform geweitet ist und einzelne Sonaten und Klavierpiecen. Seine Kamntermusik und Symphonie nrit ihren romantischen Klavinettenklängen, seine aus der Volksseele geschöpften Lieder, all seine sonstigen Opern- und Schauspielmusiken sind der Vergessenheit anheimgefallen» „Weber tot im vierzigsten Lebensjahr," schrieb der taube Beethoven in sein Konversationshest. Webers nur aus einer ' romantischen Goistesrichtung heraus lebensfähige Musik muß in unserem völlig unromantischen technischen Zeitalter weiterhin tot bleiben, woran auch einige aus Pflichtgefühl veranstaltete Gedenkfeiern nichts ändern können. sib. Die Salzburger Feftstziele. Gestern um 5 Uhr nachmittags fand im Kongreß, sitzungssaal des Bundeskanzleramtes eine Pressekonferenz statt, zu der die Vertreter der iu- und ausländischen Presse cingeladen waren. Nach Eröffnung der Konferenz durch den Präsidenten der Festspielhausgemeinde Pvuthon sprachen Gesandter Ludwig und Professor Holz m elfter über den Umbau des Salzburger Festspielhauses und Hugo von Hoffmaunsthal über das künstlerische Programm der Festspiele. Die Salzburger Festspiele — führte Hoffmaunsthal aus — wollen nicht wie die Festspiele in den verschiedenen deutschen Städten, die sich um eine bedeutende künstlerische Persönlichkeit konzentriereu, eine Gemeinde schaffen, sonderu ein Publikum. Die verschiedenen Elemente des künstlerischen Programmes der Festspiele, Drama, Oper und Ballet, erklären sich aus der Verschiedenartigkeit des Publikums, das sich sowohl aus Gebildeten als auch ans Landleuten, aus Ausländern und Heimischen zusamnumsetzt. Die einigende Idee der Festspiele aber soll der alte Wiener T'yeatergeist sein, der Geist, den das alte Burgtheater einerseits und Nestroy und Raimund, ferner das alte Theater am Kärntnertor, das deutsche und italienische Kunstelemente vereinigte, andererseits repräsentieren.

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