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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-03 · Heft 2613 (3.6.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2613 (3.6.1926)
Date
1926-06-03
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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Ar. 2614 Men, Freitag Wiener: Morsenzeitima 4. Juni 1926 Qmt Tagesbericht. Dar nufekftanvene Wort. Den Prächtigen Künstlern der Habima. Das Leben einer Nation, und möge sich ihre Entwicklung Noch so sehr gegen alles Herkommen, außerhalb alles Schablonenhaften vollziehen, ist, ebenso wie das des Menschen, den ehernen Gesehen der Natnr nnterworfen. Da nnd dort müssen die Lebensfunktionen intakt sein, will die Nation, will der Mensch als gesnnd nnd normal gelten. Das Leben einer Nation ist unzertrennbar verbunden mit der eigenen Kultur, die ihrerseits wieder von der Sprache bedingt ist. Von der Sprache in allen Erscheinungen des Lebeirs. Es genügt nicht, wenn die hebräische Sprache als Bnchsprache ihr Leben fristet, wenn sie von der palästinensischen Negierung zur Abfassung von amtlichen Kundmachungen verwendet wird, ja selbst ihr Gebrauch im Alltag, der Markt, die Versammlung und die Schule reichen nicht ans, sie muß alle Knlturbedürfnisse des modernen Menschen befriedigen können. Wir alle wissen, was das deutsche Theater seit seinen ersten Anfängen für das deutsche Volk und das Aufblühen deutscher Kultur bedeutet. Wie ein befruchtender Regen hat es seit jeher gewirkt. Noch größer und einschneidender ist der Einfluß der französischen Bühne auf die gallische Kultur. Nach welchem Lande wir uns aber wenden mögen, überall begegnen wir der entscheidenden Wirkung von Bühne auf Kultur. Es ist geradezu ein Gesetz der Entwicklung. Diesem Gesetze kann sich auch das jüdische Volk nicht entziehen und daraus ergibt sich die hohe Bedeutung der Bühne für die hebräische Kultur. Dem modernen hebräischen Schrifttum haftet in vielenc noch etwas Stubenhaftes an, es steht noch nicht voll im Gewoge des Lebens draußen. Chajes sagte einmal, dem Dichter Bialik sei der Nobel-Preis nicht verliehen worden, weil die Völker der Erde im Hebräischen noch keine lebendige Sprache erblicken. Kann eine Kultursprache ohne Theater als lebendig gelten? Nein! Die Schaffung der Habima ist. daher eine befreiende Tat im Leben der Nation, denn die Vollendung des Lebendigen im Werden einer Kultur kann nur auf den Brettern der Bühne errungen werden. Die Habima bedeutet für die kulturelle Befreiung und Weiterentwicklung unseres Volkes ebensoviel wie die Balfour-Deklaration oder das Mandat für den politischen Bestand der Natron. Die Habima ist G r u n d l a g e und Vorausse tzung. Nun haben die prächtigen Künstler der Habima diese Aufgabe in einer Weise gelöst, für die ihnen unser Volk nicht dankbar genug sein kann. Sie haben in der Gestalt ■ ihrer Kunst dem jüdischen Volke eine Gabe dargebracht, wie sie herrlicher nicht gedacht werden kann. Was verlieh ihnen die Kraft, harte Künrpfe langer Jahre zu bestehen, und am Anfang unvermittelt zur Vollendung zu schreiten? Der hebräische Poet Sch ne uv schildert in einem Gedicht das wunderbare Kunstwerk der Kirche Notre-Dame in Paris, dieser „Symphonie von Stein und Mörtel", nnd. fragt: Was hat Geist und Können der Baukiinstler des Mittelalters beflügelt, was hat ihnen die Gabe verliehen, Werke dieser prachtvollen Art zu schaffen? Der Dichter hat nur eine Antwort: Der Glaube, die Inbrunst der Künstler. Auch bei der . Habima. ist es der Glaube an unsere Zukunft, der das hebräische Wort zur vollen Lebendigkeit erweckt, dieser Glaube ist es, den sie dem Volke einzuflößen verstehen und daher überall, und insbesondere in unserer Jugend, einen Sturnc von Begeisterung entfachen, dieser Glaube ist es, der die Herzen des Volkes diesen gottbegnadeten Künstlern entgegenschlagen läßt. Die Habima ist das Unterpfand für die Zukunft unserer hebräischen Kultur. Ludwig Bato. Der Attentäter Tchwarzbatth. Paris, 2. Juni. (I. T. A.) Die Untersuchung in der Angelegenheit dos Attentats des Uhrmachers S ch w a r z b a r t h auf Petljura führen der Präfekt des Odeonbozirkes Molla r d und der Friedensrichter G e'n t i l. - „Le Petit Parisien" bringt Auszüge aus Schwarzbarths Tagebüchern über seine Erlebnisse in der Zeit des Krieges und der Pogrome. Man ersieht daraus, daß der Verfasser die schweren Eindrücke aus der Pogromzeit niemals überwinden konnte nnd daß ihn: die schauerlichen Bilder stets vor Allgen schwebten. Schwarzbarth war als ein sehr solider, hilfsbereiter Mcllsch bekannt. Seine jüdischen uitb nichtjüdischen Nachbarn sind voll des Lobes über ihn. Gegenüber jüdischen Neüankömmlingen übte er weitestgehende Gastfreundschaft. Mit Kommunismus hatte er nichts, zu tun. Im Jahre 1917 leitete er in Odessa ein Waisenhaus, in welchem ungefähr 10.000 Pogromwaifen untergebracht waren. Als er 1921 nach Paris zurückkehrte, wandte er sich an ein jüdisches Hilfskomitee mit der Bitte, ihnr die Mittel für die Errichtung eines Pariser Heims für P o g r o m w a i s e n zur Verfügung 3it stellen. Schwarzbarths Kriegskameraden rühmten seine Tapferkeit und seine Hilfsbereitschaft an der Front. Er zeichnete sich oft dadurch ans, daß er verwundete Kameraden - im Kugelregen anfsuchte nnd sie ilis Lazarett brachte. Bei solchen Gelegenheiten erlitt er dreimal schwere Verletznngen. Das Armeekonllnando, unter dorn Schwarzbarth diente, bezeichnet ihn in einer Mitteilung an die Presse als einen glänzenden Soldaten, der sich stets zu gefährliche» Uuternehümugen freiwillig meldete. Die Pariser Presse vemvtM . zwar den Mord als einen Akt des Terrors, bringt aber der Persönlichkeit Schwarzbarths S y m p a t h i e eulgegeip. Sine Smdltlo« Amundsrn» zum Südpol. AuS Rom wird unS berichtet: Wie die Blätter melden, plant A m n n d s e n eine n?ue Lnftschiffexvedition nach dem Südpol, an der wicdernm Oberst N o b i l e und Ellsworth teilnehmen sollen. Als V a s i 8 der Expedition sollen die F a l k l a n d s - I n s e l n gewählt werden. Der Flug soll über die S ü d - S h e t l a n d 8 -I n s e l n nach d e m S tt d p o l e r f o l g e n. Auf den Spuren Alexanders des Großen. Die Forschungsreise Aurel Steins. Ein Bericht über die jüngste Sitzung des Königlichen Asicninstitnts in London enthält die Mitteilung, daß es beut bekannten jüdischen Asienfvrscher Sir Mark Aurel Stein gelungen sei, die ö st l i ch e B e f e st i g n n g Alexander des Großen, die dieser während seiner Kämpfe gegen den Peudschabfürsten Porns im Jahre 327 v. Ehr. anfführen ließ, zu entdecken. Es handelt sich um das bei den griechischen Historikern Aornos genannte Felsennest im Engpaß des Kabulflnsses, nahe von Torwal im Gebiet des Swattales, ein Territorium, vas, durch eine 000» Meter hohe Ciswand von der Außenwelt abgeschlossen, vielleicht seit den Tagen Alexanders durch keinen Europäer mehr betreten wurde. Aurel Stein konnte sich bei seiner Forschungsreise auf die Angaben alter, aus dem erst nachchristlichen Jahrhundert stammender Berichte von buddhistisch-chinesischen Jndienpilger stützen, die den Peudschab, das gelobte Land des Buddha, jener Heiligtümer halber aufsuchten, die in Bezug zur Person des Gautama Buddha standen. Stein suchte, auf diese Angaben gestützt, hauptsächlich zwei. Heiligtümer: das eine, das die Fußspuren des Religionsgründers, und das andere, das den Abdruck eines Kleides des Buddha im Felsenriß beherbergen sollte. Ans der Suche nach diesen legendären Stätten kam nun Aurel Stein zu seiner Entdeckung der Festung aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert nüt Spuren der bekannten indo-griechischen Gandharakust Baktriens: Die Ausgrabungen in Kirjaih Sepher. Ans Jerusalem wird , uns berichtet: Die hebräischen Lehrer von Jernsalenc besuchten, dieser Tage unter Führung des Prof. Sion sch die Stelle der jüngsten Ausgrabungen amerikanischer Archäologen, durch welche, wie bereits gemeldet wurde, Teile der in der Bibel genannten Stadt Kirjath Sepher aufgedeckt wurden. Der Leiter der Ausgrabungen, Prof. Olbright, hielt einen aufklärendcn Vortrag, in welchem er hervorhob', daß die bisherigen Ausgrabungen den Zweck hatten, das Terrain zu fixieren. Sic umfassen die Stadtmauer und vier Türme. Die Ergebnisse können als sehr wertvoll bezeichnet werden.- Auf dem ganzen Gebiet wurden bisher bloß vier verschiedene Schichten freigelegt. Die unterste aus der Bronzezeit, die zweite ans der kan äani tischen Zeit, die dritte zeigt die Zeit des jü- - dischen Einflusses bis König Salomo und die vierte von der Herrschaft Salomos bis znm babylonischen Exil. Spätere Schichten sind nicht znm Vorschein gekommen und man könne mit Sicherheit feststellcn, daß die Siedlung an dieser Stelle nicht länger als bis znm Falle des ersten Tempels bestanden hat. Bekanntlich erwähnt auch der Dichter Elieser Kalir, der im 7. Jahrhundert lebte, die Stadt Kirjath Sepher, in der er gelebt haben soll. Da nun O l b r i g h t mit Sicherheit erklärt, daß die in der Bibel genannte Stadt Kirjath Sepher an der Ausgrabungsstelle westlich von Hebron stand — die geographische und strategische Lage der Stadt unterstützt seine Annahme —, so kann Kalir unmöglich irr dieser Ssadt gelebt haben. Man wird dem Gelehrten Prof. Davidson zustimmen, daß Kalir in Liberias lebte, das wegen der großen Zahl von Schriftstellern und Gelehrten, die-in Liberias wirkten, das Epitheton „Kirjath Sepher" („Stadt des Buches") erhielt. Nach den zutage geförderten Geräten zu urteilen, hat die Bevölkerung des Südens und besonders dieser Stadt mit ihrer reichen Viehzucht, sich mit Weberei befaßt. Prof. Olbright glaubt, daß die Ausgrabungsarbeiten noch zwei Jahre in Anspruch nehmen und wertvolle Aufschlüsse über die noch in Dunkel gehüllt^ . Geschichte des südlichen Teiles von Erez Israel liefern dürften. Die AWmng der Raxbah«. Die feierliche Eröffnung der Raxbahn, der ersten modernen Seilschwebebahn Oesterreichs, findet Mittwoch den 9. d. durch die Vertreter der Behörden unter Teilnahme des Bnndespräsidenten H a i n i s ch, des Berkehrsministers Doktor Schür ff und des Landeshauptmannes Dr. Bur esch statt. Tags darauf, also am 10. d., wird die Bahn dem allgemeinen Verkehr übergeben werden. Im Juni werden die Züge der Raxbahn an Sonn- und Feiertagen zwischen 7 Nhr morgens und 10 Uhr abends stündlich einmal nnd außerdem so oft sich mindestens sechs Fahrgäste in der Berg-, beziv. in der Talstation einfinden, Verkehren. An den Werktagen wird die Bahn zwischen 8 Uhr morgens'und 8 Uhr abends, an den Vortagen vor Sonn- und Feiertagen bis 9 Uhr abends im Betrieb sein. Der Normalpreis für die Bergfahrt beträgt 0 Schilling und für die Talfahrt 4 Schilling. Bor 8 Uhr morgens angetretene Bergfahrten werden nur mit 3 Schilling berechnet. Mitglieder touristischer und Wintersportvereine zahlen für in den Ausgabestellen des Verbandes gelöste Karten durchwegs nur 3 Schilling. Preis der Kinderkarlen 2 Schilling 50 Groschen. Zwischen der Südbahnstation Payerbach und der Talstation der Naxbahn ermöglicht ein neu eingerichteter Autoomnibusverkehr jederzeit den Transport der mit den Zügen ankonunenpen Ausflügler tun 1 Schilling pro Person; Kammeksüngerin SW Slizza gesiorben. Gestern nachmittags ist hier nach einer Operation die, Kammersängerin Frau Elisa E l i z z a im 57. Lebensjahre gestorben. Mit ihr ist eine der besten, die unter Mahler die Wiener Oper zn dem bedentcudsten Operntheater der Welt emporgehoben, dahingegangcn. Frau Elizza war stets die zweite Besetzung, die in die Bresche sprang, wenn die großen Kanonen absagten. Als Remplacentin überragte sie aber meistens die Stars, die gerade abgesagt hatten. Sie kam von der Operette her, studierte aber fleißig alle möglichen Opernpartien nnd wurde, nachdem sie unter Jahn in der Oper nicht besonders reüssieren konnte, von Mahler, der ihre große Verwendbarkeit erkannte, sehr gefördert. Unter vier Operndirektoren erwies sie sich immer als eine der verwendbarsten Kräfte dieser Bühne. Sie sang unter ihm die „Königin der Nacht" nnd die „Brnnhildc" nnd wurde schließlich dann das meistbcschäftigtc Mitglied der Hofoper. Im Iahte 1918 nahm sic ihren Abschied. Bis dahin war sie in mehr als hundert Rollen 1365mal ausgetreten. Sie hat im ganzen fünfmal abgesagt. Erst als der preußische Antisemit Gregor in der Hofoper sein Feldwebelregimo antrat, wurde sie weniger beschäftigt, aber dafür mit den: Titel einer Kammersängerin ausgezeichnet. Auch nach ihrem Austritt aus der Hofoper wurde sie wiederholt von Richard Strauß und Schalk zu Gastspielen berufen. Daneben war sie mit großem Erfolg als Konzertsängerin und Gesangspädagogin tätig, die viele junge Talente heranbildete, so die O g i n s k a, die Betty Fischer, die Margit Huber u. a. m. Die Kultusgemeinde hat ihr ein Ehren grab an bevorzugter Stelle gewidmet. - Es liegt neben den Gräbern Leo Falls und Professor Epsteins. Dort wird sie am Sonntag zur letzten Ruhe bestattet werden. Dir türkische Fofephiue. Mrrstapha Kanals Frau in der Verbannung. Latifa Hanoum, die orientalische Josephine des türkischen Napoleons, ist nach K o n st a n 11 n o <p c I zurückgekchrt. Verlassen und verstoßen von M u st a pha Ke m a! Pascha, dem Ghazi oder S'eger, in dem Augenblick, da er auf der Höhe seiner Laufbahn stand, hat sie, die einst feine Jnspiratorin war, sich in ihre Gemächer am geheimnisreichen Bosporus zurückgezogen, um dort Eiufamkeit und Beruhigung zu finden. Vor vier Jahren, da Mustapha Kemal m Smyrna als Sieger und Befreier einzig, bahnte sie sich einen Weg durch die Volksmassen, die gekommen waren, um den nationalen Helden zuzujubeln, vergaß ihre mädchenhafte Scheu und rief: „I ch will dein Weib werden. .Befreier des Vaterlandes." Es wird erzählt, daß sie ihrem selbstgswäh'lten Gemahl eine Mitgift von nahezu drei Millionen brachte. Zwei Chejahre, deren Geschichte noch nicht geschrieben wurde; dann'kam die S cheid un g, und Latisa war — eine verbitterte Frau geworden. Die Welt weiß wenig von der Men Tragödie. Latifa schweigt nnd brütet über das Schicksal, «das sie erniedrigte und beleidigte. Es gehen viele Gerüchte um über die Gründe der "Scheidung. Keine türkische Fra» ist Latisa gemogen, sie ist im ganzen Lande unbeliebt. Als sie nämlich die Frau des' Ghazi war, da erlaubte ihr Stolz ihr nicht, daß sie ihren Einfluß geltend machte, um den Frauen der Türkei zu Helsen, ihr Los zu bessern. „Alle Rechte, deren wir uns jetzt erfreuen," sagen die türkischen Frauen, „verdanken wir dem Ghazi-selbst, er ist auch der Befreier -ber türkischen Frauen." . 1 . Das, was man in Konstantinopel hört, erzählt Lady Drummond Hay setz: im Londoner „Daily Expreß". Latifa war so in die Passion zu ihrem Heldengemahl verrannt, haß ste darüber ihre gesellschaftlichen und repräsentativen' Verpflichtungen vergaß. Sie hatte'für niemand und für nichts Zeit und ihre Feinde wetteiferten, dies ihrer Eifersucht znzuschreibrn. So groß soll ihre Eifersucht gewesen sein, daß sie versuchte, ' die Telegramme für ihren Gemahl schon in dem Postamt in ihren Besitz zu bringen, ehe er überhaupt um die Botschaft wußte. Doch ist es unbekannt, ob der Präsident 'der Türkei sich schließlich wegen der häuslichen Spionage von Latifa scheiden ließ oder wegen ihres angeblichen politischen Ehrgeizes oder aber wegen derBelästi gangen, die er von der Familie seiner Frau zu erdulden hatte. Es wird behauptet, daß die politischen Ambitionen Latifas «den Mnisterrat so beunruhigten, daß er dem Ghazi dringend empfahl, ihr den Titel der „ersten Dame des Landes" wieder, a^unehmen. Patts, die Stadt der Katze». Par -i s ist nicht -nur die Stadt der Ratten, sondern auch das Dorado der Katzen. Es existiert kaum eine Stadt -a-uf der Welt,, in der die Katzen in so riesiger Anzahl zu -finden wären. Und wie 'beliebt diese Tiere hier sind! Allerdings nicht nur hier, sondern -in ganz Frankreich. Es gibt kaum eine französische Familie, die nicht eine oder mehrere Katzen besitzt. Irr «den lärme,cksten Straßen der Ha-uptstadt, mitten in -den prächtigen Schaufenstern der Boulevards, kann man plötzlich eine "Katze sitzen sehen, die sich schnurrend breitmacht. Geht man zum Friseur, zum Schuster, zum Schneider, überall sitzen auf den, Tischen und Kassen Katzen herum; sogar die großen Warenhärvstr besitzen Dutzende von Katzen, die mitten im lebhaftesten . Geschäftsbetriebe auf ei nein Stoffballen, einem Koffer oder einem sonstigen Gegenstand der Ausla-ge ihr possierliches Wesen treiben. Der Franzose Hai eine seltsame Vorliebe für die Katzen; wird ein solches Tier auf -der Straße aus irgend einem Zufall verletzt, so entsteht ein Menschenalnflaus nnd jedermann beeilt sich, um sich des Bierfußlers anzunehmen. Eigentlich ein Beweis dafür — was übrigens Kenner von Paris immer behauptet haben —, daß diese Weltstadt auch nur ein aus verschiedenen Dörfern zusammengesetztes Ganzes ist, in dem dir Einwohner die DopsmentaMt behalten Men.

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