Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2609 (30.5.1926)
- Date
- 1926-05-30
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«Me« Ma» Roda «CTen, MMkWY «.MM; J|jfc Whl \a <&,. durch Df. NofftMMltrs Entfettung«-Tabletten Dieselben sind ron bester Wirk«»*, «nfetieftiMNt Oe* sdmack, vollständig muehSdltah, steilen eine sebtaoke, graziöse Figur her, ohne Diätzwang oder Aendefttag der Lebensweise. Prompte OewfchtsabnfthttM. Vom Vorksgesand heit »amt bewilligt Nr. 9}1 Kein AbfUlirniltt«l Kein« SdtlUldrUf« Depot: Apotheke „Zun Römischen Kaiser \Wlen, I., Wollf »Ile IS Herr bat di« Eltern um die Evlarchnis, mit ihrer jungen Tochter tanzen zu dürfen. Während des Tankes hielt sich das junge Paar zunächst in der Nähe der Eltern, machte sich jedoch inuner mehr inner die Tanzenden utvd ioar, als der Tanz beendet war, vollkommen verschwunden. Alle Nachforschungen nach der jungen Dame und ihren Kavalier waren erfolglos. Ms die Eltern schließlich die Hilfe der Polizei in Anspruch nahmen, erfuhren sie, daß der Kavalier ihrer Tochter ein angeolichrr Berufstänzer fei, dessen richtigen Namen man nirgends kenne. Von dem Paare fehlt seitdem jede Spur. Die Polizei nimm: an, daß der Tänzer ein Mitglied einer Mädchenhändlerdande ist. Heilbarkeit der Lepra? Ans Berlin wird uns gtmeldet: Der bekannt« Leprasorschrr Professor Paidrock in Dorpat teilte in der „Deutschen Dermatologischen Wochenschrift" mit, daß er ein spezifisches Heilmittel gegen Lepra gefunden und danrit bereits mehrere einwanchrete Heilungen erzielt habe. Die Heilmethode des Professors Paldroek besteht in einer sogenannten aktiven 1 m m um i f i« r u n g der Lepra!ranken 'mit aufgeschlossenen Produkten ihrer eigenen Lepraerreger mittels Kohlensäureschnees. Ter Kohlenisäitrsschnee, mit denr schon in der Krebstherapie verschiedene Berfnche gemacht wurden, will) einige Sekunden lang an die kleinen Lepraknoten achälken. Die 78- Grad-Kälte verursacht eine Bereisung und dadurch eine Blenderung an der physikalischen Struktur Nicht nur ' des Gewebes, sondern auch des darin enthaltenen Le p ra e r r e ge r s. Dieser E infad e n p ll z, bestehend aus Kern und Hülle, wird zerfetzt, die schützende Euveißhülle gasvrenpt, der Kern sreigelegt. Es wird dadurch die Möglichkeit zur B i t d «na von 2 ch u tz st offen gegeben, wodurch der Organismus über den Krankheitserreger Macht gowinnt. - .■ Tu'-ch Anwendung d-7 von Professor Paltzrock erfundenen Hrilnr.'ihove verschwinden im Laufe o out e i n't'ge n Woch en die Erreger aus dem Körper des Leprakranken., Er wird geyei'.t. Die Heilnngsvorgaitgr wervrn durch Anwendung chemischer Mittel, Insbesondere Wismut, beschleunigt, Air iniernationllis Ringkantpfkoyturreuz im' Slpmpiasaal. Bttdapefti ytihletihaj Klub gewinnt gegen Hak pah 1S:9. Gestern abends wurde der K l u b k a m p f ziyuchrn Ä. A. K. und Hakoah. im.0 lymviasaal ansgetragen. Ein zahlr e i ch ge rschienenes P.u hltku m wohnte den Kämpfen bet, die sich äußerst interessant' gestalteten. Bemerkenswert ist das sehr gute Ah schneiden der H a k o a d, die sich gegen die Ringer deS ungarischen Me-sters. unter denen sich einige euroväfscheBerühmtheiten befanden, i e h r g u t d i e l t. Nach Pnnk.tewertung hätte die Hakoah vielleicht sogareinenSteg erziel t. Es wurde 'N z w e i N u tt d e n zweimal je zehn Minuten gekämpft. Die Ergebnisse waren: Magyar kB.) besiegt Grünspan (H.) ln beiden Runden. B o l i e 8 (B.) und Schlanger (H,) kümoien unentschieden. F e h e r (B.) und Birnbaum (H) ebenso, G ax n t (B) und Bergmann (H.) zweimal unentschieden. D ütneni) (B) gegen O ch s h o r n (H.) erste Runde unentschieden, in der zweiten Runde siegt der Ungar B a l a z s y (B.) gegen Ing. 5t a $ m o n (H.) zweimal unentschieden. Endresultat: Budapesti Athle ikai Klub gewinnt demnach den rUubkampr lh: 9. Nach der ersten Runde führten Weltmeist-er Ing.. R a d v a n Y und 'dteistrr Markus einen E x h i b i i i o n sk a m p f vor, der 10 Minuten dauerte und unentschieden e n o e t e. Eine Fülle wechselnder hochinteressanter Situ ati o n e n. welche von beiden Meistern geboten wurden^ entfesselte wiederholt entüusiastllchen Beifall des Publikums. «e SßeneiAische ifsBrnU« ler Siffettttftta. Gestern fand di« feieMche JahveOtznqg der «tatanfe -er Wissenschaften statt. Rach dm Bomag tef PützMmten Dok« Omm> Redlich üb« ÄeffiMvGenWfk' wurden die Wahlen vorgenommen. Der Wien« CpfötAitrfoge Dr. Ernst Fuchs wurde Mt Vhvenmitzlwb gewählt. Die Swvcksanwtzg der Pretze geschah in fobgender Wetze: Der Ignatz 8. 8«ben-Prois für Chemie wurde an den ordentlichen Professor der Universität Wien Dr. Mols Frank« für seine Arbeiten über VMurW und UmwaMsittgen von GlMen verKchen, der Haitinger-Preis für Phtzflk an Drckvr Georg S teil er i,n Wien für seine Arbeiten über Mvssanbcstimmung an Mvmtrwwnern. Der Äaihinger-Preis (Mionen in der Machemattk) an Dr. Ehr. B eit sch in Cannstatt (Württembepc,). UeberAes wurde eine zur BeweLmdg um den Bachinger-Preiz emgelangete Abhandlung von Studieindirektor Dr. Mo« Draeger in Chemniitz (Sachsen) lobend anerkannt. Wien, 30. Mai. * Eierhart Hauptmanns Standpunkt. Gechart Haup-tm a n n, der anerkannte deutsche Dichterfürst, hat die amtliche Bestätigung dieser feiner Würde abgelehnt. Er will kein Poeta lanreatus von Ministers Gnaden -werden. Er hat in einem Schreiben an den deutschen Unterrichtsminister Dr. Becker, der eine „Sektion für Dichtkunst" seinem Ministerium qygliedern wollte und zu den ersten fünf Mitgliedern dieser Dichtera'ci-omic Gerhart H a u p t m a n n, Thomas M ä n n, Arno Holz, Hemtann S1 e h r uitd Ludwig Fulda „in Aussicht nahm", seinen Standpunkt sehr deutlich präzisiert.: „Es bedarf keines Dichtcrkollegiums. um staatliche Unterstützungen zu erwirken und zu verteilen, sondern nur einiger gebildeter und wohlwollender Männer von Takt und Ge- - schmack. Saatlich beamtete führende Dichter bilden ein Novum, das mi-t Recht in den Kreisen der freien Poetik beanstandet werden wird. Was mich betrifft, so kann ich mir weder eine unbewußte noch eine bewußte F-ichrer-stelluna dieser Art zusprechen . . Diese bescheidene und eines wirklichen Dichters würdige Antwort s>aßi a-ber dem denöschen Würde'bonzen nicht. Er kennt nur den Wert eines Dichtertunts, das offiziell betätigt wurde. Irgendwie und durch irgertd wen. Den Protest Gerhart Hauptmanns gegen die staatliche Legitiniierung dieser beschränkten Trägheitspsychologie, die sich auf das Obrigkeitsurtekl verläßt, um nicht sel'bst denken zu müssen/ wurde allgemein übel ausgenommen. Jetzt, »vo Gerhart Hauptmann wirklich jugendlich und groß'sich zeigte, glauben sie, er dchc sich wichtig und sei ein „Eigenbrötler". Der Mick ist getrübt, denn man hat die Herten au ihrer 'Achillesferse,' beriih'vt^'dein Drang nach Renormnec. Möglichst im Ämtsivege. . 1. ch. * Das Wetter, Ge-stern regnete es tagsüber ziemlich heftig. Erst gegen Abend heiterte es sich etlvas aus. Di« Voraussage lautet: Trüb. Regen, kühl, lebhafte westliche Winde. i * Todesfall. Vorgestern ist .im Hotel Paris in Prag der. Rat' der Eiisenbcchnvevwaltuna Leo, Rosenzwe-tg. Wien, 9. Am., Pramergass« 26. im -AMt vön 69 Jahren ' plötzlich gestorben. . y. * Sterbefall. Die Family Unseres Freundes Jwg. Eugen Buch binder in Wien ist vo'n' einem schweren Schicksalsschlage beiroffen worden. Gestern früh ist in Czernowitz seine Mutter, Frau Anna Buchbinder, geborene Rübel. verschieden. Die Verstorbene deren .Herzensgüte .und. Liebenswürdigkeit bei allen ihren Bekannten gerühmt wur-dett, hat ein Alter von 66 Jahren erreicht. Die Beisetzung findet heute' nachmittags in Czcrnoivitz statt. * Mutmaßlicher Selbstmord eines Mediziners. Gestern sprang von der Aispernbrücke ein Mann m den Donaukanal und verschwand in den Wellen. Aus -der Brücke ließ der Selbstmörder drei medizi-niische Micher, ein Borinevkheft und ein Meldungsbnch der Univevsttät auf den Namen Stephan Batia aus. Handal-Bustgabaga zurück. * Mn vermißtes Mädchen. Seit vorgestern ist die 17stihxlM. Rosa Hofbauer aus der Wchn-mtst ihrer Zr-cheltern, 12. Bez., Längenfeldgasse 12, Tür 10. verschwunden. Sie war in der letzten Heit auf der psychiatrischen Klinik und würde am 17. d. gegen Revers entlassen. Das Mädchen, das bereits öfters sich aus deni Hauf-e der Zicheltern entfernt hat. dürfte sich in Men herumtreiben. Genna der LeWen 1 r r «kk«. seine AiMdMHtuaMr St. Rocbd8-Fu08alz macht einen neuen Fuss! TS aeiiüjtt, wenn wir eine kleine Menge von diesem Fußfalz — welche» sich i« Auilano schon seit langer Zeit bewährt hat — in »in mit warmem Wasicr gelallte» bavoir geben uno den schmerzenden Fnb to bi» iS Minute» .lang in demselben weichen lauen. Wählend dieser Zeit hvr-n d>e Anschwellung de» Kuh t, }cwt Oue jchuna und die Peinigende», brennenden Gefühle mir einem Schlage auf. Die Schmerzen, welche durch da» Drücken der Schuhe verursacht werden, hbren sofort auf. Ei» längere» Welchen in diele« Wasser erweicht die Hühneraugen und die Hautverhärtungen so kehr, daß dieselben sehr leicht ohne Messer oder Rasier, mesier entfernt werden kbnneu. Sie können überzeugt sein, daß da» Et. RochuS-Fußsalz den Fuß voll» lotzlme« ne» oedeltct. E» tr freit St« von den verschieden, n Störungen de» gntzer. Sie toune» so viel gehen, a!» Sie nur wollen. Sie können an einer Stelle stundenlang stehen und Eie werden nicht da» geringste der Müdigkeit verspüren. } Sin protze» Paket St. RochuS-Iirtzsalz kostet L 1.80. ES ist in jeder Apotheke erhältlich» Fall« Eie r» nschr bekommen soMeu, wenden Sie sich au da» Hauptdepot: Bondeeapotheke;,Mariahilf(1 Telephon 64-99 VI», Mar!atiilfer*irasse 68 Telephon 64-99 ' * Unfall, Selbstmord oder Verbrechen? In der Nacht vom .26. auf. den 27. <d. ist vom Ufer der Donau im Prater zwischen dent Lagerhaus und der MÄtärischwimmschule eine Frau in v«n Donaukanal gestürzt ruch streß .gellende Hilferufe aus. Verschiedene Zeugen konnten, nur angeben, daß sie oie Hilferufe gehört hoben. U-eber die Person der Unglücklichen konttten sie («doch keinerlei Ausschluß -geben. Es ist daher vollkommen ungeklärt. -wer -di« Frau ist. ob sie einen Se>l>bstmovd begangen hat, oder einem Unfall oder einem Verbrechen zum Opfer M. - ' * Große Juwelendiebstä^e. Der KanfmannSgattin Grete Zauber wurde vorgestern in der Ankunftshalle der Franz- Josefs-Bahn aus der Handtasche «sine Pappschachtel, die Juwelen tm Verte von 12.000 Schill-in« enthielt güstohlen. — Der Frau Hilde K yh n wurden vorgestern -wischen 2 und 6 Uhr nachmittützs aus ihrer Wohnung in -der Hogelgasse Juwelen im Werte von GOOO Schilling gestohlen. . * Richard Schaukal — Sektionschef. Der Dundespräsident hat'dem Ministerialrat d. R. Dr. Richard Schau kal anläßlich seiner Versetzung in den dauernden Ruhestand den Titel eines SÄtionschess verliehen. * Die Freistromturbine. Ingenieur Eduard S u e ß ersucht UnS mu Aufnahme sollender Zellen: „Ich bin außerstande. die zahlreichen Anfragen, die bei mir einlaitfen, einzeln zu beantworten und sehe mich daher gezwungen, aus diesem Wege mitzutellen, daß von nwrgen Montag an die allgemeine Besichtigung der Stromturbine in den Stunden von 3 bis 6 Uhr nachmi-ttags sreigegeben dvird." — Unter den zahlreichen Glücklvunschtelegramnden an Herrn Ing. Sueß befindet sich auch ein in. italienischer Sprache gehaltenes von Marooni. * Verschiebung des Dlnmenkorsos. Der Autoblumenkoris,» wuvde mit Rücksicht auf das rogneriische Wetter auf Samstag den 5. JUni verschobeu. tzindrlilke vom hebrNschen „Iybuk". Das hebräische Wort hat gesiegt. Es hat in allen seinen Formen gesiegt: als Sprache des Alltags und der feierlichen Erhebung, als sinnvollster Ausdruck jüdischen Lebens und alö vornehmstes. Mittel szenischer Gestaltung. Als . musikalischer Klang und — als' Verkörperung unserer Sehnsucht. Denn diese 5(ünstlertruppe, die^ich bescheiden „Habima" (Die Bühnenennt, ist die Verkörperung unserer Sehnsucht. Bevor wir sie sahen, fühlten wir alle: „Hier schlummern alle unsere Möglichkeiten", und mit zitterndem Herzen sahen wir der Aufführung entgegen, die eine Enttäuschung werden konnte. „Wird der Keim unserer Hoffnung zur vollen Blume der Erfüllung erblsthen?" Oder werden wir . resigniert erfahren müssen, daß das mit der hebräischen Sprache nur ein Phantom, eine Maskerade war? Daß hinter der gesprochenen Uebersetzung ins Hebräische sich, der Geist und das Wesen der jiddischen oder russischen oder irgend einer anderen Sprache verbirgt? Daß Hebräisch nur ein äußeres Schild der Freiheit ist und drinnen -roch die Galuth bequem haust? Die Aufführung des „D y b u k" hat unsere kühnsten Hoffnungen übertrofsen. An diesem Sieg der hebräischen Sprache im „DYbuk" der Habima hat zunächst B i a l i k einen, großen Anteil. Seine Sprache ist poetisch, aber zugleich einfach, und unaufdringlich. Sie hat den Zauber der SelbstverstäMichkeit und ist im tiefsten Mnne genial: in jedem Satz Bialiks sind alle Sprachstile der zweitausendjährigen Geschichte des Hebräischen verbunden. In den höchsten Sphären kabbalistischer Berzülkung und in der Nüchternheit talmudischen PilpnlS, in der Heiligkeit der Liebe und in der Weltlichkeit der sozialen Beziehungen, immer und überall findet Aialik das richtige, entsprechende Wort, das er aus der Seele des Volkes geschöpft hat. Des Volkes, wie es in seiner prophetischen Phantasie lebt, in der großen Zukunft der Wiedergeburt. Die Vergangenheit enthält für ihn nur Ahnungen der Gegenwart und Zukunft, er steht sie schon mit den Augen — und drückt sie in der Sprache der Zukunft aus. Die Vergangenheit ist zum Mythos geworden. Wie die kleinen Kinder, die die Dinge nach ihrem Lebensbild benennen, so spricht Bialik die kindliche Sprache seiner Zukunftsvision. Nur diese Sprache Bialiks war ebenbürtig und entsprechend der Auffassung des An—sktschen „Dybuk" durch die Habima und ihrem Spiel. Geradlinig und zielbewußt^ wie die Sprache Bialiks ist die Gestaltung des „Dybuk" durch die Künstler der Habima. In dieser vollkomuk'rne'N Aequivalenz und inneren Durchdri ngung von Sprache, künstlerischem Willen und szenischer Gestaltung liegt das Geheimnis der Gesamtwirkung. des „Dybuk" und insbesondere der restlosen Verwirklichung. der sprachlichen Anforderungen. Die Kunst-ist zugleich Bttdnertn, Spiegel und Idee des Lebens. Ist es schon jetzt klar, tvarum. imd wie. die hebräische Sprache in Palästina siegen kann, gesiegt hat und siegen wird? . . . Weil sie der ewige, trotz Jahrtausende langem Leiden unverbrauchte Genius.des Volkes gewollt und verjüngt hat! - Und die Details! Kann in irgend einer anderen Sprache der Ton und die Wirkung des wundervollen Disputs -wischen Ehanan, dem verzückten Kabbalisten, und Henoch seinem Freund, dem nüchternen Talmudisten, erreicht werden? Sind die «r schulternden OrgeMänge der weinenden Frau im ersten Akt in einer anderen Sprache denkbar?. Ist nicht das Herderstürzen des Dybuk-Gesanges, des Schir-Haschivim, aus der! Brust der gequälten Lea im hebräischen Original am natür-; lichsten? Hat nicht die hebräische Sprache die notwendigen; Modulationen zum ekstatischen BerzweiflungSausbruch und; Gejohle und Geplapper. der entfesielten Bettlerschar? Ist sie nicht die entsprechendste Ausdrucksform der - Austreibungszeremonie beim Miropoler Zaddik, Rabbi Asriel? Geht nicht durch das Blut der tanzenden Körper der Rhythmus uralten BolksleidS und sehnsüchtigster Volkshoffnung, tvenn ihr Gesang und ihr« Sprache hebräisch sind? Die Sprache hat den holzschnittartigen Szenen des Habima-„DYbuk" den Stenstrel ewiger Volkskunst werke anfgedrückt. * Das Volk und die Nationen (es war während einer Presseaufführung, da auch viele Richtjuden anwesend waren) verfolgten mit verhaltenem Atem das Wunder hebräischer Kunst. Wohl gab er hitzige Diskussionen und Meinungen, daß die Wilnaer dieses oder jenes Detail lebenS-(das heißt: golus-) wahrer gestaltet haben, auch war man sich bald über den nicht geringen Einlsnh der russischen Kunst im klaren, doch wird man bald durch die Kraft deS hebräischen Wortes im Verein nzit vollendetem Einzel- und Gruppenfpiel überzeugt. Die Mit einem skeptischen Lächeln nur der Form halber kamen und die offenen Sprächgegner, die mit Wissen (vielleicht Vorurteil?) belasteten Fachleute und die ganz Naiven, die Einfältigen, die Willigen und die Wtderspensttgen, die Juden und die Ehvisten, die Männer und die Frauen — sie alle gingen nach Hause mit einem Erlebnis, daihnen das jüdische Volk und .die hebräische Sprache nüherbrachte. Die hebräische Kunst der Habima hat gesiegt. LeoPokd Thal er.