Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2607 (28.5.1926)
- Date
- 1926-05-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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mt Nr. Mt mfo* H7vcn» mtmt MVKWMMW LA M 9«<e« WM W geftvhlen«, Sachen dem ~ “Mit Jakob Ssmek in der Judengasse Ksmrk wstrtze die Untersuchung wegen Pchtevtt eingeleitet. Er leugnet, jemals etwas von de» Batschen gekauft zu haben. Der Schade betrat ineh? alS hinn* -ert Millionen. Tie Lchrjnngen geben an, das Gald fürs Kino verwendet un& sich Fahrräder gekauft Kt haben. Einen Großteil wollen sie aber in ehern Gftarversin eingelegt haben. Wien. 28. Mai. *. Letzte Hoffnung. Ganz still war es Sonntag i» der Schulerstraße, in dieser den Aermsten bekanntesten Straße Wiens. Der Brieffasten vor der Tür des Anmmeenbureaus glotzte herausfordernd in den Festtag hinein; das Mekka der Arbeitslosen feierte. Die öffentliche Rrche in dieser Danaerstraße der Hofsfür „Stellensuchende" hin; an seiner eite.dribbelte leine zarte, wagen und Netz ihn. einen nach dem anderen, zwölf Briefe in das ominöse Kastel hinermverfen . . . Im fÄben Augenblick entstand eine Wiener „Massenversammlung", di« zwanzig Feiertags" Passanten vereinigte. Allgemeiner Jubels strahlende Gesichter, Beifallsklatschen . . . Nach jedem Briefeinwurf lispelte der Älter kaum hörbar: „Fritzl, von dir komnu das Mick! . . Die Promchrfachem Sinn . . 'Hoffentlich' _ der Vater. Frühling in Wien ... l. th. * Vom Wetter. Gestern herrschte tagsüber warmes, heiteres Wetter. Abends setzte heftiger Regen ein. Dir Voraussage lautet: irLechelnd wolkig, leichte Neigung zu örtlicher Gewitterbildung, etwas wärmer. * Niederländische Gesandtschaft. Ab morgen ist die Adresse der Kanzlei statt 1 Bez.^ Burgring 1, 3. Be>, Strebaasse 25, Tel. 90.535. * Drei Ausreißer. Seit dem 22. d. sind drei mit einander befreundete Burschen aus Wien verschwunden. Es sind dies die 17jährigen Elektrotechnikerlehrlinge Franz Prohaska, Adolf Heinz« und Johann L o w e ce k. Die Burschen haben erklärt, eine Wanderung zu machen und find, bisher nicht zuvückgekchrt. * Verhaftung eines Kaufmannes. Der 25jäHrigr Kaufmann Franz W i t t e k. Josesstadterstraße 9 wohnhaft, wurde verhaftet und dem Landesgemcht emgeliefert. weil er aus GkUnd gefälschter Fakturen zum Nachteile der Bereinigten Preßhefefabrik Mautner in Sinimeriug in den letzten Monaten einen Betrag von 15.229 Schilling berausgelockt hat. * Professor Postudanschitz gestorben. In Graz ist gestern nachts der i?roseffoo der Technischen Hochschule Dr. techn. Fritz Postu v ausch itz im 54. Lebensjahre plötzlich gestorben. Poistuvaufchitz, der politisch den Hakenkreuzlern uahestand, hat in der Kampagne gegen den freiheitlichen Professor L öw sichren^ mitgewirkt. , * Eine Bluttat in Meidling. Die Private Katharina B ur i tfch erschien gestern früh in der Wohnung der ihr befreundeten Baupvtiersggttin Antonie Schmied, IS. De;.. Oswaldgasse 24, fügte ihr mit einem K-üchenmesse? eftK ich'wsre, Stichwunde in der linken. Schlnsselsteingegen'd und an der Stirne zu und eilte dann fort. Nach der Tat fügte sie sich in selbstlnöiberischer Absicht mit einem Kirchenmrsser eine, die Luftröhre eröffnende schwere Wuiche am Halse zur schließlich.'würden beide Verletzte im Rettungsauto in das Krankenhaus der Stadt Wien gebracht. Di« Polizei stellte fest, oaß die Tat auf bösen Tratsch zurückzuMrcn ist. * Nnterschlerse hei der Donai^Damtzsschifsahrtsgchüschaft. Laut einer serteus der, Direktion Ur. Men Dorrgu-DampMiffsayrisgetLllzchast am 26. d. bei der Polneid'irektron erstatteten Anzeige hoben sich bei der Kaffe des gesellschaftlichen Lagerhauses am Praterkai größere Abgänge ergeben. Unter dem Erdachte der Täterschaft Morden der Lagtzchausadjunkt Rudolf Schlösser und der.Lagerhausvermalter Wassil Kapuscha in. Hast genonn men/ St« legten ein Geständnis ad. So weit bisher fsstgestellt werden konnte, dürfte Ser Schade« wohl ein beträchtlicher, jedoch durch oochnukene Wert« zum größten Teil gedeckt sein. * Bchvkaustritt nur am Ende des Schuljahres. Mit einem aestern dnn Natioualrat vorgeiegten Gesetze soll in Abänderung des ReichÄSolksschwgejetzcs bestimmt werden, .daß der Austritt aus der Schule mir am Schlüsse des Schuljahres und nur dann erfolgen darf, wenn die Schüler die für dir Volksschule vorgeichrieberren noüveudigsten Kenntnisse als: Religion, Lesen. Schreiben unv Rechnen besitzen. * Das Ergebnis der Kinderrettungöwoch« — 2001100 Schilling. Dir Sammlung für das Wiener Jugenvhilisvwrrk ist so ziemlich abgeschloffen. Dos Ergebnis ist trotz der wirtschaftlichen Kris« gegenüber dem Vorjahre gleich aeWchen. Der BuWesbeitrag. der im voriaen Jahre 65.000 Schilling betragen har, ist Heuer vollständig entfallen. Es ist Zu erwarten, daß sich düs Ergebnis etwas verbessert, weil auch der Bankerwerbanv und «ine Reh« von Banken, die im Vorjahre Beiträge Meist«; haben, noch keine Entscheidung gstrojfen haben. Bisher sind bloß vom Bankhaus Rothschild 3000 Schilling eingelangt. Dar LagergelprSch -er Leopoldstadt ist die R e st e n a b t«i l n n 4 des Warenhauses Brürer Schijjmann 2. Be;., Taborstraß« 46. Alle Arten Rests von Mantel-, Kleider-, AnzuN'toffen. Brokaten, Crepe de Chine, Seid« aller Qualitäten. Marocains, Hwnge. Bolle, Cretons, Blaudruck für Kleider irftv. ufiv. werben zwecks Freimachung des La.zers zu besonders billigen Preisen abgsstoßen. Benützen Di« diese Neueinrichtung, um sich für roenrg Mb elegant gngur zu kleiden. KM, Bühne, Bach. Dar Wkuer Gastspiel der -Mna. Sarl^htzMitzr. Die PressevorführungdeS Moskauer hÄMchen Theaters H a b t m a findet heute Freitag statt rmd beginnt um '/,6 Uhr abends. Zur Aufführung gelaugt An -skiS »Dybuk". Kein Kartenverkauf. Alexander Mo ifsi und Richard Beer-Hofmaan haben sich gestern zur Begrüßung der Habt«« im Earl-Theater eiugefunde«. Der Gpiekpkan der HaSima wurde wie folgt festgesetzt r Samstag den 39., Sonntag den 30. und Montag den 91. d. ,D h b u t'Dienstag den 1. und Mittwoch den 3. Juni »Zaakobs Traum"; Donnerstag den 3. und Freitag den 4, Juni „G o l ttit*; Samstag den 6. und Sonntag den tz. Juni »D e r , w i g» I u d e*; Montag den 7. Juni ,G 1 n tft nt". _ Das Sekretariat des künstlerischen Beirates der Habima ist täglich von 3 bis ü Uhr nachmittags in der Direktion des S a r l - T h e a t e r 8 tä!g. Gastspiel den Moskauer Theaters a a CAM-1 THEATER 1 Karte» an den Kassen und tu aüen Karftenbureaitx Volksover. Die Bolksoper ist derzeit kein Kunftinstitut mehr, sie ist ein Versorgungsheim für Sänger, Chor und Orchester, Angestellte und Arbeiter geworden, welche um ihr tägliches Brot bangen. Der Verlauf dieser Spielzeit hat gezeigt, daß es der Arbeitsgemeinschaft trotz redlichen Benrühcns, trotz Novitäten und trotz niedriger Eintrittspreise, unmöglich ist, das Theater aus eigener Kraft flott zu machen. Eine Opernbtthne erfordert eben einen heute derart kostspieligen Apparat, daß sie ohne Zuschüsse nicht geführt werden kann. Cs bleibt also nur der Ausweg, die Unterstützung der . reichen Stadt Wien oder: privater Kunstmäzene zu gewinnen, oder das Theater als Filiqlbühne der. Staatsoper anzugliedern oder den Betrieb, des für die Bolkserziehuug unentbehrlichen Älunstinstitutes zu sperren. - . . Eine Aufführung des abgespielten „Dreim.äderl- Hauses^ bot das Niveau einer Provinzbühne zur Sommerszeit. Das Pflichtgefühl, mit welchem Herr Rittersheim den Schubert sang, verdient Anerkennung, mit denr.gleichen Eifer spielte Biimi B e s e l y die ihr gqr nicht liegende Rolle der Hannerl, Grete S ch ü rk e t a n z gab eine unnatürlich gespreizte Grisi. Frau M a ch a, eine resche Hausbesorgerin. Herr R o l l e, ein g?mütsoyller alter Deanar, und Herr M atuna, dessen Gebähmcl die Lachmuskeln reizt«, entschieden den Heiterkeitserfolg, gegen den sich der tote Schubert nicht wehren kann. flb. Schalom-Aleichem-Feier!« der Freien Wischen Volksbühne. Die Gedenkabeude anläßlich des zehnten Todestages des Dichters waren in Wien erfreulich zahlreich. Einer der schönsten war der vom Verein Freie jüdische Volksbühne veranstaltete. Die Verlesung des Testaments, dieses eigenartigen Dokuments eines großen Dichters und ungewöhnlichen Menschen, leitete ihn ein, die allerdings vorbeigelungene Aufführung eines Einakters aus „Tojwje, der Milchmann^ schloß ihn ab. Dazwischen die Gedenkrede des Herrn Dr. Finkelstein, die schöne Darbietung des Schalom Älejchemschen Wiegenliedes und anderer Lieder durch die sehr anmutig interpretierende Hilde D u l i tz k a j a, die bei solchen »Anlässen schon traditionell«, auch diesmal durch den sich rasch und gut einfühlenhen Herrn Mittler äußerst ergötzliche Ausführung von „Di Ejze" und die Vorlesung aus Werken Schalom Alejchems, ebenfalls von Herrn Mittler mit Geschick besorgt. Was Schalom Alejchem denen enrpftehlt, die feiner gedenken wollen, wurde an .hiesem Abend in reichlichem Ausmaße befolgt: mau war sehr lustig und lachte. p. h. Austritte aus dem Judentum. Deutsch Ferditland. geb. s. April 1802 Wien. Tapezierer* /lehilfe. 10. Bez.. GänSVacheragfse 3. K a r n t o l Pau a, geh. De^enrber 190t, Wien. Studentin, 18. Bez., Bastiengasse 20. geb. Brandeis. geb. 17. Mat 1900, Hessen. Johanna ... . . „ __ D„. __, WM, i. Ve,.. Rechte Mierizeile 39, K 0 sti tz e t Franz, geh. 28. November 1911 Wien. NqdkrrSbma, Langgasse 131, Neuwald Rudolf Artur, aeb. io. Juli 1887. Wien, 3. Bez., Praterltiaße Ar 49. L a n d e s d e r a e r AUce^ Std. 7. Dezember 1803, Wien. Private, 9. Bez.. Nußdorferftratze 4. Landsberger Al'iev, eeb. 21. Oktober 1900, Wien, 8. Bez., Strozzigasle 32. Aus deu Theater». Burgtheater. Morgen, ' L t d o^. (Abonnement l. Grnppe.) Akaderntetheater, Myraen. zum ersten Mate „Julius Cäsar". Overntheater. Morgen. V,7 Uhr abends, „Tannhäuser-. Uhr, qD u e ll am V,8 Uhr abends, Bolksoper. Morgen „W e n n i ch K ö n i g w ä r Deutsches BolkStdeater. Gegenwärtig wird das neue Lustsptet von Frederie L o n s d a l e ,M r s. C h en e y S E n - e" vorbereitet, irr bei» Eltjabeth B v r g n e r die Titelrolle darstellen wird. _• Die Ausstellung im Schloß Sch'chchruun „Galatafel ans der Zeit der Kaiserin Maria Theresia" wiw bis inklusive Sonntag den 30. d. verlängert. Geöffnet täglich von 9 bis 5 Uhr. Eintritt 50 Groschmr Mx Evtvachsene, 20 Groschen für Kiich.-. «mjt tä« *.3/Wl IVfiv k . Sptojßß* ö###, tztt verfügt, ry tzgendüchen Mrstmen bet MrstelliUMn von Q*f*9§§m' »### SOM fe . T . Verrkue, Lorirüge und Bersammkungen. A*Ä*§ Mtsrachr. 2. Bez., Pratystraßa 48. Mor-e, um Vhr nachmittags Vortrag Salomon G i t t e l m a u m Pirbei-Awoth mit Kommentar. Mifchcs Realgymnasium, 2. Be;., m^ungen für die l bis V1U. Masse täglich Castcllezgasse igltch -wijch e 36. tot tu 12 )T* Serichtssaal. M Satttu erschaffe». Die TyrMe einer Rachkriegsehe. Di« bluche Tragödie sin«r typischen Nachkrlegsche findet iu GevichtSsaal ihren Mschluß. Heimkehr aus dem Felde, ohne Be> ruf, als Ausümstsmittel eine reiche Heirat, dann Wohnungsnot Streitigkeiten mit der Schwiegermutter, Verlust der Konjunkturexfftenz, Scheidung, Kampf um das Kind, Schüsse. . Gericht das find die immer wiederkehrenden Aktschlüsse des DvaWs de, entwurzelten Jugend. Der 30jührige Max Schubert hatte sich gestern kn eluei für Mi Tage andera-umten Schwurgerichtsverhanidluug iw Lanvesgericht 2 unter dem Vorsitz des Oberlaudesgerichtsrates Dr. Wilhelm wegen Mordes an seiner Gattiy zu verantworten. Im Septeycher 1910 heiratete der Angeklagte die Tochter der reichen Drechslermeisterswüwe Susanne Kalasch, die dem jutiigen Paar ein Wohnuugs- und Frnsterreinigungsgeschäft am Tiefen Graben einrichtete. Das Uniernchmen sowie alles andere, was Schulbert anpackte, ging fehl. Er wollte wieder, wie vor dem Kriege, di« Beamtenlaußhahn ergreifen, doch seine verwöhnte Frau wollte davoü nichts wissen. Schließlich mußte Schubert im Jahre 1926 eine Stellung als Fensterputzer annehmen. In seiner Not soll er sich an dem Bernrögen seiner Frau und seiner Schwiegermutter, mit der er wegen der WchnungDnot im gemcinfamen Haushalt leben mußte, vergriffen ha!ben. Diese Vorfälle führten zu Unstimmigkeiten und schließlich zur einverständlicheu Scheidung, Max Schubert Zog zu seinen Eltern und besuchte zeitweise sein Kind, an dem er schr hing und das der Frau zugesprocheu wurde. Bei diesen Besuchen wollte Schulbert seine Frau überreden, Mit, chm die eheliche GeMinschcrft Mcher culfzunehmen. Ain 4. Augrfft vorigen Jahxes kam her Ang.rkla.ste wicher in die Wchnung der Frau in der Lienstlderstraße 51 unh feuert« nach einigen belanglosen Wollen aus einer Frommsrtzristol« mehrere Schüsse gegen sein« Gattin ch, Im Nelbenzimmer hatte sich di« Mutter der Frau Egehalten und ging mst erhobenem Sessel gegen den Schwiegersohn los. In diesem Augenblick kracht« noch ein Schuß, drr die alte Frau streifte. Der Angeklagte behauptet, daß in diesem Fall der Pevolyer von sMt losgegangen sei, was nicht widerlegt werden konnte. PqM Schubert erlag d«n Verletzungen, noch ch« äMiche Hilft Air Stesse war. > , Bei der Polizei gab Schubert zu, er Hab« seine Frau tötest wollen, da sie sich seinen Wünschen bezüglich des Kindes nicht gefügt We. Später schwächt« er sein Geständnis ab und stellt« di« TötungAabsicht in Abred?.,Hr hahe sich guch selbst erschießen wollen, dach Hape di« Waffe in diesem AugenWick versagt. Nach Aussage der Psychiater ist der BefchuWgt« Dr seine Tat strafrechtlich vevantworUch, ' Schubert, ein untersetzter Mann mit sympathischen Zügen, erklärte sich schuldig, jedoch nicht im Sinne der Anklage. Der Angeklagte schilderte sodann seinen Lebenslaus, Zu Brstnp des Krieges hat er sich freiwillig zpr alpinen Jägertruppe gemeildej, Gr war aber den Strapazen nicht gewachsen und brach nach erneut Ztzstünhigen Dauermarsch zusammen. Er wurde herstrank, lungenkrank und nervenkrank uiüb im November 1017 superarbitriert, Schann erzählt« er den Bevlmlf seiner We. Er sei das willenlose ' Werkzeug seiner Frau ustd Schwiegermutter gewesen und fei von ihnen oft mißhandelt worden. Wlseßlich. tzabe er erfahren, daß ihn seine Frau betrüge. Die Schwiegermutter des Angeklagten, Frau Suswm Kalasch, stellt« als Zeugin ihrer Tochter das beste Zeugnis . aus und erklärte, daß sie durch Schubert, der fast gar nichts verdiente, zur Bettlerin gemacht wurde. Die Bchaupt-ung des Angeklagten, daß seine Frau sehr große Ansprüche gemacht halbe, sei unwahr. Schubert habe - ihre Tochter schlecht behandelt .und sogar geschlagen. Ueber den Hergang der Movdtat bejvagt, gab die Zeugin an, daß sie -lr kritischen Zeit, als.das geschieden« Ehepaar allein im Zincmer war, im Nebenzimmer gestpickt habe. Di« beiden haben garrz ruhig miteinander gesprochen, plötzlich sei ein Schuß gefallen. Daraufhin sei sie ins Zimmer geeilt und wurde selbst durch einen Schuß verletzt. Der Verteidiger, Dr. Flandrak, hielt der Zeugin vor, sie ha>b« früher angegeben, daß drei Schüsse gefallen seien und daß di« Eheleute vorher gestritten haben. Frau Kalasch wurde heim weiteren Msvagen durch den Verteidiger schr erregt. Vert.: ,Hat der Angeklagte nicht schon vor der Tat Drohungen laut werden lassen?^ Zeugin: „Meine Tochter sagt« mir einen Monat vor der Tat, baß ihr Mann sich zu ihr geäußert Haber Es wird nicht karrg« dauern und wir werden alle drei (damit meinte er das Kind) wog sein." Ihre Tochter habe nur desroegen feine Anzeige erstattet, weil sie der Meinung war, daß Schubert zu «iner solchen Tat zu feig sei." Di« Schwägerleuts des Schubert in Ha-inse'ld bestraften, daß dem Schubert SchSvierigkeiten gemacht wurden, sein Kind zu be« suchen. Fräulein Ackermann, das bei den Eheleuten Schubert gewohnt hatte, sagt aus, daß der Mann mit der Frau schr grch gewesen sein soll. Die Zeugitr gab über Befragen des Verteidigers zu, aus eigener Beobachtung über die grobe Bchandlung nichts zu wissen. Das Urteil wird heute gefällt wevden.