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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-23 · Heft 2603 (23.5.1926) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2603 (23.5.1926)
Date
1926-05-23
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Ät. 2608 Wkn, ScmMg- Mlener MoeaenMlms N-. -M, m Zeit« 9 Steuerreformerr, die auf dem Prinzips des Aufsangens des mobile« Kapitals beruhten, hoben nicht, nur die Individualwirtschaft stark geschädigt, sondern auch die Produktivität der Gefamtwirtschast stark vermindert. Durch Steuern allein läßt stich aus die Dauer dl« Sanierung »er Finanz nicht durchflihren, »ach dazu, wenn ste mit einem ungleichen und ungerechten Druck verbunden ist. Das sehen die ausländischen Wirtschaftskreise ein und daraus ist es auch in erster Reihe zurückzuführen, daß das ausländische Kapital in den letzten Jahren in seiner Agilität in der polnischen Privatwirtschaft erheblich nachgelassen hat. Polen verfügt über eine Unmasse ReichtÜmer. Es hat weder vor dem Kriege die notwendigen Kapitalien besessen,' noch kann das Land, in welchem sich während vier Jahren ununterbrochen sämtliche Kriegsereignisse von beispielloser Vehemenz abspielten, wo der Bcken durch Schützengräben förmlich durchfurcht und die Jndustrieetablissemettts zerschössen und vernichtet wurden, der Handel unterbunden und die Agrarierschaft geschädigt wurde, solche Kapitalien ausbringen, die zur Ausnützung der gewaltigen Schätze Polens notwerwig sind. Nur eine intensive Betatigunng des ausländischen Kapitals kann hier Hilfe bringen. Dieses aber wirdnur dann seine Betätigung wieder aufnehmen, wenn es der Ueberzeugung ist, daß die Verhältnisse vollkommen konsolidiert sind. Es sei hier nicht an die großen Petroleumkonzerne gedacht, die'die polnische P'etrökeumindUstrie nur. deswegen in ihre Machtsphäre bringen wollen, um sie.. ihren Trustbestrebungen unterzuordnen und eventuell einen Teil der polnischen Petrolenmunternehmungen lahm zu legen. Es soll auch nicht an die Auspowerung der großen polnischen Wälder durch englisches Kapital gedacht werden, wo das Rohholz ausgeführt wird und , die polnische Holzindustrie keine Gelegenheit zur Betätigung findet. Das ausländische Kapital, dessen Betätigung fruchtbringend wirken kann, muß in erster Reihe sein Schwergewicht auf die Beteiligung an der Rohproduktion und der verarbeitenden Produktion legen. Dies wird es auch tun, wenn nicht ein allzu', großer Steuerdruck und ungerechte Verwaltungsschikanen' jede Entfaltung hemmen werden. V. Der Welthandel steht vorläufig mit einer gewissen Skepsis auf'die Entwicklung in Polen. Die Krise des letzten Jahres mit der Unzahl von" Zusammenbrüchen haben das Ansehen der polnischen Kreditnehmer geschädigt. Dazu kam her Wirtschaftskrieg, die Behinderung der Einfuhr hur^b. mannigfache, >.dem, Devisenschutz dienende Verbote und die kleinlichem Geiste zeigende D ev.i seuschützpolitik. Diese Maßnahnlen, haben, nur zur Umgehung aller Verbote geführt. Die neue Regierung muß in dieser Hinsicht, ebenfalls Wandel, schaffen. Es wird, eine Verschärfung der. KothkurSbestimmunge« gefordert, aber auch, der, Ballast der Devisenvorschriften muß' einer' . dem modernen Verkehr, angepaßten Devisenpolitik, weicheü. Ob der neue Handels- und Finanzminister dieftn Aufgaben gewachsen sein wird, läßt sich vorläufig noch nicht sagen, da die Programmatischen Erklärungen in. dieser Hinsicht fehlen. Es sind noch eine ganze Reihe anderer Maßnahmen zu treffen, um das ausländische Kapital für Polen zu gewinnen und. das Interesse der Weltwirtschaft wieder zu erlangen. Eines ist sicher, die Weltwirtschaft kaim sich mit revolutionären Maßnahmen nicht befreunden. Je weniger revolufto-: uär die Einführung der treuen Regierung i« Polen sein wird, um so rascher wich die Weltwirtschaft Polen wieder aufnehmen können. Dies Müssen sich alle diejenigen vor Augen halten, die jetzt im Begriffe sind, Mens Wirtschaft ne« z« regeln und zu.normalisieren. Ein Zusatzabkommen rnm deutsch-Ssterrelchischen Wirtschaftrabkommen. Wettere gegenseitige Zollerleichterungen. Berlin, 22. Mm. .heute wurde ein Zusatzvertrag zum geltenden' deutsch - österreichischen Wirtschaftsabk o mmen in Berlin unterzeichnet. Er umfaßt zolltarifarische Zugeständnisse, die in den bestehenden Abmachungen nicht enthalten waren, sowie bei einzelnen Positionen Aenderungen der bisherigen Vertragssätze. Bon deutscher Seite werden Ermäßigungen zugestandon für Gurken in der Zeit vom Iß. April bis 16 September 5 (8), Pferde, geschlachtete Masthühner 20 (80), für Oberkteider aus wollenen Wirkstoffen mit Aufputz 300 (1060), für Lederkleider 660 (760), Taschnerwaren, aus! Leder mit Beschlägen aus Edelmetallen 260 (360), Blattmetall! 46 (90) Mark. Außerdem wurde vereinbart,, die Bindung des Satzes für Sägewaren mit einer Mark sowie die Erhöhung I des zollbegünstigten Kontingents für Baumwollgarne ' von J 15.000 auf 25.000 Dutzend. Bei Edelstahl wurde der Satz für geschmiedete Stäbe von 6 auf 2,60 Mark ermäßige. , Von österreichischer Seite wurden ermäßigte Sätze zugestanden insbesondere für marinierte Heringe 40 (bisher 60), Handschuhe 280 (320), Wunschkarten 40 (60), Taschnerwaren 90 (110), 140 (160), 215 (230), 300 (400), 400 (600), für Holzbearbeitungsmaschinen 22 (24), 26 (28), 35 (38), Elektrizitätsregistrierapparate 160 (200), Christbaumschmuck aus Glas 24 (36), Blechspielwaren 56 (68) Goldkronen. Lduna-Salpeter frei (1). In den bisherigen Vertragssätzen zum österreichischen Tarif ergeben sich u. a. bei nachbenannten Waren Aenderungen: Strümpfe unter einem Kilogramm 350 (286), Kokosteppiche 45 (36), Scheren 200, 280 «200), Salzsäure 1,8 (1,2), Kaliumnitrat 10 (8), Aluminiumsülfat 5/5 (4,‘5). Die bisherigen Tarifvereinbarungen bei baumwollenen und wollenen Möbelstoffen, nicht besonders benannten baumwollenen Wirkwaren und Blattklingen entfallen. Bei Baumwollgeweben bezieht sich die Bindung der Sätze von 100, 20Y und 186 Plus 6 Prozent vom Werte auf Gewebe mit einfacher Baumwollkette. Ae Stützungsaktion «Sr den tamzöstschen Staut»«. HonffenrKge Steigerungen. ,—, Die Fvankenkoettermiue völlig eingezwickt. . . > Nach. lanMvierigen Vecharchlungen ist es der fvanzüsischen Regierung gelungen, die Bank von Frankreich für die Stützungsaktion zu gewinnen. Der Präsident des französischen. Noteninstituts, Robineaü, verweigert^ der Regierung das. Recht, über die GÄdroserven der Bank zu verfügen. Er war der Ansicht, daßder, Kredit des Noten Instituts darunter schwer leiden wüiche. Erst nach langen Bemühungen hat' Robineau eingelenkt. Die' Meldung über das. Zustandekommen eines Interventionspaktes zwischen der Rogiemng und der Bank von Frankreich genügte, um haüsseartige' Steigerungen der Frankendevisen, .äuszulösM.' Die ' Kontermine' zögerte bis zum .letzten, Augenblick, Deckungen Vovzunshmen; die Umsätze waren' dementsprechend nicht sehr groß. Gestew wurden nunmehr umfangreiche Deckungskäuse getätigt,.besonders aus den amerikanischen Devisenmärkten. In, Zürich echöhte-.sich die Devise Paris von 16.77 aus 16.96. Die Devise Brüssel setzte ebenfalls ihre Aufwärtsbewtzgpng fort; sie flieg von.16.76 ans 17.10. . Etwas . schwächer lag,die jäwlienische Ljrg. .Mailand senkte sich von 20.37 auf' 19L0. Die Kursänderungen der übrigen Deviissn waren. minimÄ. In Men war das Geschäft wegen des Bankfetiertages schr'gering. ' ' Die Firma La-« mit der Stützung betraut. ' Parts-, 2L. Mai. Me inBankkreiisenverlautet, ist das prwate Bankinstitut, 'das-' mit der StütznngsaMon betratet' ^wurde, die Firma Läzar. Diches Banksnstitut genießt für die' . Stützungsoperationen 'di« Ga ravtie der B ank von Frankreich. ' ." ERÖ F F NUN (SS AN Z EI G £ . Beehre mich dem P; T.Publikum bekahritzugeben, daß ich in (Oberösterreichl ein orthodoxes Restaurant nebst re n si o n eröffnet'habe. Schöne Zimmer, .schaltiger Garten, vorzügliche Küche, zivile Preise. Unter persönlicher Leitung des' Restaurateurs S'. Mayersohn, 2. Bezirk, Taborstraße 24a. Telephon 47-6t60. in Bad Hall: Kirchengasse 15, Teiephnn 59... Die Agrarzölle in der Tschechoslowakei. Ans Prag, 22. d., wird uns gemeldet: Der gestrige Ministerrat hat sich mit den Agrarzöllen. beschäftigt. Es. sei noch ungewiß, ob alle Schwierigkeiten überwunden seien, da noch nicht feststeht, ob die Regelung im Wege eines Gesetzes oder einer Verordnung er-! folgen'werde.! .!' . .. . Der österreichische Handelsminister erklärt neue Jndnstritzgründungen für gefährlich: Bundesminister Dr. S ch ü r f f. besprach, in einer Versammlung die von mehreren Seiten ge-' stellte Forderung',, die wirtschaftliche Krise Oesterreichs. durch ' Errichtung' neuer, in Oesterreich noch nicht vorhandener Industrien zu. fördern. Nach seiner Erklärung ergab sich für die; Regierung schon durch den .Umstand, daß sie zur Schaffung; neuer Industriell die hiezu notwendigen großen Geldmittel! nicht besitzt, eine ablehnende Entscheidung» welche noch dadurch' j ihre besondere Begründung erfuhr, daß sich für derartige in-! dustrielle. Neügründungen nicht nur besondere Schwierigkeiten UQYD TRIESTINO / TRUST Direkte Lin in Triest Rituelle Verpflegung Reduzierte Preise Expresslinie nach ÄPgypien, Konstantinopel, Indien Postlinien nach den Schtuarzen-Meer-Häfen, Syrien und dem fernen Osten iflananLABaiiiuri Wien. I.. KSrttftiterrlita 6 bei den Hckndelsvertragsverhaudlnngen hinsichtlich des Schutzes der alten lebensfähigen österreichischen Industrien ergaben, sondern daß auch in parlamentarischen Kreisen. gelegentlich der Beratungen des Zolltarifs und der Handelsverträge ausdrücklich ein solches. Experiment als gefährlich bezeichnet! wurde. ... . Kammetsitzung der Wiener Produktenbörse. Am Mittwoch deü 26! d. findet an der Wiener Produktenbörse eine Kammersitzung mit folgender Tagesordnung 'statt: Ergänzende' Kon? stituieruNg des Präsidiums der Börsenkammer; Mitteilungen des Präsidiums; Bericht -des Wirtschaftsausschusses; Bericht des Eintrittsüberwachungsausschusses über die Erledigung von; Kartenansuchen; Erledigung von Einsprüchen gegen Beschlüsse i des Eintritisüberwachungsausschüsses, womit Ansuchen von ' Kartenbewerbern abschlägig beschieden wurden; Erledigung! eines Einspruches gegen ein Erkenntnis des Disziplinaraus-^; schusses. ' . ,! Insolvenzen. Mangels Deckung der Kosten wurde das; über Benedikt A r n h e i m eroffnete Konkursverfahren aufgehoben,' — Das Konkürsverfahren. wurde eröffnet über Beck, u. S ü ß t u n k, Strickwarenerzeugung, 18. Bez., Rudolfinett gasie 8; über Leopold Toi fl, Lederhändler, 18. Bez., Gym- . nafiumsftaßä 16, und über die Berlasienschaft nach Dr. 'Ruperk! Huber, Notar, 9. Bez., Lüsttvndlgafle 12. i'Däs Ausgleichs-. ' verfahre»'wurde.eröffnst über 8ie Brüder Fränkl^, Herrenmodegeschäst, 8. Bez., Josefstädterstraße 64; über Franziska G r ü n b e r.g, ' 18. Bez., Wilhelminengasse 12; über Albert l LiebMa'n», 2. Bez!, Draterstraße,.41; über' SiegMÜnd! Sarkany,, 4! Bez.,' Leiiöenfröstgafse ^; über Guido Man- 's cher;'Privater, 13, Bez./ Kinzerstraße'^b,.^!und . ,über^ Emik ' Hadn, Kohlenhändler,',6- BeZ.,. Schönbrunnerstraße 16.! Dividenden . tschechoslowakischer > Unternehmungen. Aus - Pxag, 22. d., wird uns gemeldotr Der Verwaltungsrat'der . Böhmischen Kommerzt alb ank hat di^ Ausschüttung i einer Dividende von 10 K. (gegen das Vorjahr unverändert) beschlossen. Der Reingewinn büträgt 7,5 Millionen Kronen. Die Generalversammlung der S k o d a w e r k'e hat: die Verteilung einer Dividende von 44 K. bei einem Reingewinn dort 34,850.000 K. genehmigt. Der Verwaltungsrat der Ring- -hofferwerke wird Heuer eine Dividende von 48 K, gegen M K. im Vorjahre verteilen. . - - ' Aufhebung.> der Einfuhrverbote und Festsetzung . neuer \ Einfuhrzölle in Bulgarien. Die bulgarischen Einfuhrverbote, ' deren Außerkraftsetzung bereits seit Monaten beabsichtigt'war, sind nun'mehr am 13. b. vollständig aufgehoben worden. ^Gleichzeitig ist düs Gesetz über die Festsetzung, neuer Einfuhr-! zölle mit Rückwirkung ab 24. Marz d. I. in Kraft getreten. ' Diese neuen Zölle wurden von den Zollämtern auf Grund /eines Ministerratsbeschlufses schon seit 23.. März in Form Zeines Zolldepots eingehoben!.Da die Sobranje verschiedene ^Aenderungen ay den im.Gesetzentwurf enthaltenen Zollsätzen .vorgenommen hat, werden diose< - Zolldepots ,nunmehr endgültig ab 24. März abgerechnet. i Mrtschaftsimchrichten aus Rumänien. Vom rumänkschens M i n i ste r r a t wurdedie- Prolongierung des zwischen der Gsntzraüiirektion der Eisenbahnen und der Aktiengesellschaft , Evsenwerke R-eschitza abgeschlossenen Abkommens - bis zum 1. April 1933 genehmigt. Der rumänische Avbertsm-inister Dr. T r g n c«- I ass y hat' in Awwendung' des' Gesetzes zur! BaMnsördevunig beschlössen,' alle srnantziellen Institutionen und ■ EWsellschasten da>zu' zu verpflichten, 'emdn Fonds von 25 Prozents j ihres Reingewinnes zum Bau der für die Angestellten dieser. . Institutionen und Gesellschaften. notwendigen Wohnungen M! bestimmen. r JEDERMANN soll bei dar 15. osterreicliisctien Klassenlotterie i Bestellen Nn daher ■ auch Klassenlose vom Ziehung am 22. und 24. Juni 193H Prämie: 500.000 Schilling t# Wien, I.; Stepbansplatz 11 ( Preise der Lose; Vj S Vs S 16.—, V4 S 8.—, V« 8 4.— «»upftrskkGr i 250.000 Schilling Bel der 13. Isierreldhlteheii KlaeeeelotteHe wurdep so.wohl die ersten: Haupttreffer dar II., III., IV. Kleet^ ela «liehder grUBte Heupttreffer der V. Ktaase im Botrage yon 200,000 Schilling und die Prümio im Betrage yon 300.000 Schilling ihi^ W»lhVMflsr4.o».«» .gayofwiew* , ■ ■ : IBBMBBBBBeaBBBeBBM

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