Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2602 (22.5.1926)
- Date
- 1926-05-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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' Sk. 2602 Wien, Samstag Wiener Morgenzeituttg Wien, 22. Mai. * Das Wetter. Die kühle Witterung hat auch gestern att- §ehalten. Die Voraussage meldet: Bewölkung, unsicher, im Süden und Westen wahrscheinlich ziemlich heiter. * Selbstmord des vermißten Studenten Kahn? Wie berichtet, wird seit dem 18. d. der 21jährige Hörer der Ssaatswiffenschaften Julius Kahn aus Windau in Lettland, in der Gabelsbergergasse 5 wohnhaft, vermißt. Er wurde noch «am Abend auf dem Franz-Josefs-Kai gesehen. Nunmehr wird gemeldet, daß auf der Brrgittabrücke der Reisepaß und die Brieftasche des Vermißten gefunden wurden. Die Brieftasche enthält zwei Abschiedsbriefe, in denen Kahn von seineü materiellen Schwierigkeiten und der Absicht spricht, den Tod in der Donau zu suchen. * Das tödliche Bügeleisen. Die 27jährige Köchin Berta Stummer wurde an ihrem Dienstorte, 9. Bez., Alchan- Platz 2, von ihrem Dienstgeber tu der mit Leuchtgas erfüllten Küche leblos auf einem Sessel sitzend aufgefnnden. Sie hatte ein Gasbügeleisen benützt und scheint mit ihm unachtsam manipuliert zu haben. * Stromstörung in Wien. Gestern gegen viertel 6 Uhr nachmittags cntftanb im Simmeringer Elektrizitätswerk eine Störung, durch die das Straßenbahn- und Stadtbahnnetz stromlos wurde Durch Umschaltung konnte die Störung bereits nach 16 Minuten teilweise behoben werden. Nach 60 Minuten war die Störung vollkommen behoben. * Eine Aktion der Konsumentenvertreter der Wiener Preisprüfungsstelle. Die jüngsten Preiserhöhungen mehrerer lebenswichtiger Bedarfgegenstande, die Nichtherabsetzuna der Fleischprerse im Detailhandel trotz Sinkens der Biehvreise hat die Kouslinlentenvertreter der Preisprüfungsstelle für Wreii und Niederösterreich veranlaßt, zu einer gemeinsamen Aussprache über diese Wirtschastsverhältnisse zusammenzutreten. Hiebei haben die Konsumentenvertreter beschlossen, in engerer steter Fühlung zu verbleiben und mit Unterstützung der Mittelstandsorganisationen und der Presse dahin zu wirken, daß das Preistreibereigesetz, dessen Fortbestand von den Konsumenten bis auf weiteres noch als unbedingt notwendig erachtet wird, gegen Ausbeutung in bezug auf lebenswichtige .Bedarfsartikel, vorzüglich beim Ratenhanvel und bei Unternehmerleistnngen, ernstlich gehaudhabt wird. * 6. Internationale Hundeausstellung in St. Marx. Die einzige in Wien heuer stattfindende internationale Hundeausstellung findet Sonntag den 23. d. hei jeder Witterung iit den gedeckten Hallen der Kontumäzanlagen in St. Marx statt. * Für die Opfer des Nikolsburger Brandes. Montag den 17. d. fand in den Sälen „zum weißen Engel" eine Wohltätigkeitsveranstaltung für die von der Nikolsburger Brandkatastrophe Betroffenen statt. Bei diesem sehr stark besuchten Abend waren auch der Geschäftsführer der tschechischen Gesandtschaft,. Herr Legationsrat Dr. Pacak, Generalkonsul Herr Dr. Starch mct Herren der Gesandtschaft und des Generalkonsulats erschienen. Der Abend wurde durch einen Prolog eingeleitet, verfaßt von Heinrich Glücks mann, gesprochen von Burgschauspielerin Lotte Medelsky. Es folgten Ansprachen der Herren Professor Dr. Wolfgang Pauker vom Stift Klosterueubprg und Rabbiner T)r. Feuchtwang sowie zahlreiche Vorträge erster1 Künstler, die sich uneigennützig nt den Dienst der Sache gestellt hatten. Ilm das Zustandekommen des Abends hatten sich die Obmänner der veranstaltenden Vereine, Herr Finanzrat Dr. Emil Eisler und Herr Regiexungsrat R a d d a, besonders verdient gemacht. Der Reinertrag Wurde leider durch die großen Abgaben an die Gemeinde Wien stark gekürzt. * Ein zionistischer Abend in Leoben. Am 18. be sprach im Rahmen eines von der zionistischen Ortsgruppe veranstalteten Diskussionsabends Herr Alfred Weißhut aus Wien über zionisti; che Fragen. Der Redner vertrat temperamentvoll das ztonistische Programm und schilderte in leicht faßlicher Form den Werdegang des Ziottisntus,' kritisierte das Affimilationsjudentum und betonte, daß die Lösung der JudeiJrage auf zionistischer Basis die seelische und als Folge davon die physische Befreiung eines jeden einzelnen Juden bedeute'. Die zahlreiche Zuhörerschaft lohnte' durch starken Beifall die äußerst sachlich gehaltenen Ausführungen des Redners. An den Bortrag schloß sich eine angeregte Diskussion. * Ein hebräischer Kultnrabend in Kosice. Man schreibt uns ans Kosice (Äaschau): In der letzten Zeit hat die zionistische Bewegung in unserer Stadt einen lebhaften'Aufschwung genommen, nicht zuletzt durch die Stärkung unserer Jugendbewegung. Der hiesige jüdische Kultur verein hat vor drei Monaten einen Absolventen des Wiener hebräischen Pädagogiums als Lehrer bestellt. An dep Lehrkursen beteiliget: sich letzt mehr als 100 Schüler. Am 13. d. fand ein sehr erfolgreicher mti> eindrucksvoller Kultnrabend statt) um welchen sich Herr Lehrer Fränkel sowie die Schomrim besonders verdient, gemacht haben. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aufführung eines Hirtenspieles in hebräischer Sprache sowie oie Festrede des Herrn Dr. Fe röste in. * Zionisten in Karlsbad. Die Karlsbader Zionist i > ch e O r g a u 11 a t ■ u u Ijiiir ihre Besprechungen jeden D o u ti c x & t a fl um 8 Uhr abends im Hotel G l a > laue r. Parkstraße, ab Auskünfte erteilt Dr. med. Walter K o h u c r. Karlsbad. Haus Mva. * „Der Geist Gottes." Wir erhaltet: von Herrn Hillel Bad i an folgende Zuschrift: „Sehr geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie mir, als Beitrag zti dem in Ihrem geschätzten Blatte vom 20. d. unter obiger Ueberschrist behandelt fn Thema und zttr Bekräftigung der Ansicht des Herrn Dr. B e rk o w i e z bezüglich der traditionellen Deutung des ,,W'rn-ach elohim merachefeth" folgendes zu bemerken: Es dürfte den Herrn Dr. Berkowicz sowie manchen Ihrer Leser interessieren, daß tiiKl) vor Grätz und Bernstein iem Geringerer als der allseits anerkannte und hochverehrte, auf dem Gebiet her Bibclbcutmtg vielleicht am meisten maßgebende Gelehrte, der „Wilttaer Gavn", in dem in seinem Nachlaß —- leider mir als Fragrnent — gefundenen „Drkduk u perusch al bä thora" das „W'ru-ach elohinr merachefeth" „ein starker Wiuv (k'nto harre el) „blies, um das Wasser auszntrocknen" (noschaw l'jybesch ha'majim), deutete. Austritte ous dem Sudeutum. Deutsch Alexander, geb. 4- Novetnber 1888, Wien, ugenieur. 1. Bez., Ljuaeck 7. PiSzek Hilda, gab. 18. Okber 1902, Dürnkrut, Mehlhändlerin, 9. Bez., Canisiusgasse Sd. nitto r Haus. geb. 11. Mai 1906, Wien. 2. Bet., Große iolttengasse 19. K l e i n Gottlieb. geb. 3 Mai 1870, Lieben, Bez, Berch oldaasse 19. K o h n Weda. geh. 18. April 1K98. türzzltschlag. 17. Be»., Palfitzgaffe ib. K o l i I ch Berta, geb. I Llugust 1880, Nikolsburg, 9. Bez Georg-Sigl-Gasse 13. a j t a n a Bodo. geb. 27. Auflust 1902. Älamöc, iS. Bez . iever'nfletstraße 196. Beer Anna ErNeMne, geb. 19. März 121. Baden. 18. Be«.. Hadtkpasse 118. G n t tma n n Martha, ch. 20. Dezember 1898, München. 16. Bez.. Htetziuyer Harwtcaße 124. G jj ibatitbev Samuel, geb. 27. Dezember 190;, lli'don, 20. Bez., Kincktiaasse 6. K o l t s ch Julius, geb. 28, No« :mber 1860, Wien. Oberinspektor. 1. Bez., Fischerstiege 10. Anlässlich der Verlobung unserer Schwester SARA n.» H<rm JOSEF ENGELMANN wünschen wir herzlichsten 310 ‘Jtö j. und M. SINGER. ERÖFFNUNGSANZEIGE Beehre mich dem P.T.Publikum bekanntzugeben, daß ich in IlilliilllllllljllllllllllllllllllillllllflllllllllllllllllllilllllkllllllllllUlllllllllllllllllIHlllllillllllllllllllllllUllllllllllltllllllJUl *(pberösterreichi ein orthodoxes "W3 Restaurant nabst Pension eröffnet habe. Schöne Zimmer, schattiger Garten, vorzügliche Küche, zivile Preise. Unter persönlicher Leitung des Restaurateurs 8. Mayersehn, 2. Bezirk, Taborstraße 24 a Telephon 47-6-60. in Bad Hall: Kirchangasss 15, Telephon 59. HOTEL CENTRAL WjeBi 81. TatooB'BftA’anse Sa Stadtzentrum » 150 neu eingerichtete Ammei? Zentralheizung, kalt- und warraflicssendes Wasser, Telephone, Lift, CafC-Restaurant * Preise von S 5 — aufw., t aufleute 10% _ _ Rabatt. »«5 Kunst, Bühne. Buch. „Duell am Lido." Burgtheater. Diese Komödie von Hans I. Rehfisch ist mit einem Plappermaul ansgestyttet, das selbst eine Abiturientin der SOvarzwald-Schulen zuschanden spräche. Bnddah und Erotik, Börsenkunst und Seelenanfschwung, Weltpolitik und Shimmy, Europa und die gelbe Gefahr, Sinn des Lebens, Sinn der Liebe, Sinn des Verzichts, Rausch und Aszese — alles wird beschwätzt, bedeutsam hin- und hergewendet, alle Akteure schwitzen Geist, erbrechen Gefühle, daß Gott erbarm. Wenn man erwägt, wie diese Halle eines Lido-Hotels ein Schnitzler oder Molnar bevölkert hätte, wie jeder der beiden das Rittgen zweier Männer um ein Weib geformt, den Ausgleich — gemeinsame Flucht der beiden Liebhaber vor der Gesiebten in . das Äbenteuer — pointiert hätten, wenn inan etwa an Schnitzlers „Komödie der Verführung" oder an Molnars „Riviera" denkt (gegen beide Komödien läßt sich doch vieles einwenden), dann erfaßt man erst den ganzen Jammer: Berliner Technismns. Anfangs lenkt noch von diesem anmutlosen, unmusikalischen Dnrcheinandcrschwirren der Stimmen das ruhigere, vornehmere Gehaben eines Dandy, ab, der — japanisches Halbblut — sich doch merklich von dieser Lido-Gesellschaft abhebt, die nicht nur deshalb unangenehm ist, weil es der Autor so haben will, sondern mehr noch (Verzeihung!) dadurch, daß sie seinen Dialog spricht. Darm gleicht sich aber der exotische Dandy rasch den übrigen Figuxett an und m<m legt ihn zu den anderen. Dramatische Gewitztheit, Eignung zu lebhafter Szenenführnng ist zu bemerken, aber das ganze Opus ist für den noch immer vorhandenen Wiener Geschmack nicht zu ertragen. Man har es auch schließlich abgelehnt. Die Aufmachung des Bnrgtheaters ist glanzvoll. Hans Ära hm, der Regisseur, läßt fleißig Jazzband spielen, schüttet Kaskaden tanzender, girrender Masken über die Hotelfreitreppc, mit Beleuchtungskörpern und Toiletten ist nicht gespart, tm Hintergrund sieht man den Strand, die neuesten Bcckekpstüme und das Meer, vom Schirokko zerwühlt. Willkommene Äblenknttg. Die Künstler sind um die Puppen, deren Mechanismus auf Wortschwall gestellt ist, gar sehr bemüht. Herr Aslan trägt Asien im Busen, Herr Marr ist ein windiger Kraftkerl, Herr Danegger ein famoser Vertreter der Kommerzwelt jüngsten Reichtums. Frl. W a g e n er schwebt zaghaften Schrittes durch das Stück, sehr bekümmert darum, was sie eigentlich mit ihrem wesenlosen Part anfangen soll, und S e i d l e r, die kerngesunde, witzige, muß ein kernsaules, schwüles männersüchtiges Schiebertöchterl mitnett. Das trifft sie nicht und rettet sich ergötzlich ins Parodistische. Piel Arbeit hat das buntschillernde Treiben im Bellevue-Palace-Hotel am Lido verursacht, zum Schluß gabs noch eine reißerische Szene der Spannung, wie sie nur selten gelingt. Vergebliche Mühe. Dieses Stück mußte in Wien abfallen. Otto A b e l e s. ßchweden« Mikche Mier. In der Ausstellung schwedischer Kunst zu Berlin. Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns: In der Ansstellnttg moderner schwedischer Kunst, die hier großen Anklyng findet, sind, wie von uns schon kurz erwähnt, auch Werke von drei jüdischen Künstlern Schwedens ausgestellt: der Maler Ernst Josephson, Isaak Grünewald und Karl I s a k s o n. Grüne Wald nahm einen ungewöhnlich raschen Aufstieg lind gehört heute zu den größte» bildenden Künstlern Schwedens. Ernst Josephson hingegen, der vor 20 Jahre» starb, nachdem er fast 20 Jahre in geistiger Umnachtung vegetiert^ hatte, kann als einer dex Begründer der netten Knust in Schweden angesprochen werden. Sohn einer bekannten schwedisch-jüdischen Familie, wurde er zum Kauftnattn ausgebildet, wandte sich »her bald der Malerei zu, bereiste alle Kunftzentren Europas und lebte damr in Paris. W ist bezeichnend, daß seine bestott Bilder Porträts schwedischer Jüdinnen si»d. Als ein Meisterwerk wird insbesondere das orientalische Antlitz der Frau Jeanttotto Rubensotr anerkannt und das Bildnis seiner Mutter, ein schlichtes jüdisches Ma- 22. Mai 1986 SM t tronenantlih. Bezeichnend auch, daß er stch im reffen alter in die Kabbala vertiefte. Ein von der KidtstlerjuMd vergötterter Idealist, hatte er just in de« Zeiten seiner Kiustlerischen Reife mit Nahrungssor-gen zu kämpfen. Seine geschwächten Nerven wurden schließlich krank und just in der Zeit, als man erkannte, daß er Schwedens größter Maler sei, mußte man ihn in das Irrenhaus bvmgen. Seine Schöpfungen sind jetzt in der Berliner Ausstellung Schwedens bewundert. Aus de« Lheattru. Burgtheater. Morgen, */,8 Uhr abends, »Zull « < C ä i a r*. Akademtetheater. Morgen, */,8 Uhr abends, „Jugendfreunde". üpetntfteatet. Morgen. 7 Uhr. „Lohen fl 11 «\ Bolksover. Margen und Montag »Dar Dreim L d e r l h a u s". Bürgertheater. .Heute, 7*8 Uhr abends, Erstaufführung der Novität „Donauwetbchen' („&n der schöne«, blauen D o « a u") von Leopold K r e n und Karl Lindau, GenmgSlexte von Karl FarkaS, Musik von Dr. Egon N e u m a n n. _ 125 Jahre Theater an der Men. Am 13. Juni feiert das Theater an der Wien seinen 125jährigen Bestand. Aus diesem Anlaß findet als Vorfeier am 12. Juni abends eine Festvorstelluug der Operette „Die Zirknsprinz e ss i n", Sonntag den 13. Juni, 2 Uhr nachmittags, eine Fest-Matinee, statt, deren Reingewinn dem Wilhelm Karczag-Gcdächtnisfonds zufließt. Brreiue, Vortrüge und Bersammiunsen. Z i o n i st i t ch e Jugend gruppe Leopold« ft'abt. Morgen Tagesausflug: Greifenstetn-Hagenbachklamm. Treffpunkt: l/48 Uhr f üh, Stadtbahnstatton Schottenring. — Zionistische K u l t ur g r u p pe XX, Karl-Meißl-Stroße 5/1. Heute, 7 Ubr abends, Distussionsabend. Morgen Sonntag. 8 Uhr Wh Ausflug nach Nodaun Wivrer Ch. Silbetbusch. 7,2 Uhr Ausflug nach Nnßdorf. Führer Cb. Langberg. Montag, 7,2 Uhr, Ausflug nach Hütteldorf. Von Mitgliedern eingeführte Gäste willwmmen. — M a i m o n i d e s -Institut. Hetzgaffe 40. Heute, 4 bis b Uhr, Dr. N. G o l d st e i n : M-dra'ch rahba. — MisrachiJugendbundWien Die Semmeringfahrt am 23. d. findet mur dann statt, wenn die Tetlnehmerzahl 80 erreicht hat. Heute, 9 Uhr abend«, Viersammlung aller Teilnehmer und Bekanntgabe der Reise. Wer nicht erscheint, fan» nicht mtt-- iahren. Jngendl che bt« 20 Jahren 50°/, Ermäßigung. (Tourretöur 7 S.) Gäste willkommen. Zionrstiische Sektion Zwischenbvücken. Aus Anlaß des dreijäp tilgen Bestandes sinder Montag oen 24. d. um 8 Uhr abends in Moiers Gasthaus, 20. Bez., Dresdnerstraße bl, eine Gründung i« s e t e r statt, bei welcher u. a. mitwirke« : Herr Oberkantor laij u l i e S, Herr Samuel S ch w a g e.r, Herr Jungwirth iRegtffenr der Jüdischen Volksbühne), und Frau Laura G -l ü ck s m a n -n ^Jüdische Volksbühne). Karten sind an -er Abendkasse, bei den Atttgliedern und im Vereinslokal zu haben. . SchaloM-Alejchem-Gedenkab«ud. Die Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule fü- Welroandel veranstaltet heute um 7,9 Uhr abends in der Le>e- Md Redehalle jüdischer Hoch» schüler, 0. Bez.. Türkenstraße 9, eine S ch al o.m - A l e j ch e m- G e d e n k fe i e r^ bet welcher Löbl, T a « b >e s die Gedenkrede halten wird, Außerdem-wird Oberkantor Herr Gerso« M a r gnlj.es jüdische Voikslieder zum Vortmg bringen. Aus den Werken Schglom Alejchems wird das in Wien weilende Mitglied der ' Wtlnaec Trupps Herr I. E h re nk r a n z.vqrlesen. Gäste herzlich wstlkömmen. - Kein Regiebeitrag - ' Elisabeth-Heim für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen. Der dem Heime angeschlossenen F r a-»u e ng e w e r, b e i ch » l e für Weißnähen und Kleihermachen wurd das O e t f e n t l t ch k e ' t 8 r e ch t perliehen - E . Schulnachricht. Schwa ch b eg ab te Kinder und. Jugendliche. Spezialinstttut E m in ger, 16. Dez.,. Schulgaffe O -(2—3). Radioprogrirmrn. Heute Samstag de« 22. Mai. 16 Uhr 15 Min.: Nachmittagskopzepi. — 17 ltbr ö0 Min.: Richard-Schaukal-Feier. (Richard Schaukal, geb. 27. Mai 1874.) Aus des Dichters Lebenswerk. Geivrochen von Anna Kajnz-Schrötter und Paul Horn. — 19 Uhr: Uebertragung aus der Wiener Staatsoper. Gattermoyers BSriengeschäste. Ans 'Gloggnitz wird uns berichtet: Bor dem hiesigen Bezirksgericht fand gestern ein poMscher Chvenbeleldigungsprozeß statt, zu dessen Durchführung die Behörden ein großes tzsenb..rrmevieanfgchot nach Gloggnitz boovdert hatten. Der Hakenkrcuzler Walter G a t t e r m a y e r hatte gegen den Priv-atböE ten Karl Janistyn eine EhretchaleildMngsrlage angestrengt, weil dieser in einer Versammlung sich geäußett haben soll, Gattermayer habe mit Bankiers m i t g e gau n e r t. Der Beklagte, vertreten yurch Dr. Oswald Nicht e r, schrllden * den Hergang folgendermaßen: Am 17. März dieses Jahres fach m Pa herb ach eine Versanrnrlung der Nationalsozialisten statt, in der ein gc/visser R e n t m e i st e r aus Klagensurt rchevierte. Der Redner griff die jüdischen Banken an und erklärte, alle Banken, deren Direktor ven und Verwaltungsräte seien Betrüger, Gauner und Dchiwindler. Nach ihm Me JamMn das Wort ergriffen uch die Ausführungen des Vorredners ironGert. Hierbei tat er hie Aeußeruttg,' wenn der Vorredner meine, daß alle Verwaltungsräte von Banken Schwindler urw Betrüger seien, damt habe aich sem Parteigenosse Gattenwyer m der ,Straher-Bank mitgegaunert. Das Wort „mitgegaunert" halbe sich einerseits iromsierend gegen die AnssA)rungen Reutyreisters gerichtet, atcheverseits habe es sich auf die politisch unehrliche Rolle Gattermayers bezogen, die chm, dem Angeklagten, als politis che Ga tt tte r e i erscheine. Gattermayer sei selbst int Bprwaltuugsrat einer jüdischen Bank gesessen und habe trotzdem auf das heftigste gegen das jüdische Bgtchpesen Wgezogen. Mr hieseu Sinn^ seiner Aeubk.rungpn trete er den Wahrheitsbeweis an. Dr, Oswald Richter hMtragtc die Pernchmntsg yon Bersamiitlungsteilnchnlern darüber, daß Janistyns Rede tatsächlich diesen Sinn und Inhalt hatte and bsantncvgte m Er-