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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-22 · Heft 2602 (22.5.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2602 (22.5.1926)
Date
1926-05-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Men, Samstag Wtener: Mornenze!L»tng SS. Mai 1926 Nr. 2602 $0£t gestellt, e«tfchieV sich die praktische Amerikanerin ohne Jaudern für den alten Millionär. Der abgewiesene Fußballer .gab de» Kampf nicht ans. Er schrieb dem Mädchen einen Brie' und bat sie zu einem letzten Rendezvous. Dieses Stelldichein hatte traurige Folgen für Francis Heenan. Als der Sportsmamr vernommen hatte, daß ihr Entschluß, den Millionär zu heilten, unabänderlich sei, goß er aus einer Phiole Vitriol in-S Gesicht des Mädchens. Bewnßtlos, mit vielen Brandwunden mußte ste ins Spital übergeführt werden, das sie erst zwei Monate später verlassen durfte. Der Sportsmann schrieb ihr inzwischen einen zweiten Brief, in dem er ihr weitere Racheakte androhte, wenn sie tatsächlich den . Millionär heirate. Alle diese Drohungen nützten nichts. Browning heiratete die Erwählte und sorgte dafür, daß der Sportsmann seine Absicht nicht in die Tat umsetzen konnte. Er engagierte zehn Boxer als Leibgarde, die die Eingänge der Villa zu hüten haben, wo das nngleiche Paar seine Flitterwochen verbringt. Die junge Frau, die sich anscheinend sehr rasch in die Rolle der Millionärsgattin gefunden hat, erhält täglich 1900 Dollar Taschengeld. Die Kunst, wie man diese Summe jeden Tag ansgeben kann, scheint sie bereits erlernt zu haben. Einem Interviewer gegenüber, der sie kürzlich ausgesucht hat, erklärte sie: „Heute ist der achte Tag meiner Ehe und ich habe rund 8000 Dollar ansgegeben." Und sie zeigte ihm stolz 'eine ganze Sammlung von Kolliers, Armbändern, Broschen und anderen Schmuckstücken. Ja» neue PrSstdiam der Hka». Ww uns aus New-Yor? berichtet wird, hat der DirÄtionsrat der jüdischen Einwandentngsgeftllschaft „Hachrwssas Orchim anv Immigrant and Society, Hias" in seiner letzten Sitzung den bisherigen Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten Abraham Herman zum Präsidenten und Josef Barondes zum Vizepräsidenten der Gesellschaft gewählt, nachdem Barondes die auf ihn entfallene Wahl abgelehnt Haide. Außerdem wurden Delegierte der einzelnen in der „Hias" vertretenen amerikanischen Staaten ins Präsidium berufen. Schatzmeister wurde Harry Fisch ei, Ghrenftkretär Joses E. Jvon. Das Zentrabbureau der „Hias" befindet sich im eigenen Gebäude der Gesellschaft. Hias-Building, 426, Lasayette-Street, Siew-Aork. 48 Lage gehangett. Der Rekord des Hungerkünstlers Fred Ellern. Der Hmrgerkünstler Fred Ellern wird heute um 9 Uhr abends aus eigenem.Antrieb, nachdem er 46 Tage und 6 Stunden gehungert und somit den Weltrekord geschlagen hat, sofern nicht Komplikationen seines gesundheitlichen Zustandes eintreteu, den Glaskasten verlassen. Der Gesundheitszustand Ellerns ist wohl sehr geschwächt, doch vermag Ellern sich selbstständig zu erheben und auch der Zustand seiner Nerven ist beirievigend. Er hat wchrend des Hungers 18 Kilogramm ab genommen und wird sich nach Verlassen des GlaskGens in spitalärtztliche Pflege begeben. Die Besucherzahl hat m den letzten zwei Tagen zugenommen und vorgestern die Zahl 1000 erreicht. ... Sie Ueberauermig de» Nordpol» i't e'ne Sensation ebenso wie das Angebot des Warenhauses Brüder Schiffmann. II Bez., T a b o r st r a ß e 48. Die Devise lautet r Allerbeste Qualität und allerniedrigste Preise. Nachstehend einige Beispiele aus der Preisliste: Taft fleure für Kleider iu allen Modefarben. pro Meter 3.50 S. Poveline, dovpeltbreit. alle Modefarben ...» „ 6.50 S. Creve de Chine, ooppeltbreit. alle Modefarben „ „ 6.50 S. Kleidervoile . . . .. , „ 0.85 S. Ia Seidensilke, gemustert für Futter . ... p „ 2.— S. Wollmarocain p. M.2.50 S., Seidenmarocain „ _ 2.90 S. Mode-DopvelstoreS. ..7.50 S. Dreiteilige MadraSvorhänge..9.50 S. Madrasstoff, 130 Zentimeter breit.pro Meter 1.95 S. Damast-Tischtücher mit Hobliaum, komplett ...... 6.50 S. dazu paffende A sour-Hohlsaum-Servtelten.0.85 S. Gestickte Damenwäschegarnitnren. Hemd und Hose . . . 3.— S. den Büngern von Spitz wivd man mit weit mehr Recht Protestantischen als jüdischen Einflüssen zujchreiben dürfen. Für uns aber ist diese von dem gewissenhaften Chronisten konstatierte Vorliebe der Spitzer Einwohner ein Fingerzeig in einer ganz anderen Richtung. Denn wenn heute in einer jüdischen Familie ein Kriabe zur Welt kommt, wird der hebräische Name meist nur als Shnagogenname geduldet und gerät in einen Winkel der Geburtsmatrikel in Vergessenheit. Heute gelten nur mchr ,Muvt" und ,Malter" als genügend mondän, während bis vor fünfzehn Jahren der Name „Max" noch sehr beliebt war. Wenn dieser Name jetzt nicht mehr geschätzt ist, so verdankt er dies mcht etwa dem Umstande, daß wir lebhafter daran dächten, wie Maximilians der Erste die Juden aus der Steiermark vertrieb und daß wir viel eher den Meir, den Leuchtenden, oder Menachem, den Tröster, brauchen, .der so ein Max in Wirklichkeit sein sollte, sondern nur dem allgemein verbreiteten Irrtum, daß die unjüdischen Namen Max und Moritz, Siegnmnd und Isidor Mische Namen seien. Ein Mädchen dagegen darf heut« schon gar nicht anders als Hertha, Ilse oder - Jugeborg heißen, als sollte schon damit gezeigt werden, daß wir uns nur in erborgtem Schein glücklich fühlen. Diese würdelose Sucht, anders zu scheinen als man ist, geht oft sogar so weit, daß biblische Namen durch andere biblische, aber fiir „weniger. jüdisch" gehaltene Nanren, Josua zum Beispiel durch Josef und Jehuda durch Johann ersetzt werden. Wie verächtlich ein solches Verstecken hinter anderen oder gar hinter sich selbst ist, sollten uns doch nicht erst di« biederen Bürger von Spitz lehren müssen, die die bibbrschen Namen wenigstens als gleichberechtigt ansahen, sondern alle Rabbiner ur.d Maitikolsi'chrer müßten ihren Einfluß im Dienste der jüdischen Ehre bei den Namengebungen geltend machen. Man würde uns zwar dann nicht minder hasse«, aber an Selbstachtung würden wir gewinnen. L. M os-es, , Re «tNgarisch-Mschen Stuventen ««» die gudSa. Von Chaim Gelber, Präses des Jüdischen HochfchulauSschusses. Der Budapester „Egyeulöseg" vom 18. d. beschäftigt sich nrit der zionistischen Gesinnung des Jüdischen Hochschulausschlisst?, der Exekutive des Gesamtverbandes jüdischer HochschUer Oesterreichs Juhaa. Sinngemäß soll die Vorgeschichte «dieses Konfliktes der Stellumzuahinc zu. diesem AttiM voransgeschtckl werden. Der Hilfsaktion der ungarisch-jüdischen Strchentenschaft ist eine unserer Lokalitäten am Zimmermannplah 8 zur Abhaltung ihrer Dienststunden emgeräumt worden. Die Judäa, die 26 Vereine und Verbindungen in sich schließt, hat nach ihren Staluten Verpflichtungen nur denjenigen Studenten gegenüber, die der Vereinigung angchören. Die Exekutive hat nun mit Rücksicht auf ihre Statuten und aus die allgemeine Wohnungsnot, die die Zuweisung eigener Lokalitäten an alle angeschlosseuen Vereine unmöglicht macht, ein Schreiben an die Hilfsaktion gerichtet, in welchem dieser nahrgelegt wurde, daß der Jüdische Hochschulausschuß nur in dem Falle geneigt sei, - ihr das Lokal zu belasten, wenn die Mitglieder dieser Hilfsaktion der allgemeinen Studentenorgansation Judiia beitreten würden. Unser Standpunkt entsprang nicht einer Statutenreiterei oder einer Bosheit unseren jüdischen Kollegen gegenüber, viel eher einem inneren Drange, unsere jüdischen Fremdlinge nicht nur als Gäste bei uns zu behandeln, sondern sie näher Zu uns als Brüder zu bringen, sie in Mische Gesellschaft zu bringen. Denn daß jüdischer Geist und Gesellschaft unseren Freunden aus Ungarn nottut, beweisen viele Tatsachen, wie zum Beispiel, daß ein großer Teil der ungarisch-jüdischen Studenten sich, zur ungarischen Nationalität bekennen, daß sie noch Freunde des Horthy-Numernselausns-Systems sind urtb daß sie unter der geistigen Führung von Menschen stehen, deren Rolle im gegenwärtigen Judentum längst ausgespielt ist. Nun stimmt das ungarische Astimilantenovgan eine Jerernlade an. Der Schreiber meint, daß die Studenten aus Ungarn vertrieben wurden, weil sie mcht als vollwertige Ungarn betrachtet werden, in Wien dagegen aus die Gasse ge-ivorstn werden, weil sie nicht Zionisten werden wollen. Die Jeremiade geht noch weiter in sogenannter Dichterischer" Form, wie sie ver Schreiber selber nennt und schließt mit einem Hymnus auf die biederen ungarischen Studenten, die tapfer ihre ungarische Gesinnung bewahren und dem Geiste, der sich Zionismus nennt, Widerstand leisten, wenn sie auch ihrer wirtschaftlichen Subventionen und sonstigen Vorteil« beraubt werden. Dazu soll gesagt sein, daß die Judäa ein allgemein-jüdischer Studentenverband ist, dem a l l« jüdischen Studenten, die sich zur jüdischen Nation bekennen, angehören könnest. Die Tatsache, daß die Leitung als Spiegelbild der gesamten Siudenienschast größtenteils aus Zionisten besteht, jbrht nicht allein bei uns da. Wir finden sie nach längerem oder kürzerem Kämpft hei allen allgemeinen jüdischen Organisationen und, wie es in der letzten Zeit deutlich: sichtbar ist, b-ei best jüdischen Kultusgenpmden ustv. Unwahr aber ist es, daß ■ wir unseren Frouirden aus Ungarn Subventionen nicht gewähren. Wir können es bezeugen, daß wir vielen jüdischen Kollegen aus Ungarn, Zionisten oder Njchtzion'isten, Unterstützungen haben angedeihen lassen und auch jetzt gewahren, tveil wir sie als Opfer des Numerusclausus-Systems wohl gut verstehen und ihnen ihre Studienzeit iu der Fremde erleichtern wollen. Was wir aber von ihnen noch wünschen, wäre, sich Vesten bewußt zu sein, daß sie Numerusclausus-Opfer sind und diesen Gedanken konsequent zu Ende denken. Wir Ivollen nicht nur, soilveit es in unserem Bereiche ist, der materiellen Not steuern, wir wollen auch von Seelennot befreien. Dies sei unseren Freunden aus Ungarn chrlich und brüderlich zur Verständigung gesagt. Große Shrrknge Vierden getrauen. Die Zeit ist noch gar nicht so lange her, als das Tragen von Ohrringen für barbarisch galt. Man empfand es als einen „Rückfall in primitive Instinkte", wenn sich die Frauen ihre Ohrläppchen durchbohren ließen, um dann monströse Gehänge herunterbaumeln zu lassen. Wer heute noch eine solche Anicht äußern wollte, würde für hoffnungslos altmodisch gelten. Ohrringe gchören heute in Paris zur großen Toileite, und die Damen begnügen sich nicht nur mit kleinen Ringen oder einzelnen Perlen, sondern sie tragen große Gehänge, an denen kostbare Juwelen baumeln. Dabei hängt es 'reilich von der Frisur ab, ob die Ohrringe bis auf die Schultern herunterfallen, oder ob man sich nur große, runde Perlen in die Ohren steckt, die dann nicht minder auffallend >ind. Der schmerzhaften Operation des Durchstechens der Ohrläppchen braucht sich die Dame von heute aber nicht mehr zu unterziehen. Die Geschicklichkeit der Juweliere sorgt, für eine ganze Reihe von Vorrichtungen, durch die die Ohrgehänge fast unsichtbar befestigt werden, ohne daß sie dnrch ein Loch hindnrchgesteckl werden müssen. Läßt man sich doch Ohrlöcher 'techen, so wird man den Arzt aufsuchen, der das rasch und chmerzlos, und vor alleul in einwandfreier Weise besorgt. Klofternkiiburqer Riviera. Wenn auch Rivierasehnsucht und Adriaträume für den „sanierten" Wiener unerfüllbar sind, er braucht nicht zu derzweifeln. Zwanzig Minuten Bchnscchrt von Wien und ein kleines Strandparadies grüßt freundlich. Wo vor wenigen Jahren noch das bescheidene „Engelbad" seine Zelt« gufgeschlagm hatte, dort hat die rührige K l o st e r n e u b u r g e r Gemeindevevwaltmrg eine moaerne Badestätte geschafferi. mit allem Komfort und zu volkstümlicheu Preisen. Lust, Wasser und Sonne (wenn die Wettermacher just so wollen oder vielleicht wenn ste nicht wollen?), Dins jüdische Haus I as füdische Blaii Spiel- und Sportplätze, KchepaÄ, Restauration, Wfetts, Mil<^ Halle, alles ist da. <Nn hart am Dmrauufer hingebauter Mrsikpavillon garantiert sür eine vollkommene Stvanbvevne, der sich die Wiener Heuer um so lieber hingsben werden, als ihnen Klosterneuburg die Sorge mn den Somineranfenchalt abnehmen wird. Sa« Wiener Kleinwohnungshaus. 1. Bor dem Kriege. Im Vorwort zur sechsten Anflagr der Wiener Bauordnung (1911) beklagt sich der Verfasser (Erich Graf Kieluransegg), daß „noch immer keine neuen Goietzenßtüürfe dem Landtage zur Beratung vorgelegi wurden, twtzdem man von der Reformbodürstigkei'. dieser geltenden Gesetzr überzeugt ist und bereits Vorarbeiten zur Fertigstellung neuer DMordnungsgesetzentwürs« und mchvsache dahin abzielende Expertisey und Enqueteberatungen stattfanden" Den weiteren eDgebniSloftn Vorarbeiten machte der Krieg ein Ende. Diese noch heute in Kraft stchende Bauordnung ernröglicht« «ine 85prozentige Verbammg des Baugrundes. Der größere unverbaute Teil vebblieb als Haupthof, die Nebenhöfe von mindestens zwölf Quadratmeter Bodenfläche genügten zur Belichtung von Wohn- und Küchenräumen, diejenigen von sechs Quiadratnreter flir Klosette, Korridore und sonstige unbewohnte Räume. Die Anwenidemg dieses Bcmgesetzes trat besonders kraß bei Häusern mit Kleinwohnungen zutage. Der seit Jcchrzchnten erstarrte Typus des Kleimvohnungshauses mit seiner verlogenen Fassade, seinen auf einen gemeinsamen Gang mündenden, ungenügend beleuchteten und ventilierbaren Küchen, Schlafkammern und Klosetten erfuhr, mit wenigen Ausnahrnen, bis zu der durch den Krieg erfolgten Stillegung der privaten Bautätigkeit keinerlei Wandlung. Die Vorstellung eirres Schachtes (Lichchofes?) von zwölf Quadratnieter (3 mat4 Meter) Grundfläche und einer beiläufigen Höhe von 20 Meter gibt mit den erwähnten hygienischen Unzukömmlichkeiten ein annäherndes Bild des Wiener Elendhanses. Ein Drittel bis ein Viertel des Einhmrmens (ein Wochenlohn und auch mchr) als Monatszins zwang den Hauptmieter zur Ausnahme von Afternrietern und Bettgeheru. Die Auswirkungen dieses durch die wirtschaftliche Not erzwungenen Ausammenleibens von Menschen jeden Alters und Geschlechtes bei unzulänglicher Wchmnoglichkoit aus die körperliche .und sittliche Entwicklung der Jugend, ebenso die Anslieferung derselben den Gefahren der Straße, sind sattsam bekannt. Es hatte den Anschsin als würde ein Mgehen von der starren Type des geschilderten Zinshauses die Rentabilität beeinträchtigen. Mer der erfolgreich unteMommene Aufbau gesunder Wohnungen bei mäßiger Berbaun>ng unter Wahmng der Rentabilität kann als Vorläufer der nach dem Kriege errichteten Wohnhausbauten der Gemeinde Wien angesehen werden. Ein Beispiel hrerfür ist die in der Jnzersdorferstraße nach den Plänen der Architekten. Hans und Theodor Macher im Jahre 19.14 errichtete Wohnhausgvu.ppe (mit eimem Preise der Stadt Wien ausgezeichiret),' die unter Bernreidung von Lichthöfen Wohnungen, mit unnnttelbaver Acht, und Luftzufuhr versehen, um einen großen .Binnenhof gmppieren. Jost^f Hahn. Graf Adalbert Sternberg Aber die F«den. In der „S t a a t s w e h r?‘, dem Organ jener Gruppe der österreichischen Monarchisten, welche sich von der Hakenkreuzlevei ferngehalten und von der radauanii^emitischen, mit ■ deutschen und magyarischen Fememördern m Verbrndllng stehenden Schlager-Czernin--Partei losgesagt hat, schreibt der bekannte ehemalige tschechische Abgeordnete Graf Adalbert Sternberg in einem Artikel, „Katholische Welt und I u d e n t u m": „Ich habe in den jüdischen Büchern weit mehr tiefe Moral gefunden als bei den meisten Kirchenvätern, die sich mit Problemen der christlichen Weltanschauung abgegeben haben, während die jüdischen Theologen a la Maimouides sich auf die Vertiefung der Moral besonders geworfen haben. Die weiße Raffe kann und soll den gwßen Geist der Inden nicht entbehren. Aber er soll nicht mehr Sturm gegen unseren Gott, her auch ihr Gott ist, laufen ... . . . Ich bin nicht Philosennt, weil ich die Juden liebe, sondern weil ich das Christentum vor ihrer geistigen .Femdschast erretten will. Hören die Juden einmal auf, die Kirche zu bekämpfen, so obsiegt sie auf der ganzen Linie, denn die übrigen Feinde derselben sind ungefährlich. Wenn «her die Kirche nicht obsiegt, ist die weiße Rasse und die AjMsation verloren." ArabiM un& iWschr KommmÄwiEch-rft. JepUsckle«, 80. Mai. „Al Gezirah" veröffentlicht die ZysK-llft eines Lesers, der auf den Unterschied zwischen der KoyWMnalwirt/chaft im arabischen Stadtrat von Jaffa und der jüdischen Stadtpertvaltung von Tel-Awiw hinweist. Während der Magistrat der Stadt Jaffa, in welchem die Araber ausschlaggebend find, seit der Eroberung des Landes durch England im Vorjahre zum ersten Male ein Budget veröffentlichte, das übrigens viel größer ist, als dasjenige der jüdischen StaÜtgemeinde von Tel-Awiw, hat letztere in jedem Jahr ein ordentliches Budget bekanntgegeben. Der größte TM des Budgets von Tel-Awitv dient Unterrichts- und anderen Kulturzwecken sowie der sozialen Fürsorge. Trotzdem sor^t der jüdische Stadtrat in ausgiebiger Weise für die Verschönerung der Stadt, Verbesserung der Straßen und dergleichen mchr. Demgegenüber fehlten im Budget von Jaffa die Knllurzwecke fast vollständig, die Straßen sind furchtbar vernachlässigt. Das arabische Blatt beantwortet diese Klagen mit der Behauptung, daß an diesen Zuständen nicht so sehr der arabische Stadtrat, als vielmehr die englische Regierung schuld sei, die eine Neuwahl des Jaffaor Stadtrates bisher verhindert hat.

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