Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2601 (21.5.1926)
- Date
- 1926-05-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Är. «Dl Mvr, KkMg iWimm si. Mi im Ml 6 Kunst. »Wie. Buch. Nn kmpfangsabenv fflt Habimah. Auf Einladung des Beth Waad Laiwrim fand gestern abends eine Sitzung aller Vertreter der jüdischer Organisationen und Vereine statt, in der ein siebengliedriges ausführendes Empfangskomitee für die Habimah gewählt wurde. Die konstituierende Sitzung dieses Komitees findet morgen um 6 Uhr abends im Cafe Arkaden statt. Die Habimah wird wahrend ihres Wiener GastspiÄs am 29. d. den „Dybuk" von An—sky, .am 30. d. „Iaakobs Traum" von Beer-Hoffmann, am 31. d. „Der ewige Jude" von Pinski, am 1. Juni „Golem" von Lewik und am 2. Juni „Sintflut" von Berger zur Aufführung bringen. Sei« Testament. Aus Anlaß der Scholom-Alejcheni-GedenkftiLM. Wir erhalten folgende Zuschrift, die wir vollinhaltlich w-ederg^n: Zahlreich sind »die Gedenkabende für Schalom gleichem anläßlich fernes zchnten Todestages, erfreulich zahlreich auch itj Wien. Da noch etliche Schaloni-Alefchem-Feiern ausftchen, ist es nicht unangebracht, an das Testament des großen .Lollsdichlers zu erinnern (es war m der „Wiener Mor gen - Zeitung" vom 13. d. veröffentlicht. Arrm. h. Red.) und die Veranstalter daran zu mahnen, sie mögen Schalom Alejchem ehren, indem sie sein Testament befolgen. Also: der Dichter verfügte unwillig, -daß alljährlich an seinem Jahrzoittage seine üöcrlcbenden Vevwairvtcn sich mit guten Freunden vereinigen und sein Testament verlesen. In diesem Sinne sollte überall, wo sich Inden zilfnmmenfinden, um Schalom Alajchoms 5u. gedenken, an Stelle einer einleitenden Rede oder unmittelbar nach dies er bas Testament vorgelesen werden. Es ist ein herrliches menschliches Dokument und es Zählt zu fernen bedeutendsten Werfen. Ferner: Er will, daß alle ihmhören, nicht bloß jene, welche den Ü''lext verstehen. Man möge „eine meiner Erzählungen, hie all'ersröh.' chste, anssuchen, und sie in einer Sprache, die ihnen am verständlichsten ist," vermitteln. (Er verlangte ja auch, ihm ein Denkmal durch Bevanstaltung von, Ausgaben „in andere.'.' Svrachen" zu setzen.) Man müßte daher, will man Schalom Alejchems Todestag in Wien würdig begehen, einzeln» Stücke auch in deutscher Sprache bringen, damit auch Juden an feiner Schöpfung teilhaben, die den Urtext nicht verstehen. Sem Gesamtwerk ist noch nicht übersetzt und nicht alles, was in deutscher Uebevsetzung vorliegt, ist vollwertig. Mer es läßr l'irfi doch eine Auswahl treffen und sie müßte, getroffen wer- * den, weil es -der Mister wünschte. Und weil man alle Ursache hat, seine Dichtung jii popularisieren." Aus de« Theatern. B u r g t h e a t e r. Morgen. V?3 Uhr abends. Nell amLido" von Hqns I. ReYft fch, A k a d e m t e t h e a t e r. Morgen. v»8 Uhr abends, zum ersten Male ,J h r e r Mutter K i n d" Komödie vg» Maurice B a r in g. degisch von Irene Kafka. O v e r n 1 h e a t e r. Morgen. 7 Uhr, „A lein Id 8 2 Blumen". B o t k s o per. R-raen ä s D r o i m ä h e r l" Hans". L u st s,p i e l t h e a t e.r. .Heute. MM ätz. Male „R u n b um die Ries e". R o l y n d °Bü h n e. Morgen zum ersten Male „Rund uNt d en StepH ansturw" eme HMre. Älmretzue mit. Gesang und Tanz, Beginn 7 und 9 Mr. . Mod e rn e s T h e gr e r. Morgen. v,s Uhr ghen.ds, ,.D i e B ü ch s e derPandyra" mit Trante Earlsen. Als Nachtvorstellung Kurt S o y n e n f e l d 2 „H ä n d e", ' Ein Kölner Gastspiel des Bmgtheaters. Das Bmgtheater gibt in Köln anläßlich der darr veranstalteten öfters rtzichischen W.yche qm 7. und 8. Juni Vorstellungen van Grlllparzvrs „Medea" und Anton Wildgans' ,Kam". An bteferu Gastspiel nehmen teil, die Damen MEreu, Mayen und Mayer, die Herren Danegger, Htzbling, Siebert, Strebingev und Philipp Zeska. ' Wiener Musik im Londoner Radio. Aus London wird uns berichtet: Heute (Samstag) wird die Londoner Radio-, station zum erstenmal ein Wiener Mnsikprogramm aussenden, darunter den zweiten Akt der Fledermaus" unter Leitung Theodor Steiners. Das Autorenrecht im Radio. Das Berliner Reichsgericht hat das Urheberrecht gegenüber der Radioverbreitung auläß-- lich einer Klage Gerhart Hauptmanns wegen der Ausführung von ,,Hanneles Himmelfahrt", die ohne seine Erlaubnis erfolgt war, anerkannt. Der Jahresbericht dar Wiener „Zentvalhibliothek". Der größte Wiener Volksbüchereiverein, die „ZentraObibliythek", gibt soeben ihren neuesten Jahresbericht aus. Er enthält vor allen, die Mitteilung, daß die „Zentralbibliothek" im Jahr« 1926 1,25 Milliarden für neue Bücher ansgegeben hat. Zusammen mit den BücherMsgaben des Jahres 1924 wurden mehr als 2 Milliarden darauf verwendet, die Bücherbestände zu erweitern und zu erneuern. Besonders interessant sind die Angaben über die beliebtesten Bücher der Saison. Eine Rund? frage an die Leser der Zentrale ergab bei'760 Antworten 76 Stimmen für Thomas Manns „Zauberbera", 73 für Waller» rnan ns „Laudin und die Seinen", 03 für GalswortW „Zar-- svte Saga", 61 für Romain Rolland, 57 für DostoMsr" 41 für Hainsllns „Kapitel", 3Y für Bonsels..Indien", ebenso viele für Schnitzler, 34 für Shaws „Heilige Johanna", Die Büche-, reien bleiben während der Sommermonate geöffnet. Eine verhängnisvolle Premiere. In New-Aork hatte di« Erstaufführung eines Stückes, in. dessen Mittelpunkt hie Fianr Ev-gar Allan Poes stcht, des Dichters, der selbst ip sein an, Men eine tragische Erscheinung war. einen Kr hie beteiligten MMo? iraueigen Ausgang. Gegen Ende der Vorstellung wurde bekannt, daß der Besitzer des Theaters plötzlich gestorben ML. Bei sicher Nachricht erlür der Kaisier einen Schlaasnfall und am nächsten Morgen fand man den Hauptdarsteller tot in seinem Bette. AberMMche Wörden di« Bchauptum b«? kräftigt finden, daß alles, ms mit dem düster-Phantgstischen Dichter Poe msammeichängt. Unglück briim:. Ein wertvolles Atannstrwt, Bei einer Pariser Bsr st-sp igerung erzielte oas Manuskript der „Salami hon Weide einen Preis von 135.000 FvaNSen. Ein Engländer hat es erstanden. Das Manuskript befand 'sich im Nachlaß des Dichters Pierre Loutzs. , »Das Blumenvmwek," In prächtigen Zeitrafferaufnahmen entschleiert ei« neu« Kulturfilm „Das Blumenwunder" me Geheimnisse des Werdens und Pergehens der Blume. Der neue Film wird Freitag um halb 8 Uhr abends im großen Uraniasaal zum ersten Mal vorgeführt werden. und Spiel auf Schloß Laxenburg. Zugunsten des Kriogsgchchädigtsnfovds wird unter Mitwirkung des Knabenchors der ehemaligen HofburAkapelle. in Laxenburg am Sonntag den 23. d. die komische Oper „Der Avvcheker" von Haydn, am Montag den 84. b. das Siityjpiei „Bastien und Daftienm" van Mozart anfgeführt. Reiche künitlerische Zugaben an belden Tagen. Beginn jeorsNlal 4 Uhr nachmittags. Karton zu 1, 1.80. %, 3 und 4 Schil- Uyg bei der Generaldirektaon des KriegsgeschWigienfoirds. Berel« Freie Mische Volksbühne. Dienstag den 35. d., 8 Uhr abends, findet im Theatersaal, 2. Boz., Praterstraße M, ein Schalom- Alejchem-. Gedenkabend statt. Gedenkrede- Dr. Z. Fink elfte in. Gesang: Frau Hilde Dulitzkaja. Vorlesung: Berirhard Mittler. Ferner gelangen die Einakter ..Dre Ejze" und „Tojwe der Milchiger" m Aufführung. ' Kerltheater «MM des Moskauer JV * Aealers m » II. Mai t, I. M r Kartenyorverkavk ab baute an Sen beide« Kaffe» des Earltheaters Sa» Urteil gegen de« «tadlet Kalmar. Nach mehr als einstündiger Beratung erkannte der Gerichtshof unter dem Vorsitz des Hosrates Dr. C z r r n y den Angeklagten. Friedrich Kalma r des Vergehens hex f a h rlässtgen Krida dghin schuldig, dgh er leichtfertig Kredit gewährt Md leichtfertia Kredit genommen und hiedurch seine Zahlungsunfähigkeit fahrlässig herbeigeführt habe. Dagegen lvurde Kalmar von dem zweiten Punkte der Kridaanklage, daß e.r seine Zahlungsunfähigkeit, zu spät augemeldet habe, mit der Begründung freigesprochen, daß das Beweisverfahren hiefür keinen Anhaltspunkt geboten^ habe. Schließlich verkündete der Vorsitzeiche auch den Freispruch d'es Angeklagten von dem Verbrechen der Veruntreuung, weil der Angeklagte keine Handlung gesetzt habe, die sich strafrechtlich auf Beruntrennng qitQlifUteV'C. In einem Falle dürfte der Angeklagte in einem Tatirrtnnr befunden haben. Das r t e i l gegen Kalmar lauttzte auf v i.e r Monate st r e naen Arrests. Der Staatsanwalt meldete gegen die Freisprüche die 2LichtiMiMschwerde. ein, Kalmar hrelt sich gegen oqs Urteil Bedenkzeit offen. Das Aufzugsunglück im Hauptzollamt. Am 8s, November 1984 hat sich beim Postamt 46 im Harlptzollamtsgabandtz e.m schreckliches Unglück äMtragen. Die Tragketfe eine Aufzuges riß, zwei Personen wurden ge-, tötet nnd z w e i s ch w e r h e r l e tz t. Die Staatsanwaltschaft hat gegen drei Personen als schuldtragend die Anklage Wegen Vergehens gegen die Sicherhett des Lebens erhöhen, und zwar gegen Hafrat,Ing. Spl von der Wiener Tele-- argphendirektion, gegen den Geschäftsführer dar Aufzugs^ frrma, Dr, Franz Frpisler und schließlich gegen den Mom teur Johann Meier. Gestern hatten M die Beschnldigten vor einenk Schöfsensenat unter Vorsitz des Hofrätes R a m-i sauer herantworten. 3tach einigen Fragen der Perteihignug an den Sachverständigen. Ing. Dr. Z e n g s w e t t e r stellt der Staatsanwalt Sr. T u P P y den Antrag, de.r Gerichtshof möge mit Rücksicht darauf, daß hier stets von einem Materiylfchaden gesprochen wird und auch die Verantwortung der Angeklagten sich nach dieser Richtung hin bewegt, die' Verhandlrmg abbrechen und die vorhandene Kette zur Materialprüfung enttveder der Technischen Hochschule oder dein Technologischen Gewerbenitiseum in Wien übergeben. Der Gerichtshof beschloß, dem Antrag des Staatsanwalts Folge zil geben und vertagte die Verhandlung, ohne vorher beit zweiten Sachverständigen einzuvernehmen. Verurteilung hes Scheckfälschers Gibgott. Im Jahre 19?8 war in Wien ein Scheckfälscher aufgetaucht, der mit den Mehen amerikanischer Travellerschecks in Verbindung zu stehen schien. Der. große, elegante, glatt rasierte Mann nannte sich Philipp W o l f s o h n, Kaufmann aus Berlin. Er zahlte mit Dollarschecks, für die er sich das Geld in fremder Valuta auszahlen netz, legte immer als Beglaubigung feinen echt scheinenden Patz vor und bekam die, größten Summen anstandslos ausbezahlt. Als er längst aus' Wien verschwunden war, stellte sich heraus, daß die Schecks gestohlen und mit falschen Unterschriften versehen worden sind. Der Gauner hatte in der Weise nach damaligem Gelde 700 Millionen entlockt. Es war klar, daß er mit der großen Bande internationaler Ta» schendiebe in Verbindung gestanden ist, dis in Hgfenorlett, in Bahnhöfen und Hotels den Amerikanern, die nach Europa kommen, systematisch die Brieftaschell stehlen, um ihnen die Traysflerschecks, die sich am leichtesten verwerten lassen, zu entnehmen. Im August, y. I, wurde das Sicherheitsbnrean ans Buenos Aires verständigt, daß Philipp Wolfsohn dort wegen Diebstahls verhaftet worden ist. Es wurde dann festgestellt, daß der Mann eigentlich Stanislaus Gibgott heißt. Nun kam dem Sicherheitsbureau dis Mitteilung zu, daß Gibgott-Wolfsohn in Buenos Aires wegen Diebstahls zu fünf Jahren Gefängnis vsmrtem worden ist. Mt ihm standen zwei Diobsgenossen vor den Richtern, der Zlljährrge Henrik B l u m und der 40jährige Daniel G o b m a n. Sie wurden zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Lolkswiü. Net «tue «Aettatlf -et Nun-eebichiMl. atenehmigung durch den Hanptausschuß. Der neue Gütertarif der Bultdesbahnen und der vom Bunde betriebenen Privatbahnen wurde gestern ^vonr Haupt-? ausschuß des Nationalrates nach einer sehr langen Debatte genehmigt. Die Vertreter der Industrie, der Landtvirtschaft nnb der Stadt Wien brachten gegen die neuen Tarifsätze sehr gewichtige Ein wände vor. Abg. E l d e r s ch bezifferte die Mehrbelastung der städtischen Gaswerke ans den neuen Kohlentarisen mit fünf Milliarden, die Frachterhöhung für Koks koste sie drei Milliarden und das Wiener Elektrizitätswerk werde mit drei Milliarden belastet. Minister Dr. S ch ü r f f wies ans den G e b a r ll n g s a b g a n g der Bundesbahnen hin, der auch nach Einführung des neuen Tarifs noch 30 Milliarden betragen werde. Die Tarifreforw sollte ursprünglich 180 Milliarden bringen, die zrlr Decktng der Betriehsalrslagen notwendig sind. Bon den zahlreichen Abänderungsanträgen wurde nicht ein einziger angenommen. Sie Wurden der Regierung zur Würdigung abgetreten. Dagegen wurde ein Antrag H e i n l zltm Beschluß erhoben, mit welchem die Regierrmg aufgefordert wird, die Berhandlilngen mit der Generaldirektion der Bundesbahnen über eine Neuregelung der Gütertarife neuerdings auszunehmen und hiebei ihr Augenmerk daraus gn richten, daß sich die Tarifpolitik der Bundesbahnen grulldsätzttch im Rahmen der landwirtschaftlichen und industriellen Prodrlktipns- und Handelspolitik der Bundesregierung zu halten hätte. Nie Schwanlunsen auf de« Seaifenmöttteu. Kräftige Erhoümg der Frankendevisen. — Schaffimg einer Devisenzentrale. Auf den internationalen Märkten konnte sich gestern per französische Franken auf umfangreiche Jrstarventionskäufe der französischen Regierung kräftig echplen. In Zürich erhöhte sich die Devise Paris vorübergehend auf 15.30. Im späteren Verlause des Verkehrs gab der Franken einen Teil seines Anfangsgewinnes wieder ab und schloß mit 15.25 gegen 15.82 vom Vortage. Auch der belgische Franken erhöhte sich auf 15.12 gegen 14.85 v^nr Vortage. Abgesehen von den Jnterventionskäustzn bewirkte auch die allgemeine Unsichecheit ^über die rvei.'ere Entwickütng diese Kllrssteigemngen, da größere Deckungskäufe auf allen Märkten vorgenommen wurden. Dazu kam noch die Ankündigung Perets über die Schaffung einer D e v i f e n z e n 1 r a l e, die der Regierung eine genaue Uebevsicht über die Marktlage vermitteln soll. Auch die Lira lag sehr M. Die Devise Mailand echöhte sich vorübergchend in Zürich auf 20, später aber ging sie leicht zurück und schloß mit 19.82 gegen 19.75 am Bortage. Einen eigenartigen BeAauf verzeichnet' der Leu. Er schloß gestern in Zürich mit 1.90. Ta die Spekulation sine endgültige Deckung nicht vornehmen will — sie hofft nämlich, daß die kräftige Haltung' dieser 'Währung"nur vorübergchend wäre —, ist sie gezwungen, Lei zu sehr hohen Leihsätzen zwecks Lösung ihrer Ber'billdlichkeiten aufzunehmen. Die Diskontsätze für Ä e i betragen jetzt 40 bis 45 Prozent pro anno. Dev Zloty tvar gestern verhältnismäßig ruhig, In Zürich notierte die Devise Warschau 37.50. In' Warschau wurden für den Dollar 11.10 Zloty bezahlt. Im Wiener Usaneenhandel notierte der Dollar 11.30 bis 11.00 Zloth. Miwsterrgt in Paxtz. — StützunZsyratznahmen für den französischen Franken» Aus Paris, 89. d„ meldet Hatzas: 'Im MimsterrrM legten Ministerpräsident P r i a n d und Finachminister P e r e t das Gesamiproblem der Wechselkurse fe Nach dem Ministerrat erklärte Pewt, der Rat die NaiweMgkeit anerkannt, energisch und mit Beständigkeit tzsrMgchen, und sei einmütig der Ansicht gewesen, daß in erster mm technische Maßnah m e n ge troff e n werden müßten, m den Franken zu heben, dessen Sinken die innere Lage des Landes in k e i n e r iP e i s e r e ch t fe r t l g e. Man werde von nun an alle zur Ber^fügung stehenden E i nnghmsqellen des öffentlichen Kredits verwerten müssen. Die festgestellten Maßnahmen würden sosvrt zur Durchführung gebracht und in her kräftigsten Weife verfolgt werden, bis ein befriedigendes Ergebnis erreicht sei, Er (Peret) werde nachmittags eine Besprechung mit ^dem Gouverneur der Bank von Frankreich haben. Das Kabinett habe die Haltung Perets W London gebilligt und seiner Befriedigung Ausdruck gegeben, daß die 'dortigen Verhandlungen in einer Atmosphäre der Herzlichkeit und des Entgegenkonrmens vor sich gegangen seien. Peret fügte hinzu, eine vorzeitige Einberufung der Kammer sei nicht in Aussicht geuomnlen worden nnd betome das oollkomniene Einvernchlnen sämtlicher Minister. Finanzminifter Balpi üher dik Devisenfchwankungen, Ans Rom. 20. K nn'ldet 'Stefam: Der italienische Finanzirlinlste.r Graf B o l p i erklärte einenr Mitarbeiter des Mailänder „Eorriew pellg Sera" üb.'r seine Eindrücke bezüglich der internationalen Bemegnngen der europäischen Valuten: Die internationale Spestttatiun hat in den letzten Wochen, man kann sagen mi* einer einzigen Welle, den französischen «nb den belgische n Franken und schließlich auch die i t a l i e n i s ch e Lira in Mitleidenschaft gezogen- An der Londoner Börse notierten, auf das englische Pfund bezogen, am 12. d. der französische Franken 155.25, der beuche Franken 165.75 und die italienische Lira 122-20. Nach einigen SchwanAngen. die auch die italienische Lira betrafen, betmgen gestern abends an der Rew-Porker Börse, das englische Pfund bezöget,, die Schlnßiwtieruugen für den ftanzösischen Franken 175, für den belgischen Franken 174, die ijglienische .Lira aber 128.69, ohne daß ftrgewd eine