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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-21 · Heft 2601 (21.5.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2601 (21.5.1926)
Date
1926-05-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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9 Mm, Freflag Wiener Msrsenzettutts Defensiv matz »ah me erfolgt wäre. In Italien, sagte Graf Bolpi, wird die Lage auch von denjenigen, die fiir ihre Geschäfte auswärtige Devi-sen brauchen, mit der größten Ruhe beurteilt. Man verfügt im A,Monde nicht über effektive Lire. Dies wird auch durch die phantastischen Repvrtzinssätze dargetan, die seitens der ^ekulation gezahlt werden müssen, um sich im Anslande mit Lire zur Erfüllung der Verpflichtungen einzudecken. Der Minffter erklärte weiter, der Vertreter des italienischen Schatzamtes in New-Dork habe ihn: mitgeteilt, daß die Repvrtzinssätze an diesem Platze von 16 auf 19 Punkte monatlich, d. i. von 50 auf 60 Prozent gestiegen sind. Auf eine bezügliche Frage erklärte der Minister, es sei nicht möglich, die Ursachen dieser Krise in kürzen Worten zu umschreiben. Diese Ursachen seien viel zu verwickelt und tragen spekulativen Charakter, der auf politisthe Ereignisie zurückzuführen fei und andere Devisen viel mehr als die itanalienische in Mitleidenschaft ziehe. Schließlich seien die Ursachen in zufälligen Er schein« n gen der Jahresz e i t und des Finanzlebens zu suchen, die man schwerlich vollkommen klar auseinanderhalten könne. Er selbst verfolge natürlich aufmerksam diese Ursachen in jedem Augenblick. Was Italien betrifft, schloß der Minister, so findet ans diese internationa'e Bewegung in einer schr guten Situation sowohl hin- "chtlich der politischen Ruhe, die alle Welt kennt und anerkennt, ls auch hinsichtlich der budgetären Lage. Wirtschaftsbries au» Polen. Die Banken erfüllen ihre Verpflichtungen klaglos. — Die W>nsch.nrer Börse. — Bankenfusionen. — Ausblicke. Warschau, 19. Mai. Dir allgcmeme Erregung, die durch Warschauer Ereignisse herv-'gerufen wurde und der Rücktritt des Präsidenten der Repnblik unk der Wi tos ^Regierung hat sich insbesondere ans die finanü'ilc Lage des Staates ausgowirkt. Lon den Banken wurden massenhaft die Einlagen und D.pots ^rückvrrlangt und fast alle Banken konnten die Anszahlungen ohne jede Schwierigkeit vornehmen. Einige JnsritnUoven zahlten sogar Einlagen zurück, die nicht a Vista zahlbar waren, sondern mit einmonatiger Kündigung. De Warschauer Börse, an der in der ersten Hälfte der Woche der Dollar gefallen ist, war Freitag und Samstag geschlossen. Die Kurse der fremden Valuten haben daher Einerlei Veränderung erfahren. Im Pridatverkrhr hielt sich der Kurs des Zloty ziemlich gut und der Dollar ging verhältnißmäßiig nicht stark in die Höhe. Mnkwoch nachmittags begann die Hausse des Dollars und er erhöhte sich von 10,15 a«f 11,—. Donnerstag, als die Nachricht von den Straßrnkämpfen kam, erreichte der Dollar vorübergehend den Kurs von 12,—, worauf er wieder auf 11,50 und dann aus 11,— fiel. In den ersten Tagen dieser Woche schwankt der Dollarkurs zwischen 10,60 und 10,85 bri ruhiger Temderrz. Daß sich die wirtschaftliche Situation rn Polen durch die letzten Ereignisie bisher noch nicht gebessert hat, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. So hat zum Beispiel die kritische Si- Lqatio.t der Banken, von denen-.manchem, so wenig verdienen, daß sie nicht einmal ihre Angestellten bezahlen f&men, zu zahlreichen Fusionen gefichrt. In der nächsten Zeit sollen Kvei solche Fusionen durchgesührt werden: eine in Warschau zwischen der Handelsbank und der Bank der vereinigten polnischen Länder und eine in Posen, wo die Bank des Verbandes der Genossenschaften eine Reihe von finanziellen Institutionen dieser Woiwodschaft um sich vereinigen will. Wenn die Verhältnisse sich jetzt in kurzer Zrit konsolidieren werben, hofft man in maßgebenden finanziellen Kreisen ans eine Stärkung des Vertrauens des Auslandes zu den wirtschaftlichen Verhältnissen in Polen. In diesem Zusamnrerchange wick daraus verwiesen, daß während des Umsturzes der Zloty im ÄuSleerd keinen großen Kursschwankungen unterworfen war, was einerseits aus die kleinen Zlotymengen im Ausland zurückgefiihrt wird, andererseits aber sicht man darin, daß das Ausland an diesen Umsturz in Polen die Hoffnung aus wirtschaftliche Konsolidierung und eine ehrliche und energische Regierung geknüpft hat. Sollten sich daher dich Hoffnungen «stillen, wird auch «ne Besserung der traurigen ökonomischen Verhältnisse eintreten. Gestern notierten die wichtigsten Aktien tofce folgt: Handelsbank 1,65, Bank Polski 50,—, 51,—, 50,75, Ehodorow 3,30, Warschauer Zucker 1,50, Kohle 1,80, Starochowiee 0/99. Rücktritt des Präsidenten der Wiener Börsenkammer. In der v'Usn unter dem Vorsitz de; Vizepräsidenten Stei-'. hü dl abgehaltenen Plenarsitzung wurde die Zuschrfft des Präsidenten Popper-Artberg verlesen, mir welcher er (gezwungen durch sein Alter und seine erschütterte Gesundheit) seine Funktionen als Präsident der Kammer sein Mandat als Börsenrat zurück legt. Dieser Entschluß des Präsidenten Popchr-Artberg wurde von allen Anwesenden auss innigste bedauert und es wurde einmütig der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck gegeben, daß öch der Gesundheitszustand des Präsidenten bestem werde, wenn erin der Lage sei, sich einige Zeit der Ruhe und Schonung zu gönnen. Es wurde daher beschlossen, im Wege einer Deputation den Präsidenten um Zurücknahme der Demission zu ersuchen.. Alk Kreise der Börse erwarten mit Bestimmtheit, daß diese Bitte von Erfolg begleitet sein wich. Insolvenzen. Die für gestern angesetzte Ausgleichstagfatzunz Sam S Bi na u. Co. wu-chr für den 4. Juni vertagt. Der Grund dieser Verzögerung ist die Bereinigung des Ausgleichsverfahrens in der Tickuckc'i'i'wakei ml. dem Ausgleichsverfahren -n Wien. — Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Petvonella Groß. 14. Bez., Grimmgasse 41: über A. Landes n. Co., l. Bez., Frauz-Iösess-Kai 39; -über Snßmann n. Lehn er; über Leo Türkis«, 1. Brz.. Kohlmessergasse 3, und über Karl Schneider, 2. Bez.. Taktstraße 30. Fabrtermätzsgnngen bei Reisen in Jugoslawien. Die jugoslawischen Bahnen gewähret! unter folgenden Bedingungen weitgehende Fahrtermäßignngen: 1. Bei 16tägiaem Anfenthalt in Dalmatien werden ans den dalmatinischen Strecken 60 Prozent Ermäßigungen gewährt. 2. Bei Zurucklegung von 500 Kilometer in einer Richtung und einem mrndeftens 16 tägigen Aufenthalt werden an Gruppen von fünf Personen in ganz Jugoslawien 60 Prozent Ermäßigung gewährt. 3. Einzelreisenden werden unter den unter 2. aufgezählten Bedingimgen 25 Prozent Ermäßigungen gewährt. Für diese drei Gruppen gilt ferner die. Bestimmung, daß zur Hin- und Rückfahrt dieselbe Strecke benützt werden muß. 4. Bei beliebiger Benützung der S. H. S.-Strecken, bei einer Mindestbenützung von 1000 Kilometer werden Fahrtermäßigungen von 26 Prozent gewährt. S. D. Levoniin 70 Jahre alt. Aus Jerusalem wich uns geschrieben: Herr S. D. Levontin, ehemaliger Hauptgeschäftsfuhrer der Anglo Palestine Company in Jaffa und einer der Direktoren der Jüdischen Kolonialbank, beging dieser Tage seinen 70. Geburtstag und wuche bei dieser Gelegenheit von seinen zahlreichen Freunden und Mttarbeitern begrüßt. Herr Levontin, der aus Rußland stammt und einer der ersten Siedler in Palästina ist, hat vor kurzem ein Memoirenwerk über die jüdische Kolonisation in Palästina veröffentlicht. Wiener BtehmSrkte. Der Auftrieb zum gestrigen Jungvieh m a r k t betiug 980 lebende mrd 1859 Weidner Kälber 1216 Weidner Schweine. 99 Weidner Schafe, 156 Weidner Lämmer und 207 Weidner Kitze. Der Verkehr nahm einen sehr rubigen Verlauf. Die meisten Sorten waren billiger. Es notterten: Lebende Kälber 1.50 bis 2.60 S., Weidner 1.60 bis 2.90 S.. Fleischschweine 2.10 bis 2.50 S., Fettlchivetne 2.20 bis 2.40 S., Schafe im Fell - .90 bis 1.50 S., ohne Fell 1. - bis 2.20 S.. Weidner Lämmer 1.20 bis 2.20 S. und Weidner Kitze 1 20 b'8 180 S. pro Kilogramm. — Zum Rindermarkt betrug der Auftrieb 421 Stück. Bei geringer Nachftage konnten sich die Moniagpreiie nur sehr schwer hatten. - Zum Schweine markt wurden 2771 Fleisch- und 995 Fett- Ichweine aufgetrieben Trotz lebhaften Verkehres konnten sich auch hier die Preise ermäßigen. Wiener VroduNienbörw. Die ruhigen Berichte ans den amerikanischen Weltgetreidemärkten und die «ringe Abgabeneigung festigten die Tendenz auf dem Wiener Platze. Heimischer Weizen zog um 25 bis 50 Groschen an Auch ungarische Sorten waren fester. Roggen wurde wenig umgesetzt. Der Mehlmarkt ist unverändert r u d i g. Es notterten - Weizen. Inländischer 43.—bis 43.60 Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 46.50 bis 48.50 Ungarischer 14.— bis 46.50, Jugoslawischer 76 Kilogramm 43.— bis 44.— jugoslawischer 77/78 Kilogramm —.— 618 —.—. Roggen Inländischer March selb er 27.25 bis 27.7b. Bester Boden 26.75 dis 27.—. Gerste: Brauware inländische 30.- bis 33.60 böhmische mährische —bis —. M a i S: Jugo- 'lawischer 21.— bis 22.—. Cinquanttn neu 90.— bis 32.— Hafer. Inländischer 29 — bis 30.-. Reis Italienischer 79. — bis 82.—, Burma 64.— bis 66.—. Mahlprodukte. Grieß inländischer 82.— bis 83.—, Weizenmehl 0 Inländisches 80. - bis 81.—, Kochmehl 2 inländisches 69.— bis 72.— Brotmehl inländisches 44.— bis 48.—. Ausländische Börsen. Berlin. Der gestrige Verkehr nahm einen freundlich rn Verlauf. Die Kuvsbesseourrgen betrugen 1 bis 3 Prozent. Die Anfangsgewinne konnten sich nur teilweise bis zum Schlüsse des Berkshres halten. Der Rentrnmarckt und der Geldmarkt blieben unverändert ruhig. Auf dem Devisenmärkte waren die Frankenwährungen mb die Lira wieder fest. — Prag. Bei äußerst geringen Umsätzen war der Verkehr eng begrenzt. Brunner Maschinen wurden auf Deckungen der Konter» mme um S tschech. K. mnaufgesetzt. Die ülbriaen Kursänderungen waren minimal. — Budapest. Nach lustlosem Beginne zeigten die meisten Effekten Einbußen von 1 bis 3 Prozent. Die Börse ichliß abgeich.oächt. ■ -- i Wiener Börse. Geschastskos. — Brunner Maschinen «nd Renten freundlicher. Die bevorstehende dreitägige Berkshrsuiuerblechutra steigerte die G^chäftsunlust. Die Umsätze hielten sich in fthr engen Gren- #n. Auch die Aie'angskursänderungen waren nicht' bedeutend. Bemerkenswert war die feste Haltung der Brunner Maschine n, welche in Erapven schließlich 17.000 K. gewannen. Am dem Rentenmarkt waren spekulative .Käufe tätig,; welche den meisten Renten zu ansehnlichen Kursgewinnen verhelfen. Bevorzugt blieb wieder die Oesterr«ich.ische Goldrente, welche mit einem Gewinn von 7250 K. schloß. Die übrigen Renieil verließen den Verkehr zu den hWteri Tageskursen. Der Bankenmarkt lag rm allgemeinen flau. Ebenso waren Juli-Süd und ein großer Teil de: Montanwerte rückgängig. Bon ffchcchoslowaki'chen Arbilragewerten komuen sich Krupp-Auren aus gebesserte Beschaftigungsberichte um 10.400 K. erhöhen. Im Schranken war wenig Verkehr. Bau- und Brauwerte litten : unter stärkeren Abgaben, wahrem sich einige Transportwerte er- . holen konnten. Chemische Werte lagen fester. Die Börse schloß nicht gleichmäßig. Ae Devisenkurle. Jüxtrh» 20 Mai. (Devüenkurle von 12 Uhr.) Berlin 123.05; 12i' 05 Holland 208.— '20810/, Aew-Pnr' 516.87 oiti.bi, i'onbon 26.14lft 25.15,. Paris 15.25 (14.83'/,). '.mtaiid 19.82'/, 19.75). Brüjjel 15.30 14.86), itovenyagen 186.70 (135.85), Stockholm 138.40 138.40), Oslo J12,— (112.50, Liiadrid 74.50 >74.55-, Buenos Aires 208 — 208.25 r-rag 15 31'/. 05.32/. Budav' 0.007225 0.007225Bnkarek' 1 90 1 90'/,). Belgrad v >1 (9.11'/«/. Löste 74'/» (3.75,, Waricha,' —.— <—.—). Wien 73- 72 96'/.) u, Hi(t Schilling. Pro«, 20 Mai (Devisenkurse.) Berlin SU3.2& ö08.26) Zürich «58.50 668.-), Pari» 99.80 96.05,, London 16410 164.10, rltew-Pork 88.70 (88,70), Belgrad 59.41 <59.41 Bnkaresi 12 40 (12.26), Wien 476 8750 ,ts 479.8750 '476.75) für 100 Schilling. Warschan 297- 269—' Bnbaven 4.6875 ' 4 6870 'iiooflninfifbe 59 20 5920 Devisen o Ciew Belgrad...... Berlin .. Brasset . . . 20.92 Budapest . . . . . 88*83 Bukarest . . . . . . . 2.66 Londoi) «••••• . . . 84.4026 Mailand ..... New-York. » » , . . . . 706.96 Paris . . . , .. . . 20.9860 Pt*«. Devisen- und Balutenlurle vom 2V. Mai 1226. Vw* 28648 12.48 188.88 21.04 89.18 2 07 84.6026 27.10 700.46 21C860 21.0026 Lohe.. . . , Qelfl . & 6.1176 Stockholm 18905 Warschau .. 60.16 Zürich.. 130.72 Valuten Amerikanische Noten 710-60 Belgische Noten » . » , öulgar. Not. . » , . , Deutsche Noten . . . . 166.00 Englische Noten . . . . —• — War« 6.1675 i.80 86 60.85 (37.22 714.60 168.68 ^rauzOnlaclit Noton ,.« Holläadlache Noten « , Italienische oten . . . Jagoalawiaehe Noten . . Polnische Noten . . . Rumänische Noten . . . Russische Noten (Romen.) Schwerer. Noten . . > TschechQ-elow. Noten . TQrKitcbe Phuid-Noteo . Ungarische Noten . . . S>. Oelo 20.88 283.— 27.— 12.42 00.10 136.40 20.80 80iä"> Ware 21.f4 266.— 27.10 <2.48 61.10 187.20 21.02 9&20 21. Mti 1926 N r. 2M Oesterreichisch« gestempelte Krone 474 75 '474.5V bosnisch» 4YI5si 873 50 Unam-ikche 4.68 (4.6787) ««eckptst, 20 Mat. DevtseNkvrie - Eiaenbertchr.) . eritn 16.992 Amsterdam 28.715. Kopenbaqen 18 745. Stock, wlm 19.115 )<ew-Pork 71.870 London 847.200, Parts 2092, Brüstti --087 Prag 2113.-, Belgrad 1257. Bukarest 268 Warschau 6125 Wien 1V.V8V Sofia 518.- Mailand 2708 inrich 13 812.—: Warsriieri», 20. Mat Tevilen., Belgien 32.82 Iit8 82.98. i cvltn —. hi«1 - — Holland 446.18 bis 448 42, Nondo» 63 97 bo- 64 23 '!ew-'.',or 1107— <>.» 1113 - Parts 32.82 sts 32 98 .. ch!ve< 14 61 215 69 Bndüvest -.— biS Piac 32.86 i? 33.02 st-ie« t*->6 60 biS 167.40 fjir >00 Schilling. Stalle» ^42.75 42 95 Stockholm —- bi? —, Bnkoren - — >n« — Belstrao , 20 Mai Devise,tturie. London ^76.30. Paris l67.('0 '<ew-'/)ori 56 69 Gen< 1097.— Mailand 216—, i-rag 168 25 Berlin 1362 -. ’Uicu 802 - Bukarest 21.50, Sofia —Budaoen 0.0796 stritt!e^ 175.— Amsterdam —Waricha», —. Mm und Kino. Die neuekftehende Wiener Filmindustrie. Der Hauptausschuß der ^österreichischen Nationalversammlung befaßte sich in der SiNlng am 11. d. mit der Film« kontingentierilngsverordnung und erließ gleichzeitig die Durchführllilgsbestimmunaen, die mit dem genannten Datum in Kraft traten und bis zum 31. August 1928 gültig sind. Durch diesen Erlaß, der erfordert, daß für je 20 importierte Filme einer hier erzeugt werden muß. ist die Wiener Filmbranche zur Erzeugung gezivlingen woroen, und man darf mit dem Minimum von 20 Filmen, die noch im Laufe dieser Saison hergestellt werden müßten, rechnen. Dadurch, daß die hiesigen Firmelt zur Prodilktion gezwungen wurden, wird nun jedenfalls die neue Industrie in fachgemäß arbeitenden Händen ruhen und nicht mehr, wie noch vor einigen Jahren, verschiedenen hochstaplerischen Elementen ein reiches Betätigungsfeld bieten. Sehr erfreulich ist es, daß — wie man aus den zur Verfilmung gewählten Stoffen ersieftt — die neuerwachende Industrie Nicht darauf ausgeht, billige Filme herzustellen, oie nur den Zweck habett, der Verordnung Genüge zu tun, sondern daß sie mit allem Ernst daran arbeitet, Werke zil erzeugen, die auch auf dem internationalen Markte die Konkurrenz des Ailslandes ruhig ertragen werden können. Der neneingeschlagenen Moderichtung der zweiten Hälfte dieser Spielsaison folgend, werden die meisten Filme, die man hier zu erzeugen gedenkt, im Wiener Vorkriegsmilien spielen, zahlreiche oie _CENTRAL-KINO__ U., VaborStrasse 8 Telephon 42-3-41 PROLONGIERT I SEINE SOHNE Modernes Sittenbild in 8 Akten mit RUDOLF SCHILDKRAUT und das übrige Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen: */«6, ‘/48, aft9 Uhr f auptdarsteller in der alten österreichischen Uniform bringen. öffentlich wird, sich diese neue Mode auch bis zur Verwertung dieser Filme halten, denn es scheint nachgerade, daß das Militärmmeil das Kinopublikum übersättigt haben muß. Der bekannte Wiener Regiffeur Max Neufelo hat soeben eine Art Fortsetzung des Redl-FilmeL, „Die Brandstifter Europas^ (Oberst Redls Erbe), beendet, in dem er selbst die Rolle des Räsputin spielt, sein Brrrder Eugen die des Nikolaj Nikolajewitsch, Heinz Hanus den letzten Zaren. Weiters sind in diesem Werk noch Renate Rene und Albert Kersten wie auch Robert Balberg beschäftigt. Für das Manuskript zeichnet Jacques Bacherach, der auch das Buch des nächsten Neufeld-Filmes „Der Balletterzherzog", ein Wiener Spiet von Tanz und. Liebe, verfaßte, mit desfin Aufnahmen in der ' nächsten Zeit begonnen werden w?rd. , „Sasich a"-Film wird den zweiteiligen, modernen Grotzfilm „Der'König der'Konfektionäre" Herstellen, Rooett Wiene bei „Pan"-Film voraussichtlich drei Filme, deren erster die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich als Hauptperson hat. Fritz Freister verfilutt „Hoyeit tanzt Walzer". unter der Regie von Hans Steinhoff wurde bereits der Pat und Patachon-Film ,^Schwiegersöhne" hergestellt und sein nächstes Wiener Werk wird die Verfilmung der Operette „Der Frauenfresser" fein, für dessen Bearbenung er neben Jda Jenbach — wie auch bei dem erstgenannten Film — zeichnet. Weitere Filme, die demnächst in Arbeit genommen werden dürften, sind Roda Rodas Bühnenwerk „Der Fel.dherrnhügel" mit Harry Liedtke, Maria Minoszenty, Olga Tschechows und RodaRoda selbst, dann Bernhard Buchbinders Schwank „Die dritte Esrädron" und die Komödie „Die letzte Einquartierung" von Walter Reisch, der neben dem Regisseur Hans Otto auch für die Bearbeitung des „Frldherrnhügel^ zeichnet. Die beiden genannten Filme werden voll Hans Otto inszeniert werden. Abermals vin Walter Reisch ist der Borkriegsfilm im hiesigen Milieu „Wiener Ringst r a ß e n k o r [o*. Weiters spricht man noch von der Verfilmung der bekannten Operette „Ein Herb ttm a n ö v e r". _ Der „Walrertramn* im Film. Ein Ufa-Großfilm, der jüngst im Rahmen einer Inter» efsentenvorführung, rm Zentralkino gezeigt wurde, bat die besondere Qualität, in einer herrlichen Bilderfolge die Schönheiten Wiens zu zeigen, wie man sie in solch glücklicher Auswahl und künstlerischer Vollendung auf der Leinwand iroch nicht sah.. Das Textbuch, nach der bekannten Operette von Norbert Fälk und Robert Liebmann gearbeitet, hat Geschmack und Verve und die besten Nummern der „Walzertraum"- Musik von Oskgr Strauß sind mit herrlichen Weisen des Walzerckönigs Strauß auf das angenehmste verbunden. Zu der Freude an ..Wien im Lichtbild" und zu der schönett Mnstk kommt das Vergnügen an einer humorvollen und vollwertigeil Darstellung. Mady Christians in der Rolle der Erbprlnzessin Helene läßt ihrem Parodistischen, anmutig-spitzigen Talent die Zügel schießen und Willy Fritsch, der Darsteller der oll und von herzgewinnender Einfachheit, ist em Wohlgefallen. Die Freude an diesem wienerischen Operettenabend im Kino wird sich allen Mitteilen, die ihn besuchen, und das Opus ist dazu angetan, wirksame Propaganda fü» Wien in aller WeU zu machen. A.

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