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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-20 · Heft 2600 (20.5.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2600 (20.5.1926)
Date
1926-05-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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ft& 2000 ffite«, DonmrStag Wiener Msrfienzettnnft so. Ma.i :::« «smr Tagesbericht. Rordaus letzter Weg in Lel-Miw. Don Rafael Benfnjsa«. Tel-Awiw, im Mai 1926. AlS die leiblichen Ueberreste eines unserer Größten am 4. Mai ins Land kamen, änderte sich das Bild der ersten jüdischen Stadt. Inmitten des sorgenvollen Alltags trat an diesem Tage in Tel-Awiw feierliche Stimmung ein: an den Menschen, in dem bunten Bilde der Straßen, in der Bewegung des Trauerzuges, am Bahnhof und im Bet-Haam, vor dem Rathaus und am Friedhof war sie sichtbar. Blau-weiße Fahnen wurden an diesem Trauertage gehißt, mit Blumen umrankte Kranzinschriften machten das Bild noch bunter. Trotz dieses Farbenreichtums war alles von einem Geiste erfüllt. Man wollte den Geist NordauS an diesem Tage neu beleben. Dämmernder Morgen. Ganz Tel-Awiw wanderte zum Bahnhof. Das kleine hölzerne Gebäude war verzaubert. Nicht durch die Blumen und die Fahnen, sondern durch den gewaltigen Kranz von Menschen, die es umgaben. Begrüßt von den Klängen der Musik der Tel- Awiwer Polizei, werden aus dem Sonderwagen zuerst die Kränze, die vom Auslande kamen, dann der Sarg herausgetragen. Die jungen Makkabim und Zofim bilden ein Ehrenspalier, der Zug setzt sich in Bewegung, an der Spitze Frau Nordau, Frl. Maxa N o r d a u, Vertreter der. Exekutive, des Waad Leumi und der anderen Institutionen. Die Terrassen und Balkone der Straßen, welche der Trauerzug passierte, waren mit Menschen vollgepfropft. Auf dem Trottoir drängte sich ein unendlicher Menschenstrom. Musterhafte Ordnung, ein ergreifender Anblick. Vor dem neuen Rathause der Stadt Tel-Awiw wurde der Sarg auf ein schwarzes Piedestal gehoben. Makkabim hielten hier die Ehrenwache. Der Zug der Leidtragenden defilierte vor dem Sarge, der mit einer blau-weißen Fahne bedeckt war, um dem Toten die letzte Ehre zu erweiseu. Die Defilierung dauerte bis zur Mittagsstunde, ohne daß alle, die aus den Städten und Kolonien herbeigeströmt waren, an die Reihe kommen konnten. Unwillkürlich frug man sich: „Was führt die Massen hierher? Daß Nordau der erste ist, dessen Gebeine nach Erez Israel gebracht werden? Oder sonst eine Aeußerlichkeit? Oder verknüpft uns Juden des Jischuw ein inneres Band mit /Nordau, dem Träumer der Parole: „Eine Welle von 500.000 Einwanderern ins Land!"? * Die Mittagssonne glüht. Der Menschenstrom bleibt mit ungeschwächter Kraft in Bewegung. Er ist jetzt geteilt. Ein Teil führt zum Rathaus, wo die Trauermanifestation beginnt. Ein zweiter Teil geht zum Bet- Haa-m, wo die Feier den höchsten Punkt erreichen wird, ein dritter Teil geht zum Friedhof, zum letzten Abschied und zum Gelübde unserer Treue. Nach kurzen Trauerreden seitens des Stadtrates von Tel-Awiw, der Exekutive und des Chefrabbi von Jaffa, an der Spitze eine unendliche Kette von Kränzen, fetzt sich der Zug nochmals in Bewegung. Der große Bet-Haam- Platz ist zu klein, um die Menschenmenge zu' fassen. Hier spricht U s s i s ch k i n im Namen des Jischuw, des Waad Leumi. Es war kein Zufall, daß Nordau in diesen für den Jischuw so schweren Tagen heimgeführt wurde, kein Zufall, daß sein radikaler Geist gerade auf dem „Hügel des Frühlings" die Ruhestätte fand, kein Zufall, daß . Ussischkin für diese Aufgabe erwählt wurde. Mit höchster rhetorischer Kunst verband er mit der Trauerrede eine nationale Kundgebung. In dieser Rede gab Ussischkin eine klare Antwort auf jene Frage, die uns an diesem Tage beschäftigte: Das politische Testament Nordaus zu befolgen sei der Sinn der Trauexfeier. Er führte uns bis zur alleraktuellsten Frage, indem er sich an die Delega- % Aflerfänsle | .«öSm äaroaürf «dite.naturbuften tion des Waad Leumi, die nach Genf fahren wird, Mt den Worten wendete: „Wenn Sie in Genf nicht dem Testament Nordaus folgen werden, werden Sie uns eher Schaden als Nutzen bringen . . U" -ft Am Friedhof erklangen von der Ferne die Töne eines Trauerliedes. Das war der Vorbote, daß der Trauerzug sich der Stätte der ewigen Ruhe näherte. Am Grabe sprach auch Frl. Maxa Nordau. Ihre Erregung bekämpfend, richtete sie die letzten Worte an ihren geliebten Vater in der Sprache des Jischuw. Vom Meere her wehte schon ein kühler Wind, akS 'die Feier zu Ende ging und die Fahnen wieder hochgehoben wurden. An dem Tage, da Nordaus Geist unter uns lebendig war, erfüllte alle die Sehnsucht nach Wahrheit, Klarheit und Entschlossenheit. Ner „Geist Gottes". Bon Dr. Michael Berkowicz. In seinem Anssah Wer „Bubers und RosenKveügs Versuch einer neuen BibelWersetzung*) äußert Bernhard Tag sein Bedenken gegen die in dieser Uebersetzung gewagte „Durchbrechung der Tradition", da das traditionelle: „Und der Geist Gottes schwebte (nach Mendelssohn: gebend") über den Wassern" durch .Irans Gottes brütend usw." ersetzt wird. Dieses Pietätvolle Bedenken gereicht Herrn Tag zur Ehre; es fließt Zweifellos aus einem tiefen, religiösen Empfinden, das sich gegen Prosanierung der Bibel auflehnt, ebenso wie gegen die Willkür, mit welcher das „Buch der Bücher" von der rationalistischen Kritik behandelt wird. Gr mdsätzttch läßt sich geigen eine solche von Pietät diktierte Auffassung nichts einwenden, sie erscheint vielmchr sympathisch, insofern es sich dabei um wirkliche, feststehende Traditionen handelt. .Das ist aber in bezug auf die von Herrn T a g so apodiktisch als traditionell bezeichnet Uebersetzung von „m'ach clohim" in Genesis 1, 2 mit „Geist Gottes" durchaus nicht der Fall. .Iu'ach elohim" oder „ru'ach adonai" heißt wohl Werall, wo es sonst so oft in der Bibel Vovkommt, zweifellos „Geist Gottes", nur nicht an dieser Stelle, wo gerade die jüdische Tradition, um die allein es sich handeln kann, nicht an etwas Abstraktes, Unkörperliches denkt, sondern vielmehr das Konkrete, Materielle mit Nachdruck hervochebt. Und wenn wir von jüdischer Tradition sprechen, so ist natürlich an nichts' anderes zu denken als an die ältesten Uebersetzungen, an Talmud und Midrasch und an die 'späteren hebräischen Konrmentare, die in ihrem Geiste abgefaßt sind. Alle diese Quellen der jüdischen Tradition sprechen gegen die seit Luther übliche und später auch durch Mendelssohn befolgte Auffassung von einem abstrakten „Geist Gottes", der über den Wassern „schwebte" oder ,-webte". Die griechische Mbelübersetzung, die Septuaginta, spricht von einein ,pneunta" (neben- Geist — auch: Hauch, Wind), das als „epifereto" — ahingetrieben" gedacht wird. Ebenso übersetzt das aramäische Tangum Onkelos, das bekanntlich mchr auf die Sinn- Äs auf die Worterklärung bedacht ist: „ein W i n h. von Gott wehte über den Wassern". Das hebräische „rachaf" gibt er hier mit „nasab" — b läse n, wehen wieder, während er fiir dassMe „vachaf", das ein Mystiker des Midrasch, Simon b. Soma, *) „Morgenzeitung" Nr. 2568 vom 6. d. dur Analogieschluß ans Deutewnvmium SS, tt altS berührend «nb nichtberührend erklärt, sstchrch mH dem aramäischen „chasaf", schweben, Wnsttzt. Die AnsW dieses Mystikers, die mit diesem Arischen dm „oberen" «utz ,-unteren" Wasiern im Raume „berührend und nWberÜhvend schwebenden" Etwas das Vorhandensein«^ Wassers Äs gesondertm UrstosfeS, schon v o r der Schöpfung, anMuchRm scheint, wird von Talmud und Midrasch rundweg abgelchnt und R. Iosua hält ihn für geistesgestört. Und -wem R. Sinionb.Lak4sch diesen ganzen Bibelvers aggadislisch deutet und in ihm die spöüeren Leiden Israels in den Exilen und dessen Erlösung durH de« „Geist des Messias" augedeutet zu finden glaubt, so steht dcmebm die Ansicht eines anderen Aggadisten,: besten homiletisch« Erklärung lautet: ,M ist mit dem Master ein Bund geschlossert; auch in größter Hitze wird es vom Wind an geweht". Unter den hebräischen Kommentatoren bildet wohl R a s ch i eine Ausnahme, wenn er unter „ru'ach elohrm" den „Thron Gottes" versteht, der „Wer den Wassern, berührend »md nichtberührend, schwebt". ®eht Enkel Samoeel b. Meir, der den BSbeltext im Zusammenhänge nicht wörtlich mit „meracheseth" (schwebend), sondern in der targunischen Paraphrase „menasebeth" (wehend) zitiert, sicht in „ru'ach elöhim"den Wind (von Gott gesandt), der am ^zweiten Tage der Schöpfumg die Master zur Sammlung treibt, ähnlich dem Vorgang anr Schilsmoeve, da Gott das Meer durch einen starken Ostwind z-ävücktrieb und eS zu trockenem Boden machte (Exodus 14,21). Auch der'gediegene Abraham ibn Esra verficht unter „m'ach" den W-ind, der mit dem Epitheton „elohrm" deshalb geschmückt ist, Wetzl er als Bote Gottes ausgesendet wird, um die Wasser aus^'rtrocknen. Wollte man dm beiden letzteren wegen ihrer ro tiouÄistischen Richtung die Rolle von Wahrem der Tradition abspvechen und eben ein ,-Durchbrechen der Tradition" bei ihnen fht möglich hÄren, daun verdiente eS auch ein Dritter in ihrem Bünde, N a chma nid es nämlich, besten kabbÄistische Richtung außer allem Zweifel stcht. In seiner von talmudisch-mystischen »Anschauungen getragenen Erörterung der Kosmogouie gelangt er: Mm Schlüsse: Golt habe aus Nichts die Gmndelemente Feuer,' Master, Erde, Lu>ü („awrr" — griech. aer, „ru'ach") erschaffe:», diese bildeten Tohu und Bohu, eine chaotische Maste, und Wirch wehte Wer dem Waster. Diese Männer, die „rn'ach" nicht mit ,Me ist", sondern mit ,W':nd" wiedergeben, sind durchaus nicht ÄS' Gegner oder „Durchbvrcher der Tradition" zu werten. Eine aggadischt- Tradition weiß vielmchr zu berichten: Ein Sturmwind hing an dem schöpferischen Arme Gottes; durch diesen seinen Boten ließ er Ordnung eintreten in die chaotisch durcheinander -gemengten Elemente. Dieses, man könnte sagen, traditionelle Empfinden leitete sicherlich auch den Altmeister G r a e tz, Äs er (Bd. 2, S. 149) „vu'ach-elohim" mit „ein starker Wind" wiedergab. Auch S. B e r nse'd, einer der besten Kenner der Bibel und ihres sprachlichen Gr stes, übersetzte es nicht anders. Er folgte einem, richtigen Sprachgefühl, das ihm an dieser Stelle „elohrm" mit Mächtig (göttlich) wiederzugeben gebot. Dafür sprechen noch andere Stellen der Bibel. In Psalm 36, 7 wird ,charre-el" von Tcwgsum, Raschi und allen anderen hebrässchen Erklävrrn mit starke,.mächtige Berge übersetzt; ebenso nt Psalm 80, 11: ,-arse-el" mit starke Zedern (Septuaginta haben in beiden Mlen für. „el" — Gort). Diese beiden „el" werben auch an einer:Stelle herangrzogen, wo in gleichem Zusammenhang auch „elohrm" mit ,-stark" übersetzt wird. So übersetzt Bemfeld Hiob 1, 16 ,>esch Äohim": ein mächtiges Feuer; auch ein hebräischer Kcmrmentar, der gerade'in konservativen jüdischen Kreisen sehr brlliebt ist, „Mezud^ch-David", übersetzt so und die ihn begleitende Worterklärung „Mezudaty-Zivn" sührt aus: „Es gehört Mn Mlstchen Sprachgebrauch, daß mm etwas G r o ß e s, M ä ch t i g e s. ansdrückt, indem man es mtt dem Gottes na men 'verbindet, d. h, „Mlich" in allen solchen Fallen die Bedeutung von ,Mächtig".' Wie ein'Fingerzeig. drängt sich, mir in Midrasch Tauchuma, gerade mitten in der Erklärung der Schöpfungsg'/chichlr, ein beachtenswerter Satz auf. Es ist m. Ausspruch des von den Mystikern als Autor des „Sohar" verehrten R. Sicho n b. Jochai, der lmtet: Wehe den Lästerern, die den Namen Gottcs im Münde führen » n n ö t ißerweise, d. h. cmch dort, wo er nicht am Platze ist! Bervard Shaw über die gudensrase. (Anläßlich der Aufführung von „Mensch und Uebermensch" im Deutschen Volkstheater.) Bon Henriette Rappaport, Baden. Es ist schwer, Shaws wahre Ansicht über ein historisches oder aktuelles Problem zu erkennen. Man weiß nie, ob er die betreffende Frage ernst nimmt, ob er sie ins Lächerliche ziehen oder gar sich selbst ironisieren will. Was aber seine Stellungnahme dem Zionismus gegenüber im „M e n s ch und U e b e r m e n s ch" anbetrifft, so darf man wohl annehmen, daß die Ironie, mit der er diese Frage behandelt, keineswegs nur seine rein persönliche Meinung ist, sondern die Meinung einer großen Mehrheit seiner Zeitgenossen darstellt. „Mensch und Uebermensch" ist nämlich in den Jahren 1901 bis 1903 entstanden, zu einer Zeit also, als die zionistische Bewegung noch in den Killderschrrhen steckte. Derjenige, der das Wort „Zionismus" in diesem Drama ansspricht, ist Mendoza, der Häuptling einer Räuberbande, die in Spanien ihr Unwesen treibt. Er selbst betrachtet sich als Präsident einer Aktiengesellschaft zur höflichen und systematischen Ausplünderrtng vorbeifahrertder Autonwbile. Mendoza hat diese „Gesellschaft" gegründet und ist sehr stolz auf diese seine Leistrrng, denn wie der Zuzug von Mitgliedern aus allen Ländern der Welt beweist, entspricht sie einem wahren Bedürft:is seiner Zeit. Und dieser handelstüchtige Räuberhauptinann ist es, der im Verlause eines Gespräches sich zum „Zionismus" bekennt. „Es ist richtig," sagt er, „daß ich die Ehre habe, Jude ',n sein und, wenn die Zionisten einen Führer brallchen, nrn unser Volk in seinem historischen Lande zu vereinigen, so wird Mendoza nicht der letzte sein, der sich freiwillig dazu meldet." Da der Zionismus in dem Stücke sonst mit keinem Worte erwähnt wird, ist zu erkennen, wie lächerlich selbst einem Manne vom Range Shaws der Zionismus in jener Zeit erschien. Er faßte dieses ganze Problem als eine abentouerliche Angelegenheit auf, über die man sich lustig machen kann. Die Vorurteile der Juden und Nichtjuden gegeneinander und ihre wechselseitige Selbstliberhebrrng kritisiert Shaw, loenn er die Geschichte von der christlichen Köchin erzählt, die. einen jüdischen Freier nur deshalb zurückwies, weil sie glaubte, die Juden seien der Ansicht, daß die Nichtjuden weniger rein wären als sie selbst. Sie fühlt sich daher in ihren: Stolze verletzt und will nicht die Frau eines Mannes werden, der sie, ihrer Ueberzengnng. nach, gering achtet. Hier nimmt Shaw den Rassendünkel aufs Korn. Bedeutungsvoller ist ein Ausspruch Shatos über die Jndenfrage im „Handbuch eines Revolutionärs", das dem Drama „Mensch und Uebermensch" angefügt ist und die Tendenzen und Absichten dieses Dramas verdeutlichen und systematisch ausbauen soll. An einer Stelle dieses „Handbuches" spricht Shaw über die M i s ch e h e. Er meint, zwei verscheiden geartete Menschen könnten in einer Gemeinschaft zum wechselseitigen Vorteil einander ergänzen; in der Gemeinschaft der Ehe aber, ist es gerade diese Berschiedenartigkeit, die als solche besonders stark empfunden wird und unter der beide Teile leiden nmssen. Es ist daher leicht möglich, daß zum Beispiel der Sohn; eines gesunden, fröhlichen, gennßfrvhen Landedelmannes, der nur die Interessen seiner Klasse und seines Kreises kennt, und einer klugen, phantastebegabten, geistig hochstehenden Jüdin seinen beiden Eltern weitaus überlegen ist; doch ist eS unwahrscheinlich, daß diese Jüdin ihren Mann für einen interessanten Kameväden halten wird und daß seine Gewohnheiten, seine Freunde und ferne Lebensführung überhaupt ihrem Wesen zusagen werben. Diese beiden Menschen sind grundverschieden. Gewiß ist die Ehe zwischen Menschen von so entgegengesetzten Charakteren, deren Gegensätzlichkeit -in der Verschiedenheit ihrer Abstammung begründet ist, , ein Grenzfall, der nur selten Vorkommen wird. Die Bedeutung der Ansicht aber, die Shaw hier vertritt, liegt nicht so sehr in der Anwendung auf den Einzelfall, Äs darin, daß sie sich auf den Gegensatz zwischen Juden und Nichtjuden überhaupt anwenden läßt. Ich glaube, daß im allgemeinen, die Nichljuden dem primitiv-ursprünglichei: Leben viel rüiher stehen, daß sie viel mehr Freude an: rem Körperlichen empfinden als die Juden, die in ihren: ganzen Wesen, selbst in ihren^ primitivsten Lebensfnnktionen viel mchr intellektuell sind und dem rein Körperlichen weniger Freude abgewümen könne«. Ohne Zweifel hat sich dieser Zustand in moderner Zeit durch Sport und Wandern geändert. Andererseits aber trägt die jüdische Jugend auch in ihre Sporwereine und Wanderbünde schr viel rein Intellektuelles und SpeAüatives hinein, so daß schließlich die körperliche Ansbildamg nicht so sehr Selbstzweck als vielmehr Mittel znr Erreichung eines höheren, geistigen Zweckes ist. Ob diefe vorn geistige Lebenseiustellung eine Folge der historischen Entwicklung oder die historische Entwicklung eine Folge der geistigen Gnmdeinstellung des jüdischen Volkes ist, läßt sich schwer bestimmen. Jedenfalls steht es fest, daß diese große, vielleicht übergroße Jntellektualität der Juden besteht, und einen der grundlegendsten Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuben Wdet.

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