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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-19 · Heft 2599 (19.5.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2599 (19.5.1926)
Date
1926-05-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wt. 3699 «-«, «MP Warum habe« Sie Nr« Rami geheiratet? Der Mensch wirb Mar stets nur »church eigenen Schaden .Zug", crber m ksiner wichtigen Angelege icheit des Lebens folgt er weniger fremder Echchmng als bei der Heirat. Der alte Spruch, daß Liebende blind sind, bewahrheitet sich Per, und während man sonst bei wichtigen Entschlüssen -doch aus den Rat von Verwandten und Freunden hört, handelt man hier ganz «ach den dunklen Instinkten, die die Paare zu «iiiäufc« treiben. Tie Männer sind darin nicht besser als die Frauen, und selbst nüchterne Geschäftsmenschen, die sonst keinen Entschluß ohne eingehende Ueberlegung fasten, unternehmen den folgenschwersten Schritt des Lebens auf Grund wahrer Gefühle, lasten sich verlocken durch das Leuchten von ein Paar Augen, durch eine schöne Figur oder den Klang einer Stimme. Aber sind auch die Motive.des Mannes unberechenbar, so herrscht bei der Frau in ihrer Wahl :ürS Leben doch noch stärker die plötzliche Laune und der verschrobene Einfall vor. Eine amerikanische Zeitschrift hat kürzlich ihren Leserinnen die Frage vorgelegt: „Warum haben Sie Ihren Mann geheiratet?", und die Antworten sind zum Teil eine Blütenlese von Wunderlichkeiten. Sehen wir von den Frauen ab, die ganz offen eiugestchen, daß sie eine gute Partie machen wollten und daß ihr Herz nicht beteiligt war, so spielen mißverstandene Ideale eine große Rolle. Die Frgu gründet ja viel eher als der Mann ihre Ehe auf Ideale. Aber diese glänzenden Luftschlösser stürzen beim leisesten Anhauch des Allltags zusammen und das Erwachen ist häufig der Anfang einer unglücklichen Che. Eine ganze Anzahl der antwortenden Darren will ihren Mann „aus Mitl eid" gchsiratar halben. „Ich hatte diele Verehrer", schreibt eine, „und man wunderte sich allgemein, daß ich den ärmsten, häßlichsten und blödesten Herrn ans meiner Bekanntschaft heiratete. Wenn ich mir heute Wer die Gründe klär zu werden suche, warum ich Joe zum Lebensgefährten wählte, so war -es nur deshalb, weil ich glaubte, er würde sonst Niemals eine Frau in der Wellt finden^ und da tat er mir so leid, daß ich ihn nahm." Andere Frauen gestehen, daß sie trotz der Warnung ihrer Eltern und erfahrenen Bekannten einen Mann geheiratet hätten, weil sie ihn bessern wollten. Dieser erzieherische Trieb ist ja im Mädchen sehr stark, nnd sie läßt deshalb nicht raten, well sie glaubt, daß ihr Erwählter „ganz anders ist als andere Männer". Sie halben oft beobachtet, daß sich der Mann auch in der Ehe nicht.ändern läßt, aber bei ihrem Zukünftigen glauben sie immer wieder an die Macht ihrer Liebe und ihres Einflusses. Manche Frauen heiraten nur deswegen, um „einen Mann zu besitzen". Andere Gründe sind .der Wunsch nach Kindern und sehr häufig unangenehme Verhältnisse im Elternhaus e, aus denen man sich befreien will. Verschiedentlich kehrt die Angabe wieder, daß sie das „Gegensätzliche am Manne" an,gezogen habe. Aus diesem inneren Drange nach Ergänzung entstehen jene ..ungleichen Paare", boi denen man sich wundert, wie gerade diese beiden Mensche» Zusammenkommen konnten. Me bekommt man ein amerNanksche» Bksumk In der Zeit vom 16. d. bis 15. Juni d. I. wird das Konsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Wien, 1. Bezirk, Stock-im-EifenpIcch 3, wieder Gesuche um Vormerkurrg für die Erteilung des amer.i La nischen Einwanderungsvisums für das Fiskaljahr 1926-27 entgegen nehmen. Unter Berücksichtigung der übergroßen Zahl der bereits vorgemerkten Bisumwerbsr sicht sich das Konsulat veranlaßt, nur die Ansuchen jener Personen entgegenzunchmen, di« seit 31. Dezember 19 23 do rtamts in Vormerkung stehen oder im Sinne des Einwanbermrgsgefetzes auf eine bevorzugte Erteilung des Visums Anspruch haben. Die Ansuchen anderer Personen sind zwecklos. Gemäß den Bestimnrungen des amerikanischen Emwanderungsgesetzes vom 1. Juli 1924 werden jährlich nur 7 85 in Oesterreich geborene Personen zur Einwanderung nach den Bereinigten Staaten zugelassen. Außerhalb dieser Quote können nur Frauen und Kinder unter 18 Jahren amerikanischer Bürger, ferner unter gewissen Bedingungen Hochschullehrer, Geistliche und Hochschüler Anspruch auf Erteilung des Emwanderersichtvernrerkes erheben. Bevorzugt innerhalb der Hälfte der Quote erhalten den Sichtvermerk Mern und Kinder amerikanischer Bürger, letztere zwischen 18 und 21 Jahren, die Ehegatten amerikanischer Bürgerinnen und angeforderte Favmanbeitn in beschränkter Anzahl, Die Zugehörigkeit zu eiltet Quote richtet sich nach dem Geburtsort des Visumwerbers, das heißt Oesterreicher, die beispielsweise in der Tschechoslowakei geboren sind, zählen auf die tschechoslowakische Quote usw. Günstiger ist die Situation für Oesterreicher, deren Geburtsort im Deutschen Reich oder in Großbritannien gelegen ist, da diese beiden Länder über eilte verhältnismähiggroße Quote verfüg?«. Der Einwanderersichtvemiert ist vier Monate vom Tage der Ausstellung an gültig. Jenen Parteien, die glauben, für ein Visum in Betracht zu kommen, iverden Gesuchsformulare gegen Einsendung eines mit der Rückadresse versehenen und mit 15 Groschen frankierten Kuverts vom Wände mngsamt, Wien, 1. Bez., Herrengasse 23, zugesendet werden. Wien, W. Mai. * Das Wetter. Gestern war es etwas Mer und zeitweise stark bewölkt. Abends setzte Regen ein. Die Voraussage lautet: Weitere Zunahme der PsvHMng, wahrscheinlich Regen unv etwas kälter. * Todesfall. Gestern ist hi-r die ZahniMn Dr. Martha Wolf in folge eines Herzleidens Myrbem Dr. Martha Wolf war die mite Zahnärztin in Oesterreich und bat sich insbesondere um die Gesechchaft zur Errichtung von Schulzahnkliniken verdient gemacht. M«mr Dteflnqtffmtft_ SARA SINGER JOSEF ENÜELMANN II. EMPFEHLEN SICH ALS VERLOSTE WIEN, IM MAI 1926 WIM DR mxin m M pöWD ADV -ID ifpiriDn rfaron m vonab ijnn nim mo mi'jn -ppsn rotn IW /"TH» ’W WB RICHTER- UND PREDIGER- TALARE UND BARETTE von 8 65 aufwürts vorrätig und nach Mass beim Spezialisten 135 RUDOLF GOLDSTEltf. Zivil- und Mormsclinelder Qagrilndei 1866 Wlftlt, II. Tlborstrasse 94 Telephon 45-6-20 Elegante Herrenkleider nach Mats, massige Preise, Zahlungserleichterungen * Die Lebensmüden. Gestern hat sich das 21jährige KmderftöMlctit Emmy Streicher, Langegasse 67, an ihrem Dienstort durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet und wurde als Leiche aufgefunden. — Im Hause Laimgrubengasse 14 hat sich die dort bedienstetc '22jährige Hausgehilfin Gisera S. durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet und wurde tot aufgefunden. In beiden Fällen ist das Motiv der Tat noch unbekannt. * Das Leichenbegängnis des Hofrates Karl Rosler, ehemaligem Redakteur der Amtlichen Nachrichtenstelle, findet Freitag um 11 Uhr vormittas auf dem Zentralsriedhof, 3. Tor (neuer Friedhof) statt. * Er schlägt jede Konkurrenz. In dem Küchenwagengeschäst Eduard L e M p e r t in der Unteren Augartenstraße wurden seit längerer Zeit große Waren abgänge sestgestcllt. Es gelang einem Angestellten der Firma, den 35jährigen Magazineur Felix Kit tratsch ly, in Oberlaa wohnhaft, dabei zu betreten, wie er zwei Rucksacke mit Küchengeschirr fortschafien wollte. Eine in seiner Wohnung vorgMiommene Hausdurchsuchung förderte Küchengeräte in großen Mengen zutage. Bei ieiner Einvernahme nannte der Verhaftete als leinen Komplicen den gewesenen Gcschäftsdtenirr bei der Firma Lempert, den »n Johann Macho. Beide gaben an, die Waren, die ert von 12.060 Schilling erreichten, dem in der Klosterneubnrgerstraße wohnhaften Markthelfer Martin Unger verkauft zu haben. Unger hat auf dem Sonnbergplatz m Döbling einen Stand, wo er das Geschirr jtt derart billigen Preisen verkaufte, daß sich die Leute bei seinem Stand förmlich anstellten. Unger trieb auch mit den gchtohlenen Waren einen schwunghaften Handel nach dem Burgenland. Auf dem Bahnhof in Menstadt wurden zwei Kisten mit Geschirr im Werte von 2000 Schilling beschlagnahmt. Die drei Verhafteten wurden dem Landes- - gerichi emgeliefert. * Verhafteter Taschendieb. Am Sonntag beobachteten Kriminalbeamte im Prater einen Mann, der sich in bedenklicher Weife an die Besucher im dichtesten Gewühl heranschlich und-verhafteten ihn aus frischer Tat. Der An^chaltene -ist der 24jährige Maryan Koziorek aus Warschau. Er gab Not als Beweggrund an. * Von Homosexuelle« verschleppt? Dem Kommissariat Brigittenau wurde angezeigt, daß seit dem 11. d. aus der Wohnung Allerheiligenplatz 10 der 16jährige Praktikant Franz Kirn tzler unter Umständen verschwunden ist, die daraus schließen lassen, daß er in Gesellschaft von Homosexuellen aus Wien -abgereist ist. Am 9. d. soll er geäußert haben, er wolle einmal einen Ausflug in das Helenental oder ans dem Semmering unternehmen. * Ein Automobilunglück bei Reunkirchen. Aus Edlitz an der Aspangbahn wird uns gemeldet: Gestern vormittags schr der Baumeister Alfred Nikoladoni aus Wien mit jemem Automobil. m welchem zwei Passagiere saßen, von Wien nach Edlitz. Unterhalb des Edlitzer Friedhofes verlor er die Lenkung und fuhr in eine ans der Straße stehende Gruppe von vier Personen hinein und dann in den Straßengraben. Bon diesen vier Personen wurden dir Hilfsarbeiterin Theresia 8 a m m e l durch einen Bruch der Schädelbasis lebensgefährlich, die Hilfsarbeiterin Anna Treitler und der Hilfsarbeiter Josef Walter schwer und die Tochter der Anna Treitler, Rosa, teicht verletzt. An dom Automobil wurde bloß die Laterne gebrochen. Gegen den Lenker des Kraftfahrzeuges wurde die Strafanzeige erstattet. * Telephonverkehr Wien—Dialystok. Vom 16. d. an fft der zeitlich unbeschränkte Sprechverke.hr forschen Wien und Bialystok allgemein zuqelassen. Die Sprechgebühr für die Einheit .des gewöhnlichen Gespräches beträgt 7 S. 6 G. Radropvogvamm. Heule Mittwoch den 19. Mai. 16 Uhr 16 Min.: Nachmtttagskonzert. — 1/ Ubr 50 Aiin.r DaS Verkehrswesen Wiens. Ing. Ludwig Spängler. — 18 Uhr 25 Min r Die FrühiahrSausstellung der Ku stgemelnschaft im Burggarten Bildhauer Karl Gelles. — 19 Uhr r Mustkkurs. Prof. Stöhr — 20 Uhr: Orchvsterkonzert der Wiener Philharmoniker. — 21 Uhr 4b Mm r ALend-(Tanz--)Konzert der Kapelle I. Geiger. vereine. Vorträge und Versammlungen. Galatafel aus der Zeit Maria Theresias. .Heute um 11 Uhr vormittags wird der Handele,rnntster D>. S ch ü r f i in Schloß Schönbrunn (große Galerie) eine Ausstellung r „Galatafel aus der Zeit der Maria Theresia" eröffnen. Diese durch das österreichische Muieum und des Bundesmobil endepot veranstaltete Ausstellung ist in der Zeit vom 19. bis 27. b; täglich von 9 bis & Uhr zu besichtigen. Schalom-Alejchem-Gedenkfeier. Die Vereinigung jüdischer Hörer-an der Hochschule fü> Wettoandel Veranstalter am Samstag den 22. d. um */,9 Uhr abends in der Leie- und Redehalle B Hochschmer, 9. Bez., Türkenstratzo 9, eine Schalomr«Gedenkfeier. Redner Herr Löbl Taubes. Jüdische Volkslieder, vorgetragen von. Herrn Oberkantor G. Margulies. Ohne Regiebeitrag. Zeire MiSrachi Wien. Anläßlich der Verlobung des BereinSobmanned Herrn Joief Enget mann mit Fräulein Sara Singer findet Samstag den 22. d. nm 3 Uhr im VereinSlokale. 2. Bez.. Pratorstraße 43, eine GratulattonSf e i e r statt. Samstag um 9 Nyr treffen sich im Vereinslokale die Dei nehmer an der Fahrt auf den Semmering. Zionistische Bezirkssektion Alsergrund. (Monat Jjar- Aktion.) Donnerstag um 8 Uhr abends im Caiö City, 9. Bez., Porzellangaffe 1 (Ecke Berggasse), zionistisches Meeting. lieber die Zukunft des jüdischenBolkeS tn Palästina und in der Diaspora werden sv echenr Frau Anttta Müller-Cohen; Herr Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; Herr Dr. Joief Löwenherr, Vizepräsident der J'raelittschen Kultusgemeinde; Herr Dr. Georg Weiner, Bezirksrat. _». m m <WWIr KM, Bühne, UM. arS»Ot|Et wHtES ♦ Theater in der Josefstadt. Brutus Jones ist eigentlich ein Verbrecher. ZwgeMSi«.i gelang es ihnr, zu entfliehen, sich als Kaiser einem armen Mi gervolk aufzudrängen und die Untertanen, wie übttch, ausgiebig zu bestehlen. Die Revolution ist da, ttne ganz merkwürdige, futuristische Negerrevolution, die de» Kaiser Jones entfllehen läßt und ihn dann mit Trommelfchlag unsichtbar verfolgt. Diese Flucht ist der eigentliche Inhalt des Schauspiels von Eugene G. O'Neill; wenn dies aber der ganze Inhalt sein soll, diese wilde Flucht des tterischen, feigen, skrupellosen Jones, so müssen Regie und Einbildungskraft stark tn Aktion treten, um aus dem mageren Monolog eine dramatisch ernst zu nehmende Handlung herauszuhoken. Die Regie von Bela Balazs tat ja das Ihrige dazu; das eineinhalbstündige Trommeln konnte man sich bei einiger Anstrengung als ein inneres Hämmern im Gehirn der gemarterten Kreatur symbolisch erklären. Und die vielen schönen Geistererscheinungen, die von Geschmack, Phantasie und Einfallsreichtum des Regisseurs zeugten, würden im Filni, bei exakter Beleuchtung und Durchführung, auch zu n;ancherlei Kombinationen nnd Gedanken anregen. Daß das Trommeln nach jedem neuen Erwachen der Gewissensbisse stärker wird, ist unzweifelhaft eine ausgezeichnete und psychologisch bgründete sinnliche Darstellung eines inneren menschlichen Vorganges. Es frägt sich eben nur, ob das ganze, fortwährende Trommeln auf die Bühne gehört; ob nicht am Theater mit etwas geistigeren und dramatischeren Mitteln ein innerer Konflikt dargestellt werden soll. Die ganze Arbeit der Einbildungskraft dem Zuschauer zu überlassen, geht doch nicht an und wäre gerade beim modernen, nervösen, dekadenten Publikum verfehlt. Hier wären wir aber schon wieder bei den Mängeln des Stückes angelangt, für die die Regie nichts kann, die sie sogar gemildert hat. Sie bewies auch, daß aus diesem Sujet ein guter Film zu machen wäre. Den schwarzen Kaiser Jones, eigentlich die einzige Rolle des Stückes, spielt Homolka ausgezeichnet. Es gelingt ihm, die ganze Vielfältigkeit dieser Rolle wunderbar zum Ausdruck zu bringen. Keine Gebärde, keine Nuance geht verloren. Den Kulminationspunkt seiner vortrefflichen Darstellung bildet ein' Gebet des Gejagten und von Phantomen Gequälten: ein Aufschrei hoffnungslosen Wahns! Auch der Tanz Louis Rainers als Zauberdoktor ist sehenswert. Nur einen Stär und einen interessanten Hintergrund auf die Bühne, stellen und von einem Schauspiel sprechen — ist aber doch unmöglich. Zum Theater gehört das Drama, diese Mnsenwahrheit müßte man beherzigen. Leopold Thal er. .. «ns den Theatern. Burg t b e a t e r. Morgen, Va8 Uhr abends, zum ersten Male „D u e l l a m L i d o" von Hans I. R e h f i s ch. Akademietheater. Morgen, Uhr abends. „Unverhofft". Overntbeater. Morgen; 7 Uhr. „D o v» I u a n". Frau N e m e t h fingt zum ersten Male die Donna Anna. B o t t s o p e r. Morgen und übermorgen „Der Bo g elh ä nd l e r". T h e a t e r i n d e r Joief st a d i. Heute und morgen „D e r D i e u e r zweier H e rt e n", Lustspiel von rst! Sa « Im Wiener BRrgertheater findet Samstag die Premiere der Novttät „An der Schönen blauen Donau", fünf heitere Wiener Bilder aus der Gegenwart mit Gesang und Tanz von Leopold Krenn und Karl Lirndau, Gesa>ngstexte von Karl Farkas, Musik von Dr. Egon-Neumauu. statt. Gerichtssaal. Ser zufammenbmch des vmühanse» KM« nnd So. 51,4 Milliarden Passive«. Bor dem Schöffenfenat unter Vorsitz des Hofrates Dccktor Cierny hat sich in einer für mehrere- Tage anbercmmten Verhandlung der Inhaber des jallit aewordenen BanLgeischäftes Kalmar u. Co. der 50>jährjHr Friedrich Kalmar wegen -des Verbrechens der Veruntreuung und wegen des Vergehens der fahrlässigen Krida zu ^verantworten. Der An-geklagte wick» von Dr. Besterman-u und Hofrat Dr. Kittel verteidigt. Die AnÄagen wich vom Staatsanwalt Doktor R e i t i n g e r vertreten. Kalma r soll im Jahre 1921 Wertpapiere, die ihm 11 Klienten ins Depot gegeben hatten, in einem Betrage von 102.964 Schilling verpfändet und den Erlös für sich verwendet haben. In diesem Vorgehen eMickt die Staatsanwaltschaft das Verbrechen der „Veruntreuung. Zum Zusammetebmch der Firma M das fahvlWge Verhalten des Angeklagten beigetragen halben. Das Bankhaus, das den Umfang einer Mittelbank halte, wuchs von Friedrich Kalmar und einem ehemaligen Prokuristen der Firma Kola u. Co. unter dem Namen Lustig u. Co. gegründet. Im Jahre 1923 trat der Inhaber der Brunner Schokoladefabrik Max Oppenheim als Mer Gesellschafter mit einer Einlage von 35 Mlliarden Kronen ein. Die Kundschaft der Firma Kalmar n. Co. bestand hauptsächlich' aus Nemeven SpÄulanten, die gewöhnlich nur 40 Prozent ihre^r Kont i s d e ck t e n. In der Zeit der Jnflattvn , machte die steigende Kurstendenz diese Unterdeckuna wett.. Ms jedoch die Kurse zu sinken begannen, unterließ es das Bankhaus Kalmar, um sich die Kommittenten als Kunden m. erhalten, die Engagements durch exekutive Verkäufe glattzusteuen. Zu dieser von der Anklagebe« hoche als leichtsinnig beyrichnete KreditgewähMug kW noch die ungMckliche Jrmtketchtekulatton, aus der dem Ban!hau.se Verluste vonfast MM-ilNarden Kronen erwuchsen. Zur Durchführung der Effekten- und Devisenspekulationen verschaffte sich Kalmar die notwendigmi Geldbeträge im Reportwege. Die in Verwahrung des Bankhauses befindlichen Effekten wurden ohne Rücksicht auf ihre Verpfändbarkeit zu diesem Zrvecke Äs Deckung gege>ben. Ms Kalmar am lg. April IM um die Evüffrmng des MS^eichsveMbvMs

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