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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-13 · Heft 2593 (13.5.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2593 (13.5.1926)
Date
1926-05-13
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Kr. 8888 Wiener Morsenzeitung Kunst, Bühne, Buch. Threttr. Dieser für Wien tieueste GälSworthh ist lediglich vitte technische Leistung. Eine respektable und löbliche. Der Stoff, lautlicher für einen E«tck>enzroMSn gegen imperialisti>che Kolonialpolitik und verruchte Bövsertmanöiver, ist auf acht wirkungsvolle, kräftig dialogisiert« Bühnettbilder verteilt. Man sieht, mie in London die Potentaten von der Börse, Politik und Presse eine Expedition in den afrikanischen Urwald veranlassen und bezahlen, teils aus Gründen der Raison, teils <natüÄich vor allem), um einen tüchtigen FiMug zu machen. In den weiteren Bildern gelangt man dir tief, tief in den Urwald und sicht alle Teilnehmer, den skrupellosen KvMmaNdanten, seine Offiziere und die armen, schwarzen Lastträger, zugrunde gehen. Di« einzelnen Figuren tragen ihre EtEetten (sind nicht dichterisch gestaltet). In Schwarz-Weiß-Manier ist Gswaltmerrschentum, Kaltschnäuzigkeit, Heuchelei, Habgier, .Selbstsucht, Treuherzigkeit der wilden, von der europäischen Kultur noch nicht beleckten Dunkelfarbigen gezeichnet. Ein einziger Teilnehmer der Expedition rettet sich nach London zurück. Seine Mitteilungen über die Absichten des ermordeten ExpeditionsleiterS, nicht den Auftrag zu erfüllen, sondern ein Diamantenfeld zu erreichen, genügen den Geld- Magnaten, d-er mit gefügigen Kreaturen arbeitet und über Leichen geht, einen ungeheuren Börsengewinn zu erzielen und sich schließlich Wohltätigkeit zu leisten. Ter gesprochene Film, von Direktor Körner vortrefflich inszeniert — nur die Pausen sind bedenklich lang —, wird durch Projektionsbilder im Hintergrund, welche Szenerien aus dem Urwald dar stellen, in seiner Wirkung schr gefördert. Die Schablonenfiguren sind bei den Herren Taübl e r, Balberg, L e y und Körner sowie bei Frau Marbach in den besten Händen. Auch alle Episoden sind schärf umrissen. Und wenn auch der Urlvakd nicht auf die Bretter gebracht werden konnte, so faud man doch einige Mteure, die dort ihre Heimat haben. Es wirken leibhaftige Neger mit. Q. A. »Jas Sprungbrett der Liebe." Renaissance-Bühne. Orr der Handlung dieses Lustspieles von E. Säblous und L. Barde: Das Bett. Zeit: Bor, während und nach einer bedeutungsvollen Nacht. Handlung: Ein mondäner, schmucker Backfisch spring: an diesem verfänglichen Ort und zu dieser amorgesegneten Zeit von der Liebeständelei eines ShimmMnglings in die männlich-starken, aber zart ansassenden Arme eines reifen Gatten. Manches geschieht symbolisch, manches noch wörtlicher als hier nur „schamhaft" angedeutet: Pikant, pikanter, nicht zu überbietcn; amüsant, n>cniger amüsant, mib schließlich... Gespielt wurde Liese künstlerisch belanglose, in den Charakteren bis aus das kleine, treuherzige Sportmädel Verzeichnere Komödie, ausgezeichnet. Schade, daß so viel Einfälle uud Witz in Regie Und Darstellung darauf Verschwendet wurden. Es tu: einem weh, sich vom Stück so ärgern und von den Schauspielern so unterhalten zu lasten. Die herbe, knabenhafte Jugendlichkeit uud leidenschaftslose Temperametttfülle Charlotte Anders erquickt im und äußerhcrlb des Bettes; hier , moussiert Sodawasser mit Himbeer; aber stärk. Järnö gleich gut als bornierter Rechtsänwatt im ersten, als gentlemanhafter Gatte im zweiten üitö dritten Akt. Mer auch seiner Kunst.gelang es nicht, aus diesen zwei Typen eine Gestalt zu schaffen; das ist aber auch ganz unmöglich. Else Schilling und HUgo Riedl — ein köstliches Ehepaar. Wer, wie Frau Schilling, auf der Bühne so koliscquent dcis Krakeelen zu karikieren versteht, muß im Loben ein famoser Mensch sein... Dem sonst vortrefflichen Hans Kammauf entsprach nicht ganz die Rolle, während Willy Trevitsch der die Dornenkrone des Hunwrs trägenötz HöteÜ«llner glänzend gelang. ' l. ch. Wie die Korrespondenz Herzog Meldet, hätte der Ptöfi« beut der Bundestheater, Hettiorisihöf'Dr. Prüger, gestern mit dem Unterrichtsminis.'er Tr. Schneider e:m. längere Konferenz in Angelegenheit der durch die Demisj''',! des Direktors der Sta2tsvj.ee Schälk geschaffenen Lage. Ja« Wiener Gastspiel der tziibimah. Wie wir bereits vor einigen Wochen gemeldet haben, wird das berühmte Moskauer hebräische Theater Habimah, das gegenwärtig mit außerordentlichem Erfolg in Polen spielt, auch in Wien ein Gastspiel absolvieren. Der technische Direktor der Habimah weilt gegenwärtig in Wien, um die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Das Gastspiel wird Ende Mai im Carl-Theater beginnet:. Folgende Stücke werden zur Aufführung gelangen: „Tybnk" von An—sky, „Jnalobs Traum" von Beer-Hoffmann, „Der ewige Jtlde" doü Pinski. „Golein" von Lcwik und „Mäbul" von Berger. V u r g t.tz e a t e r. Müssten. V»8 lstir abends. i j: n d vonAarnhöl m" (TheätärgWöinde Serie B, bläu). C p? i u t D i a t c t. MötgeN. Va8 Uhr abends, ,S äl o m e''. ' . Voltsöver. Morgen „D e r V ö g e l Ü ä n V l e B ü r g e k t h e a t e r. Äb Söüntag Klangt wieder allabendlich „G r ä f t n M a r i z a" zur Aufführung. R e n a t t s a n c e b ü h tt *. Die Vorstellungen der Lust» svielnovität „Das 2 prungbett der Liebe" mit Charlotte Ander beginnen ab heute um v Uhr. Modernes Theater. SamStaa gelangt Doktor Kürt SönnenfelbS Drama einer Leidenschaft .Hände" alS Nachtvorstellung zur Uraufführung. Heute, 3 Uhr nachmittag«, findet eine WohltatttzkeiiSvörstellnüg stritt. Zur Aufführung gelangest »Der verwandelte Komödiant" und .T r t t f ch . T r n t s ch". Der Jüdische Gesangverein in MSHr.-Ostrau führte in den letzten Lägen Handels Oratorium,-Judas Maccabäns" UMr der Leitung seines CyotMeisters, Kapellmeisters A. A i ch, auf. Die Aufführung bildete — wie man uns aus Mähr.- Ostrau schreibt — ein künstlerisches Ereignis im Musikleben der Stäbt. Der gegen hundert Personen starke Chor ist bemerkenswert äüsgeglichen und technisch weit Vorgeschritten. Bon drei Partien abgesehen, wurden auch die SoÜ von Vereinsmitgliedern vortrefflich durchgeführt. Besonders ragte Fräirlcin Maltschi Sonnenscheinin der Sopranpartie hervor, eine Konzertsängerin von großem Fotmat. Mit einem glockenreinen Organ verbindet sie GesaNMultur und Innigkeit des Vortrages. Den orchestralen Teil besorgte das ausgezeichnete Orchester des mähr.-schles. Nationaltheaters. Bereit». Borträze und Lerfammlunseu. Wiener Beth-Hamtdrasch, 8. Bez., Ferdtnändstraße 23. Heute, 6 Uhr r Lektor Dr. G e l b h a u S r „Historische Psalmen." — Z i o n i st i' ch e Jugendgruppe Leopold st ad t. Heute, V2B Uhr nachmittag?. Aürschußsitzung. » Modeschan ütit Akademie und Tanz. Montag den 17. d., 9 Uhr abends. im Kurtalon Stadtpirk BurpUbt luminoux. Unter anderen DarbietnngeN: Kindertanz Enleinole Gl eie Groß, Frau Meller-Bugno, StaaioperNballett,. TLnzerhaar d'Ostenn. Reinertrag für den Keren Käjemeth. Karten 1. Bez., Kärntnerstraße Nr. 28/Z. Teleohon 77-4-85, 77-4-86. Jüdisch-akademischer Philosophenverein. Bei der anr 8. d. stättgefundenen Generalversammlung wurden die Herren Sch Babad als erster. I. Melzer als zweiter und Ch. Bernstein al? dritter Obmann und die Herren Adler, Fränkel. Dachauer, Kohlberg. Horowitz, Gottfried, Rosenberg und Frömmer in den Ausschuß gewählt. Nctdiöprogramm. Heute Donnerstag de« 13. Mai. 11 Uhr: Archesterkonzert des Wiener SympdonlevichesterS. Max Reper r Sntie im alten Si'l, 0p. 93. Richard Strauß: Orchesterlieder: Liebeshymne, Zuneigung. Cäcitie (G sangwlo Opernsängerin Sonja Balm). Franz Liszt: Les Preludes. Peter Tschaikowtzkh: 1812, Ouvertüre. Cdvard Grieg: Peer-Gtint-S»ite, l. Teil. Viktor Herbert r Serenade. David Popper: HarleqUin. — 16 Uhr: Nachmittag'kdnzert der Kapelle Jelinek. — 18 Uhr 10 Min.' Kammern:» stabend Das Mitdner-Ouartert. Franz Schubert: Streichquartett A-Moll 0p. 29 (Allegro tna non tropö, Anban e; Menuetts, Ailegro moderato). Cdvard Grieg : S reichquariett, G-Moll (Uri poeo Ahaanie, Altegro molto, Rvmame, Andäntino. Jttteniiezzo; Finale). Al? Einlage- »lavieroorträgs Lilly Weiß. — 20 Uhr: „Dä? Madel cm? der Vorstadt" od'r: „Ebrlich wäbrt am längsten", Posse in drei Akten von Johann Ncstroy Mstwtrk-nde: Karl Kneidinger, Ilse Jta, Han« Kainz. Oskar Sima, Arvad Kramer, Ritr Prohaska, Lilln Fiöblich. Anna Kainz-Schrötter, Dora Miklostch, Lia Länvt, Aellh Stähl, Fra^z .stätnnrauf. Der Münchmeher-Prozcß. Ei Der seit einigen Tagen vor dem Borkumer Gericht vor sich gehende Prozeß des Pastors M ü ü ch ist e y e r, cin.:s der übelsten vöttischen Hetzer in Deutschsand, entwickelt sich;n einer Sensation; der klägerische Pastor lbtrb immer mchr in die Stellung eines Angeklagten gebränist. Miinchmeycr klagte den katholischen Schriftsteller Bö l kle in als den Bcrfafler der Broschüre „Der Kannibälenhäiiptling auj der Nordseeinisel^ ferner Dr. Chärig vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Gaubens, und P e l s, einen Börkümcr Bürger, wegen Verbreitung dieser Broschüre. Ter erste Vcrhandlunastag brachte zunächst die Verlesung der mkriminierten Broschüre, die den Titel trägt „Der falsche P r i o st e r oder der K ä n n i b a l e n h ä u p; l n g auf der No rdse c inse l" und die Ac-ußevung der drei Angeklagten zur Dache. Dr. Völllein, ein junger Wissenschaftler auf dem Gebiete der kritischen Theologie, erklärte, die Broschüre auch heute noch schreiben zu nnissen, genau wie damals. Er habe eine außerordentlich Hohr Auffassung von den Pflichten eines Geistlichen. Besonders auch die K a t h o l i k c n h e tz c Münchnieyers sei empörend gewesen. Scdann wird die „junge Dame mit der Narbe" vernontmen. Ein Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit wird abgelehnt. Nach Münchmeyers Angabe ist es nicht z u K ü s s c n g e k o m m e n. Er gibt nur das A ufeinanber» legen dör Lippen zu- Das Ergebnis des ziveiten Bechandlungstages ist nach drei Richtungen hin bemerkeiiswert. Münchmeyers Glaubwürdigkeit ist aus das höchste erschüttert. Rechtsanwalt Doktor Bruno Weyl. mußte feststellen, daß er, falls der Nebenkläger für seine Anssagen als Zeuge bereits vereidigt nwrden wäre, seine sofortige Verhaftung wegen Meineides beantragt hätte. Es ist durch Zeugenbeweis festgestellt, daß Münchnveyer die Frau eines O b e r l a n d j ä g e r s in Abwesenheit ihres Mannes zur Herausgabe eines Münchmeyer betreffen-' den a m t l i ch e u Schriftstückes ans dem verschlossenen Schrei'btisch des Mannes veranlassen wollte. Die abschließende Vernchmung der jungen Dame, mit der die Kußszene im Krankerchalls vorgekomnten ist, vermochte nicht Vas feststehende Urteil über diesen Borgang zu erschüttern. Der dritte Berhandlungstag brachte die Fortsetzung der Erörterung des Lebenswandels Münchmeyers. Es lvurde durch Zeugenaussagen eMich festgestellt, daß Mlnchnreyer än einem Abend in Emden hinter einem Dienstmädchen längere Zeit gegangen sei und sie auch schließlich a n g e s p r o ch e n' habe, tvobei er sich als G r o ß k a u f m a n n aus Hamburg oorstellte. . Bezeichnend für die Persönlichkeit des Nebenklägers ist noch, daß er an dem Tage, an dem dieser Vorfall sich abgespielt haben soll, von einem Borknmer Einwohner ans dem Mieleinigungsanlte Ern-den einen Schlag ins Gesicht erhalten hat, der ihn lrrchreve Zähne kostete. 18. Mai 1926 «MF ■ .. ii ■" .. -l »HI.IWM .■.■i.iiil minim nnM.»ti. in, , - , mMatmdätt SoKstotrt. Sie Sotflänflt in Der Unlottbimt. SJdlriH M SttiUmi SM. Die Unionbank versendet folgende Mitteklung: „Herr Direktor Robert Beck, welcher der Unionbank seit dem JHvr 1892 und deren Vorstand seit dem Jahre 1916 angchört »tch dessetl große Verdienste um das Institut allgemein anerkannt sind, scheibet am 30. Juni dieses Jahres in freundschastl-ichem Ein. oernchmen mit der Bankleitnng aus der Mtwität. Ueber Wunsch der Bawk verbleibt Herr DirÄwr Beck als ihr Dertteter in den Ko irz e r ngese lls ch affe n, in deren Verwaltung er delegiert ist." Das Ausscheiden des Direktors Beck aus dem Vorstände der Unioubank bringt die bisher latente Krise in der Unionbank »n die Oefsentlichkcit. Direktor Beck gchörte zu den Vovstanbsmn. gliedern der Unionbank, welche sich entschieden gegen den Eintritt Bösels in die faktische Leitung der Bank wchrten. Beck hat auch seinerzeit zu verhindern gewußt, daß Pväfident BosÄ die Bank für seine eigenen Transaktionen in Anspruch nahm/' $8 ergaben sich heftige Kontroversen, als Bosel ein großes Paket Unronbankaktien in der Unionban! lombardieren wollte und größere Kredite in Anspruch zu nehmen gedachte. Damals erklärte Direktor Beck als Sprecher der Direktion, daß der Präsident im Interesse der Autorität der Bank nicht anders wie jeder andere Kontrahent behandelt werden dürfe. Dem Widerstande bes Direktoriums ist es auch;uzuschreiben, daß Basel lange Zeit nicht -..azn kam, seine Funktion als Präsident der Bank vtszuüben. Erst noch langavierigen Verhandlungen wurde zwischen Bosel und dem Direktorium ein Friede geschlossen. Trotz allein ließ sich der Vorstand unter Beck in seiner Haltung nicht beirren und beivog Bosel zur Rückzahlung eines Kredites in der Höhe von 30 Milliavden, was für Bosel mi: ziemlichen Schwierig, leiten verbuwden war. Der Vorstand der Bank war ununterbrochen erfolgreich bestrebt, dem Großaktionär keine wirkliche Macht in der Bank cinzuräumen, so daß der Einfluß Bösels nie sich stärker entwickeln konnte. Im Vorjahre wurde bekanntlich das Mienpaket Bosells von der Union Trust A.-G. übernommen. Diese begann sich rmn für das Schicksal der Bank intensiver zu interessieren und da Basel formell als Präsident weiter gelten wollte, mußte er sich dem Diktat der Faktoren des Uniontrust, in erster Reihe 'der Herren Josua un,d>Generaldirektor Keller von der Schweizer Eskomptebank, fügen. Präsident Bosel ist jetzt nichts anderes ÄS das Ansführungsorgan des Diktates dieser Faktoren. Anläßlich der Beratungen wegen der Feststellung der Gokdbilanz der Unionbank hat die Spannung zwischen dem Vorstände und Bosel akuten Charakter angenommen. Der Uniontrust und seine Faktoren sehen ein, daß bas ganze Geschäft ihnen den erwarteten Etfolg nicht gebracht habe. Durch diese Transaiktion sind vor einem Jahre zehn Millionen Dollar gebunden worden. Die Versuche, einzelne Pakete dem Markte zur Verfügung zu stellen, sind mißlungen. Es wurde wohl knapp nach dem Abschluß der Transaktion mit dem Union Trust versucht, auf dem Wiener Markt eine künstliche Hausse hewor-zurufeN, um auf diese Weise einzelne Pakete besser abfetzen zu können. Aber auch dieser Plan mißlang. Mittlenveile wächsen die ZinfenverbiMichkeiten. Die Bestrebungen, daß Aktienpaket der Unionbank an die Eskomptcgestllschaft zu verkaufen, haben bisher keinen greifbaren Erfolg aüfzuweifen, weil die Cskoniptegesellschaft in geümpet Kejmtnis der Prekären Situation des Präsidenten Und des Drängens der Faktoren des Uniontrusts einen möglichst niedrigen Preis für das ganz« Unioubäükpaket bieten will, und töeil fte andererseits nicht alle 81, sondern nur 81 Prozent der Aktien übernehmen WM. Damit ist aber der Eskompte de Genev« nichtgehokfeu. Infolgedessen haben sich die Verhandlung in die Länge gezogen: Die Hintermänner des Uniontvusts sind aber 'bestreb^ weNWtettS in jenett Betrieben, die durch die Aktienpakete repräsentiert werden, chte möglichst sparsame Verwaltung Platz greffen zu lassen. Es ist bekannt, daß die tatsächlichen Herren in Veitschet Magn-rstt nicht die jetzigen Mitglieder des Verwaltnngsrates sind, sondern Herr Josua und Präsident Keller, ohne deren Zustimmung die Verwaltung keine entscheidenden Schlüffe saßt. Achnlich ist es auch bei der Unionbank, wo von Bosel nichts chne Zustimmung der Herren rat Union Trust unternommen werden darf. Selbstverständlich hat der Union Trust als Besitzer des großen Unionpaketes ein Interesse daran, daß die G o l d-- bilanz nwglichst gut ausfalle. Dies schon mit Rücksicht. auf die Absatzmöglichkeit des Aktienpaketes. Gerade die Abfassung der. Gvldbilanzen bietet aber Gelegenheit zu mannigfachen Manipnlationeu, zu welchen eine seriöse Banlleitung nicht ohne: weiteres ihre Zustimmung geben kann. Beck war der Sprecher der. Direktoren. Daraus erklärt sich gar manches. . , Andererseits hat aber auch der vom Union Trust befohlene., iveitere Bcamtcua-bbau gewisse Abbaumaßncchmen in der DirÄ--.,, tion erforderlich gemacht. Die Beamten erklären, daß sie dann,., einer weiteren Redaktion des Personals auf 300 zustinnnenkönnen, wenn auch im Leitungsapparat entsprechende Abbanmaßnahmett vorgenommen werden würden. Born Betriebsrat wurde her Bankleitung vovgchalten, daß die BaiMreitoren sich günstige Lerrrüge gesichert hätten. Es wurde daravf vettviesen, daß dee ausgeschiedene Vizepräsident David sich einen Jahresgchalt von einer Milliarde, daß Direktor Beck sich einen Vertrag mit einem Jahresgchalt von zwei Milliarden zugesichert habe, daß Vizepräsident David schon für dieses Jahr sich bereits eine halbe Milliarde Hobe auszahlert lassett uitd daß irffolgedessen die teueren Kräfte der Direktion abgebaut lvevden müssen. Jetzt wirkte sich auch die Differenz Kvischen dem widerspenstigen Führer des Vorstandes Beck und dem Vollzugsorgan der Union- Trust-Grtlppe ans. Beck müßte infolgedessen das Feld räumen. Vorläufig muß Bosel das Diktat des Union Tonst in jeder Hinsicht befolgen, werrn er wenigstens noch formell ans seinem Stuhle bleiben will. Auch hier dürfte in absehbarer Zött WarM 'schaffen werden, wenn die Fusioirsbestvebungen pi omer» 3k*

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